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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur : APHATISCHER MUSE REDE - Laudatio auf Brigitta Falkner



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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur :

APHATISCHER MUSE REDE

Laudatio auf Brigitta Falkner anläßlich der Verleihung des österreichischen Förderungspreises für Literatur 2007 ( 11. 4. 2008 )

aphatischer muse rede
da pratermuschis eher
rar, DICHTERMÜH passé
satire - prüder schmäh
sprachs AUTRICHE MERDE
(spät sei der ruhm, ach)

aus: Brigitta Falkner, ABC, S.8,
heraus mit der sprache

Zwei Wege stehen offen, ein Werk und seine Autorin wirklich zu loben: entweder die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf einen Teil des Werks und zeigt durch genaue Analyse, daß, obwohl oder gerade weil der Interpretation genaue Grenzen gesetzt sind, ihr keine Grenzen gesetzt sind, oder sie weitet sich aus, versucht das ganze aufliegende Werk in den Blick zu bekommen, und zeigt durch angemessene Suchkriterien, wie das Finden bei einem solchen Angebot wenn, dann nur an der Nachfrage scheitern kann. Beide Wege leiden unter Mangelerscheinungen: der erste, weil er exemplarisch vorgeht, und, um die Fülle am Einzelnen zu zeigen, das Ganze, in das dieses eingebettet ist, ausblenden muß, der zweite, weil er einen grobmaschigen Filter voraussetzt, dem um des ganzen Willen viele Einzelheiten, und damit vielleicht auch das Wesentliche der einzelnen Stücke entgehen muß.

Angesichts der Arbeiten Brigitta Falkners habe ich mich für den zweiten Weg entschieden. Einer der Hauptgründe ist, daß viele davon aus Bild und Schrift bestehen. Über das, was sich (gleichzeitig) zeigen lässt, muß nicht viel und vor allem nichts Beschreibendes gesprochen werden. Aber nicht nur die Bilder und Layouts und wie sie von Falkner im Verhältnis zu den Schriftzeichen eingesetzt werden, fallen unter den Zeigemodus, sondern auch der Gebrauch der Schriftzeichen selbst. Die Weise, wie sie Falkner konkret werden lässt, und das heißt auch, auf das für die jeweilige Komposition Wesentliche reduziert, verweist Interpretation oft auf den Platz der Erläuterung, aber auf höflichste Weise, denn die Autorin macht diese Selbstbeschränkung dem Interpreten vor, indem ihre Arbeiten aufzeigen, wie rigoros sie sich selbst im Schaffensprozess ihren Konstruktionsprinzipien unterworfen hat. Dass es ihr damit ernst ist, zeigt sich, wenn sie in ihrem letzten Anagramm-Buch Bunte Tuben Conlon Nancarrow (1912-1997) zitiert, von dem es viele für menschliche Pianisten zu rasante Kompositionen für elektro-mechanische Selbstspielklaviere gibt: “Seit ich Musik schreibe, träume ich davon, die Interpreten loszuwerden.” In ihren Studien zum Anagramm Das Rosenbaertlein-Experiment kritisiert Renate Kühn die verkürzte Sichtweise, die mit dem Autor auch das schreibende Subjekt verabschieden will. Von Selbst geschehe gar nichts, und es sei ein Fehler, das Verfahren mit dem Schreibprozess zu verwechseln. Bei dem von Kühn initiierten und in Buchform publizierten Experiment, bei dem eine Gedichtzeile von Hans Arp zu anagrammieren war, hat neben Liesl Ujvary, Elfriede Czurda, Gerhard Rühm, Helmut Heissenbüttel und anderen auch Brigitta Falkner mitgemacht. Ihr Beitrag, der ein expressionistisch-surrealistisches Gelage vor dem Hintergrund einer schwarzen Messe evoziert, erzielt durch die Suggestion direkter Rede eine für ein solch formales Verfahren ungewöhnliche Dramatik, die mit ihrer Hintergründigkeit alle Arbeiten Falkners auszeichnet.

Als Orientierungshilfe soll Selbstbezüglichkeit die viel zu großen Schritte mitbestimmen, mit denen ich Falkners Arbeiten durchmesse, wie sie in den Einzelpublikationen ABC - Anagramme, Bildtexte, Comics (1992), Tobrevierschreiverbot: Palindrome (1998), Fabula Rasa oder Die methodische Schraube (2001) und Bunte Tuben: Anagramm (2004) vorliegen. Ich werde jene Stellen ansteuern, wo die Autorin über das Schreiben, über das Dichten spricht, bzw. ihre Haltung dazu besonders klar wird, und jene, wo sie sich selbst ins Bild bringt, die also in gewisser Hinsicht, z.B. in der Verwendung des eigenen Namens oder im Zeichnen bestimmter Züge, portraitierenden Charakter haben. Diese Orientierung ist nur bedingt hilfreich bei Schreibformen, die, wie das Palindrom, schon im Formalen ein hohes Maß von Selbstbezüglichkeit aufweisen. Streng-formale Verfahren stehen allgemein unter Verdacht, die auf Konventionalität beruhenden Bindungen des Signifikanten an das Signifikat zu lösen, und Texturen hervorzubringen, die sich in ihrer Konkretheit nur noch selbst repräsentieren. Aber gehen nicht auch die strengsten formalen Verfahren von Sprachmaterial aus, mit Sprachmaterial um, das durch Gebrauch und Definition hinsichtlich Bedeutung vorgeprägt ist?

