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Alte Schmiede : 3 Aufrufe - 3 Repliken



||| I. VIELE FRAGEN - KAUM DISKURS | II. BRIEF , BLOG , PRESSE | III. IG AUTOREN AUTORINNEN | IV. GAV | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

I. VIELE FRAGEN - KAUM DISKURS

Alte Schmiede Was tunInstitutionen und Privatpersonen , Mitarbeiter und Gestalter , Musiker und Autoren : sie alle wollen wissen , wie es nach dem Verkauf des Hauses Schönlaterngasse 9 um die künftigen Geschicke der “Alten Schmiede” steht . Mit dem seit über 30 Jahen im Haus Numero Neun situierten “Literaischen Quartier” ( 30 Jahre ) und der “Musikwerkstatt” ( 30 Jahre ) steht freilich nicht nur ein pittoreskes Ambiente auf dem Spiel , sondern das zunehmend rar werdende kulturpolitische Anliegen langfristiger Förderung neuer Kunst im Entstehen sowie im Verstehen seitens des Publikums . Die entsprechende Formulierung der Trägerorganisation “Kunstverein Wien” lautet wie folgt :

Der Kunstverein Wien wurde im Jahr 1972 gegründet und hat gem. § 2 der geltenden Statuten den gemeinnützigen Zweck, Kunst und Künstler sowie das Verständnis für diese zu fördern. Seine Tätigkeit ist nicht auf Gewinn gerichtet.

Langfristige Planung , Offenheit für Unkonventionelles sowie “realistische” Honorare für künstlerische und kulturvermittelnde Leistungen haben die “Alte Schmiede” zu einer für viele Kunst- und Kulturschaffende buchstäblich lebensnotwendigen Institution gemacht . Entsprechend gross ist die Aufregung über eine mögliche Gefährdung von Bestand und Betrieb der “Alten Schmiede” .

Es ist bemerkenswert , dass - seit die Nachricht um einen möglichen Verkauf des Hauses kursiert ( 17. Mai , Der Standard ) - kein nennenswerter Diskurs über das Thema entwickeln will : Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage , inwieweit sich die Kulturadministration der Stadt Wien zu Zeiten der Event- und Spektakelkultur zum kulturpolitischen Wert von “Bildung , Partizipation und Entwicklung” bekennt , in deren Geist der “Kunstverein” gegründet worden ist .

Statt statt klar beantworteter Fragen gibt es Protestnoten und unverbindliche Repliken . So brauchte es zehn Tage bis der zuständige Stadtrat auf die dringlichen Fragen seitens der “IG Autorinnen Autoren” sowie der “GAV ” reagierte . Drei Beispiele für “die nicht gegebene Antwort” werden im Folgenden dokumentiert .

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II. BRIEF , BLOG , PRESSE

Alte Schmiede Was tunAm 27. 5. ging ein Mail- Rundschreiben von Seiten des Vorstandes des “Kunstvereins Wien” zur “Information und Erklärung zur Situation der Alten Schmiede” an viele Autorinnen und Journalisten . Unter der dezidierten Erklärung ,

dass sich der Kunstverein weiterhin mit Nachdruck um eine gedeihliche Lösung der entstandenen problematischen Situation bemühen wird, damit der in seinen Satzungen festgelegten Aufgabe, diesen ‘Mittel und Einrichtungen zur Ausübung, Vervollkommnung ihrer schöpferischen Kapazität zur Verfügung zu stellen’, verantwortungsvoll nachgekommen werden kann ,

wurden die Fakten wie folgt dargelegt :

Seit kurzer Zeit hat die Wiener Städtische Versicherung, ihr Generaldirektor Dr. Günter Geyer war 12 Jahre Präsident des Kunstvereins Wien und zeigt sich in der Angelegenheit persönlich engagiert, bekannt gegeben, das Gebäude Schönlaterngasse 9 verkaufen zu wollen.

Trotz mehrfacher Bemühung seitens des Kunstvereins hat eine gemeinsame Problemberatung von Hauseigentümerschaft, Kulturabteilung der Stadt Wien, auf deren Initiative der Kunstverein 1969 gegründet und 1975 in der Alten Schmiede etabliert worden war, und dem Kunstverein Wien bislang nicht stattgefunden.

In spontaner Reaktion verfasste der Wiener Autor Michael Hammerschmid ein flammendes Plädoyer für die “Alte Schmiede als Bleibe” , welches den historischen , symbolischen und gesellschaftlichen Raum der Institution plastisch umschrieb . Ungeachtet dessen , dass die Immobilie inzwischen tatsächlich in neue Eigentümerschaft übergegangen war , publizierte Hammerschmid seinen Essay am 30. 5. auf in|ad|ae|qu|at . Per Brief ging der Text auch direkt an die Wiener Städtische Versicherung . Voriges Wochenende wurde das Plädoyer : Für die Alte Schmiede als Bleibe von der Tageszeitung “Die Presse” abgedruckt .

Dem in Form eines offenen Briefes formulierten Essay fügte die Netz- Redaktion den Hinweis auf die “Antwort von Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung” hinzu . Zu dumm nur : Der Link führte den ganzen Samstag und Sonntag lang ins Nichts . Online also : keine Antwort .

Alte Schmiede Günter Geyer Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung ( click to XL )

Sehr wohl online ist dahingegen ein Interview mit Günter Geyer über Expansionspläne der Wiener Städtischen im Montags- “Standard” .

Edit : Montag wurde schliesslich auch der defekte Link der “Presse” zur Replik von Dr. Günter Geyer , dem Vorstandsvorsitzenden der Wiener Städtischen Versicherung , “repariert” . Im Volltext :

Sehr geehrter Herr Dr. Hammerschmid!

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben, dass Sie mir per E-Mail am 30. Mai übermittelt haben. Aus Ihren Zeilen wird deutlich, dass Sie sich um die Zukunft der Alten Schmiede große Sorgen machen und einen Appell an uns richten, von einem Verkauf des Hauses in der Schönlaterngasse Nr. 9 abzusehen.
Der Verkauf des Hauses Schönlaterngasse Nr. 9 ist eine unternehmenspolitisch notwendige Entscheidung. Die Immobilienpolitik der Wiener Städtischen Versicherung AG Vienna Insurance Group hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Wir investieren heute in größere Objekte, Zinshäuser oder Immobilienfonds. Mit dem Kunstverein Wien besteht ein aufrechter Mietvertrag, der vom neuen Eigentümer übernommen werden muss.
Die Wiener Städtische ist bereits seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Förderin von Kultur und Kunst. Dies ist integraler Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie und –kultur. Dabei stellen wir den Gedanken an den Nutzen für eine möglichst breite Allgemeinheit in den Mittelpunkt unserer kulturellen Aktivitäten, für die wir bereits vielfach ausgezeichnet worden sind. Aktuell unterstützen wir seit Jahren die artothek der Alten Schmiede – im Sinne unserer Förderung der zeitgenössischen Bildenden Kunst in der Österreich. Auf dem Gebiet der Literatur engagieren wir uns seit Jahren für Projekte zur Lese- und Schreibförderung der heimischen Jugend.
Ich selbst war vor einigen Jahren Mitglied im Vorstand des Kunstverein Wien und weiß daher sehr gut, welchen Beitrag der Kunstverein Wien in der Vermittlung von Kunst und Kultur leistet. Ich bin zuversichtlich, dass für die Zukunft des Kunstverein Wien eine konstruktive Lösung gefunden werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Günter Geyer
(Vorstandsvorsitzender Wiener Städtische Versicherung AG)

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III. IG AUTOREN AUTORINNEN

Alte Schmiede Was tunAuch die “IG Autorinnen Autoren” hat auf die Nachricht vom ( möglichen | erfolgten ) Verkauf des Hauses reagiert . Zum einen mit der Aktion “1.000 Stimmen für die Alte Schmiede” , zum andern mit den expliziten Äusserungen des Geschäftsführers Gerhard Ruiss , den “katastrophalen Zustand der Wiener Literaturförderung ganz allgemein offensiv thematisieren” zu wollen ( Der Standard online , 2. 6. 2008 ) .

Die Aktion läuft , eine öffentlich “offensive Thematisierung” der Wiener Literaturförderung ist dahingegen ausgeblieben . Mit Ausnahme der Debatte im Gemeinderat der Stadt Wien ( 4. 6. ) , wo Marco Schreuder ( Die Grünen ) den Antrag einbrachte , die Stadt Wien - in Person des Kulturstadtrates Andreas Mailath-Pokorny - solle “sofortige Verhandlungen” aufnehmen , “um die Zukunft der Alten Schmiede zu sichern” . Dieser Antrag wurde “mit der Zustimmung aller Fraktionen angenommen” .

Andreas Mailath-Pokornys Replik auf die Aktion und Äusserungen der “IG- Autorinnen Autoren” wurde in der Samstagsausgabe des “Standard” ( 7. 6. ) wie folgt paraphrasiert :

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny sicherte postalisch wiederum seine Gesprächsbereitschaft mit allen beteiligten Parteien zu.

Genau 21 Tage nach der ersten Meldung zur “ungewissen Zukunft” der Institution : Eine Replik , aber keine Antwort .

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IV. GAV

Auch die “Grazer Autorinnen Autorenversammlung” ( GAV ) hat sich mit einer Bekundung der Besorgnis an Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gewandt . Zehn Tage später erfolgte eine Replik . Mit dem ausdrücklichen Einverständnis der GAV- Geschäftsführung dokumentieren wir im Folgenden den Wortlaut beider Schreiben . Zunächst die Anfrage der “Grazer Autorinnen Autorenversammlung” vom 20. Mai 2008 :

Sehr geehrter Herr Stadtrat,

mit großem Befremden haben wir gelesen, dass die Alte Schmiede als Ort der Literatur bedroht sei. Wir möchten hiermit, im Namen unserer Mitglieder, als die größte Autorinnen/Autorenvereinigung unter dem Dach der IG, hiermit unserer Besorgnis Ausdruck verleihen: Dieser Ort darf nicht verlorengehen. Es ist ein Ort der Begegnung, der Erfahrung, der Möglichkeiten. Zahlreiche Mitglieder unseres Vereins haben im Literarischen Quartier / Alte Schmiede nicht einfach nur Lesungen bestritten, sondern, in bester Zusammenarbeit mit Kurt Neumann, waren Projekte möglich, die es so nie hätte geben können: Symposien, Autorenmonate, usw. Es ist dies ein Ort von besonderem Wert, der dem Austausch unter den Schreibenden ein ganz besonderes Podium bietet und hoffentlich noch weiterhin bieten wird. Die neu hinzugekommene Galerie der Literaturzeitschriften setzt dies auf ganz besondere Art und Weise fort. Das Literarische Quartier soll eines bleiben: Quartier.
Und mit Kurt Neumann. Und dank Kurt Neumann.

gezeichnet: Christine Huber, Gerhard Jaschke.
(Geschäftsführung; im Namen zahlreicher Mitglieder der GAV)

Replik von Andreas Mailath-Pokorny ( Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft von Wien ) vom 30. Mai 2008 :

Sehr geehrte Frau Huber!
Sehr geehrter Herr Jaschke!

Ich bestätige den Erhalt Ihres Briefes vom 20. Mai 2008 und danke für Ihr Engagement in Sachen Alte Schmiede. Ich teile Ihre Ein- und Wertschätzung dieses Hauses und bin mit Ihnen einer Meinung über die Bedeutung des dort Gebotenen und Geleisteten. Deshalb gibt es ja keinerlei Zweifel an der Fortsetzung der Unterstützung für die Alte Schmiede. Aufgrund der gültigen Mietverträge gibt es auch keinen Anlass, die Existenz der Alten Schmiede als gefährdet anzusehen.

Was hingegen die Aus- und Umbaupläne betrifft, hat sich die Stadt gesprächsbereit gezeigt, diese sind jedoch in der Tat mit dem neuen Eigentümer abzuklären, ehe darüber befunden werden kann. Ich sehe daher weder die Existenz der Alten Schmiede, noch deren Zukunft gefährdet, sondern diese durchaus hoffnungsfroh.

Mit Dank und freundlichen Grüßen,
gezeichnet Andreas Mailath-Pokorny.

Zehn Tage nach dem brieflichen Ausdruck von “Besorgnis” seitens der GAV : Ein Papier , aber keine Antwort .

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Dass in|an|ae|qu|at seine besondere Vorliebe für das Netlabel broque bei jeder sich bietenden Gelegenheit verkündet , wird dem geneigten , ja gar manch zufälligem Leser bereits aufgefallen sein . Die Eigenwilligkeit der Tunes , die Der Werte Herr Christian regelmässig aus dem Kosmos möglicher Töne herauszupft , mag dabei ebenso mitspielen wie gewisse Konkordanzen hinsichtlich der Auffassung des elektronischen Lebens . Jetzt , da wir eben unser Ränzlein schnüren , um auf Reisen zu gehen , meldet broque seine Übersiedelung … wenn wir recht informiert sind , dann geschieht czz hörempfehlungdies leider doch nicht , wie einmal erwogen , Richtung Wien . Als vorläufige Abschiedsgabe vor der Resettlement- und Sommer- Pause gibt es nicht nur die mittlerweile 12. Echtvinyl- LP , Good Guy Mikesh & Filburt : “Hypnopoint” , sondern auch eine frische EP ( # 43 ! ) als Damen- und Herrenspende . Getroffen und gefunden wurde der Musiker und Grafiker Ricardo Mestre aka Pseudónimo in Pessoas Lissabon und mit ihm ein musikalischer Mikrokosmos entdeckt , welcher dem genius loci ebenso wenig schuldig bleibt wie den mitunter melancholischen Vorlieben des Labels . Sensitiv elegisch , reduziert auf wenige Harmonien , brennt da ein starkes Licht auf kleiner Flamme : Das Artifizielle ebenso offensiv herausstellend wie die vermeintliche Simplizität , navigieren die fünf Tracks von “Terra Firma” in einer unbesehenen Zwischenwelt , von wo sie sichere psychoakustische Wirkungen mitbringen . Diskrete Eleganz . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. terra firme | 02. outside | 03. a rosy wisp of cloud | 04. no quarto dos pais ( interlúdio ) + tormenta | 05. estória dos dias curtos |||

NEUES VON FREUNDEN



||| WIDMUNGEN | TEXTE DES MONATS | STEILE POETIK @ STEIGER @ HOHENLOHE | PARALLELEN : TIERE & MÄRCHEN | NACH- SATZ INS OFFNE | KLANGAPPARAT

Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch copyright Gundi Feyrer

( Gundi Feyrer : “Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch” )

WIDMUNGEN

czz neues von freundenEine poetisch dicht gepackte Woche taktet mit Lesungen auf sowie mit einer einer virtuellen Anthologie und dem Paradoxon einer “versteckten” Exposition . So beschäftigt sich die jüngste Ausstellung in Bernhard Kathans immer- und nirgendspräsentem “Hidden Museum ” mit dem bemerkenswert gefundenen Thema der “Widmungen” , welche als Dank , in Anerkennung , allerdings auch als dezidierte Verortungen in vielen Büchern dem “Haupttext” vorangestellt sind . Jeder der 35 Frames | Fallbeispiele triggert eine Geschichte , welche - wie im berühmten Beispiel von Franz Kafkas Widmung des Erzählbandes “Ein Landarzt ” ( 1919 ) an den gefürchteten Vater - von komplizierten Ambivalenzen erzählen .

Widmungen sind zumeist etwas höchst Privates, sie können aber auch Gegenstand eines öffentlichen Diskurses werden. Als 1960 Hannah Arendts Buch “Vita activa - Oder vom tätigen Leben” erschien, schrieb sie Martin Heidegger : “Du wirst sehen, daß das Buch keine Widmung trägt. Wäre es zwischen uns je mit rechten Dingen zugegangen - ich meine zwischen, also weder Dich noch mich -, so hätte ich Dich gefragt, ob ich es Dir widmen darf; es ist unmittelbar aus den ersten Marburger Tagen entstanden und schuldet Dir in jeder Beziehung so ziemlich alles.” Hannah Arendt dachte wohl auch daran, dass Martin Heidegger in der 1941 herausgegebenen Neuauflage von “Sein und Zeit“, das Werk erschien erstmals 1927, die an seinen Mentor Edmund Husserl gerichtete Widmung gestrichen hatte: “Edmund Husserl in Verehrung und Freundschaft” zugeeignet. ( Bernhard Kathan ) |||

TEXTE DES MONATS

czz neues von freundenGewissermassen versteckt , doch via Internet aufzufinden ist Liesl Ujvarys virtuelle Anthologie der “Texte des Monats” . Man beachte den feinen Unterschied : Hier werden selbstredend mittelbar Autorinnen und Autoren vorgestellt , doch geschieht dies vornehmlich aus der Perspektive eines bestimmten Textes und dessen Kommentierung . Mit April und Mai ist die Reihe immerhin schon zu den stattlichen Nummern 19 und 20 vorgerückt - Dokument einer über zwei Jahre hinweg konsequenten Konzeption und Durchführung . Standen im April mit # 19 die hoch präzis ins Sprachmaterial gesetzten Gedichte ( “Aufbrüche” , 2004 ) der Wahlberlinerin Katharina Schultens ( Jahrgang 1980 ) im Fokus der Vorstellung , tritt mit der Mai- Ausgabe # 20 die Arbeit der in vielerlei Kunstformen versierten Gundi Feyrer ( Jahrgang 1956 ) auf den Plan :

Und loderndes, anderes Leuchten: ich zweifle daran, ob ich überhaupt existiere (sicher, denn, nehme ich ein Glas in die Hand, fällt es nicht herunter, sondern bleibt wackelnd in der Luft stehen. Gäbe es mich nicht, würde man sagen, es schwebe).

Kein wirkliches oder “wahres Ich” sondern viele, alle; täuschend und springend, vom einen zum anderen. Von einer Person zur anderen schwimmen, mit einer Person zu anderen schwimmen; Ablehnung oder einfach Unfähigkeit, Maske oder Person oder gar Persönlichkeit zu zeigen, auftreten zu lassen.

Die textuell tendenziell endlose Spirale der Selbstreflexion manifestiert sich allerdings auch in winzigen skulpturalen Arbeiten , vermittels derer die Autorin einen nicht unheiteren Blick “von aussen” auf die eigene Raum- Person wirft . Siehe das “Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch ” in unserem Header . Ob die Autorin am kommenden Mittwoch aus dem für Juni @ Passagen angekündigten Prosaband “Die Wolldecke” lesen wird ?! - In die Galerie Hohenlohe gehen und - hören ! |||

STEILE POETIK @ STEIGER @ HOHENLOHE

czz neues von freundenDrei Tage vor der Finissage der hier in|ad|ae|qu|at schon einmal zur Sprache gebrachten Personale zum Werk des Schöpfers zahlloser Bizarrerien , Dominik Steiger , tritt Mittwoch Abend eine Phalanx ausgezeichneter Poeten zusammen mit Gundi Feyrer zur Galerie- Lesung an . Angesichts des strengen Werks des kürzlich mit dem “Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik” ausgezeichneten Franz Josef Czernin sowie des im Januar mit dem “Peter- Huchel- Preis für Lyrik” geehrten Ulf Stolterfoht erweist sich die jüngst von der FAZ unternommene Erregung hinsichtlich des angeblich geradezu kreativitäts-zernichtenden Literaturpreis- Monsuns ( “Autorenförderung ? Hungert sie aus !” , 30. 4. ) als halbwahr- halbgares Fast- Food unter den Zeitungsenten . Vierter im Bunde der Lesenden : Schnellsprechmeister und “Partikelchenjongleur” Christian Steinbacher . Galerie Hohenlohe , 19:00 Uhr . |||

PARALLELEN : TIERE & MÄRCHEN

czz neues von freundenZwei Gassen parallel und zur gleichen Zeit ist im Literarischen Quartier Alte Schmiede ein Meister der hochkomisch melancholischen Neurose am nimmermüd sprachspielerischen Wort : Ingomar von Kieseritzky höchstselbst hält eine Vorlesung “Über Tiere - Beispielsammlung zu Obsessionen , Vorlieben , Animositäten , Liebesverhältnissen , Phobien und Idiosynkrasien gegen Mensch und Tier” . Das Schöne bei IvK : Es darf gelacht , allerdings auch nachgedacht werden . Mittwoch , 19:00 Uhr . Horrible Terminkollision mit der Hohenlohe’schen Manifestation : Kieseritzkys Neuröschen versus Steigers Kosmöschen !

Donnerstag steigen dann am nämlichen Ort einige dem p. t. in|ad|ae|qu|aten Publico Wohlvertraute in den nämlichen Ring , um allerhand selbstrefliv Poetisches über das Neurosensystem der gesellschaftlichen Private- Public- Partnership unter dem Titel “Das Märchen vom Individuum” ans Licht zu bringen . Da der Setzer dieser Zeilen hier die Veranstaltung moderiert ( so kein schwarzes Loch sich inzwischen manifestiert ) , zitieren wir in eigener Sache :

Der abendländischen Tradition des Epischen , der märchenhaften Moralität und der romanesken Entwicklungsgeschichte ist das “Bild vom Individuum” eingeschrieben . Unteilbar Eins ( mit sich ) zu werden , lautet das Ziel jener Geschichten von Bildung und krisenhafter Individuation , wie sie gerne gelesen werden . Die prosaischen Ansätze, welche mit neuen Arbeiten von Lisa Spalt ( “Grimms” , Ritter 2007 ) und Herbert J. Wimmer ( “Kühlzack & Flexer . Aggregat” , Manuskript ) in einen “Textdialog” treten , verweigern den Komfort sinnig gerundeter Figuren . Unter Umständen des Simultanen , Simulierten und “Multitask”- Flexiblen bleiben das “Ich” und seine Narrative eine ständig neu zu behauptende Konstruktion .

Lisa Spalt führt die Idealfiguren ihrer Märchenmodelle auf den Wortlaufsteg kosmetischer Konstitutionen und Konstruktionen : “Blut ist im Schuh” jeder weiblichen Model- Legende . Der Spiegel als zentrale Schnittstelle zwischen Ich und Selbstwahrnehmung bildet eine wesentliche Achse im finalen Part von Herbert J. Wimmers “Kühlzacks Proto-Memoiren - Selbstauslöser im Spiegelstadion” . Doppelungen , Verkehrungen , Verschränkungen führen in ein Spiegelkabinett von Sprachspiel und Kognitionskrise : Wie wäre “ein Ganzes” zusammenzufügen aus den splitternden Teilchen? – Zum Beispiel im narrativen Syntagma der “Erinnerung” ? – Die Genrebezeichnung “Memoiré” verspricht lediglich “Proto-Memoiren” und rekurriert auf Freuds Bild des Puzzle-Spiels . |||

NACH- SATZ INS OFFNE

czz neues von freundenSo , jetzt ist es heraussen . Nachdem ein PDF- Dokument zu einer hier anzukündigen Tagung uns permanent den Browser abschiesst , nützen wir den dadurch gewonnenen Freiraum , um auf eine Neuerscheinung hinzuweisen , deren erstmalige Präsentation am Montag über die Bühne ging : Benedikt Ledebur hat seinem in der feinen “edition schwarzes quadrat” ( onomato press ) erschienenen Gedichtband “Genese” mit einer CD- Fassung der berückenden “Literatur als Radiokunst“- Produktion “St. Paul’s Cathedral | John Donne” bestückt . Ist aber leider auf der Verlagsseite noch nicht online . Hinweise hinsichtlich allfälliger Änderungen werden gerne entgegen genommen - |||

KLANGAPPARAT

Genau vor einem Jahr haben wir unsere bedingungslos hingerissene Neigung zum Netlabel broque und sind mit Granlabs “Leuchtfeuer ” bei Release czz hörempfehlungNumero 032 “eingestiegen” : Seither gehört “broque” zur Rubrik “Neues von Freunden” wie die Butter auf “oderaufbrot” ( = broque ‘zine- Filiale ) . Genau 365 Tage danach haben wir heute die Ehre , erneut eine muntere Feinklügelei der Granlaboristen zu präsentieren : Man steht mittlerweile bei Release Numero 041 und begrüsst “the first days of spring” . Da sei kein schnödes Wort mehr verloren - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. a drypoints griffs | 02. mazer | 03. neons | 04. sneaked suffer | 05. hazy night |||

Neues von Freunden



||| FRISCHLIEFERUNG | TEXT DES MONATS | “DER SIEG IST ZU UMGEHEN” | HÖRT ! HÖRT ! | LESEN & HÖREN OFF BROADWAY | HÖREN : RADIOKUNST @ RADIO FRANCE | KLANGAPPARAT

FRISCHLIEFERUNG

czz neues von freundenEs hat sich eingespielt , dass wir in|ad|ae|qu|at dann die Karte “Neues von Freunden ausspielen” , wenn unser Leib- und Magen- Hausmusikant broque eine Frischlieferung bringt . Wer empfängt , der möge auch geben . So also brechen wir nun auch den - voriges Mal keusch verschwiegenen “brotcast” - und leeren gemeinsam den enorm gefüllten Märzenbecher . |||

TEXT DES MONATS

czz neues von freundenDer “Text des Monats“, mit welchem Liesl Ujvary den Berliner Schriftsteller Johannes Jansen vorstellt , klingt jedenfalls alles andere als gemütlich . Weitere Textproben verabreicht lyrikline in sozusagen homöopathischen Dosen : Aber just diese wollen erstmal verstanden und in dem , was Doderer noch “Desperatismus” genannt hätte , vergegenwärtigt sein . So etwa die Passage “Halbschlaf” ( Suhrkamp ) :

Unfähig zum Rückzug geht uns die Ankunft voraus. Wollen sie nun ankommen oder unterwegs sein, fragt die verfahrene Situation, ohne ein Lächeln zu vermeiden. Letzteres, heißt es, denn wir wollen nicht fertig sein, bevor sich die wechselnde Zeit nicht erfüllt hat. Alles ist möglich. Nichts ist möglich. Ein Spiel mit Aufbruch und Abscheu. Um unserer Existenz einen Zeitvertreib zu bereiten, spielen wir die Wege durch. Sie enden alle im Abseits, manche siegreich, doch der Sieg ist zu umgehen. ( with friendly regards to J. J. and lyrikline ) |||

“DER SIEG IST ZU UMGEHEN”

 

czz neues von freundenMan kann es auch “Passion Österreich” nennen , durchaus im vorösterlichen Sinne und 70 Jahre nach dem sogenannten “Finis Austriae” . Die Stadtkirche Darmstadt jedenfalls zeigt noch bis 16. März Angelika Kaufmanns Rauminstallation “Requiem” . Eine Reihe literarischer Matinéen ( sowie eine Kriminacht am 14. 3. mit Paulus Hochgatterer , Franz Schuh , Heinrich Steinfest und Stefan Slupetzky ) wird die Installation bis zur Finissage am 16. 3. mit Elfriede Gerstl und herbert j. wimer begleiten . Da ist Keiner dabei , dem es nicht nahe läge , allzu billige Siege zu umgehen .

Wer Angelika Kaufmanns Ver- Schriftungen auch jenseits von Darmstadt in Raum und Ausstellung sehen mag , muss seine Schritte ab Montag , 10. 3. nur in die Wiener Salvatorgasse lenken : Die Galerie Splitter Art zeigt den Zyklus “. . . reise nach . . . ” und wird bei dieser Gelegenheit auch gleich das feine Katalogbuch “Angelika Kaufmann : Arbeiten auf und mit Papier 2000 – 2007 | Works on paper and using paper” vorstellen . Ein paar Impressionen daraus waren auf in|ad|ae|qu|at ja bereits zu sehen .

Bereits ab diesen Donnerstag , 6. 3. wird Margherita Spiluttini in der Galerie Christine König gezeigt . Als Eyecatcher hat man das “Gebäude für Forschung und Schulung” ( Roche , Basel ) online gestellt : Und damit einen Teil der jahrzehntelangen photographischen Dokumentation des architekturalen Schaffens von Herzog & de Meuron ( hier mehr … ) . Die Wandgestaltung von Rémy Zaugg mit ihrem gewaltigen Schriftzug “DOCH ICH , DAS BILD ICH HÖRE DEM DUFT DES VEILCHENS ZU” fügt ein weiteres Exempel zu der an anderer Stelle angesprochenen Debatte über “Schrift in der Photographie” . |||

HÖRT ! HÖRT !

czz neues von freundenDie Literaturzeitschrift ZEITZOO feiert die schöne Achterschleife des entsprechenden Geburtstags am Mittwoch in der Galerie der Literaturzeitschriften des Literarischen Quartiers : Nikolaus Scheibner , Magdalena Knapp- Menzel , Günter Vallaster , Ilse Kilic und Fritz Widhalm u. a. beweisen am 12. 3. , dass es keinen Knud braucht , um fröhlich zur Grösse zu wachsen . Selbst dann , wenn nicht alle hinschauen .

Hinhören kann man - bei raumbedingt begrenzter Publikumszahl - ab sofort und einmal im Monat auch im Glücksschweinmuseum des Fröhlichen Wohnzimmers : Am 7. März heisst es zum zweiten Mal “P(L)OP” und “Hört , hört !” , denn oben besagter Fritz spielt und kommentiert “10 Musikstücke im histörrischen Kontext” ( 1080 , Florianigasse 54 , 19 Uhr ) . |||

LESEN & HÖREN OFF BROADWAY

czz neues von freundenÀ propos Kleine Leseorte : Selbstredend gelten A- Adressen und Top- Events wie Brigitte Kronauers Lesung aus ihrem köstlichen Three- in- One Roman “Errötende Mörder” ( Literarisches Quartier , 13. 3. ) oder Andrzej Stasiuks unverkennbare prosapoetischen Pilgerschaften unter dem Titel “Fado” ( Literaturhaus , 10. 3. ) als Top- Events . Zweifellos werden sie in der Tagespresse zureichende Beachtung entfachen .

Von den kleineren und versteckteren Schau- und Hörplätzen von Literatur erfährt der Zeitungsleser erfahrungsgemäss eher selten . Folgen also noch zwei Off- Broadway- Hinweise : 50 und kein Stück darüber hinaus umfasst das bibliophile Kunst- Buch- Werk “Hollis & Holly” . Text : Lisa Spalt frei nach “Hollywood” und “Frau Holle” ( siehe : “Grimms” ) , Zeichnungen und Siebdrucke von Georg Bernsteiner . Die Präsentation der Limited Edition findet in der Werkstatt für Kunstsiebdruck Andreas Stalzer statt . Termin : 10. 3. , 19 Uhr . Ort : 1060 , Barnabitengasse 6 .

Reizvoll lässt sich schon der Name von Lhotzky’s Literaturbuffet ( 1020 , Taborstraße 28 , Eingang Rotensterngasse) an , wo Birgit Schwaner aus ihren “Lunarischen Logbüchern” ( R : Sigrid Messner , Literaturhaus ) liest , nebst Lisa Spalt mit eventuell grimmigen Texten . Notiere : 14. 3. , 19 Uhr . |||

HÖREN : RADIOKUNST @ RADIO FRANCE

czz neues von freundenSpeziell im Nachspiel zu der vor freundlichem Publikum präsentierten “Literatur als Radiokunst 2007″ sei ein akuter Radiohinweis gestattet : In seiner schon legendären Sendung zur “ars acustica” präsentiert Andreas Hagelüken einen anthologischen Querschnitt durch die Radiokunst bei Radio France ( Reihe : Neue Radiokunst international ) . Heute , 4. 3. ,23.03 Uhr , SWR2 . |||

KLANGAPPARAT

Inklusive diverser Doppelungen von Net- und LP- Releases steht broque ( aka Der Werte Herr Christian ) mit seiner März- Veröffentlichung nun schon bei Nummer 50 : Was wir da von Seiten des Deutschen Max Cavalerra zu hören kriegen , kündet allerdings in keiner Weise von einer czz hörempfehlungmidlife- Krise . Eher nach einem Äquilibrum zwischen treibend perkussiven und souverän gesetzten melodischen Spektren . Sollte man den Ausdruck “adult pop” in positivem Sinne verstehen wollen , dann wäre im Fall der EP below zero mit gutem Fug und best- practice- Recht von “adult electronica” zu sprechen . - Kurz gesagt : Der Stilwille ist dezidiert und tanzbar , bewahrt gleichwohl eine gewisse Diskretion . Noch kürzer gesagt : Empfehlung ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. the core | 02. quintessence of soul | 03. mono bot | 04. welcome to delta | 05. bermuda triangle |||

Neues von Freunden - Nachtrag



||| NÄCHTLICHE VORREDE | SCIKANEDER : D. C. A. | ZEIT SCHRITFT GALLERIE | KLANGAPPARAT BROTCAST

NÄCHTLICHE VORREDE

czz neues von freundenMitunter braucht’s schon ein bissel schärfere Würze , bis wie in|ad|qu|at die ausgeleierte Tastatur aktivieren , um das Mass der heissen Empfehlungen voll zu machen .

Wahrend Margret Kreidl zur pittoresken Tapezierung eines passenden SALON LITTÉRAIRE- Sophas noch gewisser reproduktiver Maschinen bedarf , kommen Markus Köhle und SALON- Gastgeber hinsichtlich eines Fussball- relevanten Rasenmotivs noch recht überein . Aber der Ball rollt und rollt und rollt und so mögen wir inzwischen das Drehmoment für zwei Termin- Hinweise nützen . |||

SCIKANEDER : D. C. A.

czz neues von freundenDas gute alte Ex- Kino der Herrentoilettenbenützer hat sein spezielles Flair wacker für kulturelle Aktionsformen bewahrt , deren Spuren in Kleidungsstücken wie Hirnwindungen über längeres haften bleiben .

D. C. A. steht ( PARENTS ADVISORY : EXPLICZIT WORDS ) für DOGMA. CHRONIK. ARSCHTRITT und findet in Form einer monatlichen Lesebühne jeden 10. eines Monats statt ( 20:30 Uhr ) . Die usual crew besteht im flotten Dreier aus Der HipHop- und Slam- Lokalmatadorin Mieze Medusa ( aka Doris Mitterbacher ) , der Essayistin und Theaterautorin Nadja Bucher sowie dem Slammer und angekündigten SALON- Gast Markus Köhle . Special Guest : elffriede.net .

Nach Manier der Berliner Lesebühnen ( Surfpoeten , Chaussee der Enthusiasten , L(iebe)S(statt)D(rogen) ) gibt es Motto- bzw. Themenabende . Diesmal very old school in Ferienzeiten : “THEMA VERFEHLT” . Die “Grenze des Erträglichen” mag dabei wohl als Remedur gegen die übliche Sonntagabend- Arbeitswochen- Vorangst herhalten . |||

ZEIT SCHRITFT GALLERIE : GLZ

czz neues von freundenIn naturgemäss “ordentlichem” Diskurs wird der mehrmals genannte Koehle am Montag zur Eröffnung der sogenannten GALERIE DER LITERATURZEITSCHRIFTEN ( GLZ | AS ) beitragen : In den Räumlichkeiten der ehemaligen ARTOTHEK- Galerie richtet die Alte Schmiede einen öffentlichen Leseraum mit | für österreichische und internationale Literaturzeitschriften ein , welcher täglich zwischen 14 und 19 Uhr dem interessierten Publikum offen stehen soll .

