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WERK UND WORT
Mag am Anfang das Wort gewesen sein und der Adamit erst durch göttliche Benennung aus Lehm zum Menschen geworden sein : In Zeiten der galoppierenden Glossolalie von Medien , PR , Prognstophilie und eines wogenden Globaljargons sind es oft erst die Wörter , welche die Phänomene und Syndrome erschaffen ( früher bekannt auch als “Pschyrembel- Komplex” ) . Zugleich aber erhebt sich angesichts der unablässigen Er- Findung von neuen Dingen , ungekannten Sachlagen und frischen Krisen ein ständiger Wortnotstand , den es gilt , per Eigen-, Entlehn- oder Fremdsprache “prokommunikativ” zu beheben .
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PR UND POESIE
Poesie und Dichtung spielen , hélas , in dieser tagesaktuell brandheissen Neologismus- Schmiede die geringere Rolle : Die Grosswerften der “Public Relations” lassen derartige Mengen NeuSprech vom Stapel und in den aktuellen Sprachgebrauch laufen , dass die Qualität der literarischen Manufaktur just in ihrer Schlagzeilen- und Jargonuntauglichkeit besteht .
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BEGRIFFSSTUDIO
Monika Rincks - hier verschiedentlch zitiertes - “Begriffsstudio” sein ein eigenwilliges Beispiel hierfür . Die “Begriffslieferungen ” der Dichterin verweigern sich mit widerborstigem ( Trans- ) Formationswtz und in unorthodoxer Kombinatorik gefundener Membra Disjecta dem Klein- und Wechselwortgebrauch des Alltags und passen in keinen Diskurs- Automaten . Weshalb auch die Münze der poetischen Wortwährung nicht jenen Touch des Abgegriffenen aufweist , welche das Wechselgeld der Promotoren rasch in die Schmelze zurückgehen lässt .
2376 eine grammatische migräne
2377 adornautik
2379 mithilfe der circum-flex
2383 horrorbude innerlichkeit
2384 probiertes entgleisen
2385 sonoritätshierarchie
2390 scheinheiliges bedenklichtun
2394 heidegger, der ökobenz
2395 sinnverlassenes gehabe
2402 versteifte treuherzigkeit
2405 prothesen zur unzucht mit rosen
2412 blowable player
2414 hintertreppennaturalismus
2415 sein amoralischer intensivismus
2418 strudelbude
2420 liveübertragung vom entzündungsherd
2423 seltsamsprechung
2430 das senile am apodiktischen
2445 mid-linguistic limbo
2455 utopocalyptic
2468 the kellner of no return
2469 die kolonne der zahlungswilligen
2470 kasuistik der selbstsucht
2481 eine frage der weisheitsästhetik
2500 die hochbegabte ortskraft
2521 edelrohbauphase
2523 hämeneutik
2536 als hausmeister der welt
2539 faustische schubumkehr
2540 bewegtheit im thesenhafen
2554 der service der freien objektwahl
2555 trotzyoga

ENZYGLOBE
Der Wortwitz des von René Gisler initiierten und mittlerweile aus mehreren Schrachschöpfkellen gespeisten “Enzyglobe ” zeichnet sich durch seine mitunter infantile Anarchik aus , bleibt indes wohlgeborgen im Kosmos seiner fröhlich kalauernden Monologik .
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Angstgestellter - Pass bloß auf, sonst melde ich dich der Personqualabteilung.
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Avantiquariat - Umschlagplatz für schnell alternde Güter
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billness - Krank vor offenen Rechnungen.
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Fußgängelzone - Untoter Winkel unter dem Tisch. Besonders prekär mit hyperaktivem Kind gegenüber.
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Gebärdereiniger - Nie mehr schmutzige Gesten !
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Hohnerhöhung, die - Erhöhung des Spaßfaktors durch allgemeines Gelächter und Hohn vgl. Hohnig
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hundmade - von der Hand in den Hund
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Neoblogismus - korrekter Eintrag im Enzyglobe ;-)
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Nokio - Vorschlag zur Umbenennung von Helsinki im Rahmen einer Public-Private-Partnerschaft.
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Schecksekunde - Socash ist anscheckend. Knebelwirkungen bizlang unerkont.
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Schwatzarbeit - “Red und Antwort stehlen ”. Verwaltungsraten und andere Gremien heimsen Kohlen ein, ohne schwarz zu werden. - Übrigens: Sind eigentlich schwatzarbeitende Talkmasters sozialversichert?