Dieser Konkretheit mit Bedeutungslosigkeit verwechselnde Ansatz, den man leichthin den französischen nennen könnte und der seine surrealistischen und strukturalistischen Wurzeln nicht verleugnen kann, hat mit der Zeit im Literarischen eine gewisse ästhetische Schwäche zur Folge gehabt, nämlich jene, die dem Glauben entspringt, dass gedankenloses Anwenden eines Verfahrens schon zu gültigen Ergebnissen führt. Das Gegenteil davon und damit Sicherheit in ästhetischen Fragen und philosophischen Hintergründen führt, an semantisch selbstreferentiellen Stellen nachweisbar, Brigitta Falkner vor. Deswegen zeichnet ihre Arbeiten nicht nur höchste formale Konsequenz, sondern auch besondere Welthaltigkeit aus, erreicht mittels genauester syntaktischer Strukturierung. Die Satzzeichen sind in diesem Sinn konzentrierte Bedeutungsträger, und zwar in einem Maße, das die Alltagsprosa nicht kennt. Um tote Konventionen auszuhebeln und innere Zensuren zu umgehen, haben am Material haften bleibende Methodizität, wie sie die Oulipo-Bewegung propagierte, und assoziative Verfahren, wie sie die Surrealisten um Breton als écriture automatiqe, als “Denkdiktat ohne jede Kontrolle der Vernunft” praktizierten, ihre Berechtigung, und hatten sie im Literarischen vor allem, als Freuds Einsichten noch jung waren. Aber man sehe sich nur die rhetorische Sicherheit von Freuds Schriften an, oder wie stark das Denken, wie genau die Analysen der frühen Strukturalisten vom Schlag eines Jakobson oder Lévi-Strauss waren! Es verlangt genaues Arbeiten, damit die befreiende Wirkung von Tabubruch, Pointe und Ironie zum Tragen kommt, und dass die Achse der Selektion nicht zu vernachlässigen sei, gehört zu den strukturalistischen Grundeinsichten.

langsame_copyright_Brigitta_Falkner

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“das langsame verschwinden der buchstaben”, der Rebus gleich zu Beginn von Falkners ABC - Anagramme Bildtexte Comics, kann als paradigmatisch gelten, sowohl was die Verschränkung von Bild und Schrift betrifft, als auch in seiner Selbstbezüglichkeit, denn was gesagt wird, wird auch gezeigt. Dabei handelt es sich um zwei Arten von Verschwinden: jene Buchstaben, die durch die Piktogramme, bzw. Teile ihrer Benennung ersetzt werden, also wirklich nicht am Blatt stehen, und jene, die man sich von den Benennungen wegdenken muß, um die Botschaft zu decodieren, und die, wenn auch durchgestrichen, am Blatt stehen. Und damit sind auch gleich die zwei Orte miteinander ins Spiel gebracht, an denen Buchstaben verschwinden können, nämlich der, wo sie stehen, und der, wo sie gedacht werden.

Das auf den Rebus folgende heraus mit der sprache ist meines Wissens Falkners erstes Anagrammgedicht. Aus ihm stammt das Eingangszitat, das mir auch den Titel zur Laudatio geliefert hat. Da Anagrammieren zu den Techniken des Dichtens gehört, kann man “DICHTERMÜH passé” natürlich als Zweifel am eigenen Tun lesen; aber -wie ja auch das ironische “spät sei der ruhm, ach” zeigt - hält die Autorin damit zum Pathos sprachgläubiger Lyriker Distanz. Der programmatische aber zweideutige Titel des Gedichts - “heraus” kann ja, denkt man sich selbst dort, wo die Sprache sitzt, sowohl als “weg” wie “her mit ihr” verstanden werden, läßt an den Titel eines Leitartikels der Revolution surréaliste denken, der wahrscheinlich von Antonin Artaud stammt. Die ablehnende Haltung der Surrealisten gegenüber literarischem Gewäsch ist ja bekannt. Aphasie schließlich ist die radikalste Art des Verschwindens von Sprache, von der sich vor allem Linguisten Einsichten in ihre Natur erhoffen . Jakobson in Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze :

Für den Linguisten, der sich mit dem Entfaltetsein des Sprachgebildes befaßt, muß auch seine Geburt und sein Absterben viel Lehrreiches bieten.

Die Rede einer aphatischen Muse wird also unter Sprachschwund leiden, und das muß, wenn man die Aufgabe der Musen darin sieht, Dichtende zum sprechen zu bringen, keinen Schaden bedeuten. Unterstellt man Falkners Gedichtzeile aber die rhetorische Figur der Synchisis, also der absichtlichen Verwirrung der Wortstellung, könnte man aphatisch auch der rede zuschlagen, es wäre also die Muse jener gemeint, die mit beschränktem Sprachmaterial nach Ausdruck suchen.

In kein sterbenswörtchen, dem längsten Anagramm aus ABC (19 Seiten), das die Ausgangszeile (den Titel) nicht nur in seiner buchstäblichen Zusammensetzung anagrammiert, sondern auch in seiner Bedeutung konterkariert, entwickelt Falkner dann mit viel direkter Rede - “he wirt! -sekt!” - und aus dem Genre Filmskript entlehnten Anweisungen für Kameraführung und Bildaufbau (”schwenk, [...], schnitt [...], wink-scene” ) die schon hervorgehobene, für ein Anagramm überraschende Dramatik. Dramatis personae sind neben werner, weber und erwin unter anderem rektor bense, der auch als wetterkoch auftritt (die Anspielungen auf den Düsseldorfer Theoretiker Max Bense, der die Hintergründe der Dichtung mathematisch aufzuarbeiten suchte, sind zahlreich: “winke, benses rechner tot! -”), und als Vertretung der Dichtung selbst, neben den Nebendarstellern schwitters und serner, benn, der natürlich einiges über sich ergehen lassen muß und sogar als schwester benn auftritt:

[...] er winkt: schöne
erektion! - schwester benn
nickt: “sehenswert.” bon! er
sekretiert. wer noch? benns
wecker steht. [...]

Die Verläufe entwickeln sich dank Enjambements ungehindert durch die anagrammatischen Einheiten, weil also kurze Sätze die Zeilenenden überlappen. Auch Binnenreime helfen im Formalen dem Fortgang, und im Semantischen der Einsatz von Homonymen, das heißt: gleicher Klang - verschiedene Bedeutung, an denen sich die Verläufe gabeln und quasi parallel laufen können (”kennwort, keen wort”, oder als aufgelöste mehrdeutigkeit: “wecken: iss!’” ). Daß es ad infinitum weiterlaufen könnte, suggeriert das hinsichtlich des anagrammierten Titels kein sterbenswörtchen paradoxe Anagramm, indem es wie zufällig mitten in einem Satz endet:

[…] werner steht
neben erwin: tok! (sechster
sinn?) er weckt bense. hört
er benns “herein!”? wo steckt -

