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Intellectual Property : Begriffe von “Werk” und “Urheber” im Zeitalter von Creative Commons 3.0



||| THE JUNGLE | SCHÖPFUNGSHÖHE | URHEBERSCHUTZ INKLUSIVE | PUSH & PULL | WER & WAS - ABER WIE , WELCHERART & WO ? | DOI UND CHARAKTER | CREATIVE COMMONS 3.0 | RANDNOTIZ | BACK TO “THE JUNGLE” | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

THE JUNGLE

on method weissEs wäre vermessen , als Nicht- Jurist für Nicht- Juristen einen vollständigen Überblick bezüglich geltender Copyright- Regelungen ( noch dazu mit Fokus auf Online und Neue Medien ) erstellen zu wollen . Künstler , Autoren , Musiker , Fotografen , Komponisten … wissen ( mehr oder weniger ) Bescheid über die verschlungenen Wege zwischen AKM , Austro Mechana , Literar Mechana , LSG etc . , über langwierige Rechtsstreitigkeiten und Querverweise in Endlosrekursion : Gedeihlicher Pflege- und Hegegarten für manche ( nicht nötigerweise Tulipane ) Jurisprudenz .

Im Kontext dieser Webpräsenz sind wir am Thema in zweierlei Hinsicht höchst interessiert : Einerseits die geschützte , doch kostenlose Bereitstellung von Inhalten , Metadaten und Bezügen zur allgemeinen Nutzung und Weiterverarbeitung ( Autorenseiten , Literatur als Radiokunst , sachliche Blogeinträge ) , zum Andern der Schutz von Inhalten in den Werkgruppen “Salon Littéraire” , “echt | welt | texte” sowie bestimmten thematischen Blogpostings , welche wir in|ad|ae|qu|at als eingenständige Werke erarbeiten und diese auch als solche anerkannt zu sehen wünschen ( die Problematik von Selbst- und Fremdbild lassen wir hier einmal keusch beiseite ) .

Im Gegensatz zu den eingespielten Verlagsabläufen physikalisch manifestierter Druckwerke scheinen im Internet abrufbare künstlerische Werke keinesfalls hinreichend definiert , eine Tatsache welche auch im allgemeinen Web- Tech- Geschrei vieler Blogger und ( Meta-) Kunstprojekte grosszügig unter den Tisch gekehrt wird . Maximal die Diskussion , inwieweit eine ( leicht ) veränderte Kopie oder bzw. ein frei adaptiertes Exzerpt als eigenständiges Werk anzusehen sei , hat im SEO- Aggregatoren- Business Bedeutung .

Beziehungsweise in Realsatiren , wie sie dem hochgeachtetem “Die-Welt-ist-eine-Google”- Peter Glaser unter wenig reflektiertem Nickreflex sogar der MSM- Abschreiber fast kontraproduktiv zu Buche schlugen . Allerdings gab es auch skeptische Kommentierer , welche die Formulierung längst VOR dem Zeitpunkt von Glasers angeblicher auktorialen Schöpfung geortet haben . Des Weiteren wird das unautorisierte Veröffentlichen fremder E- Mails im Blog zunehmend als rechtliches Problem ( Web 2.0 & Recht ) wahrgenommen .

Dieses als Zitatrecht benannte Kriterium wird im Deutschen Urheberrecht in folgender Weise umschrieben ( Wikipedia ) :

… Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden müsste … Das Zitatrecht dürfen nur Werke beanspruchen, die selbst urheberrechtlichen Schutz genießen, also eine eigene ‘Schöpfungshöhe’ aufweisen. Demnach dürfen sich Zitatsammlungen, die ausschließlich Fremdleistungen wiedergeben, nicht auf das Zitatrecht berufen …

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SCHÖPFUNGSHÖHE

on method weissDas Attribut der “Schöpfüngshöhe ” gilt als Messkante zur Abgrenzung zwischen handwerklich- routinemäßigen Leistungen und kreativem Werk , mithin zwischen Gemeinfreiheit und Urheberschutz .

Die Kriterien der Schöpfungshöhe erfüllen sämtliche Einzelbeiträge in allen Kategorien von in|ad|ae|qu|at wohl unbestritten (Wikipedia ) :

  • Es muss eine persönliche Schöpfung des Urhebers vorliegen.
  • Sie muss einen geistigen Gehalt haben.
  • Sie muss eine wahrnehmbare Formgestaltung aufweisen.
  • Es muss in ihr die Individualität des Urhebers zum Ausdruck kommen.

Relevant scheint hier noch die Klärung der “wahrnehmbaren Formgestaltung” : Diese schafft den Übergang vom “Konzept” zum “Werk” , im englischen Definitionsgebrauch sehr haptisch auch “Manifestation” genannt, wir zitieren aus der Webseite “anwalt-im-netz.de” :

Das Werk hat eine sinnlich wahrnehmbare Formgestaltung. Man kann es sehen, fühlen, hören. Dabei ist weder Dauerhaftigkeit noch physische Verfestigung (z.B. bedrucktes Papier, DVD usw.) erforderlich. Daher können auch Choreographien und pantomimische Darstellungen ( §2 Abs. 1 Nr.3 UrhG) schutzfähig sein, siehe so genannte Performance-Künstler.

Ja , SEHEN kann man eine Webseite , z. B. ein Text - Bild - Ton - Video - Konstrukt im “Salon Littéraire” : Mithin ein Werk mit beachtlicher “Schöpfungshöhe” und wahrnehmbarer Formgestaltung .

Im Zuge der Recherche ist uns ein bisher wenig bekanntes Urheberrecht aufgefallen : das Datenbankwerk nach § 40f UrhG . Diese schützt nicht die Werke , sondern Sammelwerke , wenn : ” …. die Datenbanken infolge der Auswahl oder Anordnung des Stoffes eine eigentümliche geistige Schöpfung ergeben. ”

Fokus ist und bleibt demnach die “Schöpfungshöhe” als Voraussetzung für Urheberschutz . Damit stellt sich eine Sammelwerk wie der “Salon Littéraire” unabhängig von den referenzierten Werken als eigenständig Uhrheberechts- geschütztes , gesetzlich definiertes Konstrukt dar .

Unterhalb der werkrelevanten Schöpfungshöhe kann wenigstens noch bei Nachweis von “erheblichem Aufwand und Investitionen” noch ein “sui-generis-Recht für Datenbanken” geltend gemacht werden ( Wikipedia : Datenbankherstellerrecht ) .

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URHEBERSCHUTZ INKLUSIVE

on method weissEines muss klargestellt werden : Markierungen wie Creative Commons oder Digital Object Identifier sind NICHT notwendig , um Urheberrechte geltend machen zu können ( Standardformulierung : “Das Urheberrecht muss nicht angemeldet werden, es entsteht im Moment der Schaffung des Werkes ” ) .

Diese Attributgruppen sind jedoch überaus sinnvoll , um über die ART der vom Urheber gegenüber der Allgemeinheit eingeräumten Rechte zu informieren , und für den Nachweis , welche Person an welchem Datum welche Inhalte geschaffen hat . Dies wird vor allem relevant , sollte eine KOMMERZIELLE Verbreitung von Werken OHNE Einverständnis ( und damit verbundener möglicher Vergütung ) des Schaffenden erfolgt sein .

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PUSH & PULL

on method weissIn diesem Sinne dient die Nutzung einer Creative Commons Lizenz nur der Information darüber , unter welchen Bedingungen das Werk von anderen genutzt werden darf , als Standard dürfte sich hierbei für Web-Werke die Variante “by - nc - nd” etabliert haben . Dies bescheinigt das Recht zur UNGEFRAGTEN Vervielfältigung , Verbreitung und öffentlichen Zugangbarmachung ( ! ) unter den Bedigungen

  • dass der Name des Urhebers genannt wird
  • die Verwendung im nichtkommerziellen Kontext erfolgt sowie
  • dass keine unautorisierte Bearbeitung erfolgt ( vgl. Impressum ) .

Die Blog - Einträge dieser Seite dürften daher ungefragt beispielsweise in einem gedruckten Sammelband erscheinen , soferne dieser kostenlos ( unentgeltlich - there is nothing lie a free lunch ) abgegeben wird - oder gerade nur kostendeckend agiert …. ? ( Hierzu konnten wir keine Abgrenzung finden … ) .

[ Zusatzfrage an Expertinnen : Sollte eine Partei oder Firma einen der Texte in einer kostenfreien Broschüre inkludieren , könnte man dagegen vorgehen ? ]

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WER & WAS - ABER WIE , WELCHERART & WO ?

Die Angabe einer Creative Commons Lizenz hilft allerdings keineswegs bei Streitigkeiten rund um Zeitpunkt , Inhalt oder Umfang eines erschaffenen Werkes . Siehe Glasers Behauptung , er habe den Ausdruck “Die Welt ist eine Google” bereits 2005 höchstselbst geprägt , während einige Kommentatoren den Spruch zweifelsfrei im Jahre 2004 und nicht aus Glasers Erfindungsoberhoheit entstammend zu verorten vermochten .

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DOI UND CHARAKTER

on method weissSehr viel mehr Aufwand fällt allerdings dann an , wenn es - wie für in|ad|ae|qu|ate Inhalte gilt , Charakter , Publikationszeitpunkt und Verlinkung zur “wahrnehmbaren Formgestaltung” dauerhaft und rechtssicher zu dokumentieren . Dies gelingt u . a. mit der Vergabe eines Digital Object Identifier an eine Idee ( Abstraction ) oder ein Werk ( Manifestation ) .

