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For the record | LINGO 07 / III : Words of the Year | Newspeak : Neologismen , Aufgefallen



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BUSHISMS

lingo blue copyright zintzenNoch sprudelt die Quelle , welche dem Lexikon der Echtwelt- Sprache sowie deren Idiomatik regelmässig wirre Wortschöpfungen , skurrile Satzkonstruktionen und ( let’s say ) “orignelle” Anwendungen von Fremdwörtern beschert : Die “Bushisms” des George W. sind Legende und Legion und als solche schon folkloristische Sammelobjekte : Die von Jacob Weisberg in mittlerweile sechs Paperbacks publizierten , nichtsdestoweniger fortgesetzt aufgespiessten “Bushisms” . In der Slate- RubrikBushism of the Day ( UT : The president’s accidental wit and wisdom ) war etwa am 4. 12. zu lesen ( New Albany , Ind. , Nov. 13 , 2007 ) :

The decisions we make in Washington have a direct impact on the people in our country , obviously .

In der Online- Collection The Complete Bushisms gibt’s die jüngsten Beweise dafür zu lesen , dass der U.S. Präsident womöglich zwar von Heerscharen physischer Security und Bodyguards umgeben ist , offenbar allerdings mitnichten von Lingo- Watchdogs oder Souffleusen . Auf den Punkt gebracht hat der Präsident seinen Willen zur schrägen Redefreiheit am 10. 11. selber :

I don’t particularly like it when people put words in my mouth , either , by the way , unless I say it .

DER HORX- HOAX

lingo blue copyright zintzenSicherer Kandidat - diesmal auf deutschem Boden - für angestrengt angewandten Neusprech ist der “Trend- und Zukunftsforscher” Matthias Horx : Praktischer Weise stellt der Meister den zu Prognosen geschneiderten Lingo auf seiner Webseite ( www.horx.com ) willig aus : Etwa seinen Essay zum singulären Projekt der Ringier- Zeitschrift Cicero , auf der Basis von 50 Millionen Reuters- Bildern 160.000 verschiedene Cover für die Dezember- Ausgabe zu drucken . Da ist Horx mitten drin und proklamiert eine ME- VOLUTION und “schlägt” , so der Verlagstext , “der Logik der Massenproduktion ein Schnippchen” :

160.000 ungleiche Exemplare wurden auf diese Weise hergestellt. 160.000 massenhafte Unikate. Mass customisation, “massenhafte Individualisierung”, nennt man diese Produktionsweise, die ihnen ( sic ) Cicero hier in einer Fallstudio für die Zukunft vorlegt . ( … ) An diesem Punkt werden die Parallelen zu jener medialen Revolution deutlich, die wir derzeit in der zweiten Phase der Internetkultur erleben. Auf social networts wie MySpace oder Facebook stellen inzwischen Millionen Menschen ihre Persönlichkeiten ‘ins Netz’. Das Innere wird nach aussen gestülpt, produziert wird eine wandelbare soziale Identität, die sich zunehmend hochproduktiv vernetzt. Die ME- VOLUTION ist in vollem Gange, und sie umfasst eben nicht nur die neuen Kontinente der digitalen Kommunikation. Sie greift langsam, aber sicher auf die Produktion über . Ausgerechnet der industrielle Kapitalismus scheint auf dem Wege des technologischen, kulturellen und medialen Empowerments die Bedingungen auszuhebeln, auf denen er entstand. ( more … )

Lingo- ergiebig auch die Ankündigung zum neuen Buch :

Die wichtigsten soziokulturellen Trends für das Jahr 2008 ! - Lesen Sie jetzt, welche ‘Großthemen’ Gesellschaft, Kultur, Unternehmen, Medien und Politik in den kommenden Monaten beschäftigen werden: DER CARBON-KULT - BRAIN BUSINESS - OPEN INNOVATION - HOLY TECH - CREATIVE HUBS - DER ONKEL STAAT - ÄRA DER AVATARE .

GOURMET SEX

lingo blue copyright zintzenWollen wir jetzt wirklich noch das “Vorwort zum Trend-Report 2008″ lesen ??? ( Achtung Trend ! Vom Sinn und Unsinn der Frühwarnung , pdf )Von linguistischem Interesse könnte das Naming , Framing und Branding der vergangenen Jahre im vorausschauenden Rückblick in der Revue der Prognosen denooch sein :

  • 2005 : Fast Good ( statt Fast Food ) - Die These: Aus ‘Bio’ wird ein neuer Luxus-Sektor, der mit dem Convenience-Sektor verschmilzt …
  • 2006 : Desaster World oder das ‘Katastrotainment’- Katastrophen, so ahnten wir, würden zunehmend Teil eines gigantischen Entertainment-Booms, der das kollektive Bewusstsein formt…
  • 2006 : Die neue Ehrlichkeit - Firmen, so die These, würden in den nächsten Jahren zunehmend gezwungen, ‘die Hosen herunterzulassen’ …
  • 2007 : Gourmet Sex- Sexualität, so die These, wird zunehmend inszeniert, ästhetisiert und kultiviert – und zwar nicht im Sinne des alten Graf Porno aus dem Schmuddel-Bezirk, sondern eher analog zur Verfeinerung, Veredelung und ‘Guruisierung’ der Küche …. ( more … )

BRANDEINS BASIX

lingo blue copyright zintzenEin verwandtes , dem Umfeld des ( Ego- ) Marketings zugehöriges Lingo- Brünnlein plätschert seit jeher im Magazin brandeins , dessen Durchsicht sich - wir gestehen - immer wieder in mancherlei Hinsicht lohnt ( 16.692 brandeins- Premium- Mitglieder @ Xing können nicht irren ) . Freundlicher Weise wurde für Newbies und andere Nachschläger ein praktikables Glossar zusammengestellt . Das reicht ( neben Umwegen über das vermeintlich Bekannte wie Angst , Hegel , Liebe ) von Abhängigkeit , Abspaltung , Abstraktion bis Zeichnungsfrist , Ziel , Zufall . - Hier ein willkürliches - indes keineswegs polemisches - Digest :

Angel Funding , Asset Management , B2B , B2C , Burn Rate , Digital Divide , Due Diligence , Empowerment , Entrepreneur , Equtiy-Story , First Mover , Guerilla-Marketing , High Flyer , Incentives , Kaizen , Loyalität , M-Commerce , Nullwachstum , PSA , Relaunch , ROI , Unique Selling Proposition , Unique Selling Point , Win-Win-Situation .

Wo Manches schon wieder heimelig altmodisch wirkt , sollte Unsereins ( Blogger , Writer , free- lance System Engineer etc. ) sich folgendes Akronym hinter die Ohren schrieben :

SOHO = Small Office Home Office . Kleinbetriebs- und Telearbeits- ( Heimarbeits- ) Kürzel , vor allem im Bereich der Computersoft- und Hardware gebräuchlich . SOHO- Geräte sind also Rechner für kleine Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern.

LUST AM “GOOF BUZZ”

lingo blue copyright zintzenFür die NYT hat Grant Barrett , Lexikograph und “co- host” der NPR- Show A Way With Words kürzlich eine Reihe von Buzzwords 2007 ediert : Hier geht es eingestandener Weise um die pure Lust am “coining” von Neologismen . NEUwort kann also durchaus FREUwort bedeuten und impliziert demnach nicht immer den prompt drohenden Untergang des Abendlands .

Voilà also ein paar Streublumen , nach Ansicht Barretts “the tattoos, scars and medals that differentiate this year from any other” :

  • bacn n. - Impersonal e-mail messages that are nearly as annoying as spam but that you have chosen to receive: alerts, newsletters, automated reminders and the like. Popularized at the PodCamp conference in Pittsburgh in August.
  • colony collapse disorder n. - A disease that has killed millions of pollinating bees nationwide and threatens to harm the nation’s agricultural output. Suspected culprits are a virus, mites and insecticides.
  • crowdsource v. - To use the skills or tools of a wide variety of freelancers, professional or amateur, paid or unpaid, to work on a single problem.
  • e- mail bankruptcy n. - What you’re declaring when you choose to delete or ignore a very large number of e-mail messages after falling behind in reading and responding to them. This often includes sending a boilerplate message explaining that old messages will never receive a personal, specific response. ( … )
  • FTW interj. - For The Win. A bragging exclamation of approval, as in “K-Fed got the kids FTW,” or “I was able to open the file with Photoshop. FTW !!!”
  • global weirding n. - An increase in severe or unusual environmental activity often attributed to global warming. This includes freakish weather and new animal migration patterns.
  • lolcat n. - On the Internet, an odd or funny picture of a cat given a humorous and intentionally ungrammatical caption in large block letters. Originally called a cat macro.
  • multi- dad v. - Said of a woman who has children by more than one man. First popularized in Britain.
  • Ninja loan n. - No Income, No Job or Assets. A poorly documented loan made to a high-risk borrower.
  • post- kinetic environment n. - In military jargon, the site of an explosion, severe gunfire or a destructive engagement. ( more … )

Wohl die luzideste Listenlieferung bislang ! - But watch out , die nettesten Neu- und Freu- Nomina stehen noch bevor !

KLANGAPPARAT

Mitunter kann es ganz schön dröge machen , in|ad|ae|qu|at einen täglichen KLANGAPPARAT aus dem Reich der Creative Commons aufzustellen . Vergebliches Schweifen während dreier geschlagener Stunden dieser Mittwinternacht , sieben Labels besucht , die News von drei Sammelseiten über die Trommelfelle gleiten lassen . Aber wozu hat man Kollegen , welche ihrerseits mit ihren Reusen durch die www- Meere czz hörempfehlunggehen und glücklich ward via Matthias Gutjahr ( @ New Urban Music- Blog ) ein schmackhafter Fang getan . “…. AND NOBODY CARED” benannte sich die - selbst auf den Artist’s Pages des Labels Jamendo verloren gegangene - Formation , welche mit BREAKFAST IN TANGER ein köstlich durchkomponiertes Spiel der Zitate über ein Gerüst von Trip- Hop- und ( ja sogar ! ) Swing- Linien aufzog . Back in 2001 freilich - und wir würden nur zu gerne wissen , wer dahinter steckt und was ( bei last.fm laufen die Tracks jedenfalls munter weiter ) aus den guten Leutchen geworden sei … Die 15 Tracks von BREAKFAST IN TANGER mag man am besten en suite von der Label- Seite abspielen oder auch bei Gutjahr , dessen sensationelles Blog- Design sich bei dieser Gelegenheit bestaunen lässt . CLICK HERE oder THERE to listen ! |||

LINKS

Ann Cotten . Keine Faden Würmer in der Buchstabensuppe



für Ann Cotten

Laudatio zur Verleihung des Reinhard Priessnitz- Preises 2007 , Literaturhaus Wien , 29. 10. 2007

“Laudatio auf N” oder : Keine Faden Würmer in der Buchstabensuppe

I .

“Wie ist es aber, frag ich dich, ein Mädchen zu sein” - Und Mädchen auf dem sich drehenden Platten-, pardon, Präsentierteller der Gerühmten ? -
Unter der Zirkuskuppel der Rühmenden und der Berühmten dreht die Kunstreiterin ihre Runden . Kafka , na klar . Wer dächte da nicht . Aber ja , wir denken an Kafka, der sich und die Seinen “KA” (”K” ) nannte . Aber ja , wir denken an die Schriftstellerin Ann Cotten , die zu verzichten pflegt auf zwei Drittel ihres Eigennamens : Stimmlich “EN” , stimmlos “N” - Neutrum.

Ja , das wäre man gern . Als Eines , Das schreibt . Sache An Sich , Schreiben Für Sich . Und kein Publizieren an die Einpeitscher der Meinungen . Und keine Adresse an die Zirkusdirektoren in den Jurien . Also bleiben auch wir (nachdenkend , vorsprechend ) über den “Fall EN” ( maskulin ) , “die Ann” ( feminin ) und das “N” ( neutrum ) … Also bleiben auch wir mit Franz Kafka “AUF DER GALERIE” :

Wenn irgendeine hinfällige, lungensüchtige Kunstreiterin in der Manege auf schwankendem Pferd und von einem unermüdlichen Publikum vom peitschenschwingenden erbarmungslosen Chef monatelang ohne Unterbrechung im Kreise rundum getrieben würde , auf dem Pferde schwirrend , Küsse werfend , in der Taille sich wiegend ( … ) :
Vielleicht eilte dann ein junger Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab , stürzte in die Manege , riefe das : HALT ! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters . ( Franz Kafka , AUF DER GALERIE )

II .

Zwar war es kein circensisches Rund unter dem Gummi der Plane - aber ein Treibhaus unter Luft- und Klangabschluss war es doch , wo wir im Mai dieses Jahres eine Folge der Reihe LITERATUR ALS RADIOKUNST produzierten .- Stellen Sie sich anstelle von Kafkas “lange(r) Treppe durch alle Ränge” das reelle “Steppen durch lange Gänge” im Wiener Funkhaus vor . Drei Tage , je acht Stunden : Und man stürzt ins Studio , und man ruft das “HALT !” durch das Mikrophon und es hallt wieder . Nun die eigene - nämlich Anns , ENs , Ns - Stimme .

Ann Cotten hat in ihrer - by the way nur aussenhin - schaudernden Art ein entschlossenes Hörstück durch die Klippen der Wenns und der Abers und der Womöglichs manövriert . “PARKBANK” hat sie den 16- Minüter betitelt und in eine akustisch beseelte Welt gestellt .

So , wie es Ann Cottens Poetik nun einmal gefällt . - WELCHER Poetik ? - Nun , das müssen Sie , werte Zirkusbesucher , schon selber an unseren Vorgängen und -Trägen HIER erspähen !

Ganz also , wie es ihr gefiel , der EN , N , der AutoriN , hat sie wieder einmal eine ihrer fiktiven Frauenspersonen vom Stapel laufen und in einen Park fallen lassen , wo nicht nur “das Psychische” sich übel überbrütet , sondern auch so manch anderes Getier seine Wesen treibt . Tonmeister Martin Leitner reichte die helfende Hand , das Wirbelnde und Wirbellose sirrend und flirrend zu instrumentieren , das iterierende Ich- Splitting in Klänge zu setzen und in Wellen zu legen .

Womit wir ja schon mitten drin sind , in den krabbelnden , haarigen und die Unmündigkeit kundig zelebrierenden Textkörperchen der Lady EN .

“Wie ist es aber” , fragte ich sie , “eine Dichterin zu sein ?” , als wir vor Wochen ( zwar auf keiner Parkbank , so doch auf gemeinsamer Trainingsbank ) sassen . “Was ist Deine Schreibhand” , fragte ich sie , “doch für ein winderluches Tier ?” - Lachte und gab keine Antwort , die hochgelobte Dichterin . Blätterte lieber in einem FREMDWÖRTER- BUCH : SO NETT bereit gelegt auf dem Verhandlungstisch , zwischen uns und dem Expliziten .

Karl Ernst Georges’ “AUSFÜHRLICHES LATEINISCH- DEUTSCHES HANDWÖRTERBUCH , aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquitäten unter Berücksichtigung der besten Hilfsmittel” , Reprint der Ausgabe 1913 , Achte Auflage .

Zwei Bände , zwei Sprechende und 6.000 Seiten . Klar , dass man da auf “LOB” ( das , N , Neutrum ) und “LAUS” , “LAUDIS” ( femininen Wortgeschlechts ) kam und es kein Halten mehr gab des linguistischen Züngelns , Zirpens , Zischelns im Rascheln fremdwörtlicher Blätter .

So geriet die “LAUDATIO” als Wort wie als DING AN SICH in den “WIE SPRICHT MAN ?”- Blick . Wie es sein sollte , wissen die grossen Rhetoren : Die “LAUS ELOQUENTIAE” sei nach Cicero “modica” und nach Quintilian “solida” . Hüten müsse man sich vor der “laus insanis et infructuosa” ( Cicero ) sowie den “laudibus indignus” ( Cicero & Horaz ) . - Was also bleibt uns für diese Zirkus- Situation der “laudes summae” ( Qunintilian ) bzw. der “laudes maximae” ( Cicero ) übrig ?

III.

