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BLOG 4 BURMA : Two Months after FREE BURMA.



||| OFFIZIELL : BURMA BLEIBT WATERPROOF | PINHEIROS ZIFFERN : AUSSENSICHTEN | APPPB & AAPP : INNER VIEWS | HUMAN RIGHTS WATCH : DER BERICHT | HRW : CALL FOR ACTION | NYT : DISKURSIVE SKEPSIS AN HEHREN VERLAUTBARUNGEN | MIKROMEDIA , KLEINE HOFFNUNGEN , PREISE | BURMESE SMILES | GRAZER GRANT | KLANGAPPARAT

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OFFIZIELL : BURMA BLEIBT WATERPROOF

Zwei Monate nach der blutigen Niederschlagung der Bürgerproteste ( und der Aufsehen erregenden Märsche der buddhistischen Mönche ) gegen die Militärjunta in Burma sitzt diese weiterhin stocksteif im Sattel , lässt ab und zu die Knute niedersausen und gibt sich wasserdicht gegenüber jedweden Appellen , Demarchen , Boykottdrohungen und Dialogangeboten seitens “des Westens” ( = UN , Menschenrechtsorganisationen , Regierungssprecher etc. ) .

Nun ist aber die Aufmerksamkeit der sich selbst als moralischen Massstab setzenden “West- | Welt- | Öffentlichkeit” kurz vor der weihnachtlichen “Sendepause” auf die Gipfel zu Lissabonn ( EU - Afrika ) , auf Bali ( Klima ) und Lissabon / Brüssel ( EU ) gerichtet sind , bleibt die Berichterstattung über Burma einigermassen aussen vor .

Da muss es schon als besonderer Twist of Things gelten , dass - Daburna hat’s entdeckt - die Junta ausgerechnet via Al Jazeera dieser “West- | Welt- | Öffentlichkeit” ausrichten lässt , sie halte die Empörung für “trivial” . Man sehe sich dazu das am selben Tag gepostete polemische Foto auf dem Blog des in London lebenden Exil- Burmesen Ko Htike an ! |||

PINHEIROS ZIFFERN : AUSSENSICHTEN

Eine der wichtigsten Nachrichten dieser Tage betrifft den Rapport des Menschenrechts- Emissärs Paulo Sergio Pinheiro vor dem Uno- Menschenrechtsrat : taz und NZZ berichten - FAZ , Welt , Spiegel schweigen sich aus . Man erinnere sich : Nach vier Jahren Einreiseverbot hatte sich Pinheiro im Auftrag des Rats vom 11. bis 15. 11. zum Lokalaugenschein in Burma aufgehalten . Direkt aus Genf der Korrespondentenbericht vom 11. 12. der NZZ : Menschen ohne Rechte in Burma und Darfur :

Bei der Niederschlagung der friedlichen Proteste gegen die Militärregierung in Burma im vergangenen September haben die Sicherheitskräfte exzessive Gewalt angewendet und mindestens 31 Personen getötet. Zu diesem Schluss kommt der Berichterstatter der Uno über die Menschenrechtslage in Burma, Paulo Sergio Pinheiro, im Bericht, den er am Dienstag in Genf dem Menschenrechtsrat vorlegte. Das Regime hatte den Tod von 15 Personen eingeräumt, darunter eines japanischen Journalisten. Pinheiro bezweifelt, dass unter den Toten keine Mönche seien, wie die Regierung behauptete. Besorgt erklärte sich Pinheiro darüber, dass in Rangun zwischen dem 27. und dem 30. September während der Nacht eine grosse Zahl von Leichen kremiert wurden, offenbar um ein Bekanntwerden der Opferzahlen zu verhindern.

Pinheiro hat der burmesischen Regierung eine Liste mit Namen von 16 Toten, die von der Regierung nicht gezählt wurden, sowie von 653 Häftlingen und 74 Vermissten übergeben. Pinheiro schreibt, im September und Oktober seien laut Schätzungen 3000 bis 4000 Personen verhaftet worden, von denen 500 bis 1000 bei der Niederschrift seines Berichts noch in Haft waren. Unter ihnen seien 6 Nonnen sowie 100 weitere Frauen. Bei den nächtlichen Razzien seien auch Angehörige von Gesuchten festgenommen worden, die als Geiseln benützt würden. 1150 schon vor den Demonstrationen inhaftierte politische Gefangene waren ebenfalls noch in Gefangenschaft. Die Regierung hatte ihrerseits angegeben, 2927 Personen festgenommen und bis auf 91 alle wieder freigelassen zu haben.

