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Audio : Viel !



||| ENTWARNUNG | HÖRBÜCHER : CHIFFRES D’AFFAIRES UND MISS- GEBRAUCHS- ANLETUNG IM ECHTLEBEN | ZU TOD , LEBEN UND DEM , WAS DAZWISCHEN LIEGT | FOOD FOR THOUGHT : KULINARIKER IM ‘TROCKENEN’ STUDIO | KLANGAPPARAT

ENTWARNUNG

icon listening blackWer kennt es nicht , das angstvolle Bangen , wenn dein Lieblingswirt dichtmacht oder auch nur der bevorzugte Servierkörper von einem Tag auf den andern verschwindet ? - Keinen wesentlich anderen Nerv treffen jene Ängste , welche ins Wissbare kriechen , wenn es sich einen Lieferanten überlebensnotwendiger Musikalien ( seien diese nun gerührt oder geschüttelt ) handelt . Was Tom Larson , Selbst- Entwerfender Free- Lancierer auf allerlei Kanälen - anbelangt , kann endlich ENTWARNUNG gegeben werden : Nach einigen kryyptischen Vor- Zeichen auf wohlinformierten Blogs und wiederholt vergeblichem Passieren der inzwischen offenbar an Meistbietende weitergegebenen Heimseite , taucht der gute Mann plötzlich wieder auf und setzt auf Mixotic seine “Klänge der Nacht” fort , als wäre nichts gewesen . Dies als Vorwegnahme des KLANGAPPARATS , was insoferne nicht der Wahrheit entspricht , als heute auschliesslich Audiophones auf dem Menueplan steht .

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HÖRBÜCHER : CHIFFRES D’AFFAIRES UND MISS- GEBRAUCHS- ANLETUNG IM ECHTLEBEN

icon listening whiteMögen sich die Marketingstrategen der Hörbuchverlage ob der ins Einstellige abstürzten Wachstumsraten der betreffenden Warengruppe auf dem deutschen Markt das verbliebene Resthaar raufen : Die Schweiz und Österreich gelten noch als Entwicklungsländer , war die Zuwächse und Po( e )tentiale betrifft . Mit allerlei Messen will man die Massen mobilisieren , eine Drückung der Mehrwertsteuer und 15 auf sieben Prozent wird als Silberstreif an den Absatzhorizont der ( imho ) meist überteuerten Silberlinge projiziert . Dass wir in|ad|ae|qu|at jederzeit für das Qualitätssegment des meist belächelten Mediums plädieren , dürfte mittlerweile durchgesickert sein . Fach- und Sachinteresse an jedweder akustischen Inszenierung von Stimme , Timing , Atmosphäre spielen da keine mindere Rolle als die Faszination an den Varietäten der von der Vox Humana in den akuten Lebensraum hinein gesprochenen Literatur .

Dass die Augen dabei frei schweifen und die Hände frei greifen können , erhöht nicht selten den Reiz : Siehe die Türe , deren Renovierung volle vier Durchläufe der Integrallesung von “Moby Dick gedauert hat - zu “Lebertran” assoziieren wir seitdem stets den beizenden Duft von Aceton , Thomas Glavinics verzichtbare Literaturbetriebssatire ( “Das bin doch ich . Roman” , Lesung Thomas Maurer [ ! ] ) hat das in vivo - Experiment an der verbliebenen Topfpflanze ebenso wenig überlebt wie diese : beide wurden gnädig der städtischen Müllentsorgung überantwortet .

Schade wars definitiv um Franz Kafkas “Verschollenen” ( vor Zeiten als “Amerika” tituhliert ) , dessen mit leicht ländlichen Anmutungen von Peter Simonischek angestimmte Audiofassung …. wenn schon keiner Boston Tea- Party , so doch einer über die aufgebreiteten Datenträger sich ergiessenden Earl Grey- Kippfigur zum feuchten Opfer fiel . Merke : Bei Gelegenheit das Fraunhofer Institut für angewandte Materialforschung anfragen , was da schädlicher gewesen war : Bergamotte, Hitze oder - schlicht die Milch .

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ZU TOD , LEBEN UND DEM , WAS DAZWISCHEN LIEGT

icon listening blackVon Leben und Tod , bezeihungsweise vom allmählichen Verfertigen von Verstehen und Vergessen ging die vorwöchige Audio- Text - Auswahl : Dank Hörbuch war auch die Angst davor genommen , den langjährigen Lese- Lebens- Gesellen - personifiziert von Philip Roths Nathan Zuckerman - mit “Exit Ghost” endgültig verlieren zu müssen . Man kennt das ja : Das schmerzliche “Winnetou III“- Syndrom … Aber der Autor ist einfach viel zu klug und sein Protagonist erotoman genug , nicht so leicht vom Leben zu lassen -

Während des vergangenen Jahrzehnts hat der heute 75- jährige Philip Roth sein literarisches Alter Ego Nathan Zuckerman allmählich aus der Rolle des Handelnden in die Position des Beobachters bugsiert : Seit der “amerikanischen Trilogie” figurierte der Selbandere zusehends als Chronist von Alter , Verfall und Tod seiner fiktiven Altersgenossen . Hatte “Jedermann” ( 2006 ) das Spiel vom Sterben des reichen Mannes erst einmal eröffnet , war die Bühne vorbereitet , von der nun auch Nathan in “Exit Ghost” abzurufen stand .

Verstrickt in platonischer Leidenschaft zu einer jungen New Yorker Amateur- Literatin , revoltiert der notorische Erotomane ein letztes Mal gegen die Knechtung durch den lumpigen Leib . Wie kräftig es um die literarische Potenz des Alternden steht , erweist der genial geführte Dialog , den er in den stillen Stunden ausdenkt , bevor er wieder in seine einsamen Berkshires flieht .

