Tag Archive for 'depression'

Audio aktuell : Apokalypsen , allseits



||| Jedem auf seine Weise , eignet sämtlichen der folgend zart angedeuteten Global - , Familial- und Kriminal- Katastrophen etwas Apokalyptisches .

icon listening blackMit den Besprechungen der Audio Einspiellungen von Cormack McCarthy’s “The Road” , den von Andrea Maria Schenkel wirkungssicher arrangierten historischen Morden in der Provinz sowie letztlich den grossen Epochengemälden aus Deutschlands Depression von Hans Fallada und Anna Gmeyner sei der Keller des Stehsatzes aus 2006 ( ! ) und 2007 erschienenen Audio- Publikationen hoffentlich bald ausgefegt und wir dürfen demnächst auf die 2008er Modelle eingehen .

Hier die frische Liste :

Gerade Fallada erweist - oft unterschätzt - in der eben bei Rowohlt publizierte Korrespondenz , dass vieles Frühere dem scheinbar überlegenen Späteren analytisch und performativ weit voraus … bleiben wird . |||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Weihnacht und Suizid : Ein Mythos ?



||| UND … KRISE … DEN MENSCHEN | MYTHOS FREITOD- TAGE | ADVENT : PRÄVENT ? | GLOBAL STATS | KLANGAPPARAT : ENDLOS | LINKS

vienna_AKH_psychiatry_copyright_zintzen

UND … KRISE … DEN MENSCHEN

Weihnacht , Ferien : Wenn Familienglück oder innige Zweisamkeit kalenderbedingt drohen , füllen sich nicht nur die Faits Divers- Teile der Zeitungen , sondern auch die Wartezimmer von Kriseninterventionsstellen sowie die tristen Ambulanzen der Psychiatrie .

Zu dumm nur , dass ausgerechnet in diesen Zeiten auch das Personal der Kliniken auf Eigenleben pocht und Stationen nach Kapazität und Betreuungsdichte “heruntergefahren” werden .

Ein “Mon Cherie” für die Alten , die Kranken , die Einsamen , auf denen die Stille der Feiertage zentnerschwer liegt . Besorgte Organe des öffentlichen Interesses warnen vor Depression . |||

vienna_AKH_psychiatry_copyright_zintzen

MYTHOS FREITOD- TAGE

Dass die Fest- , Fress- und Freudentage auch eine Hochzeit der Suizide sind , sei - wie die fowid- Studie anhand des statistischen Materials für Deutschland 2004 belegt - ein Mythos .

Immer wieder wird die Meinung geäussert, dass die Weihnachtsfeiertage besonders Suizidgefährdet seien. Hintergrund dafür ist vermutlich die Annahme, dass Menschen, die an diesem Familienfest alleine sind, die Einsamkeit besonders bedrücke und sie deshalb in den Freitod gehen würden.
Für die Klärung, welchen Realitätsgehalt diese Meinung hat, gibt es begrenzte empirische Daten. Auf Bundesebene sind die Zahlen der Suizide (nur) nach Monaten vorhanden und auf Länderebene sind die Fallzahlen für eine Auswertung nach Tagen zu gering, um zuverlässige Aussagen zu begründen. Jedoch ausgehend von der These, dass an den Weihnachtsfeiertagen die Anzahl der Suizide besonders hoch seien, müsste sich das in einer deutlich überdurchschnittlichen Anzahl der Freitode im Dezember darstellen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Im Dezember ist die Anzahl der Freitode (777) gegenüber den anderen Monaten vergleichsweise am geringsten ( Monatsdurchschnitt: 894).
Die Monate mit der höchsten Anzahl sind der März und der Juli (mit jeweils 989 Suiziden), gefolgt vom Januar (954) und August sowie Mai (933 bzw. 932 Suizide) . Auch die Auswertung nach den einzelnen Bundesländern ( … ) zeigt kein anderes Ergebnis. Nur in zwei Bundesländern (NRW und Saarland) ist die Anzahl der Suizide im Dezember überdurchschnittlich. |||

vienna_AKH_psychiatry_copyright_zintzen

ADVENT : PRÄVENT ?