Erster Bonus ist ein anerkannter “Namensraum” innerhalb dessen die Werkdefinition erfolgt , für die gegenständliche Webpräsenz wurde dauerhaft der Präfix “doi:10.3246 ” ( kostenpflichtig ) reserviert .

Zweite Klärung bringen die reichhaltigen Metadaten rund um Werk , Autorinnen und Kontext , die von den administrativen Fachkräften hinter in|ad|ae|qu|at angelegt werden .

Dritter und wichtigster Punkt ist die dauerhafte Auflösung ( pdf : W3C ) der Identifikationsnummer zum eigentlichen Werk : auch wenn in|ad|ae|qu|at in 100 Jahren nicht mehr existieren sollte , sind einerseits die Metadaten zum Werk immer noch abrufbar , andererseits kann ein neuer , aktueller Link zum Hauptwerk diesem DOI hinterlegt werden .

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CREATIVE COMMONS 3.0

on method weissAnlass zu den vorliegenden Betrachtungen ist die aktuelle Presseaussendung von Creative Commons Österreich zur Veröffentlichung der Lizenzversion 3.0 . Diese spiegelt die Bemühungen , den ursprünglich englischsprachigen Quelltext an österreischische Gesetzestexte und Auslegungen anzupassen , ausgeführt von Florian Philapitsch von der “Abteilung für Informationsrecht und Immaterialgüterrecht” am “Institut für Zivil- und Unternehmensrecht” an der WU.

Als ergiebig erweist sich dabei die inoffizielle Kommentierung zu der Portierung von “BY-NC-SA” ins “Österreichische” . Das “SA” bedeutet “Share Alike” , erlaubt die Bearbeitung des angebotenen Werks und ist damit nicht gänzlich anwendbar auf die auf in|ad|ae|qu|at übliche Lizenz. Trotzdem anbei einige Ausschnitte mit weiteren Anmerkungen :

Der Begriff “Schutzgegenstand” bezeichnet in dieser Lizenz den literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Inhalt, der unter den Bedingungen dieser Lizenz angeboten wird.

  • ( Anm. Philapitsch : In der gesamten Lizenz wird der Begriff “Werk” vermieden. -
  • Anm. in|ad|ae|qu|at ADMIN : Dies zeigt parallelen zum Penglischen “Resource” anstatt von “Work“)

Der Begriff “Sammelwerk” im Sinne dieser Lizenz meint eine Zusammenstellung von literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Inhalten zu einem einheitlichen Ganzen, sofern diese Zusammenstellung aufgrund von Auswahl und Anordnung der darin enthaltenen selbständigen Elemente eine eigentümliche geistige Schöpfung darstellt, unabhängig davon, ob die Elemente systematisch oder methodisch angelegt und dadurch einzeln zugänglich sind oder nicht.

  • ( Anm. Philapitsch : Die Formulierung “zu einem einheitlichen Ganzen” existiert im österreichischen, nicht aber im deutschen Urhebergesetz )

Verbreiten” im Sinne dieser Lizenz bedeutet, den Schutzgegenstand oder Bearbeitungen im Original oder in Form von Vervielfältigungsstücken, mithin in körperlich fixierter Form der Öffentlichkeit zugänglich zu machen oder in Verkehr zu bringen.

  • ( Anm. Philapitsch : Beim Verbreitungsrecht geht es ausschließlich um körperliche Verwertung. )

on method weissUnter “Öffentlich Wiedergeben” im Sinne dieser Lizenz sind Wahrnehmbarmachungen des Schutzgegenstandes in unkörperlicher Form zu verstehen, die für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt sind und mittels öffentlicher Wiedergabe in Form von Vortrag, Aufführung, Vorführung, Darbietung, Sendung, Weitersendung oder zeit- und ortsunabhängiger Zurverfügungstellung erfolgen, unabhängig von den zum Einsatz kommenden Techniken und Verfahren, einschließlich drahtgebundener oder drahtloser Mittel und Einstellen in das Internet.

  • ( Anm. Philapitsch : Die “Ausstellung “ entfällt in der österreichischen Lizenz. … Das Recht der Ausstellung ist allenfalls von der öffentlichen Wiedergabe im Sinne dieser Definition jedoch erfasst. )

Vervielfältigen” im Sinne dieser Lizenz bedeutet, gleichviel in welchem Verfahren, auf welchem Träger, in welcher Menge und ob vorübergehend oder dauerhaft, Vervielfältigungsstücke des Schutzgegenstandes herzustellen, insbesondere durch Ton- oder Bildaufzeichnungen …

  • ( Anm. Philapitsch : Problematisch ist das Abstellen auf die “Körperlichkeit ” der Festhaltung. Dadurch entsteht, vor allem im Hinblick auf die digitale Nutzung, eine unnötige Einschränkung. Da das UrhG diese Begrifflichkeit zumindest im Gesetzestext meidet, konnte dieser Terminus entfallen. Neu ist dagegen die Festhaltung auf Mitteln der wiederholbaren Wiedergabe, wobei diese Formulierung der des UrhG entspricht. )

Die vorgenannte Nutzungsbewilligung wird für alle bekannten sowie alle noch nicht bekannten Nutzungsarten eingeräumt. … Soweit Datenbanken oder Zusammenstellungen von Daten Schutzgegenstand dieser Lizenz oder Teil dessen sind und einen immaterialgüterrechtlichen Schutz eigener Art genießen, verzichtet der Lizenzgeber auf die Geltendmachung sämtlicher daraus resultierender Rechte.

  • ( Anm. Philapitsch : Am Ende des Absatzes ist vorgesehen, dass auf sämtliche Sui-generis-Datenbankenrechte verzichtet wird. Hier ist das “soweit“ zu beachten. Das Ganze geht auf die Ablehnung der EU-Datenschutzrichtlinie und all ihrer Umsetzungen in Europa durch Science Commons zurück. )

Die Nutzungsbewilligung gemäß Abschnitt 3 gilt nur für Handlungen, die nicht vorrangig einem kommerziellen Zweck dienen ( “nicht-kommerzielle Nutzung“, “Non-commercial-Option“ ).

( Anm. Philapitsch : Die perfekte Formulierung des Noncommercial-Element ist vermutlich eines der größten Probleme der CC-Lizenzen.

Die Formulierung entspricht der Vermiet- und Verleihrichtlinie und ist sehr breit, wobei diese Breite durch den Terminus „vorrangig“ wiederum eingeschränkt wird. )

Sie sind verpflichtet, die Rechteinhaberschaft in einer der Nutzung entsprechenden, angemessenen Form anzuerkennen, indem Sie – soweit bekannt – Folgendes angeben:

  1. Den Namen (oder das Pseudonym, falls ein solches verwendet wird) des Rechteinhabers, …
  2. den Titel des Inhaltes;
  3. in einer praktikablen Form den Uniform- Resource- Identifier ( URI, z.B. Internetadresse ), den der Lizenzgeber zum Schutzgegenstand angegeben hat, es sei denn, dieser URI verweist nicht auf den Rechtevermerk oder die Lizenzinformationen zum Schutzgegenstand
    • ( Anm. Philapitsch : Hier haben wir uns bemüht, passende Begrifflichkeiten für die “Attribution“ an eine Organisation (also etwa eines Textes an die Wikimedia Foundation) zu finden. )
    • Anm. in|ad|ae|qu|at ADMIN : Bei diesem Absatz zeigt sich wieder die Sinnhaftigkeit des DOI, da bei diesem URI auch auf die Lizenzinformationen zum Schutzgegenstand hingewiesen wird! )

( Urheber ) Persönlichkeitsrechte bleiben - soweit sie bestehen - von dieser Lizenz unberührt.

  • (Anm. in|ad|ae|qu|at ADMIN : dies ist die Gruppe der nach österreichischem Recht unveräusserlichen Rechte )

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RANDNOTIZ

on method weissNicht erwähnt in den Anmerkungen von Florian Philapitsch ist eine kleine, unserer Meinung aber besonders bei Internet - Weiterverwertungen interessante Veränderung zwischen der 2.0 - und der 3.0 - Version . In der Version 2.0 ist unter Namensnennung zu lesen :

Sie müssen den Namen des Autors / Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen (wodurch aber nicht der Eindruck entstehen darf, Sie oder die Nutzung des Werkes durch Sie würden entlohnt).

In der Version 3.0 wurde der Klammerausdruck komplett gestrichen :

Sie müssen den Namen des Autors / Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.

Kopiert also ein bekannter Blogger , dessen Seiten aber noch nicht als “kommerzielle Nutzung” gelten ( wie wäre das bei Robert Basic ? ) , einen Beitrag , so muss er zwar den Namen der Autorin anführen , dies könnte jedoch der Autorin rückwirkend als Auftragswerk angelastet werden .

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BACK TO “THE JUNGLE”

on method weissHier dürfen wir noch eine Passage aus Upton Sinclair’s “The Jungle” ( rechtefrei ! ) zitieren :

And the author ? -

- The state could not control intellectual production. The state might say that it had taken a year to write the book, and the author might say it had taken thirty. Goethe said that every Ion mot of his had cost a purse of gold. What I outline here is a national, or rather international, system for the providing of the material needs of men. Since a man has intellectual needs also, he will work longer, earn more, and provide for them to his own taste and in his own way. -

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LINKS

RELATED

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KLANGAPPARAT

Ein ebenso entzückendes wie seriös durchkomponiertes Stück aus der Creative- Commons Freigebigkeit serviert das Kölner Netlabel DER KLEINE GRÜNE WÜRFEL zum fliessenden Hinüberrudern in eine ( noch ) entspannte czz-hoerempfehlungWochen- Stomschnelle : “Row By” von Sandro Böge aka “New Delhi Fm” . Für diese taktische Kunst , Gelassenheit mit Bewgung und Drive mit Flow ineinander zu blenden , wollen wir uns nun in|ad |ae|qu|at weiterer wabernder Worte enthalten , sondern den Label- Waschzettel im besten Sinn für sich selbst sprechen lassen :

Ein tiefer Basspuls mäandert zuverlässig durch sämtliche Stücke auf ROW BY von NEW DEHLI FM. Er scheint uns den Weg zu weisen: durch die tiefen sinistren Täler aus Echo- und Filterschlieren, aus deren Umarmung es kein Entrinnen gibt.