Im ABC finden sich unter den Titeln word5/wechseln I und word5 / wechseln II, zwei doppelseitige Bildtexte, die in Fabula rasa in anderem Format und mit den die Codierungsmethode kaschierenderen Titel Schmutzige Tricks I & II wiederkehren. Falkner macht sich hier die Ersetzen-Funktion des Textverarbeitungsprogramms zunutze, um den Text, quasi als forciertes Lipogramm, zu verfremden und so den Zusammenhang von Bildgestik und Schriftzeichenstruktur einem Experiment zu unterziehen. Dazu die Autorin selbst:

Das ikonographische Szenario des Film Noir liefert die Vorlage für den Genre-Comic [...] Im Off-Kommentar findet das Licht- und Schattenspiel des Film Noir als zwielichtige Kunstsprache, eine nach den Regeln eines einfachen Chiffrierverfahrens (Substitution) generierte Pseudosprache, changierend zwischen Klartext und Chiffretext, seine lautliche Entsprechung: Etfusch ffiff tulk tii Luft umt tluf mik um Kimtelkuff.

Ich übersetze: Etwas pfiff durch die Luft und traf mich am Hinterkopf.

tricks-glasauge_copyright_Brigitta_Falkner

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Im Bildtext BILDE DEBIL … in dessen Bildteil eine schöpferische Hand, die à la Blumenberg die Lesbarkeit der Welt voraussetzt, in diese schreibt, während zwei Figuren, die in ihr zu leben haben, sich beschwingt aus dem Bild fortstehlen zu wollen scheinen, ist eine anagrammatische Ästhetica in nuce gegeben. Die letzte Zeile REGEL LEGER bildet den symmetrischen Sonderfall des Anagramms, ein Palindrom, von dem sich noch zwei bzw. drei weitere in ABC finden, und dem das ganze nächste Buch der Autorin, Tobrevierschreiverbot, gewidmet ist.

anagrammcomix-detail_copyright_Brigitta_Falkner

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Zuvor aber noch zur letzten Gattung von ABC, dem Comic. In Brigitta Falkner, ein Anagramm-Comix, ist der eigene Name, platziert wie die Autorenangabe, die Anfangszeile des Anagramms, das damit an die Tradition der Renaissance anknüpft, in der Anagramme überhaupt nur aus Namen gebildet wurden, um mit daraus permutierten gefälligen Aussagen deren Trägern zu huldigen. Den modernistischen Kontrapunkt dazu bildet die Verteilung des Anagramms über ein Comic, in dem sich Anagrammeinheit und Panel entsprechen. Hier tritt wieder La Révolution surréaliste ins Bild, in deren Nummer 12, Dezember 1929, René Magritte den Bildtext LES MOTS ET LES IMAGES veröffentlicht, in dem sich Magritte eben in Bild und Text auseinandersetzt, in welchem Verhältnis diese zueinander und zur Wirklichkeit stehen können:

Manchmal vertritt der Name eines Gegenstandes ein Bild [...] Ein Wort kann in der Realität den Platz eines Gegenstands einnehmen [...] Ein Bild kann in einem Satz den Platz eines Wortes einnehmen [...] Ein Gegenstand leistet nie das gleiche wie sein Name oder sein Bild [...].

Eine Paraphrase bzw. ein Paraimage auf Magrittes berühmtes Bild “Ceci n’est pas une pipe” findet sich in Falkners Anagrammcomics, und in zumindest drei Panels lässt sich, weil mit Brille, ein Selbstbildnis identifizieren: “Fan: Klar Brigitte!”

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Die Symmetrie, wie sie in den palindromischen Kompositionen von Tobrevierschreiverbot zum Tragen kommt (auch sie gehen dort - siehe Aha Poesie - über viele Seiten), demonstriert das doppelte UHU auf den Sportdressen im ersten Bild sehr deutlich. Die Symmetrieachse läuft zwischen ihnen. Auch Rektor Bense darf noch einmal auftreten, denn Symmetrien verfügen über Eigenschaften der mathematischen Gruppe, deren erste lautet: “Jede Verknüpfung zweier Elemente gehört selbst zur Gruppe”. (Diese mathematische Eigenschaft wird auch Abgeschlossenheit genannt.) So wie das Schriftbild von UHU symmetrisch (und ein Palindrom) ist, ist auch zwei mal UHU symmetrisch, bei dreimal bildet H die Symmetrieachse etc. Wenn die einzelnen Symmetrien aus den gleichen Elementen bestehen, kann man sie einfach sukzessive aneinanderreihen, damit eine neue Symmetrie entsteht.

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Das ist nicht der Fall, wenn sie, wie bei Sei fies - Tu erfreut, aus verschiedenen Elementen, sprich Buchstaben bestehen. Zwar bildet das f jeweils die symmetrische Achse - ein poetischer Zusatzgewinn - doch müsste man die symmetrischen Flügel von der Achse trennen, und rechts und links von der ersten Symmetrie anordnen, damit wieder eine Symmetrie entstünde; der semantische Gehalt ginge auf diese Weise verloren.

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Jedoch ist so die Methode des palindromischen Komponierens beschrieben, von einem Kern ausgehend wird sowohl am Anfang wie am Ende angefügt, damit die symmetrische Struktur entsteht, also nicht lineares oder sequentielles Denken, das vom Anfang bis zum Ende abläuft, sondern paralleles Denken, das von einer Mitte ausgeht. Eines meiner Lieblingspalindrome aus Tobrevierschreiverbot ist Eine Gehung, dem ein fokussiertes Foto der Rücken Rudolf Augsteins und Martin Heideggers, die gemeinsam einen Feldweg entlanggehen, gegenübergestellt ist.

heidegger-bild_copyright_Brigitta_Falkner

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EINE GEHUNG

“… Nun? Nisch, Rudi?”
“Durchaus!”
“Eidos …”
“Nee: die Grosslage …”
“Wesen…”
“Ego…”
“Geschick …”
(Echo)
“Leben! O genau! Ach …”
So-Gesetztes.”
“Wahrung.”
“Nun …”
“Hä? Weg als nie-so.”
“Geh …”
“Ei, Seins-Sorge ist Sinn …”
“Ad rem …”
“… mir immer dann …”
“Ist sie gross?”
“Nie. Sieh …”
“Ego?”
“Seins-Lage. Wähnung nur.”
“Ha! Wo …”
“Gesetztes Ego.”
“Schau an! Ego? (Nebel) O check ich’s?”
“Ego-Genese. Weg als Sorge.”
“Ideen & so?”
“Dies auch, Rudi. Durch-Sinnung. Nu?”
“He! Genie …”

