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Salon Littéraire | Gundi Feyrer : 8 Künstlerfiguren en miniature - eine Ausstellung



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Salon Littéraire | Gundi Feyrer :

8 Künstlerfiguren en miniature - eine Ausstellung

( Keramik , bemalt )

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1 - MARKUS VALLAZZA ALS BEISPIELSWEISE DON QUIJOTE MIT GRAVIERNADEL; AUF DEM WELTEI BALANCIEREND
Höhe: 23 cm

Gestreift steht die Figur, halb und halb gehalten, eingesunken und selber haltend, in der sichtbaren Hälfte des torkelnden Welteis.figur_MARKUS_VALLAZZA_copyright_Gundi_Feyrer

Die Platte des Horizonts,
Abfluss der grünen Flüsse
und unerreichbar,
geht mitten durch
das Weltei hindurch
und lässt dessen andere Hälfte
im Dunkeln.

Die Figur ist jedoch
im Ei eingesunken
und wird so auch von
dunklem, unsichtbarem
Getorkel beeinflusst.

Und torkelt selbst, wird aber von ihren zu welteilichtem Gewicht gewordenen eigenen Füssen
sowie von Graviernadel, Pinsel und Bleistift am Nichtumfallen gehalten.

Ohne Welteilicht und Horizontgarten wäre alles zerschellt.

Die Markus-Vallazza-Figur ist der ständig wachsende Auswuchs des Welteis,
kalt auf und in Luft hinaufgewachsen, heiss und bunt in sie hinuntergewachsen,

figur_MARKUS_VALLAZZA_copyright_Gundi_Feyrerdabei immer grösser geworden
und von sich selbst,
dem weissalten Eisen
aus Welt und grünen Flüssen
(einzig Reales)
auf seinen Wegen gehalten,
die, zusammen
mit dem Gewicht seiner Füsse
nichts anderes
als das Weltei selber tun:
fliessen und torkeln.

Trapezkünstler, Seiltänzer und Geher, der mit dem Beil des Zeichnens Pfeile in die Luft schiesst.

ODER: die grünen Flüsse des Welteis küssen ihm die dauernd versinkenden Füsse.

VIER UND FÜNFRAD:

figur_MARKUS_VALLAZZA_copyright_Gundi_FeyrerWeich rollt alles weiter,
reich tollt die Weite weiter,
alles wird von der Drehung
unserer Wege gehalten,
aufgepickt,
mitgenommen
und entführt
und in
buchstäblicher Weite
hin- und hergerollt:

Als hätte niemand auf der Welt auch nur irgendeinen Halt
nirgendwo.

Markus Vallazza - Zeichner, Radierer, Maler.
Geboren in Bozen, lebt in Wien und Bozen.

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2 - KARIN HOCHSTATTER - IM SCHWEBEN IHRER ARBEIT ; MIT GEPARDENKOPF
Höhe: 22 cm

Jedes Nichts ist flach, weil wir weder Flächen noch das Nichts denken können.

figur_KARIN_HOCHSTATTER_copyright_Gundi_FeyrerJede Fläche dehnt sich im Raum
nach allen Seiten hin aus,
jeder Punkt besteht aus etwas.

Limitiert, begrenzt vom sich ausdehnenden Draht
unserer Gedanken,
versuchen wir ständig,
uns daran festzuhalten (Materie)
und zu trösten.

figur_KARIN_HOCHSTATTER_copyright_Gundi_FeyrerDarüber,
dass wir nichts tun als uns nach den Kreisen
in unserem Kopf zu drehen und zu tanzen.

Die Figur wird definiert vom ständigen Wunsch,
jegliches Volumen in undenkbare Flächen
(undenkbar flach) umzuwandeln;
gestützt von der Hand
ihrer zu Draht gewordenen
Ausmasse.

Die Platte, auf der alles ruht, ist selbst flackerndes Licht, das, an der Hand verbogener und barocker Treppengeländer einmal springt und uns ein anderes Mal weiterführt, indem sie uns an- oder absteigen lässt, ohne unsere Hand jedoch aus den Augen zu verlieren.

Alles dehnt sich immer aus und ein; Geländer, Treppen und Balkone prallen punktförmig und dauernd gegeneinander und besetzen uns mit Schnelligkeit.

figur_KARIN_HOCHSTATTER_copyright_Gundi_Feyrer

Ausgefällt
in Ton,
Höhe,
Bild und Thron,
sitzt die Figur,
frei vom Anspruch
auf voluminösen Halt
(+ ihn doch besitzend),
im Reich der Gedanken,
welches versucht,
das Unmöglich-Denkbare ins Aussen zu schleudern, um es greifbar zu machen.