Die gute und für dieses Genre absolute adaequate Nachricht : [wuerfel 07] lässt sich per RealPlayer stante pede als Stream abspielen . CLICK LINK TO LISTEN - AND ENJOY .

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Brodelnde Blog- Bubble : Deutschland , ein Sommermärchen



||| SAME PROCEDURE AS EVERY … | DIE BETA- BLOGGER - EIN HISTORISCHES DRAMA | SYNOPSIS | LETZTE FRAGE - LETZE ANTWORT | KLANGAPPARAT

SAME PROCEDURE AS EVERY …

czz blog bubble Es kam , wie es kommen musste : Der Berg kreisste und gebar eine Laus , designt und designiert dazu , möglichst Vielen über die Leber zu laufen . In schöner Regelmässigkeit sichern sich Mainstream- Medien wie die FAZ , die SZ oder “DER SPIEGEL” Tausende erboste Klicks auf ihre Internet- Seiten , indem sie ein paar Flocken des Zaubermittels “Beleidigung” in den Tümpel der Blogosphäre streuen . Prompt erfolgt unisono der Chor der brüskierten Blogger , dicht gefolgt vom Diskant Derer , die es immer schon gewusst haben wollen .

Da dies ungefähr alle Vierteljahre einmal geschieht , ist der Ablauf solcher “Debatten” hinlänglich bekannt . Gleichwohl werden anhand des allgemeinen Rührens im diesmal vorzüglich dünnen Süppchen des “SPIEGEL” die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie selbst sogenannt “etablierter” Medien wünschenswert transparent . Desgleichen erklingt als bedenkenswertes Leitmotiv der Ausdruck eines allgemeiner werdenden Unbehagens an jenen Charts und Rankings an , welche - die Verlinkungsdichte registrierend - die “Alpha-” ( sprich Gross- ) Blogger von den “Beta”- Existenzen scheiden . Einen guten Überblick über die “Deutschen Blogcharts” und Konsorten gibt Oliver Gassner in “Telepolis” : Blogs lesen statt Blogs hauen .

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DIE BETA- BLOGGER - EIN HISTORISCHES DRAMA

czz blog bubbleRegieanweisung : Zitierte Blogs und Namen erscheinen in diesem Kontext als Positionen wurden in keiner Weise dazu aufgeführt , die sich dahinter befindlichen Personen zu desavouieren . Zu lesen und zu betrachten als angewandte Einführung in die Typen und Thesen deutscher Blog- Debatten .

Diesmal war es - und wir behandeln hier mit bewusstem Verzug ein in Wochenfrist bereits historisch gewordenes Drama - “DER SPIEGEL” , welcher den ersten Stein warf . Mitten ins Sommerloch und so begann sofort zu brodeln im Blogger- Biotop . - - - Same procedure as every …

DER SPIEGEL , 20. 7. | SpOn , 21. 7. : Die Beta- Blogger

Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst. Im Vergleich zu ihren US-Kollegen fehlt es ihnen an Macht und Bedeutung, um die öffentliche Debatte mitzubestimmen. Die meisten sind unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.

( … ) Schätzungsweise 500.000 deutschsprachige Blogs gibt es. Die meisten sind sanft entschlafene Karteileichen. Rund 200.000 sind aktiv. Das klingt nach viel. Doch global gesehen sind die Deutschen Blog-Muffel. Nur etwa jeder fünfte Deutsche liest sie überhaupt jemals. In den USA und Japan ist es jeder Dritte. In Südkorea und den Niederlanden tun es 40 Prozent der Bevölkerung. (… ) Politische Blogs sind in Deutschland so gut wie nicht vorhanden. Als sich der US-Journalist Sean Sinico während des Bundestagswahlkampfes 2005 in der deutschen Blogosphäre umtat, war sein Urteil vernichtend. Was er sah, waren für ihn “baby steps”. An dem Befund hat sich nicht viel geändert - glaubt man in der Szene selbst.

Die Welt ist Scheisse ( Achim Meißner ) , 20. 7. : Blogs funktionieren nicht, weil …

Irgendwie ist mein Interesse für die Frage “Funktioniere ich bzw. als Blogger” nicht wirklich vorhanden. Die Deutsche Blogosphäre ist die Verlinkungsphäre einer Linkliste, die sowas von typisch Deutsch ist, dass man durchaus müde drüber lächeln muss. Die “Deutschen Blogcharts” als Messinstrument der Relevanz von Blogs zu verwenden, ist, ja, hm, schlicht lächerlich. Aus dieser Kleingeisteratmosphäre entwickelte sich dann wohl auch die Aufteilung der Blogs in A, B und C-Blogger. Das ist sowas von Vereinsmeierei, köstlich. Es fehlt nur noch der Deutsche Blograt e.V., dann wäre das groteske Dutzend sicherlich voll.

Warum funktioniert hier in Deutschland dennoch die Blogosphäre nicht? In anderen Ländern gibt es ja auch eine funktionierende, also geldverdienende, Bloglandschaft? Allein schon die Annahme, etwas funktioniert nur dann, wenn Geld verdient wird, lässt tief blicken. Geld, Geld, Geld, ist ja der Gradmesser des Menschsein schlechthin. ( …) Das Geplapper der sog. A-Blogger wird mit 100% Sicherheit garantiert nicht zu so hohen Verlinkungszahlen führen, wie diese Charts es vermuten lassen. Konsequenter Weise kann man sogar davon ausgehen, dass 99% der Listen-A-Blogs mit gefakten Verlinkungen arbeiten. Man hat ja was zu verlieren…tss…

F!XMBR ( Christian Sickendieck ) , 20. 7. : Ich muss mich vielleicht korrigieren - Blogs scheinen doch zu funktionieren

[ Vorspiel mit Blick auf ein unmittelbar vorangegangenes Debattentheater : Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren , 18. 7. - Eine Replik auf des Don Dahlmanns ( seines Zeichens WELT- Blogger , Ex- Edelfeder des eben unsanft in die ewigen Jagdgründe eingegangenen "Literatur"- Design- Magazinchens "mindestenshaltbar" u. v. a. m. ) Klage über die Impotenz deutscher Blogs sowohl hinsichtlich des politischen Impacts als auch der Monetarisierung ]

Der SPIEGEL hat panische Angst, panische Angst vor Bloggern. Und das nicht zu Unrecht. ( … ) Der Artikel der SPIEGEL-Redakteure Markus Brauck, Frank Hornig und Isabell Hülsen zeigt den SPIEGEL der heutigen Zeit. Lächerlich, es wird Meinungsmache betrieben. Journalisten, die zufällig eine Weblogsoftware aufgesetzt haben - Niggemeier und Broder - müssen dafür herhalten, um zu zeigen, was für ein Niveau auf deutschen Blogs herrscht. ( … ) Die sogenannten Journalisten beweisen mit großen Enthusiasmus warum Journalismus in Deutschland nicht mehr funktioniert. ( …. ) Ich stell mir wirklich die Frage, ob Blogs nicht doch funktionieren. Wenn diese panische Artikel im SPIEGEL erscheint, scheinen Blogs doch wahrgenommen zu werden. Der Spiegelfechter wird als große Gefahr angesehen. Und - er zeigt die wahre Qualität des heutigen Journalismus. Erbärmlich.

czz blog bubbleDer Spiegelfechter ( Jens Berger ) , 21. 7. : Beta- Journalisten und Beta- Blogger

Der SPIEGEL hat in seiner jüngsten Print-Ausgabe ein “neues“ Phänomen entdeckt – Deutschlands Politblogger, international nur Zweite Liga und “unpolitsch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.“ Aber immerhin doch so unwichtig, dass man ihnen drei Seiten widmen muss, denn die gefühlte Bedrohung durch den Bürgerjournalismus ist eine Entwicklung, die den deutschen Beta-Journalisten in seinem Selbstverständnis berührt. ( … )

Die deutsche Politblogszene steckt noch in den Kinderschuhen, aber auch Kinder entwachsen irgendwann ihren Schuhen. Während die „klassischen Medien“ vor zwanzig Jahren noch eine große Glaubwürdigkeit beim Leser genossen, so gehört dies mittlerweile der Geschichte an. Seit seiner neoliberalen Wende ist der SPIEGEL bei wirtschaftspolitischen Themen in etwa so glaubwürdig, wie die Apothekenumschau bei Gesundheitsthemen. Wenn man seine eigenen Fehler sieht, kann man sie abschalten – das Problem an den “Mainstreammedien“ ist allerdings, dass sie ihre eigenen Fehler nicht sehen und Kritik als “Freaktum“ abtun. In einem Gespräch über dieses Thema sagte Michael Rutz – Chefredakteur beim “Rheinischen Merkur“ – dem Autor, sein Blatt kommentiere aktuelle Themen stets objektiv. Im journalistischen Kontext ist ein Kommentar allerdings per Definition “die persönliche Meinung des Autors“ und kann bestenfalls zu einem “objektiven“ Bild beim Leser beitragen, aber nie selbst “objektiv“ sein. Diese “unfreiwillige“ Offenbarung des Selbstbildnisses des deutschen Journalismus, illustriert die Kernaufgabe von Blogs.

Indiskretion Ehrensache ( Thomas Knüwer ) , 22. 7. : Der erschreckende Misserfolg von Spiegel Online

Es wird Zeit für eine Rechnung. 89.1 Millionen Besucher hatte Spiegel Online laut der Messung der IVW im Juni. Damit ist die Seite Marktführer unter den Nachrichten-Angeboten im deutschen Internet. Ein Blick in das Impressum zeigt, wie hoch der personelle Aufwand ist, um diese Position zu erreichen. So ich richtig gezählt habe, schreiben für Spiegel Online 87 feste journalistische Kräfte sowie 28 freie Autoren. Hinzu kommen zehn graphische und technische Kräfte. 125 Spiegelonlineraner, also. Das macht pro Mitarbeiter eine monatliche Besucherzahl von rund 712.800, was pro Tag 23.760 macht. Allerdings: Nicht eingerechnet ist dabei die Print-Redaktion des “Spiegel” als Inhaltelieferant.

Das klingt nach viel, ist aber erschreckend wenig. ( … ) Noch dramatischer fällt der Vergleich mit Jens Matheuszik, dem Pottblogger aus. Mit einer Stunde Arbeit pro Tag bringt er es auf 2000 Besucher. Macht 60.000 Besucher monatlich mit einem Arbeitseinsatz von 30 Stunden. Wäre Matheuszik Spiegel-Online-Mitarbeiter, würde er mehr Leser erreichen als seine Kollegen.

Auch der Blick in die USA macht deutlich, wie wenig Gewicht Spiegel Online hat. Das monothematisch auf Wirtschaft aufgebaute Angebot des “Wall Street Journal” erreichte im Juni doppelt so viele Leser wie Spiegel Online. Und: Die rund drei Millionen Besucher täglich bedeuten, dass nicht einmal vier Prozent der Deutschen die führenden Nachrichten-Seite des Landes täglich nutzen.

medienlese ( Klaus Jarchow ) , 23. 7. : Es ist doch zu albern !

Da verfasst ein missgelauntes Spiegel-Trio ein dreiseitiges Elaborat über die Armutsästhetik in den klapprigen Fischerhütten “deutscher Online-Schreiber”, vergleicht ihr proletarisches Ambiente mit den blankpolierten Glaspalästen deutscher Offline-Schreiber, aber auch mit den inkommensurablen Wolkenkratzern amerikanischer Spitzenblogger. Das Trio der Spiegleins stellt uns dann sogar einige dieser darbenden ‘Blogger’ in persona vor, die natürlich genau das nicht können sollen, was die professionellen Mitglieder der Journalistenzunft täglich so akkurat beherrschen - und am Ende erweist es sich, dass sämtliche Beteiligte in diesem redaktionellen Kasperltheater allesamt auch wiederum nur Journalisten gewesen sind.

Regieanweisung : Während sich die Debatte in Hunderten Kommentaren und Abschriften weiterspinnt , senkt sich langsam der Vorhang .

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SYNOPSIS

czz blog bubbleDass “Blog” nicht gleich “Blog” ist , dürfte gerade auf dieser in|ad|ae|qu|aten “Beta”- Seite hiermit hinreichend demonstriert worden sein . Dessenungeachtet zitierten wir als zusammenfassende Handreichung die kleine Blog- Typologie , die der schon erwähnte Oliver Gassner in “Telepolis” zusammengetragen hat . ( Wobei wir uns die Anmerkung , dass TP nach verschiedenen Erweiterungen des Autorenpools cum grano salis zu geniessen sei , in diesem Fall sparen . - in|ad|ae|qu|at haben wir uns redaktionell gestattet , Schreibfehler stillschweigend zu korrigieren sowie relativierende Links einzufügen . ]

Blogs und Blogs und ihre Unterschiede. Ich sehe mehrere Tendenzen:

  • ‘Klassische’ Medien, die Blogs in ihren Mix integrieren. nennen wir mal Handelsblatt und TAZ als Beispiele.
  • Medien, die neue und eigene Plattformen aufsetzen. Sagen wir: “Der Westen” von der WAZ-Gruppe und Germanblogs von Holtzbrinck (leben die noch? - Disclosure: Ich hab da mal geschrieben.)
  • Blogplattformen, die sich als Verlag strukturieren, was grob heißt, dass es eine thematisch-redaktionelle Steuerung und eine Anzeigenakquise gibt und dass die Blogger aufwandsabhängig bezahlt werden. Beispiele: Der abgebrochene Versuch der Spreeblick KG -was dann in den Anzeigenvermarkter Adical / Adnation mündete -, die Blogwerk AG (D: wo ich auch schreibe) und eine ganze Reihe von US-Vorbildern. voran die Techcrunch-Familie.
  • Einzelblogs als Fulltime-Job in Abhängigkeit von einem oder einer kleinen Zahl von Auftraggebern/Finanziers, Paradigma: “deutsche startups
  • Einzelblogs mit vielen Besuchern, die Anzeigeneinnahmen haben, aber oft nicht Fulltime-Job sind. Also das Spektrum von Basic Thinking (D: mit Robert kooperiere ich geschäftlich) über wirres und andere Blogs aus den deutschen Top 100.
  • Die große und überwiegende Masse an Privatblogs, meist werbefrei und manchmal aus guten Grund ohne Impressum.

(Die Pseudoblogs der SEOs lassen wir hier mal außen vor, das ist der Dschungel.)

Etwa in diesem Spektrum dürfte sich auch verteilen, wie “redaktionell” oder “journalistisch” in dem Blog agiert wird oder wie sehr Rücksichten sowohl auf Publikum (was den Blogger angeht) als auch auf Werbetreibende (was eher den Verlagsaspekt berührt) in die Mitte oder an den Rand rücken.

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LETZTE FRAGE - LETZE ANTWORT

F : “Und was hat in|ad|ae|qu|at als unabhängige Literatur- und Kunstseite mit obgenannten Themen , Typen und Tendenzen zu tun ?”
A : “Field Recording .”

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EDIT

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KLANGAPPARAT

Nervös und schwebend atmosphärisch : Die Vokabeln , welche sich sonst als antipdoische Attribute zur Charakteristik von Sounds anbieten czz-hoerempfehlungwürden , fliessen unter Fusharas ( MySpace ) flinken Fingern zusammen : Als Teil drei unseres Mini- Portraits des bemerkenswer straighten Hamburger Netlabel plainaudio präsentieren wir den jungen Londoner Debütanten mit seiner “Rising“- EP : Nach all den schwierigen Blog- Schlieren ein eminent erhebenendes perkussives Reinigungsrtual ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Rising | 02. Irrational Act | 03. Symbol Of State |||

Henryk M. Broder - eine Heimsuchung Hildegards von Bingen ?



||| HL. HILDEGARD | DER HILDEGARD- VON- BINGEN- PREIS | POLITICALLY INCORRECT | DIE ACHSE DES GUTEN : NEOCONS AUS DEM GEISTE ‘68 | KEIN SCHWEIN | … UND DIE HEILIGE HILDEGARD ? | KLANGAPPARAT

HL. HILDEGARD

Hildegard von BingenHildegard von Bingen ( ca. 1098 bis 17. 9. 1179 ) : In lexikalischer Verkürzung gilt die Heilige als einflussreiche Mystikerin , deren Visionen in illuminierten Büchern “Liber Scivias Domini” ,”Liber Vitae Meritorum” sowie “Liber Divinorum Operum” ) sowie als Streiterin wider die Verweltlichung des Klerus .

Die Äbtissin des Benediktinerklosters Rupertsberg bei Bingen ist heute noch am ehesten als Autorin der heute von Esoterikern gleichwie von Kulturhistorikern geschätzten natur- und volksmedizinischen Heilbücher “Causae et Curae” bzw. “Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum” ( “Buch über das innere Wesen [ Beschaffenheit und Wesen ] der Heilkraft ) der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen” bekannt sowie für die von ihr überlieferte Sammlung geistlicher Lieder , “Symphonia armonie celestium revelationum” .

Wie mögen all diese aus Brockhaus , Meyer und Wikipedia kompilierte Daten mit dem Umstand zusammen hängen , dass ausgerechnet der bekennende Anti- Islamist, Anti- Zionist , ja bisweilen gar das Provokationsschlachtross eines jüdischen Antisemitismus reitende ex- linke Publizist Henryk M. Broder im Jahr 2008 den Hildegard- von- Bingen- Preis zugesprochen erhielt ?

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DER HILDEGARD- VON- BINGEN- PREIS

Hildegard von Bingen PreisDer “Tagesspiegel” , als dessen stets für kraftige Erregungen dienlicher Kolumnist Broder fungiert , berichtet am 18. 7. 2008 :

Mainz - Der Publizist und Schriftsteller Henryk M. Broder erhält in diesem Jahr den Hildegard- von- Bingen- Preis für Publizistik. Das teilte das Kuratorium des Preises am Freitag in Mainz mit. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz seit 1995 an Journalisten und Publizisten vergeben, “die sich in besonderer Weise verdient gemacht haben“. Der 61-jährige Broder arbeitet für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel und den Tagesspiegel und ist Autor mehrerer Bücher. Er erhält die Auszeichnung am 13. September in Mainz.

Im vergangenen Jahr ging die nach der Mystikerin und Gelehrten Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) benannte Auszeichnung an den Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit, Giovanni di Lorenzo. Zu den bisherigen Preisträgern zählen auch der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier, der Reporter und Buchautor Peter Scholl-Latour sowie die Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger.

Wir komplettieren in|ad|ae|qu|at die Liste der bisherigen Preisträger :

Maybrit Illner , Claus Kleber , Harald Schmidt , Joachim Kaiser , Joachim Fest , Johannes Gross , Gabriele Krone-Schmalz , Walter Kannengiesser sowie Helmut Markwort . Letzterem - der als alleiniger Preisrichter fungierte - verdankt Broder übrigens bereits den Ludwig- Börne-Preis 2007 . Eine Entscheidung für den “geborenen Polemiker“ [ ? sofern dies ontogenetisch überhaupt möglich ist ? ] , welche Jedem , der auch nur eine Zeile Börne gelesen hat , sofort einleuchtet .

Hilfreich zum Verständnis des Zustandekommens der Kür eines einstmals originellen und streitbaren , mittlerweile allerdings zum unflätigen anti- islamistischen und -liberalen Hassprediger mutierten Publizisten mag dabei sein , dass das Wahlkuratorium des Hildegard- von- Bingen- Preises für Publizistik aus dessen bisherigen Preisträgern besteht . Schlagen wir die Satzung und Begründung des Preises nach , erfahren wir Folgendes :

Der mit 5.000 Euro dotierte Hildegard- von- Bingen- Preis zeichnet ein Lebenswerk oder eine große, umfassende publizistische Leistung aus. Er soll ‘die Pluralität im Chor der Meinungen’ fördern und Frauen und Männer ehren, die ‘nicht ohne Zivilcourage ihr Bild von der politischen, sozialen und kulturellen Welt‘ besonders markant weitergeben.

Gewürdigt wird damit eine herausragende, die Gesellschaft prägende publizistische Leistung.

Dabei verweist die Namensgeberin nicht nur auf den regionalen Bezug zu der den Preis auslobenden Körperschaft, sondern vor allem auf die zu ihrer Zeit Weg weisende publizistische Arbeit der Hildegard- von- Bingen im Hochmittelalter.

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POLITICALLY INCORRECT

PI logoDiese sogenannte “Pluralität der Meinungen” , vorgetragen in beispielloser “Zivilcourage” : Mehr noch in den per Print und im TV unter fremdredaktioneller Aufsicht publizierten Glossen und Suaden lässt sich des Broders Kern in allen Formen des lexikalischen und argumentativen UNTERGRIFFS studieren : Sowohl in Broders eigenem Kollektiv- Blog “Die Achse des Guten” als in dessen Gastkommentaren in Stefan Herres “Politically Incorrect” [ Policy : "Gegen den Mainstream" , "Proamerikanisch und -israelisch" , "Grundgesetz und Menschenrechte" und last , but surely not least : "Gegen die Islamisierung Europas" *] wird mit provokativem Unflat nicht gespart .

[ * Im November 2007 schreibt Stefan Herre : PI sei in den drei Jahren seines Bestehens "zum grössten politischen Blog in deutscher Sprache herangewachsen und informiert derzeit täglich 20.000 Leser. Das hat mir natürlich nicht nur Freunde, sondern auch erbitterte Feinde eingebracht. Aufgrund massiver Morddrohungen gegen mich, meine Familie und sogar meine Eltern, übergebe ich 'Politically Incorrect' an einen neuen Besitzer im Ausland. - Dafür meldet sich Herre per 1. 7. 2008 mit neuer HP und Lincoln Zitat cowboybehütet zu Wort : "Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt ..." ]

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DIE ACHSE DES GUTEN : NEOCONS AUS DEM GEISTE ‘68

Achse des Guten logoIn der WELT hatte “Achse”- Koautor Hannes Stein 2005 sogar die Stirne , das Blog der Seinen

als “Zentralgestirn” der quasi in den Untergrund abgedrängten “Amerikafreunde” zu bezeichnen und die Community der pro- amerikanischen resp. : pro-israelischen Blogger als neues Samizdat auszurufen . So viel Gutheit in einem von Rot- Grün geschürten Klima des Anti- Amerikanismus ?! - Vgl. Dazu Philipp Dudek in der taz : Wohin sind denn hierzulande nur all die streitbaren Freunde der USA verschwunden ? Ins Internet , ach so.

Thomas Rothschild , dem die Aporien der Linken in dern zurückliegenden Jahrzehnten nicht verborgen geblieben sind , steuert eine unauferegte Herleitung der Neocons aus dem Geist von ‘68 anlässlich des Verleihung Börne- Preises an Broder bei :

Der Ludwig-Börne-Preis wird von jeweils einem einzigen Juror vergeben, und das war in diesem Jahr der Herausgeber und Chefredakteur des Magazins Focus, Helmut Markwort, dem man gewiss nicht zu nahe tritt, wenn man ihn als ausgewiesenen Verfechter eines militanten Konservatismus charakterisiert. ( …. )

Als ich Henryk M. Broder vor knapp 40 Jahren kennen lernte, trat er als wohltuend frecher, gescheiter Provokateur auf, der formidabel in die Landschaft der 68er-Rebellion passte. Er liebte es, Tabus zu brechen, vor allem die herrschenden Tabus der restaurativen Gesellschaft, in der sich alte Nazis ungeniert breit machten und Spießer das Sagen hatten. ( … )

Inzwischen aber hat sich in Broders Kopf ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Es existiert ein weit über Broder hinausgehendes Phänomen, das der genaueren Untersuchung bedürfte. In den Jahren des Nationalsozialismus, aber auch schon davor, gab es unter jüdischen Intellektuellen eine Tendenz, mit der Linken zu sympathisieren, ja in kommunistische Parteien und andere Organisationen der Arbeiterbewegung einzutreten, weil diese die konsequentesten Gegner der Nazis waren und somit auch des Antisemitismus unverdächtig zu sein schienen. Als dann der lange verdrängte Antisemitismus in der Sowjetunion und - im Zusammenhang mit dem Rajk- oder dem Slánsky-Prozess - in deren Satellitenstaaten erkennbar wurde, als sich zudem im Kalten Krieg die ursprünglich positive Haltung der UdSSR gegenüber Israel zu einer antizionistischen Position umzukehren begann, gerieten viele von diesen Juden in einen Loyalitätskonflikt.

Solch einem Konflikt ist Broder offenbar erlegen, als er in seiner deutschen Umgebung den “linken Antisemitismus” zu entdecken meinte. Nun wäre es borniert, wollte man leugnen, dass es auch unter Linken antisemitische Ansichten und Äußerungen gibt. Aber für Broder wurden sie - ungeachtet des ungebrochenen Einflusses alter und neuer Nazis - zum zentralen Objekt seiner Angriffe. Als er dann bald zur Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus gelangte, war es nur noch ein kurzer Weg zum Vorwurf des “jüdischen Antisemitismus” gegenüber Juden, die seine Einschätzung der Politik Israels nicht teilten. ( … )

Aber warum muss die Ablehnung des Antizionismus einhergehen mit einer bedingungslosen Apologie des Kapitalismus, den Broder in seiner Jugend durchschaut hatte? Warum muss sie einhergehen mit der Befürwortung sozialer Kälte, dem Kotau vor den USA und der Hetze gegenüber dem Islam? Gewiss wurden diese Begleitmelodien nicht in Hinblick auf den Luwig-Börne-Preis intoniert. Aber sie dürften ganz wesentlich dazu beigetragen haben, die Zuneigung von Helmut Markwort zu erobern. Die Zuneigung des Focus-Chefs für einen Mitarbeiter des konkurrierenden Spiegel immerhin. ( … )

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KEIN SCHWEIN

Aus der Perspektive einer jüngeren Generation sah dies die Netzzeitung schon etwas gelangweilter:

Und auch in der Vision von einem Islam-beherrschten Europa der Zukunft fällt ihm außer den zu erwartenden Verboten von Schweinefleisch, Sexkinos und Bikinis nichts ein. Ja, der Islam, im Moment entzündet sich hier sein Furor. Eine seiner Lieblingsgeschichten: Britische Banken haben keine Sparschweine abgeschafft aus Rücksicht auf Moslems! Die Story, die 2005 durch englisch-sprachige Medien geisterte, war eine schlichte Ente, vom australischen Fernsehsender ABC längst enttarnt.

Broder hat damit auch das kommerzialisierte Weblog ‘Die Achse des Guten’ bestückt, das er mit dem Autorenteam Maxeiner & Miersch betreibt. Die Achse trägt akribisch zusammen, was die katastrophalen Folgen von Gutmenschentum und Political Correctness für die zivilisierte Welt beweist. Die wirklich «Guten» munitionieren sich hier für ihre Schriften. Aktivster Sammler: Hendryk M. Broder.

Lassen wir die mit allen Mitteln der gegenseitigen Verstänkerung betriebene Privatfehde zwischen dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier ( 1 , 2 , 3 ) und der Fraktion “PI- DADG- Broder” ( 1 , 2 - Nachdruck bezeichnenderweise in der WELT , 3 ) als Profilierungsduell beiseite .

Auf ästhetisch wie intellektuell höchst differenten Niveaus beobachten Seiten wie “Der Spieglefechter” ( “Rechtspopulisten unter sich” , “Tabubruch reloaded” oder Erhard Arendts “… selber schuld , wenn Sie so schreiben Henryk M. Broder !” Broders ( blog- ) publizistische Umtriebe . Auch Thomas Knüwer ist in anderem Zusammhang die “sinkende Schamgrenze” Broders aufgefallen .