Für Menschen , welchen diese Text- und Publikationssorte aus Gründen der prekären Privat- Ökonomie sowie der schlichten availability bisher sozusagen Bücher mit sieben Siegeln bleiben mussten , eine gute Gelegenheit zur Kompetenz- Nachrüstung in Sachen fortschreitenden literarischen Lebens .

So ein Opening will selbstredend gut bedacht und fachsachlich eingeführt werden :

  • Stefan Gmünder ( Der Standard ) kartiert die Literatur- Zeitschriften- Landschaft Österreichs
  • Marlus Köhle , Micheal Hammerschmid ( übrigens LITERATUR ALS RADIOKUNST- Autor 2008 ! ) sowie Angelika Klammer , namhafte Lektorin des Jung und Jung - Verlags , präsentieren sodann ihre Lektüre- Expeditionen durch den Jahrgang 2007 . Man darf gespannt sein ! |||

    KLANGAPPARAT BROTCAST
    Stichwort BROQUE ( oderaufbrot ) : Der Werte Herr Christian hat übrigens rezent einen Frischbackwarenlieferdienst eingerichtet , dessen Name alles über Form und Funktion besagt : BROTCAST ( siehe Heimseite links unten ) . czz hörempfehlung

  • BROTCAST # 2 : Der Februar- Brotkasten beinhaltet als Quadratur des musikalischen Kreises ein Stündchen nette Netzmusik gemischt , gewalkt und gebacken von Hausfreunden . Von den Salzkörnern übernächtiger Vocoder- Moderation lasse man sich nicht irritieren : Auch zum Backen süssester Kuchen bedarf es einer Prise Salz . Für Tag- wie Nachtarbeiter höchst bekömmlich . CLICK LINK TO LISTEN . |||

Neues von Freunden



||| EINGEBROQUET | ONLINE 1 | ONLINE 2 | EXKURS | ONLINE 3 | ON SITE - ON AIR | ON SITE : T43 | ON SITE : HOMMAGE TO GERHARD JASCHKE | KLANGAPPARAT

EINGEBROQUET

czz neues von freundenSpätestens , wenn eine neue Release unserer Haus- und Sympathiemarke BROQUE ( aka oder auf brot ) erscheint , weiss in|ad|ae|qu|at die Zeit wieder heiss für die allseits akklamierte Rubrik NEUES VON FREUNDEN : Und wir werden die betont artifiziellen Retro- Futuro- Tracks der Franzosen Yannick und Jean-Baptiste aka SQWARE als KLANGAPPARAT ans gute Ende dieses eher literarischen Kassibers stellen . |||

In. E. S. können wir positiv von der Anmeldung im DOI- Club berichten : Wie dieser Digital Object Identifier dann reell in der bibliographische Angabe eines Online- Werks aussieht , ist z. B. im jüngsten Wissenschaftsteil der NZZ angesichts des Artikels Trans- Fettsäuren von Wiederkäuern unbedenklich - Keine Erhöhung des Herzinfarktrisikos . Der Quellennachweis lautet demnach wie folgt : International Journal of Epidemiology , Online-Publikation vom 9. Januar 2008 ( doi : 10.1093/ije/dym243 ) . Für unsere wie die SALON LITTÉRAIRE- Beiträge @ in|ad|ae|qu|at ist diese Ausweisbarkeit und somit WERK- Markierung nur noch eine Frage von …. einigen Tagen : Die DOI- Leute geben selbst zu , mit den Modalitäten der Eingabe von Metadaten bei so polymorph komponierten Mikromedien wie dem unsrigen noch wenig Erfahrung zu haben . Aber auch das kriegen wir hin , Freunde der italienischen Oper , will meinen : Venceremos ! |||

ONLINE 1

czz neues von freunden Was unsere bislang vorgestellten und noch zu erwartenden SALON LITTÉRAIRE- Gäste anbelangt , gibt es ein paar Neuigkeiten aus dem literarischen on- wie offline- Leben zu berichten . Liesl Ujvary stellt in ihrem aktuellen Text des Monats ( 17 ) Conlon Nancarrow vor : Als erster Komponist nutzte er das per Lochstreifen programmierbare mechanischen Klavier zur Realisation händisch unspielbarer Tempi und Melodiken . Wer ein solches Player Piano einmal gesehen hat , wie es ohne menschlichen Beisitzer die wildesten Läufe in superhumanem Tempo hinlegt , empfindet dies zunächst als einigermassen gespenstisch ( watch @ YouTube : 20’s era player piano , Mozart’s K330 Player Piano Sonata ) . Eine frühe Form , the sound of music von den Einschränkungen der menschlichen Handhabung zu lösen … Mikrotöne , - intervalle etc. |||

ONLINE 2

Through the online- Grapevine erreichen uns auch Nachrichten von Monika Rinck , deren jüngste SALON- Arbeit FLUBBE ( einer aus Telefonkrakelei und Rimbaud- Allusion Bild- Text- Komposition ) für Irritationen gesorgt hat . Davon sei im Kommentarteil @ in|ad|ae|qu|at allerdings wenig bis gar nichts zu lesen gewesen ? - |||

EXKURS

czz neues von freunden Stimmt , genau und rightyright : Denn auch bei unserer werten Klientel haben sich die kleinen Kommunikationsspiele des Mediums “Blog” noch wenig herumgesprochen bzw. werden höchst wortkarg befolgt . Wer allfällige Fragen in Privatmails verpackt , trägt nicht unbedingt zur Möglichkeit eines Diskurses bzw. eine Er- Klärung zwischen Lesern , Autorin sowie dem vermittelnden Administrator ( vulgo czz ) bei .