Was aber
greifen
wir ?

Stromkreise werden geschlossen, Flüsse geöffnet und Funken sprühen -
nichts bleibt, ausser dem, was wir zu sehen imstande sind.

ODER: Sichtbarkeit im Hals der einzigen Hoffnung, die uns bleibt,
wenn uns die Welt im Fliegen voluminös durcheilt.

Karin Hochstatter - Bildhauerin, lebt und arbeitet in Köln.

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3 - RODRIGO LLOPIS - FILMER ALS INDIANER MIT BESONDERER LEITERKAPAZITÄT FÜR WASSER, LUFT UND SCHAUM
Höhe: 12 cm

Augenfahrzeug aus Gedanken verstrebt unendliches Bilderheer
mit Säulen leuchtender Geschwindigkeitssäbel.

figur_RODRIGO_LLOPIS_copyright_Gundi_Feyrer

Bilder
werden
eines
nach
dem
andern
abgestochen,
um sie
ins Konkrete
zu zwingen.

Altes Schwarz, neues Weiss, auch das heisst Grau.

Körper und Bögen aus gezacktem Sessel, Gefährt, das im Wasser des Sehens treibt.
Und darüber hinaus, über die Wellen eigener Sicht hinaus.

An den Horizont getriebener Verstand, zu Leinen verflochten, an die Wand geschleudert.
figur_RODRIGO_LLOPIS_copyright_Gundi_Feyrer

Sessel aus Auf -
alte Bilder zerreissen -
Sessel aus Ab -
Wind einflechten,
um die Maschen
des Segels
unseres Verstehens
mit frischer Luft
zu füllen.

Zusammengeflickte Bilder treiben lose herum und heben den Wunsch, das von uns
unabhängige Licht in Bilder zu sperren, in die Höhe, um ihn zu schütteln.

ODER: Ewigkeiten werden vom Segel der Gedankenaugen weitergetrieben
und legen Hand an den Strom immer wilderer Bilder, um sie am Ende in die Luft zu sprengen.

figur_RODRIGO_LLOPIS_copyright_Gundi_Feyrer

Unsere Füsse
stehen auf der Sonne,
wenn es Nacht ist,
unsere Sonnen
stehen auf dem Kopf,
wenn wir etwas sehen.

Gedanken grasen Augenfelder ab,
fressen mal hier, mal da,
um schlussendlich
alles wieder auszuspucken.

Während alle das Gewicht, das die Wasser gewöhnlicher Sicht zerdrückt, suchen:
wahrhaft Schuldiger
ist hier
das Auge,
selbst.

Rodrigo Llopis - Dokumentarfilmer und Drehbuchautor.
Geboren in Madrid, lebt derzeit in Córdoba.

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4 - BARBARA WIEN - ANZIEHUNGSKRAFT DES HIMMELS MIT EINEM BUCH BESCHWERT UND - GELÖST
Höhe: 22 cm

figur_BARBARA_WIEN_copyright_Gundi_FeyrerSchwere Kraft und krause Waben aus Erde,
leicht und flüssig fortbewegte Bahn
aus kreiselndem und flachem Himmelsgewölbe.

Die Erde ist Honig, ist zäh wabernder Magnet,
der ständig an uns klebt und uns an sich bindet,
während wir, wenn wir
in den Himmel sehen,
nur ins Freie fallen möchten.

figur_BARBARA_WIEN_copyright_Gundi_Feyrer

Oder: der Himmel zieht uns weniger kraftvoll als die Erde an.
Deshalb zieht er unsere Gedanken mehr an als unsere Körper,
die aber letztlich auch nicht viel mehr als klebriges Licht sind.

Die Figur B.W. steht auf dem Kopf, weil ihre Füsse im Himmelsgewölbe baumeln
und damit in der Materie Buch stehen, deren Inhalt sich mehr dem Licht
als der eigenen Materie widmet, sodass es kein Halten mehr gibt,
wenn das Innere der Sterne, zu Pirouetten verdreht, unsere Gedanken verschmilzt,
damit sie leuchtend im Himmel untergehn.

figur_BARBARA_WIEN_copyright_Gundi_FeyrerOder: immer geht es nur darum,
wie das Leben am besten
zu verschwenden sei:
unser Körper ist nichts
als sich um sich selbst
drehendes Honiglicht.