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… UND DIE HEILIGE HILDEGARD ?

Hildegard von Bingen Liber Divinorum OperumWarum allerdings ein Publizist , dessen ( satirisch getarnten ) Tiraden regelmässig weit unter die Gürtellinie greifen - so wird aus Jürgen Todenhöfers Versuch , den Irak- als Angriffskrieg vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen bei Broder die “Achse des Guten“- Schlagzeile : “Hodentöter will es wissen” , Sefan Niggemeier wid abwechselnd als “Schweinchen Schlau” , “die Laus die brüllte” tituliert .

Warum ein Journalist , welcher derart regelmässig mit faulen Eiern wirft , ausgerechnet mit dem nach einer grossen Ethikerin und Heiligen benannten Preis ausgezeichnet werden sollt , ist kein , sondern nimmt Wunder .

Vielleicht lässt sich da nur in Hildegards eigenen Worten replizieren . In der Sammlung “Heilwissen” schreibt sie “Vom Wasser” :

… Sumpfwasser, wo auch immer auf der Erde es sei, ist ganz wie Gift; denn es hat in sich die werthlosen und schädlichen Feuchtigkeiten der Erde und den giftigen Geifer der Würmer. Dies ist ganz schlecht zum Trunk und überhaupt zum Gebrauch der Menschen und kann nur zum Waschen dienen, wenn man es hierzu nehmen muss. Wer es aber aus gänzlichem Mangel an anderm Wasser trinken will, muss es vorm Genuss erst kochen und dann abkühlen lassen;

P. S. Ob die Auspreisung etwas mit Broders jüngster Konversion zum Islam ( ! ) zu tun haben könnte ? - Weiss der Teufel !

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KLANGAPPARAT

Lange vernachlässigt , endlich wieder zurückgefunden : Das japanische Netlabel BUMP | FOOT ( dessen generischem Splitmodell seither viele czz-hoerempfehlunggefolgt sind ) bringt mit “Tuesday Morning Huricane” eine ebenso nachdenkliche wie kraftvolle Vexation in die tristen Kulissen dieser sommerlichen Regentage . Instrumental International für Fortgeschrittene - mit selten geglücktem Einsatz digitaler Streicher . Schöpfer dieser Sounds einer urban tristesse mit sanften Achtziger- Alusionen ist Jupiter Makes Me Scream aka Kafka aka Karolis Buržinskas aus Litauen , der - tröstlich genug - Musik auffasst als eine fortschreitend zu erkundende “science of soul” . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Alinai ( 3:16 ) | 02. Picture ( 2:03 ) | 03. Routine ( 3:28 ) | 04. Sunshine Radio ( 3:52 ) | 05. This Girl ( 2:24 ) |||

Blog 4 Burma : Betroffenheits- PorNo ( Amstetten - Burma - Schwarzer )



||| I. DAS AMSTETTEN- BURMA- KAMPUSCH- ABC | II. ALICE IN BURMA UND MÄNNLICHE MAULSCHELLEN | III. BLOG 4 BURMA | IV. LINKS

czz-blog4burma-inadaequat

Im journalistischen Ringen um Superlative , was das Beschwören der humanitären und politischen Katastrophe in Burma betrifft - speziell nach dem Zyklon “Nargis” - , standen argumentative und metaphorische Entgleisungen förmlich auf der Einkaufsliste des Unvermeidlichen . Wobei dies freilich nicht nur für die Mainstream- Medien galt und gilt , wo Alice Schwarzers anti- imperialistisches Gejammere ihr prompt mehrere - männlich geführte Maulschellen ( Matussek und Folgen ) - eintrug , sondern auch für gewisse Blogs , die sich zum Vergleich mit anderen Ungeheuerlichkeiten hergaben . Resultat einer - wir betonen : freiwiliigen - Logorrhoe , wie sie Aufsehen erregende Inzidenzien stets hervorzurufen pflegen .

Wir haben diese unsägliche Dynamik des Meldens , Meinens und Vermutens in unserem vorigen Beitrag zum Thema “Burma” behandelt und die Konsequenz gezogen , in|ad|ae|qu|at für’s Erste einmal nicht weiter mitzusingen in der internationalen Kakophonie . Zu welchen Extremen selbige führt , sei an zwei Beispielen demonstriert .

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I. DAS AMSTETTEN- BURMA- KAMPUSCH- ABC

Burma Prison Art copyright Harn Lay at The IrrawaddyNachdem die Nachricht von den offenbar allzu österreichischen Manns- Volksbräuchen , sich Sex- und exploitation- Objekte in Verliesen unter Tag heranzuziehen mit dem “Fall Amstetten” ( und dem dadurch noch einmal durchlauf- erhitzten “Fall Kampusch” ) um die Welt gegangen war , sah sich das unter hoher akademischer Patronanz stehende Blog “BURMA DIGEST” dazu veranlasst , Parallelen zu ziehen zur zynischen Leibeigenschaft , in welcher die Entourage des Generalissimus Than Shwe eine ganze Bevölkerung hält .

What To Do About The Monsters Joseph Fritzl & Than Shwe” fragt man in polemischer Absicht , referiert die österreichischen Fälle unter besonderer Betonung der angeblichen Unwissenheit der je unmittelbaren lokalen und sozialen Umgebung der mutmasslichen Täter Fritzl und Prikopil :

Incredibly, Frau Fritzl and the neighbors never realized the truth until then. …. People shudder and shake their heads as to what to do about such monsters in their midst.

In bildlicher Parallelisierung des “73 year-old Austrian Monster Joseph Fritzl” sowie des “75 year-old Burmese MONSTER Than Shwe” werden die offensichtlichen Macht- und Kontroll- Freaks zu Vertretern ein und derselben Generation , welche sich - sei’s in Mitteleuropa , sei’s in Südostasien - ohne höhere Schulbildung während der Nachkriegszeit ihrerer respektiven Länder zu Popanzen emporgearbeitet haben . Gewürzt mit ein paar faschistischen Allusionen ( Österreich selbstredend sowie die von den während des Weltkriegs durch ihre besondere Brutaltiät notorischen japanischen Sonderkommandoos geschulten burmesischen Generäle ) verdickt sich die “argumentative” Suppe rasch zu einem “Burmese Hitler” .

Ein Schuft , wer sich da nicht erinnert fühlt an Hans Magnus Enzensbergers fatalen Vergleich Saddam Husseins mit Adolf Hitler im Februar 1991 …. und wie Günther Nenning den deutschen Parade- Intellktuellen postwendend in der ZEIT als “Ajatollah des Westens ” titulierte .

In sämtlichen Fällen , so das Totschlag- Argument , handelt es sich um offensichtlich und offensiv falsch verstandene Vaterbilder ( und damit Gottesbilder ) : Der “Father Allmighty” als schlechtest möglicher Hirte der ihm anvertrauten Herde von Kindern , Völkern , Populationen .

…. consider all the people in Burma being mistreated by this Burmese Fritzl. There are not only the Burmese people, but also the ethnic Karens, Karennis, Kachins, Chins, Shans, Mons, Arakans and many more subgroups. ( …. ) The Austrian Fritzl abused his children but in the end allowed them to go to hospital for much needed help. The Burmese Fritzl, in contrast, abuses 54 million national children and refuses to permit any outside help for fear he will be arrested like Fritzl.

Indem die “Befreiung” der Fritzl- Tochter und das Eingreifen der Polizei kontrastiert wird mit der Ignoranz- und Defensivpolitik von Burmas ASEAN- Nachbarn gelangt die Polemik zu ihrer Pointe :

To Frau Fritzl and her neighbors, do not blame yourselves. You did not take part in the rape of the Fritzl children nor did you exploit them like pimps, hiring them to others. Think of the case of Burma where the neighboring countries DO know what is going on and yet for the past 20 years since the Nationwide Uprisings of 8-8-88, they have been aiding and abetting the Burmese Fritzl in return for economic gain. Thus, these neighors deserve to be called sons of A BITCH (ASEAN, Bengla, India, Thai, CHina) .

Gut , wird man einwenden , ein roher Klotz verdient nichts Anderes als einen rohen Hammer . Dass dieser “Aufruf zum Hinschauen” auf das , was in Burma geschieht , unter der Rubrik “Cartoons & Humour” figuriert , wird Manchen wundernehmen .

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II. ALICE IN BURMA UND MÄNNLICHE MAULSCHELLEN

alice schwarzer BILD kampagneKollege “Birma news united” hat den Kasus um Alice Schwarzers plötzlichen Aktionismus hinsichtlich der Rückeroberung des EMMA- Territoriums durch den Hinauswurf der nur zwei Monate zuvor als Chefredakteurin eingesetzten Lisa Ortgies trefflich in Zusammenhang gebracht mit der folgenreichen Burma- Kolumne der frisch gekürten Ludwig- Börne- Preisträgerin in der FAZ . Gleichwohl sei hier ein weiterer , in|ad|ae|qu|at|er Blick auf die weiblichen | männlichen Argumentations- und Reaktionsmuster geworfen .

Im Februar hatte die FAZ der Verleihung des Ludwig- Börne- Preises an Alice Schwarzer eine vergleichsweise breite Coverage eingeräumt : Schon dem Titel des entsprechenden Artikels mag man entnehmen , dass dies ohne Harald Schmidts Laudatio nicht der redaktionelle Fall gewesen wäre : Harald Schmidt ehrt das Sturmgeschütz Schwarzer . Nachdem Schwarzer im Juli 2007 in voller Montur des Slogans “JEDE WAHRHEIT BRAUCHT EINE MUTIGE, DIE SIE AUSSPRICHT” ausgerechnet für eine Kampagne des Boulevard- und Busenblatts BILD posiert hatte , sodann die doktrinäre EMMA der Töchtergeneration erst anvertraute , um sie dieser sofort wieder zu entreissen , schien es der FAZ offenbar angezeigt , der Feministin grossformatigen Raum zur freiwilligen Selbstdemontage zu gewähren .