Eine Zürcher Studie ( Psychiatrische Universitätsklinik , Institut für Sozial- und Präventivmedizin ) konstatiert anhand der Statistiken 1969 - 2003 sogar einen Konnex zwischen der gesteigerten sozialen Betriebsamkeit und geringeren Selbstmordziffern . Dem Familien Sit- In käme demnach präventive Funktion zu . Selbst die berüchtigte  Firmen- Weihnachtsfeier kann solcherart Leben retten … obgleich dies von Manchem subjektiv eher gegenteilig empfunden werden mag . |||

vienna_AKH_psychiatry_copyright_zintzen

GLOBAL STATS

Bemerkenswert die Länderstatistiken der WHO ( p. 100.000 / year / sex ) wonach Ungarn - wie schon von William M. Johnston für die Wende 19. / 20. Jarhhundert konstatiert - höher bilanziert als Österreich und dieses über Deutschland . Die baltische “Transformationsgesellschaft” hinterlässt Spuren ( Litauen ) , die russischen Soldatenselbstmorde und Fuseltode werden bekanntlich ab und an durch die Zeitungen gereicht .

AUSTRIA 2005 - m : 26.1 - f : 8.2
FRANCE 2003 - m : 27.5 - f : 9.1
GERMANY 2004 - m : 19.7 - f : 6.6
GREECE 2004 - m : 5.2 - f : 1.2
HUNGARY 2003 - m : 44.9 - f : 12.0
LITHUANIA 2004 - m : 70.1 - f : 14.0
RUSS. FED. 2004 - m : 61.6 - f : 10.7
SUISSE 2004 - m : 23.7 - f : 11.3
UKRAINE 2004 - m : 43.0 - f : 7.3
USA 2002 - m : 17.9 - f : 4.2 |||

vienna_AKH_psychiatry_copyright_zintzen

KLANGAPPARAT : ENDLOS

Als Klangapparat heute das Duo ENDLOS ( Daniel Graumüller & Mario Kreuzer ) mit dem treffenden Titel Kein Grund zufrieden zu sein . Live- EP mit End 80s- Anklängen ( Remember die durchkomponierten post Glen- Branca- Gitarren- Brachial- Stücke von Die Haut ? ) . Allerdings czz hörempfehlungelektronisch zart verfeinert und daher mit 1 - Bit - Wonder - Gütesiegel ( 028 ) . Sehr straight . Sehr klar . Hat Kraft . CLICK TRACK TO LISTEN : 01. Gestern warst du anders | 02. Renne durch dein Leben | 03. Hast du viele hast du keine | 04. Ich bin Dur ( Martin am Saxophon ) | 05. Ist das alles |||

LINKS

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Von Büchern und Pülchern



Da sich beretis der Titel Denen nicht unmittelbar im linguistischen Kleinklima Wienerischer Idiomatik Befindlichen eventuell nicht prima vista erschiessen mag , hier die Tripel- Traduction von “Pülcher” in den hochdeutschen Tunichtgut , den frankophonen voyou sowie den angloamerikanischen crook .

BRUS Meinung und DeinungIm thematischen Targetting auf - dreimal recht geraten - die Hotlist der Bachmannpreis- Lese- Teilnehmer ( mit 14 : 4 männiglich männlich ) wird es - mit Elke Heidenreich ( im Focus verlautet ) auch in Klagenfurt “Nie wieder ekelhafte Altmännerliteratur!” geben , was maximal für die Vortragenden gilt , mit Einschränkungen für die Juoren . Das Corino- Vorspiel hat sich ja hinlänglich herum gesprochen . Zu recht markiert da ein nettes Wirtschaftsmagazin den Kampf ums ( literarische ) Dasein als Ego- Shooting ohne rücksicht auf verluste , was durchaus auch für die Kämpfe um die Deutschsprachige Literatur in der noch ingrimmig ums teutsche Volkstum ringenden Kärntner Südmark gilt .

Nur gut , dass wir den 1996er TDDL - Teilnehmenr Richard Obermayr sicher und schicklich zu Gast bei Subkontent in Tokyo wissen . Bevor also das allgemeine Meinen , die grösseren und kleineren Gemein(t)heiten in genau einem Monat samthart über Lesepodium und Bilschirme gehen , gälte es noch auf eine Kulturtechnik hinzuweisen , von deren Notwendigkeit alleine die bereits jetzt kiloweise aus dem berstenden Briefkasten quellenden Din A 4 Postillen der Vorschauen auf Verlagsprogramme 2007 / 2008 überzeugen .

Ausgehend von Pierre Bayards köstlichem Essay Comment parler des livres que l’on n’a pas lus ? macht sich das Fähnlein Fieselschweif französisch bloggender Buchhändler praktische Gedanken nicht nur zu Konversations- Mustern über fingierte Lektüren , sondern auch - - - vorsicht , jetzt wird’s philosophisch - - - darüber , ob man ein Buch je “wirklich gelesen” haben kann. Borges’ Pierre Ménard, Autor des Don Quixote grinst schon herüber : :: Kommt sofort auf die inadäquate Blogroll !