Die Figur B.W. steht kopf,
weil ihre Füsse geschützt
im flachen Dach
eines Buchhimmels baumeln,
dessen Inhalt in uns
den Wunsch
nach dem Freiem Fall
zum Leuchten bringt.

Insofern steht sie schon richtig.
Materie ist nichts
als zäh gedachter
und flüssiger Gedankenhonig.

HINWEIS: auch hier ist die Rolle des aufmerksamen Betrachters zu spielen.

ODER: Alles, was uns stützt, sind Namen.

Barbara Wien - Verlegerin und Galeristin. Barbara Wien Galerie, Berlin

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5 - ROSA POCK IM CAFÉ HUMMEL
Höhe: 18 cm

Als einzige Figur sitzt sie nicht auf einer Platte, Insel, einem Untersatz, der das Obere, die Figur als voluminöser Name, ästhetisch abgrenzen würde, sie durch einen imaginären Raum vor der Umgebung auf irgendeine Weise schützen würde.

figur_ROSA_POCK_copyright_Gundi_FeyrerStünde sie
in einem Museum/ Kunstraum,
würde sie zu einem Kunstobjekt
in einem Kontext,
dem sie
keinen Widerstand
leisten würde.

Stünde sie
in einer
Küche,
wäre sie
bald mit

Petersilie, Basilikum oder Lorbeer geschmückt.

Sie kann, da sie ästhetisch keiner besonderen ideologischen Zuordnung gehorcht,
nach überallhin transportiert werden, einfach in die Hand genommen und versetzt werden,
da sie sich zwar einen eigenen Raum um sich herum schafft,
jedoch keine unsichtbaren und dennoch denk- und fühlbaren - und somit festen - Wände.

Die Figur ist ein offenes Haus, ihr eigenes Denk- und Wahrnehmungszentrum:
Zentrum und Schale in Einem.

figur_ROSA_POCK_copyright_Gundi_FeyrerDie Haltung der Figur
ist die eines Herrschers,
der sein Gebiet aufbreitet,
es zur Verfügung stellt,
zur Umgebung hin öffnet.

Die Grenzen dieses Gebiets
sind nicht klar definiert
(das Fehlen des
Untersatzes, der Platte),
erlauben somit Überschreitungen,
hängen von der Umgebung ab
(die Figur ist kompakt,
bricht nicht leicht,
kann leicht transportiert werden):
sind fliessend.

Die souveräne Haltung
deutet auf Herrschercharakter,
während sie sich andererseits
wegen des Mangels an
abstraktem Geschmücktsein
und mitgeliefertem Kontext (Platte)
in jede Umgebung
real und problemlos einfügt,
da sie nur als Figur/Name sowie immens verkleinertes und schlechtes Abbild
(Schuld des Bildhauers) von Rosa Pock existiert:

nackt und ungeschützt, was ideologisch-ästhetische Beheimatungen betrifft.

Sie wird hier ohne einen Kontext aufstellenden Raum präsentiert, um zu behaupten, dass jeder Raum, in dem sie aufgestellt wird, von solcher Nacktheit und Ungeschütztheit angesteckt wird, damit auf Grund stösst, also da, wo aufgesetzte und nur halbgelebte Inszenierungen durch Präsenz und Direktheit blossgestellt werden, sich die Idee der Freiheit im Denken Platz schaffen kann.

Die sie begleitenden Teile, eine Sitzbank für zwei,
ein dem Originaltisch des Kaffeehauses Hummel

figur_ROSA_POCK_copyright_Gundi_Feyrer(schlecht) nachgebildeten Kaffehaustisches
samt Zuckerstreuer, Zigarettenschachtel und Papier
(einzig abstraktes Zubehör),
sind alle lose und voneinander unabhängig,
in alle Winde verstreut.

Sitzbank und Tisch, um die Füsse abzustellen,
können auch für sich stehen.
Die Figur selbst kann auch allein
und ganz woanders für sich sitzen.

In einem Haufen Bücher oder auf irgendeiner Treppe.
Etwas Anlehnung braucht sie jedoch.

ODER: Uns umgibt ein gewaltiges, strukturiertes Gefüge physikalischer Objekte und Effekte (Wirbel unsichtbarer, kreisförmiger Linien um den Magneten herum).

