Tag Archive for 'code'

Icons | Vienna Street Art 7



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Zitat , pars pro toto , Metonymie , Katachrese :

Wo Erkennen nur als Wiedererkennen möglich ist , begegnen auch die Chiffrenschriften der ( popularen ) Kultur als Kürzel an den Häuserwänden . Ohne Kolo Mosers “VER SACRUM” im Bildgedächtnis , bliebe die Begegnung mit der wildrosenlockigen stencil- Schönen zwar zweifellos ein Ereignis …. wenngleich eventuell etwas zweidimensional .

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( stencil Ver Sacrum , 1070 Wien )

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( Kolo Moser , VER SACRUM , um 1901 )

Kulturelles Framework als Rahmen- Handlung für das Anbringen von Writings on the Wall , welche in ihrer mitunter minimen Abwandlung des Bekannten nicht notwendig decodierbar sind .

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( stencil Rahmenhandlung , 1070 Wien )

Das kulturelle Kürzel ( die “Ikone” ) wird durch Hinzufügung zusätzlicher Abbreviaturen schlechthin enigmatisch . ( Wer mehr weiss , mag’s melden . )

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( stencil Frankenstein , 1030 Wien )

Nur auf den ersten Blick scheint als Verzicht auf explizite Autorschaft , …

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( stencil Nofretete , 1070 Wien )

… , was sich in punktuellen Zugaben als gezeichnet manifestiert . -

Wer weiss , der weiss : Sind’s viele , sind’s wenige nur ?

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( stencil Betty Baloo , 1010 Wien )

Aura geschieht - auch ohne Signatur .

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Was nach- folgende Vereinnahmungen -

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( stensil Pippi Langstrumpf , 1070 Wien )

nenne man sie nun aggressiv oder poetisch - nicht hindert .

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( stencil Modern Stalking , 1070 Wien )

Stets sind wir dem “Sinn” hinterher -

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RELATED

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KLANGAPPARAT

In den KLANGAPPARATEN folgt dieser Tage ein Mini- Portrait des Hamburger Netlabels plainaudio , wo wir nach längerem Suchen im Netz endlich czz-hoerempfehlungwieder straighte und smarte Beatz eines gewissen Härtegrades entdeckt haben : “plain” eben , wie’s der Name sagt . Gestartet hatte man 2001 mit reiner Nachtarbeiterware auf Vinyl , Kategorie “drums n’bass” . Mittlerweile hat sich das Quellgebiet auf “electronica” und “experimental” erweitert und mit diesen der Sog zum Netz . - Heute greifen wir tiefer in die Zeitkiste , um Label- Frontman Iaka ( hier : Q | A - Portrait ) höchstpersönlich vorzustellen . Äussere Signatur bleibt der schlagende Name , welcher auch zweieinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung der EP in nervösem Breakbeat hät , was er verspricht : “Es rappelt im Karton” ( pp020md ) . Nicht zweimal sagen lassen . - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Rumpelkiste | 02. Zappenduster | 03. Noloop |||

You Own Me Now Until You Forget About Me : in|ad|ae|qu|at @ online exhibition



|| RL- EXHIBITION @ LJUBLIANA | KONZEPT ( IN FALSCHER PARAPHRASE ) | RL- OBJEKTE | ONLINE- ANMUTUNGEN : AUSSTELLUNG 2.0 ? | ONLINE- ANEKDOTE | KLANGAPPARAT

RL- EXHIBITION @ LJUBLIANA

Ferdiand de Saussure signifiant signifie

Unter dem viel- und anzüglichen Titel “You Own Me Now Until You Forget About Me” liesse sich Einiges über Beziehungsdinge reflektieren , meint aber diesmal präzise eine primär von Birgit Rinagl und Franz Thalmair ( CONT3XT.NET , _____fratha__ ) in der Echtwelt inszenierte Ausstellung .

Seit 16. Mai und bis 22. Juni sind in der Moderna galerija ( Museum of Modern Art ) Ljubljana reale Objekte und Installationen von Mary-Anne Breeze ( mez ) , Codemanipulator® , Christina Goestl , Karl Heinz Jeron & Valie Djordjevic , carlos katastrofsky , Jörg Piringer sowie Marek Walczak & Martin Wattenberg zu sehen . |||

KONZEPT ( IN FALSCHER PARAPHRASE )

Ferdiand de Saussure signifiant signifieWer das Kuratorenduo und deren Plattform PUBLICCURATING nennt und kennt , weiss , dass es hier hoch reflexiv hergeht . Das der Ausstellung zugrunde liegende Konzept ist daher in seiner Komplexität nicht eben leicht in einfache Worte zu bringen . Ausgehend von de Saussures binärer Auffassung des Sprachlichen Zeichens in Manifestation ( signifiant >< parole ) und bedeutungsträchtiger “Meaning” ( signifié ) wird überprüft , was in den ephemeren Sphären des digitalen Zeitalters überhaupt noch an kommunikativer Verbindlichkeit hergestellt werden kann . Jenseits der materiellen Präsenz eines ( etwa im Kunstwerk manifestierten ) “Sprechaktes” und seiner fasslichen Kontexte wird das Wahrnehmungs- und Verstehensverhältnis allerdings prekär .

Dass Sprache im digitalen Kunstwerk sich einerseits in den Programmiercodes “versteckt” , welche das “disembodiment” von Kunstwerk und Schöpfer durch ( kompensierende ? ) “Übersetzungen” in Bildgebung und Gestaltung steuern , wird vom Betrachter selten reflektiert . - In der Tat haben wir beim kürzlichen Updaten von Wordpress sowie anlässlich des danach nötigen Umprogrammierens einiger Features förmlich Bauklötze gestaunt , in welchem Ausmass das Funktionieren des ganzen Werkels auf ( je nach Perspektive ) ziemlich primitiven bzw. höchst codierten Textbrocken beruht . Nur muss man deren CODEC ( coding | decoding ) eben kennen , um Nägel mit Köpfen zu machen und den Hammer als Werkzeug sachdienlich zu verwenden .

Die Frage , wo das digitale Kunstwerk bleibt , wenn der User “offline” geht , erinnert an die alte Vorstellung von den kleinen Männchen im Radioapparat , die erst dann losquasseln , wenn wir den Einschaltknopf betätigen . Aber ist die im traditionellen Kunstraum des Museums physisch aufgestapelte und -gehängte Kunst für uns nicht ebenso “virtuell” , wenn wir nicht hingehen ? - Können wir überhaupt davon ausgehen , dass es diese Kunst überhaupt gibt , wenn wir sie nicht gerade betrachten ? - Schön konstruktivistisch geantwortet : Das ist ebenso egal wie die müssige Frage , was im Netz abgeht , wenn wir uns von ihm abwenden . Hauptsache ist , dass wir mit den ästhetischen Entitäten in Kommunikation | Beziehung treten , wenn diese - gleich , ob im White Cube oder auf YouTube - in Evidenz treten .

Soweit die in|ad|ae|qu|ate “map of misreading” dessen , was die Kuratoren als komplexes Konzept ersonnen und in Text gesetzt haben . Man lese und denke da doch eventuell selbst :

In the end there is nothing of an object here, just a process, a set of rules that leads you to the point of questioning unicity, ownership, and the object-like nature of digital art works and what you can own is nothing more than the memory of it. |||

RL- OBJEKTE

Ferdiand de Saussure signifiant signifieZwar sind die echtweltlichen ( RL = real life ) Objekte durchaus in Ljubljana aufzusuchen , doch lässt sich das örtlich Unbesehene durchaus per Netz- Repräsentation erhellen . Das ist praktisch , weil neben dem photographischen Rendering gleich der Erklärungstext steht und die Links den Interessierten umstandslos in den jeweiligen Künstlerkosmos katapultieren . Auch auf diese Weise kann sich der Besucher | User aus dem Offerierten jeweils seine eigene Ausstellung kreieren . Wir hier reisen in|ad|ae|qu|at auf randomisierter Route von Proust’s “Recherche” im Binärsystem ( Karl Heinz Jeron & Valie Djordjevic ) bis zu Kasimir Malewitschs epochalem “Schwarzen Quadrat” ( 1915 ) , welches sich nach sukzessiver Um- und Rück- Codierung durchaus kreisförmig ausnehmen kann : “HTML-Malevich / HTML-CSS-Malevich” ( Codemanipulator® ) . Aus dem derzeit unerträglich gehypten Mikro- Kommunikationssystem Twitter ( u. a. ) speist sich Mary-Anne Breezes script | Schrift- Hybrid einer ” 404 poetry” , den pittoresken Assoziationen von Schriftzeichen Christina Goestls ( clitoressa.net ) explizit abstrakte Arbeit “viva la vulva” auf den kulturanthropologisch universalen Grund . |||

ONLINE- ANMUTUNGEN : AUSSTELLUNG 2.0 ?

Eine reizvolle Idee , die Ausstellung über die Mauern des Museumsraums hinaus auszudehnen und laufend neue Exponate zu assemblieren , formuliert sich in einem “Call for contribution” . Wir waren in|ad|ae|qu|at so frei , unser “RADIO | JELINEK | REMIX“- Video einzureichen . Für Ein- und Feinsichtige sei die Spurensuche mit Hilfe des folgenden Screenshots erleichtert , womit ein recht selbstreferenzieller Zirkel bzw. Pleonasmus entsteht , da das unten gelistete “Ausstellungsobjekt” im Grunde lediglich in einem Direktlink auf die entsprechende Seite in diesem Blog besteht . - Egal : Uns galt das olympische Prinzip eines interesselos wohlgefallenden “Dabeisein ist Alles” .

You own me 02 click to XL

Dass eine Ausstellung auf diese Weise “2.0- mässig” weiter wuchert , ist eine hübscher , obgleich mittlerweile bekanntlich auch ambivalent zu reflektierender Gedanke . |||

ONLINE- ANEKDOTE

Ferdiand de Saussure signifiant signifieWie selbstverständlich Spätgeborene mit dem Prinzip der User- Beteiligung | Intervention ( also “Mitmach”- Prinzip 2.0 ) umgehen , verweist die von den New- Media- Experten Clay Shirky kürzlich auf der Web 2.0 Expo in San Francisco rapportierte Anekdote :

I was having dinner with a group of friends about a month ago, and one of them was talking about sitting with his four-year-old daughter watching a DVD. And in the middle of the movie, apropos nothing, she jumps up off the couch and runs around behind the screen. That seems like a cute moment. Maybe she’s going back there to see if Dora is really back there or whatever. But that wasn’t what she was doing. She started rooting around in the cables. And her dad said, “What you doing?” And she stuck her head out from behind the screen and said, “Looking for the mouse.”

Shirkys Conclusio :

Here’s something four-year-olds know: A screen that ships without a mouse ships broken. Here’s something four-year-olds know: Media that’s targeted at you but doesn’t include you may not be worth sitting still for.

Mehr über Clay Shirkys Päsentation “Where You Find the Time to Spend Online” plus Video @ lifehacker . |||

KLANGAPPARAT

Die Vielzahl der in creative commons- Manier publizierenden ( sic ) Netlabels generiert natürlich nicht nur extreme Meisterleistungen , sondern auchczz hörempfehlung einen Sog bzw. Strom von ebenso leicht zu produzierender wie zu konsumierender Kurzware . Dies ist mitnichten im Sinne einer negativen Abwertung aparter “eazy listenings” zu lesen , ganz im Gegenteil : Die eben als Release # 13 vom Saarbrückener Netlabel schall dargebotenen “maps of nowhere” sind bestens dazu angetan , verhärtete Hirnkarten wieder weich zu kriegen . Die EP , welche “the marx trukker” vorlegt , mag man als basale Stimulation gerne annehmen . Von Tausenden begeisterter Zuschriften sowie von Wunderheilungen wir zu einem späteren Zeitpunkt zu berichten sein . CLICK LINKS TO LISTEN : 01. achtmasterdub | 02. navigator | 03. südseeperlen | 04. wellengang |||