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NEUES VON FREUNDEN



||| LAST CALL FOR “SOMMERFRISCHEN” | AUSGEZEICHNETES VON UND FÜR MONIKA RINCK | TRANSPIRATION STATT INSPIRATION : WETTBEWERB , REELL | TIERBABYBINGO & BEGRIFFSSTUDIO | BERNHARD KATHAN : DAS INDISKRETE ORGAN | HANNO MILLESI SUCHT ALTENBERG | UND ES DREHT SICH DOCH NOCH : LINKES WORT @ VOLKSSTIMMEFEST | KLANGAPPARAT

Sax DIOSCUR

LAST CALL FOR “SOMMERFRISCHEN”

“Befiel dem letzten Früchten , voll zu sein” , oder so ähnlich müsste man wohl das in den Untergeschossen der obenhin spätsommerlichen Ruhe fiebrige Feilen , Fummeln , Basteln und Eilen der Kulturarbeiter bezeichnen : Im Gewirr von Dead- Linien für die Herbstausgaben von Zeitschriften , für Buch- Erscheinungstermine , für Programme und Präsentationen mag sich Mancher verstricken . Aber hélas : Den einen oder andern mild lächelnden Tag des Altweibersommers sollte wir für uns uns die Unsrigen noch herausschlagen , bevor die spätestens Mitte September anhebenden regulären Stunden- und Tagespläne der urbanen Literaturveranstaltungsprogramme wieder anheben .

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AUSGEZEICHNETES VON UND FÜR MONIKA RINCK

czz-neuesvonfreundenZum Genuss der Gunst der Stünde würde zunächst einmal zählen , sich mit und für MONIKA RINCK zu freuen - in|ad|ae|qu|at via SALON und “Literatur als Radiokunst” wohlvetraut - : Der Berliner Autorin wurde für ihren Lyrikband “zum fernbleiben der umarmung” ( Kookbooks 2007 ) eben der mit 13.000 Euro dotierte Ernst- Meister- Lyrikpreis der Stadt Hagen zuerkannt.

Man lasse sich durch solche Ziffern allerdings nicht blenden : Wie die bisher nur inoffiziell belegten Ergebnisse der noch unveröffentlichten Studie der vom zuständigen Bundesministerium in Auftrag gegebenen Studie “Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich” ( wir berichteten | Dokumentation ) belegen , verdienen 37 Prozent der österreichischen Künstler weniger als 839 Euro im Monat - d. h. , mehr als ein Drittel der Kulturschaffenden in Österreich bezieht ein Einkommen , welches unter der offiziellen Armutsgrenze liegt . Und das trotz des laut FAZ angeblich überreich durch Preise und Stipendien alimentierten Literaturbetriebs ( “Autorenförderung ? Hungert sie aus !” , 30. 4. 2008 ) …

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TRANSPIRATION STATT INSPIRATION : WETTBEWERB , REELL

Das Bild vom frei auf den Wellen von Alimentationen und Inspirationen schwebenden Dichten ist so falsch wie veraltet : Per Lesungen , Übersetzungen und Jurytätigkeiten wird das oft nötige Zubrot verdient . Wo dies nicht funktioniert , werden Autorinnen und Autoren ( auch diese Fälle sind uns wohlbekannt ) zu irgendwelchen Hartz IV- Arbeiten vergattert .

Als erfahrene Lesebühnen- Autorin wurde jedenfalls mit Monika Rinck eine respektable Jurorin für den 16. open mike- Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin erkoren : Im Trio mit Thomas Glavinic und Feridun Zaimoglu wird sie am 15. / 16. November die Sieger aus den live lesenden Bewerbern küren : Auch hier verdient die Relation “Bewerbung - Auswahl - Kür” Beachtung : Aus den über 650 anonymisierten Einsendungen wählen sechs Lektoren bis zu 22 zur Lesung aus - 3 ( in Worten : drei ) Preise werden schliesslich vergeben .

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TIERBABYBINGO & BEGRIFFSSTUDIO

czz-neuesvonfreundenDa wir aus raum- zeitlichen Gründen die Berliner “Rotten Kinck Shows” von ANN COTTEN , SABINE SCHO und Monika Rinck leider nicht leiblich wahrnehmen können ( # 2 u. d. Titel “DIE EVOLUTION FRISST IHRE KINDER - wie bereitet sie sie zu ?” am 20. 8. im Lokal ) , sei auf die schriftliche Wiedergabe von # 1 ( “Tierbabybingo” ) in der Nummer 41 der Literaturzeitschrift “kolik” verwiesen : Exklusiv und sinnlich lediglich im Print - “viele kleine tiere frieren sich die augen rund” .

Wir kompensieren diese verpassten “bunten abende in der whisky-destille” ( # 2589 ) mit einem Extrakt der jüngsten Lieferung aus dem BEGRIFFSSTUDIO:

2555 trotzyoga
2556 das pony in der truhe
2557 simple thing for the devil
2558 nießbrauch
2559 der willenlos auf mich zu polternde resonanzraum
2563 große tiere mit kleinen stimmen
2564 stimmimitat
2565 raschwüchsig und frosthart
2566 der schlafkranke schwachkopf
2567 ein laubblattrauschender schrecken
2568 per pergulam ambulare
2569 das laub der geselligen linde
2573 strandwermut
2574 stân in einem înkaffenne - verharren in einem anstarren
2575 in eremo, der waldeinsamkeit
2576 le goût du néant
2577 lamettawuchs und kopfschneitelung
2578 ein gewaltiger zicklus
2579 das belutschistan-ohnehorn
2583 wächter der weltflucht
2584 weizenfeldgelb
2585 fälschungssichere falter
2586 antikatz-kalender
2587 schlacke im hauptraum
2588 zwischenschaftlich

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BERNHARD KATHAN : DAS INDISKRETE ORGAN

czz-neuesvonfreundenAnzukündigen und zu dringend ver- störenden Lektüre empfohlen sei das eben im Studien- Verlag erschienene Resultat der langjährigen Beschäftigung unseres SALON- Autors BERNHARD KATHAN mit dem Thema “Organtransplantation” : “Das indiskrete Organ . Organverpflanzungen in der Literatur” ist eine konsequente Fortschrift von Kathans bisherigen kulturhistorischen Untersuchungen zur Medizingeschichte , Körpertechnik , Ein- und Ausverleibung , Lebenswissenschaften und Mortifikationen . Der Denk- und Assoziationsraum wird dabei - wie stets - weit gesteckt und subjektiv inspirierend illuminiert .

Auch im HIDDEN MUSEUM , dem “zweifelhaftesten Museumsprojekt der Gegenwart” , gibt es Neuigkeiten zu betrachten : Zu den - in einigen Beispielen aus Hunderten auf in|ad|ae|qu|at publizierten - Kuhportraits ist nun eine diskursive Überlegung zum Thema “Kuhfotografie” zu lesen . Handfesten Kulinarikern sei dahingegen ein “mobiles Essmuseum” in Form eines konzentrierten Küchenschranks empfohlen . Klassischer titel : “Die Kredenz” .