In ihrem malerisch- gefühlvollen Essay “Warum Burma echte Freunde braucht” erfüllt Frau Schwarzer am 1. 6. in der FAz nicht nur jedes denkliche Klischee eines anderen , für die echten Menschen und deren einfaches Leben sensiblen Reisens , sondern plädiert im ZK- Ton eines mumifizierten Anti- Imperialismus , eine Erneuerung könne in Burma nur von innen heraus und durch echte ( vulgo die autochthone Kultur achtsam respektierende ) Beihelfer geschehen :

Versteht sich, dass das kleine Myanmar schon längst vom mächtigen Westen im Namen der Menschenrechte und Demokratie “befreit“ worden wäre, würde das mächtige China nicht die Faust darüber halten (und so ungestört in die eigene Tasche wirtschaften). Denn das alles ist ja weniger eine Frage der Moral, sondern mehr eine Frage der Macht.

Doch kein Vertun: Wäre ich Burmesin, ich würde selbstverständlich zur Opposition gehören und hoffen, dass diese alten Knochen so bald als möglich verschwinden! Dass das Land endlich aus seiner Erstarrung erwachen und durchatmen darf. Aber ebenso sicher wäre ich - wie fast alle, mit denen ich gesprochan den folgenden Tgen en habe - strikt gegen jegliche westliche Intervention und für die Bestärkung der innerburmesischen Kräfte für Erneuerung.

Normalerweise wäre es die Aufgabe einer sorglichen Redaktion , selbst Gastautoren vor deren eigenem Hang zur Selbstdemontage zu bewahren . Ein paar Mails , ein Telefonat , sanfte Änderungsvorschläge . Was auch immer hinter den Kulissen abgelaufen sein mag : Wie sehr man Schwarzer in das offene Messer des Skandals - noch schlimmer aber : dasjenige der Lächerlichkeit - laufen liess , erwiesen die an den Folgetagen nachgesandten relativierenden Artikel der eingesessenen Redakteure Michael Hanfeld ( Das grösste Übel , 3. 6. ) , Alexander Marguier ( Die Plattmacherin , 7. 6. ) und den Korrespondenten Jochen Buchsteiner ( Welche Hilfe für Burma ? , 7. 6. ) - Angesichts dieser gesammelten Anwürfe der Weltfremdheit , des Dogmatismus sowie der Vernachlässigung der journalistischen Sorgfaltspflicht hätte es der eilend- ätzenden Replik des Matthias Matussek ( Alice im Wunderland | Gefühliger Kitsch der Armutsverherrlichung , SpOn , 1. 6. ) kaum mehr bedurft .

So folgt denn - neben Zurechtweisung und Belehrung - Bekenntnis auf Bekenntnis . Wobei Matussek nicht minder subjektiv “menschelt” als Schwarzer , welcher er eben dieses gefühlige Stilmittel vorwirft :

Auch ich habe die schwimmenden Märkte auf dem Inle-See bepaddelt und natürlich habe ich mir auch die Pagoden-Landschaft des “mythischen Pagan” nicht entgehen lassen. Burma ist schön, aber ich habe gelitten darunter, dass Familienväter gezwungen waren, mich anzubetteln, und dass sie immer erst dreimal über die Schulter schauten, bevor sie sich dazu durchrangen. Und ich fand es ekelhaft, wie sich jeder kleine Uniformierte mit Schlagstock spreizte und die Angst genoss, die er auslöste.

Nein, mir ist nicht aufgefallen, dass im rauen Norden “die Menschen nicht so goldhäutig und heiter sind wie im Süden”, da haben Sie wohl einfach genauer hingeschaut. Aber schon damals, tatsächlich, waren alle “angefixt von den Kyats und Kugelschreiber verteilenden Touristen”.

Ich würde allerdings nicht zynisch von “anfixen” reden. Ist derjenige, der einen Kugelschreiber benötigt, suchtkrank? Ist es nicht einfach ein Skandal, dass der Lametta-behängte Schieberhaufen, der das Land aussaugt, noch nicht mal für Schreibgeräte sorgen kann, mit denen Ärzte ihre Rezepte, Kaufleute ihre Listen, Kinder ihre Hausaufgaben notieren können ?

Es hätte eines zwei Tage später willig nachwassernden Spiegel- Résumées von Thorsten Dörting ( Schwarzers Burma- Missgriff : “Verantwortungslose Polemik” , SpOn , 3. 6. ) kaum mehr bedurft , um das Mass der unter männlichem “Mitleid” nur unzureichend verdeckten Desavouierung einer erfahrenen Publizistin voll zu machen : Sekundiert von den erwartbar hämischen Belgeitmusik der SZ ( Stefan Klein : Sind so liebe Wasserbüffel , 3. 6. ) hat hier ein konzertierter Missbrauch des Themas “Burma” stattgefunden , um eine wegen “Urlaub” voraussehbar abwesnede und deshalb nur eingeschränkt satisfaktionsfähige Gegnerin gründlich zu demontieren . Was nicht heisst , dass wir in|ad|ae|qu|at nicht etwa entsetzt gewesen wären vom Courths-Mahler- Stil , in welchem Schwarzer “Authentizität” , “Betroffenheit” und abstruse politische Konzepte unrein vergor .

Die Frage wäre nur : Ist diese Selbstdemontage aus freien Stücken geschehen oder hat man den längst fälligen Esel absichtlich auf Eis geführt ? - Interessant , dass es - im Tages- Anzeiger ( Simone Meier ) wie in der SZ ( Cathrin Kahlweit ) - ausschliesslich Frauen sind , die diesen Hang zur “Selbstdemonatage” in einem weiter gefassten Kontext reflektieren .
Edit : AFi macht uns eben auf Ulrike Baureithels bemerkenswerten Essay über das “System Schwarzer” in der “woz” ( ! ) aufmerksam . Take this quote and go for it [ womit wir uns freilich schon ein ziemliches Stück weit vom ursprünglichen Thema dieses Beitrags entfernen : es lebe die Abschweifung ! ] :

Hätte die nun mit Heuchlertränen begleitete Lisa Ortgies ein bisschen in den Archiven gewühlt, wäre sie auf einen offenen Brief aus dem Jahre 1980 gestossen, in dem 32 ehemalige Mitarbeiterinnen der «Emma», darunter Christina von Braun, Christiane Ensslin, Claudia Pinl und Cillie Rentmeis­ter, Alice Schwarzer «Respektlosigkeit» gegenüber der Arbeit ihrer Kolleginnen, Selbstherrlichkeit und Dogmatismus vorwarfen. ( …. ) Aber Alice Schwarzer ist eben mehr als irgendeine ziemlich unangenehme Chefin, mehr als eine nach «männlicher» Räson operierende Unternehmerin und mehr als eine fragwürdig urteilende Journalistin - Alice Schwarzer ist das Synonym für Feminismus made in Germany, und gäbe es so etwas für politische Marken, müsste hinter ihrem Namen das eingetragene Warenzeichen erscheinen.

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III. BLOG 4 BURMA

Während der publizistischen Kakophonie der einander überbietenden Daten , Dokumente und Dossiers in Folge des Zyklons “Nargis” ( Videos @ Daburna ) sowie der paranoiden Abwehr “westlicher” Katastrophenhilfe durch das Regime ist das Netzwerk “Blog 4 Burma” ein wenig leiser getreten : Es bedarf keiner Kopisten dessen , was in den Schlagzeilen steht . Den Bloggern aus Deutschland , Frankrecih , Spanien , aus der Schweiz und Österreich ist es eher darum zu tun , den wechselnden Moden der Berichterstattung zum Trotz standzuhalten und kontinuierlich über verschiedene Aspekte der Kultur und Politik - nicht zulezt aber auch über die Diskurse , welche in den Mainstream Media gerade kursieren - zu berichten . So erörtert Kathy die Möglichkeiten , Than Shwe wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” anzuklagen .

Kathy ( en francais ) , Birmania libre ( in spanischer Sprache ) und Jonas Lanter ( auf Deutsch ) erinnern an den Geburtstag der ( noch immer unter Hausarrest stehehnden ) Dissidentin Aung San Suu Kyi am 19. Juni ( 1945 ) . Birma News united hat ein Portrait der regierungskritischen Zeitung “The Irrawaddy” in der ARD- Mediathek entdeckt sowie einen ersten Überblick über das Diskursdrama um “Alice in Burma ” zusammengestellt .

Khaipi berichtet die Verhinderung des freien Webverkehrs in seiner Heimat durch die Unterbindung von von Proxy-Servern ( leider derzeit nicht erreichbar ) , adaequat erwägt die Optionen unpolitischer Hilfe bzw. einer Humanitären Intervention . Zur Erinnerung : Breaking News über “92% Zustimmung für Verfassung nach Referendum im DDR-Style ” .

Olivier sammelt getreulich Links , Tag für Tag , und das seit fast sieben Monaten ( The real disaster in Burma , Le Myanmar prend des mesures préventives contre les catastrophes naturelles , Foreign Doctors Leave Cyclone-hit Burma en partie … ) . Und das Alles frei Haus per RSS- Feed .

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IV. LINKS

I.

II.

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related articles @ in|ad|ae|qu|at

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Blog 4 Burma : Zeit zu Schweigen - No Blogger’s Block



||| EMBLEMATISCHES “STENCIL” | KASKADEN VON NACHRICHTEN | PATHOSFORMELN | RHETORIK DER SUPERLATIVE | NO BLOGGER’S BLOCK | BLOG 4 BURMA

Burma_stencil_vienna_copyright_christiane_zintzen

Nach acht Monaten einer in 35 materialreichen Beiträgen dokumentierten Beobachtung , Beleuchtung und Bedenken der politischen , kulturellen und humanitären Situation in Burma -
Nach acht Tagen Hochdruck- Bloggens über die weitreichenden Folgen des Zyklons “Nargis” -
Nach achtundzwanzig Wochen der vorbereitenden und begleitenden Berichte zum zynischen “Referendum” -

- haben wir nun vierzehn Tage lang konsequent zum Thema geschwiegen . Und dies nicht ohne Grund . |||

EMBLEMATISCHES “STENCIL”

Ein von einem Tag auf den andern an einer Wiener Hauswand aufgetauchtes Stencil hat uns durch die Diskretion seiner semiotischen Signatur für’s Erste zum Innehalten unserer atemlosen Assemblagen von Namen und Daten und Nöten und Getöteten gebracht : In seiner fragmentarisch emblematischen Struktur der pictura ( = die plan geschwärzte Repräsentation der Landkarte ) so wie der appellativen inscriptio ( “Geteiltes Leid … ” ) blieb dieses Zeichen wohlweislich die moralisierend- erläuternde subscriptio schuldig . Man könnte auch sagen : Das unvollständige Emblem delegiert die conclusio an den Betrachter .

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KASKADEN VON NACHRICHTEN

Unsere in|ad|ae|qu|ate Konklusion bestand für’s Erste in der Einsicht , in unseren Nachtschichten keinesfalls dem internationalen Katastrophenjournalismus hinterherhecheln weder zu wollen noch zu sollen . Das Räderwerk der Agenturmeldungen , deren Presse- Ab- und Umschriften , der Betroffenen- und Korrespondentenberichte lief und läuft heute wie geschmiert : Nach Monaten des nahezu absoluten Nicht- Berichtens flatterten mit einem Mal die Meldungen , Meinungen und multimedialen Features auf wie eine schwarze Wolke aufgestörter Saatkrähen .

Bewegte und bewegende Bilder gehen , wie es heisst , um die Welt , je krasser , je besser . Unsere erste Konsequenz bestand folglich darin , die in der Hitze des Gefechts herangezogenen Fotografien von Verstorbenen nachträglich aus den Postings herauszunehmen . Vielleicht wäre es besser gewesen - überlegen wir jetzt - diese nicht kommentarlos zu eliminieren , sondern mit Hinweis auf … ( wir sparen die Worte “Pietät” und “Würde” hier absichtlich aus ) zu schwärzen ? - Allerdings wäre auch diese demonstrative “Durchstreichung” wiederum eine pathetische Geste gewesen . Weshalb wir sie hier lieber knapp und sprachlich anzeigen . |||

PATHOSFORMELN

Da wir hier keine dpa , AFP oder APA- Meldungen verfassen oder ( wie in der journalistischen Tellerwäscherzeit ) diese im Zeichen von Schlichtheit und Neutralität für die Zeitung umformulieren müssen , kommt das dem Medium des Blogs ( ebenso wie dem Genre der Glosse ) angemessene Moment des “Gefühls” ins Spiel und damit die Frage , wie dieses via Fakten- Dramaturgie und rhetorischer Inszenierung zu formulieren wäre , um beim Leser den gewünschten Effekt zu erzielen .

Jetzt tun Sie bitte mal nicht so , als wollten Sie Ihre Leser nicht - auf welche Weise immer - von den Gründen Ihrer Empörung überzeugen . Dazu benötigt auch die kühlste Argumentation eine triftige Linie . Beziehungsweise eine “Pointe” . Welche im vorliegenden Fall selbstredend eine makabere wäre .

Beliebt ist in diesem Kontext auch der rhetorische Trick des Vergleichs : Das Wort , “Nargis” sei quasi die biblisch strafende “Sintflut” für die Verbrechen Generäle , wurde oft beschworen , doch von der Wahrheit der rechtzeitig ins aridere Landesinnere ( Naypidaw ) übersiedelten Regierung fürchterlich Lügen gestraft . Nur wenige Kommentatoren haben dieses falsche , die Tatsachen auf den Kopf stellende Bild später selbst widerrufen . Auch Qualitätsfeuilletons schreiben für den Tag . Und spekulieren auf die gnädige Macht des Vergessens . |||

czz blog4burma inadaequat

RHETORIK DER SUPERLATIVE

Schliesslich wurden im Diskurs der Superlative angesichts der weiter steigenden Opferzahlen und hinsichtlich der Granit- Politik der lediglich an der Erledigung des “Referendums” interessierten Regierung die MÖGLICHEN WORTE rar . Viele hatten ihr lexikalisches Kapital bereits am “Fall F.” aufgebraucht ( in der metonymischen Verkürzung auf “Amstetten” - seit Cannes kennt man ja neuerdings wieder den Begriff der “Synekdoché ” - ) .

Auch wir geben in|ad|ae| qu|at unverholen zu , dass es uns à la longue an Worten gebrach . Allerdings erhoben und erheben wir in keiner Weise den “Anspruch” , Katastrophen besonders orginell darzustellen . Dies war aber nur der eine Grund für die Einbeziehung ausführlicher Zitate aus Korrespondentenberichten , regierungskritischen Exil- Zeitungen wie “Mizzima” und “The Irrawaddy” sowie aus Blogs . Der zweite Grund bestand in der Einsicht , dass es auf unsere Ansicht nicht ankam . Sondern auf die Derjenigen , die es besser wissen . |||

NO BLOGGER’S BLOCK

Späestens aber , als die FAZ den abenteuerlichen Bericht des CNN- Reporters Dan Rivers über seine veritable Verfolgung durch die Behörden ohne explizite Quellenangabe übersetzte und damit bei vielen Lesern den Eindruck hervorrief , Rivers habe exklusiv für das Frankfurter Blatt geschrieben , ist uns für’s Erste die Lust am Zitieren vergangen . Also haben wir uns jetzt mal still gestellt . Was keinem ( einer Schreibblockade | Writer’s Block analogen ) “Blogger’s Block” gleichkommt .

Es ist ja nicht so , dass innerhalb des Netzwerks “Blog 4 Burma” nicht schon handfeste Sinnkrisen hinsichtlich eines “Weiterschreibens trotz Meldungssteppe” zu diskutieren waren . Oder höchst kontroverse Auffassungen der Form des Bloggens bzw. der “Inszenierung” . Also bedeutet eine zeitweilige Stille an dieser Stelle weder eine Minderung unseres Interesses an Burma , noch eine Schwäche des Netzwerk- Projekts . Speziell unsere französischen und spanischen Kollegen haben unermüdlich weiter berichtet , sodass der Feed seit Anfang Mai über 100 - zum Teil ausgreifende - Beiträge lieferte .

“Lotta continua” hiesse demnach : Den Kampf wieder und weiter und wieder zu führen - gegen das träge , uninspirierte und desorganisierte Selbst . Auch wenn “wahrscheinlich wieder kein Schwein” hinsieht ( F. K. Waechter ) . |||

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BLOG 4 BURMA

Seit Oktober 2007 berichten wir in|ad|ae|qu|at über Burma . Ende Oktober | Anfang November hat sich ein von Anfang an internationales Netzwerk “Blog 4 Burma” konstituiert . Mittlerweile berichten Blogger aus Deutschland , Frankreich , Spanien , Andorra , Österreich , ein Schweizer Reisender und ein in Deutschland lebender Exilburmese . Sämtliche Postings fliessen in einem gemeinsamen RSS- Feed zusammen .

Dessen jüngste Nachricht stammt von Kathy , die den gestern referierten Artikel des Politikwissenschafters Rony Brauman heute Nacht noch einmal ge- updatet hat, geupdatet hat und am Samstag das gesamte Land zur “Death Row” erklärte : “Birmanie, un pays carcéral avec peine de mort collective” . An selber Quelle sind auch umfasende Überlegungen darüber zu lesen , ob sich die Junta des “Verbrechens gegen die Menschlichkeit” schuldig ( ge ) macht ( habe ) , während adaequat seinerseits die Gretchenfage stellt : “Unpolitische Hilfe oder Humanitäre Intervention ?” -

Jonas Lanter berichtet von den potemkinschen Dörfern , in die man den UN- Generalsekretär führte . Birma News United hat die Chronik des Zyklons “Nargis” endgültig rekapituliert , womit auch die absichtliche Desinformation der Bevölkerung seitens der Behörden zur Sprache kommt . Birmania libre liefert ein Video zur zweiten , in den schlimmst betroffenen Zonen um zwei Wochen gestundeten , Tranche des “Referendums” . Letzteres hat freilich wenig an News Headquarters Befund geändert : “92% Zustimmung für Verfassung nach Referendum im DDR-Style” . Grundsätzliches hat khaipi , selbst Angehöriger der Volksgruppe der Chin , zum Text des “Referendums” zu bemerken . Unser Video- Spezialist Daburna kompiliert eine förmliche “Nachrichtensendung” aus verschiedenen Quellen ( u. a. dem Myanmar’schen Staats- TV ) . Und Olivier bringt täglich praktikable Linklisten .

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