Da sich dieser finale Zuckerman- Roman aus zahlreichen Anspielungen auf frühere Werke speist , lohnt es , selbigen in den famosen Ausgaben des Hörverlags nachzulauschen . Unübertrefflich gestaltet Peter Fitz in “Jedermann” und “Exit Ghost” das ganze Spektrum von Lust , Wut und Resignation . Getragen vom Eros wacher Vitalität , kommt dieser Sprecher der literarischen Stimme des grossen Erzählers staunenswert nahe . So lassen sich akustisch jene Geister rufen , welche Roth ersann . ( more …)

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icon listening whiteVom allmählichen Herausgleiten aus der allgemein akkordierten ‘Realität’ des Lebens handelt Irene Disches tragikomische Etüde “Der Doktor braucht ein Heim” , vulgo , was einem auf den Wellen der im Kopf zusammenströmenden Flüsse von Erleben und Erinnern dahintreibenden alerten “Altersheimer” so widerfährt : Zweifellos eine anhand neuer Diagnose- und Krankheitsprofile aufdatierte Form des alten “Traum - und Wirklichkeits- Motivs -

Energisch verbittet er sich die Unterstellung , er sei mit seinen neunzig Jahren eventuell etwas “desorientiert” . Im Gegenteil scheint der “Doktor” sein bisheriges Leben als Biochemiker fortzusetzen . Sein innerer Monolog erzählt von “Konferenzen” an der Universität , wo er mit den Kollegen plaudert . Was kann er dafür , wenn sich eine impertinente Frauensperson bei seiner Ex- Gattin beschwert , der alte Herr störe den Betrieb der Notaufnahme ?!

In solchen Schocks manifestieren sich die Kollisionen der inneren Wirklichkeit des “Altersheimers” mit der äusseren Realität . Meisterlich assembliert die Erzählerin Irene Dische die Menschen und Stationen aus dem Leben ihres Helden zu Mischgestalten und fliessenden Topografien . In zwingender Logik legen sich im Kopfinnenraum des “Doktors” die Orte und Epochen wie durchscheinende Negativbilder übereinander : Die geliebte Frau wohnt auf der anderen Seite des Flusses , mag dieser nun der Hudson River sein, die Donau zu Wien oder der Seret im galizischen Drohobycz . Sonderbar nur , dass diese ( vor Jahren geschiedene ) Frau , deren Telefonnummer ihm als Rest von Alltagswissen geblieben ist , ihn partout nicht heimholen will . Statt “wagnerianischen” Apfelstrudel serviert sie dem Greis vielmehr die bittere Erinnerung , wie Mutter und Schwester im heimatlichen Drohobycz durch die Verbrechen der NS- “Banditen” zugrunde gegangen sind .

Die Tragödie des allmählich in seine innere Vorstellungswelt hineingleitenden Menschen : von Martin Wuttke als matt gegen ein unsichtbares Fenster flatternder Schmetterling gestaltet , von Irene Dische mit Zärtlichkeit , Situationskomik und Momenten des blitzartigen Aufleuchtens schlimmer Erinnerung erzählt . ( more …)

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icon listening blackDass wir nicht kapieren , was das sei , “der Tod” und was mit dem vor uns liegenden leblosen Wesen geschehen ist , bleibt so lange Plattitüde , als bis wir selbst vor dem Malheur stehen : Ulf Nilsson hat aus unserer Flucht in Geschäftigkeit und Pragmatik ein kaum vierzigminütiges Kinderhörspiel komponiert , das in Text wie Musik gewissermassen alle Register zieht : zuzumutem auch und vor allem Menschen , die das empfohlende Mindestalter der Zielgruppe weit überschritten haben -

Viel wird über den Tod geredet , doch oft wenig gesagt . Da kommt ausgerechnet ein Kinderhörspiel ( “Die besten Beerdigungen der Welt” ) daher , um in knappen 40 Minuten einen heiteren Katalog von Begegnungen mit dem Undenkbaren zu entfalten . Dabei handelt Ulf Nilssons Geschichte vom Treiben dreier Kinder an einem Sommertag zunächst von einer toten Hummel .

Flugs gründet die forsche Ester eine Firma und fortan wird sorgfältig in Zigarrenkistchen gebettet , was sich in Wald und Rain an sterblichen Überresten findet . Spitzmaus , Hamster , Heringe aus Mutters Kühlschrank : Alle erhalten sie eine formvollendete Bestattung .

Die Rollenverteilung der Kinder führt unversehens ein in mögliche Haltungen gegenüber dem Tod . Während Ester sich um das Pragmatische kümmert , ist deren kleiner Bruder für Trauer zuständig und für die “Warum ?”- Frage . Das namenlos bleibende Ich gibt den Verblichenen je ein kleines Poem mit auf den Weg . Und es sind just diese unreinen Reime , in denen der Autor undogmatisch die verschiedenen Vorstellungen über das Jenseits versteckt : Von “Kurzes Leben – Langer Tod” über “Schlafes Bruder” bis hin zur Hoffnung auf ein Wiedersehen eines «Himmels» ( nicht nur für Heringe ) . In sparsamer Munterkeit präsentiert die Sprecherin Fritzi Haberlandt dieses Inventar zwischen Nihilismus und Transzendenz .

Seine Vollendung erfährt dieses kleine – beileibe nicht nur für Kinder bereichernde – Meisterwerk durch eingängige Beispiele aus der musikalischen Rhetorik der Trauer : erdiger Blues , Streicher- Largo und als Finale der Vollklang der Orgel , vom Kirchenmusikdirektor zu St. Michaelis in Hamburg intoniert . ( more …)

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FOOD FOR THOUGHT : KULINARIKER IM ‘TROCKENEN’ STUDIO

icon listening whiteEine feine Menue- Folge hat der HR 2 Kultur für sein Sommerprogramm des intimen Radio- Gesprächs- Formats “Doppelkopf” ein- und angerichtet : “Am Tisch mit ….” bleibt auch nach der Ausstrahlung der aktuellen Sendung als Podcast zuhanden und im Form von MP3- Dateien speicherbar . - Da darf Vincent Klink natürlich ebenso wenig fehlen ( über gutes Brot und die verlorenen Tugenden des traditionellen Wirts ) wie die - zugegeben ! - erfreulich erfrischende Sarah Wiener . Auch wenn man deren TV- Appearance ebenso wenig kennt wie diejenige des Herrn der “Wielandshöhe” : selbst dessen arg “ver- Drosteten”Häuptling eigener Herd” muss man ebenso wenig mögen wie die säuerlichen “Nachgesalzen“- Kolumnen in der ZEIT ( das “Journal Culinaire” ist allerdings durchwegs zu empfehlen ) . Den bewunderten Stilisten Jürgen Dollase ( FAZ ) wird man indes von einer ganz neuen Seite kennen lernen : oder wusste jemand von dessen fliegendem Wechsel vom fastfood- genährten Rockmusiker zum Grossmeister trefflich verbalisierter Mundinnenforschung ?

