Tag Archive for 'blogosphare'

jeder grimm ein gewinn , jeder kuss ein schuss



Klagenfurt , Folge 0 .

Vor dem jährlichen Sprach- , Schreib- und Kommentarfest an der Furt klagender Dichters- Männer und -Frauen ergreift in|ad|ae|qu|at die Gelegenheit zum Grossreinemachen im Limbo des Lingo . Bevor wir uns allerdings mit den Listen lexikalischer linguine belasten , gehen wir kurz aufs Ganze und Selbiges systemisch an , wenn wir die kommunikativen / distingierenden Strategien , welche den weh- weh- weh- Umgang miteinander nicht eben erhebend gestalten . Trolls, Flames und ähnliche Parasiten machen manch fröhlichen Kommentar- Raumgestalter das Leben schwer . Effekt ist Überstrapazierung der DELETE- Taste und damit mögliche Abschreckung der harrenden Heerscharen von friendly comments . Was wäre , fragt unserer französischer Freund Olivier , nach dem Prinzip der Solidarité nun zu tun ? - Selber freund- und kommentarlich einzuspringen ?? - Damit man sich am Ende die Troll- Plage auf eigene Seiten zieht ??? - Fraglos ein Dilemma .

TÜVWovon der Metablogger aber ( noch ? ) nicht spricht , ist jenes Aufmerksamkeitsschinden , welches die kommerziellen Klick- Sklaven in Deutsch- Blog- Land tagtäglich inszenieren . Ein starker Sager , ein behänder Claim , und der Traffic steht Schlange vor der Zählmaschine . Sind nicht just eben solche Windmacher die ärgeren Parasiten , die sich am Potenzial freischwebender Interessen mästen ? - However . Gemütlich ist es sicher nicht , die tägliche Anzahl von Klicks , von Minuten Verweildauer und von Absprungsraten ( in Prozent ) als Cash plus / minus vorgerechnet zu kriegen . Zum Thema Rechnung ist ein regelmässiger Blick auf Robert Basics Basisarbeit zu empfehlen .

TÜVin|ad|ae|qu|at mit seiner print- geprägten Kaum- Kommentar- Politik wäre unter Oliviers Prämissen natürlich ein MAUSETOTES Ding . Macht nichts , wir fühlen uns - ob Sie das jetzt interessiert oder nicht - trotzdem einigermassen lebendig . Oder es ist alles ganz anders und die Population unserer Spring- und Stammkunden ist - tout court - einfach nekrophil . Zum Thema “Tod und andere Peinlichkeiten” kommen wir im Übrigen nicht umhin , Detlef Gürtlers zarte Korrektur des im Zeichen Saturnischer Stimmung in|ad|ae|qu|at angeschwärzten Niggemeier auch in den Haupttext zu nehmen . Schwarzsehen kann , wie man sieht , zu politisch wie persönlich höchst inkorrekten Resultaten führen . Mildernd sei dem aber der Aspekt eines kulturellen Kontextes entgegen gehalten , wo - abgesehen vom Genius Loci der Freud’schen Fehlleistung - es noch immer Negerbrot , Mohrenbräu und rituelle Polizei- Schikane dunkelhäutiger Menschen gibt . Mit dem Sarotti- Mohr darf sich die deutsche Platz an der Sonne- Historie vergnügen , wir halten es da ja eher mit dem Meinl- Murl .

TÜVWillkommen also im Reich der bösen , ungeliebten , irritierenden - mitunter gar amüsierlichen - Wörter , wie sie täglich , monatlich oder statistisch aufgeklaubt und ausgestellt werden . Den Wortistik- Lieferbetrieb müssen wir an dieser Stelle nicht mehr nennen : es kennen und schätzen Sympathisanten dessen regelmässige Perlen , ganz ohne ira et studio . Zorn und Abscheu kann man sich frei Haus holen , hausiert man in Blog , Web und Mail mit eklem Lexik . futurezone und SpOn präsentieren parallel die Ergebnisse einer von AFP | reuters kolportierten YouGov- Umfrage unter Britischen Usern .

TÜVQUOTE ::: Auf Platz eins der daraus resultierenden Rangliste rangiert “Folksonomy“, eine Wortkreuzung aus folk [Volk] und taxonomy [Klassifizierung], die die kollaborative Kategorisierung, etwa über Tags, beschreibt. Der Umfrage zufolge lassen die Begriffe die Nutzer “zucken, erschaudern und wecken in ihnen das Bedürfnis ihren Kopf auf die Tastatur zu knallen”. “Blogosphäre“, der Überbegriff für die Weblog-Szene kam auf Platz zwei, gefolgt von “Blog” [ na ja, sorry ] auf Platz drei. Auf Rang vier schafftes es die “Netiquette”, also die Etikette im Internet, an fünfter Stelle im Ranking steht “Blook”, der Begriff für ein auf einem Blog basierenden Buch. In die Top Ten schafften es auch noch “Webinar” [Online-Seminar], “Vlog ” [Video-Blog] und “Wiki”. UNQUOTE . Die in|ad|ae|qu|at verwendeten Begriffe sind verlinkt , im Rest der Fälle wäre für “unschuldig” zu plädieren .

TÜVlive.hackr geht da selbstredend schon mehr in die Tiefen , aus welchen er Killer- Komposita Proprioception , Efeckinxactly oder Infoxikation birgt . Nachsehen bitte selber . Das ist selbst vom Jargon Watch @ wired kaum zu überbieten , die letzte Lieferung serviert die Begriffe Ecosexual [ A person who's nto hybrid cars, low-energy lightbulbs, and recycling. Now that environmentalism is hot, ecosexuals are getting increasingly fashionable. ] , Online analyst [ Hired by companies like Coca-Cola and AT&T to monitor what's being said about them on social networks and blogs, online analysts use the Internet as a vast unpaid focus group. ] , Social network fatigue [ The ennui induced by persistent solicitations to join new social networks. It is especially acute in those who are already members of more MySpaces than they can remember. ] sowie Slow travel [ Getting from point A to point B at a leisurely pace. Slow travelers, who prefer trains and boats to cars and jets, brag that they take as much pleasure in the journey as in the destination. ] - wie man sieht , ein Derivat des per se sich überlegen denkenden Slow Food . Zeit , an die Achtsamkeit - Unding an sich - zu gemahnen . Wanna more ? - Bitte sehr : Die Deutsche Sprachpflege .

TÜVA propos Unding wäre auch Lanu’s Linkstreik , diesmal allerdings nicht dem Wort nach sondern dessen Ursache , einem weiteren scharfen Schiedsspruch in Sachen Forenhaftung . Scharf auch das Ein- bzw. das Auskochen unbedarfter User . Mit so ernsten Dingen befasst sich das Blogger-ABC der Blogpiloten leider nicht , kritische Masse wäre durchaus zuhanden . Von sämtlichen Guten Geistern verlassen gibt sich im Übrigen ein Reimender Rainald , der eben das GEGEN wierder einmal aufleben und dabei ein rettendes Hilfsverb vermissen lässt . Womit der Kreis von und nach Klagenfurt gerundet ist . Mehr dann vor Ort .

Ein kleines Festival als Parallelaktion zum Wort- und Kommentar- Potlatsch startet in|ad|ae|qu|at für diese gezählten Tage mit einer kleinen czz hörempfehlungExploration durch die Werke des japanischen netlabels bumpfoot . Wir starten mit release # 36 @ Japan . Wenn sich cHMa aus Mexico von vorneweg auf Vladislav Delay beruft - - - kann da noch irgend etwas schief gehen ? - Auf DIESEM Label NICHT . cHMa also mit der EP Medios Bajos von ab|so|lut mi|ni|mal über zu KraftKraftWerkWerk ( 16/16 ) und 3/4-Takt- Polka. Dots Anmutungen . 01.entre callao y corrientes (5:17) , 02.22 meses (6:32) , 03.sitio de red , 04.viajando en colectivo (6:38) und schliesslich : 05.iniciacion chaca chaca edit (8:12) . Let’s get initiated . Wär’ ja phantastisch , wenn Klagenfurt auch so klasse taktet .

