Tag Archive for 'bildstatistik'

I SOTYPE | A Year in Iraq



||| ISOYPE - INFOGRAPH | A YEAR IN IRAQ ( 2007 ) | DREI BLICKE ? | WhERE ARE THE WOMEN ? | KLANGAPPARAT | LINKS

ISOYPE - INFOGRAPH

infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng iconZeitgeschehen vergegenwärtigen : Die - vor einigen Tagen an dieser Stelle ausführlich vorgestellte - Bildstatistik ( ISOTYPE ) des Wiener Ökomomen und Philosophen Otto Neurath war während der 20er Jahre im Wien der sozialen Misstände , der Nachkriegstuberkulose und eines republikanisch- kommunalen Wohlfahrtsgedankenens entwickelt worden . Zentraler Punkt dabei war die awareness- Bildung des “Manns von der Strasse” , der - etwa via Neuraths Schautafeln , seine eigene Situation im Kontext statistischer Seienesgleichen erkennen mochte . |||

A YEAR IN IRAQ ( 2007 )

infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng iconAm Montag veröffentliche die New York Times als Op- Ed ein solches Schaubild - A YEAR IN IRAQ - , dessen Schöpferin , die Designerin ALICIA CHENG , sich offensichtlich an Neuraths Modell inspirierte . Mit Einschränkungen , wie später zu zeigen sein wird .

The chart below — compiled from data provided by the American and Iraqi governments and news media organizations (the independent Coalition Casualty Count in particular) — gives information on the type and location of each attack responsible for the 2,592 recorded deaths among American and other coalition troops, Iraqi security forces and members of the peshmerga militias controlled by the Kurdish government. |||

[ infograph by Alicia Cheng @ NYT , click picture to enlarge ]

klein infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng

Im Detail stellen sich die “Figuren” sowie die ihnen “eingeschrieben” Attribute wie folgt dar [ click picture to enlarge ] :

infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng detail 01

Die oben ( euphemistisch ) so genannten “Attribute” schlüsselt die Legende rechts unten auf :

infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng detail 02

DREI BLICKE ?

infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng iconNun läge es am Betrachter , sich daran zu machen , Figurengruppe für Figurengruppe , Todesart für Todesart , zuzuordnen und aufzuschlüsseln . Jedem Einzelzeichen also quasi zu entziffern ( sic ) , dabei zugleich aber auch nicht den Blick aufs enorme Ganze nicht zu verlieren .

Zwei Dinge fallen auf : Zum einen überschreitet Chengs Schaubild mit seiner nicht unerheblichen Komplexität die von Otto Neurath als best practice empfohlene Anwendung von selbsterklärenden Zeichen . Laut “Wiener Bildstatistik” bräuchte das Verständnis einer solchen Schautafeln nicht mehr als “drei Blicke” . Neurath :

Ein Bild, das nach den Regeln der Wiener Methode hergestellt ist, zeigt auf den ersten Blick das Wichtigste am Gegenstand; offensichtliche Unterschiede müssen sofort ins Auge fallen. Auf den zweiten Blick sollte es möglich sein, die wichtigeren Einzelheiten zu sehen und auf den dritten Blick, was es an Einzelheiten sonst noch geben mag. Ein Bild, das beim vierten und fünften Blick noch weitere Informationen gibt, ist, vom Standpunkt der Wiener Schule, als pädagogisch ungeeignet zu verwerfen.” ( zitiert nach Frank Hartmann )

Zugegeben : Bei einer in der NYT publizierten Infographik wird man nicht ( mehr ) von den Prämissen proletarischer Didaktik ausgehen dürfen . Gleichwohl erweist die nicht unkomplizierte Dechiffrierung des Sammelbildes , dass auch der präsumptive akademische Leser an Kompexitätsgrenzen stösst . |||

WhERE ARE THE WOMEN ?

infograph A Year in Iraq deaths NYT 08 01 06 Alicia Cheng iconInteressant der Vergleich zu jener Graphik , welche zum gleichen Thema und ebenfalls in der NYT publiziert , einen Überblick über die Art , Weise , Herkunft der Opfer in Irak anno 2006 vermittelte . Damals verzichtete man noch auf farbliche Informationen . |||