Wir finden das in in|ad|ae|qu|at ebenso schade wie das absolute Kommentarfasten jener Guten Kräfte , welche uns am Telefon ( wie oft schon ? ) und wortreich erklären , wie “interessant” doch unser Unterfangen sei . All diese Nur- User und Non- Commenter befinden sich - so politik-digital.de über eine entsprechende Studie - in statistisch majoritärer Gesellschaft : “Web 2.0, Tagwolke , Nutzerfeedback- Community- Möglichkeiten - im Mitmach-Web verstehen viele Internetnutzer nur Bahnhof” . Immerhin lässt sich sagen , dass das eResult - Sample von 400 Befragten um 25 % unter der Durchschnittsziffer unsere täglichen Leser liegt . |||

ONLINE 3

Dezidiert kein Spam sind die an dieser Stelle bereits mehrfach genannten Newsletter aus dem Begriffsstudio Monika Rinck . Die jüngste Lieferung umfasst die Zähler 2370 bis 2406 . Einige der Aushilfskräfte für unsere alltägliche Begriffsstutzigkeit lauten :

  • eine grammatische migräne
  • horrorbude innerlichkeit
  • probiertes entgleisen
  • sonoritätshierarchie
  • avare comme la mer ( siehe FLUBBE ! )
  • scheinheiliges bedenklichtun
  • sinnverlassenes gehabe
  • prothesen zur unzucht mit rosen
  • die bohrung, aus der gequatsche quillt

Als begleitende Lektüre empfiehlt sich Carsten Schwedes’ favorabel Kantische Rezension des Gedichtbandes zum fernbleiben der umarmung ( kookbooks ) im jüngsten Titel- Magazin . |||

ON SITE | ON AIR

czz neues von freundenWer sich auf surreale und antithetische Weise auf die grosse Fussballbedrohung ( demnächst mehr von Markus Köhle im SALON LITTÉRAIRE ) vorbereiten möchte , mag dieses Training allabendlich ab 21:00 im Futuregarden angesichts der Projektionen aus Hanno Milesis und Stefan LuxBALLVERLUST aufnehmen . Köhles Hörspiel Kommunikationsklimbim steht übrigens mit 25 weiteren Hörspielen auf der Liste zum HÖRSPIEL DES JAHRES 2007 , aus welchen das p. t. Publico bis 20. Jänner “per Post , Fax oder E-Mail” wählen möge ( “nicht nur die Autorenleistung , sondern auch die Umsetzung durch Darstellung , Regie , Technik in die Bewertung einfliessen sollte” ) . Die Grosse Enthüllung erfolgt in der Langen Nacht des Hörspiels am 29. ( ! ) Februar u. a. im ORF- Funkhaus Wien .

Hier nur einige Beispiele aus der akustischen Liste :

À propos Preise und Publikumsvotings etc : Grimme Online wird wieder aktell - Projektvorschläge erbeten - und ob es the same mess procedure as last year werden wird … mögen die Auguren ahnen . |||

ON SITE : T43

czz neues von freundenAuch die Tage der Deutschsprachigen Literatur vulgo Igeborg Bachmann- Preis geben mittlerweile einen ziemlichen Kraken diverser Jury- und Publikumswahlen . Die beiden österreichischen Juroren Danela Strigl und Klaus Nüchtern sind jedenfalls auch den Rest des Jahres im permanentem live- literaturkritischen Training : So ein T43 ( Sprich “Tee for Three” ) findet HEUTE @ KUNSTHALLE WIEN project space unter Einbeziehung von Miguel Herz-Kestranek als Drittem Mann am Plastik- Kaminfeuerchen statt . Die zur Debatte stehenden Bücher :

  1. Martin Suter - Der letzte Weynfeldt
  2. Egon Friedell- Vom Schaltwerk der Gedanken
  3. sowie Brigitte Kronauer - Errötende Mörder ( beiläufig in|ad|ae|qu|ats post- postmoderner Messie- Paranoia- Irrwitz- Favorit ) . |||

ON SITE : HOMMAGE TO GERHARD JASCKE

czz neues von freundenEr ist einer der wenigen Personen , der - im Schreiben , als Universitätslehrer und Herausgeber des legendären low- fi- styled Literaturmagazins FREIBORD ( * 1975 ) - die Avantgarden seit dem frühen 20. Jahrhundert mit dem aktuellen Literaturwerden vermittelt . Endlich und sozusagen gleichzeitig sind zwei schöne Editionen mit repräsentativen aus Ausschnitten aus Jaschkes uneitlem Werk erschienen :

Hinreichende Sätze zum guten Grund eines fröhlichen “Textportraits” am heutigen Abend im Literarischen Quartier Alte Schmiede . Texte und deren multivokale Lesung als angewandter Beweis , dass der Mund mehr sein kann als - wie von Monika Rinck oben begrifflich ziseliert - “die bohrung, aus der gequatsche quillt” . |||

KLANGAPPARAT

Jetzt aber finalemente und in in schöner Tradition zur neuen Hervorbringungen des Hauses vom Wertern Herrn Christian : Mit der Release Numero 39 des trefflichen Netlabels BROQUE bleibt man zwar einer sozusagen “schattigen Stimmung” treu , gibt dabei dem Tanzvolk allerdings auch durchaus bewegliche Muster zum Besten . Das Duo SQWARE ( @ MySpace ) ist insofern nur ein virtuelles , als die DJs | Komponisten Yannick und Jean- Baptiste die Musik für czz hörempfehlungdie fünf Tracks der squeeze it to the last drop- EP mitnichten in gemeinsamen Sessions produzierten . In einer neuen Variante der guten alten Mail Art sind die files zwischen den jeweiligen Lebens- und Arbeitsschwerpunkten ( Strasbourg , Paris , Brüssel , Auckland ) zur sukzessiv reziproken Überarbeitung hin- und hergewandert . Herausgekommen ist ein Sound , den zu kennen man prima vista irgendwie schon zu kennen glaubt . - Aber 8ung und Earward Ho : Track für Track bereichern unerwartete Register das nie und nimmer ironiefreie Spiel : Besonders bemerkenswert der Einsatz der für US- Film- “pathos- & patriot“- Szenen so unverzichtbaren Klangfarbe des Flügelhorns ( z. B. in Track 03. ) - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. 110 | 02. another test song | 03. baaad paupiettes | 04. will paul like it ? | 05. sticky jelly |||