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HANNO MILLESI SUCHT ALTENBERG

czz-neuesvonfreundenVon den einigermassen vergeblichen Unternehmungen , den Fin de siècle- Bohème- Poeten Peter Altenberg in der Wiener Echtwelt aufzusuchen , berichtet HANNO MILLESI in der Wochenendausgabe des “Standard” . Zur Verkürzung der Wartezeit bis zum Erscheinen des Prosabandes “Der Nachzügler” ( 29. 9. , Literaturverlag Luftschacht - wir werden berichten ) , sei diese “Grenzerfahrung” an den grauen Mauern der Wiener Wirklichkeit in einem kurzen Auszug zitiert :

Im Abbildungsteil eines Katalogs, der sich mit den Wohnverhältnissen berühmter Künstler meiner Stadt beschäftigt, stoße ich auf Fotografien jenes Hotelzimmers, in dem Peter Altenberg einen Großteil seiner bekannten Werke verfasst hat. Die Wände des Zimmers sind mit gerahmten Bildern übersät. Fotos, Grafiken, Zeitungsausschnitte. Ich sehe beispielsweise eine Reihe von Porträts junger Frauen. ( … ) Sein Zimmer trägt die Nummer 51 und befindet sich im Grabenhotel in der Dorotheergasse 3 im 1. Bezirk. Ich beschließe Peter Altenberg dort zu besuchen. Schließlich verfüge ich über alle notwendigen Informationen.

In der Dorotheergasse angekommen, bin ich erst einmal überrascht. Im Erdgeschoß des Grabenhotels, in dem Peter Altenberg residiert, befindet sich eine Trattoria namens Santo Stefano. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir das anders vorgestellt. ( … ) Nachdem ich mich vorgestellt habe, teile ich der Rezeptionistin mit, dass ich Peter Altenberg besuchen möchte. Mit einem verständnisvollen Lächeln bittet sie mich zu warten und tippt etwas in den Computer. Während ihre Pupillen den Bildschirm abtasten, verfinstert sich ihre Miene. Schließlich teilt sie mir mit, dass sich niemand dieses Namens unter ihren Gästen befindet. Mir ist klar, dass sie die Liste derjenigen durchgesehen hat, die vorgelassen werden dürfen. Ich weise sie darauf hin, dass es sich bei mir um einen Kollegen handelt, und sie nimmt an, dass ich ebenfalls in der Hotelbranche tätig bin. Ich antworte mit einem Seufzer und wiederhole, dass die ganze Stadt - was rede ich - die ganze Welt wisse, dass Peter Altenberg in diesem Hotel wohne. ( … ) Ich verheimliche nicht länger, dass ich sogar weiß, welches Zimmer Peter Altenberg bewohnt: Nr. 51 im 5. Stock.

Die dreiste junge Frau will mir weismachen, dass das Grabenhotel gar nicht über so viele Zimmer verfüge und der von mir gesuchte Herr - sie sagt tatsächlich der gesuchte Herr - daher unmöglich ein Zimmer 51 bewohnen könne. Offenbar folgt sie strikten Anweisungen. Ich bedanke mich höflich, als hätte ich meinen Irrtum eingesehen, und wende mich dem Stiegenaufgang zu, der zu den Zimmern führt. Mein Name mag auf keiner Liste aufscheinen, Peter Altenberg wird mich nichtsdestotrotz empfangen. Schließlich kenne ich intime Details seiner Lebenssituation und seiner Körperpflege.

Die Frau hat inzwischen ihr Rezeptionspult verlassen und stellt sich mir in den Weg. Einen Moment lang sieht es so aus, als müsste ich sie mit Gewalt beiseite räumen. Ehe mir das gelingt, kommt ein stattlich gekleideter Herr die Treppe herunter. ( … ) Zu meiner Überraschung wendet sich die Rezeptionistin mit meinem Anliegen an den unvermutet aufgetauchten Mann, als handle es sich bei ihm um einen von irgendwo oben herabgestiegenen Richter. Ich bin damit einverstanden, ihn als Unparteiischen zu akzeptieren, und erkläre, dass ich nichts weiter wolle, als Peter Altenberg auf Zimmer 51 zu besuchen. Der kompetent wirkende Mann sieht mich eindringlich an und bedeutet der ahnungslosen Angestellten, sich wieder an die Rezeption zu begeben. Er scheint begriffen zu haben, worum es mir geht, ich glaube sogar, dass er den Schriftsteller in mir erkennt. Verständnisvoll legt er einen Arm um meine Schulter und - man könnte fast sagen: geleitet mich behutsam zum Ausgang. ( … )

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UND ES DREHT SICH DOCH NOCH : LINKES WORT @ VOLKSSTIMMEFEST

czz-neuesvonfreundenMan wird dem traditionellen Volksstimmefest der KPÖ am letzten Augustwochenende im Wiener Prater und im Kontext des akuten Wahlkampfes eine gewisse Chuzpe nicht absprechen dürfen : Wenn’s nicht ( wie oft schon ) regnet , könnte die musikalische Stimmung zwischen dem unverwüstlichen Guitarrero Harri Stoijka und den Linzer Rappern “texta” recht nett werden . Dazu gibt es unter dem Titel “Linkes Wort” ( seit 1975 ! ) eine Reihe von Lesungen , welche diesjahr anhand der historischen Marker “1918 - 1938 - 1968″ aus dem “Bilanzbuch des 20. Jahrhunderts” erzählen . On stage u. a. : Werkkreis Literatur der Arbeitswelt , Gerhard Ruiss , Helmut Rizy und Rolf Schwendter . Detailprogramm und Hintergründe erschliesst die Seite “LINKES WORT” .

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KLANGAPPARAT

Langer Text , langer Abgesang : Heute mit Sascha Müllers ( MySpace ) Juni- Mix für Loopzilla , trefflich unter dem Titel “1 IST 2 UND 2 IST czz-hoerempfehlungSCHRAEG” rubriziert : Eine Stunde , acht Minuten , zwölf Sekunden lang aparte Mnipatterns á discretion : Besondere Beachtung verdient die so kurz wie herrlich schräg hereindrängende Querflöte bei Laufzeit 41:20 . CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

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Salon Littéraire | Bernhard Kathan : HUNGERKÜNSTLER V , Niko Pirosmani



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

 

Salon Littéraire | Bernhard Kathan :

HUNGERKÜNSTLER V , Niko Pirosmani

 

VORBEMERKUNG. Nikolaj Gogol starb 1852 zu Beginn der Fastenzeit an den Folgen seines Hungerns, César Vallejo am Karfreitag des Jahres 1938 an Unterernährung. An selbst auferlegtem oder aufgezwungenem Hungern starben Simone Weil, Paul Scheerbart, Daniil Charms und andere. Es gibt keinen Grund, das Leben von Menschen, die sich zu Tode gehungert haben, zu verklären. Aber angesichts des heutigen Kunst- und Kulturbetriebes, in dem sich Kunst und Werbung wechselseitig durchdringen, sich oft genug das eine vom anderen nicht mehr unterscheiden lässt, lohnt sich die Beschäftigung mit Künstlern und Schriftstellern, die verhungert, wenn man so will, gescheitert sind, die sich alles andere als marktkonform verhielten, auch auf die Gefahr hin, sich lächerlich zu machen oder daran zugrunde zu gehen. Mir scheint dies Grund genug, mich mit solchen Schriftstellern und Künstlern zu befassen. Es wird sich eine seltsame Gesellschaft bilden. Überraschend: Nicht die humorloseste. ( Bernhard Kathan ) |||

Rote_Beete_Pirosmani_copyright_Bernhard_Kathan

Tatarischer Obsthändler vor Regalen mit Früchten. Frau beim Melken. Zwei Georgier neben einem Marani, Wein trinkend. Familienkreis um eine gedeckte Tafel. Frau mit Bierglas. Kinderloser Millionär und arme Frau mit Kindern. Fürst mit einem Weinhorn. Aushängeschild: Ausschank und über die Straße. Aushängeschild: Bierstube Sakatala. Aushängeschild: Kaltes Bier. Aushängeschild: Tee - Bier. Stilleben mit Hühnchen, Spießen und Wein. Stilleben mit Fischen, Würsten, Spießen, einer Gans, einem Schwein und Früchten. Stilleben mit Melonen. Stilleben mit Fischen und Früchten. Weiße Kuh auf schwarzem Grund, Milch gebend. Schwarze Kuh auf weißem Grund, Milch gebend. Osterlamm mit Früchten. Lämmchen und Ostertisch mit fliegenden Engeln. Fiaker vor Gaststätte. Ein Räuber hat ein Pferd gestohlen. Frau mit Ostereiern. Weiblicher Markthygieneinspektor vor einem Stand mit Melonen und anderen Früchten, daneben ein Obsthändler. Koch, mit einem Fisch auf einer Kelle. Der Arbeiter Sosso, Pfeife rauchend. Sarkis füllt Wein in Krüge. Lastträger mit Weinschlauch. Lasträger mit Weinfass. Gelage. Tiflisser Händler bei einem Essen mit Grammophon. Vier zechende Städter. Familienpicknick. Gelage der fünf Fürsten. Gelage bei Gwimradse. Gelage mit dem Leierkastenmann Datiko Semel. Gelage in der Weinlaube. Im Walde zechende Städter. Gelage dreier Fürsten auf der Wiese. Fiaker und nächtliches Gelage. Gelage vor einem zweistöckigen Haus. Gelage zu Ostern. Eselsbrücke mit Tischgesellschaften. Gastmahl während der Weinlese. Kachetisches Epos, darunter drei Männer bei einem Gelage. Krzanissi, ein Gelage. Fest des hl. Georg in Bolnissi, Tischgesellschaften.

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Niko Pirosmani ( 1862 - 1918 ) : “Tatarischer Obsthändler vor Regalen mit Früchten” ( > Gallery @ Wkimedia Commons , @ Olga’s Gallery )

Der georgische Maler Niko Pirosmani - er schuf vor allem Wirtshausschilder - darbte sein ganzes Leben lang. Eines Tages fand man ihn in einem Kellerloch, nachdem er dort Tage ohne Nahrung gelegen hatte. Man brachte den Besinnungslosen in ein nahe gelegenes Krankenhaus, wo er am 7. April 1918 starb, ohne wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein.

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Bernhard Kathan

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See also : Maud Ellmann : The Hunger Artists - Starving, Writing and Imprisonment ( czz )

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NEUES VON FREUNDEN



||| WIDMUNGEN | TEXTE DES MONATS | STEILE POETIK @ STEIGER @ HOHENLOHE | PARALLELEN : TIERE & MÄRCHEN | NACH- SATZ INS OFFNE | KLANGAPPARAT

Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch copyright Gundi Feyrer

( Gundi Feyrer : “Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch” )

WIDMUNGEN

czz neues von freundenEine poetisch dicht gepackte Woche taktet mit Lesungen auf sowie mit einer einer virtuellen Anthologie und dem Paradoxon einer “versteckten” Exposition . So beschäftigt sich die jüngste Ausstellung in Bernhard Kathans immer- und nirgendspräsentem “Hidden Museum ” mit dem bemerkenswert gefundenen Thema der “Widmungen” , welche als Dank , in Anerkennung , allerdings auch als dezidierte Verortungen in vielen Büchern dem “Haupttext” vorangestellt sind . Jeder der 35 Frames | Fallbeispiele triggert eine Geschichte , welche - wie im berühmten Beispiel von Franz Kafkas Widmung des Erzählbandes “Ein Landarzt ” ( 1919 ) an den gefürchteten Vater - von komplizierten Ambivalenzen erzählen .

Widmungen sind zumeist etwas höchst Privates, sie können aber auch Gegenstand eines öffentlichen Diskurses werden. Als 1960 Hannah Arendts Buch “Vita activa - Oder vom tätigen Leben” erschien, schrieb sie Martin Heidegger : “Du wirst sehen, daß das Buch keine Widmung trägt. Wäre es zwischen uns je mit rechten Dingen zugegangen - ich meine zwischen, also weder Dich noch mich -, so hätte ich Dich gefragt, ob ich es Dir widmen darf; es ist unmittelbar aus den ersten Marburger Tagen entstanden und schuldet Dir in jeder Beziehung so ziemlich alles.” Hannah Arendt dachte wohl auch daran, dass Martin Heidegger in der 1941 herausgegebenen Neuauflage von “Sein und Zeit“, das Werk erschien erstmals 1927, die an seinen Mentor Edmund Husserl gerichtete Widmung gestrichen hatte: “Edmund Husserl in Verehrung und Freundschaft” zugeeignet. ( Bernhard Kathan ) |||

TEXTE DES MONATS

czz neues von freundenGewissermassen versteckt , doch via Internet aufzufinden ist Liesl Ujvarys virtuelle Anthologie der “Texte des Monats” . Man beachte den feinen Unterschied : Hier werden selbstredend mittelbar Autorinnen und Autoren vorgestellt , doch geschieht dies vornehmlich aus der Perspektive eines bestimmten Textes und dessen Kommentierung . Mit April und Mai ist die Reihe immerhin schon zu den stattlichen Nummern 19 und 20 vorgerückt - Dokument einer über zwei Jahre hinweg konsequenten Konzeption und Durchführung . Standen im April mit # 19 die hoch präzis ins Sprachmaterial gesetzten Gedichte ( “Aufbrüche” , 2004 ) der Wahlberlinerin Katharina Schultens ( Jahrgang 1980 ) im Fokus der Vorstellung , tritt mit der Mai- Ausgabe # 20 die Arbeit der in vielerlei Kunstformen versierten Gundi Feyrer ( Jahrgang 1956 ) auf den Plan :

Und loderndes, anderes Leuchten: ich zweifle daran, ob ich überhaupt existiere (sicher, denn, nehme ich ein Glas in die Hand, fällt es nicht herunter, sondern bleibt wackelnd in der Luft stehen. Gäbe es mich nicht, würde man sagen, es schwebe).

Kein wirkliches oder “wahres Ich” sondern viele, alle; täuschend und springend, vom einen zum anderen. Von einer Person zur anderen schwimmen, mit einer Person zu anderen schwimmen; Ablehnung oder einfach Unfähigkeit, Maske oder Person oder gar Persönlichkeit zu zeigen, auftreten zu lassen.

Die textuell tendenziell endlose Spirale der Selbstreflexion manifestiert sich allerdings auch in winzigen skulpturalen Arbeiten , vermittels derer die Autorin einen nicht unheiteren Blick “von aussen” auf die eigene Raum- Person wirft . Siehe das “Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch ” in unserem Header . Ob die Autorin am kommenden Mittwoch aus dem für Juni @ Passagen angekündigten Prosaband “Die Wolldecke” lesen wird ?! - In die Galerie Hohenlohe gehen und - hören ! |||

STEILE POETIK @ STEIGER @ HOHENLOHE

czz neues von freundenDrei Tage vor der Finissage der hier in|ad|ae|qu|at schon einmal zur Sprache gebrachten Personale zum Werk des Schöpfers zahlloser Bizarrerien , Dominik Steiger , tritt Mittwoch Abend eine Phalanx ausgezeichneter Poeten zusammen mit Gundi Feyrer zur Galerie- Lesung an . Angesichts des strengen Werks des kürzlich mit dem “Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik” ausgezeichneten Franz Josef Czernin sowie des im Januar mit dem “Peter- Huchel- Preis für Lyrik” geehrten Ulf Stolterfoht erweist sich die jüngst von der FAZ unternommene Erregung hinsichtlich des angeblich geradezu kreativitäts-zernichtenden Literaturpreis- Monsuns ( “Autorenförderung ? Hungert sie aus !” , 30. 4. ) als halbwahr- halbgares Fast- Food unter den Zeitungsenten . Vierter im Bunde der Lesenden : Schnellsprechmeister und “Partikelchenjongleur” Christian Steinbacher . Galerie Hohenlohe , 19:00 Uhr . |||

PARALLELEN : TIERE & MÄRCHEN

czz neues von freundenZwei Gassen parallel und zur gleichen Zeit ist im Literarischen Quartier Alte Schmiede ein Meister der hochkomisch melancholischen Neurose am nimmermüd sprachspielerischen Wort : Ingomar von Kieseritzky höchstselbst hält eine Vorlesung “Über Tiere - Beispielsammlung zu Obsessionen , Vorlieben , Animositäten , Liebesverhältnissen , Phobien und Idiosynkrasien gegen Mensch und Tier” . Das Schöne bei IvK : Es darf gelacht , allerdings auch nachgedacht werden . Mittwoch , 19:00 Uhr . Horrible Terminkollision mit der Hohenlohe’schen Manifestation : Kieseritzkys Neuröschen versus Steigers Kosmöschen !

Donnerstag steigen dann am nämlichen Ort einige dem p. t. in|ad|ae|qu|aten Publico Wohlvertraute in den nämlichen Ring , um allerhand selbstrefliv Poetisches über das Neurosensystem der gesellschaftlichen Private- Public- Partnership unter dem Titel “Das Märchen vom Individuum” ans Licht zu bringen . Da der Setzer dieser Zeilen hier die Veranstaltung moderiert ( so kein schwarzes Loch sich inzwischen manifestiert ) , zitieren wir in eigener Sache :

Der abendländischen Tradition des Epischen , der märchenhaften Moralität und der romanesken Entwicklungsgeschichte ist das “Bild vom Individuum” eingeschrieben . Unteilbar Eins ( mit sich ) zu werden , lautet das Ziel jener Geschichten von Bildung und krisenhafter Individuation , wie sie gerne gelesen werden . Die prosaischen Ansätze, welche mit neuen Arbeiten von Lisa Spalt ( “Grimms” , Ritter 2007 ) und Herbert J. Wimmer ( “Kühlzack & Flexer . Aggregat” , Manuskript ) in einen “Textdialog” treten , verweigern den Komfort sinnig gerundeter Figuren . Unter Umständen des Simultanen , Simulierten und “Multitask”- Flexiblen bleiben das “Ich” und seine Narrative eine ständig neu zu behauptende Konstruktion .

Lisa Spalt führt die Idealfiguren ihrer Märchenmodelle auf den Wortlaufsteg kosmetischer Konstitutionen und Konstruktionen : “Blut ist im Schuh” jeder weiblichen Model- Legende . Der Spiegel als zentrale Schnittstelle zwischen Ich und Selbstwahrnehmung bildet eine wesentliche Achse im finalen Part von Herbert J. Wimmers “Kühlzacks Proto-Memoiren - Selbstauslöser im Spiegelstadion” . Doppelungen , Verkehrungen , Verschränkungen führen in ein Spiegelkabinett von Sprachspiel und Kognitionskrise : Wie wäre “ein Ganzes” zusammenzufügen aus den splitternden Teilchen? – Zum Beispiel im narrativen Syntagma der “Erinnerung” ? – Die Genrebezeichnung “Memoiré” verspricht lediglich “Proto-Memoiren” und rekurriert auf Freuds Bild des Puzzle-Spiels . |||

NACH- SATZ INS OFFNE

czz neues von freundenSo , jetzt ist es heraussen . Nachdem ein PDF- Dokument zu einer hier anzukündigen Tagung uns permanent den Browser abschiesst , nützen wir den dadurch gewonnenen Freiraum , um auf eine Neuerscheinung hinzuweisen , deren erstmalige Präsentation am Montag über die Bühne ging : Benedikt Ledebur hat seinem in der feinen “edition schwarzes quadrat” ( onomato press ) erschienenen Gedichtband “Genese” mit einer CD- Fassung der berückenden “Literatur als Radiokunst“- Produktion “St. Paul’s Cathedral | John Donne” bestückt . Ist aber leider auf der Verlagsseite noch nicht online . Hinweise hinsichtlich allfälliger Änderungen werden gerne entgegen genommen - |||

KLANGAPPARAT

Genau vor einem Jahr haben wir unsere bedingungslos hingerissene Neigung zum Netlabel broque und sind mit Granlabs “Leuchtfeuer ” bei Release czz hörempfehlungNumero 032 “eingestiegen” : Seither gehört “broque” zur Rubrik “Neues von Freunden” wie die Butter auf “oderaufbrot” ( = broque ‘zine- Filiale ) . Genau 365 Tage danach haben wir heute die Ehre , erneut eine muntere Feinklügelei der Granlaboristen zu präsentieren : Man steht mittlerweile bei Release Numero 041 und begrüsst “the first days of spring” . Da sei kein schnödes Wort mehr verloren - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. a drypoints griffs | 02. mazer | 03. neons | 04. sneaked suffer | 05. hazy night |||

Salon Littéraire | Bernhard Kathan : HUNGERKÜNSTLER IV , César Vallejo



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

 

Salon Littéraire | Bernhard Kathan :

HUNGERKÜNSTLER IV , César Vallejo

 