Rosa Pock - Schriftstellerin. Lebt und arbeitet in Wien.

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6 - INADAEQUAT AVATAR - czz
Höhe: 23 cm

Portrait eines Tuns, und der sich ständig verändernden und sich ausdehnenden Ergebnisse eines Tuns, in dessen Mitte sowie dahinter die dieses Tun Tuende steckt.

Sie steckt dort nicht wiedererkennbar erkennbar dahinter
als czz genauso wie oben auf der Kommandobrücke als Kapitän
und direkt am richtungsgebenden Vorne als Galionsfigur ihres
mit hilfe des Maschinenwerkmeisters KP gebauten Küstenfahrzeugs,
mit dem sie alle noch so fernen Buchstaben- und Bilderweltmeere befährt
und unermüdlich nach neuen und frischen Exemplaren Ausschau hält.

figur_INADAEQUAT_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Die Fischermütze
auf dem
gedanken-
blauen und
tinten-
dunklen
Kopf erklärt,
dass sie
ein Jäger ist,
der an der
Hand von
Stromkabeln,
Gedanken-
Licht- Ge-
Schwindig-
keit,
Bilder-
Schmuck-
Frequenz
sowie
Klangweisen
misst,
um zu
sehen,
ob sie
in das
von ihr
ver-
schlüsselte
und
glänzende
Netz ihrer
zielsicheren
Suche
passen.

Einmal dazu entschlossen, diese oder jene Art von Tintenfisch oder Meeresbucht anzuheuern und einzufangen, werden jene mit Begeisterung sofort in ihr Logbuch aufgenommen, danach von Mond, Sonne und Sternschnuppen abgelichtet, um schliesslich auf der von ihr genauso selbst erstellten Logarithmentafel, auf der alle Möglichkeiten der Potenzierung zahlreicher und faul herumtreibender Sinnraubfische chiffriert enthalten sind, eingraviert zu werden (gelegentlich auch in der Art der Holzfäller, mit der Axt ihrer Entscheidung dort einzurammen), und schliesslich registriert (manchmal werden sogar ganze Atolle als 1:1 Landkarten dort ausgelegt).

figur_INADAEQUAT_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerAnschliessend wirft sie jede Beute
sofort wieder zurück
in jedwedes Weltbuchstabenmeer,
damit sich jene
kurz gefangengenommenen
und gegen jede Erwartung
lebendig gebliebenen Exemplare
wieder ins Getümmel der anderen Weltbucht- und Buchstabenmeerbewohner werfen können,

figur_INADAEQUAT_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

sich dort von ihrem Lichtschreck
erholen und erfrischen,
um dank dieser durch czz
getätigten und unendlich vielen Würfe
die nicht unbedingt konstante
Weltgedankenlichtgeschwindigkeit
wieder gemeinsam
auf frischen Buchstabenvordermann
zu bringen.

So befreit von jeder Beute
und gleichzeitig so
jede Beute von sich befreiend,
segelt czz stetig mit neuem Wind voran,
beflügelt und durchströmt
von Wind, Gewitter und
sämtlichen Weltgedankenstromkreisen,
welche das Segel ihres Tuns stetig vorantreiben,
auf der Suche nach immer neuen,
unentdeckten und sauerstoffreichen Zielen.

ODER: Licht ist ein Kollektiv, das weder Anfang noch Ende hat
und sogar dann zu sehen ist, wenn es dunkel ist.

czz - Editor in|ad|ae|qu|at

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7 - LIESL UJVARY - PERPETUUM MOBILE
Höhe: 20 cm

Die Figur sitzt auf einem Bürofahrradgestühl mit grün vergrössertem Reitsattel, der in roten Rücken verdrehenden und seidig schwankenden, haarigen Grasröhren (Lilien) endet, die eine pflanzliche Rückenlehne bilden (auch umgekehrt als Handwirk- oder Cowboystuhl verwendbar).

figur_LIESL_UJVARY_copyright_Gundi_Feyrer

Das Sitzrohr des Arbeitsrads
ist zum Bürostrumpfbein/ Fuss
geworden,
dessen Fusskreuz
auf 5 Nussbaumarmen steht,
von denen zwei
zum Schaffenstriebrahmen
hochgeklappt wurden,
um die Richtung der
Inspirationsschlenker
vor einem Ausscheren
zu bewahren.