Die letzte Zeile, die von hinten gelesen zum Titelanfang führt, kann als berechtigtes Selbstlob gelesen werden. Und Anfang und Ende sind hier nicht metaphysisch aufgeladen, im Gegenteil: Falkner zeigt, dass, einen Sprachduktus (z.B. einen Jargon, der mit dem Wesen seinen Staat zu machen sucht) auf das Wesentliche zu reduzieren, auch heissen kann, ihn zu entlarven, d.h. seine Substanzlosigkeit zum Vorschein zu bringen. Aber was heisst hier “auf das Wesentliche”? Es wird nach anderen Kriterien, nämlich im Hinblick auf das zu bildende Palindrom, reduziert, und damit wird gezeigt, dass methodische Reduktion im Wesentlichen genügt, um Substanzlosigkeit freizulegen, bzw. jene Keime, die auf einen faulen Kern schließen lassen.

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“Zufall - gabs das?” hub Paul zum Klugschwatz an, “Zufall, Ahnung und Wahrtraum, sagt Gustav Jung -” / : just da …

Fabula rasa eröffnet mit dem Lipogramm Au! Die methodische Schraube. Lipogramme definieren sich dadurch, dass sie den verwendeten Wortschatz gemäß einer bestimmen Lautauswahl beschränken. Bei Brigitta Falkner wird diese Methode natürlich im Lipogramm selbst reflektiert: “… als Karl akkurat zu Ruth trat, Ruths Hand nahm (”Darf man?”) - - schnurgrad zum Punkt kam und kundtat, was alsbald (nach Karls Handkuß) als ‘Abmachung’ und Lautaussparungsgrundsatz galt …” Dazu die Fußnote, in der dieser Grundsatz nicht gilt: “Dieser Text basiert auf Karls Lautaussparungsgrundsatz, demzufolge ausschließlich die Vokale ‘A’ und ‘U’ verwendet werden dürfen.” Damit ist schon ein Teil der Textstruktur angesprochen, deren Panels sich vom schwarzen Hintergrund abheben. Am oberen Rand des Panels zeigt sich bei Bedarf ein Textfeld mit Schatteneffekt, in dem der Lautaussparungsgrundsatz gilt und wo die Ent- und Verwicklungen der Dreiecksgeschichte zwischen Paul, Karl und Ruth kommentiert, unter Umständen beschleunigt werden.

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Die typographischen Effekte von Groß- und Größtschreibung, Fett-, Kursiv- und Gesperrt-Setzung werden gezielt eingesetzt, Bilder kommen nur ganz sporadisch und als Abbildung gekennzeichnet vor. Neben grammatikalischen Schwergewichten wie Infinitiv fallen bei diesem Lipogramm so viele wichtige Bezeichnungen flach, daß, wie die Autorin selbst schreibt:

… der gewaltige Aufwand, mit dem hier Strategien zur Vermeidung von Regelverletzungen entwickelt werden, im grotesken Mißverhältnis zum oft läppischen Anlaß steht.

Einfache Beispiele für Transformationen: schnell wird zu flugs, Wein wird zu Purpursaft aus Burgund, Wasser zu Aqua pur, eins zu acht durch acht. Anders als der Anagrammtext ermöglicht die Textsorte Lipogramm- mit Fußnote! - das Zitat, und die Belesenheit Brigitta Falkners macht davon ausgiebig und in wirklich witzigen Assoziationen Gebrauch. Ich bringe nur eine Auswahl von Namen und Titel, die für Zitate und Anspielungen stehen: Krazy Kat, Mc Luhan, Lewis Caroll, Kafka, Lichtenberg, Abraham a Santa Clara, Aristophanes’ Die Frösche , Lenins “Was Tun?”, R. Queneaus Hundszahn, Schopenhauers Hund Buz, Swifts Gullivers Reisen, Grimms Wörterbuch, Havliks Lexikon der Onomatopöien, was den Film betrifft: Bressons “Balthazar au hasard” über einen geschundenen Esel, Lubitschs That Uncertain Feeling, Star Trek oder die Simpsons, aus Musik die Meistersinger von Nürnberg, aus der Werbung z.B.: “Durst macht Spaß”. Das Zitieren des Lipogramms selbst darf bei dem hohen Maß an Reflexivität nicht fehlen, und da die Panels durchnummeriert sind, können sie sich explizit aufeinander beziehen. Auch auf eigene frühere Methoden wird Bezug genommen, und da Verwicklung und Platztausch oft so schnell vor sich gehen, ist z.B. nicht gleich klar, wer da

… Hans Sachs aufschlug und - Zufall? Kabbala? - stracks das Anagramm aus Suada fand: “Du Aas …” -

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In Prinzip i wird die lipogrammatische Methode monovokalisch verschärft, dafür tritt zur Schrift wieder das Bild, in suggestiver Umrahmung eines fortlaufenden Filmbandes, wobei die meiste Schrift als Subtext unter den Bildfenstern steht, kommentierend “Birgit tritt ins Bild.” oder Dialoge wiedergebend:

“Spritzig ist wichtig!” spricht Sissi hitzig. Willi wird wild. Willi spricht im Infinitiv. “Infinitiv gilt nicht!” schimpft Sissi. Willis Blick wird grimmig. Stimmt: Prinzip i.

Nur drei mal wird die Bildfolge und auch das Prinzip durch Einschübe von der Breite einer Seite unterbrochen: durch eine Frage Philip K. Dicks: “Können wir das Universum als real betrachten, und wenn ja, inwiefern?”, durch eine eingeschobene Erklärung über Pidgin-English und eine Bezeichnung Prince Charles “fella belong Mrs. Quenn”, und durch einen Gedanken des Logikers Gottlob Frege:

Kein Ungedanke wird durch Verneinen zum Gedanken, so wie kein Gedanke durch Verneinen zum Ungedanken wird.

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Falkner beweist, daß Monovokalismus nicht daran hindert, aufgeblasene philosophische Diskurse durch den Kakao zu ziehen:

Grinzing. Sinn wird Irrsinn, nichtig wird / wichtig; Willi spricht, Sissi trinkt, schlicht / wird diffizil. Witz wird Irrwitz, himmlisch / wird irdisch, Sissi wird schwindlig … // “… in sich stimmig, hinsichtlich Nichts ist / Nicht-nichts wirklich, sprich: sichtlich / nicht wirklich wirklich, mithin sinnwidrig / richtig, irrsinnig diffizil im Hinblick…” // Willi spricht, Willi trinkt. Hirnrissig wird / richtig, schlimm wird schicklich, fiktiv /wird wirklich … // Ist Willis Irrsinn klinisch? sinnt Sissi. // Spinnt Willi schlicht?

Die Kategoriensprünge und grammatikalischen Nivellierungen wie in: “himmlisch wird irdisch - Sissi wird schwindlig”, die in den Texten Brigitta Falkners ständig stattfinden, sind mitverantwortlich für ihren Witz und Teil der Strategie, formale Eigenschaften und referentielle Bezüge so lange auf die Spitze zu treiben, bis sie ineinander überzugehen scheinen.

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Der Titel des zuletzt erschienenen, vierzigseitigen Anagramms Brigitta Falkners Bunte Tuben hat sich von den 21 (bzw. mit aufgelösten Umlauten 23) Zeichen der Anfangszeile losgemacht und führt die Methode exemplarisch vor. Dass sich der Tuben-Code nicht auf bunte Deco beschränken wird, lässt schon die Beiläufigkeit und das offene Ende der Anfangszeile vermuten: “Zwo Stündchen brüten: die”, die schwerlich am historischen Anfang des anagrammierenden Prozesses gestanden haben wird. Nichts entkommt dem satirischen Biss, den Brigitta Falkner in dieser philosophischen Erzählung mit kriminalistischer Allegorisierung entwickelt, Denken wie Dichten wenden “uns den Uni-Wertesten zu”. Die Heuristik dieses intelligenten Permutierens ist schwer zu fassen. Aber diese muss es geben, denn mit 23! (Faktoriell, also 23mal22mal21mal … mal2) als Anzahl der Möglichkeiten lässt sich mit Selektion allein nichts mehr erzählen. Auch über diesbezügliche mögliche Antworten macht sich die Autorin lustig, schon gar wenn sie inspirativ ins Religiös-Metaphysische abheben:

O ZEICHEN & WUNDER! Betstunde / beendet! - (”Doch zuerst nun …” wie / ein Buch - zwo Stunden - redete / er! (wuszten ein Buch-Ende: TOD!)): / “- Codes werden zu Buntheiten, / bunt zu deren Wesenheit & Code!”

Studenten, Dozenten, Dichter, Editoren, Burschen, Brünette und die Neue , die das universitäre System irritiert:

scheu bittend der Neuen zwo / Wörtchen zusende, die bunt / wuchernde Tubenzone: id est / Witzebene (unterdes du noch / ‘Werde-Uni-Dozentchen’ übst) / nun suchend betrete, die zwo / Tuben sehe, Witz-Decoder nun / bedienend - [...]

Im Vergleich zu früheren Anagrammen haben sich vor allem die Eigennamen verabschiedet, die Ironie ist begrifflicher, der Witz noch trockener geworden.

Liebe zum konkreten Wissen, also philosophische Tiefe im wahrsten Sinne des Wortes, ist allen Arbeiten Brigitta Falkners eingeschrieben. Ihr spezielles Wissen um die Funktion des Formalen und daß nicht die Beschränkungen der Methode, sondern entweder Methodenlosigkeit oder Beschränkung auf die Methode Beliebigkeit erzeugt, macht die Genauigkeit, mit der ihre Bezugsysteme und Geschichten konstruiert sind, mit der von Kalkülen vergleichbar. In diesem Sinn bekommen Stellen, die man in der dramatischen Entwicklung des Textes als gnadenloses Abkanzeln eigener Figuren liest, allgemeingültigen literaturkritischen Charakter; nocheinmal aus dem Lipogramm Au!:

… fad und abundant fand Urs Babs’ Lautsalat, bar Anfang und Schluß; das Drama summa summarum zu lang: am Blatt zu unscharf und blaß, nur Anflug, Hauch, Schraffur -, als Schwank zu schmuck und glatt, als Stand-Up-Drama zu schlapp und flau (als Traktat zu prall und bunt); als ‘Hausfrau-zuckt-aus-und-murkst-Mann-ab’-Saga zu schwatzhaft und kraus (und als Rundfunkdrama zu gaga), zu abstrus und halbgar war Babs’ Suada…

Kalkülen, denen, wie wir seit Scheitern des Hilbert-Programmes wissen, ja auch im Formalisierbaren Grenzen gesetzt sind, fehlt als reinen Konstrukten der Witz der Anwendung. Dieser ist den Arbeiten Falkners inhärent, im Wissen um die Geschichte und Transformierbarkeit des verwendeten Materials und im Gegeneinander Ausspielen der verwendeten Medien und angenommenen Bedeutungen. Zu den wahren Prinzipien des Gestaltens zählt neben der Ökonomie, nicht mehr zu benützen als für die gewählten Zwecke notwendig ist, eben zu wissen, wie die Zwecke so in Schach gehalten werden können, dass sich zeigt, wie Codierungen funktionieren. Diese Prinzipien setzen sich bei Brigitta Falkner nicht nur mithilfe ihrer elementaren Methoden bis ins kleinste Detail durch, von der Interpunktion bis zum unscheinbarsten, locker gesetzten Strich; diese zum Gelingen führenden Prinzipien ziehen sich auch durch alle von Falkner eingesetzten Verwendungsarten von Sprache, ganz im Sinne von Wittgensteins Es gibt keine Metasprache, Fußnoten miteingeschlossen (1).

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(1) Siehe die dem Anagramm entsprechende Fußnote in Bunte Tuben, 2004, S.81: ” … Er schwebt: ‘Die Oden …‘ Unten zu / den Netz-Buchsen deute, worin / Dioden wesen. Buch zu. Netter / Wunsch. Deute: Interzone …” (ebd.)”

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Benedikt Ledebur

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Brigitta Falkner

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fast forward



Auf die FAST FOWARD - Taste getappt : Ein Rundkurs durch die Medienlage . Top- Spot des Monats ::: Springer Transport Media übernimmt “tm tankstellenmarkt” (bb) .

BUTTON FAST FORWARD eddyfishx NRW- MEDIENFORUM ||| c’t spendet das bei weitem beste Medienforum- Blog- Rollen- Roundabout ( Bloggen für den Journalismus ) , DWDL hätte gern gesehen , wenn die dortigen Diskutierer tatsächlit MITeinander und nicht aneinander VORBEI geredet hätten ( Chinesische Mauer . Viele Stühle, eine Meinung ) . Kommt von der Nervosität der Journalisten , diagnositziert wissend Dr. Handelsblatt ( Indikretion Ehrensache ) . Blogcensus startet endlich sein Home- Blog und gerät angesichts von “129.306 deutschsprachige[n] Blogs” nachvollziehbar ins Schwitzen ::: “Dazu muss man wissen, dass wir bereits knapp 155.000 URLs eingesammelt haben.”

BUTTON FAST FORWARD eddyfishx GRIMME ||| Auch Turi 2 zählt fleissig und listet - nicht ohne expressive Emotion - den “zwiefach grimmepreisgekrönte Bild-, Watch- und Motzblogger Stefan Niggemeier” als Kriegsgewinnler der Grimme- Jury- Infamie . QUOTE ::: “Auf der Statistikseite blogscout.de belegt Nigge jetzt Platz 1 (mit Bildblog.de, gestern 48.246 Besucher) und Platz 2 (mit stefan-niggemeier.de, 12.440 Besucher).” UNQUTE . - Geschwind hat sich hier die Diskursspirale sichtbar weitergedreht und ist von der Sache klar in die untergriffige Kategorie des argumentum ad personam gedriftet . Die üblichen Verdächtigen hatten dies ja schon zu Beginn so betrieben und luxirieren seither mit aufgegrimmtem Adrenalin . “Glaubwürdigkeit ? Hat sich erledigt” mag man mit den medienpiraten auch DIESE Situation kommentieren . Und , eh wir’s vergessen : Turi [ 2 > 3 ] relauncht ja auch .

PRINT hinkt da natürlich weit hinterher : Entsprechend die Lust- und Kommentarlosogkeit der servierenden Meldungskellner c / o NZ , SZ , TS , FAZ , FTD , Spon , Focus gestern ( 6:00 a. m.) , als in der ja angeblich jetzt schnelleren taz die noch die alte Krimskramskiste stand . Lediglich die FR gibt sich - allerdings eher in der eigenen Sache der FR- Autorinnen- Auszeichnung ( für die Droste- Hülshoff- Briefe ) Nach 100 Jahren - einer Neigung zur Meinung hin .

BUTTON FAST FORWARD eddyfishx DOKUMENTA12 ||| Catrin Seefranz kommentiert den showdown Natur vs. Kunst cool ( Welt ) : “Auf ‘erstaunlich ästhetische Weise’ sei das Werk in sich zusammengestürzt [ ... ] . Niemand sei verletzt worden. Der Künstler habe sein zerstörtes Kunstwerk bereits gesehen und finde es schöner als zuvor .” ( NZ ) Holger Liebs wirft sich - die Stimme des Kurators und Documenta- Cicerone als Audio- Guide- Knopf im Ohr - vor so viel “Neuer Buergelichkeit” auf die Knie . Liebs undifferenzierte Adresse “Kurator, Angebeteter, Gott ” belegt traurig einen restringierten Code , resistent gegenüber den elaborierten diskursiven Mitteln , welche die Buergelmaschine ( satirisch ) generiert .

x ABER WAS ||| kann man da auch sagen : Das entsprechende Forum im Documenta- Blog ist sowieso closed / geschlossen . Ausserdem herrscht im Reich der Wörter , Zeichen und Wunder die Qual der Wahl .

BUTTON FAST FORWARD eddyfishx CHOICE ||| Das Angebot von 1590 Sorten Flip- Flops turnt den Kunden als König im Netz eher ab , weiss The Frontal Cortex aus leidvoller Selbsterfahrung und fügt damit dem Paradox of Choice eine Netz- Variante an . QUOTE ::: The long tail is just too long. As Barry Schwartz, a psychologist at Swarthmore, writes in his book The Paradox of Choice: “As the number of choices keeps growing, negative aspects of having a multitude of options begin to appear. As the number of choices grows further, the negatives escalate until we become overloaded. At this point, choice no longer liberates, but debilitates.” UNQUOTE . - Nice Call . DE BI LI TATES .

Zeit für das hot finnish talent Rasmus Hedlund mit seiner ersten Solo- EPczz hörempfehlung Dubpression c / o Silent Season . Wer zu faul ist , downzuloaden , kann sich am artist’s player taxfrei halten und gütlich tun . Active Listening , Non - Debilitating , Some Slow Motion will follow up to this FAST FOWARD .

linie



Wie man in der Hysterie grimmer Dinge day to day und Stund um Stund den Wald vor lauter Bäumen aus dem Auge verliert ::: Auf holzfreier Zimmerwand zeigt sich Einer, der sich beim Zeichnen zeichnet, in einem Zimmer an der Wand einer Stadt . So lange die Kamera close up mit dem Griffel driftet [ und David Byrne singt ] verwickeln wie uns im Irrsinn der [ nearly ] ununterbrochenen Linie . Nach Absetzen des Pens öffnet sich die Blende , triumphiert die Totale und wir sind endlich völlig im Bild . Ein Fant , wer’s etwa metaphorisch nimmt !