[ infograph by Alicia Cheng @ NYT ]

infograph 31 days in Iraq 2006 Alicia Cheng NYT 07 02 04 detail

Besonders bemerkenswert : als Symbol für CIVILIANS wählten die beiden Autorinnen : Eine Frau … mit Kleinkind . |||

infograph 31 days in Iraq 2006 Alicia Cheng NYT 07 02 04 legende

KLANGAPPARAT

Obsessives Ausreizen des Monotonen - immerhin perkussiv getriggert - im Wechsel zu Basal- Akkorden , Überlagerungen in Steigerungsdramaturgie . Aber siehe horch : Plötzlich fügen sich die membra disjecta doch zu so etwas wie einem kompakten Musikstück zusammen … um sich freilich gleich wieder in Noise czz hörempfehlungaufzulösen . Definitely something different innerhalb des derzeit freundlich sumperneden Minimal- Einerlei : Sprechend die Namen des spanischen Künstlers Dusty auf dem Netlabel Intoxik , wo seine EP NOCTAMBULATORIO als Relase 027 figuriert . Eventuelle Restfragen werden von der Poetologie der Tracktitel beantwortet . - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01 Noctambula ( 6:03 ) | 02. Ambulatorio ( 6:02 ) | 03. Noctambulatorio ( 7:31 ) |||

LINKS

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Video- Backflash III / 07 : DID YOU KNOW ? ( VERSION 2.0 )



[ = Gemeinplätze , Commonplaces der Blogosphäre 05 ]

||| SOCIAL STATS | REMEMBER NEURATH | DID YOU KNOW ? ( VERSION 2.0 ) | SYMBOLE & RELATIONEN | KONKRET ZUR SCHAU | MONTAGE , POLEMIK , INTERPRETATION | KLANGAPPARAT | ANMERKUNGEN

SOCIAL STATS

did you know … es sei denn , man fälscht sie selber . O- Ton Winston Chuchill : “The only statistics you can trust are those you falsified yourself . ” - Lassen wir die täglichen Münchhausiaden der Politik , die “immer mehrs” des Behauptungsjournalismus für ein paar ruhige Momente zwischen den Jahren beiseite , war und bleibt Statistik zuerst und zuletzt numerischer Kraftstoff und Drehmoment der Sozialwissenschaften . |||

REMEMBER NEURATH

did you knowDass Pionierleistungen wie die von den Philosophen und Ökonomen Otto Neurath ( 1882 - 1945) in den zwanziger Jahren ( zusammen mt dem Graphiker Gerd Arntz ) entwickelte Methode didaktisch- anschaulicher Bildstatistik ( 1 ) von der aktuellen Infografik bzw. Informationsästhetik weiterhin effektvoll aufgegriffen werden , erweist das längst viral kursierende Video zur Zukunft des Lernens ( vulgo Digitalkompetenz : Stichworte “One Laptop per Child” , “Der flexible Mensch” [ R. Sennett ] , Schwellenländer etc ) .

DID YOU KNOW ? ( VERSION 2.0 ) [ 8:19 ]
( KARL FISH & SCOTT McLEOD )

|||

SYMBOLE & RELATIONEN

did you knowAn die Neurath’sche ISOTYPE ( International System of Typographic Picture Education ) erinnert nicht nur die basale , allgemein verständliche Bildsprache des Videos . Entscheidend ist der Einsatz von Grundelementen ( Kreis , Kind , Individuum , Welt ) , deren Modifikation bzw. Vervielfachung den RELATIONALEN Charakter der Daten gut fassbar visualisiert . - So leer die abstrakten Ziffern zum demografischen und soziografischen Wandel der Welt- Wisens- Gesellschaft anmuten mögen , so anschaulich führt die aus einer reinen PowerPoint Präsentation zur Selbstverständigung der Staff einer High School in Colorado hervorgegangene Reflexion zur möglichen Zukunft von Wissenstechnologien ( 2 ) konkrete Szenarien vor Augen . |||

KONKRET ZUR SCHAU

Es handelt sich nicht - so suggeriert die Animation - nicht um irgendwelche Daten , sondern um soziale Ziffern , Qualitäten , Quantitäten und Topographien , welche sich als Gleiches im Vielfachen auf UNS und auf die Zukunft UNSERER Kinder beziehen . |||

MONTAGE , POLEMIK , INTERPRETATION

did you knowDass ein solches Schaubild - potenziert um die Faktoren “Montage” , “Geschwindigkeit” , “Ziffernschlacht” - nicht ohne Polemik ist , liegt auf der Hand . Jede Montage ist Interpretation . Ob eine Rede über “Zukunft” , “Erziehung” , “technologischen Fortschrift” und “Demografie” überhaupt ideologiefrei - d.h. ohne jedwede weltanschauliche Suggestion - sein kann , sei bezweifelt … muss sich doch jede Konzeptualisierung von “Individuum” und “Sozialem” einem grundsätzlichen Ideologieverdacht stellen . |||