Richtig : Die Laus . Ganz recht , denn mittlerweile sind zwischen den fadengehefteten Blättern des Lexikons jene Fadenwürmer hervorgekrochen , welche Ann Cottens Denk- und Metaphernleben als “Wappentiere” ( Selbstaussage ) begleiten : Wer, der EN nennt und kennt , würde da nicht sofort an des Genetikers Lieblingstier , den CAENORHABDITIS ELEGANS denken ? - Es braucht kein PETRI DISH und keine Weisskittel, um diese Fadenwurmart als Modellorganismus zu nehmen : Notizbuch und Kitzelstift , Kritzelstift tun es - wie Sie anwandend projiziert sehen . Sie tun es auch: Für den poetischen ( wenn nicht sogar zum poetologischen ) Hausgebrauch .

“Was soll jetzt DAS schon wieder” , fragen Sie , werte Zirkus- Besucher und wollen Sie jetzt sicher NICHT wissen , dass es der “adulte Wurm” auf “einen Millimeter” bringt . Länge . “Das langt !” , sagen Sie , noch bevor Sie erfahren , dass der CAENORHABDITIS ELEGANS ein sogenannter “Konsekutivzwitter” ist : Der “Hermaphrodit bildet zuerst Spermien , dann Oozyten” und pflanzt sich “durch Selbstbefruchtung fort”.

Ganz so selbstbefruchtend , wie Lady EN , Neutrum N , laut Wappen-Blason dies gerne hätte , ergibt sich freilich KEINE Poesie . Bei allem Autopoietischen , welches EN - scheinbar nebenher und leger - in ihre ( n ) Verse stellt , gehen ihre Suchbewegungen doch stets auf Tuchfühlung mit DEM , was sie anregt . Situationen , Konventionen und mitunter ein schlichtes NEIN sind die Wirtstiere , aus denen Ann Cottens parasitär pataphysisch geneigter poetischer Eros sich speist .
Ja , er ist ganz schön verfressen , dieser Parasit und bleibt - wiewohl kein Kostverächter - trotzdem wählerisch : Beste Lese an Fremden Federn , Aufschwingen an ihnen und vorturnen den ikarischen Fall . Falls es ihr so gefällt . Der EN , dem N , der Dichterin , der Essayistin . Immer heute , immer neu , mit jedem Text ein proklamiertes Scheitern an den sogenannt Grossen Dingen : Verstehen , Welt , Leben , Beziehung .

Ja , grinst Ihr nur , Ihr Entitäten : Entgegen dem , was sie als rhetorische Geste vor sich her trägt , sitzt sie - nämlich EN - Euch längst im Fell , saugt Euch aus , und spricht obenhin doch immer wieder nur vom ICH als einem Zerknautschten .

IV.

Hautsack und Wirbel dieser Lyrik sind nur geliehen , Versmasse , Prosodie , Motive : Bezüglich sind die Lyrik , hochgradig anzüglich natürlich die Prosa , in ihrer proklamierten Beziehungslosigkeit , scharf im Auftrumpfen mit dem Stumpfen , Kalauer als Wille hinter der Vorstellung .

Morphings und Anverwandlungen finden statt und ENs Gestaltungen gestalten sich immer so artgerecht , dass Kafkas - also K’sche - Käfer rechtzeitig rücklings zu liegen kommen . Gäbe es eine Poesie des Wirbellosen , Quastenflossers , Polymorphen - sie läge hier im Werk vor . Unzertrennlich indes amalgamiert mit dem Wirtstier und der endemischen Bewegung des “Gegen” . WIDER : -Spenst , -Spruch , und -Rede geben regelmässig den Imperativ zu frischer und eminent beweglicher Selbstvermehrung .

… und WENN dieses Spiel unter dem nichtaussetztenden Brausen des Orchesters und der Ventilatoren in die graue Zukunft sich fortsetzte , begleitet vom vergehenden und neu anschwellenden Beifallsklatschen der Hände, die eigentlich Dampfhämmer sind …

DANN - erst -eilen wir in der Rolle von K’s jungem

Galeriebesucher die lange Treppe durch alle Ränge hinab , stürzte ( n ) in die Manege , riefe ( n ) das : HALT ! durch die Fanfaren des immer sich anpassenden Orchesters ( Franz Kafka , AUF DER GALERIE ) -

[ icon : copyright Ann Cotten ]

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