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DOKUMENTATION : Josef Winkler - “Der Katzensilberkranz in der Henselstrasse” - Klagenfurter Rede zur Literatur 2009



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JOSEF WINKLER : DER KATZENSILBERKRANZ IN DER HENSELSTRASSE
Klagenfurter Rede zur Literatur , gehalten am 24. Juni 2009 ( Tage der deutschsprachigen Literatur 2009 )

Eine ganze Epoche liegt zwischen uns, und heute ein gewaltiges Schneeland.
Stéphane Mallarmé

Josef Winkler Kamering Friedhof Mauer copyright Christiane Zintzen

1.
“Weil ich, in jener Zeit, an jenem Ort, unter Kindern war und wir neuen Platz gemacht haben, gebe ich die Henselstraße preis, auch den Blick auf den Kreuzberg, und nehme zu Zeugen all die Fichten, die Häher und das beredte Laub. Und weil mir zum Bewusstsein kam, dass der Wirt keinen Groschen mehr für eine leere Siphonflasche gibt und für mich auch keine Limonade mehr ausschenkt, überlasse ich anderen den Weg durch die Durchlaßstraße und ziehe den Mantelkragen höher, wenn ich sie blicklos überquere, um hinaus zu den Gräbern zu kommen, ein Durchreisender, dem niemand seine Herkunft ansieht.” Steht in der Prosa “Jugend in einer österreichischen Stadt” von Ingeborg Bachmann. Immer wieder, besonders abends, wenn es dämmert und in Klagenfurt die Straßen leer werden, gehe ich von der Khevenhüllerstraße, über die Radetzkystraße, Richtung Kaserne, wenige Hundert Meter weiter, in die Henselstraße, in der Ingeborg Bachmann einen Teil ihrer Kindheit und ihre Jugend verbracht hat, betrachte einen großen, an der Zauntür des Nachbarhauses hängenden Schildpattkranz, einen Katzensilberkranz, wie ich ihn nenne, der aus hunderten hostiengroßen Schildpatttalern zusammengefügt ist, ziehe ein leicht angeklebtes Schildpatt aus dem Kranz, stecke es schnell und verstohlen ein - auf meinem Schreibtisch wird es liegen müssen, sage ich mir, während ich diesen Text schreibe - und gehe, an das Katzensilber meiner Kindheit denkend, ein paar Schritte weiter zum Haus Nummer 26, zum Haus der Ingeborg Bachmann, das Katzensilber vor Augen, das ich damals am Flussufer der Drau gesammelt, nach Hause getragen, als Lesezeichen in Winnetou I hineingesteckt habe - ein paar Jahre, bevor ich den Namen Ingeborg Bachmann das erste Mal hörte -, an der Stelle, wo Winnetou bei einem Zweikampf seinem damals noch weißen Feind Old Shatterhand ein Messer ins Herz stoßen wollte, aber auf der linken Brusttasche seines Gegners an der Sardinenbüchse abrutschte, so daß das Messer des Indianers seinem Feind Old Shatterhand oberhalb des Halses und innerhalb der Kinnlade in den Mund und durch die Zunge stieß und sein Blut, wie es in Winnetou I steht, “aus der äußeren Wundöffnung am Hals in einem beinahe fingerdicken Strahle herausrann”.

2.
Vor dem Haus von Ingeborg Bachmann stehend und auf den über die Hausmauer rankenden Rosenstrauch und die Gedenktafel der Dichterin verdeckenden weißen und rosafarbenen Rosenblüten schauend, schiele ich immer wieder nach rechts, ein paar Häuser weiter, stadteinwärts, aufs Gartentor in der Henselstraße Nummer 22, an dem der große, schwere Schildpattkranz hängt, und stelle mir vor, dass dieser Schildpattkranz am Gartentor des Hauses von Ingeborg Bachmann angebracht ist mit einer langen breiten Schleife und mit den aufgedruckten Worten aus ihrer Prosa “Jugend in einer österreichischen Stadt“: “In der Ausdünstung von Ölböden, von ein paar Hundert Kinderleben, Zwergenmänteln, verbranntem Radiergummi, zwischen Tränen und Tadel, Eckenstehen, Knien und unstillbarem Schwätzen sind zu leisten: ein Alphabet und das Einmaleins, eine Rechtschreibung und zehn Gebote.” Wenn Ingeborg Bachmann von der Ausdünstung der Ölböden in der Schule spricht, tauchen wieder die eigenen Erinnerungen vom schwarzen Ölboden im Unterrichtsraum auf, in der “Klasse” der Dorfvolksschule, wie wir den Raum nannten - damals, wann war das? - vor einem halben Jahrhundert schon, als der Kleindienst Gerhard, der älteste Sohn einer Keuschlerfamilie, deren Kinder jahrelang versteckt im eigenen Haus und Hof gehalten wurden und niemals mit den Bauernkindern des Dorfes spielen durften, zum ersten Mal an die Dorföffentlichkeit, in die Schule gehen sollte und sich im Flur des Schulhauses gegen den stark nach Öl riechenden Boden stemmte und schrie - wir warteten in der Klasse, in den uns zugeteilten Sitzbänken auf unseren zukünftigen Mitschüler -, so schrie, dass mich sein Schreien an das furchterregende Zwillen eines Schweins erinnerte, das, festgebunden mit einem kotbeschmierten Strick am Oberkiefer, aus dem Stallglitsch in den Hof hinausgezogen wurde, worauf zwei stark behaarte menschliche Hände den geladenen silbernen Bolzenschußapparat, den “Buffer”, wie wir ihn nannten, an den Schädel des sich gegen den Hofboden stemmenden, widerstrebenden Schweins hielten, der Menschenkörper zurückfuhr, das Schwein zusammensackte, der zappelnde dicke Fleischwanst mit hocherhobenen Beinen vor dem Misthaufen lag, mit einem großen Küchenmesser in seinen Hals gestochert und das fingerdick warm herausströmende, in die Waschschüssel, über der sich am Wochenende mit einer Terpentinseife, auf der ein Hirsch aufgedruckt war, die Kinder die Achselhöhlen wuschen, schäumende Schweinsblut von der taubstummen Magd aufgefangen wurde, und während ich in der Henselstraße vor dem Haus von Ingeborg Bachmann stehe und auf den Rosenstrauch an der rosaroten Hausmauer schaue, mir die sich gegen den schwarzen Ölboden stemmenden Füße des weinenden und zwillenden Kleindienst Gerhard vorstelle, der von zwei Erwachsenen, von seiner Mutter und von dem Augengläser tragenden Lehrer, in die Klasse hineingezogen werden musste, fallen mir auch die Worte meines inzwischen dreizehnjährigen, damals siebenjährigen Sohnes ein, der sich auch am zweiten Schultag gegen die Türschwelle der Schule stemmte und flehentlich sagte: “Ich möchte nicht in die Schule gehen, ich möchte Schriftsteller werden!”

3.
“Kinder legen alte Worte ab und neue an”, steht in der Prosa “Jugend in einer österreichischen Stadt” - einer Stadt, die Ingeborg Bachmann in dieser Geschichte nur einmal mit dem Buchstaben “K” identifiziert. Immer noch vor dem Haus von Ingeborg Bachmann stehend, auf die Blüten des hoch am Gemäuer aufragenden und die Gedenktafel verdeckenden Rosenstrauchs und wieder sehnsuchtsvoll nach rechts auf den am Gartentor des Nachbarhauses hängenden Schildpattkranz schauend, erinnerte ich mich an einen Herbsttag - damals, wann war das? -, als ich, aus Klagenfurt kommend, in meinem Heimatdorf Kamering meinen Freund, den Schneiderssohn besuchte, in die nach Stoffballen und Zigaretten riechende, großräumige Küche hineinging, in der seine Mutter an der Singer-Nähmaschine ratterte, sein Vater mit der diskusförmigen, kleinen rosaroten Schneiderkreide den angeschnittenen Stoff markierte, und wir aus dem Radio hörten, dass in Rom die in Klagenfurt aufgewachsene, österreichische Dichterin Ingeborg Bachmann nach einem Brandunfall in ihrer Wohnung ihren schweren Verletzungen erlegen sei. Das Wort “erlegen” hatte mich damals, als Jugendlichen, irritiert und erschreckt, die Radiostimme sprach nicht von Tod und Sterben, sondern von “erlegen”. Ich ahnte nur, dass die Dichterin tot war, ich hatte auch nicht den Mut die Schneiderin zu fragen, was denn das Wort “erlegen” überhaupt bedeutet. In dieser Radiomeldung war auch davon die Rede, dass Ingeborg Bachmann unter Drogen gestanden haben soll, Alkohol und Tabletten eingenommen habe und mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen sei, die schließlich einen Schwelbrand auslöste. Ribiselsaft schlürfend und mit einer Gabel im Kirschkuchen stochernd, die Kirschkerne in unsere Hände spuckend, schauten wir in der Schneiderwerkstatt mit Gänsehaut immer wieder aufs kleine Kofferradio, warteten, begleitet von den Morsezeichen der ratternden Singer-Nähmaschine, die nächste volle Stunde ab, um dieselbe Meldung mit neuen Details und vielleicht auch noch einmal das Wort “erlegen” zu hören, das wir bis dahin nicht einmal vom Hörensagen kannten.

4.
“Noch lieber sind sie unter sich, nisten sich auf dem Dachboden ein und schreien manchmal im Versteck, um ihre verkrüppelten Stimmen auszuprobieren. Sie stoßen leise kleine Rebellenschreie vor Spinnennetzen aus.” Erlegen, um es so zu sagen, erlegen, sage ich und befühle mit der durchstochenen, vernarbten Zunge meinen Gaumen mit Groll und Verzweiflung, denn ich sehe zappelnde Kinderbeine auf dem Asphalt vor mir, erlegen in dieser Stadt, in der ich auch schon mein zweites Jahrzehnt verbringe und in der Ingeborg Bachmann in der Henselstraße aufgewachsen ist, seinen Verletzungen erlegen ist auch der neunjährige Lorenz Woschitz, vor zwei Jahren, als einem größenwahnsinnig gewordenen Bürgermeister und einem ebenso größenwahnsinnigen Landeshauptmann, den beiden Hausherrn der Stadt K. und des Landes K., in den Kopf gestiegen war - der eine hat später, schwer alkoholisiert, aus seinem mit dreifach überhöhter Geschwindigkeit fahrenden Auto ein beim Aufprall mehrfach sich überschlagendes Geschoß gemacht -, für drei Fußballspiele, für viereinhalb Stunden Fußball also, ein gigantisches Fußballstadion in dieser Kleinstadt zu bauen. Der neunjährige, gerade aus der Schule kommende Lorenz Woschitz, der auf dem Heimweg war, wurde in Klagenfurt an einer Kreuzung - damals ein Dreivierteljahr lang eine ein paar hundert Quadratmeter große Baustelle -, die er auf einem Zebrastreifen bei Grün überquerte, von einem Lastwagen überfahren und getötet. Um das neue Fußballstadion schneller fertig bauen zu können, in dem im Juni 2008 in Klagenfurt drei Europameisterschaftsspiele stattfanden, wurde von dieser Kreuzung, an der sich der tödliche Unfall ereignete, immer wieder Personal zu Arbeiten ins Fußballstadion abgezogen, manchmal sah man wochenlang keine Arbeiter auf dieser mit Verkehrstafeln und Hindernissen vollgepflasterten, die Autofahrer irritierenden Kreuzung, und so haben die verantwortlichen Straßenbauer, die Sensenmänner von Klagenfurt, wie ich sie nenne, schließlich den Tod eines Schulkindes buchstäblich aus dem Asphalt gestampft. Von einem Omnibus aus, der im Verkehr ins Stocken geraten war, sahen Schulkinder den sterbenden, noch mit den Beinen zappelnden, neunjährigen Lorenz Woschitz auf dem Asphalt liegen, in der Radetzkystraße, wenige hundert Meter von der Henselstraße entfernt, in der Ingeborg Bachmann im Haus mit der Nummer 26 Kindheit und Jugend verbracht hat. “Die Kinder haben keine Zukunft.”, steht in der Prosa “Jugend in einer österreichischen Stadt“. “Sie fürchten sich vor der ganzen Welt. Sie machen sich kein Bild von ihr, nur von dem Hüben und Drüben, denn es lässt sich mit Kreidestrichen begrenzen. Sie hüpfen auf einem Bein in die Hölle und springen mit beiden Beinen in den Himmel.”

