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Karl- Sczuka- Preis 2008 für Hörspiel und Radiokunst an Thomas Meinecke & David Moufang - Förderpreis an die “Literatur als Radiokunst”- Produktion von Anja Utler



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KARL- SCZUKA- PREIS : MEINEKE & MOUFANG

icon soundDer Autor Thomas Meinecke und der Musiker David Moufang erhalten den vom Südwestrundfunk gestifteten Karl- Sczuka- Preis 2008 für Hörspiel als Radiokunst . Sie werden für ihr gemeinsames Radiostück “Übersetzungen | Translations” ausgezeichnet , das als Produktion des Bayerischen Rundfunk am 19. Oktober 2007 urgesendet wurde . Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden .

Insgesamt sind 89 Wettbewerbsbeiträge aus 22 Ländern eingereicht worden , davon 38 freie Autorenproduktionen . Das vom BR produzierte Preiswerk ist innerhalb des CD-Doppelalbums “flugbegleiter - übersetzungen | translations“ beim Label Intermedium Records erschienen .

Über die Zuerkennung der Preise hat eine unabhängige Jury entschieden . Jurymitglieder waren der Musiktheater- Regisseur und frühere Rektor der Freiburger Musikhochschule Johann- Georg Schaarschmidt ( Vorsitz ) , der Schriftsteller Marcel Beyer , der Journalist und Medienkritiker Frank Kaspar , die Musikkritikerin Monika Lichtenfeld sowie die Publizistin , Literaturwissenschaftlerin und ehemalige Kultur-Staatsministerin Christina Weiss .

Aus der Begründung der unabhängigen Jury unter früheren Rektors der Musikhochschule Freiburg Johann- Georg Schaarschmidt :

In ihrer Gemeinschaftsarbeit ‘Übersetzungen | Translations’ entwickeln Thomas Meinecke und David Moufang (alias Move D) aus dem Alphabet als Lautvorrat zehn musikalische Miniaturen. Semantisch und akustisch assoziationsreiche Wortpaare wie Osterglocke – Daffodil werden zerlegt, rebuchstabiert und mit Klängen und Mustern der Club- und Jazzmusik verzahnt. Ein ironisch-reflektierendes Spiel zwischen Sprachen und Stilebenen, zwischen zwei souverän interagierenden Künstler-Freunden, das die Phantasie des Hörers an der langen Leine spazierenführt.

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KARL- SCZUKA- FÖRDERPREIS AN ANJA UTLER

icon soundDer diesjährige Karl- Sczuka- Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro geht an die in Wien lebende Lyrikerin Anja Utler , die ihren Text “suchrufen, taub” für das ORF Kunstradio als mehrkanalige 5.1-Produktion realisiert hat , die am 8. Juli 2007 auf Ö1 urgesendet wurde .

Nach Oswald Egger ( “tuning, stumm” , ORF- Produktion und SWR- Auszeichnung 2004 ) darf die Reihe “Literatur als Radiokunst” mit dem ausgezeichneten Werk Anja Utlers nun bereits den zweiten Karl- Sczuka- Förderpreis für sich verbuchen . Wir gratulieren !

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TERMINE

Die Preisverleihung findet am 18. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2008 statt .

Im Radio :

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KLANGAPPARAT

Einen - im Klangspektrum freilich reduzierten - Eindruck hinsichtlich Art, Takt und Charakter von Anja Utlers prämierter 5.1- czz-hoerempfehlungProduktion “suchrufen, taub” lässt sich via Audio- File ( RealPlayer ) von den Seiten des ORF- Kunstradio abrufen . Kommentar der Autorin , auch vor dem Mikrophon Sprecherin in eigener ( poetischer ) Sache :

Wellen, die zu vielen lecken können und zu niemandem: das ist blind sprechen, und taub. Die asymmetrische, richtungslose Form des Radiosprechens. Der Körper, an dem die Strömungen des eigenen Munds vielleicht aufbrechen, verbleibt im geschützten Raum des Ungesehenen und Ungehörten. Er gibt nicht direkt Laut, aber er treibt Laute hervor: am Widerstand gischtet das Wasser auf. Umfließend, lösen sich immer neu gemaserte Wörter aus einander – in welchem Suchlaut könnten die Konturen der fantasierten Hörerin, des fantasierten Hörers sich treffen? So brechen für die Sprecherin die tastenden, fragenden Wörter in sich selbst zurück; nicht in einem Widerstrom von außen werden sie gefangen, allein in der Zeit heben sie sich auf.