VORBEMERKUNG. Nikolaj Gogol starb 1852 zu Beginn der Fastenzeit an den Folgen seines Hungerns, César Vallejo am Karfreitag des Jahres 1938 an Unterernährung. An selbst auferlegtem oder aufgezwungenem Hungern starben Simone Weil, Paul Scheerbart, Daniil Charms und andere. Es gibt keinen Grund, das Leben von Menschen, die sich zu Tode gehungert haben, zu verklären. Aber angesichts des heutigen Kunst- und Kulturbetriebes, in dem sich Kunst und Werbung wechselseitig durchdringen, sich oft genug das eine vom anderen nicht mehr unterscheiden lässt, lohnt sich die Beschäftigung mit Künstlern und Schriftstellern, die verhungert, wenn man so will, gescheitert sind, die sich alles andere als marktkonform verhielten, auch auf die Gefahr hin, sich lächerlich zu machen oder daran zugrunde zu gehen. Mir scheint dies Grund genug, mich mit solchen Schriftstellern und Künstlern zu befassen. Es wird sich eine seltsame Gesellschaft bilden. Überraschend: Nicht die humorloseste. ( Bernhard Kathan ) |||

Rüben_copyright_Bernhard_Kathan

Er hat keine Augen und sieht und weint, ein einäugiger Alter, Augen mit körperlichem Weinen, schlaflose Organe, ich vergesse durch meine Tränen meine Augen, viel Kummer in einem der Augen, viel Kummer auch im anderen, und in beiden, wenn sie schauen, viel Kummer. Die Augen, unabhängig von einem, besitzen ihre Armseligkeiten, will sagen, ihr Amt, etwas, was der Seele entweicht und auf die Seele fällt. Vertraue in das Augenglas, nicht in das Auge. Sie haben im Hotel ein Auge aufgemacht, indem sie es peitschen, es schlagen mit einem deiner Spiegel. Wie kommt es, dass ich Augen habe? / Man bringt Käse. Man trägt Erde hinaus. Der Tod legt sich ans Fußende des Bettes, um in seinen stillen Wassern zu schlafen, und schläft ein. / Eine Frau mit friedlichen Brüsten, die Mutter, rückwärts mit der Brust auf meinen Tod zukommend, daher haben ihre Augen mir so viel gegeben, hautnah bei mir, ihre sterblichen Augen sinken sanft an meinen Armen herab. Niemals gab es soviel Schmerz in der Brust, im Rockaufschlag, in der Brieftasche, im Glas, im Metzgerladen, in der Arithmetik! Ein Brustschuss, Erfahrung eines einzigen Auges, mitten auf die Brust genagelt, mitten auf die Brust genagelt, genagelt mitten auf die Brust, gepeitscht von Daten mit Dornen, vergiss mich und stütze mich an der Brust. Im Schatten eines Baumes mit dem Rücken zur Welt geboren, längs eines Weges mit dem Rücken zur Welt. Ich sah einmal einen Baum mir den Rücken kehren und sah ein anderes Mal einen Weg, der mir den Rücken zukehrte. Ein Baum mit dem Rücken zur Welt wächst nur an Orten, wo nie jemand geboren worden war oder starb. Auf dem Rücken schlafen, auf dem Rücken liegend, mit aufgerissenem Bauch, auf dem Rücken liegend, halb durch seinen riesigen Zungenmund und ganz durch den After seines Rückens, eine Uhr, die hinter seinem Rücken ungeduldig flaniert, von andern mit ihren Rücken gesehen werden, wenn ich vorwärts gehe. Dem Bösewicht ein Vögelchen auf den Nacken setzen. Scheu von den Schultern ihr geruhsames Schaffen hören, vor einem Pissoir die Schultern heben, von Schulter zu Schulter, fortgehen, weinen, es für acht hergeben oder für sieben oder für sechs, für fünf, oder es fürs Leben hergeben, das drei Potenzen hat, den zweiten Kummer fest auf die Schultern gedrückt, seinen dritten Schweiß mitten in meine Träne. Von ihren Schultern reißt Fleisch auf Fleisch das blühende Werkzeug. Wie kommt es, dass ich mir ein Ei auf die Schulter gelegt habe, statt eines Umhangs? Der Böse, mit einem Thron auf den Schultern. Der Atem, der Geruchssinn, die Sehkraft, das Gehör, das Wort, der menschliche Glanz seines Seins arbeiten und sprechen durch die Brust, durch die Schultern, durch das Haar, durch die Rippen, durch die Arme und die Beine und die Füße. / Was im Haus verbleibt, sind der Fuß, die Lippen, die Augen, das Herz. / Ein Gesicht, von der unsterblichen und unausdenklichen Luft zerfressen, das Gesicht in der Liebe, nicht im Hass verloren, ein totes Gesicht auf dem lebendigen Leib, mit verkrüppeltem Gesicht, mit verdecktem Gesicht, mit verschlossenem Gesicht, ein starres Gesicht, ein steifes und abgestorbenes Gesicht, ein steifes und mit Nägeln am lebendigen Kopf befestigtes Gesicht. Dieses Gesicht erweist sich als der Rücken des Schädels. Mit Backenknochen die Gesichtsfalte ausstatten, es ist nicht ihr weichster Sporn, der auf ihre beiden Backen haut, sich das Gesicht waschen, indem man es mit festen Laken streichelt, ein schmerzendes Ventil im Wangenbein, Gesichtshaut durchs Telefon, Heraustreten aus dem Gesicht. Er hat keinen Mund und spricht und lächelt, ein Mund, den das Schießpulver wegfraß. Halt den Mund, und du erduldest die Straße, die dir das Los beschied. Mit welcher Stimme schweigen? Rauch im nüchternen Mund, Brot, das sich im Speichel irrt, das mündliche Organ deines Schweigens. Er hat kein Kinn und begehrt und überlebt, sich das Kinn im Rückzug betastend. In Gedanken Seufzer zusammenzählen, helle Hiebe auf den Gaumen hören. Ein Rachen mit trockenem Rand, am Hals das negative Zeichen. Die Lust zu leiden, zu hassen färbt mir die Kehle mit bildsamen Giften. Wäre meine Braut gestorben, mein Schmerz wäre der gleiche. Hätte man mir die Kehle durchgeschnitten, mein Schmerz wäre der gleiche. Er hat keine Nasenflügel und riecht und atmet, in der Nase der Erdboden, der lebendige Unsinn und der tote Unsinn nach Totem riechend. Er hat keine Ohren und hört. Ich sah ihn gähnen, seine unheilvolle Muskelbewegung in meinem Gehör verdoppelnd. Dieses Ohr gibt neun Schläge in der Stunde des Blitzes und neun Lachsalven in der Stunde des Weizens und neun weibliche Töne in der Stunde des Weinens und neun Gesänge in der Stunde des Hungers und neun Donnerschläge und neun Peitschenhiebe, doch keinen Schrei. - In deinem Ohr schaut der Knorpel schön aus. / Meerschweinchen, um sie gebraten zu essen mit dem wilden Pfeffer der Täler! / Traurig bis zum Kopf und trauriger bis zum Knöchel, auf dem Kopf meine Angst, eine kopflose Kraft im Kopf, ein Kahlkopf ohne Hut, ein Kopf, der die Qualen des Kreises in meinen Schritten büßt, sie haben ihren Kopf, ihren Rumpf, ihre Gliedmaßen, sie haben ihre Hose, ihre Mittelhandfinger und einen Zahnstocher, im konkaven Kopf ihr Fasten mitführend. Und hat die Migräne soviel Stirn der Stirn entrissen, so hat er keine Stirn und denkt