Tiere sehen dich an



Update 25. 6. 2007 : ad Blog- Ökonomie ::: Robert Basic geht es beinhart an ::: Daten zu Einkommen via Blog . Bravo Bravado , to be cont’d .

“Stehlen” die von Zeitungen und Sendeanstalten marketingmässig implementierten Blogs den Privatbloggern bzw. Citizen Journalists die Blogosphäre ? - Die Wogen der Debatte gehen hoch : Bei den selbsternannten Rebellen ebenso wie in der abgeklärten Beobachterbox . Dass sich Michael Hanfeld c / o FAZ in Fraktur dazu schaltet und bebend Die “Enteignung der freien Presse” durch die Digitalstrategie der ARD beschwört , sorgt für überzähligen Unmut . “Namen sind Nachrichten” hat man uns einst on the job als Kardinalregel des Tagesjournalismus gelehrt . Dagegen gilt in der Blogosphäre bzw. in Hinter- Bloghausen : “Meinungen sind Nachrichten”. Wer diese Meinung und vor welchem Hintergrund hegt , zählt nur sekundär . Die sogenannte Schwarmintelligenz zieht willig mit den im Link-, Scout- und Favoritesystem geschickt Platzierten , allzeit bereit , im Modus von Meinen, Glauben und “Ich finde” dem Plogpapst der Stunde sich anzudienen und zu applaudieren .

Ein Blogcensus , der nicht auch basale Daten zur Ökonomie und Organisation des Bloggens enthält , bleibt eine halbe - und dabei höchst gemütliche - Sache . Man wird ( bei Wahrung der Anonymität ) erheben müssen , ob ein Blog auf Kosten von Freizeit oder als remunerirte Hauptbeschäftigung entsteht . Ob eine Einzelperson den ganzen Durchsatz bestreitet oder der Blog als Stafettenlauf Mehrerer über die Bühne geht . Und schliesslich : Wie viel wird beim Bloggen verdient ? und geschieht dies a. von a priori- Auftraggebern ( etwa Institutionen ) oder b. durch Hereinnahme von Werbung ?

Damit wären Hintergründe - und ich wiederhole : anonym - erhellt , welche auf diskrete Weise mit dem Blogverhalten gegen gelesen werden könnten . Kampfbloggen und Krakeelen wären derart als Geschäftsmodell im Kontext der Aufmerksamkeitsökonmie zu sehen - und damit auch die Selbstgerechtigkeit der Szene ein wenig relativiert . À Propos : This blog has just been scanned by Operation blogControl and has been indexed as active weblog.

Und nun das Tier des Tages , da kann , zweite on the job- Regel im Print , nichts schief gehen . Der Standard druckt heute die Humboldt- Pinguine beim Splish- Splash im verglasten Becken des Schönbrunner Tierparks . Da sich der Abzug noch in der Reaktion befindet , bleibt in|ad|ae|qu|at nur ein Quid pro quo . Also die Giraffe . Mit leichter Irritation horizontal übr der Augenpartie - unwillkürliche Signatur des alten Scanners . Armer Alter : Du stehst prominent auf der Hardware- Abschussliste und der HD- Nachfolger bereits auf der Matte .

scönbrunn giraffen 02

[ foto : czz long Distance Dedication : Reykjavík ]

Akustisch scheint’s wieder mal high time für Mixotic , die jüngste Release mit Jacksins Remixes von Cristian Paduraru . Die Mixos dürften allerdings noch czz hörempfehlungnicht recht aufgewacht sein , das Loading dauert und dauert und dauert . Na gut ::: Wechseln wir also an die Nebenstelle und hören uns die wapp- schwappenden Sphärenklänge ganz einfach auf myspace an . Gezeiten- Wechsel zwischen ozeanische Schwebungen und schwülem Brüten .

monday | monTAG | montage von montagsmodellen



Montäglich ist dem Sonntäglichen Sermon mit den tags “conspiracy” / “shutdown” / “paranoia” ein Vernunftgrund nachzureichen . Nämlich es wurde beim emotional katholisch kathartischen Bad in der Wiener Web- Wäsche eine essentielle Frage vergessen . Die wird jetzt im werktäglichen protestantischem Arbeits- und Aufklärungs- Geist nachgestellt .

Es handelt sich um eine Entscheidungsfrage . Dual rational . Mit A. oder B. zu beantworten . Tertium non datur , West oder Ost . Böse 1 oder Böse 2 . Am Effekt - den für Kleinunternehmer , Netzarbeiter und Freiberufler ohne Lobby unbekömmlichen Verhältnissen der alternativlosen Abhängigkeit von einem ( zugegeben : selbst ) gesetzten System von infrastrukturellen Ressourcen [[ kein Systemtechniker in der Firma , der rennt , wenn's brennt , kein Leihgerät von der Ü- Stelle , und All Das bei laufendem Ticker der kostenpflichtig ohne konkrete Produktfertigung und -Vergütung vergehenden Zeit ]] , ob diese nerven- und wertverzehrende Dependenz Ergebnis und Effekt sei von :::

shower miniA. der traditionell ( und politisch total inkorrekt ) als “Balkanismus” bezeichneten , sehr wienerischen Mischung aus Schlamperei, Nepotismus und institutionellem Feudalismus ? [ Also ::: Paradigma "Osten" , "Chaos" , G. von Rezzoris "Maghrebinische Geschichten" . ]

oder ob

shower dogB. diese nur mit “Kismet” zu nehmende Abhängigkeit von arroganten Anbietern und Marktführer- Monopolen nicht umgekehrt dem Neoliberalismus westlicher Prägung entspringt , der vernehmlich “freien Wirtschaft” mit ihrer Orientierung am Survival of the Fittest ?

Möglicherweise strömen da aber doch just in Wien zwei Miasmen zusammen wie zwei einander verstärkende Abgase . Atemberaubend sind sie allemal . Das hilft nur Eins , um kühlen Kopf zu bewahren ::: Ein Shower / Schauer / Schaudern ! ( Chowder auch erlaubt . )

shower marine emergency

Das weiss man, was man physiotherapeutisch hat . Weniger zu wissen ist das bei den schnell erhitzten Aufregern , welche die Presse montaglich serviert . Vielleicht sind die anzuzeigenden kulturpessimistischen Instantsuppen ja wirklich das Ergebnis eines langen Sommerwochenendes bei heissem Kopf und klein köchelnder intellektueller Flamme ? - Montag muss jedenfalls was ins Blatt . Oder online .

shower miniIn der FAZ ist mal wieder Harald Staun zugange ( remember : Die Staun-ende Diagnose von Autismus und Autoerotik der Blogosphäre ) und beackert eine - schön österreichisch gesagt - “g’mahte Wiesen” . Springt auf den neuerdings kulturpessimistischen Zug David Weinbergers auf . Derselbe Blog- Weinberger , welcher als Co- Autor der 95 ( Luther ) Thesen des Cluetrain- Manifests im Jahr 1999 dem Web 2.0 eine herzlich idealistische Morgengabe bereitet hatte , tönt jetzt , eight years after , sehr viel skeptischer . In der Welt der Blogger, Tagger, Digger, Social Bookmarker und DiY- Beschlagworter gingen mit den alten taxonomischen Vereinbarungen auch deren kollektive Sinnstiftungspotenziale verloren : Das einstige “Paradigm Lost”- Lamento heisst jetzt “Everything Is Miscellaneous” und meint , kurz gesagt ::: Alles wird Wurst .

Ha ! - Was für ein buchstäblich gefundenes Fressen für das - um die alte Themen- und Deutungsmacht bangende - Feuilleton ! - Mit dem Kriterienverlust der Kategorisierungen zerstäuben ( abstrakt gesagt ) gesellschaftsstiftende Bezüge , konkret aber auch die Zuständigkeiten und Revier- Privilegien der klassischen Medien- Ressorts .

shower dogStaun übt sich als Wiederholungstäter , indem er erneut die frei publizierende Welt in die Schranken von Ordnung und Subordination verweist . QUOTE ::: “Die Neuordnung des Wissens mag ein Zeichen für die Demokratisierung sein, doch angesichts solcher Effekte fällt es schwer, den Ruf nach autoritären Auswahlverfahren zu unterdrücken. Dass sich Zeitungsredakteure der geballten Weisheit der Massen nicht voreilig geschlagen geben müssen, liegt wohl auch daran, dass das Sortieren, Bewerten, das Aufblähen und Verschweigen von Nachrichten nicht nur pure Herrschaftsausübung ist - sondern einfach auch eine Dienstleistung, die dann doch der ein oder andere Leser zu schätzen weiß. Dass diese Entscheidungen kein Ausdruck einer natürlichen Ordnung sind, beginnen nun allerdings auch die Leser zu merken.” UNQUOTE .

Taxatorisch stehen Folksonomy versus FAZonomie ::: Unterschiede bestehen - eben ganz im Gegesatz zur Annahme “natürlicher” Odnungen in der behaupteten Kompetenz . Ob sich selbige in Stauns Artikel tatsächlich zu nachvollziehbarer Geltung bringt , sei rhetorisch dahingestellt . - - Der Mann kann einfach nicht anders handeln wie New Yorker- Autor John Colapinto , der ungebührliche Leserreaktionen auf einen hagiographischen McCartney- Artikel mit rescher Zurechtrückung der Verhältnisse zwischen gebuchtem Print und unberufener Zuschrift konterte . “…And That’s Why You’re A Blogger And Not A Writer”: New Yorker Writer Gets Touchy In Comments Section Of Blog titelt trefflich die Huffington Post und dokumentiert den Verlauf einer recht uneleganten Klärung der Verhältnisse nach redaktioneller Perspektive ( “What a missed opportunity. If only bloggers ran the actual publishing world!” ) .

shower miniNatürlich wieder eine dieser Aufregungen im Wasserglas , gegen welche der empfohlene Shower / Schauer / Schauder klärende Kräfte hätte .

Aber habt Acht : Da kommt ja schon die nächste montägliche Erregung . Droht uns die “digitale Demenz”? bangt ausgerechnet Florian Rötzer in Telepolis , bleibt aber bereits im Untertitel des Artikels keine harte Antwort schuldig ::: “Im Digitalen Zeitalter droht die Vergesslichkeit: Mit den überall zugänglichen digitalen Speichern als ausgelagertem Gedächtnis müssen wir nur noch suchen und brauchen uns nichts mehr merken”. - Nein, das wäre uns gar nicht aufgefallen , dass wir die Masse von PINs, Codes, Passwörtern und Usernamen gedächtnislos ( Plato ! Phaidros ! ) in Apparate tippen, welche selbst wiederum nur durch Eingabe neuer Nummern und neuer Codes zu starten sind .

shower dogAls kulturpessimistisches Montagsmodell passt dieser aufgelegte Aufreger genau in jene Kategorie schnell ausgerufener und wenig recherchierter Trends , welche Das Immermehrblog dankenswert aufspiesst und zusammen stellt : Als helle Eleven des Journalismus stellen sich Mathias Peer und Lenz Jacobsen den Realitäten und das Engagement, Offensichtliches zu benennen : “Welche Trends sind echt und welche werden bloß von übereifrigen Journalisten in die Welt geschrien? Immer mehr ist die Lieblingsfloskel der Trendbehaupter. Es verdeckt schlechte Recherche und mangelnde Fakten. Diesen beiden Wörtern ist dieses Blog gewidmet - Momentaufnahmen einer Welt, die sich angeblich immer mehr in eine Richtung bewegt.” - Bitte immer mehr davon ( siehe Register !) und diesmal Telepolis mit listen !

shower miniGar in Folge Numero 265 geht eben auf onlinejournalismus.de Thomas Mrazeks nimmermüde Serie über Qualitätsjournalismus und das schlimme Internet : “Immer mehr” und “immer weniger” wollen wir solche Annotierungen journalistischer Montagsmodelle missen . Sind fast so wirksam wie Shower / Schauer / Schauder / Chwoder zusammen .

Zu so viel Montag passen und cheesy-ness passen die billig- Disko- Sequenzen der Evil Fairy- EP von Alic , nicht nur bei dem , sondern auch czz hörempfehlungdie Gründer des Netlabels Digital Diamonds : Der Genuss ist Münsteranisch kühl und ungefählich , da nur in Kostproben verabreicht . Dies überdies schlimm- cheep ausgefadet … , wir nehmen den letzten Titel bei dessen Wort . 01.evil fairy , 02.icedive , 03.evil fairy (kalumet remix) , 04.the gentle way of minddestruction (theme fe rework) .

Blog der Woche + sonstiger Lorbeer



Das Auspreisen von Awards fruchtet bekanntlich zwiefach :::

Symbolisch wie aufmerksamkeitsökonomisch multiplizieren sie die Ehre sowohl für den Preis- Geber als auch für dessen -Nehmer. Was aus allen Jurien und Preis- Stier- Comités hinlänglich zu wissen ist - [- die Institution schmückt sich mit den Lorbeer- Blatt- vor- dem- Maul kleinlaut Bepreisten - ] - hat nun auch in Blog- Dorf statt .

Merke ::: Tu Gutes und Schreib darüber . Also : Über den das Blog der Woche . Jetzt bewerben . Dann Du bist dran , womöglich drin zu sein .

czz lorbeerkranz

Ein Marketing ist ein Marketing ist ein Marketing . Eben . Ist das jetzt inadäquater Grund dafür oder dagegen ?

Und ::: Gehen Adressen- Jäger nicht nach ähnlichen Methoden vor , durch Verheissung von Preisen , Auszeichnungen oder sonstigen Vorschüssen ihre willigen Targets zu fischen ? - - - Aber lassen wir das . Haben uns als inadäquate Crash- Test- Dummies selbst ins Rennen geschickt . Werden sehen , was wir davon haben .

czz lorbeerkranz

Preis- Treiben , Ranking- Ränke , zur Zweiten . Das Pushen von Gaga- Awards á la BLOGine 2007 rennt in der männlichen Welt selbstredend offene Hosen Türen ein , wobei sich die Turis und Don Alphonsos ( vulgo Rainer Mayer ) innerhalb der deutsch nabel- betrachtenden A- Bloggerwelt mit ihren Hahnenkämpfen ziemlich anstellen . - Klar war doch wohl dem Leser nicht entgangen , dass Turi spontan und spurlos aus der VanFair verschwand . In extenso gibt’s die Protokolle blogosphärischer Hysterie bei Stefan Niggermeier zu lesen .

czz lorbeerkranz

Aber zurück zum Prinzip des Gaga- Awarding , Preis- Treiben , Numero Drei . Nicht minder decouvrierend ist das Gewimmer , welches Nikolas Rechenberg in Richtung seiner Fankurve schrillt , um Nikos Weinwelten in die Top- Hundert zu bringen . Dafür lässt der - ledgilich der Guten Sache verpflichtete - Autor sogar ein Schock Sekt springen . QUOTE ::: Bringt Nikos Weinwelten nach vorn! Weg von Platz 146 unter die Top 100! Die ersten 12, die sich ausserdem [...] unter meiner neuen Adresse eintragen [...], erhalten eine Flasche Sekt Rurale von Allendorf . UNQUOTE .

czz lorbeerkranz

Die wirklich und einzig erfreuliche Auszeichnungs- Ansage spielt in der vergleichsweise realen Welt und betrifft die mit knapp 75 Jahren in allen Kategorien flinkeste Wienerin , Elfriede Gerstl . Der Heimrad- Bäcker- Preis geht damit gerade zum zweiten Mal an eine Frau ::: Schau schau !

