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ARD- ON : Wedelt , ihr Wachhunde !



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WEHRET DEN WUCHERUNGEN

copyright_inadaequat_pikto_internetIn schönster komplementärmedizinischer Ganzheitlichkeit sprach Frau Mediendoktorin Merkel ein Machtwort und trat eventuell malignen Online - Wucherungen der öffentlich- rechtlichen Anstalten beherzt entgegen . Da passte gut , dass die KEF ( die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten ) kam , sah , und diagnostizierte , dass ARD , ZDF und Deutschlandradio ihre Selbstbindungserklärungen zur Begrenzung der Ausgaben im Online- Bereich auf 0,75 Prozent des Etats nicht einhalten . |||

MELDUNG UND MEINUNG

copyright_inadaequat_pikto_internetWas die FR - einen Bericht des Branchendienstes Funkkorrespondenz referierend - am 17. 11. meldete , findet in den - anzunehmend rein neutral ohne jedes Eigeninteresse am Online- Werbekuchen berichtenden - Medienverlagen nun nachgerade barocken Widerhall . FAZ- NET springt am 21. 11. zur Untermauerung der am vorangegenagenen Freitag prominent aufgemachten Jubelmeldung auf . Dass “Meinung” hier nicht mehr von “Meldung” getrennt ist , erweist die suggestive Phrasierung “sich aus der Sache herauswinden” , die der Zusammenfassung eines Gesprächs mit ARD- Chef Fritz Raff vorangestellt wird . FAZ NET - ohne Autorenennung - deckt schonungslos auf ! |||

LOOK BACK

copyright_inadaequat_pikto_internetAuch heise ( ! ) und Die Welt schnappen den bereit liegenden Knochen erst am Mittwoch , den 21. 11. auf , bleibt in der Sprachgebung indes nachgerade keusch zurückhaltend : “Laut Berichten sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuviel Geld für ihre Online-Aktivitäten ausgegeben haben” . In beiden Fällen beruft man sich auf DIE ZEIT , die in der Berichterstattung über die ( Selbst- ) Alimentierung der ARD- Anstalten eine stattliche Agenda aufzuweisen hat . |||

KUCK SELBER

copyright_inadaequat_pikto_internetKlar , es ist Winter und die Immunabwehr vieler Medienkonsumenten ist geschwächt . Da fängt man sich schnell einen dieser Meinungsmacher- Viren ein . Ist ja hübsch , sich in kalten Tagen ein wenig zu erhitzen .

Wie wäre es aber , man sähe sich mal selber an , was die derart inkriminierten öffentlich- rechtlichen Sender online zu bieten haben : Hier ist das Audio- und Videoportal aka ARD Mediathek zum Selber- Sehen .

in|ad|ae|qu|at steht - nota bene - jeder Apologie der Selbstherrlichkeit der öffentlich rechtlichen Anstalten fern . Aber wäre mit der online- Abbildung der per definitionem FLÜCHTIGEN flüchtigen Audio- und TV- Inhalte nicht auch deren BESSERE ÜBERPRÜFBARKEIT durch den Medien- Konsumenten gegeben ? - Im Netz hinterlassen Fehler dokumentierbare Spuren , wo sie ON AIR schnell verwehen . |||

WATCH- DOGS , WEDELT DOCH !

copyright_inadaequat_pikto_internetVielleicht erinnert sich Manch Einer ja noch an ddie Idee des Internet als Medium einer aktiven Demokratie . Dazu zählt auch die Kontrolle , Dokumentation und Diskussion dessen , was als “Meldung” , “Bericht und “Nachricht” so ausgegeben wird .