nach und versinkt in sich, an die Stirn gelehnt, dies da ist ein Auge, jenes eine Stirn, das ist der ferne Staat der Stirn, die Bretter der Stirn, einen Augenblick schlägt deine Stirn den Takt, unbekümmert vor der gesetzgebenden Stirn. Unglücklicher Gott, nimm deine Stirne ab! Eine Laterne, an die Schläfe gehängt, Hörnerpochen in den Schläfen, sich gürten, sich die Unterweisung gürten, die Schläfe. / Ein Mann kommt vorbei, ein Brot auf der Schulter. / Dies sind meine heiligen Schriften, dies meine bestürzten Hoden, Zeiten lorbeerhaften Bissens mit Sinnbildern, Tabak, Welt und Fleisch, übertragendes Verschlingen unter einem Baldachin, zum Klang der Sängerhoden. Das Unendliche zwischen deinen Schenkeln treibend. Das gute Organ, das mit drei Griffen, geht vorüber, Monat für Monat blättere ich in deinem einstimmigen Haar. Haut, innerliches Fingergefunkel, in dem ich ganz bin, schlüpfrig, ein proparoxytonischer Schlupfwinkel, diese Haut. Unten ihren leisen Laut, den ihres Beckens, du zitterst in deiner Scheide, cholerisch, alkalisch, ich mit einem Stein in den Lenden, der Hüfthalter hat ihr weh getan, ihr Durst verursacht. All das gerät gerade jetzt in meinem männlichen Bauch sonderbar in Bewegung. Du und er und sie und alle, drangen gleichzeitig in mein Hemd ein, in meine Holzschultern, zwischen meine Schenkelknochen, Stöckchen. Wie schmerzt mich mein Haar beim Erspähen der wöchentlichen Jahrhunderte, mein Mikrobenkreis, will sagen, meine zitternde, patriotische Haartracht! Es gibt Leute, so unglücklich, die nicht einmal einen Körper besitzen; ihr Haar ist quantitativ, niedrig an Zöllen der geniale Kummer, ihre Wesensart hoch. Nichts, als dass mein Haar nicht mehr wächst, doch dem, der zu mir spricht, seine Flechten ordnen, dem Soldaten sein Haar, bis zu den Haarspitzen im Jahr achtunddreißig. / Los, stillen wir unsren Hunger jetzt mit Gras, lasst Wimmerfleisch uns essen, Seufzerfrüchte, die Schwermutseeele dich als Muse erlabe. / Verscheucht von meinen Schneidezähnen eine ansehnliche Zahl anorganischer Körper, aus meinen eigenen Zähnen trete ich rauchend, schreiend, stoßend, und lasse die Hosen herunter, das Elend zerrt mich aus meinen eigenen Zähnen, aufgespießt von einem Zahnstocher auf die Manschette. Überlege, bevor du meditierst, denn es ist schrecklich, wenn das Unglück einen anspringt und einem der Zahn ganz ausfällt. Der Backenzahn des Vergessens. Der Hotelbesitzer ist eine Bestie, seine Zähne, fabelhaft. / Die Bäckerin denkt an dich, der Schlachter denkt an dich und packt das Beil, in dem der Stahl gefangen ist und das Eisen und das Metall. / Auf die Fingerknochen trommeln, fünf untergebene Knöchlein abgeben, Knöchel ohne Umfang, weinen und Knöchelchen aus den Fingern bilden, dreizehn Knochen, die sich schräg zu den Kloaken stellen, ich esse deinen Knochen im Hinblick auf Christus, den Weichen, du reckst deine hervorstehenden Knochen aus und rückst deinen Kragen zurecht. Das Schrillen des Motors im Fußknöchel, der Tag des Fußknöchels, die Nacht der Flanke, das Jahrhundert des Keuchens. Im Doppelschritt des Gerippes, meine riesige, weiße, beharrliche Rippe. Wascht täglich euer Gerippe. Vom eigenen Blut besprüht mit weiblichen Linien, die verweigerte Blutausscheidung einwärts schwitzen, ich trinke dein Blut im Hinblick auf Christus, den Harten, Milch soll im Blut sein, traurige Blutgefäße roter Richter. Die Ärmsten, ihre Leber durchstöbernd. Leer mein Magen, leer mein Dünndarm, ein Magen, in dem meine zerborstene Lampe Platz fand. Das Herz mit Mut füllen, Würmer, die das Herz nach Einheiten zählt. Ein sterbliches, figuratives, tollkühnes Zwerchfell. Den Nabel befragen: Wohin? Wie? Dies muss mein Nabel sein, in dem ich meine geborenen Läuse tötete. / Im Gedächtnis gutes Fleisch essen, Schinken, wenn Fleisch fehlt, und ein Stück Käse mit weiblichen Würmern, männlichen Würmern und toten Würmern. / Beine eines Geliebten, ohne Beine, ohne erwachsenen Lehm, ohne Waffen. Vertrauen in die Hose, nicht in die Beine. Auf Zehenspitzen gehend, mit einem Brot in der Hand, einem Weg im Fuß. Auf Zehenspitzen vor uns fliehen. Lässt die Tat von einst in der Hand Haare wachsen, halte deinen Dickdarm fest in der Hand, in der Hand verwoben, weine in meine Hand, drücke eine Träne in meinen Backenknochen, eine Hand, an einen einsamen Schuh geklammert, auf Befehl seiner Hände ins Kino gehen, die Krone in der Hand, die Seele an der Hand führen, führe deine süße Gestalt an der Hand, führe deinen Körper an der Hand, eilends die Linke mit dem Hunger fassen und die Rechte mit dem Durst, dieser Zeigefinger, dieses Bett, diese Fahrkarten. Mit welcher Hand erwachen? Hand in Hand mit meinem Schatten. Ellbogen eines Gerechten, ein Arm, der es ablehnte, Flügel zu sein, kurble deinen Arm an, such dich unter der Matratze, das Böse mit den Armen hochhebend. In den Armen eines Blinden unseren Stern wiegen, sich stützen mit dem Arm der Begräbnisehre. Eine fixe Idee, unter meinen Fingernagel geraten, ein abscheuliches System der Luftröhren und der Bergschlucht, sauge des Nachts traurig an meinen Fingernägeln, jemand kommt vorbei und zählt mit den Fingern. Die Haut verlassen, sich kratzen am Steinsarg, in dem wir geboren werden. In welchem Zustand sind deine Poren? Auf den Knien niemals “Nie” sagen, auf den Knien mein Schrecken. Rennen, schreiten, fliehen vor seinen Füßen, um zu fliehen, fliehen und fliehen und fliehen vor seinen Füßen, stillstehend vor lauter Fliehen. Einem Lahmen den Fuß waschen. Mit welchem Fuß sterben? Am Fuß entzünd ich meine Sicheln nur. Vierteiliger Mais mit entgegengesetzten Geburtstagen. Durch die Füße höre ich wie sie sich entfernen. Fern von holprigen, bissigen Fersen. Welchen Sprung spürt der Abgebildete in seinen Fersen. Mit einem Gewissensgeschwür allein gelassen werden, mit empfindlich gespreizten Lepraknoten. Du leidest an einer Endokrindrüse, das sieht man, oder vielleicht leidest du an mir, an meinem schlichten, stillen Scharfsinn. Wie der entwendete Gegenstand sein gleichgültiges Gewicht besitzt, so das operierte Organ sein trauriges Fett. Zieh den Leib an. Da ist eine aus meinen Teilen zusammengesetzte Person, die ich ausfülle, wenn meine Gestalt auf ihrem richtigen Steinchen davongaloppiert, dann der Zorn, der die Seele in Körper zerbricht, den Körper in unähnliche Organe und das Organ in Achtelgedanken.