Schliesslich - man beachte die klassisch moderierte Überleitung - lässt sich sogar Telepolis herab , eine Top- Ten der Netlabels zu erstellen ::: And the Winner is - - - dreimal geraten - das inadäquat adorierte Thinner .

Nun aber switch to flumo ::: Zur musikalischen Zuspielung zum Survival of The Fittest taugt Ludwig Coenens Frankfurter Hammer percussiver czz hörempfehlung Presets - Aspect Ratio - allemal . Nach diskreten clicks & cuts wird man da vergeblich fahnden . Macht nix , tant mieux ::: Angemessen brachiales Adrenalin für den Einstieg in den Ring des Konkurrenzkampfes . 01.Aspect Ratio (7:22) , 02.Spider rows (6:01) , 03.Ugly Backtard (6:33) , 04.Aspect Ratio(Jxnblk rmx) (6:05) - - - Zugegeben ::: Der Titeltrack hats in sich - vier Viertel auf Schitt & Tritt . Fish Here For Further Listening .

ff Lesen - Schreiben , Pull - Push, Lock-In



Noch einmal zu problematischen Scheidung der Blogstudie2007 in Nur- ( Blog) -Leser und Nur- (Blog) -Schreiber . Aus der praktischen Erfahrung war inadäquat angemerkt , dass dem Pushen / Publishen ein Gutteil Pull voran geht . Einsaugen , Prozessieren , Absondern ::: Diesen Metabolismus finde ich eben in einem älteren Essay des lange geschätzten ( und länger schon persönlich vermissten ) Franz Schuh.

FA-Franz-Schuh

Artwork : Andrea Maria Dusl

Im Abschreiten der “Stationen [s]einer Leserkarriere” benent der Berufsleser Schuh das Syndrom des “Lock-In” . Denen , welche auch zum mundanen Überleben das Lesen- Müssen zur fortgesetzten Zeilen- bzw. Sendeminuten- Hononrierung dient , zeigt sich solcher Stoffwechsel nicht immer von der erhebenden Seite .

Franz Schuh :::: “Lock in”-Zustand

lch liebe Menschen, die ihre sehr eigenen Interessen grundsätzlich so ansetzen, dass sie mich mit der Schamlosigkeit ihrer Unschuld unter ihre bedürftigen Erwägungen subsumieren und in sie einspannen. Mit Recht gehen diese Menschen davon aus, dass intellektuelle Arbeit für sie kostenlos sein muss. Im Meer der Informationen, auch der über Bücher, bedarf es der Lotsen, und welcher Mensch erzählt nicht gern aus freien Stücken über seine Fahrten?

Ich habe erfahren, was das Schlimmste ist: Das Schlimmste ist nicht die eventuelle Weltferne durch Lektüre. Zum Schlimmsten kann das Gefängnis jenes Verweisungszusammenhangs von Lesen und Schreiben werden: Man liest, um zu schreiben, und schreibt, um zu lesen: ein “Lock in”-Zustand. Es ist schon fragwürdig, wenn man das Wort “Lesen” zelebriert, wenn man also eine simple “Kulturtechnik” exklusiv im emphatischen Sinne anspricht. Kommt dazu “das Schreiben”, dann produziert man die geschlossene Gesellschaft zweier Fetische. Fetischbetreiber sind naturgemäß auf ihre Fetische fixiert, sie sehen darüber hinaus nichts. [ Hervorhebungen czz ]

Vielleicht denken die Leipziger Unter- / Scheider zwischen Lesepfuhl und DTP einmal über solche Differenzierungen / Überlagerungen in der Blogosphäre nach ?