Medien- Wachhunde sollten die online prachtvoll daliegende Beute doch eigentlich aus vollstem Herzen begrüssen ? |||

KLANGAPPARAT

Nachgerade sentimental könnte man werden , wenn Release Numero 36 des russischen Netlabels electrosound anhebt : Keyboarder / Elektroakustiker moroza_knozova ( aka ) georgiy stefanov ist nicht nur bewährter Hausfreund dieses Labels , sondern bespielt auch die - hier czz hörempfehlungbereits ausgiebig ausgestellte - Agenda des noblen japanischen bumpfoot . In seinem Sound ist dieser bekennde Autechre- und Aphex- Twin- Adept seinen Vorbildern auf stupende Weise treu , ohne es an widerborstigen Eigenarten vermissen zu lassen . Wie oben schon argumentiert : Zurückblicken , um nach Vorne auszuschreiten ! - CLICK STREAM TO LISTEN : 01. fish [4:59] | 02. fila [6:24] | 03. smplhrmns [4:24] | 04. lightnight [4:51] | 05. smplhrmns (framewatcher remix) [7:08] | 06. Vragi (moroza_knozova remix for 2H Company) [4:51] |||

LINKS

IN GUTER VERFASSUNG ? | Wenn - Dann



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GUTER VERFASSUNG ?

Ob wir in guter Verfassung sind ? - Danke der Nachfrage . Man hat da so seine Zweifel . - Während ( bislang ) 13.000 deutsche Bürger vor dem Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorrats - Verrats- Daten- Speicherung einkommen , fordert die stimm freudige SPD nun plötzlich volltönend die verfassungsmässige Festschreibung des Grundrechts auf Information. |||

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Wenn die Öffentlich- rechtlichen Sender sich nur daran halten wollten , die Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen zu garantieren . Dann wird das grundsätzlich akzeptiert . Sollen halt Qualität machen , die dort , und Quote obendrein . So lange sie freilich hübsch fein aus dem Radioapparat schallen oder den neu angeschafften Flatscreen bespielen . Wie kakophonisch erhoben sich Zeter und Mordio , als die ÖR ankündigten , ihre Programme ( “Angebote” ) fortan ins Netz auszuweiten . Sämtliche Blätter rauschten Sturm : Der vom Steuern- und Gebührenzahler ( überteuert ) alimentierte “Staatsfunk” könnte doch den Knabenmorgen der Zeitungszukunft im Netz verderben . |||

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Wenn man angesichts der weit verbreiteten politischen Interventionitis auch allzu leicht vergisst , dass die ÖR- Medienanstalten kein “Staatsfunk” sind , möchte man sich doch noch einmal kurz zurück an jene Zeit erinnern , da “Radio” synonym mit “Volksempfänger” war . - Wird man nun , da die Bundeskanzlerin höchstselbst ARD und ZDF in ihre ( Online- ) Schranken verwies , wieder vom “Staatsfunk” zu reden haben ? |||

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Wenn dieser Reglementierung statt gegeben wird , wird einmal wieder jener Kampagnenjournalismus gesiegt haben , den speziell die FAZ seit Monaten betreibt . Getarnt zunächst unter der “bürgernahen” Agenda , die unzarten Methoden der GEZ- Eintreiber aufzuzeigen , polemisiert das Blatt seither in stetig steigender Frequenz gegen die Online- Pläne der Sender . Den Vogel schoss freilich Michael Hanfeld am Freitag voriger Woche ab , als seine Vermeldung des Merkel’schen Machtworts - in blauem Kasten - den triumphierenden FAZ NET- Aufmacher gab . Eben noch rechtzeitig , den Update des Online- Designs ( sprich : “Relaunch” ) des Blattes vorzubereiten . |||

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Wenn bei den Online- Offerten der ÖR- Anstalten die rechte Hand oft nicht weiss , was die linke unterlässt , liegt dies - wie wird anhand ORF- ON mehrmals dokumentierten - an einer eigentümlich eingeschränkten Kommunikationskompetenz im Internen . Auch gilt die Arroganz dieser Elefanten als legendär . Hier gäbe es dezidiert Kritik- und Handlungsbedarf . Nicht minder liegt hinsichtlich der Verseuchung von Form und Content mit Werbung liegt Etliches im Argen . Wer aber , liebes Print mit deinen “Redaktionellen Beilagen” , deinem versteckten und offenen PAID CONNTENT , werfe da den ersten Stein ? |||