Die Mandelbaumzweigarme
haben weder Lasträder
noch Schuhrollen,
da das Weiterkommen
allein vom Rad übernommen
werden muss -

die verbleibenden 3 nicht existierenden Rutsch- oder Scharr-Bodenrollen würden nur die Fahrtrichtung durcheinander bringen und so jedes eifrige Rennen unmöglich machen.

Die Figur wird mittels eines Kabels an der Mitte des Schöpf-(ungs)rads an- und ausgesteckt. Der Strom wird von der Drehung des Rads erzeugt und über ein drahtiges Kabel weitergeleitet.

figur_LIESL_UJVARY_copyright_Gundi_Feyrer

Grün verbrämt
läuft es neben
der Körperröhre
vorbei und
färbt sich
nach einigen
Irrwegen
mal so , mal anders
(die aleatorisch
auftretenden Farbreste /
Kabelzungen
und
Arbeits-
Störungen
werden

durch unkontrollierbare und noch unbekannte Spannungen erzeugt und sind zähneknirschend zu tolerieren), da sich die äusseren Kreise sowie die im Kopfinnern der Figur, chaotische Schleifen ziehend, exstatisch zu Brotkantensprüngen, Pedalkurven und animalischen Schiesspulvergeschwindigkeiten steigern, sodass singende Blätter insektenförmige Liederkränze bevölkern und japanische Stierkampfarenas russische Sprachkühe reparieren, etc.

Kurzzeitig ermattet, verdichten sie sich in der rechten Hand zu einer weiss-rotglühenden Kamera, die die sie selbst bildenden Kabel und Blumen blasenden Musikstücke abfotografiert, um sofort und wie magisch von der linken Hand angezogen, ein weisses, bipolares Kometenfeld zu durchlaufen (zwei Hände - zwei entgegengesetzte Pole), mutig die linke Hand zu durchrasen, um in einer lärmenden Seemannsgarnrolle (Zufallsknäuel, Sonnenspule, Windböenstrauss) schnellhellgelb zu enden.

figur_LIESL_UJVARY_copyright_Gundi_Feyrer

Dies alles raubt der
schaffenden Figur L.U.
zwar den Atem,
ist aber nicht das Ende.

Im Gegenteil.

In diesem
knallenden
Knäuelende
steckt
- wie in
der Drehung
des Büro-
Fahr-
Stuhl-
Rads -
ein jeder
immerneue
Anfang.

Der
schwirrende
Eindruck,
den die
wurm-
linien-
förmige
Bemalung
der Platte
auf das Auge
macht, ruft
schreiend die Idee der Bewegung im Betrachter auf.

Acrylenergie wird in brausendes & schwirrendes Federgewicht umgewandelt.

Die Sturmquelle, fälschlich still ruhender Plattenbemalung zugeordnet, speist sich aus unendlich grosser Täuschungsenergie und wird vom Betrachter unbedacht auf das Kabelknäuel übertragen, womit automatisch die Stromübertragung hergestellt ist, d.h., real Sturmstrom weitergeleitet wird.

Die wahre Bewegung steckt im augenfällig stillstehenden Rad (es kann sich tatsächlich bewegen), die unwahre in der Platte, aber, da der Betrachter, optisch getäuscht und geohrfeigt, sie allzu freudig in fliessenden Augenhonig sowie denkende Eulen verwandelt, muss sie hier als realer und wahrer Springfluss angenommen werden.

Sobald also die Kabelrolle die Platte auch nur berührt, wird der unwahr-wahre Plattenstrom in die Kabelrolle geleitet: der Kreis schliesst sich.

AXIOM (klassisch): Die Wege des Schöpfers - hier Liesl Ujvary - versetzen zwar das Rad in Bewegung, bringen es in Schwung und werden vom selbsterzeugten Strom selbst wieder in Schwung gebracht, wären aber ohne den Betrachter, der den Stromkreis dank seiner Lust an der Illusion schliesst, bald am Ende.

So jedoch läuft die Maschine endlos, lustvoll, eifrig und ewiglich auf Hochtouren weiter.

Liesl Ujvary - geboren 1939 in Bratislava, Slovakei,
lebt als Schriftstellerin in Wien. Texte, Bilder, Musik.

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8 - GUNDI FEYRER - SELBSTPORTRAIT MIT ACHTBEINIGEM TISCH
Höhe: 13 cm

Hier singen Stuhl, Figur und Tisch gemeinsam und ineinander verschmolzen,
wie holziges Pech in schwefligem Chor:

figur_GUNDI_FEYRER_SELBSTPORTRAIT_copyright_Gundi_Feyrer Jeder Part ist durch irrsinnige Instabilität charakterisiert, sodass der an sich achtbeinige Tisch real nur auf zweien fusst, während die restliche Tischbeine in der Luft hängen und, da nur Menschen auf zwei Beinen längere Zeit stehen können, gibt es auch hier keine Ausnahme.

Das rettende und tragende dritte Element ist das einsame Stuhlbein (die zwei verbleibenden und der Figur einverleibten Beine schweben ebenfalls), sogesehen zum dritten Tischbein geworden, während der Rumpf der Figur als Brücke zwischen Stuhl und Tisch fungiert, um als schweres Gas das Gesamtgewackel gerade noch am Stehen zu halten; bzw. in fussfester Schwebe zu verbeinen.

Wunderlicherweise verwandelt sich hier der Mangel an Stabilität und Stimmfestigkeit in sein Gegenteil: durch das ununterbrochene Kontinuum an zitterndem Ungleichgewicht hat sich dessen konstante Obertonfrequenz dermassen in die Luft gebissen, dass diese ewig gleiche (Biss- )Spur auf diese Weise zu einer festen Linie, ja, gar zu einem Schiffstau koloratiert wurde, an dem schliesslich das dreiteilige, lose Konstrukt unsichtbar befestigt ist - um damit den dauernden Lebens- und Liebesbeben die Stirn besser bieten zu können (siehe auch: Komplott aus Stuhl, Figur, Tisch).

AXIOM (modern): Mangel ist gleich Fülle.

figur_GUNDI_FEYRER_SELBSTPORTRAIT_copyright_Gundi_FeyrerTönendes
und
stimmliches
Un-
Gleich-
Gewicht,
bei dem
die Mühsal
des
unentwegten
Aus-
Gleichens
(Gleich-
Gewichts-
Produktion)
zur
konstanten
Zitterachse
geworden ist,
an der
die ohnmächtigen Teile der künstlerischen Produktion lose, asymmetrisch und unvorstellbar aufgehängt sind.

figur_GUNDI_FEYRER_SELBSTPORTRAIT_copyright_Gundi_Feyrer

Die ganze Einheit ist
mit der einhergehenden
Funktion eines
Universaltisch- und
Stuhlbebendämpfers
identisch geworden
und gibt nun
lebenslänglich Kunde
über die
jeweils auftretenden
Kometenbomber
über die im Tisch eingelegte Hieroglyphenplatte ab.

ZUSATZ: Die im Gegensatz dazu unvorstellbare Stabilität von Weinflasche plus Glas auf dem geneigten Tisch lacht noch jedem Newtonschen Gravitationsgesetz ins Gesicht.

Gundi Feyrer - Schriftstellerin, Zeichnerin, etc. Lebt derzeit in Córdoba.

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Gundi Feyrer

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in|ad|ae|qu|at proudly presents : Die erste Blog- Portrait- Skulptur der Welt



||| STATTHALTER UND CHIMÄREN | CABINET DE PORTRAIT | GUNDI FEYRER : “INADAEQUAT AVATAR” | MIT GUTEM GRUND | NAMENTLICH | KLANGAPPARAT

STATTHALTER UND CHIMÄREN

Da ging eben noch die Rede von den berühmt- berüchtigten Avataren - jenen Ersatzwesen , welche man sich ( dem indischen “Götzenbild” entlehnt ) bedient , um beispielsweise in der “Second World” herumzuspuken . Oder - platterdings auf ein briefmarkengrossen Bildchen reduziert - auf Netzplattformen , Foren und in den Kommentar- Fussnoten von Blogs .

Da ja auch wir in|ad|ae|qu|at sowohl mit einigen der geneigten Leser als auch im Autoren | Autorinnen des “Salon Littéraire” seit Jahr und Tag persönlich unbekannt sind und sozusagen im “Doppelblindspiel” miteinander verfahren , bleiben die wirklichen Gesichter unserer Gegenüber jenseits des Bildschirmes weitgehend Chimäre . Umgekeht kennen uns vieler unserer Gäste ebenfalls nicht von Angesicht . Was auch gut so ist und beabsichtigt , wollen wir doch weder unser Privatleben noch unser Konterfei aus dem Facebook hängen .