CLICK LINK TO LISTEN |||

icon sound

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LINKS

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RELATED

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DP- Camp Audio- Feature Reloaded : Michaela Meliàns “Föhrenwald” in englischer Sprache



Föhrenwald Regierungslager DP

Transformationen einer Reflexion . Michaela Meliàns , aus einer Rauminstallation ( 2005 ) hervorgegangenes reflexiv- suggestives Radiokunst- Stück “Föhrenwald” ( BR 2005 / 2006 ) über das ursprünglich als Mustersiedlung erbaute Arbeiter- , später DP- Lager in Waldram bei Wolfratshausen war 2006 im dem “Hörspielpreis der Kriegsblinden” ausgezeichnet worden .

Zu der bei intermedium veröffentlichten CD sei ein Zitat aus unserem Archiv gestattet : “Michaela Melián : Des Lagers Nachhall” ( NZZ )

Was Vielen Verbannung, Vertreibung , Vernichtung , wurde Anderen Zuflucht und Zukunft : Als Funktion und Metapher ist “das Lager” der kennzeichnende Ort des 20. Jahrhunderts . Wie eine bauliche Lagerstruktur im Verlauf von nur dreissig Jahren mehrmals Bestimmung und Bedeutung zu wechseln vermochte , präpariert die Künstlerin Michaela Melián mit ihrem Hörstück “Föhrenwald” heraus : Die 1937 zur Unterbringung von Arbeitern der Sprengstoff- Industrie errichtete Siedlung diente während des Krieges zudem der Zwangsarbeit , um wenig später das bis 1956 grösste jüdische Auffanglager abzugeben .

Was die Steine der oberbayerischen Siedlung beschweigen , das wissen die Erinnerungen von Zeitgenossen , die Zeitungs- und Verwaltungsarchive . Um Menschen, Namen und Dokumente zum Sprechen zu bringen , greift die musikalisch versierte Autorin nicht auf das naheliegende Genre des O- Ton- Features zurück , sondern komponiert ein Klangwerk sui generis . Klug unterläuft die Textcollage das Pathos des Einzelschicksals , indem Schauspieler die Erinnerungstexte lesen und sich Kinderstimmen durch amtliche Anweisungen und Statistiken hindurchbuchstabieren .

Als müssten wir erst ( wieder ) lernen , die Zeichen zu lesen - vor allem aber : zuzuhören - , kehren Textsequenzen im Rondo wieder und zieht uns ein aus dem Knistern von Schellacks generierter Loop in seinen Bann . Meliáns akustische Alltagsarchäologie gereicht dem “Hörspielpreis der Kriegsblinden 2006” zur Ehre .

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KLANGAPPARAT

Nun steht das Hörstück in englischer Sprache im Rahmen des BR2- Höspielpool- Podcasts als MP3- Datei bereit . Reizvoll : Der Vergleich der czz-hoerempfehlungVersionen und ihrer jeweiligen Wirkung . Es scheint , als rücke die englische Weiter- Verfremdung ( u. a. mit Thomas Meineckes unverkennbarer Stimme ) die zitierten Zeugenberichte noch weiter fort vom Lokalen und Individuellen und damit in andere Hörkontexte . Michaela Melián “Föhrenwald” ( engl. Version , 59:39 ) - BR2 Hörspielpool | Podcast Playyer | MP3 |||

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RELATED

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NEUES VON FREUNDEN



RAdio Apparat

||| LITBLOGS.NET DIGEST| RINCKS FLORLEGIUM | ANGELIKA REITZER : PRIESSNITZ- STATT BACHMANN- PREIS | KUNSTRADIO : RE- INVENTING @ REVOLVER | KUNSTRADIO : HOMMAGE À HEIDI GRUNDMANN | KLANGAPPARAT

LITBLOGS.NET DIGEST

czz-neuesvonfreundenNach längeren Absenzen ist das Termin- und Turbulenzen- Team wieder ausgerückt , Neues aus den lokalen , fremdwendigen und freundlichen Netzwerken zu sammeln und in|ad|ae|qu|at zu präsentieren .