César Vallejo ( 1892-1938 ) , einer der bedeutendsten Lyriker der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde im März 1938, sechsundvierzigjährig, halbverhungert in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er am Karfreitag desselben Jahres an den Folgen seiner Unterernährung starb. Eine vierbändige Ausgabe der Gedichte ( Spanisch | Deutsch von Curt Meyer-Clason ) ist im Rimbaud- Verlag erschienen .

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See also : Maud Ellmann : The Hunger Artists - Starving, Writing and Imprisonment ( czz )

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Neues von Freunden



||| Wie stets sammelt NEUES VON FREUNDEN in unregelmässiger Folge , was die auf in|ad|ae|qu|at genannten und bekannten Kunst- , Kultur- und Content- Produzenten im Offline ( in der “Echtwelt” ) so tun , lassen oder sonst sich ereignend treiben . Mit diesem Gruss aus der Küche servieren wir zugleich den Disclaimer , dass selbstverständlich kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht . Für Cross- Checks und andere Anregungen bleibt ( was Wien anbelangt ) ja stets der klassische eSeL.

STICHWORT AUDIO | LITERATUR

BERNHARD KATHAN

czz neues von freundenDer Autor der in|ad|ae|qu|at fortgesetzten HUNGERKÜNSTLER - wird heute in den TONSPUREN ( Ö1 , 22:15 Uhr ) porträtiert . Bei aller Hochachtung vor dem Ansinnen , den Vielseiter Kathan angemessen zu featuren , weist der Klappentext zur Sendung doch einige befremdliche Wendungen auf :

Bernhard Kathan, 1953 in Vorarlberg geboren, lebt als Kulturhistoriker und Autor in Innsbruck. Seine Arbeiten wechseln zwischen Essay und Prosa und dokumentieren schon in Titeln wie “Das Elend der ärztlichen Kunst. Eine andere Geschichte der Medizin”, 2002, “Zum Fressen gern. Zwischen Haustier und Schlachthof”, 2003, oder “Strick, Badeanzug, Besamungsset. Nachruf auf die kleinbäuerliche Kultur”, 2006, jahrelange Forschungsarbeit, vor der Verleger und Redakteure wie vor einer Feuersbrunst zurückschrecken.

Eine solche wünschen sich dafür die Anrainer von Kathans in Vorarlberg stehendem HIDDEN MUSEUM. Mit dem verborgenen und experimentellen Museumsprojekt, das jedes Jahr neu definiert und hinterfragt wird (”Das zweifelhafteste Museumsprojekt der Gegenwart”), betreibt Kathan Konzeptkunst. |||

ZEICHENSETZUNG . ZEILENSPRÜNGE - JUNGE LITERATUR IN ÖSTERREICH

czz neues von freunden So der Titel der zweitägigen Veranstaltung zum genannten Thema im Wiener Literaturhaus ( veranstaltet von der GAV ) . Den gestrigen Eröffnungsabend mit Lesungen von ANN COTTEN , REGINA HILBER , HANNO MILLESI und ANDREA WINKLER haben wir schon verpasst . Bleibt also noch Tag Zwei , welcher um 17:30 Uhr mit einem Vortrag des LARK- Autors und SALON LITTÉRAIRE- Aspiranten THOMAS BALLHAUSEN startet : “Reflexive Literatur : Pop , Subversion , Zitat” . Weiter geht’s dann ab 19:30 Uhr mit Lesungen von GERHILD STEINBUCH , MICHAELA FALKNER , SOPHIE ANNA REYER und BERNHARD STROBEL , sämtlich bevorwortet von Meister Ballhausen und gefolgt von der DJ- Line projekt berggasse . |||

Für DIE ROTTEN KINCK SCHOW

czz neues von freunden… am 1. 4. wird man sich kurz nach Berlin schleudern müssen : Als drei literarische Grazien widmen sich ANN COTTEN , MONIKA RINCK und SABINE SCHO der bangen Frage : “Qualle : Masse oder Eremit ?” . Folgende Darbietungen sind angekündigt : Ein “Tierbaby- Bingo” , “Kreisverhör : wie ihr werdet , was wir sind” sowie “Wetter und Geld” . Dies und mehr also am 1. April , 20:30 Uhr im Kaffee Burger ( Torstrasse 60 , Berlin ) .

À propos SABINE SCHO ist das Erscheinen des Gedichtbandes ALBUM @ kookbooks zu vermelden - auf der Webseite des Verlags indes ( noch ) stiefmütterlich behandelt . Leser dieser Seiten haben die Autorin ja bereits via LIESL UJVARY s Reihe TEXT DES MONATS : SABINE SCHO kennen gelernt . Im März wurde - wir berichteten - JOHANNES JANSEN vorgestellt . Per April folgt ein TEXT DES MONATS : KATHARINA SCHULTENS . Wir tragen den Link nach , sobald Katharina Schultens‘ Gedichte online sind .

MONIKA RINCKs BEGRIFFSSTUDIO hat inzwischen nicht weniger als zwei Frisch- Lieferungen lanciert , aus welcher wir in|ad|ae|qu|at wie stets einige Favoriten picken . Für Februar wären dies etwa ….

2412 blowable player
2414 hintertreppennaturalismus
2418 strudelbude
2419 der fusselmops
2420 liveübertragung vom entzündungsherd
2421 mein lyrisches fleckvieh
2427 universalscham
2429 delirien zu realisiern
2430 das senile am apodiktischen ( wie wahr … )

… und für März :

2434 aufruhr im haarpark
2435 zerstreute tüpfelware
2437 la faute des fautes
2441 männer am salatbuffet
2445 mid-linguistic limbo
2448 bassist ex machina
2452 in a fast-forward Trauerspiel-style
2453 nähere befreundung mit weichtieren
2455 utopocalyptic |||

VERBRECHER VERLAG & KORRESPONDENZEN .

czz neues von freunden Wer am 1. April zu Wien sich befinden wird und nicht etwa in Berlin , mag im Literarischen Quartier Alte Schmiede die Vorstellung neuer Texte der Berlin- Wienerin ( und LARK- Autorin ) ELFRIEDE CZURDA geniessen : “Krankhafte Lichtung . 3 wahnhafte Lieben” ( Prosa , Verbrecher Verlag 2007 ) sowie “ich , weiss . 366 mikro-essays für die westentasche” ( Edition Korrespondenzen 2008) . |||

BEAT-STORIES

czz neues von freunden… sind tags darauf in der Roten Bar des Wiener Volkstheaters in Wort und Ton zu vernehmen : Die eben von THOMAS KRAFT @ blumenbar publizierte Anthologie widmet sich den Beat- und Rock- Kicks von während der Sixties & Seventies musikalisch Sozialisierten in geradezu enzyklopädischer Breite , 80 Autoren und entsprechend viele Bands : Unseren favourites folgend kommen wir an der Nennung von Beträgen zu Roxy Music ( Thomas Meinecke ) , Iggy Pop & The Stooges ( Georg M. Oswald ) und Van der Graaf Generator ( Volker Kaminski ) nicht vorbei . - Ein komplettes Inhaltsverzeichnis gibt es hier .

In Wien präsentieren WALTER FAMLER ( Small Faces ) , JAN KONEFFKE ( Bob Dylan ) , THOMAS KRAFT ( Wishbone Ash ) , DORON RABINOVICI ( Bob Marley ) , FERDINAND SCHMATZ ( Led Zeppeln ) und MARLENE STREERUWITZ ( The Doors ) die literarischen Niederschläge einstiger Trips . Für Klang und Gesang sorgen dann andere ( siehe …. ) . 2. April , 21.30 Uhr , VT Wien . |||

STICHWORT SPRACHE | MUSIK

czz neues von freundenTHOMAS MEINEKE : Bei intermedium erscheint am 4. 4. eine äusserst aparte Doppel- CD als Resultat der Kooperation mit David Moufang aka Move D : Die Piècen “flugbegleiter” bzw. “übersetzungen | translations” arbeiten tief in die Zwischenräume von Speech & Beat hinein . Verschränkt “übersetzungen | translations” als eher konkrete Lautpoesie auf ( nachlesen ! ) prozessual komplexe Weise Stimmen und Stimmungen der Wörter “Osterglocke” | “daffodil” , besticht “flugbegleiter” als gleichschwere Mischung der Komponenten “Narration” , “Diskurs” und “Musik” sowie als intelligente Reflexion über Queerness in Körpern , kulturellen Dispositiven und Musikstilen . |||

STICHWORT SPRACHE | FRISCH

1 KOLIKslam

( will meinen : ein Slam- Poetry- Abend à la Viennoise organisiert von der trefflichen Literaturzeitschrift KOLIK ) geht am 8. April über die Bühne der Wiener ÖGL . Live on stage : Der eben dem LARK- Studio ensprungene MICHAEL HAMMERSCMID , KLAUS RATSCHILLER und ROBERT WOELFL . |||

T43 aka “TEA FOR THREE”

czz neues von freundenDas literarische Terzett , komponiert aus den Bachmannpreis- Juroren DANIELA STRIGL & KLAUS NÜCHTERN plus wechselndem Special Guest feiert seinen fünften Geburtstag ( für Zahlenmagier : T435 ) nicht wie üblich am Karlsplatz , sondern auf den Casa- Malaparte- Höhen der Wiener Hauptbücherei . Und zwar am 9. April um 19:00 Uhr . Die Gästezahl wurde festlich durch JESSICA BEER ( Büchereien Wien ) und MICHAEL kÖHLMEIER verdoppelt .

Aufgetischt und diskursiv aufgemischt werden folgende Frühjahrsbücher : Miljenko Jergovic - Das Walnusshaus ( Schöffling ) , Lydia Davis - Fast keine Erinnerung ( Droschl ) , Reinhard Kaiser-Mühlecker - Der lange Gang über die Stationen ( Hoffmann & Campe ) , Joseph Conrad - Herz der Finsternis ( Manesse ) .

Ab 10. 4. entwickelt sich das literarische Geschehen einigermassen überdeterminiert , weshalb wir diesem mit Freuden die nächste Ausgabe von NEUES VON FREUNDEN widmen . |||

STICHWORT AUDIO | MUSIK

DAS ERSTE WIENER GEMÜSEORCHESTER

czz neues von freunden ( VIENNA VEGETABLE ORCHESTRA ) hätte mit seinem Video fast den YouTube Award 2007 gewonnen : Hat um ein Haar aber nicht geklappt , aber immerhin befindet man sich unter den international sechs Nominees in “Music” . Sellerie forever ! |||

Das DONAUFESTIVAL zu Krems wird sich unter dem Motto ANGST OBSESSION BEAUTY ( MySpace ) zwar erst vom 24. 4. bis 3. 5. ereignen , doch wer AMON TOBIN dort am 26. 4. wirklich live sehen will , sollte besser gestern denn heute um Tickets besorgen ( Shuttlebus guaranteed ) . An anderen Attraktionen ist die Angelegenheit keineswegs arm : Kenneth Anger ( ! ) , Tortoise , Fischerspooner … Hier das Lineup . |||

HAUTZINGER ALL AROUND

czz neues von freunden Bevor wir jetzt vom Ein- und Ausrichten so vieler Nach- Richten erschöpft hinsinken , geben wir noch die eben eingelangten Spieltermine des universalseitigen Extremtrompeters und Komponisten FRANZ HAUTZINGER hin : Dienstag , 1. 4. eine live recording session im Studio von Christoph Amann ( Manon Liu Winter - Klavier , Franz Hautzinger - Trompete , Clayton Thomas - Bass , 21:00 Uhr ) .

Donnerstag , 3. 4. ( 20:00 Uhr ) spielt der Meister im JETZT 20 JAHRE zählenden echoraum in der Formation des Global Monarchy Quartett ( Gene Coleman - Bassklarinette , Kazuhisa Uchihashi - Gitarre , Daxaphon , Zsolt Söres - Viola , Elektronik + Franz Hautzinger ,­ Vierteltontrompete ) . Sonntag , 6. 4. dann schliesslich im guten alten Porgy & Bess … jetzt aber bitte selber dort weiterlesen : Weil sich dort in ziemlicher Dichte immer wieder Unerhört Überraschendes findet , welches im ubiquitären Event- Nebel mitunter untergeht . |||

KLANGAPPARAT

Man mag denken , die machen sich’s leicht da , @ in|ad|ae|qu|at , wenn sie als Klangapparate die fix- fertigen Mixes der ewiggleichen czz hörempfehlungEntraprenneure anbieten : Mitnichten ! - Wenn wir heute wie auf Sonic Walker und dessen neuen Mix Numero 47 rekurrieren , dann , weil uns DJ Jemsets sanft drängende “I Know“- Session per fünfmaligem Durchlauf ( je 1:20 ) in dieser Nacht der Daten- und Linkschlacht bestens bei Kondition gehalten hat . Und wir fürchten , dies wird sich dank bester Softsoundware von eminenten Netlabels wie Bump Foot , Yuki Yaki , Stadtgruen und Digital Diamonds auch den Tag über fortsetzen . CLICK LINK TO LISTEN STREAM & TO C PLAYLIST . |||