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Separeh - abgesondert lebendes Wild
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Sounddreck {m.} - kennt jeder
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Trennsetter - Kampfhund der sich selber an der Beute beteiligt. Rotbeiler ist auch so einer.
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Verunwortung - despektierliche Bezeichnung für Neologismieren
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Zanktionen - Kommen meistens über eine längere Zeitdauer vor den finalen Sanktionen.
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Zwangsvollschreckung - Unfreiwillige Geisterbahnfahrt
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CHRONISTEN DER WORTWÄHRUNG
Ganz anders verfahren da die Sprach- und Jargonsammler , welche die Wechselwährungen des Tages mitnotieren und in ihren Blogs - sei es mit oder ohne polemische Anmutung - präsentieren . Detlef Gürtlers “Wortistik” ( in der taz ) bekennt sich mit seinen Notaten über akuten Sprachverbrauch klar zur Tradition des humanistischen Sprachkritikers Rolf Schneider .

Da langt der Linguist Anatol Stefanowitsch mit seinem Bremer Sprachblog schon mal kräftiger hin , um heillose Lingo- Verhältnisse ( und deren - politische sowie mediale - Stifter ) in ihre Schranken zu weisen . Mag zwar die taz in ihrer eben erschienenen Eloge den jungen Professor von den “Sprach- ist- gleich- Deutsch“- Pflegern und pfiffigen Besserwissern à la Bastian Sick scheiden : Ganz ohne Dogmatismus geht es auch in Bremen nicht zu und spielerisch wird hier nur wenig genommen . Aus in|ad|ae|qu|atem Wiener Blickwinkel muss jede Verknüpfung mit dem Komplex “Karl Kraus” aus gutem Grund unterbleiben .

Im Vergleich zum Bremer Imperium verhielt es sich in dem auf Schweizer www- Boden ( “monarchisch” ) errichteten “Wortreich ” nachgerade gemütlich . Michael Staubs “Lanze [n] (oder wenigstens eine Stricknadel)“- Ritt “für präzisen Sprachgebrauch” hat Ende Oktober allerdings nach drei Jahren seinen Parcous beendet . Was bleibt , ist ein hüsches Inventar der “good , bad and ugly ” . 
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Auch Klaus Jarchows “Stilstand” bietet seit einiger Zeit Wörtliches an , wobei der Akzent weniger auf Kurzwaren und Detailhändel um einzelne Vokabeln liegt , sondern eher auf länger gehäkelten Überlegungen zu Weisen , die Welt zu bereden .

Ganz entgegen den assoziativ agressiven Anmutungen , welche der Titel “Die Wortwarte” bei flüchtigem Hinsehen evoziert ( allerdings trennen das finale “-e” sowie das feminine Genus die Ausschau der “Wortwarte” vom Kadaver- Kanon eines Wort- Warts” ) , erweist sich Lothar Lemnitzers Tübinger Spracherfassungsprojekt mit dem schönen Untertitel “Wörter von heute und morgen” : Phänomenal , was hier nahezu täglich per spezialisierter Software an Material aufläuft . Jeder ideelle oder etwa ideologische Kommentar bleibt dankenswert ausgespart , wo sich Neo- und Promo- Logismen ohnehin selbstredend zur Kenntlichkeit entstellen .
Interessant ist die Regelmässigkeit , mit welcher gewisse Leitmedien wie die “Spiegel online” , “Süddeutsche” oder “Rheinische Post” schrille Materialien liefern . Was man - und die “Wortwarte” lässt mittels purer Verbuchung jede Interpretation zu - witzig finden kann oder eben just dies nicht . Wie hiess es noch in der der silvesternden Strauss- “Fledermaus” : “Chacun à son goût” .
Im Folgenden eine - notwendig äusserst selektive - Liste von solcherart zusammengetragenen “Buzzwords” ( “Lärmwörter” ) des Jahres 2008 . Wobei es uns in|ad|ae|qu|at nicht etwa um die Komposition eines Kuriositätenkabinetts geht denn um den puren Vermerk sprachlicher Indizes : Im Schönen wie Schlimmen kennzeichnend für einige unter den volatilen Konjunkturen und Moden des verflossenen Jahres .
WORTISTIK
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Begriffskonditor ( czz - herrlich bezeichnend für den PR- Komplex , wobei die Assoziation mit dem Handwerk des Zuckergiessens noch nachgerade liebliche Reminszenzen an die vorindustrielle Fertigung weckt )
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Gammelfleischparty ( “Über das angebliche Jugendwort des Jahres muss hier nicht mehr viel gesagt werden …” )
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Legosprache ( Deutsch sei eine ~ : Feststellung eines amerikanischen Politologen . Hat aber bereits 1897 Mark Twain gesagt . )
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Pubertariat ( czz : siehe Neologismus des “Prekariats” und des Wortbildungs- Ausstrahlungskraft )
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Seomantik ( czz : Suchmaschinenoptimierer unter sich . Man suche selbst und besehe sich deren Rede … )
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Textonym ( Kontext SMS : “… weil POP ein Textonym zu SMS ist. Und ein Textonym wiederum ist ein Wort, das auf der Handy-Tastatur genauso getippt wird wie ein anderes. Stoff beispielsweise ist ein Textonym zu Runde, beide heißen nämlich 78633 … ” )
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Wahrheitskrümmung ( czz : bekannt aus Politik und Werbung . Könnte im inneroralischen Sinne auch als “Lüge” bezeichnet werden )
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Worrywart ( “ein schönes Beispiel für das gerade anbrechende Powerdeutsch-Zeitalter. Es ist laut leo.org die Bezeichnung für jemanden, der sich ständig Sorgen macht, einen Pessimisten oder Schwarzseher” )
WORTWARTE
Ein wahrer Ozean fast täglicher Kollektaneen , welche übers Jahr betrachtet an dieser Stelle absolut formatsprengend wären . Wir vermögen hier in|ad|ae|qu|at nur einige wenige Exempel zu zitieren . - Man möge unverzagt den Links folgen und sich an Ort und Belegstelle direkt delektieren -
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abgefaked, Adjektiv
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Activeboard, das
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Altersaufschnitt, der
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Billigausländer, der
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Commentariat, das
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costcutten, Verb
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Deformationsraum, der
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Emotionator, der
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Emotionsblocker, der
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Fantasieökonomie, die
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Geldvermehrungskette, die
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Gehirnbooster, der
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Gesichtstuning, das
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Gierfaschist, der
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Konsensfernsehen, das
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Namenskosmetik, die
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Naviroman, der
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Neuroenhancement, das
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Neurotifizierung, die
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Overprocessing, das
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Prekariatspopper, der
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Spülsoundtrack, der
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Überwachungspanik, die
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Upstyler, der
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zuhörfähig, Adjektiv
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ZUKUNKTS- SPRUDEL- STRUDEL
“Geschneuzt und gekampelt” geht es nun in die “strudelbude” ( Monika Rinck , Begriffsstudio 2418 ) knapp am “mid-linguistic limbo ( ebda. , 2445 ) um rituell wie an jedem Jahreswechsel die “bewegtheit im thesenhafen” ( ebda. , 2540 ) des Zukunftsforschers und Trendwort- Sprudlers Matthias Horx zu überprüfen .
Zum Aufwärmen ein paar Takte relativ non- neologer und berufsoptimistischer Prosa , wie am 18. 11. in der FAZ zu lesen :
Strukturelle Rezessionen, wie wir sie jetzt einige Zeit vor uns haben, sind spannende Zeiten. Menschen und Gesellschaften konzentrieren sich auf die Substanz ihres Lebensmodells. Sie besinnen sich auf Werte. Und sie suchen nach einem neuen, authentischeren Paradigma. Eine der ersten Reaktionen ist das Sparen. Und dieses Sparen wirkt plötzlich befreiend: Man merkt, dass man vieles nicht nur eigentlich gar nicht brauchte, sondern dass die vielen Dinge zu purem Stress verkamen. Man verringert seine Abhängigkeiten - und siehe da: Es geht einem besser! Eine weitere Reaktion ist das Zusammenrücken. In allen Krisenzeiten gewinnen die genetischen Verbindungen, die strong bonds, an Gewicht. Familiäre Kontakte werden wiederbelebt. Alte Freunde wieder besucht. Alte Konflikte endlich verstanden. ( Krisen setzten Kräfte frei : Ganz entspannt am Abgrund )
Als Kontrast dazu Reinhard Mohrs Spiegel- Online- Prognose für 2009 ( Deutschland , ein Feuchtgebiet , 31. 12. ) :
Dabei ist die Angst vor der Krise größer als die Krise selbst. Die anthropologische Erfahrung, aus Krisen gestärkt, gar gereinigt hervorzugehen, hat sich im Medienzeitalter verflüchtigt. Nun wird alles immer nur im Superlativ gemessen, genauer: gefühlt. Und da ist alles absolut. Absolut schlecht und absolut aussichtslos. Hilfe !