Pinheiro erklärte sich besorgt über das Bestehen geheimer Haftorte, im Besonderen über eine “Militärische Hundezelle” genannte Abteilung im berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun. Dabei handle es sich um neun winzige Isolationszellen, die weder Ventilation noch Toiletten hätten und von 30 Hunden bewacht würden.

Den Bericht im Wortlaut ( pdf ) mag man via APPPB- Blog ( 14. 12. ) einsehen . |||

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APPPB | AAPP : INNER VIEWS

Die taz erweitert diese Angaben um die - hier bereits öfter zitierten - Informationen der Asia- Pacific Peoples Partnership on Burma” ( APPPB ) :

Für zahlreiche Beobachter dürften auch die UN-Angaben noch zu niedrig sein. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt. Dissidenten hatten während der vergangenen Monaten stets von mindestens 200 Toten und 6.000 Verhafteten gesprochen. ( …. ) Indessen gehen Verhaftungen von Regimegegnern und Einschüchterungen des Mönchsstand weiter. Exilgruppen im benachbarten Thailand wie die “Asia-Pacific Peoples Partnership on Burma” ( APPPB ) erklärten, etliche Klöster in Städten wie Rangun und Mandalay stünden leer.

Die Assistance Association for Political Prisoners ( AAPP ) datiert die Liste der seit dem 19. August Inhaftierten laufend auf , derzeit kennt und nennt man 625 politische Häftlinge namentlich . Detailliert sind Karte und Verzeichnis politischer Detentionsanstalten einzusehen , weiters Dossiers zu Folter und Arbeitslagern . |||

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HUMAN RIGHTS WATCH : DER BERICHT

Den Dissidenten- Nachrichten schliesst ein heute in der New York Times erschienene Bericht fugenlos an : Myanmar Deaths Higher Than U.N. Estimate : Activists ( NYT , 14. 12 . ) , angeregt von einer vorangegangenen Reuters- Meldung über mögliche Demarchen Australiens . In Tat und Wahrheit referriert die NYT allerdings Daten , Beobachtungen und Zeugenberichte aus dem am 7. Dezember lancierten Portofolio von Human Rights Watch : Mit dem 140- seitigen Report Crackdown : Repression of the 2007 Popular Protests in Burma ( 7. 12. ) dürfte die derzeit aktuellste und umfassendste Darstellung des “Systems Burma” , der September- Proteste sowie der nachherigen und bis heute stillschweigenden Fortsetzung der Repressionen vorliegen .

In geraffter Fassung :

The ruling State and Peace Development Council (SPDC) claims that overall 2,927 people, including 596 monks, were “interrogated,”and almost all have been released. It says that nine people have been sentenced to prison terms, while 59 lay people and 21 monks remain in detention.

Human Rights Watch said that hundreds of protesters, including monks and members of the ’88 Generation students, who led protests until being arrested in late August, remain unaccounted for. Human Rights Watch noted that before the protests there were more than 1,200 political prisoners languishing in Burma’s prisons and labor camps.

“The generals unleashed their civilian thugs, soldiers and police against monks and other peaceful protesters,” said Adams. “Now they should account for those killed and shed light on the fate of the missing.”

Von einer “Amnestie” für “8.500 prisoners” ( wie von USA Today am 4. 12 . berichtet ) wird - Khaipi zweifelt zu Recht - bona fide kaum die Rede sein dürfen . |||

HRW : CALL FOR ACTION

In einer Analyse bringt die New York Times die Resultate des HRW- Reports auf den knochentrockenen Punkt : Months After Protests , Myanmar Junta in Control . Entsprechend lanciert HRW einen - den wie vielten schon ? - Call for Action :

Human Rights Watch criticized the lack of action by countries with good relations and influence on Burma, such as China, India, Russia, Thailand, and other Association of Southeast Asian Nations members. China has made it clear that it will not allow the UN Security Council to take up Burma in any meaningful way. Despite the killing of a Japanese journalist by Burmese security forces, Japan has reacted timidly.

