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Dokumentation | Alte Schmiede : “Unter den Hammer gekommen”



||| Am Montag 16. 6. , 17:28 Uhr geht ein umfassender Bericht der Tageszeitung “Der Standard” zur Geschichte und derzeitigen Situation des Wiener Kultur- und Veranstaltungshauses Alte Schmiede online , datiert für die Printausgabe am 17. 6. 2008 .

Fortsetzung unserer seit der ersten Meldung über den möglichen Verkauf des Hauses Schönlaterngasse 9 vor genau einem Monat unternommenen DOKUMENTATION . - Artikellinks verschwinden , Berichte sinken ab ins kostenpflichtige Archiv : in|ad|ae|qu|at hält Meldungen , Meinungen , Äusserungen , Protestnoten und Politikerrepliken in chronologischer Folge fest .

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ALTE SCHMIEDE : UNTER DEN HAMMER GEKOMMEN . Der Standard , 17. 6. 2008 ( print ) , von Cornelia Niedermeier

alte-schmiede-was-tunBis vor zwei Wochen war die Wiener Städtische Versicherung Eigentümerin der Schönlaterngasse 9, Adresse der Alten Schmiede – Nun bangt sie um ihre Zukunft

Wien – Am Montag tagte das Präsidium der SPÖ in der Wiener Löwelstraße über die Zukunft der Partei. Wenige hundert Meter entfernt steht zeitgleich eine Institution in höchster Bedrängnis, die die – kulturpolitische – Vergangenheit jener Partei in ihrer denkbar begrüßenswertesten Form repräsentiert: die Alte Schmiede.

Seit Mitte der Siebzigerjahre beherbergt die Alte Schmiede den Wiener Kunstverein. Die Stadt hatte die Immobilie der einstigen Schmiedewerkstatt über den kommunalen Verlag Jugend & Volk übernommen mit dem Ziel, ein lebendiges Kulturhaus im Herzen der Wiener Innenstadt entstehen zu lassen. Den Werkstattgedanken ernst nehmend, wollte man einen Ort der Begegnung schaffen, an welchem die aufgeklärte Stadtgesellschaft ohne finanzielle oder andere Schwellen Zugang hätte zu zeitgenössischem Kunstschaffen.

Eingerichtet wurden in der Alten Schmiede neben den Büros des Kunstvereins das Literarische Quartier und die Musikwerkstatt.

300 AUTOREN IM JAHR

alte-schmiede-was-tunVor allem das Literarische Quartier entwickelte sich dank seines Leiters Kurt Neumann seither zu einer Institution, die im deutschen Sprachraum ihresgleichen sucht: Rund 300 Autoren aus aller Welt lesen hier jedes Jahr bei freiem Eintritt für das Publikum – und entwickeln, in enger Zusammenarbeit mit Kurt Neumann, eigene Projekte. Eben erschienene Werke experimenteller Lyrik oder die jüngsten Literaturtheorien werden ebenso in der Alten Schmiede präsentiert – und diskutiert – wie literarische Debüts. Wer Einblick sucht in die Gegenwart deutschsprachiger Literatur und Literaturwissenschaft, erfährt in der Alten Schmiede oft mehr als an den Germanistik-Instituten der Universität.

Wie desinteressiert aber durchaus SP-nahe Unternehmen in Zeiten der Privatisierung wertvollem kulturpolitischen Erbe begegnen, beleuchtet die gegenwärtige Not der Institution. Ende der Achtzigerjahre nämlich übernahm die Wiener Städtische Versicherung die kommunalen 88 Prozent der Immobilie in ihren Besitz. Nunmehr selbst privatisiert und eine Aktiengesellschaft, mithin ökonomischem Gewinndenken verschrieben, schritt die Versicherung in den vergangenen Wochen zum Verkauf des Kulturhauses: an den Immobilienentwickler Immokrass. Bei Immokrass handelt es sich um ein an Profit orientiertes Unternehmen, das den Umbau der Wohnungen zu Luxuseigentum, Dachausbau etc. plant, um die Einzelobjekte mit möglichst hohem Plus weiterzuverkaufen. Ein Geschäft, bei dem eine nahezu allabendlich arbeitende Kulturinstitution im Erdgeschoß nur stört.

LUXUSWOHNUNGEN

alte-schmiede-was-tunDer Verkauf durch die Wiener Städtische mutet desto absurder an, als erst vor kurzem die alte Schmiedewerkstatt zu einem wunderbaren zweiten Lesungsraum ausgebaut und eine auch tagsüber geöffnete Galerie der Literaturzeitschriften eingerichtet wurde. Pläne für die Adaptation des Kellers zu einem größeren Lesungsraum existieren, sodass, laut Kunstverein-Generalsekretär Walter Famler, künftig auch größere Festivals – wie die “Literatur im März“, für die früher die Kunsthalle angemietet werden musste – im eigenen Haus stattfinden könnten.

Hätte der Kunstverein selbst die Möglichkeit erhalten, über eine Stiftung die gesamte Immobilie zu übernehmen, hätte man Wohnungen für Künstler einrichten können. Eine Chance, die achtlos vergeben wurde. Zwar sind die Mietverträge des Kunstvereins “wasserfest”, dennoch blickt man unruhig in die Zukunft. Weshalb Famler sich vom städtischen Kulturbudget einen einmaligen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro für Rest-Umbau und Ankauf der Schmiede-Räumlichkeiten und künftig eine zehnprozentige Erhöhung der mit 1,3 Millionen jährlich ausgestatteten Institution als Zeichen der Unterstützung erhofft.

SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny betont sein Interesse am Erhalt der Institution und sichert dem Kunstverein auf Anfrage des Standard auch künftig Unterstützung zu. Vor finanziellen Zusagen warte er aber auf konkrete, mit dem neuen Eigentümer abgestimmte Pläne des Kunstvereins, die ihm noch nicht vorlägen.

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Das grossen BuchMesseN | Fair Y Tales



||| “HE WENT LIKE THAT , Spade said , LIKE A FIST WHEN YOU OPEN YOUR HAND .” - Gestern diese liebliche line des Sam Spade in Dashiell Hammett’s THE MALTESTE FALCON ( echt : in Buchform , gebunden ) gelesen und zum Motto erhoben für die Beobachtung der Ongoings am Main .

IN | FORMELLES

icon book Nach geballtem Email- plus- Papier- Post- Beschuss der Verlage ( “Besuchen Sie uns bei der Frankfurter Buchmesse , Halle x , Stand y zur Plauderei bei einem Glas z … “) sollte nun endlich Ruhe im Kanister herrschen und der Rest des Literatur- Vermarktungs- Explosiv- Materials sich in der Feuilleton- Schlacht verbrauchen . FAZ . NZZ . FR . SZ . WELT . taz . Für DRIVE- BY- MITredner / - READER gibt’s die Schnell- Schau polymorpher Pressemeldungen bzw. das Branchen- Blatt - - - den Rest erledigt Ihr Feed- Reader . Or you wanna join the informal Feuilleton- disscussion- group beside the coffee- dispenser ( Vienna’s Best instant coffee , and believe me , I DO know what I am talking about ! ) @ the Copy- Shop near Kirchengasse ( 1070 ) . |||

BLOGS

icon bookWeitere Info- Linien ergeben sich durch die redaktionellen Blogs der MSM ( etwa David Hugendicks seitenblick @ ZEIT , wir durften uns der gefühlten Stimmungsbilder des Herrn bereits anlässlich der Bachmannpreis- Berichterstattung erfreuen ) sowie durch das Marketinginstrument des offiziösen Buchmesse- Blogs . Aus Sicht des professionellen PR Bloggers ( aka Klaus Eck ) schwingt diese Form der CORPORATIVE COMMUNICATION schön mit dem Zeitgeist , gleichwohl mag Mancher Meister Ecks Liste der Blogger auf der Frankfurter Buchmesse ein wenig diffus finden .

Wie schön , dass es da die wachsamen Augen der bloggenden Literaturwelt gibt , die sich keinen Kehlmann als WELT- X für ein K U nstwerk vormachen lassen . Das nachgerade klassische Literatur- Café bedenkt die Zuerkennung des Deutschen Buchpreises an Julia Franck mit dem raffiniert vieldeutigen Wörtchen “erwartungsgemäss” , bevor man morgen , 10. 10 . , mit dem Buchmesse-Podcast 2007 anhebt . netbib ( “Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen” , # 43 ) castet übrigens ab morgen auch . ||| Update und Corrigendum : Die werten Kollegen podcasten leider NICHT live von der Fairy Fair , Sorry , ein Fall von in ad|ae|qu|atem WISHFULL THINKING . |||

Aus Buchhändlerperspektive bietet sich Dorian Popas Blogeintrag für ein Butterbrot an [ sorry , Dorin ] , bzw. man setzt sich zu dero Herren Antiquarii vom ZVAB- Blog . Mal sehen , was die , die’s ja wissen müssen , zum Thema BEST AGER - JUNGBRUNNEN DES BUCHMARKTES zu sagen haben . Ob das beliebte Blog über Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn freilich die Zielgruppe 50+ glücklich erreicht , bleibt fraglich . - Was soll’s , gibt sich StyleSpion doch angenehm pragmatisch : Sucht Euer Book By It’s Cover . |||

NOBEL | WELT | PREISE

icon bookJa , auch über die Nobelpreis- Frage ( wieder ein Donner am -stag ) darf man ich Gedanken machen , so man nicht bereits RAS DE BOL hat von sonderbaren Preisen und Orden . Von der Farce des Deutschen Buchpreises durften wir bereits berichten , nun nimmt Daniel “Keck” Kehlmann auch noch den WELT- Preis entgegen . Als , sozusagen , WELT- Vermesser von Größe und Komik deutscher Kultur . Auf gut deutsch : Für die Re- Installierung eines nicht- de|kon|struktiven Erzählens . Schnurre runter , wie man’s wieder mag . Neue Betulichkeiten ( Kehlmann , Mosebach ) und die Grossen Geschichten ( Geiger , Köhlmeier ) . Weshalb auch Julia Frank den Deutschen Buchpreis zugesprochen bekam und nicht etwa die mit zersetzender Ironie begnadete Katja Lange- Müller ( BÖSE SCHAFE , Kiepenheuer ) .

Frische Gesichter ( und stets neu direkt vom Coiffeur ) punkten PR- mässig besser . Besonders , wenn MANN ( sorry , Dudes , so isses ) der Anmassung weiblicher Literatur- Befähigung den beruhigenden Nachsatz “und Mutter zweier Kinder” hinterher schicken kann . Beim STERN klingt das dann wie folgt :

Sie ist 37, Mutter zweier Kinder und lebt in Berlin: Julia Franck heißt der neue Star am deutschen Literaturhimmel. Die Autorin wurde für ihr Werk “Die Mittagsfrau” mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Wir übergeben nun an Jurorin und Jury- Sprecherin Felicitas von Lovenberg , welche die RAISON für diese NICHT- HANSER- ENTSCHEIDUNG auf den tief empfundenen Punkt bringt :

Zur Begründung erklärte die Jury, Francks Buch überzeuge durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. “Die Mittagsfrau” sei “ein Roman für lange Gespräche”. Die Jury habe sich mit großer Mehrheit für diesen Roman entschieden, hieß es weiter. “Das Buch hinterlässt Spuren”, sagte Jury-Sprecherin Felicitas von Lovenberg. ( Tagesspiegel )

In der entsprechenden FAZ- Meldung wird diese Sprecherin und FAZ- Autorin übrigens nicht namentlich genannt . - “Lange Gespräche” also , hm , hm , hm , bis zur Verleihung des Hanser- Büchner- Preises am 27 . Oktober . - Frau von Lovenberg wird berichten . Sicher . Exklusiv .

“Da tritt der Österreicher vor ihn hin” : Nicht im Grillparzer’schen Wortlaut , sondern in dessen Geiste beobachtet Cornelia Niedermeier ( @ Standard ) mit einem Bonmot die feudal inszenierte BUBBLE des Deutschen Buchpreises :

Bescheidenheit fehlt dezidiert im Kanon der Tugenden des Deutschen Buchpreises. Sein Selbstbild charakterisiert am Treffendsten der Ort, den der Börsenpreis des Deutschen Buchhandels, Initiator der Auszeichnung, für deren Verleihung wählte: Der Kaisersaal im Frankfurter Römer, jener Ort, wo einst die Kurfürsten des Hl. Römischen Reiches deutscher Nation zusammentraten, um einen aus ihrer Mitte zum Kaiser zu krönen. Gotische Spitzbögen rahmen den Saal, darin ihre Gemälde, all die Ottos, Heinrichs, Leopolds und Friedrichs blicken ölig-ernsten Blicks auf Gottfried Honnefelder, den Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Kaisermacher der deutschsprachigen Literatur von heute. ( Der Standard )

icon bookBuchkaiser hin , glückliche Mütter her : Der Vorgeschichte von Jury und deren Zusammensetzung , abstruser Shortlist und Hanserei war nicht eben dazu angetan , Auszeichnung , handelnde Personen und Verlage ins Licht hoffnungsfroher Morgenröte zu rücken . Wir erwähnten beiläufig die ( männiglich formulierte ) Häme gegen Sigrid Löffler und deren im Editorial der LITERATUREN sowie im Deutschlandfunk berechtigte Kritik an Form , Formation und Funktion des WOULD- BE- BOOKER- Preises . Uwe Wittstock in der WELT :

2006 hat sich Sigrid Löffler dafür eingesetzt, den Heine-Preis für Völkerverständigung an den Milosevic-Verehrer Handke zu vergeben und vehement für die Freiheit geistiger Abenteurer gestritten. Umso mehr müsste sie jetzt den reaktionären Romantiker Mosebach verteidigen. Wenn sie ihm dennoch nach oberflächlicher Gesinnungsprüfung den rein literarischen Büchnerpreis missgönnt, muss man darin nicht mehr sehen als den Versuch, ihre Zeitschrift zur Buchmesse ins Branchengespräch zu bringen.

“Fatal , fatal , bemerkte Schlich / paffte und entfernte sich ” . Karl- Markus Gauss , kritisiert als “Lobbyist für die österreichische Literatur” in Personalunion von Autor , Kritiker und Juror , fühlt sich - zur Freude der PRESSE - persönlich verfolgt . “Fatal , fatal” , Skandal , Skandal .

icon bookVielleicht wäre es geichwohl von Interesse , die so übel vermerkten Argumente der Mosebach- Mäklerin ( Hubert Spiegel | FAZ ) in Ruhe durchzugehen . Nach Erledigung des Deutschen Buchpreises ( “Mit Literaturqualität hat das nichts zu tun” ) ist nun der Mosebach- Büchner- Preis dran : “Das hat etwas Perverses” . Ca se va en soi .

Pervers allerdings , wie rasch sich die Sender jetzt reissen um eine Interview- Partnerin , welche mit ihren pointiert formulierten Vorbehalten Hörer und Web- Hits bringt : Dann kann sich Print wieder alterieren , wir Blogger wiederum ( in|ad|ae|qu|at inklusive ) rennen dem Mainstream MEANstream watchend und quatschend nach usw. usw. usf . usf .

Kein Wort mehr über die Buchmesse . Wir folgen den Freaks und konzentrieren und ab heute auf den Mike Tyson- Index . Nach Strich und Faden k. o. oder schlicht nach Punkten . - Was hatte SAM SPADE doch anfangs gesagt ?! ::: “HE WENT LIKE THAT , Spade said , LIKE A FIST WHEN YOU OPEN YOUR HAND .” - Eben . |||

Musik ? ? ? - Das AUCH NOCH ? ? ? ::: Ihr habt es so gewollt und wir wissen nicht , wie verdient . WIR aber dürfen uns jetzt endlich redlich czz hörempfehlungeinem weiteren SONIC WALKER- MIX hingeben : Distinkte Töne in klarer Kalimba- Manier . File also under Mbira . Bringt allenfalls Ordnung ins Gedärm und Licht ins literaturbetrieblich verfinsterte Hirn . MINIATURAS , mixed and brought 2 You by Mexican Master IN VITRO . Now . Click . Here . - Ha le lu ja . |||

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