Wie - dank Karl Ludwig Schweisfurth - aus der “Herta” [ ! ] - Massenwurstmaschine der , tja , achtsam- ökologische Betrieb der Herrmannsdorfer Landwerkstätten wurde oder was Margarethe Zülch , die hochbetagte Grande Dame aus einer 90 Jahre alten Frankfurter Kaffeerösterei und -Verschleissstelle ( “Cafe Wackers” ) zu erzählen weiss , wird nicht nur jene interessieren , denen Siebecks Ingwer längst ( um es schön österreichisch zu sagen) “bei den Ohren herauswächst” .

N. B. “Doppelkopf” funktioniert übrigens auch im allgemein als “unkulinarisch” verworfenen Mono … Zum Gucken beim Lauschen gibt’s “subkulinaria” : allerdings nur in Köln und @ shortlist - culture cuts .

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KLANGAPPARAT

Wie angekündigt also der unserer profanes Erdenleben in elegante Takte tauchende DJ Tom Larson : Nach längerem Sich- Rar- Machen liefert der czz-hoerempfehlunggute Mann wieder eine seiner gelassenen , doch subkutan gut durchpulsten Mischungen bei den Mixoticern ab . Da es sich um die “Klänge der Nacht” ( vol 5 ) - Schiene handelt ( welche Larson durchwegs in der Lesart von “Zimmerlautstärke” bedient ) , geht es mal wieder im besten Sinne um das im Kreis der Lampe einsam nachtwachende Individuum im Dialog mit sich , seiner Arbeit und was das sonst noch an Trabenten im solipsistischen Kosmos schwebt . Anregen , ohne aufzuregen , oder die Kunst der präzise gehandhabten basalen Stimulation : Wir stehen nicht an , diese Leistung als jene Injektion von “Qualität” ins Leben der Bohème des Prekariats zu erkennen und zu nennen , weil mensch ja von irgendwas leben muss . Selbst wenn dies sich mitunter auf die kalorischen Kicks der vom Dort ins Hier zirkulierenden musikalischen Vibrationen reduziert : Böse Menschen kennen , wie wir wissen , keine Lieder und vermögen diese auch nicht zu geniessen . Würden ergo auch nie zur Halbzeit des Larson’schen Achtzig- Minüters vordringen , wo sich die Beatz bestens in die augustäischen Ambiancen einschwingen . Glüclicherweise gestattet der Stream ( im Unterschied zum podcast ) keine Shortcuts . Folglich und -sam sei der Mix also schön von Alpha nach Omega zu hören . Und die Off- Stimme aus Funk und Fernsehen würde jetzt mit anzüglich belegter Stimme flüstern : “Es lohnt sich.” - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

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“Die FAZ- Gesinnten” im READING ROOM



||| AVANT PROPOS | MANN DER MACHT | READING ROOM : RR ZUR SS | KEIN AUSBLICK | ANMERKUNGEN | BLOG REACTIONS | KLANGAPPARAT

FAZ READING ROOM 000 Header

AVANT PROPOS & DISCLAIMER

Von Literatur im engeren Sinn , von deren Poetik oder gar Qualität ist im Folgenden dezidiert NICHT die Rede . |||

MANN DER MACHT

FAZ READING ROOM detailEin Mann , ein Macher . Wie er in der Zeitung steht . Wie er Zeitung macht . Wie er ein gediegen vielfältig komponiertes Feuilleton zur Speerspitze eines - bis dahin nur in den Tiefebenen von BILD betriebenen - Kampagnenjournalismus verwandelt . Von der radikalen Umschaltung des “Kultur” auf die sogenannten “Lebenswissenschaften” , dem Coup des Abdrucks eines Teils der Genomsequenz am 27. Juni 2000 ( 1 ) bis hin zum journalistischen Grosseinsatz gegen Web 2.0 , Blogger und - ceterum censeo - die Öffentlich- Rechtlichen . ( 2 )

Mittels Kehren , Drehungen und Wendungen lässt der Herr DAS SEINE zum Erreichen der Meinungsführerschaft geschehen . Zur Usurpation der Themen um eine erneute Revision der NS- Zeit sowie des konservativen Widerstandes kann es schnell mal geschehen , dass heute recht ist , was noch gestern wortreich verworfen .

  • WER meldete die Skepsis an , als es hiess , für den Film VALKYRIE solle Tom Cruise in der Rolle Stauffenbergs an der historischen Walstatt des Bendlerblocks drehen ? ( 3 )
  • WER verwarf diese Skepsis zwei Monate später angesichts der historischen Chance , der Existenz des ( konservativen ) Widerstandes via Hollywood “weltweit” Publizität zu verschaffen ? ( 4 )
  • WER hielt , zwei weitere Monate waren ins Land gezogen , die Courage- Bambi- Laudatio auf Neo- Stauffenberg und Alt- Scientologen Cruise ? ( 5 )
  • WER verteufelte in seiner Rede bei der Entgegennahme des Jacob- Grimm- Preises für Deutsche Sprache 2007 die Wirkung des Internets auf Jugendliche nachgerade als “Körperverletzung” ? ( 2 ) |||

READING ROOM : RR ZUR SS

FAZ READING ROOM detailWER richtet jetzt just einen online only READING ROOM ein , um Text ( 6 ) und Thema des umstrittenen Romans LES BIENVEILLANTS | DIE WOHLGESINNTEN noch vor Erscheinen des Buches am 23. Feburar für die Bilanzen der FAZ zu kapern ?

Es lohnt sich , kurz in die Zürcher Chronik eines angekündigten Bestellers zu blicken .