KLANGAPPARAT

Im heutigen Klangapparat eine der frischesten Nachweihnachts- Releases , welche die deutsche Netlabelszene zu bieten hat . Neben der fast schon erfrischenden Simplizität von Labelchef Mathis Johnsens ( vuldo Dierk Johns , Weimar ) Drei- Akkord- Grundnummer besticht diese durch ihren appetitlichen - auf die gesamte EP @ auflegware ausgedehnten - Titel : “Erdbeeren auf Elaste” ( 013 ) . Retro & Ostzone im Erdbeerland czz hörempfehlungmusikalischer Ideenökonomie . Soll sein : Diverse Remixes machen das Erdbeershake in summa dann doch fett und vielleicht ja zum Partyspass für linguistisch orientierte Ansager . CLICK TRACK TO LISTEN : 01. Erbeeren auf Elaste [ 7:32 ] | 02. Erbeershaker [ 6:38 ] | 03. Norman Creed Remix ( @ auflegware : rettend transponiert ) [ 6:23 ] | 04. Markus Mashur Remix ( @ insectorama : rhythmisch in bewährter Weise insektifiziert & mit fetten licks versehen ) [ 4:15 ] | 05. Wagner & Aurich Remix ( @ Musik gewinnt Freunde : yeah , gimme some funky beatz ) [ 6:47 ] | 06. FOEN’s Remix ( aka Herr Delling : rührt im dumpfen Bodensatz und klappert das Geschirrl im Takt : staight kitchenwise ! ) [ 06:43 ] |||

ANMERKUNGEN

( 1 ) Der Medienphilosoph FRANK HARTMANN ( Wikipedia ) weist auf OTTO NEURATHS hellsichtige Vorwegnahme der Prädominanz des Visuellen im Essay über “Statistische Hieroglyphen” ( 1926 ) hin :

Die modernen Menschen empfangen einen großen Teil ihres Wissens und ihrer allgemeinen Bildung durch bildhafte Eindrücke, Illustrationen, Lichtbilder, Filme. Die Tageszeitungen bringen von Jahr zu Jahr mehr Bilder. Dazu kommt das gesamte Reklamewesen, das einerseits mit optischen Signalen, andererseits auch wieder mit Darstellungen arbeitet. Ausstellungen, Museen sind durchaus Kinder dieses Schaugetriebes.

Das Jahrhundert des Auges nennt er [ Neurath , czz ] deshalb unser Zeitalter ( … ) . Neurath verfällt ob dieser Diagnose auch nicht in ein konservatives Lamento über den allgemeinen Kulturzerfall, sondern propagiert gleichsam eine Flucht nach vorn: das Mittel dazu ist eine praktische Anwendungsform der ikonischen Kommunikation, die er Bildstatistik nach Wiener Methode nennt.

Ein Bild, das nach den Regeln der Wiener Methode hergestellt ist, zeigt auf den ersten Blick das Wichtigste am Gegenstand; offensichtliche Unterschiede müssen sofort ins Auge fallen. Auf den zweiten Blick sollte es möglich sein, die wichtigeren Einzelheiten zu sehen und auf den dritten Blick, was es an Einzelheiten sonst noch geben mag. ( … )

Die Methode, einfach ausgedrückt, war die, nicht einfach Zahlen und Daten zu illustrieren, sondern einen gänzlich neuen Typus von Zeichen zu kreieren, der so direkt wie möglich zum Bezeichneten steht (der also, semiotisch ausgedrückt, das Objekt mit höchstmöglicher Ikonizität repräsentiert). Dieser neue Typus von Zeichen sollte dann mit höchstmöglicher Konsequenz verwendet werden: unmittelbare, selbsterklärende Zeichen mußten gesetzt werden, dieselben Zeichen für dieselben Dinge, mehr Zeichen (nicht etwa größere) für eine höhere Quantität, und die Zeichen sollten nicht stellvertretend sein, sondern ikonisch.

Frank Hartmann : Sprechende Zeichen . Otto Neuraths revolutionäre Methode der Bildpädagogik @ e.journal | Otto Neurath Wikipedia | Bibliograhy Pictorial Statistics ( Co Seegers ) & Blog : 20th Century Avant-garde |||

( 2 ) Via information aesthetics :

DID YOU KNOW ? originally started out as a PowerPoint presentation for a faculty meeting in August 2006 at Arapahoe High School in Centennial, Colorado , United States. the presentation “went viral” on the Web in February 2007 &, as of June 2007, had been seen by at least 5 million online viewers.

Mittlerweile steht die von Karl Fisch & Scott McLeod erstellte Animation bei Version 2.0 , mit aufdatierter Statistik , frischem Design . Auf shifthappens.wikispaces.com gibt es Angaben zur Geschichte und den Versionen der Präsentation , Quellen sowie die Möglichkeit zum Mitdenken . |||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter