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	<title>in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at &#187; Autorschaft</title>
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		<title>Salon Littéraire &#124; Gundi Feyrer : BILDERWASSER (Auszüge)</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 05:20:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Literatur @ in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text Salon Littéraire &#124; Gundi Feyrer : BILDERWASSER ( Auszüge ) SCHREIBEN, Pelz blinden Tuns, zuerst das Blinde tun, Fratze tun, das Tun, das verschiedene Inhalte und Knospen aus sich selbst heraus (und) treibt: der Herr, die Sonne, Wetter und Blätter, ist...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text</p>
<p><strong>Salon Littéraire | <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/gundi-feyrer/">Gundi Feyrer</a> :</strong></p>
<p><strong>BILDERWASSER ( Auszüge ) </strong></p>
<pre><code> </code></pre>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/gundi_feyrer_bilderwasser_01.png" alt="Gundi Feyrer Bilderwasser 01" hspace="2" vspace="2" width="450" height="636" /></p>
<p><em>SCHREIBEN</em>, Pelz blinden Tuns, zuerst das Blinde tun, Fratze tun, das Tun, das verschiedene Inhalte und Knospen aus sich selbst heraus (und) treibt: der Herr, die Sonne, Wetter und Blätter, ist das Ich und staffiert zurecht, indem irgendwo irgendetwas wiedererkannt wird, indem es Inhalte ausschüttet; die Brache, das Unnütze liegt vor blinden Augen, erhält Inhalt, worauf sich beide vermischen, weil da ein Auge ist, das dann sagt: ich sehe etwas.<br />
Oder: Milch gerinnt zu Regenbogen.<br />
<em>Haus des Nichts</em> , aus dem heraus, Alles, und das diktiert ein Etwas, diktiert ein ganzes Faß, Haus aus Reichtum und geschmückt mit Fahnen, gewebt aus Stimmen jeden Außens und die fassen das, was da ist und sich selber schreibt, leicht und viel, schreibt ein Ich das, was da geschrieben wird, während kein Ich gar nicht weiß, was da ist, während es Begriffe hißt, runde vielleicht, die ins Oben fahren und sie breiten sich aus, aus Allem rundum heraus und verflüssigt zu Geschriebenem, das sitzt auch im Hals, im Geschirr fester Zähne und loser Kraft, schreibt feste Form aus Namen, die werden Wörter und lassen Sätze schreiben, während geschrieben wird, was gelesen wird, dann und das ist da: Stich aus der Mitte des Schreibens.<br />
<em>Fluß</em>: aus dem Nichts, aus dem Alles heraus, diktiert ein Etwas, angereichert durch die Stimmen jeden Draußens und Wind, der da schreibt, vielleicht Licht, schreibe ich und wird geschrieben, weil ich zuerst gar nicht weiß, was da in meinem Griff ist und das, was sich da ausfährt, um sich weiter auszubreiten und vom Flüssigen zum Starren überzugehen, um dann, als Geschriebenes im Gebiß sichtbarer und fester Form mit Namen, Wörtern und Sätzen, geschrieben worden zu sein, das, was sich da in der Mitte des Schreibens selbst befindet.<br />
<em>Ein Windstoß</em>: der Satz &#8220;Kühlschrank singt Insekt&#8221; ist da und öffnet sich, hat sich schon vor alles andere vorgedrängt, hat ins Maul gepaßt und schon lange hat es seinen Platz zwischen allem und auch dem Brachdaliegenden, im Noch-Verborgenen, sichtbar eingenommen.</p>
<p><em>QUELLE<br />
</em>Wellen aus Wiese, sichtbar und rollend, mit dem Segel eines Baums.<br />
Der mit seinen Wurzeln die Erde vor sich hertreibt, um dann immer aus verwachsener Böschung herauszuspringen. In die Augen, mit den Äpfeln und dem Wind.<br />
Mein Blick liegt im Freien, zu einem Zopf aus Wind und Sonne verknotet, streift ein Kopf Tapete, fährt eine Schere aus Papier an der Wand entlang und schneidet Rosenblüten auf. An der Wand entlang, hinüber zu einem Vorhang, der alle Zimmer teilt.</p>
<p><em>DIE NACHT<br />
</em>habe ich, fern von allen Nächten, verbracht und<br />
nicht ins Reine, sondern ins Unreine, Verschwommene,<br />
Schmutzige und Unsaubere geschrieben.<br />
Mit Gewicht aus Himmel,<br />
meiner Kraft anderer Augen<br />
ist die Nacht nur eine Schicht Wörter, die<br />
in diesem Himmel sitzen,<br />
weil die Schrauben des Seils, der Seile,<br />
an denen ich hänge, nicht fest sind.</p>
<p><em>DAS DENKEN<br />
</em>bewegt sich (und ist nicht festzumachen, läuft mit sich selbst davon),<br />
viel Salbei, Hund,<br />
läuft an der Hand der Wege, deren Ränder Häuser bauen,<br />
die dann auch noch mit den Augen mitlaufen.<br />
Während ich Wege trete, habe ich sie immer<br />
schon ausgewählt. Das (Wege-)Treten, noch bevor<br />
man weiß, daß man es bereits tut und sogar<br />
bereits getan hat, und, während man es weiß, wird<br />
schon weitergetreten, auch den eigenen Schatten,<br />
der immer längst schon tritt, noch bevor<br />
man überhaupt gesehen hat.</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/gundi_feyrer_bilderwasser_02.png" alt="Gundi Feyrer Bilderwasser 02" hspace="2" vspace="2" width="450" height="650" /></p>
<p><em>DAS HIN- UND HERSCHLAGEN DER GESCHEHNISSE, AUF DEM WACHGANG DER SONNE</em></p>
<p>Und der Süden, der so leicht scheint<br />
der so schwer scheint,<br />
das gewichtige Scheinen<br />
durch harte Falten aus Norden<br />
hindurch, da sitzt ein Hund,<br />
an der Seite eines Bootes.</p>
<p>Ein Hund sitzt an der Seite eines Bootes<br />
sitzt am weiten Gedanken,<br />
denkt den weiten Gedanken eines<br />
Bootes.<br />
Ein Hund sitzt den weiten Gedanken<br />
eines Bootes,<br />
sitzt die Weite des Gedankens, den das<br />
Boot in sich trägt.<br />
Die Wellen schlagen den Schaum<br />
dazu, der ist vor dem Boot,<br />
der kaut Saum.</p>
<p>Ein Hund setzt die Seite eines Bootes<br />
ein weites Stück Gedanken in den<br />
Sand voran, weiter.</p>
<p>Ein Hund setzt die Weite der Gedanken, die<br />
das Boot mir eingibt, in den Sand.<br />
Auch sitzt er daran, dasselbe Stück entfernt.<br />
So wird der Hund zur Weite eines Gedankens<br />
zur Weite der Tracht der Gedanken, die das<br />
Boot mir eingibt.</p>
<p>Ein Boot reicht mir die Weite meiner Gedanken,<br />
die hängt an ihm, selbst, dem Boot mit dem<br />
Sitzen eines Hundes. Der hält das Boot mit<br />
meiner Weite ein Stück von sich ab, in den<br />
Sand gesetzt. Die Wellen schlagen harten<br />
Schaum dazu, der läßt Ränder tanzen.<br />
Jeder weiß alles. Wenn er nur will.<br />
Das wissen, was er weiß, weiß, weiß<br />
und blau.</p>
<p>Einfach ein Kasten.<br />
Der Hund steht jetzt, auf seinen<br />
Beinen.<br />
Ich esse zu seinem Stehen etwas dazu<br />
und das blaue Schlagen der Wellen<br />
dreht mir den Magen um.<br />
Ein Baum aus Gummi steht still und atmet doch.</p>
<p>Die Rosen des Meeres<br />
hüpfen darauf in anderen Farben.<br />
In andere Farben hinein.<br />
Weil es sich dauernd bewegt.<br />
Wasser ist zum Fuchs gemacht (der<br />
hängt um Falten aus Hals herum).</p>
<p>Ich bedecke mich mit gekanntem Bild.<br />
Ich bedecke gekanntes Bild mit einem<br />
Hund. Ich kleide meine Gedanken mit<br />
verkanntem Hund, der sitzt neben<br />
einem rosigen Boot und stinkt trotzdem.</p>
<p>Mein Kleid ist ein stinkendes Boot und der Hund, der neben mir sitzt, rötet das Weiß des verkannten Schlagens der Wellen und wässert im Saum meines Sitzens.<br />
Ein Fischer steht räudige Härte aus flüssigem Rand zu sandigem Boot aus rosigem Sand mit mehr Luft als sonst.</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/gundi_feyrer_bilderwasser_03.png" alt="Gundi Feyrer Bilderwasser 03" hspace="2" vspace="2" width="450" height="600" /></p>
<p>Idee eines <em>WÖRTER-ZIMMERS</em>:</p>
<p><em>Die Schmuckstücke</em> : das Leichte, im Hals des Verdichteten, während das Fliegen Säulen baut, die in den eigenen Himmel hineinführen sollen.<br />
<em>Der Fuß- und der Erdboden</em> : Beobachtungen. Alles mit den Augen abfahren, ein Stück Rasen barfuß überqueren.<br />
<em>Die Stühle, die Tische, alle Möbel</em> : Hals des Verrückbaren, das, das an einem gewissen Faden &#8220;nur hängt&#8221; oder schaukelt und dadurch zum kurzen Verweilen, Nachdenken, einlädt. Das Ergebnis wären somit die Ereignisse, die diesem Zimmer passieren&#8230;<br />
Oder: einen <em>Stern</em> und kein Buch zu schreiben: alles soll hinaus, und nicht zu einem Kern, hin, führen.<br />
Eine <em>Ohr-Skulptur</em> : Glanz des Dastehens, Geräusche aus Material, Kurven kalt schwingender Wörter, deren Bedeutung an der eigenen Form gleich wieder abfließt.<br />
Text und Musik wie eingeweichte Linsen in einer Schüssel mit Wasser bewegen: ich möchte Stein singen können.<br />
<em>Findling</em>: Verständnis, Inhalt und Ablauf. Berge in sich haben, Steine, die immer kleiner werden, bis sie sich in eiskaltes Gemurmel auflösen. Fluß, dessen kieselnde Seiten mit der Hand zu verformen wären.<br />
(Oder: die Prosa läuft mit dem Text davon).<br />
<em>Jeder Text</em> hat seine ihm eigene Stimmung; in ihr, durch sie, ist er entstanden, sie ist das, aus was er letztlich besteht. Sein Gewebe, unsichtbar.<br />
Ein Bild betrachten: geräuschvolle Weile auf einem Blatt versucht sich mit dem, was hinter dem eigenen Rücken knistert, zu verbinden. Um dabei zu sein.<br />
Texte, die mit sich selbst davonlaufen.<br />
Bilder, die längst verschwunden sind, während sie noch dastehen und uns ansehen.<br />
<em>Etwas Bestimmtes denken</em> (falls das überhaupt wirklich &#8220;geht&#8221;), während man nicht einmal das Zimmer sieht, in dem man sitzt; Gehader und wechselnde Atmosphären in einer Schüssel mit Licht: strömendes Licht, auf dessen Rändern man entlangklettert; gestickter Raum mit Löchern und Kanten aus Dunkel und schließlich so etwas wie eine Nacht, die auf den Beinen eines Zimmers steht:<br />
Blumenranken hinter dem Außen, an dem man entlanggleitet. Kurven, Sprünge, bunte Schürzen aus schneller Form, unlichte und sich ständig verformende Massen, Eskorten eines Gefühls.<br />
Sie blitzen auf, im Lassen, als ob es sich um richtige Bilder handle.<br />
Abgeschlossenes, Fertiges, zu schnelles Sausen, nichts ist festzuhalten. Fluß: ein rosiges Gefühl aus Farbe rinnt zwischen den Fingern hindurch. Ränder: der Nachhall rinnt durch ein Fenster hindurch und alles scheint wahr, ist jedoch nicht mehr als mein Wunsch, so eine Ansammlung von Sinneseindrücken noch einmal zu haben, noch einmal zu versuchen, sie zu greifen &#8211; aber gleich bleibt alles hinter einem Vorhang, meiner Grenze im Kopf, hängen und löst sich auf. Vorhang, feines Netz, von mir fremder Geste bewegt; lässige, aber zu kurze und zu wenig leuchtende Ideen, die sich das Auge aus dem, über was es verfügt, diese Mischung aus Beobachtetem, Gedachtem, Gewohntem und Gewünschtem, um sich etwas Einzukreisendes daraus zu weben, schließlich webt.</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/gundi_feyrer_bilderwasser_04.png" alt="Gundi Feyrer Bilderwasser 04" hspace="2" vspace="2" width="450" height="600" /></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/gundi-feyrer/">Gundi Feyrer</a></strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/gundi-feyrer-auf-und-verzeichnungen/">AUF-   UND VERZEICHNUNGEN</a> &#8211; Tagebuch Madrid / Córdoba 2004 &#8211; 2006 (   Auszüge )</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/gundi-feyrer-8-kunstlerfiguren-en-miniature-eine-ausstellung/">8   Künstlerfiguren <em>en miniature</em> &#8211; eine Ausstellung</a></li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/gundi-feyrer-die-wolldecke-wut/">DIE   WOLLDECKE | “Wut”</a> ( Auszug )</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/gundi-feyrer-das-gebremste-wort/">Das   gebremste Wort</a> | Animationsfilm</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/gundi-feyrer-sieben-meter-im-quadrat-gedanken-in-einem-pariser-rattenloch/">SIEBEN   METER IM QUADRAT</a> &#8211; Überlegungen und Gedanken in einem Pariser   Rattenloch</li>
</ul>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong>Hinweis</strong></p>
<p>Der Band &#8220;<a href="http://www.ritterbooks.com/index.php?id=21&amp;tx_ttnews[tt_news]=303&amp;tx_ttnews[backPid]=3&amp;cHash=4d167a7705">Bilderwasser</a>&#8221; ist 2009 bei Ritterbooks , Klagenfurt erschienen .</p>
<p><strong>|||</strong></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Salon Littéraire &#124; Benedikt Ledebur : Montaigne &#8211; Von den Cannibalen</title>
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		<pubDate>Sat, 01 May 2010 09:00:13 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text</p>
<p><strong>Salon Littéraire | <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/benedikt-ledebur/">Benedikt Ledebur</a> :</strong></p>
<p><strong>Montaigne &#8211; Von den Cannibalen</strong></p>
<pre><code> </code></pre>
<p><a href="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/04/Hans_Staden_Cannibalen_in_Brasilien.png" rel="lightbox[14023]"><img class="alignnone size-full wp-image-14024" title="Hans_Staden_Cannibalen_in_Brasilien" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/04/Hans_Staden_Cannibalen_in_Brasilien.png" alt="" width="500" height="420" /></a></p>
<p style="text-align: right;">Illustration : <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Staden">Hans Staden</a> &#8211; <em>Warhaftige Historia . Zwei Reisen nach Brasilien</em> , 1548–1555<br />
( <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tupinamb%C3%A1">Tupinambá</a></em>- Indianer als Kannibalen )</p>
<p>Im ersten Buch, im berühmten Kapitel <em>Des cannibales</em>, bei dem Shakespeare für <em>The Tempest</em> Anleihen genommen haben soll [1], und im dritten Buch in <em>Des coches</em> (<em>Von den Wägen</em> [Kutschen]) ist die Entdeckung Amerikas das Hauptthema, das spektakulärer als jedes andere Montaignes Neugierde für fremde Kulturen entspricht, und ihm dazu dient, die Ansprüche der eigenen Zivilisation kritisch zu untersuchen. In der Gleichsetzung des menschlichen, krankheitsanfälligen Körpers mit dem für Entdeckungen und neuen Welterklärungen anfälligen Kosmos finden sich die driftenden Kontinente und sich abspaltenden Inseln seltsam beunruhigt: &#8220;Es ist nicht anders als ob in diesen großen Körpern, eben so wie in den unsrigen, von Zeit zu Zeit einige fieberhafte Bewegungen wären.&#8221;[2] Nach einer Warnung vor den <em>Meynungen des Pöbels</em> (<em>opinions vulgaires</em>), Erwägungen, warum es unwahrscheinlich sei, daß es sich bei der entdeckten Insel um das sagenhafte Atlantis handelt, und nach einer allgemeinen Abhandlung über die Glaubwürdigkeit von Zeugen und darüber, wie man richtig schildert, berichtet Montaigne in <em>Des cannibales</em> über die Bräuche brasilianischer Ureinwohner und ihrer kulturellen Leistungen, darunter das Liebeslied eines Kannibalen, das eine Schlange um Farbe und Muster für den Gürtel der Liebsten bittet (und das Goethe zu Nachdichtungen motivierte).[3]</p>
<p>Seine Kritik setzt am Sprachgebrauch seiner Landsleute an, die, weil sie die getöteten Feinde nicht fressen, sondern ihre lebendigen Gegner grausam martern, geglaubt hätten, sich für zivilisierter als die Menschenfresser [4] halten zu dürfen:</p>
<blockquote><p>Ich befinde, damit ich wieder auf mein Vorhaben komme, bey dieser Nation, soviel man mir erzählet hat, nichts wildes oder barbarisches ['<em>rien de barbare et de sauvage'</em>]: ausgenommen, weil ieder dasienige Barbarey nennt, was bey ihm nicht gebräuchlich ist. Denn wir haben auch in Wahrheit keine andere Richtschnur der Wahrheit und Vernunft, als das Beyspiel und die Vorstellung der Meynungen und Gebräuche, die in unserm Lande üblich sind. &#8230; Sie sind wilde, eben so wie wir die Früchte, welche die Natur für sich und nach ihrem ordentlichen Laufe hervor gebracht hat, &#8216;<em>wilde</em>&#8216; nennen: da wir doch vielmehr diejenigen, welche wir durch unsere Kunstgriffe verderbet, und von der gemeinen Ordnung abgebracht haben, &#8216;<em>wilde</em>&#8216; nennen sollten.[5]</p></blockquote>
<p>Montaigne schildert die Stammesgewohnheiten eines Volkes, das auf einem von ihm geographisch nicht näher bestimmten Küstenstreifen lebt, vom Hinterland durch hohe Berge getrennt. Der Leser erfährt, wie sie wohnen, was sie essen, was sie glauben und wie sie ihre Priester behandeln (z.B. wenn sie falsch prophezeien), ihre Begabungen und vor allem über ihre Tapferkeit in der Kriegsführung. Neben ihrem unbeugsamen Mut zeichne sie vor allem ihre Bescheidenheit in den Lebensgewohnheiten aus.</p>
<blockquote><p>Sie sind noch in der glückseligen Verfassung, daß sie nichts weiter verlangen, als ihre natürliche Bedürfniß erfordert. Alles was darüber ist, halten sie für überflüßig.</p></blockquote>
<p>Weder die Literatur mit ihren Beschreibungen des goldenen Zeitalters noch die Philosophie mit ihren Konzepten vom idealen Staat hätten eine Vorstellung von dem geben können, was die Erfahrungen in der neuen Welt gezeigt, nämlich mit wie wenig menschlichem Aufwand und Kunst sich eine Gesellschaft aufrecht erhalten lasse. Am Ende des Kapitels berichtet Montaigne von drei Indianern, die er in Rouen getroffen hatte, &#8220;elende Leute, die sich von der Neugierde hatten blenden lassen, und ihr schönes Land verlassen hatten, um das unsrige zu besehen.&#8221; Auf die Frage, wie sie das beurteilten, was sie in Frankreich gesehen hätten, wunderten sie sich darüber, daß der König ein Kind sei.</p>
<blockquote><p>Zum andern wunderten sie sich darüber (nach ihrer Art zu reden nennen sie einen Menschen des anderen Hälfte) daß sie unter uns Leute gesehen hätten, welche an allem einen Überfluß hätten, da hingegen ihre Hälften von ihren Thüren, verhungert und nackend, bettelten; und es käme ihnen seltsam vor, daß diese dürftigen Hälften dergleichen Ungerechtigkeit erduldeten, und daß sie sich nicht über die andern hermachten, oder ihnen die Häuser ansteckten.[6]</p></blockquote>
<p>In <em>Des coches</em>, dem 6. Kapitel des 3. Buches, das unter anderem den prunkvollen Kulturen in Peru und Mexico gewidmet ist, erklärt sich Montaigne unfähig für weite Seereisen, wie sie die Entdeckung Amerikas erfordert hatte, indem er anfangs seine Disposition zur Seekrankheit zum Anlaß nimmt, um über die Furcht nachzudenken, die Plutarch als Ursache dieses Übels anführt. Wie Schriftsteller im Allgemeinen wissentlich falsche Gründe anführen würden, wenn diese nur genug Eindruck erwecken und zur Eleganz der Argumentation beitragen, so sei auch diese Begründung falsch.</p>
<blockquote><p>Ich für meine Person bin sehr damit geplaget; allein ich weiß gewiß, daß sich diese Ursache bey mir nicht befindet: und ich weiß es nicht durch Schlüße, sondern aus einer notwendigen Erfahrung.[7]</p></blockquote>
<p>&#8230; <em>et le scay non par argument, mais par necessaire experience</em>, diese abschließende Bekräftigung der Wahrheit seiner Aussage durch die Erfahrung, läßt die Waage Montaignes sich auf die Seite der Vernunftskepsis neigen, während sonst die Gewichtung eher dem Zweifel an den Sinnen den Vorrang gibt. Montaigne spart nicht mit Selbstlob, und nachdem er sich als Furchtlosen dargestellt hat, der allen Gefahren, auch dem Tod, ruhig in die Augen sehe, zitiert er den Feldherrn Alcibiades, der des Sokrates kluge und mutige Haltung im Feld preist. Von dieser unterschwelligen Identifikation kommt er schließlich auf die in Krieg und Frieden gebräuchlichen Fortbewegungsmittel.</p>
<blockquote><p>So kann ich nicht lange Zeit weder Kutsche, noch Sänfte, noch Schiff, leiden, (und konnte es in meiner Jugend noch weniger leiden), und hasse alle andere Arten von Fuhrwerke, bis auf das Reiten, so wohl in der Stadt als auf dem Lande. Allein die Sänfte kann ich noch weniger, als eine Kutsche leiden: und aus gleichem Grunde eher ein etwas starkes Schlagen auf dem Meere, wovon die Furcht entstehet als die Bewegung, die man bey stillem Wetter empfindet.[8]</p></blockquote>
<p>Montaigne bleibt nicht lange bei dem titelgebenden Gegenstand, mit Betrachtungen über Kriegsführung, die Tugenden der Könige, öffentliche Schauspiele und ihrem Dekor übt er sich noch eine Weile in der Kunst der Umwege, bis er zum eigentlichen Thema des Kapitels kommt: die Grausamkeit und Hinterlist der spanischen Eroberer und die Einsicht, Tapferkeit und Unbeugsamkeit der Ureinwohner und ihrer Häuptlinge in Peru und Mexico. Montaigne geht von einer eigenen, körperlichen Schwäche aus und stellt eine vorübergehende Übelkeit der todbringenden Qual von Gefolterten gegenüber.[9] Diese Unverhältnismäßigkeit reflektiert in einer chiastischen Umkehrung das Kräfteverhältnis zwischen den Angreifern und ihren Opfern. Der leidensfähige Körper dient ihm auch zu dem Vergleich, der die Folgen dieses Aufeinanderprallens ungleicher Kulturen gesamthaft ins Bild bringen soll:</p>
<blockquote><p>Wenn unser Schluß auf unser Ende, und jenes Dichters Jugend auf die Jugend seines Jahrhunderts, richtig ist: so wird diese andere Welt erst an das Licht kommen, wenn die unsrige dasselbe verlassen wird. Dieses ganze wird gelähmet werden: ein Glied wird steif, das andere aber gesund seyn. Doch, ich besorge, daß wir dieselbe angesteckt, ihren Verfall und Untergang dadurch sehr befördert, und ihr unsere Meynungen und Künste theuer verkaufet haben. Diese Welt war noch ein Kind. Gleichwohl haben wir sie nicht durch unsere Tapferkeit oder natürliche Stärke unter die Ruthe und Zucht gebracht, noch durch unsere Gerechtigkeit und Güte gewonnen, noch durch unseren Großmuth überwältiget. Ihre meisten Antworten, und die meisten mit ihnen getroffenen Unterhandlungen, bezeugen, daß sie nicht weniger natürliche Einsicht und Geschicklichkeit besessen hat, als wir.[10]</p></blockquote>
<p>Ein Zitat im Kapitel, das einige Antworten der Bedrängten auf die Ansinnen der Spanier wiederzugeben vorgibt, und das Montaigne die Kulturkolonialisten seiner Zeit verspottend das <em>Lallen dieser Kindheit</em> (<em>la balbucie de cette enfance</em>) nennt, soll die, was die Umgangsformen und Moral betrifft, unvergleichlich höher stehende Art der Einwohner dieser neuen Welt bezeugen:</p>
<blockquote><p>Als einige Spanier um ihre Bergwerke auf zu suchen, an dem Ufer hinfuhren, stiegen sie in einer fruchtbaren, lustigen, und sehr volkreichen Gegend, an das Land, und thaten diesem Volke ihre gewöhnliche Vorstellungen: Sie wären friedfertige Leute, die aus fernen Ländern kämen, und von dem Könige von Castilien, dem größten Herrn der bewohnbaren Erde abgesandt wären, welchem der Pabst, der Gott auf der Erde vorstellete, die Herrschaft über ganz Indien ertheilet hätte: Wenn sie diesem zinsbar werden wollten, so würde man ihnen sehr freundschaftlich begegnen. Sie verlangten dabey Lebensmittel zu ihrem Unterhalte, und Gold zu Verfertigung einiger Arzeneyen: stellten ihnen ferner den Glauben an einen einzigen Gott, und die Wahrheit unserer Religion vor, welche sie ihnen an zu nehmen riethen; und fügten diesem allen noch einige Drohungen bey. Die Antwort lautete so: &#8216;Was die Friedfertigkeit anbelangte: so sähen sie nicht gar friedfertig aus, wenn sie es wären. Ihr König müßte arm und dürftig seyn, weil er verlangte: und derjenige, welcher ihm dieses zugetheilet hätte, müßte die Zwietracht lieben, da er einem Dritten etwas schenkte, was nicht sein eigen wäre, um ihn mit den ersten Besitzern zusammen zu hetzen. Gold hätten sie wenig, und sie machten aus demselben nichts, weil es ihnen nichts in ihrem Leben nutzte, und alle ihre Sorgfalt dahin gienge, dasselbe glücklich und ruhig zu führen. Daher möchten sie alles, was sie davon fänden, ausgenommen das, was zum Dienste ihrer Götter gebraucht würde, kühnlich nehmen. Der Vortrag von einem einzigen Gott hätte ihnen gefallen: allein, sie möchten ihre Religion nicht vertauschen, bey welcher sie sich so lange Zeit wohl befunden hätten; und sie wären nicht gewohnt, von andern, als ihren Freunden und Bekannten, Rath an zu nehmen. Ihre Drohungen betreffend, so wäre es ein Zeichen, daß es ihnen an Ueberlegung fehlen müßte, da sie Leuten droheten, deren Art und Umstände ihnen unbekannt wären.&#8217; &#8230; [11]</p></blockquote>
<p>Die ironische Satz-für-Satz-Analyse der spanischen Behauptungen und Forderungen, die hier den Angegriffenen in den Mund gelegt wird, macht, auch wenn es gegen alle Wahrscheinlichkeit wirklich so gesagt worden sein sollte, mit jedem Gegenargument Montaignes Punze sichtbar. Daß (auch im Original) die indirekte Rede unter Anführungszeichen gesetzt wird, könnte als Anzeichen dafür gesehen werden, daß sich die direkte Rede des Autors indirekt Ausdruck verschafft. Die offene Kritik des Papstes und der bei Montaigne so oft durchschimmernde Pluralismus, wenn von Religionsbekenntnissen die Rede ist, der den Wechsel vom Bekannten zum Unbekannten für abwegig hält, von welcher Seite er auch vollzogen wird, und damit auch jede missionarische Bemühung, konnten die Prüfungen des Vatikans auch in toleranteren Zeiten wahrscheinlich dann eher passieren, wenn sie als Meinungen von Indianern verkauft wurden. Montaignes zustimmendes Zitieren genügt, um seine Einstellung zu verraten; auch erfundene Koautoren oder Zitate aus undurchsichtigen Quellen hatten neben der Wirksamkeit eines literarischen Stilmittels, umso länger die Gegenreformation lief, desto stärker, wenn nicht lebens- so gesellschaftliches Ansehen rettende Funktion. Ihre Ehrlichkeit habe den Eingeborenen den Untergang gebracht, während die Spanier durch Lüge und Betrug das Land unterworfen hätten. Wie Montaigne sich selbst von außen zu sehen versucht, so sieht er das unzivilisierte Verhalten der Europäer aus der Sicht der Ureinwohner. Am Martyrium des Königs von Peru und des Königs von Mexico, der durch falsche Versprechungen in die Falle gelockt noch am Scheiterhaufen seinen Mitstreitern Mut zuspricht, führt er die feige Grausamkeit [12] und Profitgier der Eindringlinge vor Augen, und geißelt ihre Motivation:</p>
<blockquote><p>Wer hat jemals den Nutzen der Kaufmannschaft und des Handels so hoch gesetzt, des Perlen- und Pfefferhandels wegen so viele Städte zu schleifen, so viel Nationen aus zu rotten, so viele Millionen Menschen nieder zu machen, und den reichsten und schönsten Theil der Welt zu verwüsten! Niederträchtige Siege![13]</p></blockquote>
<p>Die wirklich Primitiven sind die Entdecker, weil sie mit engem, geistigen Horizont in See gestochen sind, bleibt ihnen nicht nur das, worauf sie hinter dem von der spanischen Küste aus sichtbaren stoßen, verschlossen, sondern sie verpassen auch die Chance des &#8220;Regard éloigné&#8221;, eines neuen Blicks auf die eigene Kultur. Die Naturverbundenheit der sogenannten Primitiven beschreibt Claude Lévi-Strauss als nicht allein auf den Nutzen abzielendes, magisches Denken, das auf genauer Beobachtung der Umgebung beruht. Der Drang, zu ordnen und zu klassifizieren, würde dabei ähnlich dem wissenschaftlichen Denken von empirischen Werten, Sinnesdaten, aber auch von ästhetischen Kriterien geleitet. Es sei der allgemeine Versuch, &#8220;durch solche Gruppenbildungen von Dingen und Lebewesen den Anfang einer Ordnung im Universum zu bilden.&#8221;[14]</p>
<p>Montaigne bringt Beispiele von solchem rein ästhetischen, <em>wilden Klassifizieren</em> im Kapitel <em>Des noms</em> (<em>Von den Namen</em>), wo er erzählt, &#8220;wie es bei dem Kaiser Geta gewesen, der die Gerüchte bey seinen Mahlzeiten nach dem Namen der Fleischgerüchte setzen ließ, man trug nemlich dieienigen zugleich auf, welche sich im Französischen mit einem <strong>M</strong> anfingen, als <strong>M</strong>outon, <strong>M</strong>arquasin, <strong>M</strong>erbus, <strong>M</strong>arssoin. usw.&#8221;[15] Nach Lévi-Strauss läßt sich das <em>wilde Denken</em> (<em>La pensée sauvage</em>) als <em>formale Analogie</em> zum wissenschaftlichen verstehen, &#8220;die sie beide einander näherbringt und die aus dem ersten eine Art metaphorischen Ausdrucks der letzteren macht.&#8221; Sie seien &#8220;hinsichtlich ihrer theoretischen und praktischen Ergebnisse ungleich &#8230;, nicht aber bezüglich der Art der geistigen Prozesse, die die Voraussetzung beider sind und sich weniger der Natur nach unterscheiden als aufgrund der Erscheinungstypen, auf die sie sich beziehen.&#8221;[16]</p>
<p>Wenn Lévi-Strauss das gemeinsame Bedürfnis von Kunst und Wissenschaft als die <em>Forderung nach Organisation</em> bestimmt, so könnte man Montaigne und seinen <em>Essais</em> als die <em>reine Natur</em> (Sainte-Beuve) einen Mangel an dieser vorwerfen. Weil er seinen Körper metaphorisch für sein Denken einsetzt, wird er nicht nur für formale Analogien empfänglich, sondern begreift jene Kulturen, die sich durch Regeln des Zusammenlebens im selbstbeschränkenden Einklang mit ihrer Umwelt befinden, gegenüber den von rein merkantilen Bedürfnissen geleiteten als <em>höhere Organisation</em>. Ich weiß nicht, auf welche Stelle Peter Burke sich bezieht, wenn er schreibt: &#8220;Claude Lévi-Strauss erwies dem Ethnologen Montaigne seine Ehrerbietung, indem er eins seiner Bücher <em>La pensée sauvage</em> (<em>Das wilde Denken</em>) nannte, mit Bezug auf den Essay über Kannibalen.&#8221;[17] Dem Buch selbst ist ein Satz aus Balzac [18] vorangestellt, es ist Merleau-Ponty gewidmet und erwähnt mit keinem Wort Montaigne. Allerdings bezieht sich Lévi-Strauss in dem Buch auf Rousseau (drei mal). Er stellt fest, &#8220;daß das Wissen zugleich objektiv und subjektiv sein kann und daß die konkreten Beziehungen zwischen dem Menschen und den Lebewesen zuweilen das ganze Universum der wissenschafltichen Erkenntnis mit Gefühlsmomenten beleben (Ausdruck jener ursprünglichen Übereinstimmung, in der Rousseau die solidarische Bedingung jeden Denkens und jeder Gesellschaft gesehen hat), besonders in Zivilisationen, deren Wissenschaft durch und durch &#8216;natürlich&#8217; ist.&#8221;</p>
<p>Der Gegensatz von Kultur und Natur hat nach ihm nur methodologischen Wert. Die Versöhnung dieses Gegensatzes im Wirklichen wird vom ästhetischen Erfassen versucht, das in magischen Ritualen und im Metaphorisieren der Körper genauso seinen Ausdruck finden kann, wie in Philosophie oder Literatur.</p>
<blockquote><p>Wir akzeptieren also die Bezeichnung Ästhet, weil wir meinen, daß das letzte Ziel der Wissenschaften vom Menschen nicht das ist, den Menschen zu konstituieren, sondern das, ihn aufzulösen. Der eminente Wert der Ethnologie liegt darin, daß sie der ersten Etappe seines Vorgehens entspricht, der weitere folgen: hinter der empirischen Vielfalt der menschlichen Gesellschaften will die ethnographische Analyse Invarianten ermitteln &#8230;. Rousseau hatte das mit seiner gewohnten Scharfsicht geahnt: &#8216;Wenn man die Menschen erforschen will, muß man sich in seiner eigenen Umgebung umsehen; doch um den Menschen zu erforschen, muß man es lernen, seinen Blick in die Ferne zu richten; man muß zuerst Unterschiede beobachten, um die allgemeinen Eigenschaften entdecken zu können.&#8217;</p></blockquote>
<p>Doch es würde nicht ausreichen, einzelne Menschenheiten in einer allgemeinen Menschheit aufgehen zu lassen; dieses erste Unternehmen leitet weitere ein, die Rousseau nicht anerkannt hätte und die den exakten und den Naturwissenschaften zufallen: &#8220;die Kultur in die Natur und schließlich das Leben in die Gesamtheit seiner physikochemischen Bedingungen zu reintegrieren.&#8221;[19] Hier zeigt sich das ästhetische Ideal Montaignes in seiner wissenschaftlichen Variante als Umkehrung. Wenn Montaigne der Vergleich des Verhaltens der Abenteurer (Alexander von Humboldt oder Lévi-Strauss selbst geben ein anderes Bild des abendländischen Forschers) mit der Eingeborenenkultur letztere verklären und (auch aus in ihr selbst liegenden Gründen) moralisch höher bewerten läßt, so bringt Lévi-Strauß der Glaube an seine Wissenschaft zum Fortschrittsgedanken, der in der Magie zwar nicht eine <em>schüchterne und stammelnde Form der Wissenschaft</em> sehen will, was innerhalb eines engen Rahmens zulässig sei, so doch den &#8220;Schatten, der den Körper ankündigt, und in gewissem Sinn ebenso vollständig wie er, in all seiner Stofflosigkeit ebenso fertig und kohärent wie der feste Körper, dem er lediglich vorausgeht.&#8221;[20]</p>
<p>Montaignes Mißtrauen gegen die Wissenschaften läßt ihn als Gegensatz zur Proklamation solcher Entwicklungen erscheinen, die dem Vorläufer die Festigkeit abspricht, die das wissenschaftliche Denken haben soll, das sein Objekt als Eigenständiges oder zumindest das einzelne Element in den Beziehungen, die es eingehen kann, auflöst. Seine Reflexionen zerlegen den Reflektierenden in seine ihm äußerlichen Bedingtheiten, um jene falsche Identifizierungen auflösende Selbsterkenntnis zu fördern, die das eigene Vergehen miteinberechnet und, was er am eigenen Körper erfährt, in ein Verhältnis bringen soll, das ihm am besten entspricht. In <em>Strukturale Anthropologie II</em>, im Kapitel <em>Jean Jaques Rousseau, Begründer der Wissenschaften vom Menschen</em> kommt Lévi-Strauss explizit auf Montaigne zu sprechen, wobei er, auch wenn er in ihm einen neuen Anfang sieht, eher auf seine philosophische Einordnung im Hinblick auf Descartes und Rousseau als auf seine Relevanz für die Anthropologie bedacht zu sein scheint:</p>
<blockquote><p>Rousseau drückt […] eine Wahrheit aus, die überraschend bleibt, obgleich sie uns durch die Psychologie und die Ethnologie vertrauter geworden ist, daß nämlich ein &#8216;Drittes&#8217; existiert, das sich in mir denkt und das mich zweifeln läßt, ob ich es bin, der denkt. Dem &#8216;Was weiß ich?&#8217; Montaignes (von dem alles seinen Ausgang nahm) glaubte Descartes antworten zu können, daß ich weiß, daß ich bin, da ich denke; worauf Rousseau mit einem &#8216;Was bin ich?&#8217; erwidert, einer Frage die ohne bestimmte Bedeutung bleibt, da ihre Beantwortung die Antwort auf eine andere, wesentlichere Frage voraussetzt: &#8216;Bin ich?&#8217; Die innerste Erfahrung bietet nur dieses Dritte, das Rousseau entdeckt und dessen Erkundung er mit so großer Klarheit unternommen hat.[21]</p></blockquote>
<p>Auffallend ist, dass Lévi-Strauss in seinem Bezug auf Montaigne an den philosophisch ausbeutbaren Bewußtseins- und Ichformeln festhält, trotz seiner Distanzierung von Descartes und entgegen seiner sonst praktizierten strukturalen Methode, für deren Ziel, dem Individuum unbewußte, durch gesellschaftliche Verhältnisse und Institutionen bedingte Regeln und Prozesse freizulegen, genug Ansätze in den <em>Essais</em> gegeben sind.</p>
<blockquote><p>Sie haben nicht glauben können, daß sich unsere Gesellschaft mit so weniger Kunst, und fast ohne menschliches Zuthun, erhalten könne.[22]</p></blockquote>
<p>Damit durch Tauschmöglichkeiten etc. generierte gesellschaftliche Strukturen von Dauer sein können, sind sie auf ihre Verankerung, auf eine bestimmte Repräsentation ihrer selbst (ihrer Regeln) im Bewußtsein der Einzelnen angewiesen:</p>
<blockquote><p>Und auf einem Wege, den sie in derselben Richtung zurücklegen, ist allein ihre Orientierung verschieden: der Ethnologe geht vorwärts, indem er durch ein Bewußtes, das er niemals aus dem Auge verliert, immer mehr Unbewußtes anzutreffen sucht, dem er sich zuwendet; der Historiker dagegen geht sozusagen rückwärtsgehend vorwärts, indem er die Augen starr auf die konkreten und besonderen Handlungen gerichtet hält, von denen er sich nur entfernt, um sie unter einer reicheren und vollständigeren Perspektive betrachten zu können. Als wahrer Januskopf mit zwei Gesichtern gestattet die Zusammenarbeit der beiden Disziplinen, und sie allein, das Ganze des Weges im Auge zu behalten.[23]</p></blockquote>
<p>|||</p>
<p>[1] vgl. Hans Stilett 2008, S. 236 ff.<br />
[2] Montaigne 1992, I., S. 366<br />
[3] vgl. Stilett 2008, S.73 ff. &#8220;Bei der Schilderung der Sitten und Gebräuche dieser Eingeborenen bezieht sich Montaigne, seinem Gewährsmann folgend, auf den brasilianischen Indianerstamm der <em>Tupinambá</em>. Es war Durand de Villegagnon, der zuerst auf ihn stieß, als er 1557 in der Gegend des heutigen Rio de Janeiro an Land ging und ihr den Namen <em>Antarktisches Frankreich</em> gab.&#8221;<br />
[4] In einer anderen, kulturrelativierenden Gegenüberstellung, die sich in der <em>Schutzschrift für Raimond Sebonde</em> findet, steigt die Menschenfresserei beim Vergleich von Begräbnisritualen besser aus: &#8220;Man kann sich nichts so abscheuliches vorstellen, als seinen Vater zu fressen. Diejenigen Völker, welche ehedem diese Gewohnheit hatten [<em>Sextus Empiricus</em>, Pyrrh. Hypot. L.III.c.34.p.157.], betrachteten dieselbe gleichwohl als ein Zeugniß der kindlichen Liebe und Zuneigung, und suchten hiedurch denenjenigen, die sie gezeuget hatten, das anständigste und herrlichste Begräbniß zu verschaffen. Sie glaubten, die Leiber ihrer Väter, und deren Überbleibsel, auf diese Art gleichsam in ihr eigenes Mark zu bringen, und sie durch die Verwandlung in ihr lebendiges Fleisch, vermittelst der Verdauung und Nahrung, gewissermaaßen wieder zu beleben und wieder zu gebähren. Man kann leicht denken, wie grausam und abscheulich es Leuten, die diesen Aberglauben eingesogen hatten, gedünkt haben würde, den Leichnam ihrer Aeltern in der Erde verwesen zu lassen, oder den Thieren und Würmern zur Speise hin zu werfen.&#8221; (Montaigne 1992, II., S.335)<br />
[5] Montaigne 1992, I., S. 369 ff.<br />
[6] Montaigne 1992, I., S. 386 ff.<br />
[7] Montaigne 1992, III., S.2<br />
[8] Montaigne 1992, III., S. 5 ff.<br />
[9] Vgl. Starobinski 1982, S. 191: &#8220;Das merkwürdige Kapitel &#8216;Über Kutschen&#8217; ist &#8230; besonders aufschlußreich: seine Gliederung hat zu Auseinandersetzungen Anlaß gegeben, sein inhaltlicher Verlauf aber &#8211; von einem auf den eigenen Körper bezogenen Teil zu einem Abschnitt über die von anderen erlittene Tortur &#8211; ist von beispielhafter Klarheit.&#8221;<br />
[10] Montaigne 1992, III., S. 24 ff.<br />
[11] Montaigne 1992, III. S. 28 ff.<br />
[12] Montaigne widmet der Grausamkeit zwei Essais (1992, I., S.834 u. II. S.556); das zweite ist mit <em>Die Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit</em> betitelt und enthält die Beschreibung verschiedener Martern und Todesstrafen, während das andere Essai <em>Von der Grausamkeit</em> mehr eine ethische Abhandlung über die Kriterien echter Tugend, was die stoische und die epikureische Lehre darüber sagen, und Selbstbekenntnisse Montaignes darstellt.<br />
[13] Montaigne 1992, III., S. 31 ff.<br />
[14] Lévi-Strauss 1972, S.21<br />
[15] Montaigne 1992, I., S.542 Was aufgetragen wurde, sind Fleisch vom Schaf und Ferkel und die Fische Stockfisch und Tümmler.<br />
[16] Lévi-Strauss 1972, S. 25<br />
[17] Keel (Hrsg.) 1992, S. 480<br />
[18] Niemand ist in seinen Berechnungen so genau wie die Wilden, die Bauern und die Provinzler; wenn sie vom Gedanken zur Wirklichkeit kommen, ist daher alles schon fertig. (Aus &#8220;Das Antiquitätenkabinett&#8221;)<br />
[19] Lévi-Strauss 1972, S. 52 ff. u. S.284<br />
[20] Lévi-Strauss 1972, S. 25<br />
[21] Lévi-Strauss, 1999, S. 49, auch in <em>Mythologica I, II</em> kommt zitiert Lévi-Strauss Montaigne in Fußnoten. In einer Fußnote zur Kultur polychromer Töpferei, die eine aus Gift gewonnene braune Farbe &#8220;Exkrement der Großen Schlange&#8221; nennt, besagtes Liebeslied aus <em>Des Cannibales</em>. Vgl. Lévi-Strauss <em>Mythologica I</em>, 1976, S.414.<br />
[22] Montaigne, 1992, I, S. 371<br />
[23] Lévi-Strauss, 1997, S. 39</p>
<p>|||</p>
<p><em>Literatur</em></p>
<p>Burke, P.: Montaigne zur Einführung, Hamburg 1993<br />
Descartes, R.: Meditationen über die Grundlagen der Philosophie mit den sämtlichen Einwänden und Erwiderungen, Hamburg 1994<br />
Keel, D.(Hrsg.): Über Montaigne, Zürich 1992<br />
Lévi-Strauss, C.: Das wilde Denken. Frankfurt am Main 1972<br />
Lévi-Strauss, C.: Strukturale Anthropologie I, II, Frankfurt am Main 1997, 1999<br />
Lévi-Strauss, C.: Mythologica I, II, Frankfurt am Main 1976<br />
Montaigne, M. de: Essais [Versuche] nebst des Verfassers Leben nach der Ausgabe von Pierre Coste ins Deutsche übersetzt von Johann Daniel Tietz, Zürich 1992<br />
Sextus Empiricus: Grundriß der pyrrhonischen Skepsis, Frankfurt am Main 1993<br />
Starobinski, J.: Montaigne, Denken und Existenz, München Wien 1986<br />
Starobinski, J.: Montaigne en mouvement, Paris 1982<br />
Stilett, H. : Von der Lust auf dieser Erde zu leben, Wanderungen durch Montaignes Welten, Frankfurt am Main 2008</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/benedikt-ledebur/">Benedikt Ledebur</a></strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/benedikt-ledebur-aphatischer-muse-rede-laudatio-auf-brigitta-falkner/">APHATISCHER  MUSE REDE</a> &#8211; Laudatio auf <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/brigitta-falkner/">Brigitta  Falkner</a> anlässlich der Verleihung des österreichischen  Förderungspreises für Literatur 2007 ( 11. 4. 2008 )</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/benedikt-ledebur-letzte-lockerungen-schnellzeichnungen-schnellgedichte-1/">LETZTE  LOCKERUNGEN schnellzeichnungen &amp; schnellgedichte 1</a> |<a href="http://www.matthiasgoldmann.at/"> Matthias Goldmann</a> (  Translation ) : LAST ROUND OF LOOSENING UP &#8211; quick poems 1</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/benedikt-ledebur-letzte-lockerungen-schnellzeichnungen-schnellgedichte-2/">LETZTE  LOCKERUNGEN schnellzeichnungen &amp; schnellgedichte 2</a> |<a href="http://www.matthiasgoldmann.at/"> Matthias Goldmann</a> (  Translation ) : LAST ROUND OF LOOSENING UP &#8211; quick poems 2</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/benedikt-ledebur-letzte-lockerungen-schnellzeichnungen-schnellgedichte-3/">LETZTE  LOCKERUNGEN schnellzeichnungen &amp; schnellgedichte 3</a> | <a href="http://www.matthiasgoldmann.at/">Matthias Goldmann</a> (  Translation ) : LAST ROUND OF LOOSENING UP &#8211; quick poems 3</li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/2009/08/28/benedikt_ledebur_laudatio_auf_barbara_koehler_und_ulf_stolterfoht_erlanger_literaturpreis_fur_poesie_als_uebersetzung_poetenfest_erlangen_2009/">SIE  WISSEN WAS SIE TUN &#8211; Die geistige Wiedererschaffung als Fortleben des  Originals</a> . Zu <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/barbara-koehler/">Barbara  Köhlers</a> und <a href="http://www.kunstradio.at/BIOS/stolterfohtbio.html">Ulf  Stolterfohts</a> Übersetzungen von Texten Gertrude Steins ( = Laudatio  anlässlich der Zuerkennung und Überreichung des &#8220;<a href="http://www.boersenblatt.net/331414/">Erlanger Literaturpreises  für Poesie als Übersetzung</a>&#8221; im Rahmen der Eröffnung des 29. <a href="http://www.poetenfest-erlangen.de/">Poetenfestes Erlangen</a> am 27. 8. 2009 )</li>
</ul>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong>Hinweis :</strong></p>
<p><a href="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/04/ledebur_buch.png" rel="lightbox[14023]"><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/04/ledebur_buch-small.png" alt="ledebur buch" hspace="2" vspace="2" width="90" height="117" /></a> ( click to XL )</p>
<ul>
<li>Benedikt Ledebur &#8211; &#8220;<a href="http://www.klever-verlag.com/?page_id=102">Montaigne . Versuche der Selbstauflösung</a>&#8221; ist 2010 im Klever- Verlag erschienen .</li>
</ul>
<p><strong>|||</strong></p>

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		<title>NEUES VON FREUNDEN</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 07:36:23 +0000</pubDate>
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<p align="right">Zeichnung &#8220;<em><a href="http://www.zintzen.org/2009/03/08/salon-litteraire-monika-rinck-rincks-ding-und-tierleben-2/">der schwere schatten der schönheit</a></em>&#8221; &#8211; aus <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/monika-rinck/">Monika Rinck</a> :<br />
<a href="http://www.kookbooks.de/buecher.php"><em>Helle Verwirrung &amp; Rincks Ding- und Tierleben , Gedichte und Zeichnungen</em></a> , kookbooks 2009</p>
<p>Die ersten Narzissen stossen wacker durch das noch vom vorigen Herbst lagernde Fallobst hervor und benehmend sich dabei sichtlich phallisch : Na klar , Narziss war ja ein ein Mann und &#8220;Frühling&#8221; lautete ebenso maskulin , auch wenn wir dazu neigen , die &#8220;Blumen&#8221; durchaus weiblich anzusehen . Jedenfalls spriesst der Veranstaltungskalender in üppiger Fülle  &#8211; und nun Schluss mit dem <em>bloomigen</em> Vokabular .</p>
<p>WIEN | LITERATUR | VERLAGSPORTRAIT °LUFTSCHACHT</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/03/czz-neuesvonfreunden-19.jpg" alt="czz-neuesvonfreunden" hspace="2" vspace="2" width="102" height="103" align="left" />in|ad|ae|qu|at- LeserInnen kenn ihn bislang durch die Publikationen <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/hanno-millesi/">Hanno Millesis</a> ( zuletzt &#8220;<em><a href="http://www.zintzen.org/2008/09/28/salon-litteraire-hanno-millesi-der-nachzugler/">Der Nachzügler</a></em>&#8221; , 2008 ) : Der sage und schreibe Zwei- Mann Betrieb des <a href="http://www.luftschacht.com/index.php?id=15">°Luftschacht Verlags</a> bringt ca. vier bis sechs Titel pro Jahr und darf man sich dabei nicht selten auf Unerwartbares gefasst machen , zunehmend auch ( in Österreich selten : ) im Bereich der <a href="http://www.luftschacht.com/index.php?78&amp;backPID=87&amp;swords=miller&amp;tt_products=38">Graphic Novel</a> ( <a href="http://www.luftschacht.com/fileadmin/Anlesen/MaurerLeopold_MillerPynchon.pdf">Leseprobe pdf</a> ) .</p>
<p>In der &#8220;<em>Österreichischen Gesellschaft für Literatur</em>&#8221; setzt man anlässlich eines Verlagsportraits allerdings eher auf bewährtes , wort- wörtliches Erzählen , wenn die beiden °Luftschachter <a href="http://www.luftschacht.com/index.php?id=2">Stefan Buchberger und Jürgen Lagger</a> stellen ihren Verlag vorstellen .</p>
<p>Mit Ruth Cerhas &#8220;<em><a href="http://www.luftschacht.com/index.php?78&amp;backPID=87&amp;swords=cerha&amp;tt_products=22">Der Gesang der Räder in den Schienen</a></em>&#8221; steht ein viel beachteter Erzählband des Jahres 2007 zur Diskussion , dessen Titel bereits ein wenig an die musikalische Ausbildung <a href="http://www.luftschacht.com/index.php?id=150">der Autorin</a> gemahnt . Man könnte anhand der relationalen Texte sehr schöne Überlegungen anstellen , ob da eine weibliche Ästhetik mit im Spiele sei &#8211; nach expliziten Hinweisen auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Olivier_Messiaen">Olivier Mesiaens</a> &#8220;<em>Les Yeux dans les Roues</em> &#8221; suchten wir in|ad|ae|qu|at jedenfalls vergeblich . War aber alles vielleicht eh nur eine sprachliche Berührungsassoziation &#8230;</p>
<p>Eher echt männlich kommt <a href="http://www.luftschacht.com/index.php?id=179">Hermanns Mensings</a> Erinnerungsroman &#8220;<em><a href="http://www.luftschacht.com/index.php?78&amp;backPID=87&amp;swords=mensing&amp;tt_products=40">Pop Life</a></em>&#8221; daher . Man scheint auf den maskulinen Appeal des 1949 geborenen Münsteraners zu setzen : immerhin ziert sein Konterfei das Cover der Frühlingsvorschau . Auf seiner <a href="http://www.hermann-mensing.de/index.htm">Heimseite</a> sieht der Autor schon weit fröhlicher drein , aber das würde wahrscheinlich zum tragisch angereicherten &#8220;<em>male- bonding</em>&#8220;- Narrativ nicht passen .</p>
<p>Verlagsportrait <a href="http://www.luftschacht.com/index.php?id=15">°Luftschacht Verlag</a> &#8211; <a href="http://www.ogl.at/">Österreichische Gesellschaft für Literatur</a> &#8211; <strong>Dienstag , 24. 3. 2009 , 19 H</strong></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>WIEN | LITERATUR | ALTENBERG VIA KARL KRAUS REEDITION</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/03/czz-neuesvonfreunden-19.jpg" alt="czz-neuesvonfreunden" hspace="2" vspace="2" width="102" height="103" align="left" />Nun ja ist schon ein tolles Ding , welches der Wallstein- Verlag mit seiner Re- Edition der Karl Kraus&#8217;schen Auswahl aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Altenberg">Peter Altenbergs</a> Schriften da vorlegt : <a href="http://www.wallstein-verlag.de/9783835304093.html">Drei schöne Bände im Schuber</a> , in bekannter Kooperation des Verlags mit der <em>Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung</em> sowie &#8211; <em>schau , schau</em> : ausgerechnet mit der der <em>Wüstenrot- Stiftung</em> . Zum Sponsoring der schwäbischen Häuslebauer hätte der legendäre Bohemien sicher einiges &#8220;<em>pro domo</em>&#8221; zu bemerken , desgleichen zum zartbitter kulturpessimistischen Motto , welches einer Reihe künftiger Re- Editionen vorangestellt prangt :</p>
<blockquote><p>Literarische Werke, die aus dem kulturellen Gedächtnis zu fallen drohen, werden neu ediert und von zeitgenössischen Schriftstellern vorgestellt.</p></blockquote>
<p>Für Wien , wo man für die Touristen eine überlebensgrosse Pappmaché- Figur des Dichters knapp beim Stehgeiger des <em>Café Central</em> platziert hat , kann man ein solches Vergessenwerden des barfüssigen Vegetariers ( nach eigener Definition ) und schrägen Denkers zu Kulturbetrieb und Lebensreform jedenfalls in keiner Weise behaupten . Auch antiquarisch gibt es noch immer viel zu finden . trotzdem ist das prächtige Werk natürlich umso mehr zu begrüssen , als ein kluger Kenner wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Weinzierl">Ulrich Wenzierl</a> darüber spricht . Und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Genazino">Wilhelm Genazino</a> hat das Vorwort verfasst . Und <a href="http://www.bergerwolfram.at/">Wolfram Berger</a> liest . Also grosses Aufgebot .</p>
<p>Buchpräsentation &#8220;<em><a href="http://www.wallstein-verlag.de/9783835304093.html">Das Buch der Bücher von Peter Altenberg , zusammengestellt von Karl Kraus</a></em>&#8221; &#8211; <a href="http://www.literaturhaus.at/veranstaltungen/lh/veranst/veranst/2009/03/20090325_1.html">Literaturhaus Wien</a> &#8211; <strong>Mittwoch , 25. 3. 2009 , 19:30 H ( Bibliothek )</strong></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>WIEN | LITERATUR | KOLIK.AUTOREN.LOUNGE</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/03/czz-neuesvonfreunden-19.jpg" alt="czz-neuesvonfreunden" hspace="2" vspace="2" width="102" height="103" align="left" />Diesmal nicht als ( Lese- ) &#8220;<a href="http://www.zintzen.org/2009/02/16/neues-von-freunden-26/">Slam</a>&#8221; , sondern als noch lässigere &#8220;Lounge&#8221; überlässt die Literaturzeitschrift &#8220;<a href="http://www.kolik.at/"><em>kolik</em></a>&#8221; sich selbst und den in ihr wirkenden Stimmen : Neben dem bereits erwähnten °Luftschacht-&#8221;<em><a href="http://www.luftschacht.com/index.php?78&amp;backPID=87&amp;begin_at=8&amp;tt_products=32">Nachzügler</a></em>&#8221; von &amp; mit <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/hanno-millesi/">Hanno Millesi</a> und der bereits weit herumgereichten Jung- Autorin und -Dramatikerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhild_Steinbuch">Gerhild Steinbuch</a> ( nebenbei <a href="http://www.schauspielhaus.at/jart/prj3/schauspielhaus/main.jart?rel=de&amp;content-id=1191229113653&amp;reserve-mode=active">Hausautorin</a> des Schauspielhauses Wien 2008 | 09 ) liest der &#8220;<em><a href="http://www.literaturhaus.at/buch/autoren_portraits/portraits/ernst/">sanfte Sprengmeister</a></em>&#8221; und &#8220;<em><a href="http://www.kolik.at/">kolik</a></em>&#8220;- Herausgeber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Ernst">Gustav Ernst</a> ( zuletzt : &#8220;<em><a href="http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/Ernst_Helden/">Helden der Kunst &#8211; Helden der Liebe</a></em>&#8221; , <a href="http://www.sonderzahl.at/BUECHER/neuerscheinungen/neu_ernst_helden.htm">Sonderzahl</a> 2008 ) .</p>
<p>Literarisch also in hohem Masse saftig und mit konkretem &#8220;<em>surplus</em>&#8221; :</p>
<blockquote><p>Mit Gesprächen, kleinem geselligen Treiben. Bei Musik, Wasser und Wein. Und bei freiem Eintritt.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.schauspielhaus.at/jart/prj3/schauspielhaus/main.jart?rel=de&amp;reserve-mode=active&amp;content-id=1188466708002&amp;produktionen_id=1233073517028">kolik.autoren.lounge</a> &#8211; <a href="http://www.schauspielhaus.at/jart/prj3/schauspielhaus/main.jart?rel=de&amp;reserve-mode=active&amp;content-id=1188466708002&amp;produktionen_id=1233073517028">S-Bar | Schauspielhaus Wien</a> &#8211; <strong>Mittwoch , 25. 3. 2009 , 20 H</strong></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>BERLIN | BUCHPREMIERE | MONIKA RINCK @ KOOKBOOKS</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/03/czz-neuesvonfreunden-19.jpg" alt="czz-neuesvonfreunden" hspace="2" vspace="2" width="102" height="103" align="left" />Mit einem Ausblick nach Berlin sind wir auch schon bei unserem heutigen Titelbild angelangt : Der in|ad|ae|qu|at Gebildete wird sich unschwer an die beiden kürzlich abgehaltenen &#8220;<em><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">Salons</a></em>&#8221; zu &#8220;<a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/monika-rinck/">RINCKS</a> DING- UND TIERLEBEN&#8221; ( <a href="http://www.zintzen.org/2009/02/15/salon-litteraire-monika-rinck-rincks-ding-und-tierleben-1/">vol. 1</a> ) ( <a href="http://www.zintzen.org/2009/03/08/salon-litteraire-monika-rinck-rincks-ding-und-tierleben-2/">vol. 2</a> ) erinnern : Nun als und im Buch @ kookbooks zusammen mit neuen Gedichten erschienen als &#8220;<em><a href="http://www.kookbooks.de/buecher.php">Helle Verwirrung &amp; Rincks Ding- und Tierleben , Gedichte und Zeichnungen</a></em> &#8221; .</p>
<blockquote><p>Zwei Bücher in einem, oder: ein Buch in zwei Blöcken. HELLE VERWIRRUNG versammelt neue Gedichte, in RINCKS DING- &amp; TIERLEBEN hingegen kommen Tiere, Geräte und Dichter an einem fremden Tag zusammen: Überseelische Totemtiere, ein Hauch wie ein Hebel und die Dressur, die die Geräte dem Menschen auferlegen. Es ist eine Enzyklopädie auf töneren Hufen, und alle Einzelheiten darin sind zum Innersten, manchmal auch zum Äußersten bereit. Zeit, aufzubrechen, in heller Verwirrung auf der quitte wegen, auf Zeilen über das Ende hinaus. Monika Rinck fragt: Was kann ich aus der Quitte machen? Einen Container für Verlassenheit, eine quietschende Quittung, ein jüngstes Gericht, irgum burgum, Quittenschnaps mit Shampoogeschmack, sie in den Weiher werfen und schauen, was passiert – oder: Ich kann dir auch ein Lied davon singen. Denn die Welt ist ja da, wenn auch in heller Verwirrung.</p></blockquote>
<p>Die Autorin liest aus ihrem erfreulichen Doppelalbum , <a href="http://www.plingplong.org/impressum.html">Franz Tröger</a> spielt erneut sein PlingPlong und : <em>Überraschungsgäste singen</em> . Kurz :</p>
<blockquote><p><em>ES WIRD SICHER SEHR SCHÖN !</em></p></blockquote>
<p>À propos kookbooks bitte beiläufig nicht vergessen : <em><a href="http://kunstbrauchtmaezene.blogspot.com/">Kunst braucht Mäzene</a></em> -</p>
<p>Buchpremière Monika Rinck &#8220;<em><a href="http://www.kookbooks.de/buecher.php">Helle Verwirrung &amp; Rincks Ding- und Tierleben</a> &#8230;</em>&#8221; &#8211; <a href="http://www.dock11-berlin.de/">Dock 11</a> , 10 435 Berlin -<strong> Donnerstag , 26. 3. 2009 , 20:30 H</strong></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>WIEN | LITERATUR- UND KULTURWISSENSCHAFT | BIOGRAPHIE</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/03/czz-neuesvonfreunden-19.jpg" alt="czz-neuesvonfreunden" hspace="2" vspace="2" width="102" height="103" align="left" />Wie gehen Sie mit Ihrem CV um ? &#8211; Googeln Sie erst die Lebensdaten einer Person , bevor Sie sich auch diese einlasssen ? &#8211; Und wie viel biographisches Wissen über einen Autor glauben Sie benötigen zu müssen , um dessen Texte <em>besser zu lesen</em> ? &#8211; Mit einem dreitägigen Symposium tritt das 2005 ins Leben ( ! ) gerufene <em>Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie</em> mit dem ihm eingeschriebenen Thema prominent hervor , sekundiert von der ÖNB , dem <a href="http://germanistik.univie.ac.at/veranstaltungskalender/event-detail/?tx_cal_controller[getdate]=20090325&amp;tx_cal_controller[lastview]=list-11999&amp;tx_cal_controller[view]=event&amp;tx_cal_controller[type]=tx_cal_phpicalendar&amp;tx_cal_controller[uid]=414&amp;cHash=9407674280">Institut für Germanistik der Universität Wien</a> sowie dem <em><a href="http://www.ifk.ac.at/calendar.php?e=356">Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften ( IFK )</a></em> . &#8220;<em>Viribus unitis</em>&#8221; geht es um &#8220;<em><a href="http://gtb.lbg.ac.at/index.php?pId=c464po10759pzl200630&amp;mediaId=10&amp;mode=record&amp;aId=166">Die vielen Leben der Biographie &#8211; Biographie als kulturwissenschaftliches Paradigma</a></em>&#8221; .</p>
<p>Dass Menschen zunächst an ihresgleichen interessiert sind , mag sich von selbst verstehen : welche Menschen aber über welche Menschen sprechen werden , erfahren Sie im <a href="http://www.ifk.ac.at/dl.php/0/134/Biographie%20Programm%20A4.pdf">Detailprogramm ( pdf )</a> . In|ad|ae|qu|at vermag da nur einige Beispiele zu nennen :</p>
<p><em>Materialien und Medien des Biographischen</em></p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://gtb.lbg.ac.at/index.php?pId=c1718tb1685pnq20056&amp;mediaId=1&amp;languageId=DE">Bernhard Fetz</a> : Der Stoff, aus dem das (Nach-)Leben ist. Zum Status biographischer Quellen</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://www.americanacademy.de/home/fellows/current-fellows/person///devin_fore/311/detail/">Devin Fore</a>: Gegen den &#8220;lebendigen Menschen&#8221; . Experimentelle sowjetische Biographik der 1920er Jahre</div>
</li>
</ul>
<p><em>Biographie und Geschichte | Geistesgeschichte</em></p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Pyta">Wolfram Pyta</a> : Geschichtswissenschaft und Biographie</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://germanistik.univie.ac.at/personen/eybl-franz-m/">Franz Eybl</a> : &#8220;Mein Werk ist das eines Kollektivwesens, und dieses trägt den Namen Goethe&#8221; . Biographie und Autorschaft</div>
</li>
</ul>
<p><em>Biographie und Psychoanalyse</em></p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://www.mml.cam.ac.uk/german/staff/ajw12/">Andrew Webber</a> : Freuds Leben Schrebers</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://www.univie.ac.at/Geschichte/htdocs/site/arti.php/90308">Eveline List</a> : Marie Bonapartes Edgar Allen Poe-Biographie</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://germanistik.univie.ac.at/personen/rohrwasser-michael/">Michael Rohrwasser</a>: Freud- Biographik im Film</div>
</li>
</ul>
<p><em>Literarische Biographik</em></p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Wagener">Hans Wagener</a>: Autobiographie und Biographie . Das Beispiel Robert Neumann</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://www.amazon.de/John-Passos-Influence-G%C3%BCnter-Grass/dp/383706624X">Miguel Oliveira</a>: Günter Grass im Krebsgang : eine un/konventionelle Biographie</div>
</li>
</ul>
<p><em>Biographie und Gesellschaft</em></p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://www.uni-goettingen.de/de/34361.html">Peter Alheit</a> : Die eigenwillige Karriere des Biographiekonzepts in den Sozialwissenschaften</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://www.vonzimmermann.de/">Christian von Zimmermann</a> : Faszination des Extremen &#8211; Probleme des Biographischen für eine Analyse des Terrorismus am Beispiel Ulrike Meinhof</div>
</li>
</ul>
<p><em>Genre und Gender</em></p>
<ul>
<li>
<div><a href="http://gtb.lbg.ac.at/index.php?pId=w6568dn16853zdt200512&amp;mediaId=1&amp;languageId=DE">Esther Marian</a> : Thesen zur Biographie und Geschlecht</div>
</li>
<li>
<div><a href="http://germanistik.univie.ac.at/personen/ni-dhuill-caitriona/">Caitriona Ni Dhuill</a> : Biographie von &#8220;er&#8221; bis &#8220;sie&#8221; &#8211; Möglichkeiten und Grenzen relationaler Biographik</div>
</li>
</ul>
<p>( <em>Eine ganze Menge Arbeit , die Personendaten dieser ausgewählten Sprecher herauszusuchen &#8230; aber wie hiess es doch oben : Menschen seien zunächst an ihresgleichen interessiert &#8211; Der entsetzte Setzer</em> )</p>
<p>Tagung &#8220;<em><a href="http://gtb.lbg.ac.at/index.php?pId=c464po10759pzl200630&amp;mediaId=10&amp;mode=record&amp;aId=166">Die vielen Leben der Biographie</a></em>&#8221; &#8211; Österreichische Nationalbibiliothek , Oratorium  &#8211; <strong>Mittwoch , 25. &#8211; Freitag , 27. 3. 2009</strong></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>KLANGAPPARAT</p>
<p align="right">Wer jetzt erwartet , wir könnten den <em>Klangapparat</em> jetzt noch ausführlich verbal umschmeicheln , der irrt . Leset , glaubet , höret : Die &#8220;<em><a href="http://modularfield.net/?page_id=217">Bassment</a></em>&#8220;- ep von <a href="http://www.myspace.com/phvsr">PHVSR</a> ( sprich &#8220;<em>phaser</em>&#8221; ) ist einfach wundergut . <img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/03/czz-hoerempfehlung-126.jpg" alt="czz-hoerempfehlung" hspace="2" vspace="2" width="71" height="42" align="right" />Bei <a href="http://modularfield.net/">modularfield</a> . Und jetzt . Und hier .</p>
<p align="right">
<p><object height="224" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?show_comments=false&#038;show_playcount=false&#038;playlist=phvsr-bassment-mdf01&#038;auto_play=false&#038;show_artwork=false&#038;color=151515"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed allowscriptaccess="always" height="224" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?show_comments=false&#038;show_playcount=false&#038;playlist=phvsr-bassment-mdf01&#038;auto_play=false&#038;show_artwork=false&#038;color=151515" type="application/x-shockwave-flash" width="100%" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><strong>|||</strong></p>

]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Icons &#124; Vienna Street Art 7</title>
		<link>http://www.zintzen.org/2008/07/24/icons-vienna-street-art-7/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 05:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#124;&#124;&#124; Zitat , pars pro toto , Metonymie , Katachrese : Wo Erkennen nur als Wiedererkennen möglich ist , begegnen auch die Chiffrenschriften der ( popularen ) Kultur als Kürzel an den Häuserwänden . Ohne Kolo Mosers &#8220;VER SACRUM&#8221; im Bildgedächtnis , bliebe die Begegnung mit der wildrosenlockigen stencil- Schönen zwar zweifellos ein Ereignis &#8230;....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>|||</strong></p>
<p>Zitat , pars pro toto , Metonymie , Katachrese :</p>
<p>Wo Erkennen nur als Wiedererkennen möglich ist , begegnen auch die Chiffrenschriften der ( popularen ) Kultur als Kürzel an den Häuserwänden . Ohne <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Koloman_Moser">Kolo Mosers</a> &#8220;VER SACRUM&#8221; im Bildgedächtnis , bliebe die Begegnung mit der wildrosenlockigen <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stencil">stencil</a></em>- Schönen zwar zweifellos ein Ereignis &#8230;. wenngleich eventuell etwas zweidimensional .</p>
<p><img height="360" alt="stencil_Kolo_Moser_copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-kolo-moser-copyright-christiane-zintzen.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stencil <em>Ver Sacrum</em> , 1070 Wien )</p>
<p><img height="224" alt="Kolo_Moser_Ver_Sacrum" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/kolo-moser-ver-sacrum.jpg" width="225" vspace="2" /></p>
<p align="right">( Kolo Moser , <em>VER SACRUM</em> , um 1901 )</p>
<p>Kulturelles Framework als Rahmen- Handlung für das Anbringen von <a href="http://www.zintzen.org/2007/09/02/route-66-mural-painting/">Writings on the Wall</a> , welche in ihrer mitunter minimen Abwandlung des Bekannten nicht notwendig decodierbar sind .</p>
<p><img height="360" alt="stencil_rahmen_handlung_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-rahmen-handlung-copyright-christiane-zintzen-1.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stencil <em>Rahmenhandlung</em> , 1070 Wien )</p>
<p>Das kulturelle Kürzel ( die &#8220;Ikone&#8221; ) wird durch Hinzufügung zusätzlicher Abbreviaturen schlechthin enigmatisch . ( Wer mehr weiss , mag&#8217;s melden . )</p>
<p><img height="360" alt="stencil_frankenstein_1030_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-frankenstein-1030-copyright-christiane-zintzen-2.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stencil <em>Frankenstein</em> , 1030 Wien )</p>
<p>Nur auf den ersten Blick scheint als Verzicht auf explizite Autorschaft , &#8230;</p>
<p><img height="360" alt="Stencil_Nofretete_1070_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-nofretete-1070-copyright-christiane-zintzen-1.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stencil <em>Nofretete</em> , 1070 Wien )</p>
<p>&#8230; , was sich in punktuellen Zugaben als <em>gezeichnet</em> manifestiert . &#8211;  </p>
<p>Wer weiss , der weiss : Sind&#8217;s viele , sind&#8217;s wenige nur ?</p>
<p><img height="360" alt="stencil_Betty_Baloo_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-betty-baloo-copyright-christiane-zintzen.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stencil <em>Betty Baloo</em> , 1010 Wien )</p>
<p>Aura <em>geschieht</em> &#8211; auch ohne Signatur .</p>
<p><img height="389" alt="Stencil_Pippi_Langstrumpf_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-pippi-langstrumpf-copyright-christiane-zintzen-3.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p>Was nach- folgende Vereinnahmungen -</p>
<p><img height="360" alt="Stencil_Pippi_Langstrumpf_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-pippi-langstrumpf-copyright-christiane-zintzen.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stensil <em>Pippi Langstrumpf</em> , 1070 Wien )</p>
<p>nenne man sie nun aggressiv oder poetisch &#8211; nicht hindert .</p>
<p><img height="334" alt="Stencil_Modern_Stalking_copyright_christiane_zintzen" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/stencil-modern-stalking-copyright-christiane-zintzen.jpg" width="450" vspace="2" /></p>
<p align="right">( stencil <em>Modern Stalking</em> , 1070 Wien )</p>
<p>Stets sind wir dem &#8220;Sinn&#8221; <em>hinterher</em> -</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>RELATED</p>
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</ul>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>KLANGAPPARAT</p>
<p align="right">In den KLANGAPPARATEN folgt dieser Tage ein Mini- Portrait des Hamburger Netlabels <a href="http://www.plainaudio.com/dnb/info.html">plainaudio</a> , wo wir nach längerem Suchen im Netz endlich <img height="42" alt="czz-hoerempfehlung" hspace="2" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/czz-hoerempfehlung-18.jpg" width="71" align="right" vspace="2" />wieder straighte und smarte Beatz eines gewissen Härtegrades entdeckt haben : &#8220;<em>plain</em>&#8221; eben , wie&#8217;s der Name sagt . Gestartet hatte man 2001 mit reiner Nachtarbeiterware auf Vinyl , Kategorie &#8220;drums n&#8217;bass&#8221; . Mittlerweile hat sich das Quellgebiet auf &#8220;electronica&#8221; und &#8220;experimental&#8221; erweitert und mit diesen der Sog zum Netz . &#8211; Heute greifen wir tiefer in die Zeitkiste , um Label- Frontman <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&amp;friendid=107003646">Iaka</a> ( hier : <a href="http://www.plainaudio.com/dnb/artists/iaka.html">Q | A &#8211; Portrait</a> ) höchstpersönlich vorzustellen . Äussere Signatur bleibt der schlagende Name , welcher auch zweieinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung der EP in nervösem Breakbeat hät , was er verspricht : &#8220;<a href="http://www.plainaudio.com/dnb/releases/pp020md.html">Es rappelt im Karton</a>&#8221; ( pp020md ) . Nicht zweimal sagen lassen . &#8211;  CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. <a href="http://www.archive.org/download/pp020md/a1_iaka_-_rumpelkiste.mp3">Rumpelkiste</a> | 02. <a href="http://www.archive.org/download/pp020md/a2_iaka_-_zappenduster.mp3">Zappenduster</a> | 03. <a href="http://www.archive.org/download/pp020md/b1_iaka_-_noloop.mp3">Noloop</a>  <strong>|||</strong></p>

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