Das multimediale Online- Design des FAZ- RR vor dunkelm Hintergrund und unter allgeorisch zitierendem Header ist der Spezialseite , welche der Berlin- Verlag unter der Adresse www.diewohlgesinnten.de für Jonathan Littell eingerichtet hat , nicht eben unähnlich :

WIE der Zeitungsmacher das Interesse an den WOHLGESINNTEN legitimiert , liest man seit 2. 2. im RR der FAZ ( 7 ) :

FAZ READING ROOM detailSeid ihr überhaupt sicher“, heißt es am Beginn des Buches, das mit Anspielungen auf Ernst Jüngers “MARMORKLIPPEN” einsetzt, “dass der Krieg vorbei ist? In gewisser Weise ist der Krieg nie vorbei, oder er ist erst vorbei, wenn das letzte Kind, das am letzten Tag des Krieges geboren wurde, wohlbehalten begraben ist, und auch danach lebt er in dessen Kindern und in deren Kindern fort, bis sich das Erbe allmählich verflüchtigt“. ( … )
Was ist das für ein Buch? Es ist zunächst, und dafür spricht fast alles, ein Buch von einer unerhörten Präzision. Littell hat die Quellen in einer bislang beispiellosen Weise in sein Werk integriert: von Goldhagen (den er ablehnt) bis zu Christopher R. Browning, von Albert Speer bis zu Ernst Nolte, von Joachim Fest bis Ian Kershaw. Es ist enorm. Doch man kann vorhersagen, dass sich die Rezeption in Deutschland von der französischen schon allein deshalb unterscheidet, weil das gebildete deutsche Lese-Publikum viele dieser Fakten kennt, insgesamt über genauere Kenntnisse der historischen Vorgänge verfügt. ( … ) Deutsche Leser werden beeindruckt sein von der Bändigung der Fakten in den kunstvoll übereinanderliegenden Schichten des Romans; aber sie werden nachdrücklicher die Frage nach der Hauptfigur stellen. Ist das der Täter? (…)
Dieses Werk stiftet Streit. Ihn wollen wir führen. Eben deshalb, weil uns das letzte Wort nicht einfällt. Den Vorabdruck in der Zeitung werden wir im Internet erstmals mit dem “F.A.Z. Reading Room” begleiten. Der Reading Room ist ein Diskussionsforum, das nicht nur die tägliche Folge des Fortsetzungsromans im Internet präsentiert, sondern den Text auch als Audiodatei und als Video Stream verfügbar macht, gelesen von dem Schauspieler Christian Berkel. Es ist ein Forum für unsere Leser, der Ort, an dem sie über das Buch diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen können. ( … )

Wir sind berührt und entfremdet von dem Werk, das mit den Namen weniger das Schicksal vieler wieder aufruft. Es sollen viele sein, die darüber diskutieren.

WIE der Meinungsmacher die plötzliche Wendung zum permeablen Netz via READING ROOM argumentierte , liest man in dessen Entrée seit 3. 2. ( 8 ) :

FAZ READING ROOM detailDer F.A.Z. Reading Room ist das multimediale Diskussionsforum zum exklusiv vorabgedruckten Fortsetzungsroman der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In seiner diskursiven Vielfalt, seiner Textnähe und Aktualität ist der Reading Room eine ideale Diskussionsplattform für alle Literaturinteressierten, die sich am Gespräch über die wichtigen Bücher unserer Zeit beteiligen wollen.

Dabei steht der Reading Room auf zwei Säulen: Er ist zunächst ein Forum für Leser, der Ort, an dem Sie über unseren Fortsetzungsroman diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen. Neben dem Leserforum haben wir ein Expertenforum eingerichtet, ein Podium, auf dem Historiker wie Götz Aly und Ulrich Herbert mit Literaturwissenschaftlern, bekannten Publizisten und Redakteuren der F.A.Z. über den Roman sprechen und streiten wollen. Ihre Beiträge können von allen Nutzern kommentiert werden. |||

KEIN AUSBLICK

In 18 Folgen soll es so nun also via Text , Audio , Video , Expertenmeldungen und Leserfragen gesittet im READING ROOM zugehen : Dezidiert tritt in|ad|ae|qu|at vom aufgelegten Beobachterposten beiseite . Mögen nervenstärkere Kräfte den READING ROOM- Watch besorgen . Umblaetterer , bitte übernehmen ?! - |||

FAZ READING ROOM 01

ANMERKUNGEN

1 ) Mike S. Schäfer : Aktuelle Humangenomforschung in der Mediendebatte ( Gen-ethischer Informationsdienst , Jg. 20 )

2 ) Frank Schirrmacher : Wir brauchen eine Debatte [ Rede zur Verleihung des Jacob- Grimm- Preis für Deutsche Sprache 2007 ] ( SZ , 29. 10. 2007 sowie u. d. Titel Wie das Internet den Menschen verändert , FAZ , 30. 10. 2007 )

Das Netz ist auch ein Medium, das in steigendem Maße Nicht- oder Fastnichtmehrlesen ermöglicht, und wer das nicht glaubt, schaue sich die Verfilmung von Archiven bis zu Gebrauchsanweisungen auf Youtube an. Jetzt aber verändern sich die Gehirne. In welchem Ausmaß das geschieht, ist selbst der Forschung noch nicht klar: Fest steht, dass der ikonographische Extremismus, dem die Jungen und Jüngsten im Internet ausgesetzt sind, wie eine Körperverletzung wirkt. ( … ) Die Sprache dieser ersten Internetgeneration ist beängstigend roh, sie kommt aus den Bildern und handelt von den Praktiken, die diese Protagonisten in irgendwelchen Nischen gesehen haben. ( … ) Dies ist kein Kulturpessimismus. Gerade diese Beispiele zeigen, warum die Zeitungen gebraucht werden und was geschieht, wenn man die vermittelnden Instanzen der großen Zeitungen ignoriert.

  • dazu Christian Stöcker : Das Internet ist an allem schuld ( SpOn , 29. 10. 2007 )
  • dazu Replik Frank Schirrmacher : Heisere Stimmen aus der journalistischen Sahelzone ( SpOn , 31. 10. 2007 )
  • Dass aus alldem von SPIEGEL ONLINE reaktionäres Bewusstsein konstruiert wird, ist letztlich egal. Dass nur die “Druckerpressen das Abendland retten” können oder das “Internet an allem schuld sei”, steht nicht nur nicht in meiner Rede - ich wüsste keinen Menschen auf der Welt, der diesen Quatsch glauben sollte. Das ist Polemik, aber besonders gut finde ich sie nicht. Das ist ein Kampf gegen Vogelscheuchen, der Leserkommentare erzeugt, aber nichts mehr mit den Tatsachen zu tun hat.
    Was also wurde in der Rede kritisiert? Die pornografischen und kriminellen Bild- und Filminhalte, die Nachrichtenenten, die Boulevardisierung der “News” und deren prägende Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Außerdem: der Aufkauf von Zeitungen nach den Maßgaben der Rendite. Starke Qualitätszeitungen sind ein Gegenmittel gegen die absolute Welt des Internet.