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Wenn als gesichtert und common sense gilt , dass die Zukunft journalistischer Printprodukte im Bi- , Tri- bis x- Medialen liegt ( Print , Audio , Video , *Bildstrecken* ) : Wer würde mit Gewissheit sagen , dass Netzangebote öffentlich- rechtlicher Medien notwendig den Print- Konkurrenten das Wasser abgraben ? - Oder geht es im Grunde doch nur um das Eine : Den Online- Werbemarkt ? - In der Tat : Der Netspace ist ( fast ) unbegrenzt , das Reservoir der Werbebudgets um so limitierter . Zitat : “Bedroht sind auch die Portale der Tageszeitungen.” ( SZ ) |||

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Wenn man mir das Recht auf Information schon unbedingt zu Füssen meiner Staats- Bürgerschaft legen will - Right On : Dann wären Nichtbesitz eines TV- Geräts oder ein empfangsschwacher Radioapparat kein Hindernis mehr , an öffentlich- rechtliche Informationen ( für welche ich indirekt und direkt ja doch bezahle ) zu gelangen . |||

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Wenn es so ist , dass Kontrolle der Inhalte und Formatierungen öffentlich- rechtlichen Medien bei den demokratischen Instanzen des “mündigen Bürgers” ( in Bürgerjournalismus , Leserbriefen , Blogs ) liegt , bei eigens eingerichteten Kontrollorganen und nicht zuletzt bei der “freien” Presse : Wer kontrolliert und korrigiert dann : Jene Presse , die als “Erkenntnis” ausgibt , was de facto Eigeninteresse ist . Wer kontrolliert und korrigiert dann : Den Kampagnenjournalismus ? |||

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Wenn dem so ist : DANN haben wir Blogger auch keine Chance . Teils , weil deren Gutteil selber hinter den Werbebatzen her ist und sich auch dem Feuilleton als schmiegsam erweist : “Düpiere keinen potentiellen Abnehmer deines Mediendienstes” ( T 2 ) . Teils , weil es just sogenannt freie Blogger sind , die auf der Jagd nach Links und Hits die immer gleichen Meldungen reproduzieren , insoferne sie nicht überhaupt ihre “heise- oder sonstwas“- Feeds automatisch in ihre Blogzonen katapultieren : Ein bemerkenswerter Hang zur Selbstgleichschaltung . |||

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Wenn letztlich die Fronten zwischen den sogenannten Profis in den Print- Online- Redaktionen und den “User-” aka “Loser- generated Content” ( Stern ) -Generatoren auf derartig absurde Weise zementiert sind bzw. die Argumente der Blogger entweder stillschweigend übernommen oder bewusst marginalisiert werden :

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Dann rede man uns nicht von schönen Idealen der Freiheit des Ausdruckes , der Information und der Kommunikation . Makulatur produzieren können wir - wie Beispiel zeigt - selber . |||

LINKS

VERFASSUNGSKLAGE

“GRUNDRECHT AUF INFORMATIONSFREIHEIT”

MERKEL GRENZT

FAZ- KAMPAGNEN

ÖR RUNDFUNKSTAATSVERTRAG

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat das Gebot der Staatsferne und der Unabhängigkeit. Deshalb werden – bis auf die als Staatssender ebenfalls öffentlich-rechtlich organisierte Deutsche Welle – die Sender nicht durch Steuern finanziert wie bei einem echten staatlichen Rundfunk. Öffentlich-rechtliche Sender und die Landesmedienanstalten, die den privaten Rundfunk kontrollieren, finanzieren sich durch Rundfunkgebühren, die jeder Bürger, der ein Empfangsgerät bereit hält (Fernseher, Radio und neuartige Rundfunkempfangsgeräte), monatlich über die GEZ entrichten muss. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hat Deutschland die sechsthöchsten Fernsehgebühren in Europa.