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CABINET DE PORTRAIT

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerNun hat uns allerdings am gestrigen Tage aus dem fernen Spanien die Nachricht von einem skulpturalen Cabinet de Portrait ereilt , wo unsere “Salon“- Autorin und in ihren “AUF- UND VERZEICHNUNGEN” ziganisch wilde Zeichnerin Gundi Feyrer tatsächlich ein Portrait des Blogs ins dreidimensionale Werk und damit in die Welt gesetzt hat .

Da haben wir ihn nun in Tat und Wahrheit , unseren in|ad|ae|qu|aten AVATAR , ohne auch nur je in Blickkontakt mit dessen Schöpferin geraten zu sein - so unverhofft wie wohlgeformt !

Was er an sich und WIE es dieser Avatar es in sich hat , sei im Folgenden vorgestellt : Der Sache zugleich den Werktitel entlehnend , hat Gundi Feyrer ihre Miniatur- Skulptur mit “inadaequat AVATAR” benannt .

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GUNDI FEYRER : “INADAEQUAT AVATAR”

Sind des die Tastatur- Finger oder der hier herrschende Kabelsalat , welche die Figurine als Attribut in Händen hält ? - Vielleicht auch die metaphorischen “loose ends” zum “Connecten” ? -

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Mütze und schwarzes Paletot sind jedenfalls nicht nur symbolisch , sondern recht konkret in feinster “striking likeness” gestaltet -

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerIinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Der statuarische Eindruck , den das Figürli auf den ersten Blick gewähren mag , trügt natürlich .

Als zollte die Künstlerin dem Ineinandergreifen der verschiedenen Ebenen , Räume und Teile dieses in die Tiefe der Seitenarchitektur und der Zeiten gestaffelten Web- Werks Reverenz , hat sie den “AVATAR” auf einem beweglichen “Fuss”- Podest angebracht , der es gestattet , die einzelnen Teile gegeneinander zu drehen .

Aber was heisst hier “Fuss” . . . ?!

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerIinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

12 ( zwölf ) Füsschen an der Zahl sollen , wollen und werden uns durch die Monate tragen - geschehe und gehe dies nun vorwärts oder zurück !

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MIT GUTEM GRUND

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerDa aber keiner ( auch kein Blog ) gut geht und sauber baut auf unsicherem oder zweifelhaftem Grund , hat uns Gundi Feyrer vor- und fürsorglich ein “Blog- Haus” in das Muster ihres zugurunde liegenden Teppichs gewebt .

Bleibt uns zu hoffen , dass wir bei unserem Tun “the figure in the carpet” ( Henry James ) nicht verlieren ….

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NAMENTLICH

Dass und wie wir unsere wahre Gestalt hinter dem “Nom de guerre de plume” vordergründig verbergen : auch dies hat Gundi Feyrer bedacht . Der Schriftzug “in|ad|ad|ae|qu|at” umhüllt und umrundet förmlich die Gestalt dieser anmutigen “AVATAR”- Figur .

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerIinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Good Gundi : Wer möchte da nicht - ausgestattet mit einem so poetischen Penaten - ermuntert und wieder ein wenig hoffnungsfroh dem , das da kommen mag , die bemützt- geschützte Stirne bieten ?! -

Iinadaequat_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

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KLANGAPPARAT

Die Fortsetzung unseres Mini- Portraits des Hamburger Netlabels plainaudio führt uns - in der Kategorie “Electronica” - nach Graz . Dort hat nicht czz-hoerempfehlungnur unsere “AVATAR”- Schöpferin einige Lebens- und Werkabschnitte verbracht , sondern hat ( siehe höre l a r i d a e ! ) ja auch eine feine Musikalienhandlung etabliert . Aus dieser gibt der Simon Hafner aka Simon/Off ( MySpace ) seine angeblich von der weiland Wiener elektronischen Schule beeinflussten “Praterbreaks” ( Labeltext ) zu hören . Aber keine Angst : Die EP “Crime” sieht wesentlich martialischer aus , als sie klingt , ohne dabei den “Wurschtel” zu machen . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Easy | 02. Away | 03. Begin | 04. Crime |||

GR | AVATAR



||| Kommentierende können dies @ in|ad|ae|qu|at ab sofort mit Bildchen aka Globally Recognized Avatar | GRAVATAR vollziehen .