“It’s time for the world to impose a UN arms embargo and financial sanctions, to hurt Burma’s leaders until they make real changes,” said Adams. “Countries like China, India and Thailand have the responsibility to take action to help hold the generals accountable and to end this long nightmare of military repression.” |||

NYT : DISKURSIVE SKEPSIS AN HEHREN VERLAUTBARUNGEN

Solchen Big Expectations setzt - wieder die NYT - ein desillusionierendes Zitat des ASEAN- Generalsekretärs , Ong Ken Yong , entgegen :

As if nothing had happened in Myanmar in recent months, Asean’s secretary general, Ong Keng Yong, said, “We don’t want to come across as being too confrontational in a situation like this.”

Womit auch die neuerlichen Sanktionsdrohungen Washingtons ebenso in ein relativierendes Licht gerückt werden wie die in den Thesenpapieren für den gestrigen EU- Gipfel in Brüssel formulierte einschlägige Absicht :

“the EU leaders were set to say they were ready to tighten sanctions on Myanmar if the country’s military rulers do not ease repression” .

Le Monde schreibt treffend von einem “Nervenkrieg” :

“La guerre des nerfs entre la junte birmane et les capitales occidentales soucieuses d’améliorer la situation politique dans ce pays” .

Man wird sehen , ob die ( vom Burma Digest am 13. 12. referierte ) zehn Tage vor den tahiländischen Wahlen von PPP- Politiker Samak Sundaravej in Aussicht gestellte internationale Burma- Konferenz reine Wahlkampofrhetorik gewesen sein wird : Sei er erst zum Premier gewählt , werde sich Sundaravej für die menschenrechtlichen Belange stark machen . |||

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MIKROMEDIA , KLEINE HOFFNUNGEN , PREISE

Das waren die sozusagen “grossen Nachrichten” . Auf der Kleinseite der NGOs und Blogs gibt es feinteiligere Beobachtungen - und dort auch den einen oder anderen Anlass , Engagement , Interesse und die Hoffnung - seien diese auch noch so gering - nicht leichtfertig fahren zu lassen .

Birma News United berichtet am 6. 12. von der Auszeichnung der in Oslo situierten Radiostation Democratic Voice of Burma ( vgl. Wiki ) mit einem der Menschenrechtspreise 2007 von Reporter ohne Grenzen .

Und noch eine Ehrung : Laut Mizzima News wurde am 13. 12. die Ärztin Dr. Cynthia Maung in Taipei mit dem von der Taiwan Foundation for Democracy gesponserten “Asia Democracy and Human Rights Award 2007” ausgezeichnet . Als Gründerin der Mae Tao- Klinik nahe der thailändisch- burmesischen Grenze habe sie dort seit Ende der 80er Jahre wertvolle medizinische und aufklärerische Arbeit geleistet . Aus dem Häuflein entschlossener Volunteers ist mittlerweile eine stattliche Klinik mit 200 Helfern sowie ein Zentrum für Menschenrechte , Demokratie und Konfliktforschung erwachsen . |||

BURMESE SMILES

Jotman , der - man erinnerere sich - kürzlich mit dem BEST WEBLOG AWARD der REPORTER OHNE GRENZEN ausgezeichnete Blogger von der Thai- Burma- Grenze , setzt inzwischen nicht nur seine Interviews mit Dissidenten fort , sondern legt parallell auch eine Serie fotografischer Portraits an . Der Titel : Burmese Smiles . Vier dieser Lächeln sind bereits online : A humble reminder that we are talking about REAL PEOPLE here , and not merely about politicians’ empty phrases and highbrow humanitarian concepts . Thank you , Jotman ! |||

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GRAZER GRANT

Selbstverständlich ist jene Front keineswegs beruhigt , deren Protagonisten hinsichtlich des vermeintlich mangelnden Wissens Engagements für Burma vor einem Tsunami der Blogosphäre warnen :

Heute, zwei Monate nach den Protesten ist nicht viel geblieben. Inzwischen haben die Posts das Niveau vor den Protesten wieder erreicht, wenn nicht sogar unterschritten .