Ist diese Geisteshaltung , welche Horx in einem Telepolis- Interview ( 2. 1. 2009 ) als “apokalyptisches Spiessertum” geisselt ? :
Ich glaube, dass es heute eine Art innerer Verzagtheit gibt, wo sich die kulturellen, ökologischen und politischen Ängste mit einem enormen Beharren zusammentun – das nenne ich das „apokalyptische Spießertum“. Dieser Spießer ist jemand, der sich überhaupt nicht bewegen wird und die Welt dauernd als Katastrophe wahrnimmt, dies vor allem tut, um sich selbst zu erhöhen, sich zu bestätigen und Feinde zu definieren – das ist bei einem mangelnden Selbstwertgefühl auch immer sehr probat – und zu legitimieren, dass er für nichts die Verantwortung hat. Das nenne ich apokalyptisches Spießertum. ( Apokalyptisches Spießertum und der nach einer geilen Katastrophe gierende Mediendiskurs )
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Geistes- Gegenwart bedeutet für Horx , stets die Zukunft mitzudenken . Um dem einzelnen Laien und Schwärmen von lingo- durstigen PR- Leuten dies zu erleichtern , schenkt Horx der wartenden Welt wieder seinen legendären des “Trend- Report” ( volume 2009 ) und skizziert auf seiner Heimseite die “9 soziokulturelle Schlüsseltrends für die Märkte von morgen ” . Das Begriffs- Bingo beginnt !
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Soft-Kapitalismus - In der globalen Krise entstehen eine neue Weltordnung und ein neues Wertesystem ( czz : War aber , wie man hier sieht , im Jahr 2000 auch schnon mal angesagt )
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Offline-Trend - Der neue Reiz der Unerreichbarkeit
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Kreazipation - Das Bürgerengagement in der Netzwerkgesellschaft
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Bio-Yourself - Die Mikro-Ökologisierung des urbanen Lebensraums ( czz : Beispiel der Penthouse- Gärtnerin und Brotbäckerin Fiona )
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Biedermeier-Bolschewismus - Das linke Lebensgefühl avanciert zum Kleinbürger-Trend
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Ich war dabei ! - Die digitale Selbstvermarktung in der Erlebnisgesellschaft
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Club Couture - Die neue Ausschluss-Kultur
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Franchising Future - Die Werterevolution im Subunternehmertum
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Uniquability - Vom Arbeitnehmer zum Selbstunternehmer
Fehlt nur noch Trend Numero Zehn und den entlehnen wir einmal mehr dem Rinck’schen Begriffsstudio ( 2555 ) :
trotzyoga
Daran wollen wir uns in|ad|ae|qu|at halten . Womit auch schon alles über Perspektiven auf und Gute Vorsätze für Null Neun gesagt sei .
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KLANGAPPARAT
Mad die Zeit auch ein rollendes Rad sei , welches , was heraufgebracht , zyklisch wieder
herunterholt : Paul Terry , dessen Projekt “higher sense xpoezure” unser in|ad|ae|qu|ates Haus- und Hof- Netlabel broque nach einem halben Jahr nun bereits zum zweiten Mal aus Sussex , GB , importiert . Die neue ep “dreamers” erhebt sich ebenso schwebend über die Nebel des Alltäglichen wie das Vorgängerwerk “time” . So lässt sich trefflich abheben und die andern quasseln . Auf in Traumtanz ins Neue . CLICK LINKS TO LISTEN : 01. dreamers | 02. return to the source | 03. cold fusion | 04. loss | 05. deadly nightshade
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Dichtung als befruchtete Sprache , die wiederum Blüten treibt und , von jeder Biene , die sie berührt , in Form des befruchtenden Blütenstaubs weitergegeben wirrd . In der Tat sehrt Poesie zwischen Auflesen und Niederschreiben niemals still . Wobei auch die zirkuläre Bewegung der Selbstbefruchtung aus bisher Geschriebenem nicht auszuschliessen ist .

Zum Genuss der Gunst der Stünde würde zunächst einmal zählen , sich mit und für