Voraussetzung : Per e- mail- Adresse HIER subskribieren , Bildchen aufladen und - ab die Post . Vorher noch markieren , inwieweit man sich und das Seinige für mehr oder weniger jugendfrei erachtet ( G-rated to X-rated ) .

Funktioniert mittlerweile auf vielen Blogs und Sites . Soviel zu den CI- Möglichkeiten für Kommentierer .

P. S. An ( berechtigt ) Skeptische : Selbstredend lässt sich das Geschäft des comments auch weiterhin bildfrei und ganz ohne Zuhilfenahme etwelcher Avatare an dieser Stelle erledigen .  |||

The Awakening



Erster Juni . Das gibt zu denken . War Frühling draussen ? Was können wir wissen , mit Kant gefragt . Sassen ja nur vor unseren Bildschirmen , betätigten uns eventuell süddeutsch selbstreferenziell und lasen vom klimatischen Heating , während wir - Hand auf die Wärmflasche - wie die sprichwörtlichen Schneider froren. - Aber wie sagt eine der desperaten Figuren in Schorsch Kameruns Hörspielpreis der Kliegsblinden- Faction : “Nur weil ich friere , ist noch lange nicht Winter . / Nur weil ich friere , ist noch lange nicht Winter . / Nur weil ich friere , ist noch lange nicht Winter .” - Ein Frühlings Erwachen wäre also endlich angezeigt , wobei man vorderhand zwischen der weiblichen Variante ( Kate Chopins The Awakening ) oder Wedekind’ schen Jungmännerschmerzen wähle . Ob die Operation Frühlingserwachen ( vulgo Plattenseeoffensive zum Schutze der Wienerstadt gegen die Horden des Ostens) jemals zu Ende ging , muss heute noch dahin gestellt bleiben .

Fritz Lang freilich war vor ‘45 schon weit westwärts geflohen , um das in deutschen Grauen erlebte Grauen in den Film Fury zu giessen . Die Sache mit Masse und Macht - - - Nun : die hat Lang voraus gesehen , als er 1925 / 26 in Metropolis das mechanische Weib faustich erschaffen liess . Eine Eve future , welcher unsere Avatare und SL- Doubles vielleicht schon beim jen- oder Web- seitigen Kaffeekranz meeten .

Es sei . Wecken wir also das Unding an sich für ein Kurzes zum Leben , sei dies nun real , rein visuell oder - in diesem inadäquaten Medium - irgendwie virtuell . Der schönen französischen Sprache danken wir ja den herrlichen linguistischen Link zwischen dem Traum | le rêve und dem Erwachen | le reveil . Eveillons- nous donc , lassen wir für den Moment die bang existenzielle Frage Bloguer ou ne pas Blouguer ? beiseite und blicken der Lang’schen Olimpia bei ihrem Stummfilm- Erwachsen ins attraktive Gesicht .

ERFINDER C. A. ROTWANG ERWECKT DIE MASCHINE

[ Musik : Gottfried Huppertz , Kamera : Karl Freund , Günther Rittau , der formidable Walther Ruttmann HIER vermutlich . . . nicht ? ]

Die Video- Junk- und Juke- Box Youtube macht’s möglich , die stumm- symphonische Erweckungsszene mit deren pop- kulturellen Wieder- Erweckung durch Giorgio Moroder gegen zu lesen . Klar wie ein Frühlingsmorgen erschien dem Kulturmenschen anno 1984 die verfärbelte Verwurstung im Rhythmus von Gaga- Beats als honte | shame und Schande . Heute sieht man dies - watch below - wohl ein bisschen entspannter , rubriziert Moroders Monster- Metroplis unter “Geburtsstunde des Video- Clip” und kann diese
historicité au second degré wieder recht fesch & trashig finden .

“HERE SHE COMES” also nach Fritz Lang und mit der Röhre Bonnie Tylers .

Klar , dass es Langs Werk war , welches 2001 in die deutsche Sektion des Unesco- Memory of the World gelangte , wo der Film neben Goethe , Grimms Märchen und der Gutenberg- Bibel sitzt . Von Beethoven gar nicht zu reden .

 

czz hörempfehlung

Inadäquats tägliche Musikempfehlung

ist itzo quasi im Blog- Content inkludiert ,

also auf Re- Play gehen oder dem kommenden Posting entgegen sehnen .