An Blog 4 Burma wird sich diese Behauptung jedenfalls nicht bewahrheiten . Remember ? - You may subscribe our Common RSS- Feed - |||

KLANGAPPARAT

Teil Zwei des Netlabel- Portrait von [ schall ] , den Electronica- Äquilibristen zwischen Deep Downs und Fine Floats . Die vorletzte Release [schall_003] ist mit der EP Depart auch eher in bester rezenter Erinnerung . Bitte dringend die Heimseite aufrufen und das entzückende Cover betrachten . Etherlink aka Tuomo Korhonen weist leider derart czz hörempfehlungmannigfaltige Namensvettern in finnischen Netzen auf , dass man sich dort dem “Hobbymusiker” nicht wirklich zu nähern vermag : Hier läge ( pardon ! ) noch eine kleine Bringschuld seitens des sympathischen Labels … However : Auch ohne dem guten Mann ins Gesicht und rofil zu blicken , geben Cover und Musikalien doch hinreichend Visitkarten für zarte Gespinste - ätherisch und sozusagen “between Dusk and Dawn” . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. depart | 02. overdrive deck | 03. canvas | 04. floating bodies ( outro ) |||

LINKS

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Burma Burns On | No Peace | At Any Pric/ze



||| WIE DIE BLÄTTER DES HERBSTES

icon red help ecgccahatten die UNITED COLORS OF BLOGOSPHERE im Zuge der Aktion FREE BURMA rot und gelb und prächtig aufgeleuchtet . Die Phase Eins dieser Selbstsynchronisation informeller Netzwerke ( aka DIE GUTEN KRÄFTE SAMMELN SICH ) versprach - wie so oft - die Wohlfühlfaktoren “Engagement für eine Gute Sache” , “Solidarität” , “Mehrung des Traffic” sowie eine tatsächlich sehenswerte Debatte über Potenziale und Grenzen des Mediums BLOG . Dies auf einen reinen Hype zu reduzieren ( as does Feynsinn , quite sardonically ) geht gerade an DIESER Sache völlig vorbei .

Allerdings dreht sich die Welt platterdings weiter und sämtliche Blogrollen mit ihr . Jedes WWW- Diarium hat seine Agenda . Damit auch ( s ) ein Publikum als Wille oder Vorstellung : Selbst Illusionen wollen bedient werden . - So war FREE BURMA für Viele ein sogenanntes OFF- TOPIC . Den Einen ein Seitensprung zum Menschenrechts- Voyeurismus , Anderen ein Gewissensding , Dritten ein beachtlich beachtenswerter Reality- Check der Blogosphäre . Wie von Robert Basic , Benedikt Köhler und Marc Scheloske mit ihren jeweiligen Berichten beim Barcamp München bewiesen .

||| INZWISCHEN WURDE DAS INTERESSE WELK

icon red help ecgccaDenn wer wusste schon eine Antwort auf die Fragen *?Was aber nun ?* - Und : *? Wie Weiter ?* - Wir waren in|ad|ae|qu|at nicht die Einzigen , welche sich diese Frage stell ( t ) en . WAS wir als night- time Blogger überhaupt zu Ostasien , dessen politischen Verstrickungen und die Unschärfe etlicher Quellen NICHT zu WISSEN vermögen , haben wir mehrfach thematisiert .

Kann denn aber dieses ZU WENIG WISSEN grundsätzlich ein prinzipielles HANDS OFF legitimieren ? - Ohne hier irgendwelche PRINZIPIEN zur Schau zu tragen ( wir führen diesen Artikel nicht ) , bleibt unsere ( sit venia verbo ) “NEUGIER” hinsichtlich der Geschehnisse in Burma aufrecht und ungestillt . Umgekehrt formuliert : Wir können nicht anders , als die Nachrichten über neue Brutalismen , welche täglich auf uns zu stürzen , zumindest zu verzeichnen . Nicht WIR blicken auf das Thema , sondern das TOPIC blickt UNS an .

Weshalb wir auch keine irgendwie besseren Menschen sind oder etwa werden , wenn wir der Sache Raum geben . Und dabei Wort für Wort , Satz für Satz Gefahr laufen , trotz Checks und Cross- Checks von Meldungen Fehler und Agitation zu reproduzieren . *? WAS KÖNNEN WIR WISSEN ?* bleibt also aufrecht . Trotzdem eine kleine Rekapitulation von FAITS DIVERS .

||| DEMONSTRATIONEN , FEUERWEHR VOR DER SHWEDAGON

icon red help ecgccaMacht vielleicht nicht masslos auf FUN FACTOR , aber es sei . Beginnend mit den internationalen Protestmärschen am Samstag , deren grösster durch Londons Strassen ging , mit über 10.000 ( laut Organisatoren ) bzw. 3.000 Teilnehmenden ( laut Polizei ) . Am folgenden Wochenende und -Beginn sah’s des Weiteren kurzfristig nach einer “leichten” - wenngleich prekären - Entspannung der Lage in Myanmar aus . Mizzima zeigt in der vorgestrigen Ausgabe allerdings ein Foto vom mächtigen Feuerwehrwagen , stationiert vor dem Tor der Shwedagon- Pagode - laut Wiki DEM religiösen Zentrum in Rangoon . - Eine “subtilere” Form der Drohung ? - Der relative Friede sei , kommentieren die in Thailand situierten Exil- Burmesen , nur augenscheinlich :

The junta has visibly reduced security in the anti-government protest hot-bed and former capital with mass demontrations petering off. The man hunt for protesters, however, continues. ( Mizzima News , 11. 10 .)

||| FOLTER & TOD EINES OPPOSITIONELLEN

icon red help ecgcca Eine brutalere Sprache verlautet mit dem Tod des am 26 . September festgenommenen führenden Oppositionellen Win Shwe in Haft und unter Folter ( reuters , 11. 10. ) . One Activist Killed as a Result of Torture during Interrogation , meldet die in Thailand situierte ASSISTANCE ASSOCIATION FOR POLITICAL PRISONERS ( AAPP ) :

After Ko Win Shwe and group were arrested, they were placed at Plate Myot Police Center near Mandalay. He died as a result of torture during interrogation. However, his body was not sent to his family and the interrogators indicated that they had cremated it instead.

Many people are reporting that numerous demonstrators were killed when security forces brutally cracked down on the peaceful demonstrations with shooting and vicious beatings. Many dead bodies and injured persons were cremated or placed in the river. Some dead bodies of monks have appeared in the Pazundaung River in Rangoon in the past few days. In addition, many of those who have been arrested have been tortured during interrogation.

||| HAFT UND -BEDINGUNGEN

icon red help ecgcca Eine Detailed List of Detainees umfasste am 10. 10. 514 namentlich aufgeführte NLD ( National League for Democracy ) - Mitglieder , Mönche und Studierende . Von den Conditions of Detainees in Police Battalion #7, Rangoon berichtet eine Aussendung vom 21. 9. :

 

  • No healthcare is provided.
  • They have no access to adequate water supply.
  • They have no access to adequate food supply.
  • No mosquito nets are provided, although there are lots of mosquitoes.
    Those who are obviously in poor health conditions are not given any medicine.
  • Cell windows are permanently shut.
  • Barbed wire has been placed around their cells, and they are guarded 24-hours a day by armed personnel.
  • Due to coping with the aforementioned circumstances, the health conditions of detainees are seriously deteriorating; they are all facing skin diseases and malnutrition.

In diesem Kontext ist Thomas Fullers Look at the Opposition in Myanmar ( NYT , 7. 10. ) zur Orientierung dienlich : Civil Servants , Citizens [ under permanent observation ] , Studierende und Mönche . Laut reuters- Korrespondentenbericht bestätigt ein am Donnerstag frei gekommener Mönch die “animal-like conditions” der Haft sowie die dortige höhnische Aberkennung des ( kulturell hoch angesehenen ) klerikalen Status ( You are no longer monks ) :

Caged for more than a week at a former Government Technical Institute compound in north Yangon, the monks — revered figures in the devoutly Buddhist nation — were stripped of their maroon monastic robes and treated like common criminals.

“When one of us used a pronoun referring to himself as a monk, he was slapped,” the monk said. “Then an interrogator said: ‘You are no longer a monk. You are just an ordinary man with a shaven head.’” ( Aung Hla Tun , reuters , 11. 10. )

||| BEFEHLSVERWEIGERUNG

icon red help ecgccaDie NCGUB ( National Coalition Government of the Union of Burma - parlamentarische Exilopposition ) veröfentlicht am 11. 10. einen Artikel aus der JAKARTA POST des Tages : Five Generals and at least 400 soldiers jailed for refusing to shoot Burmese monks .

Burma’s ruling junta have detained five generals and more than 400 soldiers for disobeying orders to shoot and beat monks and other activists who took part in recent protests in Rangoon, an official said Monday.

The official, who asked for anonymity out of fear he would be punished by the junta, said it was the first sign of divisions in the country’s secretive establishment.

“The five generals expressed their refusal to deploy their troops against the monks openly. They were then quickly put into detention by the junta. Some 400 soldiers of the Saigaing Division near Mandalay also put down their guns in front of the monks, and asked for their forgiveness as they fully realized they had committed the biggest sin,” he told The Jakarta Post.

The official refused to disclose the names of the generals or give further details on where the generals and the soldiers were detained. ( NCGUB | Jakarta Post , 11. 10. )

||| LEICHENVERBRENNUNG

icon red help ecgcca Ein Korrespondent der TIMES berichtet von Secret cremations hide Burma killings . Ganz wie Kollege China nach dem Massaker am Tiananmen- Platz ( 1989 ) habe das burmesische Militär ab 28. September - also keine 24 Stunden nach der Eröffnung des Feuers auf Demonstrierende - eine nicht zu beziffernde Anzahl von Körpern in einem von der Armee abgeschotteten Krematorium nordöstlich von Rangoon verbrannt .

The best estimate among foreign diplomats here is that between 100 and 200 people lost their lives in the Rangoon disturbances. The number of Buddhist monks arrested is put at about 1.000, while about 3.000 civilians have also been detained. The regime’s own statement is that 2.093 people are in custody. ( staff corr., Times , 7. 10. )

An diesem Punkt reisst dem Huffington- Blogger JAMES BOYCE der Faden : This One Story Shows Why Burma Has To Stay In The Headlines . Einem krassen Zitat lässt er die polemische ( und wenig stichhaltige ) Behauptung folgen , die US- Presse habe - im Unterschied zur internationalen Öffentlichkeit - das Thema schlicht gedroppt . Weshalb es umso wichtiger sei , BOYCE’s ( gerade mal eine Woche junges ) Info- Projekt Burma NewsLadder zu unterstützen . Ein Beispiel für Eigenwerbung … selbst für die GUTE SACHE .

||| UN : “DEPLORES”

icon red help ecgcca Nach längerer - konsequent chinesisch obstruiert er - UN- Entschlossenheit rang sich der UN- Sicherheitsrat immerhin eine DEKLARATION DES BEDAUERNS hinsichtlich der GEWALTIGen Regierungs- Repressalien ab .

In its first-ever statement on Myanmar, the U.N. Security Council said Thursday it ”STRONGLY DEPLORES” the government’s violent crackdown on protesters and called for a ”genuine dialogue” between the country’s military rulers and the pro-democracy opposition.

The compromise statement approved by all 15 council members — including close Myanmar ally China — emphasized ”the importance of the early release of all political prisoners and remaining detainees.”

( …) The United States, Britain and France proposed a stronger text that would have condemned the violence and called for the immediate release of the political prisoners and detainees, singling out pro-democracy leader Aung San Suu Kyi who has been under house arrest for 12 of the last 18 years. But it was watered down to get approval from China, which had proposed a much weaker text. ( ap , NYT ) ( Official Statement , 11. 10. )

Lächerlich findet das nicht nur Blogger SuperCaliFragiliSticExpialiDocius , Richard Herzinger hatte ( cum grano salis in der WELT ) bereits Ende September Zweifel hinsichtlich der realpolitischen Potenz der UN angemeldet . - Logisch postwendend kommt das NJET der burmesischen Regierung : Myanmar gov’t dismisses UN statement :

Myanmar’s military junta dismissed a UN statement Friday calling for dialogue with the pro-democracy opposition, insisting that it would follow its own roadmap toward reform - a plan critics say is a ruse aimed at extending the government’s grip on power.

State-run TV and radio issued a statement Friday arguing that conditions inside Myanmar - a reference to the anti-government protests that were violently suppressed by troops on Sept. 26 and 27 - were not the concern of the outside world.

“Myanmar’s current situation does not affect regional and international stability,” said the statement, attributed to Col. Thant Shin. “However, we deeply regret that the UN Security Council has issued a statement contrary to the people’s desires.” ( Jakarta Post , ap , 13. 10. )

||| BURMA BLOGGERS BACK ?

Immerhin kehren ( laut Guardian , Mizzima ) die von Netz- Wegen zwischenzeitlich zwangsweise verstummten Burmesischen Blogger wieder . Und dies mit - - bitte korrigieren ! - - erstaunlich wenig Resonanz und Räsonieren in der Blogosphäre .

FORTSETZUNG DER VERHAFTUNGEN

icon red help ecgcca Aber vielleicht wird diese Entwicklung einfach übertönt von den via AAPP verbreiteten Nachrichten über eine neuerliche Verhaftungswelle , … wobei die von der NZZ im Untertitel genannten “Mindestens fünf Menschen” in “problematischer” Relation zur effektheischenden Schlagzeile stehen . ( Direkte Briefe übrigens @ APPPB , 10. 10. # 1 , # 2 . ) Die Frage der Darstellungs- Form ändert freilich nichts an den weiterhin alarmierenden Fakten .

Sicherheitskräfte bedrohten Angehörige und Nachbarn von Dissidenten, um den Aufenthaltsort von Teilnehmern der Proteste gegen die Junta herauszufinden, erklärte die AAPP weiter. Ein Taxifahrer in Rangun berichtete, Polizei und Streitkräfte würden nachts genau die Klöster überwachen, ausserdem würden alle Männer beobachtet, die abends auf den Strassen unterwegs seien.

An der Oberfläche wirke die Lage zwar ruhig, «wie in jedem anderen friedlichen Land», berichtete ein mexikanischer Pressefotograf, der am Dienstag aus Rangun abgereist war. Ein Dissident habe ihm jedoch gesagt, dass die Repressionen der Junta möglicherweise schlimmer würde, sobald alle ausländischen Journalisten das Land verlassen hätten, sagte der Fotograf der Nachrichtenagentur AP. ( NZZ )

Letzteres wäre nicht zuletzt also ein deutliches Plädoyer , die Anwesenheit - mithin also auch die ANWESENHEIT UNSERER AUFMERKSAMKEIT - nicht fahren zu lassen . Bei der “Aktionsplattform” FREE BURMA hat man am 8. 10. jedefnalls mal Halt gemacht und freut sich über 14.000 subscribers . Selbst DER SPIEGELFECHTER tickt seit 5. 10. nicht mehr .

||| update : REGIERUNG HEUERT PRO- SYSTEM DEMONSTRIERENDE

Es gab Zeiten , da nannte man solche gedungen- gezwungenen Demonstranten noch “Jubelperser” . Für das busweise Herankarren von ganzen Betriebsbelegschaften sowie Schulklassen war in den Diktaturen Osteuropas gang und Gäbe . Myanmar nimmt sich daran nun ein Beispiel : Junta organisiert Massendemonstration für Regierung ( ap , NZZ , 13. 10. 2007 ) :

Busse brachten am Samstag Tausende von Teilnehmern einer von der Regierung anberaumten Massenkundgebung nach Rangun. Die Demonstranten skandierten anti-westliche Slogans und griffen ausländische Medien an. So rief die Menge beispielsweise: «Nieder mit der BBC!» Laut offiziellen Angaben nahmen rund 120′000 Personen an der Kundgebung teil.
Bezahlte Demonstranten

Wie aus Behördenkreisen verlautete, wurde vielen Demonstranten Geld versprochen – umgerechnet knapp 60 Cent. Es war die erste derartige Veranstaltung seit den von buddhistischen Mönchen angeführten Protestmärschen. Diese hatte die Junta vor zwei Wochen gewaltsam niedergeschlagen. Nach Schätzungen von Dissidenten wurden bis zu 200 Personen getötet und rund 6000 inhaftiert.

||| FAZIT , FINALE ?

icon red help ecgcca Sollte es denn da jetzt gewesen sein ? - BLOGGING TOM’s persönliches Fazit benennt Motiv , Kritik und Krise dankenswert unverstellt :

Aus meiner Sicht war die Aktion ein voller Erfolg, auch wenn einiges besser (oder anders) hätte laufen können. Doch daraus kann man für ähnliche “Mobilisierungsaktionen” nur lernen. Für einen Aktionstag, der in noch nicht einmal einer Woche “aus dem Boden gestampft” wurde, darf sich der Erfolg allemal sehen lassen.