Darüber hinaus hat er zur weiteren Finanzierung die Möglichkeit, in seinen Hauptprogrammen bis 20.00 Uhr einen Anteil an Werbung auszustrahlen. Außerhalb dieser Zeit ist jedoch Sponsoring möglich. ( … ) Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den so genannten öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, der in dem jeweiligen Landesrundfunkgesetz verankert ist. Danach müssen die Programme den Zuschauern umfassend und ausgewogen Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung anbieten. Dabei sind auch bestimmte journalistische und ethische Prinzipien einzuhalten. ( 1 )

BAU : PRINT VS BLOG

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Radius : Radio



||| ANJA UTLER IM ORF- STUDIO | SCHORSCH KAMERUN IM INTERVIEW | LAST.FM AUFGEKAUFT - ARD RADIO DAY “LET’S GET LOUD” | RELATED

Viel Spott und Hohn hat es ertragen , das gute alte Radio . Aber auch das ist dem Kasten sozusagen beim rechten Ende der Senderskala hinein- und beim dessen linkem Ende hinaus gegangen . In|ad|ae|qu|at  geht heute mit ein paar Impressionen akuter Radio Days auf Sendung . Und zwar

  1. pro und ex domo der aktuellen Kunstradio- Produktion
  2. über den Hörspielpreis der Kriegsblinden an Schorch Kamerun ( mit Interview und Nebenszenen ) sowie
  3. mit Vermischtem .

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ANJA UTLER IM ORF- STUDIO

Studio04 A Türe mini

Im grossen Hörspielstudio und dem legendären RP4 ( RP steht für Regieplatz ) geht heute die Literatur als Radiokunst- Produktion mit Anja Utler in ihren dritten und finalen Tag . Eben vom Berliner Festival der Jungen Literatur wieder in Wien , rückt die eben für ihren Band “brinnen” heftig akklamierte Autorin mit einer frappierend feinkomponerten Partitur in das tageslichtlose Studio-Submarine ein ::: “suchrufen, taub” - ein S.O.S. der anstrandenden , rückgeworfenen und erneut einanader überlagernden Silben . Wellen in Brechungen , Phänomen der Phoneme , unbekümmert über Wort-, Satz- und Sprachgrenzen hinweg mit stupender Artikulations- Kunst angestimmt .

Anja Studio totale 02Die Haupt- und Uhrmacher- Arbeit besteht nun im genauen Schnitt , der sorglichen Anlage und Aufspreizung in Spuren , welche sich logisch und arbeits- organisch in die 5.1- Surround- Kanäle splitten . Der schalltote Raum fern der Lärm- Welt und am letzten Ende des legendären Kafka- Ganges gelegen macht’s möglich ::: Wie gesagt , Radio Days at their very best . Zu hören ist ( wie bereits vermeldet ) diese Arbeit ín Vergemeinschaftung mit Ann Cottens kunstvoll ungefügem Klang- Diagramm eines ebenso poetischen wie profanen ( alkoholischen ?) Absturzes dann am 8. Juli sein : Stereo On Air und online , parallel in Surround via OE1DD.

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SCHORSCH KAMERUN IM INTERVIEW

Studio04 A Türe miniWie aber die Zeit bis diesem Sendetermin radiophon relevant verbringen ? - Da wäre Einerseits zu nennen das Zeremoniell der Verleihung [[ ? warum eigentlich "Verleihung" ?? > Man gibt den Preis ja nicht mehr zurück ?? ]] , also der Üb- ber- rei- chung des Hörspielpreises der Kriegsblinden an Schorsch Kamerun an 4. Juni . Ein Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt heisst die WDR- Produktion , wobei Text, Regie , Musik und Sounds selbstredend aus einer Quelle fliessen ::: Kamerun & Friends .