    3 ) Frank Schirrmacher : Cruise als Graf von Stauffenberg : Die unmögliche Mission ( FAZ , 9. 7. 2007 )

    Zwischen Ron Hubbard und Stefan George liegen - um jedes Missverständnis auszuschließen - Lichtjahre. Der George-Kreis war keine Hunderte-Millionen-Dollar-Industrie und auch kein Instrument finanzieller Bereicherung. Und dennoch wäre er heute im Überwachungsbereich des Sektenbeauftragten und - denkt man an die von George 1933 zugestandene „Ahnherrschaft“ der „neuen nationalen Bewegung“ - auch des Verfassungsschutzes.

    4 ) Frank Schirrmacher : Stauffenberg-Film - Tom Cruise im Bendlerblock ( FAZ , 15. 9. 2007 )

    Denn dass der Film von Bryan Singer und Tom Cruise ein globales Publikum erreichen wird, daran kann kein Zweifel bestehen. Hunderte Millionen Menschen werden zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren, dass es Widerstand gegen Hitler gab. Wie die Dinge stehen, werden sie es dank der Techniken Hollywoods auch nicht mehr vergessen – der Film wird nicht nur ein Film über Stauffenberg, er wird ein Film über den deutschen Widerstand, seine Gewissensnöte, seine Tragik und auch, in wenigen Sequenzen nur, ein Film über die Verlassenheit der Nina von Stauffenberg. ( ..) Der Film zielt auf Deutschland selbst: Uns Deutschen mangelt es vielleicht nicht am Wissen über den 20. Juli, womöglich aber an der Emotion, ja dem Mitgefühl mit den damals handelnden Personen. Gelingt der Film, wird der Bendlerblock in Berlin von einem Ort des staatlichen Gedenkens zu einem der meistbesuchten Mahnmale des Landes, zu einem Ort jedes Einzelnen werden können.

    5 ) Frank Schirrmacher : Ein Mann der Courage . Laudatio auf Tom Cruise ( FAZ , 30. 11. 2007 )

    Tom Cruise nahm sich nämlich eines Themas an, das mir sehr am Herzen liegt, nicht zuletzt, weil sich mein Vorgänger als Herausgeber der F.A.Z., Joachim Fest, viele Jahre sehr intensiv damit beschäftigte: Ich spreche vom deutschen Widerstand gegen Hitler. Es hat mich immer bedrückt, dass es beinahe unmöglich war, das Ausland darauf aufmerksam zu machen, dass es auch innerhalb Deutschlands Menschen gab, die ihr Leben riskierten, um sich den Nazis zu widersetzen.

    6 ) Genauer : Die ersten 120 Seiten von insgesamt 1381 in der Übersetzung von Hainer Kober .
    7 ) Seid ihr überhaupt sicher , dass der Krieg vorbei ist ? - Eine Werkeinführung von Frank Schirrmacher
    8 ) “Was ist der Reading Room ?FAZ READING ROOM 02

    BLOG REACTIONS
    Pourquoi je ne ferai pas de chronique sur Les bienveillantes ( Chroniques du jour d’après via Olivier ) , Goncourt : Littell aurait préféré ne pas ( La République des Livres ) , FAZ- Schirrmacher , das Internet, das Abendland und der Untergang ( Kulturwissenschaftliche Technikforschung ) , Der “FAZ”-Herausgeber und der Scientologe ( Indiskretion Ehrensache | Rivva ) , Getrennt marschieren , vereint schlagen - Die FAZ leistet der Süddeutschen Zeitung Schützenhilfe bei der Web 2.0- Polemik ( Wissenswerkstatt ) , Ob Frank Schirrmacher gerade Selbstzweifel bekommt ? ( Indikretion Ehrensache ) , Frank Schirrmacher und der Rassismus der Minderheit ( A. Posener , WELT ) , Die Doppelzüngigkeit der FAZ ( FXMBR ) |||

    KLANGAPPARAT

    TAKE SOME TRAX OF TECHNO TO KLEAN YOUR BRAIN : So etwas lässt sich freilich viel poetischer formulieren . Vor allem , wenn man als Produzent solcher kathartischen Kräfte figuriert . H. P. Lovecraft , Salvador Dali und die Strugatski- Brüder stehen für surreal abjekte Hirnbilder , wie sie der Russe HUGOBOY ( vulgo Eugene Chebykin , MySpace ) mit seinen Klängen assoziiert . In der Eigenwerbung klingt dies dann wie folgt : “Streams of czz hörempfehlungsounds carry you away to a fairy tale in which millions ends , and you are simultaneously both the protagonist and the author of this fairy tale.” - Interessante Position für einen Techno- DJ aus Kurgan / Sibirien , der einsam an seinen Reglern dreht … würde der Spruch doch viel eher auf das neue Mitmach- Märchen des FAZ- READING ROOM passen ?! - Anyway . Bereits die Techno- Doppelhaushälfte des japanaischen Labels BUMP | FOOT bürgt für Qualität , welche allerdings im Genre des Techno nicht notwendig in den Körnungen muikalischer Differenziertheit besteht . Schon eher in klaren taktischen Profilen mit originell eingelagerten Spielen . Und das vermag die EP 8TH FLOOR ( bump 055 ) zweifelsfrei zu bieten . Und noch ein Plus : Vorliegende Tunes sind als hurtige Schulung in Sachen Sturheit beim täglichen Menschärgeredichnicht ziemlich dienlich ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. 8th Floor (6:10) | 02. Flea’s Adventure (5:49) | 03. The Way Home (6:12) | 04. Olympiade 80 (4:57) | 05. Tinto Brass (6:54) | 06. Ketaminimal (6:15) | TT 36:17 |||

BITCHES BREW : Unser Törichtes Gehör



Es gibt ein Gedicht des schwedischen Schriftstellers Lars Gustafsson , das heisst DIE STILLE DER WELT VOR BACH ( Stillness of the World Before Bach / Världens tystnad före Bach ) .

czz- pikto blind fuer TOD Auf Joe Zawinul und Miles Davis gemünzt , möchte man von “unserem törichten Gehör vor BITCHES BREW” sprechen . Und bis zum grossen Featuring von Person und Werk mit der WDR Big Band auf der Doppel- CD BROWN STREET ( 2006 ) ist diese Jazz- Lokomotive mit Volldampf gefahren . Energy and Spirit .

Heute in Zawinuls Wiener BIRDLAND : Richard Österreicher Bigband , In Memoriam Joe Zawinul ( 21:00 )

czz- pikto blind fuer TODZawinul , sights and sounds : Joe Zawinul,Trilok Gurtu Orient Express Part 1 & Part 2 ( LISTEN AND WATCH HIM PLAY : HOT ! ) , Zawinul Syndicate - Jarasum festival 2006 ( some NICE CLOSE UPS @ half time , perfect sound : HOT ) , Zawinul Syndicate - 70th Birthday Tour Paris ‘02 ( der Schwerenöter ) , Zawinul, McFerrin, Marthe, Biwandu in Marciac 2004 ( minor sound quality ) und Zawinul Syndicate, Guetersloh, Germany 2007 03 23 outro ( private rec : minor sound , “tief” wienerische Absage ) .

Bemerkenswert : Zawinul home , WDR Big Band , Birdland . Und : In der English Edition von Wkipedia ( Stand 12 . 9. , 8:24 ) ist eine Klausel zu lesen , welche in der deutschen Fassung KEINE Entsprechung hat :

This article is about a recently deceased person. Some information, such as the circumstances of the person’s death and surrounding events, may change rapidly as more facts become known.

Der Rest ist Obituary- Business As Usual auf einer nach unten offenen publizistischen Skala .

MSM :

Blogs :

czz- pikto blind fuer TODund als Stream :

Ein klassisches Tribute To Joe Zawinul von Franz “Jazzin” Otto @ PLAY.FM . - - - Eine Stunde , zehn Minuten , vierundzwanzig Sekunden lang . - - - Stottert der Download oder wird hier tatsächlich mitunter gescratcht ??? ( Wir fürchten : Ja . )

POST PAPAM



Wohin , peilt ein Papst Richtung Wien ? - Möglichst wie die Australier : Bush kommt - ab in den Busch . Man erinnert sich an Polizeisperren und dröhnende Hubschrauberflotten anlässlich der Besuche des late Karol Józef Wojtyla / Johannes Paul II. und würde Fersengeld geben .

Diesmal aber verhält es sich anders : Soll der Hype und das vom Vorgänger Benedikts XVI. eingeführte Pop- Pope- Syndrom doch toben , was mich diesmal interessiert , ist , dass sich RADIO VATIKAN in “unserem” Kunstradio- Studio einquartiert hat . Schliesslich ist der ORF Host Broadcaster ( > siehe : Medienpools beim Papstbesuch ) und man möchte ja doch sehen , wie die Leute arbeiten . die Pressemappe , ein knappe Kilo schwer , macht neugierig . Erste Berichte , nach welchen ein eleganter Redakteur geduldig seiner Sekretärin lectio + translatio aus der NEUEN KRONEN ZEITUNG lauscht , könnten trügen : Die Leute kommen drei Tage lang nicht aus dem fensterlosen Raum hinaus , umstellt von allen möglichen TV- und Live- Stream- Bildschirmen .

Papst Wien Radio Vaticana Funkhaus ST4 070909 05

Und bewegen sich damit auch nicht eben mehr wie die Berichterstatter anderer Medien : Da - wie beim Besuch George Bushs im Juni vorigen Jahres - die Kubaturen der Auftrittsorte begrenzt sind , bleiben die meisten Schreiber und Radiomenschen hinter verschlossenen Türen und aussen vor . Lediglich für Foto und TV- Kameras gibt es Pool- Orts- Termine : Jeweils mit Angabe von Motiv , Blickwinkel und Entfernung . Besonders gut gefallen mir die Angaben zu POOL # 9C:

Motiv : Eucharestiefeier im dom zu St. Stephan; Predigt von Papst Benedikt XVI. Position: Westempore (Balkon gegenüber des Hauptaltars - Blick von oben) . Termin : Sonntag, 9. 9. 2007, 10.00 Uhr - Dom zu St. Stephan. ( … ) Zugelassen: Kamera/Foto. Hinweis: Distanz ca 70m

Auch für die Bilder gibts übrigens ein Gratis- Service via APA unter papstbesuch.picturedesk.com . DieSZ und DER STANDARD bedienen sich zweifelhaft geistreichlich am windverwehten Kopfüber der … ist es nun tatsächlich eine Kasel ? - “Höhepunkt des Besuches ist aber” , beginnt die SZ ihre Bildstrecke , dass und WIE “der päpstliche Umhang aufflatterte. Von eindringlichen Appellen ließ sich Benedikt XVI. deshalb nicht abhalten.” - Die Bayern müssten die korrekte Bezeichnung des liturgischen Herrenoberkleides doch eigentlich kennen ? - Der STANDARD nimmt’s schlicht für ein Cape und kalauert kolossal komisch : Ansichtssache: Rotcapechen in Action ( … dass der Artikel - noch - keinen eigenen Permalink besitzt , dafür kann ich nicht : Dafür mach ich mir , wie man sieht , meine grammelnden Bilder selber ) .

“Selbstgemachte Bilder” … (angeblich per Handy , nu … ? - Wie mögen die Herrschaften der scene of the …. blessing wohl so nahe gekommen sein ? Foto- Pools unter 25m Abstand waren nicht zu haben . Also Regen , erste Reihe , stets ?! ) … werden von zwei Jungmitarbeitern des STANDARD als Sättigungsbeilage zu einem äusserst dürren Papstblog serviert . Pardon schon , wenn ich mit Grund vermute , dass hier nichts Anderes als ein TV- Live- Blogging geschah : Zu nahe sind manche Einträge dem Geplapper der TV- Kommentatoren , Zeit zum Denken dürfte da kaum geblieben sein :

Knapp über 50 Menschen wurden vom Roten Kreuz versorgt, zwei Männer über 80 sind leider verstorben.” (08.09.07 | 11:11)

Dazu die bekannt geschmackvollen Kommenare der User des QUALITÄTSBLATTES . Wanna more ? Dig in :

Mode-Papst. Der Papst erscheint in einem blau-gelben Messgewand, entworfen von der steirischen Künstlerin Edith Temmel ( 08.09.07 | 10:50 )

Sehr originell auch der Titel des vorher gehenden Postings :

Frischluft für die Gnadenmutter. Die Magna Mater Austriae wird auf den Vorplatz der Basilika getragen. (08.09.07 | 10:44)

Der letzte Halbtag - Heiligenkreuz , Konzerthaus - wird einfach ausgelassen . Eine sonderbare ( und offenbar nicht weiter erklärungsbedürftige ) Methode :

Sonntag, Tag des Herren. In der Messe und beim Angelusgebet betonte der Papst und die Wichtigkeit des Sonntags. Der nächste Programmpunkt der päpstlichen Pilgerreise ist der besuch in Heiligenkreuz. Die Sonne scheint. Wir verabschieden uns hiermit! ( 09.09.07 | 13:50 )

Tell me why . - Oder besser nicht ?! - Zu allem Überfluss meldet sich post festum im KOMMENTAR DER ANDEREN ein seit eineinhalb Jahrzehnten an juveniler Frechheit vorbeialternden Schreibers : Wer im Glashaus sitzt … Für Nichtatheisten eine Topsensation und ein Megafaszinosum - Ein TV-Tagebuch-Spezial zum Pontifex-Besuch ( posted 09. September 2007 | 19:12 ) . Papst- Talk im Modus des Fussball- Jargons . Habt Acht , liebe Leute : Der Mann wird dann bei der EM08 die ekklesiastische Sprache bemühen ….

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Die FAZ tadelt indes das Endlos- Geplapper im Fernseh- Kanal ORF 2 bei gleichzeitiger Papst- Leere auf dem Einser . WIE mag man WEM da etwas recht machen ? - DIE PRESSE bleibt im Leitartikel ihrer christlichen Haltung ( und dem Event- Sponsor Raiffeisen ) treu : Der Papst ist weg – die Ignoranz bleibt nach dem Schema “Der Tag geht – Johnnie Walker kommt” . Die NZZ bietet heute gar nichts mehr in der basalen Online- Ausgabe , im Print nur mehr eine AP- Notiz auf Seite 2 ( Der Papst beklagt die Krise des Westens . Abschluss des Österreich- Besuchs ) . Bei ORF ON darf man Malen nach Zahlen :

67.000 in Wien, Mariazell und Heiligenkreuz. Nach offiziellen Angaben des Innenministeriums sind 67.000 Gläubige zu den öffentlichen Auftritten des Papstes in Wien, Mariazell und Heiligenkreuz gekommen. Erwartet wurden mehr als 100.000. Beim ersten Papstbesuch von Johannes Paul II. 1983 konnte die katholische Kirche in Österreich noch 600.000 Gläubige mobilisieren, 1988 noch mehr als 225.000 und 1998 - am Höhepunkt der kircheninternen Krise rund um die Causa Groer - immerhin 100.000.

Der Prognose Pope Benedict is big business in Austria — and elsewhere wird es wohl ein bisschen in die heisse Suppe geregnet haben . Immerhin gab’s weder “Pope Beer” noch “Benedict pizza” :

A papal visit is always connected with big business, be it investments ahead of his arrival, sales during the visit or long term effects generated by his presence, however short, at any given location. ( … ) While Mariazell tourism officials said the pope’s visit was not intended to make money and vowed that none of the expected 40,000 pilgrims would be ripped off, it is clear that the village expects the approximately 900,000 euros (1.2 million dollars) invested in prettying up to pay off in the long run.

Village restaurants said they would however resist the temptation of putting “pope beer” or “Benedict pizza” on their menus. Neither will the pope turn into a gingerbread man. While the local delicacy is sold in boxes commemorating Mariazell’s 850th anniversary, there was to be no special papal gingerbread. ( … ) However, local tourism chief Christan Hulatsch admitted: “The PR is worth billions.” The same sentiments prevail in Vienna, where the pope will spend two days out of this three-day visit. The approximately 50,000 visitors attending papal masses will generate about 2.7 million euros additional value, Vienna’s trade chamber said.

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Nun, da wir vom Geld reden und die Kollegen von RADIO VATICANA im grossen Hörspielstudio des Wiener Funkhauses ihre Nachrichten editieren : Der Betrieb des jesuitisch ( sic ) geführten gebühren- und werbefreien Senders kostet - laut Wikipedia - den Heiligen Stuhl etwa 20 Millionen Euro . Radiotechnisch interessant : Die angebliche Vorreiterschaft im Digitalen ( DRM ) . “[R]und 35 Sprachredaktionen” ( Selbstauskunft RV ) bereiten Content in 47 Sprachen zu .

Regelmäßig sendet Radio Vatikan in: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Armenisch, Bulgarisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Esperanto, Estnisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Italienisch, Japanisch, Kisuaheli, Kroatisch, Latein, Lettisch, Litauisch, Malayalam, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Somalo, Spanisch, Tagalok Tamil, Tigri, Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch, Urdu, Vietnamesisch, Weißrussisch. Gelegentlich sendet Radio Vatikan auch in: Ewondo, Kinyarwanda, Lingala, Tshiluba, Kigongo, Kirundi, Malgasch.

Sind denn die anwesenden Redakteure sämtlich Theologen ( und einige kesse Mädels an Bord ) , erkundige ich mich bei der Dolmetscherin . Nein , die Meisten ganz normale Medienprofis .

Die rund 210 männlichen und weiblichen Redakteure kommen aus etwa 60 Ländern der Erde. Insgesamt sind etwa 400 Personen bei Radio Vatikan angestellt. Radio Vatikan beschäftigt auch Auslandskorrespondenten, die aber nicht ausschließlich für Radio Vatikan arbeiten. Wichtig sind auch “Ansprechpartner” in vielen Ländern, die bereit sind, Interviews aus ihrem Fachgebiet zu geben.

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Hier jetzt vor allem Kollegen der Osteuropa- Redaktionen , da die Mariazeller Maria dort besonders viel gilt . Stille Hektik herrscht , das ganze Programm ist nach Heiligenkreuz in Verzug geraten . - Inzwischen gibt es eine komplette coverage auf der offcial site www.papstbesuch.at mit den PREDIGTEN & ANSPRACHEN in Text und AUDIO ( Audio-Beiträge und Tondokumente zum Nachhören und Download plus einem Podcast via Studio Omega . Wieder eine Entdeckung : “Der ökumenische Verein Studio Omega hat es sich zur Aufgabe gemacht, Privatradios in Österreich und darüber hinaus sowie kirchliche Websites mit Audioprodukten rund um Kirche und Religion zu beliefern.” ) .

Weitere Goodies : DER PAPST AM HANDY (SMS : Klingeltöne Segensworte Zitate ) , SERVICE ( Pilgerinformationen, Servicehotline und aktuelle Wetterprognosen ) und ein Digest der Medienberichterstattung zum Papstbesuch . Wieder interessant : ORF, ATV, ARD, ZDF, “Radio Stephansdom” und “Radio Maria” werden angeführt , NICHT aber RADIO VATIKAN .

Auf dieser Seite erfahren wir auch , dass Papst- Rosenkranz und -Medaille , welche unser Companero von DRV- Redakteurs Aldo Parmeggiani als Dank für diverse Handreichungen zum Geschenk erhält , NICHT von einem VATKANISCHEN , sondern vom persönlichen WAPPEN PAPST BENEDIKTS XVI. geschmückt werden . Nun : Im System “Vatikan” gilt der Papst als absoluter Monarch . Schwer vorzustellen . Nachlesen dort bitte auch die Story um den “gekrönten Afrikaner” bzw. “caput aethiopis” , dem Blason- Mohrenkopf der Erzbischöfe von München und Freising .

Und was sagt aber nun die Blogosphäre , sehen wir einmal vom STANDARD- Missgriff ab ? - Überraschend die oenologische Expertise zum päpstlichen Messwein @ The Drink Tank :

Als der Wiener Winzer Rainer Christ aus Grossjedlersdorf Anfang des Jahres zum diesjährigen Messweinlieferanten für den Wiener Stephansdom ausgewählt wurde, lieferte er den Jahresbedarf von 400 Flaschen Weisswein aus seiner Produktion an den Sakristeikeller. Da hatte er noch keine Ahnung davon, dass einer dieser Weine bei der heutigen Papstmesse den Kelch füllen würde, den man Benedikt XVI. zur Wandlung reichte.

Meiner Meinung nach … beanstandet die wenig ausgereifte Protest- Kultur in Österreich, konkret bei den Anti- Papst- Kundgebungen wenn etwa die Sozialistische Jugend “mit Plakaten mit Sprüchen wie ZUR HÖLLE MIT RATZINGER ihre Meinung kundtut” . - - - Ob die Idee einer “Antiklerikale[n] Party” unter dem Motto “Heidenspaß statt Höllenqualen!” tatsächlich so gut war , wird auch der Kirchensteuer- Abstinenzler bezweifeln . Nun gut , der im Pressespiegel zu sichtende KRONE- Kolumnist Michael Jeannée bleibt weder seinem Ruf noch dem Gesamtniveau der Veranstaltungen ein Unwort schuldig . Das nennt man dann wohl einen “restringierten Code” . Hier wie da .

Wenn alle Stricke und Rosenkränze reissen , bleibt immer noch der online- papstshop : Bücher, CDs, Mariazeller Madonnen ( 25 bis 47 cm ) sowie “Mariazeller Schmankerln” ( = Lebkuchen ) und die üblichen T- Shirts und tja , auch hippe Meldertaschen . Ausgerechnet ! - Ein schönes Beispiel zur De- und Re- Kontextualisierung von Gebrauchsgegenständen via Mode . Und die Militär- nun als Papst- Tasche daherkommt .

Update 26. 9. : POST PAPAM- Manöverkritik : Der Papst auf dem Musikteppich ( Debatte Qualitätsjournalismus . Befund :  zu viel Heiliger Vater ,  zu viel Verprominenzung , aber Grund zur Hoffnung” )

N. B. : Und wie halten wir’s mit der Selbstkritik - ein Standard ?

dia LOG + LEKT isch



Der Briefwechsel , welchen Theodor W. Adorno und Walter Benjamin ab 1934 unterhielten , ist als Zeugnis so bedeutend wie vieldeutig . Ko- Respondenz im Wortsinn , beantworten hier einander zwei ( mit ihren 1925 bzw. 1928 gescheiterten Habilitationen ) akademische Aussenseiter auf der Suche nach Fundament und Signatur der Moderne .

Die Parallelen von “zwei Intellektuellen, die am selben Knochen nagen” ( Adorno ) brechen sich an den lebensweltlichen Differenzen : hier Benjamin , mittellos , im Pariser Exil , geistig beheimatet und aufgehend im Jahrhundert- Projekt der “Passagen” ; dort Adorno , elf Jahre jünger , finanziell und institutionell eingebunden , sich in ehrgeizigem Willen zu Werk und Wirkung verzehrend .

Diese mehrfache Verschränkung der Interessen lädt den Wortwechsel mit einer komplexen Dynamik auf , welche weit über das rein Private und Philosophische hinaus weist . Aus dieser inneren Elektrizität schlägt eine mutige akustische Annäherung nun Funken und Feuer : Die sorgfältig gewählten Zeugnisse akzentuieren die Meilensteine einer Beziehung des Werbens und Begehrens , Gewährens und Zurückweichens .

Mit Hanns Zischler , der die Adorno- Parts männlich drängend gibt und Martin Wuttkes weich leisem , manchmal fast weiblichen Benjamin wurden zwei fähige Sprecher gefunden , die halsbrecherische Syntax beider Schreiber zu meistern . Harald Krewers resolute Regie bewahrt den Wortwechsel glücklich vor den Untiefen persönlicher Einfühlung , gleichzeitig aber auch vor abstraktem Abheben . Durch den Kunstgriff , mit dem Herausgebers der Briefe , Henri Lonitz , einen sehr lebendigen und kundigen Kommentator zwischen die Papiersätze zu platzieren , erhält das Geschriebene und Gesagte Erdung und Lebenswelt . Selten treffen handwerkliches und konzeptuelles Können so glücklich zusammen wie in dieser Produktion - einem bemerkenswerten Plädoyer für die Möglichkeit eines richtigen Denkens im falschen .

Theodor W. Adorno | Walter Benjamin : Briefwechsel, gelesen von Martin Wuttke u. Hanns Zischler, kommentiert von Henri Lonitz, 3 CDs ( 180 Min.), speak low 2007 ||| Picto “Suchen” : Kati Söderberg @ papunet.net |||

Rhythmisch geklügelt im chiaroscuro zwischen ambient und minimal ::: czz hörempfehlung

23 metronome und -pole minuten von Kroatiens Gestaden . Kalope aka Jan Nemecek lässt in schönster Wiederholungtat auch die neue EP Flatfield beim Belgrader netlabel norbu erscheinen - nicht eben zum Schaden seiner Gastgeber - 01.flatfield (11:52) , 02.lintilla (10:53) . Wie man sieht , wie man hört : es lohnt sich . Aberdassagensiejaimmer .