Tag Archive for 'blogism'

MICRO | -NOTE | -QUOTE : litblogs.net , genetisch



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Eine der bislang metaphorisch erstaunlichsten Äusserungen
über litblogs.net
hat uns kürzlich Andreas Schneiders “Wortreich” beschert :

Anthologien (in gdruckter Form) sind eine eher statische Sache. Gedruckt und damit von einem möglichen, weiteren evolutionären Prozess abgenabelt. Was gar nicht negativ gemeint ist, da auch aus Anthologien neue literarische “Lebensformen” entstehen können. litblogs.net dagegen ist bereits in sich eine Art Anthologie mit evolutionärem Charakter. Mit dem Input der Autorinnen und Autoren befindet sich litblogs.net in einem permanenten Wandel ohne sich selbst direkt zu verändern. litblogs.net trägt die Gene der aggregierten Teilnehmer in sich, verbunden mit dem Ziel, diese weiter zu geben, so wie Menschen eben bestrebt sind, ihre Gene durch Fortpflanzung weiter zu geben und dadurch am Leben zu halten. ( … )

( via )

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BLOG 4 BURMA : Aung San Suu Kyi erneut verhaftet | touristische vs politische Perspektive



||| GESCHEITERTES UND WIEDERAUFGENOMMENES VORHABEN | AUNG SAN SUU KYI AUFGRUND EINES AMERIKANERS VERHAFTET | ROAD MAP TO DEMOCRACY - CHANCENLOSES REGIME BEI DEN GEPLANTEN WAHLEN 2010 | AMERIKANISCHER STALKER SPIELT DER JUNTA IN DIE HÄNDE | FINALE : BILDERSHOW DER TOURISTISCHEN AMNESIE | BLOG 4 BURMA | RELATED

czz-blog4burma-inadaequat

GESCHEITERTES UND WIEDERAUFGENOMMENES VORHABEN

NZZ 09 03 18 NZZ , 23. 3. 09 ( click to XL )

Als vor zweieinhalb Monaten fast gleichzeitig eine Life- Style- Postille mit den üblichen pitoresken Touismus- Bildern sowie ein NZZ- Artikel zum bevorstehenden - schliesslich geplatzten ASEAN- Gipfel in der NZZ erschienen , waren wir in|ad|ae|qu|at bereits drauf und dran , diese Gegenüberstellung stante pede zu publzieren . Indes , die Zeit verann und man hätte die Geschichte als journalistisch für “gestorben” erklären müssen .

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AUNG SAN SUU KYI AUFGRUND EINES AMERIKANERS VERHAFTET

zitat_kurierDie jüngste Nachricht , dass man die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi aufgrund der Stippvisite eines Amerikaners erneut festgnenomen und die Junta damit die ideale Gelegenheit ergriffen hat ( Reuters ) , die auslaufende Haftstrafe - vulgo “Hausarrest” - just in time zu verlängern ( Die Presse ), lässt uns die Bilderschau noch einmal hervorholen .

Der seit Jahren unter Hausarrest in Rangun stehenden Suu Kyi drohen weitere Jahre in Unfreiheit oder gar Haftverschärfungen. Der Prozess, dem sich die 63-jährige Friedensnobelpreisträgerin gegenübersieht, steht im Zusammenhang mit dem Besuch eines amerikanischen Bürgers in ihrem Haus. John Yettaw, der mit einem Touristenvisum vor zwei Wochen in Burma einreiste, war es gelungen, den Inya Lake, an dessen Ufer sich das Haus Suu Kyis befindet, schwimmend zu durchqueren. Der ungebetene Besucher verbrachte offenbar zwei Tage im Haus. Auf dem Rückweg wurde er von Sicherheitskräften entdeckt und gefasst.

Was Aung San Suu Kyi, deren Gesundheitszustand sich in den letzten Wochen verschlechtert hat, vorgeworfen wird, ins unklar. Vermutlich werden ihr Verletzungen der Arrestbedingungen zu Last gelegt. Es ist indessen kaum anzunehmen, dass sie von dem abenteuerlichen Vorhaben gewusst hat. Die amerikanische Botschaft in Rangun und der Verteidiger von Yettaw haben erklärt, dieser haben auf eigene Faust gehandelt. ( NZZ )

zitat_kurierSchliesslich tragen die kollektiv abgespeicherten Bilder der Toursimusindustrie und der Topos vom “freundliche [ n ] , Buddha- gläubige Menschen , denen die Unterjochung durch die Militärjunta nicht anzusehen ist” ( Kurier , Volltext : scroll down ) wesentlich dazu bei ,

dem zwischen den Grossmächten China , Indien und Thailand eingeklemmten Armutsstaat zu verdrängen , zu vergessen , aus dem Bewusstsein zu verbannen .

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ROAD MAP TO DEMOCRACY - CHANCENLOSES REGIME BEI DEN GEPLANTEN WAHLEN 2010

zitat_kurierEine Junta , welche rechtmässig längst bei Madame Thussaud’s ( bitte in Form von konservierten Echtpräparaten ) ausgestellt gehört , beschreitet den Weg der siebenstufigen “roadmap to democracy” zur allmählichen Implementierung einer sog. “Demokratie” nicht eben zimperlich und lässt keine Gelegenheit aus , die ( teils im Exil lebende ) Opposition “National League for Democracy” ( NLP ) in jeder erdenklichen Form zu drangsalieren , zu inhaftieren , ja gar zu ermorden . Denn zumindest für eine oppositionsnahe Zeitung steht ausser Zweifel : “Regime Faces Crushing Defeat if Election is Free and Fair” ( The Irrawaddy ) .

Zur Erinnerung noch einmal die “Roadmap” im offiziellen Wortlaut ( Quelle : Online Burma library - Kommentare von czz ) :

  1. Reconvening of the National Convention that has been adjourned since 1996.
  2. After the successful holding of the National Convention, step by step implementation of the process necessary for the emergence of a genuine and disciplined democratic system
  3. Drafting of a new constitution in accordance with basic principles and detailed basic principles laid down by the National Convention
  4. Adoption of the constitution through national referendum - czz : 2008 in unmittelbarer Forge des Zyklons “Nargis” und unter Zwang durchgepeitscht
  5. Holding of free and fair elections for Pyithu Hluttaws (Legislative bodies) according to the new constitution - czz : Freie , Gleiche und anonyme Wahlen 2010 ( ! ) ( BBC )
  6. Convening of Hluttaws attended by Hluttaw members in accordance with the new constitution
  7. Building a modern, developed and democratic nation by the state leaders elected by the Hluttaw; and the government and other central organs formed by the Hluttaw

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AMERIKANISCHER STALKER SPIELT DER JUNTA IN DIE HÄNDE

zitat_kurierWas die Motive den 53jährigen Vietnam- Veteranen aus Missouri John William Yettaw anbelangt ( ABC local ) , der die Oppositionsführerin nun in einer solche, dem Milärregime nur allzu wünschenswerte Malaise gebracht hat wird von der Ehefrau nur gemutmasst ( LA Times ) , kritische Stimmen sprechen von einem Stalker ( The Irrawaddy ) .

Deutliche Worte fand ein namentlich nicht gnenanter Kolumnist der Times unter dem Titel “Barbarous Burma” :

The pretext is absurd. Ms Suu Kyi is accused of allowing a 53-year-old American psychology student to pay her an unauthorised visit and stay two days in her compound. John Yettaw swam across a lake to reach her, apparently unnoticed by the guards and unhindered by the security presence around Ms Suu Kyi’s house. His motives remain unclear, although he made a similar attempt last year. Whatever the explanation, the generals have found in this modern Leander a pretext to keep the leader of the National League for Democracy in prison until after next year’s promised multiparty elections - a clear indication that, even now, the junta is planning how to rig the vote to remain in power. ( … )

Whatever the outrage at her brutal treatment, however, the truth is that the West has little leverage. The two countries that matter most to Burma are China and India, and neither yet is ready to assume the responsibilities that must surely come with power. China sees Burma as a strategic ally, offering oil, raw materials and a deep-water port for the Chinese Navy. India also has no interest in confrontation: Burma abuts India’s small, isolated and unstable states in the northeast that are plagued with rebellion and separatism. India needs stability on the borders and co-operation in halting arms smuggling. ( … )

Its proposed road map to democracy poses a dilemma to the opposition. Should it boycott the election, knowing that intimidation will deliver the vote to the generals? If it does, it loses all influence and makes it easier for timid neighbours to argue that the junta has done enough to restore democracy. If it takes part, it may win a few seats but will compromise its principles. The key remains Ms Suu Kyi. The junta is taking no risk that her voice will be heard. She will not compromise. Neither should the West. ( The Times )

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FINALE : BILDERSHOW DER  TOURISTISCHEN AMNESIE

Kurier 03 14 01Kurier 03 14 02 ( Click to XL )

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Kurier , Freizeit , 14. 5 09

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BLOG 4 BURMA

czz-blog4burma-inadaequatDas seit November 2007 besthende internatinale Netzwerk “BLOG 4 BURMA” hat in seinen romanischen ( französischen , spanischen ) Exponenten eine bewundernswerte Kontinuität bewiesen .

Die deutsche Hemispäre dahingegen hat wegen Studienangelegenheiten , einem beruflichen Transformationsprozess sowie der Entwiclung eines aufwendigen Gerichtsblogs und - im in|ad|ae|qu|aten Fall - durch die mit der Co- Herausgabe der Plattform litnet.blogs ( Literarische Weblogs in deutscher Sprache ) verbundene Mehrarbeit leider enige Monate etwas spärlich über Burma gebloggt . adaequat berichtet - pars pro toto - von temporären Schreibblockaden

Gleichwohl denken wir nicht daran , das einmal Begonnene einfach hinzuwerfen : Einerseits wird es im Hinblick auf die Wahlen 2010 zweifellos Berichtenswertes geben . Anderseits aus Gründen der Fairness gegenüber unseren unermüdlichen internationalen Partnern .

Einzige Änderung : Als Hauptansprechpaertner für Projekt und dessen Prozess wird in Zukunft nicht mehr in|ad|ae|qu|at , sondern Wordfisher ( AFi , Birma news united ) fungieren .

Die meisten der jüngeren Blog Berichte beziehen sich selbstredend auf die Inhaftierung Aung San Suu Kyis :

Falsches Spiel mit Aung San Suu Kyi ?” fragt Breaking News provokant rhetorisch , “Más reacciones a la detención de Suu Kyi” registriert Birmaia libre ,Aung San Suu Kyi schwer krank in Haft genommen . Weltgemeinschaft muss entschlossen einschreiten !, fordert der Burma- Spezialist Jonas M. Lanter . Birmania Free bericht , dass UBO und EU bereits entprechende Forderungen artikuliert haben : “La ONU y EE.UU piden la liberación inmediata de la opositora birmana Suu Kyi” .

Birmania libre kündigt eine öffentliche Kundgebung am 18. 5. in Barcelona an : “Manifestaciones por la liberación de Suu Kyi” . In Paris findet , so das franzöische Blog dejunter la birmanie , am selben Tag eine vergleichbare Demo statt .

Dass sich heute kaum Einer an den vor einem Jahr Land und Leute vernichtenden Zyklons “Nargis” erinnern mag klagt dejunter la birmanie an : “Nargis ou le drôle d’anniversaire - Un an après Nargis, le traumatisme demeure en Birmanie” . Freilich hatte auch Birmania libre an die Natur- und Verwaltungskatastrohge erinnert , während Jonas M. Lanter gar von “Freiwilligen Helfern im Knast” berichtet . Birma news united zitiert unter “Man- and- nature- made- catastrohy” einen bemerkenswerten Bericht der Schweizer Rückersicherungsanstalt Swiss Re , welche den Zyklon zwar als “todesreichste Katastrophe des Jahres 2008″ kategorisiert , gleichwohl betont , dass dabei kein “Versicherungsschaden” entanden sei . Für die Kunden des Unternehmens zumindest .

Olivier ( Bloguer ou ne pas bloguer ) gibt mit “Burma, Birma, Birmania, Birmanie” und “Aung San Suu Kyi emprisonnée” erneut ausführliche Linklisten . Dies und viel mehr ist gratis abonnierbar im praktischen RSS- FEED .

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RELATED

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Berliner Gazette : Umfrage “Autorschaft im Netz”



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Berliner Gatette header

BERLINER GAZETTE : UMFRAGE ZUR “AUTORSCHAFT IM NETZ”

Für das Netz- FeuilletonBerliner Gazette” führt Herausgeberin Magdalena Taube langfristig eine Umfrage durch zum Thema “Autorschaft im Netz ” . Bisher äusserten sich :

À la longue entsteht auf diese Weise ein polyperspektivisches Kompendium zum dem , was man als spezifisch für das Publizieren im Netz auffassen mag .

Nun ist in|ad|ae|qu|at an der Reihe mit einer Selbstdefinition : Eine multimediale Anthologie - Was Sie schon immer über uns wissen wollten . Oder auch nicht .

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IN|AD|AE|QU|AT : EINE MULTIMEDIALE ANTHOLOGIE

czz icon inadaequat 78 78Der Name “in|ad|ae|qu|at” rührt aus der ersten , etwa drei Monate währenden Beta- Phase des Experiments “Weblog” her : Am Anfang stand die Suche nach Titel resp. nach einem Domainnamen , welcher die österreichische Länderkennung “.at” produktiv integriert . Allerdings resultierten aus dem ursprünglichen Umlaut von “inadäqu.at” derartig verzerrte URL- Darstellungen , dass wir uns für die auch rhythmisch geeignetere “ae”- Form entschieden , welche überdies ermöglichte , die Trennstriche ( = als symbolisches Äquivalent von Bruchlinien ) einzufügen . Darüber hinaus lag uns die Umlagerung von der österreichisch- spezifischen Domain auf das neutralere “.org” insofern am Herzen , weil die Betreiberin des Weblogs zeit ihres Lebens nie in einem Staat gelebt hat , in welchem sie etwa auch wahlberechtigt gewesen wäre . Von daher begrüssen wir die Möglichkeit , per Domainkennung “.org” den “nationalen Stempel” einer Webpublikation zu umgehen .

Die Bezeichnung “in|ad|ae|qu|at” repräsentiert eine grundsätzlich skeptische Haltung gegenüber Mainstreams aller Art . Wie wohl seit dem 18. Lebensjahr parallel zum Studium in Print und Radio für “hochkulturelle” Medien arbeitend , liefen “gegenkulturelle” Projekte ( Fanzine , Off- Theater, Independent- Musikproduktion ) stets nebenher . Die Erfahrung , stets zwischen alle Stühle zu sitzen zu kommen , ist dem Projekt in|ad|ae|qu|at eingeschrieben : Das geringe symbolische Kapital , welches einem transdisziplinären Unterfangen jenseits der starren Kategorien von “Literatur” | “Popkultur” | “Netzmusik” | “Kunst” | “Fotografie” etc. konzediert wird , nehmen wir dabei bewusst in Kauf . Im Gegenteil unterlaufen wir solcherart bestehende Konkurrenzverhältnisse der einzelnen Sparten .

Wenn gleichwohl die “écriture” im Mittelpunkt des täglichen Publizierens steht , so wird das Blog in keiner Weise als persönliches Journal geführt , sondern orientiert sich “thematisch” an Literatur und deren “Betrieb” , an Medienbeobachtung und nicht zuletzt an den konkreten Texten anderer Autorinnen und Autoren . Demnach wäre in|ad|ae|qu|at eher als Literaturzeitschrift im Netz aufzufassen , mit dem Unterschied freilich , dass die Möglichkeiten des Zusammenführens verschiedener Medien ( Video , Audio , Fotografie und Grafik ) weit über den Horizont gedruckter Magazine hinausreichen .

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GÄSTE | AUTOREN | FORMATE

czz icon inadaequat 78 78Für den “Salon Littéraire” spreche ich gezielt AutorInnen oder bildende KünstlerInnen an , Werke auf in|ad|ae|qu|at zu publizieren . Auf diese Weise wächst Sonntag für Sonntag eine multimediale Anthologie heran . Da von Seiten einiger Künstler auch Interesse an essayistischen Formaten ventiliert wurde , entstand der “espace d’essays” , welcher Gastbeiträge und einige meiner eigenen kulturpublizistischen Arbeiten versammelt . Nicht zuletzt sei die in loser Folge gesendete Rubrik “tableau de texte” genannt , wo Neuerscheinungen in kommentierten Vorabdrucken präsentiert werden .

Wiewohl bei der “Anbahnung” von Gasttexten keine geringe redaktionelle Arbeit anfällt , versteht sich in|ad|ae|qu|at nicht als hierarchisch mit “Materialien” umspringende “Redaktion”, sondern geniesst das Privileg und die Lust des “Möglichmachens” . Alle drei Formate ergeben sich logisch aus den vitalen Kontakten , welche aus zehn Jahren experimenteller Radioarbeit mit Künstlern (ORF- Reihe “Literatur als Radiokunst” ) ebenso resultieren wie aus der vorangegangenen , tagtäglichen Zusammenarbeit mit Schriftstellerinnen und Schriftstellerin in einem Wiener Literaturhaus . Beides hat mich ( anders als die Literaturkritik traditioneller Ausrichtung für NZZ und LITERATUREN ) zu einer ergebnisorientierten Haltung hinsichtlich der Präsentation , Editierung und Inszenierung von literarischen Texten geführt . Dabei geht es mitnichten um eventuelle Befindlichkeiten und | oder Meinungen der Beihelfer , sondern alleine darum , das betreffende Werk | die betreffenden Schöpfer bestmöglich zur Wirkung zu bringen .

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TEXT IM NETZ | COPYRIGHT | INTERNATIONALE REGISTRIERUNG

czz icon inadaequat 78 78Da “Text im Netz” - sei dies nun ein recherchierter Artikel oder ein literarisches Werk - allgemein als frei verfügbares Material angesehen wird , werden spezifische Publikationsorte und -daten ebenso marginal wahrgenommen wie die Autorschaft selbst . Um einer solchen Perzeption entgegen zu wirken , ist es dem Projekt in|ad|ae|qu|at darum zu tun, die Persönlichkeiten der beitragenden Autorinnen und Autoren durch die Anlage individueller Autorenseiten zu hervorzuheben. Die Ratio dabei war zunächst , den betreffenden Künstlern statt eines pekuniären Honorars ( welches bei österreichischen Literaturzeitschriften eher unüblich ist ) quasi als konkrete “Gegenleistung” je eine eigene AutorInnenseite zu gestalten . Diese wird - abgesehen von einigen formalen Vorgaben - strikt nach den Angaben der Künstler gestaltet und laufend aufdatiert .

Damit sind für einige der in|ad|ae|qu|at- AutorInnen veritable Referenzseiten entstanden , auf welche diese gerne in anderen Kontexten verweisen . Die permanenten Updates hinsichtlich Publikationen , Ausstellungen etc. liefern teils die Literaturschaffenden selbst , werden teils von uns anhand der Verlagsvorschauen ergänzt . Grosso modo garantieren diese “lebendigen” Seiten auch einen über den Einzelbeitrag hinausgehenden vitalen und bleibenden Kontakt zu | mit den AutorInnen . An diesem Punkt lässt sich den weniger netz- affinen Schriftstellern vielleicht sogar eher kommunizieren , dass in|ad|ae|qu|at nicht einfach - wie es umgangssprachlich heisst - “nur Texte ins Netz stellt” , sondern diese pflegt und mit einer Reihe normierter Metadaten versieht .

Insgesamt wurden 34 solcher Autorenseiten erstellt und 77 Ausgaben des “Salon Littéraire” publiziert - zusammen mit den bio- bibliographischen Seiten schon so etwas wie ein Baustein zu einem kleinen Lexikon aktueller Literatur .

Meine Arbeit besteht in der täglichen Fortschrift des Weblogs , im Möglichmachen des Netz- Publizierens von Autorinnen und Autoren , in sorglicher Wartung der biographischen Seiten sowie der Dokumentationen . All dies wäre ohne ein konsequentes Indexieren hinfällig , da erst die Beschlagwortung ( Metadaten ) eine gute Auffindbarkeit der Materialien im Netz zu gewährleisten vermag .

Es gilt mithin , die einzelne Webpublikation ( etwa der Einzeltext eines “Salon Littéraire” ) nicht “nur” in Form einer URL auszuweisen , sondern für jeden einzelnen Text- Ton- Bild- Beitrag einen persistenten “Unique Identidfier” zu generieren . Dieser bleibt unabhängig vom momentanen Speicherort ( URL ) auf Dauer dem betreffenden Werk zugeordnet und ist Element einer internationalen Datenbank .

Vermittels Anmeldung bei der Stiftung International DOI- Foundation” ( pdf ) ist es möglich , jeden “Beitrag” mit einem ( der ISBN- Nummer im Buchwesen vergleichbaren ) dauerhaften Zifferncode ( DOI = “Digital Object Identiffier” ) international zu registrieren - ein Standard , auf welchen sich kürzlich der “Börsenverein des Deutschen Buchhandels” und die Europäischen Bibliotheken geeinigt haben . Das System der “Digital Objekt Identifier” wurde bislang nur von grossen Verlagskonzernen wie Springer oder massgeblichen wissenschaftlichen Periodika ( “nature” ) genutzt und bildet ein international anerkanntes Regelwerk für Zitatbezüge und Rechtevokabular .

Im praktischen Umgang mit den Datenfeldern und Nomenklaturen von DOI hat sich zunächst gezeigt , dass die Auslegung und Behandlung trotz offenem Basiskonzept gänzlich auf die Bedürfnisse von traditionellen Grossverlagen und deren gedruckten Publikationen zugeschnitten war . Das System DOI wurde zum Normieren von Firmendatenbanken und zur eventuellen Zweitverwertung als “Digitaler Download” erst nach der Druckstufe genutzt . Demgemäss stand auch kein Datenbank- Client für die individuelle Nutzung und keine praktikable Eingabemaske für die Standardvariablen aus den Metadaten-Wörterbüchern zu Verfügung .

in|ad|ae|qu|at konnte hier im direkten Dialog mit dem Registrar “mEDRA” wesentliche Klarstellungen herbeiführen , die nun auch anderen “Non- Profit”- Projekten sowie einzelnen Autorinnen und Autoren dienlich sein können :

  • Programmierung eines Datenbank-Client für das System DOI sowie kostenfreie Bereitstellung
  • Höhere Gewichtung des Namens von Autor und Autorin im Gegensatz zum Namen des “Verlags” bei der visuellen Repräsentation der DOI- Abfragen
  • Änderung der deutschen Übersetzung des englischen “Work” vom deutschen “Buch” in das deutsche Wort “Werk” in der offiziellen DOI- Nomenklatur im Sinne einer Öffnung in Richtung allgemeiner Web- Formate
  • Umdefinition bisher ausschliesslich für Druckwerke genutzter Begriffe auf die Blog- Semantik:
    Statische Beiträge werden als “Monographic Product” registriert , Blog- Beiträge und Autorenseiten als “Serial Article Version” , Autoren - Buchstaben als “Serial Issue Version” , Basis-Seiten als “Serial Title Version” .

Wesentlich für die semantische Vernetzung im Web und die Auffindbarkeit mittels Suchmaschinen sind auch die für jeden Artikel und jedes Werk einzeln zugefügten “tags” ( “Schlagwörter” ) . 6.858 unterschiedliche Begriffe sind über 19.048 Relationen mit den Artikeln und Werken verknüpft , diese mühevolle Kleinarbeit wird durch einen hohen Stellenwert bei den Google- Suchabfragen und einem respektablen “Pagerank” von 5 belohnt . Nur wenige werbefreie deutschsprachige Web- Projekte im Spezialbereich Kunst und Kultur erreichen diesen Status bei Google .

in|ad|ae|qu|at ist bislang das einzige deutschsprachige Mikromedium , welches sich der Indexierungsmethode und der Copyright- Registrierung per DOI bedient . in|ad|ae|qu|at versteht das Publizieren im Web nicht etwa als Sekundäres , Abgeleitetes , sondern als distinkte Kunstform und Wertschöpfung mit selbständigem Werkcharakter .

Hier gilt es noch viele Missverständnisse auszuräumen und Überzeugungsarbeit zu leisten . Dass Letztere nicht durch langwierige Theorie , sondern durch konkretes Ins- Werk- Setzen zu leisten ist , mögen die 700 Einzeleinträge , 285 statischen Seiten und 6.858 differenten Schlagwörtern belegen .

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MÖGLICHMACHEN IM NETZ | NAME ALS MARKE ≠ IDENTITÄT | “ICH” UND “AVATAR”

czz icon inadaequat 78 78Aus dem Dargelegten geht hervor , dass in|ad|ae|qu|at “Publizieren im Netz” zunächst auf das Möglichmachen von Kunstwerken anderer Kunst- und Kulturschaffender versteht : Somit kann in|ad|ae|qu|at je nach Bedarf als Publikationsort , als Galerie oder auch als akustischer Aufführungsraum in Erscheinung treten . Wichtig ist mir , zu betonen , dass dieser (derzeit von etwa 20.000 Absolute Unique Visitors | Monat aufgesuchte ) Raum in gutem Kontakt zu den Institutionen , jedoch ausserhalb der Universitäten , Verlage und sonstiger Literaturinstitutionen agiert . “Publizieren im Netz” bedeutet demnach zunächst die Freiheit der Wahl , kurzfristig mit Verlagen , Literaturveranstaltern etc, zusammen zu arbeiten , dies doch stets nach Massgabe des praktisch Notwendigen .

Hinzu kommt die stetige Reflexion über “Literatur im Netz” und deren technische Möglichkeiten sowohl intern ( mit meinem Administrator Karl Petermichl verbinden mich lange Jahre der Radiokunst- Produktion sowie das auf Optimierung des Mediums “Weblog” zielende Interesse ) als auch extern durch die Einbindung in das Netzwerk “Literarische Weblogs” , litblogs.net . Da ich seit November 2008 zusammen mit Hartmut Abendschein litblogs.net herausgeben darf , haben sich Dialog und Diskussion auch in dieser Richtung äussert produktiv intensiviert .

Was mein eigenes Schreiben im Netz anbelangt , diente es zunächst als notwendige Form , sich aus den journalistischen Routinen und dem ständigen Imperativ der Zeilenkürzung ( Zeitung ) sowie des Minutensparens ( Radio ) “freizuschreiben” : Es galt , formal wieder zu spontanen Sätzen und melodischen Bögen zu finden , welche nicht den Formaten der institutionellen Medien entsprechen . Auch thematisch gestalte ich jene Themen und formuliere vor allem jene Skeptizismen aus , die von Auftraggebern üblicherweise nicht erwünscht sind . Gleichwohl , und das ist im Zusammenhang mit der Umfrage zur “Autorschaft” nicht zu unterschlagen , war ich zu keiner Zeit eine “literarische” Autorin im üblichen Sinn . Meine “Echtwelt”- Autorschaft hat sich bislang auf kulturwissenschaftliche Zusammenhänge sowie auf ( oft assoziative ) Essays zu ausgewählten KünstlerInnen erstreckt . Speziell im letztgenannten Zusammenhang hat sich wohl auch so etwas wie ein “Stil” herausgebildet , welcher - Frucht langwieriger Vorarbeiten - sich dem Gegenstand des jeweiligen Themas aufs äusserste anzuschmiegen sucht .

Die Frage , ins Imaginäre zu schreiben , stellt sich für mich insofern nicht , als ich - speziell im Zusammenhang mit meiner eigenen Fotografie - ein kaum auszuschöpfendes Themenreservoir vorfinde . Die Spur des Wahrgenommenen und dessen Reflexion benötigt weder eine Variante des “Tagebuchs” noch einer Fiktionalisierung . “Schreiben im Netz” wäre demnach ein Reflexionsraum , welcher ins Offene vorstösst , ohne deshalb “Geschichten erzählen” zu müssen oder das einzelne Wort auf die poetische Goldwaage zu legen .

Aus dieser Grundeinstellung und aus einem dialektischen Problembewusstsein geht hervor , dass (m)ein Schreiben stets nur ein versionäres , unvollendetes sein kann . Aus diesem Grund ist auch das “WER SPRICHT ?” von sekundärem Interesse . Zwar steht mein Klarname im Impressum und sind die Artikel mit “czz” gekennzeichnet , doch zielt mein Impetus eher darauf , die Person der Schreibenden möglichst hintan zu halten . Dass nach 20 Jahren institutionellen Publizierens der Eigenname möglicherweise eine Marke , längst jedoch nicht mehr “Identität” darstellt , mag nachvollziehbar sein . Weshalb dieser Name im Text eben so gut vermieden werden kann , wie er gleichzeitig der URL von in|ad|ae|qu|at ( www.zintzen.org ) unablösbar eingeschrieben ist .

Derartig befreit vom narzisstischen Ich des Autorennamens , zielen meine Texte nach Massgabe des Möglichen prinzipiell auf die Vermeidung des Wortes “ICH” . Ersetzt durch ein leicht diffuses “wir” , spricht der Text aus der Perspektive wechselnder imaginärer Gemeinschaften , dialogischer Kontinuen sowie unausgewiesener Wahlverwandtschaften . Da das “ICH” m. E. sowieso im Stil und in der Denkfigur aufgehoben ist , braucht es kein Text- “ICH” und keinen Autorennamen . Der Autor sei als Funktion der Schrift anzusehen und als Vollzugsinstanz sprachlichen Eigensinns .

Insofern bastle ich sehr wohl an einer Art Avatar , welcher allerdings “in|ad|ae|qu|at” heisst und sich als “WIR” formuliert . Bei Gelegenheit wird diskret an der Fiktion gearbeitet , in|ad|ae|qu|at sei ein nicht näher ausgewiesenes Kollektiv diverser Schreiber , Setzer und Maschinisten … Eine Linie , welche wohl von den wenigsten LeserInnen wahrgenommen wird , was - Stichwort “Versionalität” - nicht weiter von Belang ist .

P. S. Da eben im metaphorischen Sinn von “Avataren” die Rede war, komme ich nicht umhin , einen solchen im strikten Sinne des Wortes - als stellvertretende Materialisierung - vorzustellen . Die Schriftstellerin und Künstlerin Gundi Feyrer hat , inspiriert von den Eindrücken und Vorstellungen bei der Lektüre des Weblogs , einen veritablen figürlichen “in|ad|ae|qu|at- Avatar” geschaffen : Eine etwa 20 cm hohe Tonfigur , deren Bild ich diesem Text abschliessend beifüge .

Gundi_Feyrer_Avatar_inadaequat

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Nach derartigen Deklarationen und so viel Theorie ist ein wohl ein bisschen Entspannung angesagt und wohl verdient . Wird neudeutsch auch gerne als “chill out” apostrophiert . Nicht nur vielversprechender czz-hoerempfehlung( und überdies zutreffend ) lautet da die Titelfindung “Chill Me Free” , welche den jüngsten Podcast ( = Mix ) aus dem riesigen Fundus von deepindub ziert . Lass’ es schwingen , lass’ es schweben , go with the flow : sanft schwappende achtzig Minuten lang . CLICK LINK TO LISTEN ( WMP ).

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NEUES VON FREUNDEN



||| WIEN - LITERATUR - THOMAS STANGL | WIEN - TAGUNG - CREATIVE CITIES | LINZ - AUSSTELLUNG - WERKSCHAU GEORG JAPPE | WIEN - LITERATUR - CLEMENS SETZ | WIEN - THEATER - ARTMANN : FLIEGER , GRÜSS MIR DIE SONNE | KLANGAPPARAT

1926 December

H. C. Artmann : “Flieger, grüss mir die sonne… | Popular Science , Dezember 1926

So , nun hat auch in|ad|ae|qu|at die angeblich sommerzeitliche Verschiebung vollzogen , die Uhr dabei allerdings auf in Gegenrichtung gestellt . “In plain English” gesprochen , fordert das Echtwelt- Überleben mitunter seine Tribute . Angesichts der vielen Termine , welche sich in Richtung der Osterferien wie ein aufgekrempelter Strumpf verdichten , bedurfte es in der Tat eines tiefen Durchatmens , um den Leporello für diese 14. Kalenderwoche zu entfalten . Wir hoffen , jetzt genügend miteinander kaum kompatibler Metaphern kompiliert zu haben , um den überdeterminierten Schaum der kommenden Tage hinreichend vorgeschlagen zu haben .

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WIEN | LITERATUR | THOMAS STANGL

czz-neuesvonfreundenSeitdem wir Thomas Stangls hochverdichteten Roman “Was kommt” ( Literaturverlag Droschl ) als “tableau de texte” präsentiert haben , wurde der Feuilleton- Apparat angekurbelt und hat grosses Lob spendiert . Heute mag man sich darüber angesichts und -hörs der Autorenlesung selbst ( s ) ein Bild vom subtilen Textur der Epochen und Orte machen . Echtwelt und Echtzeit .

Thomas Stangl liest “Was kommt” - Literarisches Quartier Alte Schmiede - Heute , 31. 3. 2009 , 19 H

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WIEN | TAGUNG | CREATIVE CITIES

czz-neuesvonfreundenNun sind die “Wir nennen es Arbeiter” mit der üblichen Verspätung auch in Wien eingelangt und mit ihnen die neuen Existenzformen des künstlerischen Selbstunternehmetums . Es ist immerhin positiv anzumerken , dass die Titelgebung “Creative Cities - Das Versprechen der kreativen Ökonomie” ein leises Fragezeichen miteinschliesst , denn wie wir alle wissen , erfüllt sich dieses “Versprechen” längst nicht für alle Teilnehmer des “kreativen Marktes” .

Aber lassen wir den hoch angesagten Lingo doch für sich selber sprechen :

Flexibel und selbstbestimmt werken Menschen in kreativen Berufen rund um die Uhr, mit viel Enthusiasmus, oft ohne soziale Sicherheit. Statt fremdbestimmter Lohnarbeit ist Selbstverwirklichung angesagt. Wo sich kreative Cluster bilden, florieren Bars, Boutiquen und Galerien. Die Stadt wird zur Spielwiese für die kreative Klasse und das Image der kreativen Ökonomie zur positiven Utopie. Der Künstler- Unternehmer oder der Unternehmens-Künstler gilt in Zeiten der Krise als Idealtypus. Doch wie viel haben Kunst und Unternehmertum wirklich gemeinsam ? Wie vertragen sich künstlerische Gesellschaftskritik und wirtschaftliches Gewinnstreben ?

2009 ist das Jahr der Kreativität und Innovation und die Europäische Union hat sich Die Förderung der Kreativität für alle ( ! ) auf ihre Fahnen geschrieben. Mit dem Ende des Industriezeitalters werden die Creative Industries von Regierungen weltweit als wirtschaftliches Hoffnungsgebiet beschworen. Kreativität wird dabei als unerschöpfliche Ressource, gar als Öl des 21. Jahrhunderts mystifiziert. Arbeitsplätze – so wird suggeriert – schafft man sich selbst, im Home Office, im virtuellen Netzwerk. Befristete Projekte ersetzen immer öfter den Job auf Lebenszeit. Lebenslanges Lernen soll die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch von der Wertschöpfung der Ideenwirtschaft profitieren nur ganz wenige, meist grosse Unternehmen der Kulturindustrie. Das durchschnittliche Einkommen der cultural workers ist sehr gering. Entsteht damit ein neues intellektuelles Proletariat, eine Art Tagelöhnertum im Zeitalter von Web 2.0., selbständig aber doch nicht frei ?

Und so weiter . Die Keywords tönen , pardon , bereits jetzt veraltet und und angesichts der ökonomischen Situation vieler Kulturschaffender nachgerade wie ein Hohn . Wir sind uns in|ad|ae|qu|at nicht eben sicher , ob hier nicht eine längst ausgeweidete Kuh zu Markte getrieben wird . Tagungsgast Diedrich Diederichsen ( * ) hat schon vor einem Jahr in “Eigenblutdoping” manche Zweifel formuliert . Und Mit Geert Lovink ist der bloggende Blog- Kritiker höchstselbst zu Gast . Der ebenfalls bloggende Universal- Zampano Walter Gröbchen sieht mit “brand 1“- Herausgeber Wolf Lotter die derzeitige Krise als Chance.

Das nähere Programm findet sich hier . Denen , welche sich nicht fern vom Orte des Geschehens aufhalten oder die mit der Bedienung der eigenen creative industry Beschäftigten sei die radiophone Aufbereitung des Tagungs- contents in der Sendung “Creative Class . Von immaterieller Arbeit und materieller Not” - matrix , 5. 4. , 22:30 H .

Tagung “Creative Cities - Das Versprechen der kreativen Ökonomie” - Funkaus Wien , Grosser Sendesaal - Heute , 31. 3. 2009 , 14 - 20 H

( * ) DD ist übrigens auch am Mittwoch , den 1. 4. ( 19 H ) im Wiener depot zur Ausstellung “The Porn Identity” zu hören .

( Au weia , jetzt haben wir DAS WORT erneut als # 1 der meisten Google- Treffer in unserer Statistik - Der Setzer )

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LINZ | AUSSTELLUNG | WERKSCHAU GEORG JAPPE

czz-neuesvonfreundenDie Linzer Künstlervereinigung MAERZ setzt die von unserem “Salon“- Autor Christian Steinbacher kuratierte polymorph- poetische Veranstaltungsreihe “Für die Beweglichkeit” heute mit der Eröffnung einer Werkschau des 2007 verstorbenen Poeten , Kunsttheoretikers , Kritkers und Audio- Künstlers Georg Jappe ( home ) fort . Die Ausstellung situiert sich bilokal sowohl in der MAERZ- Galerie als auch im StifterHaus und wird folgerichtig konsekutiv eröffnet :

Um 19 H treten in den Räumlichkeiten der Künstlervereinigung MAERZ die Hamburger Künstlerin Lili Fischer ( Einrichtung der Ausstellung ) in Dialog mit Heidi Grundmann , Initiatorin und mistress mind des ORF- Kunstradio ( welches ettliche O-Ton- Arbeiten Georg Jappes realisiert hat ) .

Um 20 H folgt die Eröffnung im StifterHaus ( “weniger als 10 Minuten Fussweg” ) mit kurzen Grussworten von Seiten der offiziellen Landes- und Stadtpolitik , der Kulturhauptstadt- Intendanten etc. Im Mittelpunkt steht allerdings die Rede des Kunstkritikers und zweimaligen documenta- Leiters Manfred Schneckenburger zum Werk Georg Jappes : Hier darf man Erhellendes erwarten .

Werkschau Georg Jappe - Linz : Künsltervereinigung MAERZ + StifterHaus , 1. - 19. 4. 2009 - Eröffnungen heute , 31. 3. 2009 , 19 H + 20 H

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WIEN | LITERATUR | CLEMENS SETZ

czz-neuesvonfreundenDie Besprechungen zu Clemens Setz‘ überbordendem Roman “Die Frequenzen” ( Residenz ) pegeln zwischen kompletter Ablehnung und interessiertem Staunen . Grund genug , sich ( siehe oben ) selbst medias in res zu begeben . Eine hilfreiche Räuberleiter zum Einstieg bietet Daniela Strigl , die den Autor ja bereits beim Bachmann- Wettbewerb 2008 näher ins Auge gefasst hat .

Buchpräsentation Clemens Setz : “Die Frequenzen” - Literaturhaus Wien - Mittwoch , 1. 4. , 19 H

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WIEN | THEATER | ARTMANN : FLIEGER , GRÜSS MIR DIE SONNE

czz-neuesvonfreundenSeit der herrliche Art- und Dichtersmann H. C. Artmann im Jahr 2000 verstarb , figuriert sein Name wohl in diversen Stiftungen und Preisen , ist dahingegen von seinem vielseitig curiösen Werk wenig mehr zu vernehmen . Das Gastspiel der nach dem regelmässig bespielten Schloss Damtschach benannte Kollektiv “Panorama | Schloss Damtschach” im Wiener TAG ( ehemals besser bekannt als Theater der Gruppe 80 ) bricht nun das peinliche danubische Schweigen . ( In Kärnten [ sic ] hatte man sich dahingegen bereits der Schauerromanen “Dracula , Dracula” , “Tök ph’rong süleng” und “Frankenstein in Sussex ” angenommen . )

Zu sehen und zu vernehmen ist nun eine szenische Adaptierung der Erzählung “Flieger, grüss mir die sonne…” ( aus : “How much , schatzi ?” ) . Im Folgenden Synopsis und Cast :

In seiner Erzählung “Flieger, grüss mir die sonne…” beschreibt H.C. Artmann den skurrilen Aufstieg und Fall eines von der Natur mit Vorzügen nicht gerade gesegneten Mannes, der sich mittels falscher Identität und unzähliger merkwürdiger Prothesen äusserlich und innerlich in einen verwegenen Flieger verwandelt und sich in einem französischen Seebad auf Eroberung begibt. Dabei kommt ihm nicht nur ein unangenehmer Bekannter in die Quere, der seine wahre Herkunft kennt; auch sonst ist bald aller Lack ab - und schliesslich soll er auch noch sein Heldentum bei einer Feuerkatastrophe beweisen …

Den glücklosen Flieger verkörpert Johanna Orsini- Rosenberg. Sie tritt als Frau auf besondere Weise mit diesem Text und der skurrilen Hauptfigur in Dialog, mit welcher sie vor allem die absolute Unmännlichkeit teilt. Die drei weiteren Darsteller bzw. Jazzmusiker Paul Skrepek ( u. a. “Kollegium Kalksburg” ) , W. Vincenz Wizlsperger ( ditto ) und Martin Zrost ( u. a.”Trio Exklusiv” ) geben neben aktionistischer und verbaler Vehemenz vor allem den guten Ton an : “Artmann goes concert ” .

H. C. Artmann : “Flieger, grüss mir die sonne…” , szenisch- musikalische Aktion - Wien , TAG - Vorstellungen : Donnerstag , 2. 4. bis Samstag 4. 4. 2009 , 20 H

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KLANGAPPARAT

Jetzt erst einmal richtig hingesetzt : aufrecht und den Kopf schön in der Mitte zwischen den Stereo- Boxen : Die Soundlandschaften , die der Kanadier Nimalan Yoganatha aka Shoebomber anhand von Beat- czz-hoerempfehlungLinien durchquert , sind herrlich ins stereophone Spektrum gelegt : Hier spriessen harmonische Schnipsel , dort breiten sich subtile Field Recordings aus und das alles perforiert von minimen elektroakustischen Mustern . Sein “Cantus In Memory Of Lasantha Wickramatunga” , eben bei Panospria erschienen , ist eine der elaboriertesten Entdeckungen innerhalb der Netlabel- Szene der letzten Monate . Auf geht die Reise in den aufregenden Sound- Raum … CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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Karnevalistischer Triumph des grotesken Leibes : Ernst Jandl , abseits der Stubenreinheit



||| KUNSTWOLLEN - BLOGWOLLEN ? | ERNST JANDL : POESIE IM AUF- BEGEHREN DES LEIBES | KLANGAPPARAT

KUNSTWOLLEN - BLOGWOLLEN ?

Einige Beobachtungen aus dem literarischen Echtwelt- Leben , speziell aber mancher Blick in die literarische Blogosphäre , haben in jüngster Zeit den Eindruck befördert , zwischen unbeholfenem Dilettantismus und einer betulichen Teekränzchen- ( weiblichicherseits ) bzw. teils kraftmeiernder , teils devot anbiedernder Biertisch- Mentalität ( bei den Buben ) herrsche weder Wille zu einer Literatur der Intensität , noch die Vorstellung eines konsequenten poetischen Projekts .

In dieser para- literarischen Mitmachkultur kursieren oft unreflektiert die überkommenen Werte des GutenWahrenSchönen . Oder man gibt die Vorstellung eines gefühlsecht Authentischen : “Because ( um ein prototypisches Wort einer amerikanischen College- Studentin zu zitieren , “that’s the way I really am” . Soll sein .

Was uns in|ad|ae|qu|at momentan allerdings fast am schlimmsten zum Würgreiz animiert , sind jene betont geistreich und angestrengt metaphysischen Debatten , welche die Berufenen vom Zaune brechen , um über eine straks folgende Horde von Schleimern zu triumphieren .

Als stünde das selbst ausgerufene Label “Literatur” an und für sich ( sowie ungeachtet ihrer Form ) für das neudeutsch “Wertige” und das Bessere im Menschen … Aber lasst , bitte , Eure ICH- Masken tunlichst umgebunden : Wir wollen mitnichten wissen , wer da dahinter steckt -

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ERNST JANDL : POESIE IM AUF- BEGEHREN DES LEIBES

Roland Topor securite 1986

Gehen wir Von Michail Bachtins Verständnis des “kanrnvelaistischen” Aufbegehrens des Leibes gegen den Geist auf ( Rabelais ) , stossen wir im Werk Enst Jandls auf zahlreiche Belege für die Unterwerfung der “res cogitans” durch die von Descartes missachtete “res extensa” . Tabuisiert und verdrängt durch nachfolgende Theorie- Generationen , exemplifizeren Jandls Gedichte die unausweichliche Gegenwart des Leibes im Leben und Leiden der Schriftsteller- Existenz . Also das , was bei den literarischen Teekränzchen keusch unter den Tisch- und anderen Decken bleibt .

ernst jandl - die scheißmaschine

du wunder mensch, verwundetes mirakel,
du nicht ihr ingenieur, nicht ihr erfinder
doch ihr besitzer, nutznießer und pfleger
vom munde führt der lange weg nach innen

für nas und zunge köstlich different
treten in dich, o mensch, die speisen ein
dein organismus sich mit leben füllt
und ebnet ein, was aus dem arschloch quillt

von hier an hast die scheißmaschine du
geliebt- gelobter mensch in deine hand genommen
muscheln gebaut, um stöhnend drauf zu sitzen
kanäle angelegt, darin die ratten flitzen

( idyllen , poetische werke 9 - 106 )

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ernst jandl - essay von der darstellung des menschlichen lebens ( auszug )

( … )

kolonnen von
verrichtungen
durchqueren
kolonnen von
verrichtungen:
freß-, trink-, scheiß-,
piß-, geschlechtsakte,
sitzakte, steh-, geh-
liege-, hebe-, lauf-,
akte, sprechakte, bück-
hock-, knie-, wurf-,
schreiakte, schreib-
akte, schneide-, hack-,
zahl-, kratz-, schabe-
akte, leseakte, sammel-
wasch-, reibeakte, berühr-
akte, leckakte, horch-
zeige-, öffnungsakte, schließ-,
reiß-, klebeakte - dies sind
noch die wenigsten von
allen, die
jedes einzelne als kolonne
quer durch alle anderen
kolonnen jedes einzelnen
sich ziehen; so
ein korb, ein korpus, ist es, darin (solang darin)
ein herz
funktioniert: das
EKG (kolonnen davon)
als biograpphisches medium;
der sitzplan als biographisches medium für platzanweiser;
zwei kolonnen, irgendwelche
(z. b. scheißakte, stampfakte)
reicht für jedermanns
biographisches koodinatensystem;
oder bündel von
kolonnen (strahlenbündel; sonnen) fürs
unausbleibliche, kunst;
roman aus
grätsch-, selbstbetastungs, fremd-,
betastungs-, reibe-, riech- und
spritzakten (sonnenroman; romansonne)
poesie aus
gurgel-, keuch-, kotz-, küß-,
pfauch-, schrei-, stöhn-, stotter- und
schweigeakten (ideal- bzw. odolpoesie);
( … )

Roland Topor Au Jardin 1976

( wischen möchten , poetische werke 6 - 174 - 180 , 178 - 180 )
( Illustrationen : Roland Topor )

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KLANGAPPARAT

Husten , Stöhnen , Todesahnungen und Mantras , verschnitten mit höchst vitalen Breakbeats , Dub- , Ethno- und Electronica- Sequenzen : Selten so viel chaotische Leiblichkeit in stark changierenden czz-hoerempfehlungKlang- Temperierungen gehört , allesamt eingebettet in einen organischen Flow : Ein absolut karnevalistischer Wechselbalg , den das Belgrader Kollektiv “Sound of Illusion” ausgerechnet nach einem Essay Sigmund Freuds benennt . Und per Netlabel sociopath- recordings ( Taiwan ) zu Gehör bringt . Eine höchst vitale Interpretation des “vanitas”- Topos -

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