In nahezu eigener Angelegenheit wird freilich zunächst auf das Erscheinen des vierteljährlichen Digest aus den Gesammelten Werken des Netzwerks literarischer Blogs ( litblogs.net ) hinzuweisen : Leserzeichen # 2 bietet je ein Werkstück aud den assoziierten Blogs

Zur Poetologie der einzelnen Blogs haben wir ein ander Mal gehandelt . Das Digest & Blogilegium ist auf dieser Seite zu betrachten sowie per RSS- Feed zu abonnieren .

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RINCKS FLORLEGIUM

czz-neuesvonfreundenDie assortierte Begriffsliste aus dem Begriffsstudio der Salon Littéraire- Autorin Monika Rinck ist per Frisch- Lieferung soeben eingetroffen . Wir bemerken und geniessen sommerlich , der aktuelle Hang zu Kühlaggregaten aller Art :

2520 flusslandschaft mit kellereingang
2521 edelrohbauphase
2522 scheckige schönheit
2523 hämeneutik
2524 der spätkauf der häme
2525 mit erhobener haut
2526 königin der langen nacht der dummheit
2527 in der sauerstoffschuld
2528 beispielswiese
2529 débondieuser (entliebergottisieren)
2530 caperationen von pferden und helmzierden sowie unmengen anmutiger schlitten
2531 ein flammender kelch (das flügelgelenk)
2532 gewaltiges wolkenpferd
2533 lorenzo lotto: mann mit tierpranke
2534 master of the beheading of st. john
2535 zum schutz der empfindlich austreibenden bambussprosse
2536 als hausmeister der welt
2537 horse-gliding
2538 die wiederholung
2539 faustische schubumkehr
2540 bewegtheit im thesenhafen
2541 die türklinge
2542 instabilder (body)
2543 im heuhochdeutschen (the god of hay)
2544 formstabil verschichtete wollfasern
2545 filled with mindness
2546 filled with mindmess
2547 alternatives to pain
2548 croissant terrible
2549 festnetzwaldschrat

Weitere Erfrischungen @ Salon Littéraire sowie @ Begriffsstudio Monika Rinck .

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ANGELIKA REITZER : PRIESSNITZ- STATT BACHMANN- PREIS

czz-neuesvonfreunden“”Wie nervend darf ein Text sein ?” hatte der Redakteur der “Presse” anlässlich der Lesung Angelika Reitzers beim Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb sein Mütchen gekühlt . Wenig später erscheint nun eine Meldung , welche die Stimmung der Autorin sowie der Proponenten einer etwas komplizierteren Literatur wieder versöhnen dürfte : Denn eben wird bekannt , dass Angelika Reitzer den Reinhard- Priessnitz- Preis 2008 erhalten wird .

Die Begründung der Jury ( Gustav Ernst @ kolik , Robert Schindel ) :

Angelika Reitzer beeindruckt durch ihren souveränen Umgang mit Sprache. Ihre poetischen Bilder bestechen durch Präzision und Sparsamkeit. Im gekonnten Einsatz von Schnitten und Überblendungen, von Schärfe und Unschärfe und Lichtführung wird ihr Blick Kamera und ihre Erzählungen werden gleichsam zu Filmen .

Als Laudatorin wird die jetzt als selbständige Konsulentin und Veranstalterin arbeitende Valerie Besl auftreten . Die Überreichung des mit 3.700 Euro dotierten Preises findet am Montag , 27. Oktober 2008 , 20.00 Uhr , im Literaturhaus Wien statt . ( Man erinnere sich an Ann Cotten im Vorjahr ! )

Heute , 17. 7. liest Angelika Reitzer übrigens im Wiener MuQua im Rahmen des Sommer- Literatur- Festivals “O- Töne” ( 20:30 Uhr ) .

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KUNSTRADIO : RE- INVENTING @ REVOLVER

czz-neuesvonfreundenDass und wie RADIOKUNST nicht nur klingt , sondern durchaus auch des theoetischen Denkens fähig ist , erweist ein mit 544 Seiten stolzer Essayband , welcher soeben im Revolver- Verlag ( Frankfurt ) erschienen ist : “Re-Inventing Radio – Aspects of Radio as Art” . Der von Heidi Grundmann , Elisabeth Zimmermann , Reinhard Braun u. a. herausgegebene Sammelband formuliert sich durchwegs in englischer Sprache , gleichwohl sei ein Teil des Thesentextes in deutscher Zunge zitiert :

Während einmal mehr der Tod des Radios als Massenmedium vorausgesagt wird, zeigen aktuelle Entwicklungen der Übertragungstechnik, was lange bekannt war: beim Radio geht es nicht um die Übertragung von Sound sondern von Signalen. Nach mehr als einem Jahrhundert der Erneuerung, Aneignung und Veränderung wird das Radio heute in grossem Stil von neuem erfunden, um zu werden, was es immer schon war: ein Kommunikationsraum im weitest möglichen Sinn. Von diesem Ansatz her wendet sich das Buch ‘Re-Inventing Radio’ in einem grossen Bogen auch den Anfängen des Radios zu, das eine Kommunikationstechnik war, bevor es in ein Massenmedium verwandelt wurde. Angesichts eines ständig zwischen unterschiedlichen Polen oszillierenden Begriffes von ‘Radio’ kann weder von einer einheitlichen Geschichte des Radios noch von einer solchen Radiokunst die Rede sein. Der Band ‘Re-Inventing Radio’ versammelt internationale Medientheoretiker, KunsthistorikerInnen, KuratorInnen und vor allem KünstlerInnen, die eine solche einheitliche Geschichte in ihren unterschiedlichen Perspektiven, Zugriffen und Konzepten als Fiktion verdeutlichen - ohne allerdings Bezüge zu kunsthistorischen Entwicklungen wie z.B. Konzeptkunst, Mail Art, Fluxus oder Telekommunikationskunst zu verleugnen. ( mehr … )

Die Beiträge haben mehrere Generationen der dem von Heidi Grundmann gegründeten ORF- KUNSTRADIO verbundenen , vernetzten und mitdenkenden Künstler , Autoren , Kuratoren und Musiker gestaltet . Um nur einen Bruchteil der Netz- und Text- Denkenden zu nennen : Robert Adrian , Inke Arns , Johannes Auer , Robert Barry , Gottfried Bechtold , Hank Bull , Peter Courtemanche , Wolfgang Ernst , Bill Fontana , Adrew Garton , Daniel Gethmann , Heidi Grundmann , Wolfgang Hagen , Honor Harger , Candice Hopkins , José Iges , GX Jupitter-Larsen , Douglas Kahn , Friedrich Kittler , Tetsuo Kogawa , Richard Kriesche , Brandon LaBelle , Norbert Math , Doreen Mende , Sergio Messina , Roberto Paci Dalò , Garrett Phelan , Winfried Ritsch , Christian Scheib , Tom Sherman , Rasa Šmite , Anne Thurmann-Jajes ( pdf ) , Lori Weidenhammer , Sandra Wintner

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KUNSTRADIO : HOMMAGE À HEIDI GRUNDMANN

czz-neuesvonfreundenHeidi Grundmann , Radiojournalistin und Gründerin des ORF Kunstradio , begeht im Juli 2008 ihren 70. Geburtstag . In Anerkennung der Pionierleistungen , welche Grundmann für die Bildende Kunst und besonders die Radiokunst geleistet hat , werden neue Hörstücke mehrerer Künstler vorgestellt : Roberto Paci Dalò , Seppo Gründler und Liesl Ujvary zollen Heidi Grundmann mit akustischen Arbeiten Reverenz .

Als Beispiel sei Liesl Ujvarys , erstmals im Rahmen des IMA salons #7 | Ars Electronica 2007 öffentlich präsentierte Komposition “sprache der gene - hommage à heidi grundmann ” genannt :

sprache der gene‘ schreibt ein virus-genom in musik ab, wandelt genetische sequenzen von hefebakterien, hühnern, insekten und menschen (wir sind alle eine grosse familie) in sequenzen elektronischer musik um. minimalistische wiederholungen und verschiebungen analoger klangmuster bilden leben ab, randomisierungen erzeugen quasi evolution, strukturverschiebungen verweisen auf falsche kopiervorgänge. auch heidi grundmann gehört zu dieser familie, sie hat an dieser produktion, entstanden 1996, mitgearbeitet, mitgesprochen, mitgedacht. ’sprache der gene - hommage à heidi grundmann‘ ist ein neu bearbeitetes teilstück dieser produktion. mögen heidis genen noch viele fehlerfreie kopiervorgänge bevorstehen!

HIER die 31- minütige Arbeit im Vollton , versetzt mit einigen Partikeln der Stimme Heidi Grundmanns . Und HIER die Originalarbeitsprache der gene” ( 1996 / 1997 ) . Man néhme eine attentive Sitzhaltung ein . Und erwarte nichts generisch Bequemes ! - Mehr im ORF KUNSTRADIO , Sonntag , 20. 7. 2008 , 23:05 - 23:45 ( Radio Österreich 1 ) .

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KLANGAPPARAT

Die teilweise tribenden 4/4 mögen mitnichten darüber hinwegtäuschen , dass auch die langen Bögen , welche der Stockholmer DJ Subpilot für czz-hoerempfehlungsein Mixtrum Compositum arrangiert hat , zunächst dem tagesüblichen Soundgeschmack ein wenig befremdend anmuten mag : “Move out” lässt während einer vollen Stunde lang bemerkenswerte Metamorphosen sich vollziehen : Wie Schlieren sich langsam zu Schemen formen , Schatten ins Grob- dann Feinkörnige gleiten , bis schliesslich das , was zunächst nach sanfter Wassergeburt klang , zuletzt ausgewachsen tanzbar stampft . Man schreibe sich diesen Mixotic- Mix Numero 131 hinter die Ohren . CLICK LINK TO SEE PLALIST AND LISTEN . |||

Audio aktuell : Auf- und Ausbruchsversuche



||| UTOPIEN - ( K ) EINE PRIVATSACHE ? | ERINNERUNG - ALTER - VERSCHWINDEN | TALKING ‘BOUT MY GENERATION : BEATS IM MIX | LINKS | RELARED | KLANGAPPARAT

icon listening whiteEin paar Nachträge zur akustisch publizierten Frühjahrsernte , bevor Ho ( r ) ch- Sommer , Vers- druss und ( - Drusch ) sowie die heranreifenden Herbst- Spezialitäten das eben noch Frische in die Regale des ver- Gessenen jagen .

Obwohl wir uns in|ad|ae|qu|at weiter weigern wollen würden , auf das minder beleumundete Wort des “Hörbuchs” zurückzugreifen , kommen wir gegen die Masse einer so genannten “Warengruppe” nicht an .

Die ausschliesslich auf CD veröffentlichte Live- Erzählung des Peter Kurzeck leistet dabei für das Gemeinverständnis genuin auditiver Literatur womöglich mehr als zehn Jahre aufwendig vorbereiteter , produzierter und auch vor Live- Publikum vorgeführter “Literatur als Radiokunst” . Tant mieux .

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UTOPIEN - ( K ) EINE PRIVATSACHE ?

icon listening blackVom Schreiten der Utopien gescheiterten handeln - je auf seine Weise und jeder von einem anderen Perspekivpunkt auf der Skala zwischen dem Intimen und dem Gesellschaftlichen aus - Lars Gustafssons früher Roman “Wollsachen” ( in einem feinen Hörspiel des SWR | edition parlando ) sowie Urs Widmers duale Verabschiedungen der Eltern : Da der stimmlich versatile Autor selbst spricht , kommen alle Nuancen der diversen Befremdlichkeiten im scheinbar leichten schweizer Singsang ambivalent zu Geltung .