5.
Diese Stadt Klagenfurt, die sich seit über dreißig Jahren, jährlich im Juni, in der Zeit der Lindenblüte, als deutschsprachige Literaturhauptstadt feiern lässt, ist wohl die einzige Stadt Mitteleuropas mit 100.000 Einwohnern, in der es keine eigene Stadtbibliothek gibt, in einem Land, in dem der damalige, inzwischen eingeäscherte Landeshauptmann gemeinsam mit dem röm.-kath. Parteivorsitzenden der sogenannten christlich-sozialen Volkspartei - der vor einem Jahr einen schweren Verkehrsunfall überlebt und nach seiner Genesung im Freundeskreis demutsvoll erzählt hat, dass ihm, um seine Worte zu gebrauchen, die “Lourdes-Mitzi” beim Verkehrsunfall das Leben gerettet hat -, dieser Kärntner ÖVP-Vorsitzende und der ehemalige Kärntner Landeshauptmann, der sich mit seiner Asche aus dem Staub gemacht hat, haben im vergangenen Jahr beim Verkauf der Kärntner Hypo-Bank einem Villacher Steuerberater für seine zweimonatige mündliche Beratung ein Honorar in Höhe von 6 Millionen Euro in räuberischer Manier aus Landesvermögen zugeschanzt, und höchst appetitlicherweise ist dieser Villacher Steuerberater auch noch der persönliche Steuerberater des Kärntner ÖVP-Politikers, dem himmel- und gottseidank die Lourdes-Mitzi bei einem Verkehrsunfall das Leben gerettet hat. Gegrüßt seist du, Maria, Königin der Güte, Ölbaum der Barmherzigkeit, durch welchen uns die Arznei des Lebens zukommt! Das gigantische Stadion, das für drei Europameisterschaftsspiele gebaut wurde, hat über 70 Millionen Euro, also eine Milliarde Schilling gekostet, und der Villacher Steuerberater hat für seine zwei Monate lange mündliche Beratung, von diesen beiden Politikern 6 Millionen Euro, also 84 Millionen Schilling, eingestreift. Der von den beiden Politikern auf diese Art und Weise zum Multi-Millionär gemachte Steuerberater begründete die Höhe des Honorars unter anderem mit den Worten: “Es waren zwei intensive Arbeitsmonate!” und “Ich habe mein Werk abgeliefert!” (Zuerst hätten es 12 Millionen Euro Honorar sein sollen, aber er hat sich erweichen lassen und hat dem Land einen, um seine Worte zu gebrauchen, “Patriotenrabatt” gewährt und schließlich nur mehr 6 Millionen Euro verlangt und bekommen.) Aber für eine Stadtbibliothek in der Landeshauptstadt, wie es sie in jeder Stadt Mitteleuropas gibt, hatten diese drei erwähnten Politiker in den letzten Jahren, und eigentlich seit dieser Literaturwettbewerb existiert, kein Geld. Sie haben kein Geld für eine Bibliothek für Kinder und Jugendliche. Sie haben kein Geld für Bücher. Sie haben kein Geld für die Bücher von Ingeborg Bachmann. Sie haben kein Geld für den “Guten Gott von Manhattan”. Sie haben kein Geld für die “Anrufung des Großen Bären“. Sie haben kein Geld für “Die gestundete Zeit“. Sie haben kein Geld für “Malina“, für “Das dreißigste Jahr“. Seit über dreißig Jahren haben sie kein Büchergeld für die Jugend dieser österreichischen Stadt! denke ich, in der Henselstraße, vor dem Haus von Ingeborg Bachmann stehend, auf den an der rosaroten Hausmauer sich hochrankenden Rosenstrauch und immer wieder nach rechts zum Schildpattkranz schielend, der schwer auf der Gartentür des Nachbarhauses hängt. “Es ist kein Geld im Haus. Keine Münze fällt mehr ins Sparschwein. Vor Kindern spricht man nur in Andeutungen. Sie können nicht erraten, dass das Land im Begriff ist, sich zu verkaufen und den Himmel dazu, an dem alle ziehen, bis er zerreißt und ein schwarzes Loch freigibt.” Um die Politik Willy Brandts zu unterstützen, drückte im Oktober 1972, also ein Jahr vor dem Tod von Ingeborg Bachmann, bei einem Parteitag der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, seine Abscheu vor den Mächtigen, die keine Scham haben, mit folgenden Worten aus: “Es gibt nicht nur eine Gewalt auf der Straße, Gewalt in Bomben, Pistolen, Knüppeln und Steinen, es gibt auch Gewalt und Gewalten, die auf der Bank liegen und an der Börse hoch gehandelt werden.”

6.
“Die Durchlaßstraße hat ihren Namen nicht von dem Spiel, in dem die Räuber durchmarschieren, aber die Kinder dachten lange, das wäre so”, schreibt Ingeborg Bachmann in ihrer Geschichte “Jugend in einer österreichischen Stadt”. Und: “Erst später, als die Beine sie weiter trugen, haben sie den Durchlaß gesehen, die kleine Unterführung, über die der Zug nach Wien fährt. Hier mussten die Neugierigen hindurch, die zum Flugfeld wollten, über die Felder, quer durch die Herbststickereien. Jemand ist auf die Idee gekommen, den Flugplatz neben den Friedhof zu legen, und die Leute in K. meinten, es sei günstig für die Beerdigung der Piloten, die eine Zeitlang Übungsflüge machten. Die Piloten taten niemand den Gefallen, abzustürzen. Die Kinder brüllten immer: Ein Flieger! Ein Flieger! Sie hoben ihnen die Arme entgegen, als wollten sie sie einfangen…” Ich verlasse die Henselstraße, verabschiede mich noch von der die rosarote Hausmauer hochrankende Rosenstaude und vom Schildpattkranz, gehe die St. Veiter Straße entlang, am rosaroten Haus mit der Nummer 24 vorbei, in dem der Zeichner Alfred Kubin vier Jahre lang als Jugendlicher verbracht hat, zur Durchlaßstraße, durch die Unterführung, über die der Zug nach Wien fährt, zum Annabichler Friedhof. Einen Steinwurf nur vom Grab von der Ingeborg Bachmann und einen Katzenhechtsprung vom Flugplatz entfernt, ist das Grab des neunjährigen Lorenz Woschitz. Weitauseinander gegrätscht und unendlich verlängert hat man seine Beine, der eine Fuß ist im Himmel, der andere ist in der Hölle, um die Worte von Ingeborg Bachmann zu paraphrasieren, und auf der Straße ist in der Todesstunde eine Kreidezeichnung in Gestalt eines Kindes geblieben, bis sie ausradiert worden ist vom Regen, Staub oder Wind. Der Magistrat der Stadt Klagenfurt war nicht imstande, der Familie einen zinslosen Kredit für die Begräbniskosten - mit weißem Kindersarg - zu gewähren. Es gibt dafür keinen Budgetposten! soll es wörtlich geheißen haben. Rote und lachsfarbene Nelken blühen auf dem Grab des Kindes, violette Stiefmütterchen, ein Herz aus Glas als Blumenbehälter, ein blauer Lederball, auf dem “Euro 2008″ steht, auf dem kleinen, schönen Grabstein das Brustbild des neunjährigen Buben, ein blauer, leicht bewölkter Himmel hinter seinem blonden Scheitel. “Wir vermissen dich!” steht auf einem danebengesetzten, kleineren Stein, neben einem Gipsengel. Ja, wir vermissen dich, Lorenz Woschitz! Mit meinen Schritten vermesse ich die steinwurfweite Entfernung bis zum Grab von Ingeborg Bachmann, in dessen Mitte, umgeben von der Umklammerung niedergeschnittener Buchsbaumsträucher, ein rostfarbener Keramiktopf mit rosaroten Petunien steht. Auf ihrem Grabstein, zwischen den Buchstaben A und C des Namens Bachmann, steckt ein kleiner, weißer, ein wohl vom Bachwasser, denke ich, herzförmig zugeschliffener Stein. “In dem Mietshaus in der Durchlaßstraße müssen die Kinder die Schuhe ausziehen und in Strümpfen spielen, weil sie über dem Hausherrn wohnen. Sie dürfen nur flüstern und werden sich das Flüstern nicht mehr abgewöhnen in diesem Leben. In der Schule sagen die Lehrer zu ihnen: Schlagen sollte man euch, bis ihr den Mund auftut. Schlagen… Zwischen dem Vorwurf, zu laut zu sein, und dem Vorwurf, zu leise zu sein, richten sie sich schweigend ein.”

7.
Als ich mich vor vierzehn Tagen, auf einer Lesereise in der Türkei, in Ost-Anatolien, in der Stadt Van aufhielt, sechzig Kilometer von der irakischen Grenze entfernt, durch die Stadt ging und in einer Markthalle eine Scheibtruhe sah, in der sich an die dreißig, vierzig schwarze, blutige Schafsschädel stapelten, da dachte ich, während der Fleischhauer die schwarzen Schafsschädel nacheinander in einen Schacht hineinwarf, wie lange werden sich die Bevölkerung des Landes K. und die Bewohner der Stadt K. von diesen schamlosen und räuberischen Politikern, den Hausherrn des Landes Kärnten und den Hausherrn der Stadt Klagenfurt, noch ausbeuten lassen, wann werden sie endlich auf die Straße gehen und den Mund aufmachen, wie lange werden sie sich noch schweigend einrichten, wie lange noch werden sie demütig sein und sich lammfromm ausrauben lassen, bis sie vielleicht, die Bevölkerung und die Bewohner dieser Stadt und dieses Landes, mit letztem großen Staunen vor ihren eigenen Eingeweiden stehen, die ihnen zu Füßen liegen werden, wie lange noch, dachte ich, als ich dem anatolischen Fleischhändler zuschaute, wie er nacheinander die blutigen, schwarzen Schädel der Schafe entsorgte, bis die blutbeschmierte Scheibtruhe leer war und ein Kind in einer Schlangenlinie mit ihr davonfuhr. “Zeit der Trophäen, Zeit der Weihnachten, ohne Blick voraus, ohne Blick zurück, Zeit der Kürbisnächte, der Geister und Schrecken ohne Ende. Im Guten, im Bösen: hoffnunglos.”