Ein wenig sonderbar muss es da schon anmuten, wenn ein Werk , welches erfreulich wenig pathetisch durch die Pathologie des Alltagslebens von Prekariatlern , Praktikanten und sonst durch die Polymorphen Perversionen der Post- Post- Post- Moderne Perforierter ausgerechnet im ( gesellschafts- ) politischen Miseren- Quell- Gebiet - im Plenarsaal des Bundesrates zu Berlin - zelebriert wird .

Was sagt die “Entschliessung der Jury”?

Kamerun zeichnet das bestürzende Porträt einer Generation, die zwischen Mediengeschwätz, Lifestylemode und Kaufwelt, zwischen verordneter Wahlfreiheit und allgemeiner Beliebigkeit keine Chance auf ein originales Leben, auf authentische Wünsche hat. Kameruns Menschen, leben in einer indirekten Welt, zugeschüttet mit einem Übermaß an Null-Information. Sprechen sie, zitieren sie? Ist das Plattheit oder Ironie? Und wo sind wir überhaupt? In der Wirklichkeit, im Fernsehen, in einer Talkshow, im Gespräch, in der Satire? Kamerun lässt das offen, lässt das Publikum teilhaben an der Desorientierung seiner Figuren.
Sie drehen sich im Kreis, zwischen Praktika und Projekten, zwischen Leerlauf und Wiederholung. Dazwischen leuchtet wilde Wut auf, ohnmächtige Angst, ziellose Sehnsucht. Protest wird nicht gehört, geht unter im allgemeinen Medienbrei. Hoffnung findet nur vorgefertigte Wege. In bruchstückhaften Zitaten wird an eine Zeit erinnert, in der Aufklärung und Kunst Werte vorgaben. Heute ist Verweigerung der höchste Wert. Und von den Gedanken der Aufklärung bleibt die Erkenntnis, dass man einen Gedanken eben nicht zu Ende denken kann.
Kamerun inszeniert das mit bestem Gebrauch radiophoner Mittel. Musik und Atmosphäre geben das Thema vor, ein auswegloses Kreisen in Wiederholungen, mit winzigsten Variationen,mit seltenen Ausbrüchen von intensiver Heftigkeit. In Sprache und Musik sind sehr sorgfältig Kontraste montiert, die sich gegenseitig mattsetzen. Er arbeitet mit Groteske und Komik - aber wenn man lacht, ist man zugleich tief entsetzt.
Dieses irritierende Stück Gesellschaftskritik überzeugte in der Radikalität der Aussage und dem souveränen Gebrauch des Mediums Radio.

Studio04 A Türe miniWie sagte Adorno ::: Es gäbe kein richtiges Leben im Falschen .

Was sagt der Autor ? - Ein in|ad|ae|qu||ates Mail- Interview .

czz : Wie bereits in “Eisstadt” arbeitet das neue Stück mit Dialogen und Liedern, in verschiedenen Stimmen und Stimmungen über aussichtslose Arbeit, Krankheit, Einsamkeit, dabei moderiert ein flotter MC. Handelt es sich hier um eine Art tragikomische Gesellschafts- Operette ?

Kamerun : Ich nenne das eher Überprüfungsrevue. In diesem Fall geht es mir in erster Linie um eine Dokumentation im grellen Prekären. Revue ist die Art der Patchwork- Aufstellung. Ich wollte ich auschliesslich eine - wenn auch zum Teil überzeichnete - Aneinanderreihung von Wirklichkeitsbrocken. Wo allerdings Inszenierung und Realität immer ineinander verschwimmen.

czz : Eine Show der Shows , Entstellung von TV- Freak und Talk- Shows ?

Kamerun : Ich würde insofern zustimmen das “Freak” nun mal Wirklichkeit und gut verkaufbarer Warenwille ist.

czz : Das Grelle des Unterhaltungs- Spektakels steht im Kontrast zu den grimmigen Inhalten. Verzweiflung, Krankheit und Tod werden scheinbar leichthin gemixt und touchiert, so dass die Beklemmung dem Hörer eher an die Gurgel geht denn auf dessen Tränendrüsen drückt.