Allerdings sei - wer etwa Widmer Shakespeare - Nacherzählungen nicht kennt - hinsichtlich akustisch atemberaubender Energieschübe bereits an dieser Stelle zart vorgewarnt ( Diogenes ) .

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ERINNERUNG - ALTER - VERSCHWINDEN

icon listening whiteDass Ruth Klügers epochale Erzählung über in Kindheit verschiedenen KZs weit über diese Opfergeschichte hinausreicht , sondern zudem von einer höchst problematischen Muter- Tochter- Beziehung handelt , wird manchem , auf “Themem” fokussierten Leser leicht entgangen sein . Grund genug , das Buch und eine während der achtziger Jahre eingespielten und im Medium der Tonkassette weit hinter Zeit und usability zurückgefallene Lesung jetzt endlich auf einer MP3- CD zugänglich zu machen ( Wallstein ) .

Von ähnlichem Trotz gegen den unabwendbaren Gang der Verhältnisse ist die stets originelle Literaturwissenschafterin Silvia Bovenschen erfüllt : Mit ihrem Bestseller “Älter werden” erlaubt die exquisite Stilistin erstmals diskrete Blicke ins Private , ohne sich dabei preiszugeben . Auf ihre eindrucksvolle Stimme hat Bovenschen für den tückischen Erzählkranz “Verschwunden” aus nahe liegenden Gründen verzichtet , was der Wirkung der sich narrativ immer enger zuziehenden Schlinge allerdings nicht den geringsten Abbruch tut ( tacheles | roof music ) .

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TALKING ‘BOUT MY GENERATION : BEATS IM MIX

icon listening blackDie verdienstvolle Co- Edition von Prit und CD bleibt indes nicht dem Wallstein- Verlag mit der Re- Edition von “weiter leben” vorbehalten . Der Junge Verlag Voland & Quist hat sich Publikationsform ( ähnlich wie onomato ) geradezu zum Prinzip erhoben : Wir haben uns diesmal den rasanten kroatischen Erzähler Edo Popovic ausgesucht - kongenial übertragen von Alida Bremer - sowie die Lyrikerin Lydia Daher , welche hoch professionell sowohl das Print- als auch das akustische Medium bespielt .

Aus Herbert Kapfers Werks und Forschungsstätte “Literatur und Medienkunst” gehen gleich zwei BR- Produktionen des Schriftstellers , Popkultur- Theoretikers und Musikers ( FSK ) Thomas Meinecke hervor , beide male unter beat- mächtiger Unterstützung des Producers , DJs und Musikers David Moufang ( ala Move D ) . Von der basalen Arbeit am Laut ( ““übersetzungen | translations” ) bis hin zu einer narrativ- diskursiven Reflexion über das ( Gender- ) Wesen der w | m “flugbegleiter ” : Linguistik als tanzbares Mantra ( BR | intermedium ) .

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POST STRCITRUM , 7. 7. 23:53

Alle Jahre wider tagt in München das sog AUDItorium , eine von der Akademie des Deutschen Buchandels , des AK Hörbuchverlage sowie einem potenten Sponsor ausgerichtete Tagung im Münchner Literaturhaus . Im Unterschied zum vorigen Jahr , wo die Ankündigung de Generalthemas noch weit blumiger formuliert war und das proklamierte ““Comeback des Hörens” bzw. dessen “Renaissance” den Konferenzfokus auf den Themenbereich zu “Neuen Marketing- und Vertriebskonzepten für Hörmedien” schob , gibt sich das 4. AUDItorium inzwischen deutlich pragmatischer : “Qualität um jeden Preis ? - Produkt- und Pricingstrategien für den Hörmedienmarkt der Zukunft” lässt diesmal weniger heisse Marketing- Luft vom Stapel , sondern befasst sich “down to earth” mit den Kriterien und Handabungen handwerklicher Qualität .

Kein Wunder , kann doch nur ein Bruchteil der täglichen “Hörbuch”- Ware dem alten Kriterium der ( radiophonen ) “Sendefähigkeit” genügen und ist die Wachstumsrate der “Warengruppe Hörbuch” im Jahr 2007 mit nur 2,6 Prozent erstmals deutlich aus bisher zweistelligen Höhen ( 2006 : 17,4 Prozent , 2005 : 14,1 Prozent ) auf einen kargen Wert abgesunken .

Dafür hat man den im vorigen Jahr unübersehbaren Privatsponsor ( Sat- Sender und Discount- Hörbuch- Vermarkter Radioropa ) der nach wie vor kostenprfkchtigen Veranstaltung diesjahrs ( à 690.-) so keusch vesteckt , dass sich DIE ZEIT als Geldgeber erst über drite Quellen ermitteln lässt .

Ob hier ein Zusammengang mit dem von Florian Illies vor Die ZEIT konzipierten vierjährlichen glossy Literaturmagazin besteht, angetreten , um dem LITERATUREN sas Wasser abzugraben , bleibe vorerst dahingestellt .

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Dass jeder Moment augenblicklich seine Vergangenheit generiert , manifestiert sich in den unmittelbaren reverses , welche der Ire Jimmy czz-hoerempfehlung Behan ( MySpace | Discogs ) seinen musikalischen Motiven einmontiert : Ihrerseits lautliche Manifestation , werden auch Rück- Spiegelmelodien , Echos und fades wiederum von der Furien des Verrschwindens erfasst und so versickern die a priori minimal gesetzten Ton- Konstellationen allmählich ins Jenseits des Hörbaren : Die beim Netlabel Zymogen erschienene EP “The Sudden Distance” gibt eine konsequent ins Werk gesetzte Studie des Erinnerns , die - obzwar minimalistisch angelegt - gleichwohl mit maximal klanglicher Grazie bezaubert . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Box of Broken Things | 02. Embers | 03. Cathedral | 04. Downpour | 05. From a Height |||

radio | on air on line on site



||| Time for some Sunday Late Night Art Radio Show Propaganda :

LITERATUR ALS RADIOKUNST / Summer Edition , ORF_1_ Kunstradio , Sunday , 1. 6. 2008 , 11.03 pm - 11.45 pm [ via UKW , via live- stream Oe1 , webcast KUNSTRADIO , Dolby Digital Surround ( 5.1. ) via OE1DD ]

ÜBERSETZUNG - ÜBERTRAGUNG

czz icon kunst radio brunDem dem fundamentalen Thema der Übertragung eines geschriebenen Textes ins auditive Medium wenden sowohl die namhafte deutsche Lyrikerin MONIKA RINCK als auch der bislang als der in Wien lebende ( Hörspiel- ) Autor und Literaturwissenschafter MICHAEL HAMMERSCHMID zu . Beide , die Dichterin und Literaturwissenschafter , haben bisher an anspruchsvollen Übersetzungen gerabeitet .

In der Literatur gebraucht man dafür allerdings eher das Wort von der “literarischen Übertragung” , wobei wir bereits mitten im Thema sind . Nämlich : Wie kann ich einen auf Papier nieder geschrieben Text adaequat ins akustische Medium übertragen ? - Wie kriege ich die Vieldeutigkeit der poetischen Rede gleichsam ins Radio hinein und wie wirkt sich dies wiederum auf die Hörenden dort draussen aus ? |||

AM APPARAT

Zunächst aber zitieren wir MONIKA RINCK , die sich am Telefon meldet und dabei die leicht antiquierte Formal “Am Apparat - ” gebraucht . Es gibt , erklärt die 1969 Geborene , heute in Berlin lebende und eben mit dem Heimrad- Bächer- Förerungspreis ausgezeichnete Dichterin , keinen Ausweg aus der universalen Apparatur .