@ Josef Winkler | Quelle : ORFon Kärnten | Vgl. “Knochenstilleben auf dem Asphalt mit Ovomaltine” aus : “Ich ress mir eine Wimper aus und stech dich damit tot” ( edition suhrkamp 2008 )

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LINKS

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RELATED

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Play it again : FÜR den Bachmannpreis und WIDER die Literaturschulen - Eine Übertragung



||| IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE | IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG | “EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN | DEALS DER JURIEN | FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT | AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM | ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE

TDDL 2008 banner 300pxMusste man über Jahre hinweg lesen die stereotypen Stoss- Seufzer über den Bachmannpreis am ( Vorsicht : Wortspiel ! ) Wörther See und wie man sich abends bei Maria Loretto im berühmten Fischrestaurant unter den gruselig präparierten Fischköpfen an den Wänden ( Vorsicht : Bildwitz ! ) beim Gastmahle traf und wie dort oder auf den literaturjournalistischen Amateur- Fussballfeldern der Ehre es die Outsider den Insidern gaben

Musste man alljährlich lesen dieselben Protokolle von Outfits und Aussagen ( halbprivat ) , dasselbe Raunen über die echten , aus dem Genusse geistiger Getränke ergossenen Literaturbetriebswahrheiten …., so rächt sich das Feuilleton in diesem Jahr unisono mit Groll und Hohn für die Verknappung seiner Sport- und Spielwiese von zwei auf vier Tageslängen .

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IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG

picto TVIn chorisch harmonierenden Einzelstimmen wendet man sich gegen die Layoutierung der Show zu Zwecken und zu Gunsten der 3- sat- TV- Übertragung . Im fernsehgerechten Format , so der beleidigte Tenor ( Die Presse , taz ) , verwandle sich Literatur eben in jenes Ärgernis einer “prime time”- ( Der Standard ) , “Mittelstands-” ( DIE WELT ) , “Vita contemplativa”- ( FAZ ) und “Langweile”- ( NZZ ) Veran- oder -unstaltung , als welche sie sich anno 2008 den vor Ort Wesenden präsentierte .

Keiner mochte da einlenken , dass es eben die Fernsehübertragung sei , welcher die Juroren ihre Prominenz ( und guten Gagen ) danken , die im Besonderen allerdings dafür garantiert , dass Literatur im Feuilleton weiterhin für “der Rede wert” befunden wird . Anderseits gestattet just die Fernseh- Übertragung eine Teilhabe Vieler an einem lokalen “Event” : eine Zeugenschaft , welche die Lesungen selbst - allerdings auch die Leistungen der Jury , nicht zuletzt aber auch die Beurteilungen durch das Feuilleton - ÜBERPRÜFBAR macht .

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“EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN

picto TVSomit gerät die Oberhoheit der Kanzelrede und der exklusive Deutungsmacht des Feuilletons ins Wanken : Prompt reagiert das Feuilleton auf die solcherart “globalisierte” Information , indem es die Stadt Klagenfurt ebenso kleinredet und zur kleingeistig- protofaschistischen Provinz ( DIE WELT ) erklärt wie überhaupt den ganzen Bewerb inklusive der Juroren samt der von ihnen “vorgeschlagenen” und diskutierten Text- und Autoren- Funktionen .

Denn aber , hallo und sorry , möchten wir bescheiden daran erinnern , dass Klagenfurt noch immer ein Erbmöbelstück der “Gruppe 47″ ist und von deren berüchtigten Meetings , deren Lesungen und deren , jedem Widerspruch abgeneigten Ab- Urteilungen derer , die da lasen . Die , die da lasen , waren ( siehe : das Prinzip der “Einladung” bzw. der Juroren- Vorschläge ) selbstverständlich nur ein Teil “sie selber” . Der Löwenanteil war und bleibt allerdings das , womit sich ein Juror zu profilieren gedenkt , WEN er ins Rennen schickt und WAS er der Arena des Sammelkampfes vorwirft … zur Augenweide oder zum Frasse .

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DEALS DER JURIEN

TDDL 2008 banner 300pxWas das Juryprinzip ist in vielen verschwiegenen Versammlungszimmern , an Tagungstafeln und bei Konferenztisch- Kaffee aus Thermoskannen vollzieht , liegt in Klagenfurt vor Aller Augen . Deals , Kontrakte , Freundlichkeiten im Austausch gegen Imagepunkte , oder - bei Schlagseite des eigenen Kandidaten : der schnelle Seitenwechsel und Überlauf , der mit rhetorischer Verve überbrüht werden muss , damit der Sieger als selbstgekochtes Süppchen verkauft und vertreten werden kann .

Ja mei : All das ist hinlänglich bekannt . Was aber nun , wenn wir zugucken dürfen ( live dabei sein ! ) in der durch die Fernsehkameras und die hitzige Ausleuchtung nachvollziehbar unangenehm schwül- bedrückten Arena ? - Seit zwanzig Jahren weder im Besitze eines TV- Apparates noch des Animo , sich leiblich dem “Betriebsausflug” auszusetzen , hat in|ad|ae|qu|at das sogenannte “Wettlesen” stets via Feuilleton- Rapports und Insider- Witzen rezipiert . Und dabei Hunderte der oben genannten Fischessen , Fussballschweisstreibereien , Beschwipstheiten und Ausflügen ins lokale Puff nachlesen dürfen . Wenn im September dann oder im Oktober der jährliche Band “DIE BESTEN” bei Piper erschien , konnte und wollte sich eh Keiner mehr an das frühsommerliche Klagenfurt erinnern .

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FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT

picto TVNun aber hat das Netz auch für fernsehfrei lebende Zeitgenossen die “Zugänglichkeit” zu diesem eminenten Ereignis der Eliten von Feuilleton und Sozial- Performanz ermöglicht . Und solche “Zugänglichkeit” zu höherer - menschlicher , kultureller , emotionaler - Bildung gilt mittlerweile als Menschenrecht . Na gut , machen wir von solcher “Zugänglichkeit” via “Stream on Demand” Gebrauch und vollziehen “Klagenfurt” im totalen Echtzeit- Selbsttest und unter verschärften Bedingungen von sukzessiver Mitschrift und Fortverlinkung mit : Vierzehn Stunden lang an Bildschirm und Tasten , plus Mittagspausen usf.

Hier das Testergebnis : Auch unter den eingeschränkten Erwartungen , was ein Stream- Bild an Qualität vermitteln kann , ist der visuelle Faktor erbarmungslos kläglich . Im Chiaroscuro eines nur spotmässig ausgeleuchteten Studios verhindern abstruse Kamera- Totalen eine Konzentration auf den logisch zu fokussierenden Sprecher . Tritt selbiger allerdings - egal , ob gebeugter Autor , gestikulierender Juror oder bräselnder Moderator - ins Bild des Nah- Objektivs , erstarren die Talking Heads hinter der dick aufgetragenen und unvorteilhaft angestrahlten Maske . Da man Menschen , welche man schätzt und kennt , nur ungern in solcher Ensor’schen Masken- Übermalung betrachtet , verlegt man sich bald aufs Abblenden . Und siehe : Man beginnt zu HÖREN . ZUZUHÖREN sogar .

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AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM

TDDL 2008 banner 300pxUnd statt des blauen Studios erleben wir das blaue Wunder der Verwandlung eines “Literaturwettbewerbs” in ein HÖRSPIEL in Echtzeit : Mit den klassischen Chargen , Beschleunigungen und Retardierungen , Strophe und Refrain , Solo und Chor sowie viel lokal gefärbter Sprachmusik . Da treten die ausgestellten ( literarischen ) TEXTE als ebenso subjektive STIMMEN und CHARAKTERE auf wie das Geplänkel der Juroren , deren ebenso ausgestellten Bekenntnis- TEXTE und kulturtheoretische ROLLENPROSA . Solcherart sind wir - auch über manche Mühen der Textebenen ( aller Fraktionen ) hinweg - in den Genuss eines selten so unterhaltsam vernommenen HÖRSPIELS gekommen .

Fazit : Wenn schon das Radio sein Selbstbewusstsein als AKUSTISCHES Medium hinter Internetbildchen , LOGO- Optik und visuellen User- Interfaces am Handy verleugnet , wird man fortan das live übertragene , respektiv netz- gestreamte oder ON DEMAND abgespielte TV- BILD als neues Radio gebrauchen . BILD AB , TON AUF : Lass es jazzen , Mann , horch hin und maule nicht .

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ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO

picto TVUnd WENN man sich zu Klagenfurt bzw. in den Redaktionsstuben postum seit Jahren über die ( Vorsicht ! ) “gut gemachten , aber …“-Schreibstücke beklagt , dies Jahr erstmals auch über die ( Vorsicht ! ) “gut vorgelesenen , aber …“-Texte , dann schliesse man doch bitte endlich und einfach die VEBs der Literaturschulen und entlasse deren renommierte Lehrer , welche eben die SERIENTEXTE und -BEFINDLICHKEITEN mitproduzieren , über die sie und ihre Kollegen dann öffentlich mäkeln . Sorry : Bei diesem Betriebsspiel werden Menschen verbraucht … Der Rest der Argumentation ist unter der Kategorie “Germany’s Next Topmodel” bzw. “Deutschland sucht den Superstar” ( DSDS ) nachzulesen . Oder hiesse es doch nicht noch besser : “Dschungel-Camp - Ich bin ein Star – holt mich hier raus” ?!

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LINKS

  • Tilman Rammstedt erhält Bachmann-Preis - Der deutsche Autor Tilman Rammstedt hat den renommierten Ingeborg-Bachmann- Preis gewonnen . Der 33-jährige Schriftsteller wurde im österreichischen Klagenfurt für seinen Roman “Der Kaiser von China” ausgezeichnet . Rammstedt wagte etwas , das in Klagenfurt selten goutiert wird : Humor ( Elmar Krekeler , DIE WELT , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis 2008 : Darauf haben wir gewartet ( Oliver Jungen , FAZ , 29. 6. 2008 )
  • Vom Dienstbotenelend der Literatur - Der 32. Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb - Mit einer Grossvater- Geschichte holt sich der Berliner Tilman Rammstedt den Ingeborg- Bachmann- Preis 2008 . Seine Erzählung ist komisch , wo die Qualität der sonst noch vorgetragenen Texte fast tragisch ist . Selten zuvor war die Literatur in Klagenfurt so durchschnittlich wie diesmal ( Paul Jandl , NZZ , 30. 6. 2008 )
  • Neuigkeiten aus Klagenfurt - Öl im Getriebe - Beim diesjährigen Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb haben sich die Schriftsteller , die Jury und das Publikum auf die Bedingungen des Fernsehens eingelassen ( Dirk Knipphals , taz , 30. 6. 2008 )
  • Das Jahr der Freundlichkeit - Der 32. Bachmann- Preis ging an den in Berlin lebenden Tilmann Rammstedt - Markus Orths und Patrick Findeis hatten Chancen . Eine Entscheidung , unentschieden ( Cornelia Niedermeier , Der Standard , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis : Ein Tyrann als komischer Held - Tilman Rammstedt gewinnt mit seinem schwarzhumorigen “Der Kaiser von China“ in Klagenfurt . Er setzte sich bei Jury und Publikum durch ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )
  • Literatur , im Wörther See versenkt - Beim Wettlesen zum Bachmann-Preis wird alles den Erfordernissen des TV , der Marke untergeordnet . Ein Text ist aber kein Waschmittel ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Ein Eintauchen in buchstäbliche Liquid Levels gestattet das herrlich verhaltene LOOPZILLA- MIX Numero 60 . Fern von jeder hochsommerlichen czz-hoerempfehlungBeach- Life oder Sonstwie- Fröhlichkeits- Frenesie , bleibt das “Sofa Mix” cool abgedimmt im gangbaren Takt , ohne ins loungig- Beliebige abzudriften : Daniel P. aka “Project Swirl” bedient sich mit seiner exquisiten Mischung aus Releases von Netlabels wie yukiyaki , Thinner , unfoundsound oder clear-cut allerdings nur beim Feinsten . - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||

BACHMANNPREIS 08 : Listen - Lesen - Lasten



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Das Blockseminar “Bachmannpreis 2008” aka “Tage der deutschsprachigen Literatur” kann losgehen . Laut Veranstalter gestrafft , verjüngt und in neuem Outfit , multimedial und -lingual . - Zur Gegenlektüre : Siehe Doris Mosers ( “Der Ingeborg-Bachmann-Preis - Börse , Show , Event” ) : Frequently Asked Questions .

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STUNDENPLAN - DARBIETUNGEN - DEBATTEN

Im Netz via ORF-TV on demand | per Media- Player

Freitag , 27. Juni , Vormittag

9 - 10 : Thorsten Palzhoff , D ( home , Videoportrait | Vorschlag Ijoma Mangold ) : “Livia” | Lesung ( video on demand ) | Debatte ( video )
10 - 11 : Alina Bronsky , D ( Videoportrait | Vorschlag Ijoma Mangold ) : “Scherbenpark” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
11 - 12 : Clemens J. Setz , A ( Videoportrait | Vorschlag Daniela Strigl ) : “DIE WAAGE” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
12 - 13 : Angelika Reitzer , A ( Videoportrait | Vorschlag André Vladimir Heiz ) : “Super-8” | Lesung ( video ) | Debatte ( video)

Freitag , 27. Juni , Nachmittag

15 - 16 : Martin von Arndt , D ( home , Videoportrait | Vorschlag Alain Claude Sulzer ) : “Der Tod ist ein Postmann mit Hut” | Lesung ( video ) | Debatte ( vod )
16 - 17 : Patrick Findeis , D ( Videoportrait | Vorschlag Burkhard Spinnen ) : “Kein schöner Land” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
17 - 18 : Markus Orths , D ( KEIN Videoportrait | Vorschlag Daniela Strigl ) : “Das Zimmermädchen” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )

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Samstag , 28. Juni , Vormittag

9 - 10 : Heike Geißler , D ( Videoportrait | Vorschlag Ursula März ) : “Das luftige Leben“| Lesung ( video ) | Debatte ( video )
10 - 11 : Sudabeh Mohafez , D ( home , Blog “zehn zeilen” , Videoportrait | Vorschlag Klaus Nüchtern ) : “Im roten Meer” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
11 - 12 : Dagrun Hintze , D ( Videoportrait | Vorschlag Burkhard Spinnen ) : “Flugangst” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
12 - 13 : Pedro Lenz , CH ( home , Videoportrait | Vorschlag André Vladimir Heiz ) : “Inland” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )

Samstag , 28. Juni , Nachmittag

15 - 16 : Ulf Erdmann Ziegler , D ( Videoportrait | Vorschlag Alain Claude Sulzer ) : “Pomona” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
16 - 17 : Tilmann Rammstedt , D ( Videoportrait | Vorschlag Ursula März ) : “Der Kaiser von China” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
17 - 18 : Anette Selg , D ( Videoportrait | Vorschlag Klaus Nüchtern ) : “Muttervaterkind” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )

Samstag , 28. Juni , Abend

20.15 : Preisvergabe ( erstmals im Hauptabendprogramm von 3sat live )

Tilman Rammstedt gewinnt den Bachmann-Preis 2008 | Patrick Findeis erhält den 3sat-Preis

Der in Berlin lebende Autor Tilmann Rammstedt ist der große Gewinner des 32. Ingeborg-Bachmann-Preises 2008. Er beeindruckte mit seiner Lesung aus seiner Familiengeschichte “Der Kaiser von China” nicht nur die Jury, auch das Publikum stimmte für den Nachwuchsautor. Rammstedt, 1975 in Bielefeld geboren, beschreibt in seinem Werk eine problematische Beziehung zu seinem Großvater. Die Jury lobte den bisher unveröffentlichten Text als hochkomisch und brillant. Der Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Der 3sat-Preis geht dieses Jahr an Patrick Findeis, der in Berlin lebt und arbeitet. Ebenfalls erfolgreich im Wettbewerb ist auch der 1969 in Viersen geborene, heute in Karlsruhe lebende Autor Markus Orths, der vor allem Erzählungen, Romane und Essays schreibt. Er erhält den Telekom Austria Preis.

Der Ernst- Willner-Preis ging nach Österreich

Der Ernst Willner-Preis ging schließlich an den zweiten von Daniela Strigl nominierten Autor: Clemens J. Setz. Sie meinte, damit eine “höchst hintersinnige Geschichte über das Wägen und Abwägen” gewählt zu haben, die zeige, “was übermäßiger Fleischgenuss aus Männern machen” könne.

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RÉSUMÉES ( ORF )

Disclaimer : In|ad|ae|qu|at übergehen wir die verzichtbaren Subjektkommentare des “Satirikers” Egyd Gstättner .

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AUTOMATISCHE LITERATURKRITIK - PREIS DER RIESENMASCHINE

An Stelle des vorjährigen Klagenfurt-Totalisators lädt die ZIA 2008 zur Teilnahme an der Automatischen Literaturkritik ( Kriterienkatalog ) . in|ad|ae|qu|at hält eine Kommentierung der Kommenierung für verzichtbar , sondern sich schlicht ans Dokumentieren .

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PRESSE - TAG 1

  • Tagesspiegel” und ZEIT hatten Freitag gerade mal selbige , bis 11 Uhr die ersten beiden Lesungen ( Thorsten Palzhoff , Alina Bronsky ) ohne Zugabe eigener Gedanken zu beobachten . Der Rest des Freitag , 16:46 Uhr ex aequo online gestellten Textes reproduziert ein paar Fakten aus den Presseunterlagen . Gezeichnet “jg/dpa” .
  • Elmar Krekeler , ein ehrerenwerter Herr , ergeht sich in der WELT in einer Art von Live- Blogging , wobei besonders Moderator Dieter Moor Bohlen ( aka “der Geck” ) solchen Unmut erregt , dass auch ORF-Landesdirektor Willy Haslitzer einer Umbenennung in “Haslitza” anheim fällt . Immerhin bleibt der Chronist ( mit update ) bis Freitag , 17.32 Uhr auf dem Beobachterposten , referiert vornehmlich die männlichen Statements der Debatten : “Herr Mangold orgelt” , “Herr Heiz ist hingerissen … er bricht ins Schweizerische aus vor Begeisterung” , “Herr Heiz wechselt ins Französische. Herrn Spinnen geht das alles zu gut auf. Herr Mangold redet die Sprache des Textes klein” , Clemens J. Setz bietet “Angestelltenirrsinnsprosa” , Angelika Reitzers Text verursacht “Erste Klagenfurter Fluchtgedanken” : “Die Frau fährt auf einem Hometrainer zu ihrer glücklichen Tante. I wär narrisch.” ( Sic , czz )
  • Auch Cornelia Niedermeier ( Der Standard ) beginnt schon angehörs des Moor’schen Jargons “eine Abwesende, Unbekannte bei dieser Veranstaltung” zu vermissen : es sei “die Sprache – und die Liebe zu ihr” . Literarische Stereotypie des ersten Tages : “Klassische Bachmann-Texte , also für den Wettbewerb verfasste Beiträge, die artig dekodierbare Motive entwickeln, doch sprachlich wenig wagen.”
  • Harald Klauhs springt in seinem Bericht für “Die Presse” furchtlos medias in res : “Wie nervend darf ein Text sein ? An dieser Frage entzündete sich die erste heftige Diskussion unter den Juroren des diesjährigen Bachmann-Preises. Und zwar am Text Super-8 von Angelika Reitzer, die der Schweizer Juror Andr Vladimir Heiz nach Klagenfurt eingeladen hat.” - Hinsichtlich der von Clemens J. Setz surreal inszenierten Waage, “schlug” - so der Kommentator treffend - “der Zeiger … weit aus. Ich habe beim Lesen vor Lachen geprustet, kommentierte Ursula März diese hochkomische Horrorgeschichte über Biedermänner und Dinosaurier. Eine Fantasie über das Nichts, nämlich nichts Bedeutendes, nannte dagegen Neo-Juror Alain Claude Sulzer Setz’ Text … Schon an dieser Stelle spaltete sich also die Jury an der Frage, wie viel Mysteriöses ein literarischer Text haben darf oder soll.”

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KLANGAPPARAT

Nach so viel Gerede haben wir uns ein paar musikalisch aufmöbelnde “Zeichen” redlich verdient . Das junge Netlabel “Tonkultur-Berlin” ( TKBNET ) czz-hoerempfehlungschickt Steven Reitz ( pdf ) aka Freakster & Steven Schwarz ( pdf ) aka SCHWARZarbeit los , uns ein paar blutdrucksteigernde Mini ( mal ) ( beat ) - Pillen zu verabreichen : Dies Dosis ist höchst vernehmlich und bekömmlich . Besonders aber : Hochgradig wortlos ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Freakster : Zeichen | 02. Freakster : Red Lights | 03. Freakster : Aetsche Beatsche | 04. SCHWARZarbeit : Zero-Point-Nine |||

Fressen



Klar ist in Sachen Klagenfurt der break even point absolut überschritten und das Thema suppt ungefähr so superb dahin , wie der Grüntee , in welchen die manuelle Tippbewegung eben die Zigarettenasche katapultierte . Besser , man schaut gar nicht hin , wie bei den Wurmkirschen oder gewinnen Nudeldrucker- Innen- Blogs , die vielleicht auch Sojasprossen ( blanchiert ) anrichten . Überhaupt die unselige Sitte , Fotos von Fressen ins Selbstnetz zu stellen . Und zwar in doppeltem Sinn : a. als “Fresse” im Sinne von Konterfei , Ich und / oder die anderen ( Kolumnen- Unsitte und Spiegel- Stil ) und b. als mehr oder wenige professionelle Food- Fotography . Wobei Letztere meist so abtörnend wirkt wie die erste Kategorie : Was will uns die schräg hin gegossene Schöne im Turi- Thema wohl sagen , was die Quadratfressen in quälender Qualität bei den Whodunit- News und welchen “Weg !”- Wert im Sinne maximaler Abschreckung die gruseligen Positive im Kochregister ? -

tunasteakdia

Wenn eklig , dann echt und mega und mit Sammler- zeal : Irre down to aesthetical earth ist das das derzeit 18 821 shots umfassende Archiv der von insgesamt 536 Flieglinien servierten Airline- Meals : “Eat wisely , fly safely .” Alpha und Omega aller Schwierigkeiten . Aber zum Mitmachen !

Nach Form und fragrance höchst gehaltvoll gestaltet sich Michael Reys Food- Photographie- Fibel , witziger aber noch Desselben Blog- Buster, wie man Grill- Dinge visuell angeht . Star des Abends ist das Projekt “Tuna Steak” , dessen Ablichtungs- Arrangement übrigens die Ist- Ikonographie dieses Mittwochmorgens abgibt . Thanks sincerely to Michel Rey . Benjamin Chrisite hat seinen Klassiker “creating edible Food Photos with food styling” mittlerweile zart aufdatiert , Bilder zum Fressen . Vielleicht auch eine nette Ferien- Beschäftigung .

tunasteakdia

Das könnte immerhin ablenken von jenen Dingen , die man schon gefressen hat und von welchen man immer neu angefressen zurückbleibt , verärgert , so eine lame duck wie den Blogblick der Netzzeitung schon wieder einmal gelesen zu haben . Smells like Prakitkanten- Spirit , der ehrenwerten Redaktionsperson ungeachtet . Auch hier tut Einer eben nur seine Pflicht und rührt weder einen Finger noch eine Denkbewegung hinaus über den Pegel des Geld- Gegenwerts . “Es sind schon Hausmeister gestorben” , sagt der Wiener und meint damit , dass eben selbes Elend auch spekulative Lancierungen wie das Spiegel- Special WIR SIND DAS NETZ und die augustäisch halbfrequent erscheinende VanFair trifft . Auf Erstere beginnt sich die Szene - etwa Indiskretion Ehrensache - eben einzuschiessen , Letztere hat seine Lieblingsfeinde sicher … namentlich allerdings eher als Eintagsfliege .

Da wir mit den guten Produkten von bumpfoot noch längst nicht fertig czz hörempfehlungsind , selbige allerdings mitnichten im Kontext dieses Grämlichen platziert wissen wollen , gibt’s jetzt Numero 90 von Mixotic , welcher diesemal so cheesy wie headbanging ausgefallen ist . Zu Jacksonblacks ( aka jxnblk ) enigmatischer Titelfrage “I Can Has More Minimal Now ?” gähnt das abgebildete Kätzchen zu Recht , aber Tiere machen sich immer , auch zur Legitimierung eines nicht vollzogenen Teneriffa- Trips . Was wir schon immer wissen wollten . Machen Sie Steuer , legen Sie Rechnung , schwären Sie in der Halbjahresbilanz : Die Dumpfbeats werden mitwirken , auch diese miesen Dinge zu verdauen .

Mit Klagenfurt begonnen , ins / in die Fressen ist’s abgeglitten : “in |ad|ae|qu|at setzen ! Thema verfehlt !” - Eigentlich sollte über den fröhlichen Böttcher und seinen Willner- bepreisten Wettbewerb- Text die Rede gehen und des Letzteren topische Ähnlichkeit mit dem 2006 vorgelegten Roman Geld oder Leben . Die WIRKLICHE Frage und Herzensanliegen wäre allerdings jene gewesen , ob Böttcher, Jan ( Herr Nilsson , Schriftsteller ) und der köstlich Zentrifugal fein reimende Böttcher , Bastian irgendwie verschwippt oder -schwister- schwiegert sind . Das war das Thema . Wie man ja sah .

Oh Wildnis , oh Schutz vor Ihr



Klagenfurt , Folge 0 , -1.

Dass Josef Winkler seine frühe Kärtner Mytho- Mano - Graphie DAS WILDE KÄRNTEN bettitelte , mag durchaus auch auf die Bigotterein der Bachmann- Preis- Umtriebe zutreffen . Heilserwartung und und Vernichtungswunsch reichen einander anlässlich der Tage der deutschsprachigen Literatur willig die Hände .

UR bunt ohne zeiger Auch an Pfaffen und Kanzelrednern feht es dortselbst eben so wenig wie am gläubigem Fussvolk , welches angestaute polymorphe Emotionen anlässlich des rituellen Fussballmatches zwischen Sendeanstaltlern , Autoren und Kritikern abarbeitet . Nicht zu vergessen die wunderbare Fischvermehrung pus -Verzehnung samt alkoholischer Illimination an den Buss- und Betabenden.

On Wildnis, oh Schutz von Ihr, lässt sich da mit Elfriede Jelinek rufen , wenn nicht einmal die Evakuierung des TV- Apparates mehr hilft . The United Colors of Print and Blog lassen dessen un geachtet kein Auge trochen . Zu fragen wäre eben , ob seitens der Blog- Mischriften der mediale Einheitsbrei aufgemischt wäre und ob dort eine Alternative zu der üblichen , zu einem Drittel gelangweilten , zum zweiten Dritten “alles schon gehabt”- fadisierten und zum dritten Drittel der literatur- kultur- pessimistischen laudatio temporum actrum zu bieten mag . - - - Aber bitte schön der Reihenfolge nach ! - Soll sein.

UR bunt ohne zeigerKlagenfurt, Vor-Spiele . Stichwort : Seit eingen Jahren sehr beliebt beim Fötong , welches sich zunehmend die Tag- für Tag- Berichterstattung spart und nur noch die Siegerehrung ins Blatt stellt [ 2 Gründe : a. Schrumpfung der Redaktionen bei b. gleichzeitiger Explosion der Anzahl von Literatur- Wettbewerben , Preisen etc. ] . Als Spitzenreiter prescht Elmar Krekeler mit einem am 6. Juni um 17:19 ins Welt- Netz gestellten Artikel vor , in welchem er an die Siegerin Kathrin Passig , “Gründungsmitglied des spaßbetonten Berliner Netzbohème-Netzwerks ‘Zentrale Intelligenz Agentur“ (ZIA)‘ ( mit dem spin- off Riesenmaschine, czz ) mit ihrem fake- Text (”gefälscht”) für einen heilsamen “Skandal” den “verschnarchte[n] Literaturbetrieb” Das Fürchten lehrte” . Einzige Konsequenz ( wie in der Politik ) : Personalaustausch in der Jury , und zwar Iljoma Mangold ( SZ . eh’ scho’ wissen , das Pop - o - Phon mit Vorliebe für Daniela Strigls Karohemden ) statt Heinrich Detering und der Schweizer Semniotiker André Vladimir Heiz [ höchste Abfrage- Dichte im Archiv dieses Blogs ] statt dem dem Kraus- Proselyten Burkhard Spinnen.

Am 18. 6. stellt die Riesenmaschine den Klagenfurt- Totalisator ins Netz , was dem Blog wohl siegreichen Traffic eingebracht haben dürfte , da von ideen- ringenden Zeitungsschreibern wie der taz ( Das git zu denken ) willig aufgegriffen .

UR bunt ohne zeiger27. 6. , Volker Weidemann in der FAS : Bachmann-Wettbewerb : Langeweile von Klagenfurt ist legendär. Texte , die mit niemandem außer mit sich selber sprechen , Menschen, die in Buchstaben wohnen, statt wie der Rest der Menschheit in der Welt . Weidermanns Totalisator tippt auf den deklarierten Massenmörder- Would be und das “ewige Grosstalent Jochen Schmidt , den durchsichtigen Harald- Schmidt- Assistenten Peter Licht , der immerhin ein gesungenes “Sonnendeck” in der einen Hosentasche und in der andern seinen Schmöker vom “Ende des Kapitalismus” tragt. Zur Zier und zu orberst des Artikels - wie fast überall im Print - übrigens das Konterfei der Vorjahres- Sieger. Gleichen Tags zieht Focus eines der bekannten Bachmann- Konterfeis heran ( < selbes wie der Standard ) , um dann über den angeblichen Klafu- Virus zu phantasieren, von welchem man , einmal angesteckt , peu à peu zerfressen werde . Der Rest ist Landschaft bzw. Idyll . Lovely .

Am 28. 6. freut sich Heiko Werning @ Reptilienfonds- Blog der Taz über die popkulturell beglaubigten Jochen Schmidt ( Chaussee der Enthusiasten ) und Jan Böttcher ( Herr Nilsson ) , ohne originellerweise den pflichtschuldigen Hinweis auf den Riesenmaschinen- Totalisator zu unterlassen .

UR bunt ohne zeigerKlagenfurt, Kanzelreden zum Grand Opening . Natürlich tanzen alle mehr oder weniger kompetenten oder in andere Ressorts abgewanderten ORF Granden und Grandits-e an , um ihre güldenen Worte in die Mikiophone der Haus- und Unterehmensberichterstatter zu sprechen . Dem aus der Provnz in die Wiener Radio- Chefetage Aufgestiegenen Mitsche wird man es tunlichst recht machen . Hans-Joseph Ortheil s “Klagenfurter Rede zur Literatur” bekennt schmeichelnd , Warum wir Klagenfurt so lieben . Right on . Der Ironie- Verdacht dieses aufgesetzten Dialogs mit den üblichen Witzchen über die Portrait- Filmchen , Alpenpanorama , Totaliator & Cie wäre senso strictu nichts weiter als ein Plagiat der Dramolette Antonio Fian s zu nennen . Fian , der um sich selbst - und dies im Unterschied zu anderen Anwesenden - allerdings nie Aufhebens um die eigene Person macht , dürfte dem intendierten Promi- Faktor wohl als zu minder erschienen sein . Auch ein Befund . Har Har.

Riesenmaschine Totalisator 30 06 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klagenfurt , Tag 2 + 3 , Résumée der Résumées .

Reptilienfonds blogt live unter Zuhilfenahme des WLAN- Zuganges im 4-Sterne-Tagungshotel “Forsthaus Grünau” in Chemnitz und bekundet lapidar , darling “Jochen Schmidt scheint sich ja gut geschlagen zu haben” . Auch der Welt- Krekeler schreibt fleissig mit ( Näheres im Artikel ) und ächzt frei nach Goethens Letztem Atem : Super, Peter Licht stiehlt allen die Schau . Die ZEIT hat sich - anynom - inzwischen den “jungen VerstörerJörg Albrecht im Interview zur Brust genommen : Mehr als entwertete Busfahrkarten , Copy & Paste , USB- Sticks und Weisses Rausches kommt dabei allerdings nicht heraus . Bei David Hugendicks gefühltem Stimmungsbild des “gewellten Käse” schaut allerdings auch nicht eben mehr raus . Aber hatten wir , Hände auf Herzen , das wirklich erwartet ? Licht - Blicke druckt auch im Standard frei nach APA , fand aber die Langeweile der Milena Oda schwer migräneverdächtig , die selbe Quelle lobt den seit Monaten ausschlieslich als Preisstier auf fetten österreichischen Pfründen spazierenden Michael Stavaric . Geschenkt ! Die Frühwerke liessen eine solche Existenz als Everybodys Darling freilich weit weniger ahnen . Den Rest kucken wir uns via Audio / Video des Klafu- ORF selber an . Dann können die uns kein X mehr für ein U vormachen .

UR bunt ohne zeigerKlagenfurt en blog . Wir schalten um zu den poymorphen Progammen der Blog- Welt und werden sehen , inwieweit wir es hier mit verhinderten Literaturschurnalisten , echten Fans oder kritischer Masse zu tun bekommen . Vorhang auf . laurenzennser ist schlicht begeistert von Licht , just bei diesem Autor habe die Diskussionskultur ( just der älteren Juryteilnehmer , czz ) allerdis schlicht versagt , ärgert sich Kultur Channel , close your eyes würde seine Augen ( + Ohren ) vor Licht eher lieber verschliesen , Jochen Schmidt ist eher sein Mann . In seiner peniblen Live- Mitschrift liefert Wortwerkstatt einen der pränmien würdigten Satze : Corino schweigt. Selbes blog , weiterer Eintrag : Jury stürzt sich auf Sex des Stavaric ( dreimal dürft Ihr raten , wer ) , Fazit : Hätten wir das auch überstanden.

Sopran ( die mit dem Nudelthema) , bisher immens umstriebig , schaltet sich erst mit einiger Versütung zu , die Berichtspflicht an kärglichen Kolleginnen- Blog abschiebend . Tz, Tz, Tz, wer hätte das gedacht . Fazit : Man halte sich an Wortwerkstatt , dort wird am pfiifigten serviert . Quod erat demonstrandum . Zum Schluss noch ein Blick auf den unvermeidlichen Totalisator ( die Leute dort sollen ja auch was davon haben - für ein paar Gläser Vino wird sich’s schon ausgehen ) : Stand 30 . 6. 2007, 7:42 .

Wie versprochen , setzt in|ad|ae|qu|at nun mit Teil II das Label- Portrait des japanischen bumpfoot fort , dessen Name für coole Klang- und czz hörempfehlungRhythmuskurven garantiert . Nach dem mexikanischen Ausflug kehren wir flugs auf’ die insularen homelands zurück und treffen dort soroft auf den bumpfoot- labepchef tatsu höchstpersönlich : seine EP public holidays in May [bump034] wurde am 13. Mai released als Ergebnis eines während der japanischen Feiertage absolvierten Trips : Entsrpechend entspannt fährt es sich japanischen Route 289 unter Hinatnlassung jener City lights, welche für die vorhergegende Areits so prägend gewesen. Doch dazu in der nächsten Folge . Anschnallen also für und mit tatsu , meister seines fachs . 01. route 289 (5:24) , 02. among the mountains (6:11) , 03. city lights (7:37)