Kamerun : Ich glaube, das ist auch Glückssache im jeweiligen Zugriff. Ich interessiere mich gleichzeitig für Theorie, Germany’s Next Topmodel und liebe obendrein Thomas Bernhard. am selben tag. Das ist keine verdeckte Koketterie sondern eine Fortführung meiner gewundenen Sozialisation.

czz : Bei Bernhard gibt es ja auch “Vrai-Faux”: “Das Natürlichste ist immer auch das Künstlichste”. Und das scheinbar Artifiziellste - diesmal mit Elfriede Jelinek gesprochen - ist das “natürlich” übel Übliche ?

Kamerun : Das ja herrlich. Das ist genau der Punkt der mich jeden tag zum unsicheren, zweifelnden und manchmal auch erkennenden Aufschreiber macht. Ich versuche halt den absoluten Widerspruch als Schneekönigin auszuhalten.

czz : Schreiben Sie das Skript voll durch oder lassen Sie Ihre “Mitspieler” über bestimmte Themen improvisieren ? - Im Broadcast- Magazin CUT gab es ein Mini- Interview mit Ihnen, wo von “O-Tönen” die Rede war. Was verstehen Sie unter “O-Tonen” ? - Das gecoachte Team im Studio in relativ freier Rede ? - Sie werden ja nicht mit dem Recorder draussen in der Welt herumgestapft sein und dort irgendwelche Menschen spontan nach ihren Seelenlagen befragt haben ?

Kamerun : Ich beschäftige mich mit einem zentralen Thema und dann fange ich an mit einer Gruppe darüber zu sprechen. Das klappt ja luxuriöser Weise im Theater ganz gut. Ich versuche immer über das Kollektiv zu einer Schnittmenge zu gelangen, wobei ich meine Mitspieler Innen zur Improvisation ermutige. Mich selber im Übrigen auch immer wieder aufs Neue. Ich mag neue Felder. Manchmal geht dieses Bemühen auch zu schnell und ich bin noch nicht sicher genug auf einem Gebiet. Aber das ist ja eh das Verlangen der aktuellen Umgebung.

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Studio04 A Türe miniNach der eher ungünstigen ( Nachtkritik ) bis hämischen Aufnahme ( taz ) von Kameruns Inszenierung “Der kleine Muck ganz unten” an der Volksbühne Berlin bemühte sich die taz auf die Nachricht vom Grossen Preis hin um Wiedergutmachung durch ein versöhnliches Portrait . - - - Immerhin ist fest zu halten , dass sich Kameruns “Menschenbild” bei der Schluss- Auswahl zum Hörspielpreis gegen zwei Koppelmann- Inszenierungen sowie zwei Radio- / Hörbuch- Parallel- Releases behauptete ::: Hans Magnus Enzensberger: Josefine und ich (Leonhard Koppelmann, HR 2006 + Hörbuch, Der Hörverlag November 2006) , Sascha Stanisic: Wie der Soldat das Grammophon repariert (Leonhard Koppelmann, BR 2006 + Random House Audio August 2006) sowie Matthias Baxmanns Entweder bin ich irr oder die Welt, nach Texten von Einar Schleef (Ulrich Lampen, SWR / WDR 2006 - immerhin gleich doppelt nominiert für den ARD- Online- sowie für für den ARD- Hörspielpreis .

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LAST.FM AUFGEKAUFT - ARD RADIO DAY “LET’S GET LOUD”

Was wir nach alledem nun davon halten sollen, dass der CBS- Konzern Last.fm um 280 Millionen Dollar aufgekauft hat und die ARD ihren Radio Day am 13. Juni mit dem treudeutschen Motto Let’s get Loud ! versieht , bleibe jetzt einmal dahingestellt. Inadäquat hät es da eher mit dem PR- mässig leicht kippgefährdeten Nebentitel dieser Veranstaltung :

Radio: macht an .

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