Sei es der Telefonapparat , sei es der von Freud beschriebene psychische Apparat , sei es der Staatsapparat : Allesamt sind diese Apparate quasi “Maschinen” , die etwas prozessieren , verändern , weiterleiten , umleiten . Und das gilt für den Radio- Apparat nicht weniger als für den Entsafter , neben dem das Küchenradio steht , aus welchem einsame Stimmen in’s traute Heim sickern . |||

BLACK BOX & GEISTERSTIMMEN

czz icon kunst radio brunNicht zuletzt ist eben auch der Sprech- Akt eine Art von Apparat und nie können wir wissen , ob bei unserem Gegenüber auch tatsächlich herauskommt , was wir an Gefühlen und Wünschen in diese “black box” hineingelegt haben . Um diese Missverstädnisse, Fehlinterpretationen und Projektionen zu illustrieren , hat MONIKA RINCK den Telefonapparat als Metapher gewählt . Beziehungsweise das Handy , welches ubiquitär unseren ambulanten Alltag prägt : Was geschieht , fragt sie , mit all diesen nie angenommen oder unterbrochenen Gesprächen : sind sie es , die sich als Geisterstimmen per Radioapparat endlich Gehör und Erlösung verschaffen ? |||

IDEAL IM INNEREN OHR

Mit dem Übertragen von Schrift in Klang hat der 1972 geborene Literaturwissenschafter , Übersetzer und Hörspielautor MICHAEL HAMMERSCHMID bereits vielerlei Erfahrungen gesammelt . Vier Hörspiele wurden vom ORF aus Hammerschmids Textenvorlagen realisiert , dazu kamen zwei “freie” Produktionen . Und es ist ihm wie ( fast ) jedem Hörspielautor gegangen : Das , was schliesslich aus dem Radio drang , klang ganz anders als er es beim Schreiben dem Inneren Ohr vorschwebte . - Grund genug , es selbst auszuprobieren . Und zwar in Eigenregie . Und mit der eigenen Stimme . Denn auch diese ist ja ein eigensinniger Apparat , welcher sich nicht immer unserem Wollen und Wünschen fügt . |||

PREKÄRES PENDELN : PERSONEN & GENRES

czz icon kunst radio brunIm Experimentieren , im Entdecken und Wieder- Verwerfen fand sich schliesslich der richtige Ton , die geeignete Form , um sich sensibel anzunähern an das prekäre Setting von Hammerschmids Text : Ein minmaler Dialog pendelt sachte zwischen zwei Figuren , die recht eigentlich auch zwei Teil- Ichs einer einzigen Person sein könnten .

Mal keck und schlagfertig , dann wieder lyrisch oder gar in Form kleiner monologischer Essays : Mit Absicht bleibt es unentschieden , Wer es ist , der da eben spricht . Es ist just diese minimale Textur , gewebt aus diskret differenten Gepsrächsresten und -Themen , um welche es MICHAEL HAMMERSCHMID in seinem Hör- STÜCK geht : “ENDE GUT , ALLES GUT” ist eben dezidiert “Kein Hörspiel” .

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KLANGAPPARAT

Auf polymorphe Sound- Explorationen vorbereiten sollte sich wohl , wer sich in die “Regional” Zone des Sound Designers Tinitus aka Andres Nudelman ( Montevideo ) begibt . Versponnene melodische Fäden nähen czz hörempfehlungsich durch pastose Flächen und irgend wie weiss man nicht , wem das so entstehende Klangmäntelchen letztlich passen wird : Wir plädieren für’s Bucklicht Männlein” im Benjamin’schen Sinn . Fragil und Atari- kindlich , vermag es doch recht herrisch mit dem Taktfuss zu stampfen , wobei allerdings manches Krüglein überkommener Songformen und musikalischer Erzählverläufe zu Bruche geht . Echt eigen , was das Netlabel Phonocake da serviert . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. El beat de la contemplacion , el mate ( 4:00 ) | 02. Sushi de Pollo ( Chicken Sushi ) ( 3:35 ) | 03. Atardecer y enderezar ( 4:12 ) | 04. Ping Pong Andino ( 4:05 ) | 05. Astronautines ( to Ardilla Cereza ) (5:11 ) | 06. Quelonio ! ( 2:30 ) |||