Field Music - In Context

Endgültige Evidenz wird der Grimme [n] Geschichte in den morgigen Blätter [ poor print press : you missed it all ] , da sind die Blogger schon wieder über alle Technorati- Berge auf und davon , so sie sie nicht czz hörempfehlungweiter in flagranter Nabelschau dem Selbtgephall harren . Dem Ersteren eignet mitunter ja doch ein Quäntchen Emergenz … und voilà fällt uns auch schon das netlabel we love to emerge in die Hände . In diesem Fall selbige aber umdrehen [ die Hände nämlich , nicht die Emergenz ] ::: Die Menüführung ist schlicht zu mühsam , um die musikalischen Freihändel würdig billen zu können .||| Klopfen wir also mal an bei den Argentiniern audio 808 ( die mit dem netten Motto : “net label > minimos recursos, máximas ideas” ) . Manuel Nuñez a.k.a prototype : laptop and data (release #30) wäre ja ganz nett , wäre er aus dem Süden gar wirk- lich zu vernehmen . Auch nach 808 Sekunden Ladezeit tut sich dort faktisch nichts und akustisch noch weniger . Reset , Neustart und das Ganze von Vorne c / o us.archive.org und voilà : 01. in the chill place , 02. laptop project , 03. structuras y teo remas , 04. y se pensaba muerta . War höchste Zeit . Ob’s wert war , wer rät’s ?

grimme online dinge



Grimme onlinie mauschelei 2007Zwei ( intrigierte ??? ) Nachnominierungen sind Zwei Sieger ( hausgemacht.tv + Elektrischer Reporter ) , Ein Selbstjuror ( Mario Sixtus ::: als Elektischer Reporter ebenfalls ein Winner , bleibt In eigener Sache allerdings unplugged ) , das Ganze abgerundet durch Eine peinliche Präcox- Bekanntgabe ( jetzt , 4:55 Uhr ist die Seite - wieder - rein , siehe den in|ad|ae|qu|at rapportierten Fall Hanser ) : Der Grimme online award ( GOA ) taumelt im “Super-GAU” ( DWDL.de ) .

grimme screenshot indiz Ich blog Dich

Grimme onlinie mauschelei 2007Schweissgebadet sitzt eine ganze Reihe freiwilliger Schreiber an Schreibtischen wach an den “offenen Fragen dieser Nacht, in der sich der Grimme Online Award selbst zu Grabe trägt ” ( Thomas Lückerath ) , blogdoch.net legt Auf ein Wort schon eine Numerierung ( 0 ) an , um später zurückzubloggen , Tom Diner gibt sich als abgeklärter Augur . QUOTE ::: Es wird ein schallendes Bruhahaha durch die Blogsphäre gehen, denn die Gewinner des Grimme Online Awards sind irgendwie ein wenig zu früh bekannt gegeben worden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit steckt da Yahoo dahinter um von ihren derzeitigen Problemen mit Flickr und in China abzulenken. UNQUOTE . - Whodunit ??? - Yahoo !!!

Grimme onlinie mauschelei 2007Jes Sir , Chris c / o F!XMBR ägert sich auch schon über die yahoote abgehängte Unabhängigkeit . QUOTE ::: Yahoo-Werbeträger Stefan Niggemeier gewinnt den Pokal in der Kategorie Information. Klar, wie schon bei der BILD weiß halt das Gros der Leute nicht, dass 9Live & Co. nicht wirklich prickelnd sind. In der Kategorie Wissen und Bildung wurde tatsächlich der Preis dem Yahoo-Werbeträger, dem Elektrischen Reporter Mario Sixtus und seinem Kumpel, Mitmacher, whatever, Torsten Kleinz zugeschustert. UNQUOTE .

Grimme onlinie mauschelei 2007Ich Blog Dich! bietet Gegen Raum und Zeit den Screenshot als Indiz , Ich weiß etwas, was Du noch wählst ! wissen die Filmjournalisten.de , Der Grimme-Ingrimm herrscht im Wortfeld , voraus in die Zukunft ? wundert sich textundblog.de . Den Stefan Niggermeier müssen wir gar nicht mehr zitieren , tja , das Kapital der credibility …

Das wird spannend ( LawBlog ) , wie die Beteiligten aus diesem ingrimmigen Missgeschick wieder heraus finden , spannender jedenfalls als der voraus zu sehende Multi- Kursus der Nachricht durch Presse , Funk und via et& remunerierte Bildschirme . ||| in|ad|ae|qu|at behält sich Fortsetzung der Online- Novela vor . ||| [ das manipulierte Logo lieh ich mir friendly c / o von F!XMBR , den Screenshot c / o Ich Blog Dich! ] |||

Keine Novela ohne ein paar Takte Musik . Wer sich an Ritchie Hawtins aka plastikman orientiert ( Sonar ist nun auch schon wieder over ) , geht nie czz hörempfehlungfehl . Also sprach Mirco Violi , der die Musik mehr als Kunst denn als Kommerzversprechen betrachtet und legt beim argeninischen netlabel miniaturarecords die EP Good Awakening vor . Wenn einem statt Einzeltracks allerdings nur die ZIP aufgebummt wird , dann bleibt das Schöne Erwachen fraglich . Wecker bitte auf Tracklinks stellen ! Auf der artist’s page ist sonorer Trost .

Much Adoo About Dubleen



Nach Trag . 103 . Bloomsday . MUCH ADOO ABOUT DUBLEEN . Korrespondentenbericht . Unser Agent in Dublin , Marcel Illetschko , schreibt .

I WANT TO GIVE A PICTURE OF DUBLIN so complete that if the city suddenly disappeared from the earth IT COULD BE RECONSTRUCTED OUT OF MY BOOK.

Bloomsday, 16. Juni in Dublin
In der Stadt von Beckett , Yeats , Swift , Stoker , Wilde , Shaw und vielen Anderen , an diesem Kulminationspunkt der irischen und der Weltliteratur gibt es jedes Jahr im Juni einen Namen, der allen anderen den Rang abläuft : Leopold Bloom , Anzeigenakquisiteur.

Am 16 . Juni 1904 erlebte selbiger einen der wohl bestdokumentierten Tage in den Geschichten der Menschheit . Von der zischenden Butter , in der er seiner Frau zum Frühstück eine Schweineniere brät , über das Abholen eines Briefes vom Postamt und dem Kauf einer Zitronenseife in Sweny’s Drogerie , über den Besuch einer öffentlichen Badeanstalt und die Teilnahme an einer Beerdigung am Glasnevin Friedhof , die Platzierung einer Anzeige in der Nachmittagsausgabe ,

Ulysses for Dummies 1 Aeolus Editor

das Essen eines Gorgonzolasandwichs bei Davy Byrne , dem Besuch der Nationalbibliothek und der kontemplativen Versenkung in das Gesäß der Venus , der Gedankenwelt vorbeigehender Passanten , dem Speisen im Ormond Hotel und antisemitischen Attacken im Pub , dem Onanieren beim Anblick eines gehbehinderten Mädchens am Strand von Sandycove , dem anschließenden Saufgelage im Frauenspital , das schließlich im Bordell der Bella Cohen endet , der Rangelei mit einem Matrosen nach dem Mitternachtsimbiss im Cabman’s Shelter , dem betrunken Heimweg bis zum finalen Zubettgehen zu Füßen seiner Frau Molly - alles ist genau dokumentiert.