Allerdings bleibt für mich derzeit offen, ob ich mich in Zukunft noch einmal (öffentlich) für eine solche Aktion einsetzen werde. Ich hatte mir bereits am Anfang von “Free Burma” überlegt, ob ich daran teilnehmen soll, denn thematisch passt das Thema nun nicht wirklich in mein Blog. Ich war (und bin) aber von den Ereignissen in Burma erschüttert, weshalb ich persönlich mit der Teilnahme ein Zeichen setzen wollte. Dass ich mich danach (und wahrscheinlich nun auch noch einmal in den Kommentaren) aber fast noch dafür rechtfertigen und mir Linkgeilheit etc. vorwerfen lassen muss, verdirbt mir die Laune jedoch ziemlich.
Ja liebe Kritiker, damit dürfte dann wohl auch das Thema Sudan, Tschetschenien etc. erledigt sein, denn ein Post zu diesen Themen müsste in euren Augen ja dann genauso nutzlos sein, wie die “Free Burma”-Kampagne …

Immerhin geht die Debatte im Kommentarteil zu Robert Basics Burma Action: Zwischenfazit II weiter , wobei die Wiederkehr des Gleichen dem Nachdenken über Totschlag- Argumente nicht notwendig schadet . Kommentare wie der gestern Angefügte …

Wer meint, er könne hinter seinem Rechner sitzend etwas bewegen, der ist mehr als naiv. Das hat noch nie funktioniert. Nur wer auf die Straße geht, bewirkt gelegentlich etwas.

… mögen - ex negativo - immerhin Manche zu frischem Hinblicken auf das Thema des *? WIE MÖGLICHEN ?* ENGAGEMENTS animieren . Via Dave Lucas erfahren wir , dass Burma Underground eine YouTube- PLAYLIST mit Materialien zu den Ereignissen in Burma zusammengestellt hat . Man möge aber auch selber suchen und wird Viel finden . ( Burma Underground gibt übrigens eine Fülle von Infos und Links - Aktionen , Blogs , Quellen . )

||| WAS TUN ?

icon red help ecgcca What we can do for Burma fragt der in English und Thai bloggende Fringer , verweist auf konkrete Aktionen sowie auf das , was Robert als Staubkorn unter Vielen bezeichnete , hier nun Aggregat- konträr mit einem Tropfen im Meer verglichen wird :

While the world leaders are still “politicking” and trying creative new ways to say “we ain’t gonna do anything” with flowery diplomatic words, thousands of Buddhist monks in Burma have disappeared and been imprisoned, hundreds of whom have been brutally murdered by the junta. If you are as frustrated and angry as I am about the horrifying injustice of this event, here are some good ways: petition the Nobel Committee to award Nobel Peace Prize to these brave monks, wreck havoc with China’s Olympics 2008 e-mail ticket system, and pressure your respective governments to boycott the Beijing Olympics. Perhaps these gestures are as small as mere water drops in a vast ocean, but as one of David Mitchell’ s characters says in the wonderful novel CLOUD ATLAS : What is an ocean, but a multitude of drops ?

Neue Ideen :

1 . Die Petition an das Nobel- Kommitee Award Nobel Peace Prize [ 2007 ! ] to Burmese Monks hat sich - trotz achtbarer 9.321 Unterschriften - mit der gestrigen Bekanntgabe des Split- PEACE- Preises an Al Gore und das Intergovernmental Panel on Climate Change wohl erledigt . Was man der Homepage dieser Aktion am heutigen Tage allerdings nicht ansieht . Olivier erinnert zu Recht daran , dass der Friedensnobelpreis 1991 der - heute unter Hausarrest lebenden - burmesischen Oppositionellen Aung San Suu Kyi zugesprochen wurde : “for her non-violent struggle for democracy and human rights” . Tempi passati .

2. Obstruktion des Online- Ticket- Service @ Olympia 2008 : “Statt Karten Petitionen !” ( via ko htike , 11. 10. )

3. Apell der HR- Organisation Burma-Myanmar Genocide 2007 : Untertützung zur Einbringung einer Klage gegen Junta- Chef Than Shwe vor dem Internationalen Strafgerichtshof ( International Criminal Court , UN ) . Vgl. übrigens : Than Shwe , Portrait (Tagesspiegel ) .

||| AKTION , ABER ANDERS

icon red help ecgccaPendenzen , Petitionen , Aktionen , Resolutionen . Wo man nunr hinsieht . Minunter könnte man den Eindruck gewinnen , die gesamte Blogosphäre vermöge einen - eher zufälligen - “Zusammenhalt” nur über solche Aktionismen punktuell zu sanieren . So basteln etwa die ( bis inclusive 5. 10. höchst BURMA- betrieblichen ) Blogger for Freedom längst am nächsten weltweiten BLOG ACTION DAY

Am 15. 10. soll es Allgemein nämlich UM WAS GRÜNES gehen . Als Kontrastfarbe sozusagen vom BURMA- ROT der verstrichenen vierzehn Tage . |||

Links MSM :

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