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Doch nicht nur der Name Bloom, auch der des Stephen Dedalus ist im frühsommerlichen Dublin in aller Munde : sein Streitgespräch mit Buck Mulligan an der Brüstung des Martello Towers , der Geschichteunterricht und die Nachhilfestunde mit Cyril Sarent , der Spaziergang am Strand von Sandymount mit Hund und Hundekadaver , der Disput über das Werk Shakespeares in der Nationalbibliothek , die lustige Runde von Medizinstudenten im Frauenspital und dann das Zusammentreffen mit Leopold Bloom , mit dem er den Rest des Abends verbringt, um sich erst nach dem gemeinsamen Urinieren in dessen Hinterhof zu verabschieden und seines Weges zu gehen .
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Spaetestens seit am 16. Juni 1954 eine kleine Gruppe um Patrick Kavanagh , John Ryan und Flann O’Brian auf den Spuren dieser beiden Personen durch Dublin streifte , wurden besagte Erlebnisse zum Drehbuch unzähliger Irlandbesuche . Plaketten im Gehsteig zeigen wichtige Stationen an , Petitionen zum Erhalt des Gebäudes , in dem sich Sweney’s Drogerie befindet , werden unterschrieben , Massen an Zitronenseifen und Gorgonzolasandwichs werden umgesetzt , Künstler aus aller Welt finden sich ein , um die Ereignisse zu besingen oder in den Straßen und an ausgesuchten Plätzen dramatisch zu gestalten , Menschen in Kostümen aus König Edwards Zeiten mischen sich unter die Passanten , andere treffen sich in kleinen intimen Zirkeln , um sich die Geschichten über Bloom und Dedalus vorzulesen .

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Und immer wieder : Trinken . Pubs besetzen und trinken . Schon in den Tagen vor dem 16 . Juni ziehen Menschenströme durch die Straßen und lauschen den Ausführungen kundiger Erzähler , auch obere Instanzen und Institutionen widmen sich ganz dem Erhalt dieser Mythen und organisieren Filmvorführungen und Ausstellungen , ein Musical wurde bereits erarbeitet , auch Fortführungen der Geschichte werden geboten , Figuren , die 1904 nur wenig zu Wort gekommen sind , werden Stimmen verliehen und ihre Sicht der Dinge wird thematisiert und am Forty Foot Badeplatz am Rande des Mortello Towers kommt es zu Massenschwimmszenen . Ob auch am Strand von Sandycove dem Vorbild von Leopold Bloom nachgeeifert wird , ist nicht genau belegt , allerdings auch nicht mit Sicherheit auszuschließen .

Ulysses for Dummies 3 Afternoon Dublin Stephen Bloom

Doch nicht nur in Dublin , auch anderorts treibt es die Massen auf die Straßen : so wird zum Beispiel in Philadelphia , New York , Washington und Szombathely der Ereignisse des 16. Juni 1904 gedacht .
Warum ? , mag man sich angesichts solcher Ereignisse fragen . Wieso strömen Touristen aus aller Welt in die Stadt , um solche Dinge zu tun , warum bemühen sich immer mehr Institutionen um das Gedächtnis an Leopold Bloom und Stephen Dedalus . Ist es System oder Wahnsinn , der die Massen in Stadt lockt ? Sollte man den Mythos auf solche Art erhalten oder zerstört man die Intimität des Andenkens ? Wer waren Leopold Bloom und Stephen Dedalus wirklich ?

Ulysses for Dummies 6 Sunrise Molly Monologue End

Antworten und unzählige weitere Rätsel sind in Joyce Ulysses nachzulesen und auch das , was sich an diesem 16 . Juni 1904 in Dublin noch ereignet hat : ICH MÖCHTE EIN ABBILD VON DUBLIN ERSCHAFFEN, so vollständig, daß, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände, SIE AUS MEINEM BUCH HERAUS VOLLSTÄNDIG WIEDER AUFGEBAUT WERDEN KÖNNTE. - Was man auch von all dem Aufwand halten mag : Wo soviel Unsinn gepflegt wird , wo eine Geschichte und deren Charaktere , Orte und Rätsel , Weisheiten und Albernheiten , Erschaffer , Vermittler und Verunstalter in den Koepfen der Menschen wohnhaft sind , laesst es sich gut wohnen . |||

103 . Bloomsday . MUCH ADOO ABOUT DUBLEEN ::: Marcel Illetschko , Lektor c / o Department of Germanic Studies , Trinity College , Dublin . x Illustrations : Ulysses for Dummies ||| x BBC Cheat’s guide to Joyce’s Ulysses ||| x Wow ::: Hypertextual , self-referential edition of Ulysses by James Joyce . Click on any word to see its occurrences in the text ; click on line numbers to go to that line ; click on chapter names to go to that chapter ; or search using the form below . Search terms can contain spaces and punctuation . ||| x Wow ::: Vineyard of Ulysses- Wisdom and Robot Wisdom Weblog |||

Not “too late for the Sandymount or Sandycove suggestion” ::: Some sunny minimal ambient comes to us from Spain’s Intelec : Giro , # 19 czz hörempfehlungrelease c / o miga ::: six moonlit tracks for the sunny side up of midsummer’s breeze . Geeze : Wenn Ihnen in Track # 1 Manches Spanisch Deutsch vorkommt , nun , dan sind es und bleiben es beinhart Drei Germanische Flektive . 01_thx 1138 , 02_antártida , 03_acrobata , 04_paisaja roto , 05_laberinto maquina , 06_la deriva . Vorsicht : Laden etwas länger , doch es lohnt sich .