BRUS Meinung und DeinungGegen das Meinen , das Gemeine, mitunter auch gegen das Gemeinte haspelten ja auch Karl Valentins Kamikaze- Sprachkaskaden an. Da sich der Geburtstag des “Avantgardisten und Musikaktivisten” am 4. Juni zum 125 . Mal jährt ( und zum 49. Mal dessen Tod infolge einer Unterernährungs- Lungenentzündung ) , stellt Michael Lentz eine erfreulich trockene und unverwitzelte Hommage ins FAZ- Netz . Was in den restlichen Blättern darüber gedacht , gemacht und aufgemacht wird , darf man ( etwa im SPIEGEL ) selber lesen .

Angemerkt sei legilich hier und auch in eigener Sache , dass Lentz 2000 mit der H. C. Andersen- Paraphrase Tell Me / Erzähle ein heftig virtuoses Stück Literatur als Radiokunst im Studio 4 des ORF- Funkauses produzierte . Einen MP3- Auszug bieten wir Ihnen hier . [ In case of Invalid Source >>> back to the link of Tell Me / Erzähle .]

Bevor wir uns nun in die “Namen sind Nachrichten”- Kurve der Bachmannpreis Kombattanten werfen , sei noch auf das pittoreske Bild- Leitmotiv dieser Notizen hingewiesen ::: Die Zeichnung stammt von Günter Brus und illustriert einen nicht minder betrachtenswerten Artikel , welchen der Alt- Aktionist unter dem Titel Meinung und Deinung ins aktuelle DATUM gesetzt hat . - Die Frage , warum ausgerechnet Poeten und Dichter eine öffentlichkeitsrelvante Meinung zu Diesem oder Jenem besitzen oder gar “vertreten” sollen , stellte sich jüngst angesichts einer FAZ- Befragung von Schriftstellern wie Monika Maron, Christiph Hein und Jenny Erpenbeck zu Schäubles “Schnüffelkonserven” ante Heiligendamm .

Nun aber zu ultimativen Liste der Bachmaniacs , deren further Details man höflich in den Veranstalter- Unterlagen ansehen mag . Folgen also ( remember very basic rule of journalism ? ::: “Namen sind Nachrichten” ) die Vortragenden sowie in Klammern deren Fürsprecher . Knallhart alphabetisch .

BRUS Meinung und DeinungJörg Albrecht ( Ilma Rakusa ) , Martin Becker ( Klaus Nüchtern ) , Christian Bernhardt (Klaus Nüchtern.) , Jan Böttcher ( Ijoma A. Mangold ) , Andrea Grill ( Daniela Strigl ) , Björn Kern ( Karl Corino ), Peter Licht ( Iris Radisch ) , Jagoda Marinic ( Martin Ebel ), Milena Oda ( André V. Heiz) , Kurt Oesterle ( Karl Corino ), Ronald Reng ( Martin Ebel ) , Silke Scheuermann ( Ursula März ), Fridolin Schley ( Ijoma A. Mangold.) , Jochen Schmidt ( Ursula März ) , Lutz Seiler ( ilma Rakusa ) , Thomas Stangl (Iris Radisch ), Michael Stavaric ( Daniela Strigl ), Dieter Zwicky ( André V. Heiz ).

Wie sagte Karl Valentin ::: “Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.”

Deshalb hält inadäquat jetzt ausdrücklich die Klappe und czz hörempfehlungverabreicht leitet diskret die musikalische Sättigungsbeilage in Form der EP Conception des aus Warschau nach Henscheid ( nicht zu Eckhard ! ) gesiedelten Tepresto . Als Release Numero 5 des netlabels clear-cut legt der 29-Jährige einen diskreten Herz- Schrittmacher hin , wobei die Eigendefinition bemerkenswert vom warm Fühlsamen ins sinister Depressive glitcht ::: “tepresto stands for a sentimental, warm and intelligend sound, often the listener gets accompanied by depressive feelings .” - Nicht diskutieren - ausprobieren ::: 01 conception , 02 electrotriebwerk , 03 hypnotized .

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

doom ‘n gloom cee dee



“lange fädche, faule mädche” , das hat die grossmutter immer gesagt , wenn man es mal besonders effizjent anlegen wollte .

02 Spirale

mit eintritt und -wicklung ins erwachsenenleder lernt man es anders ‘rum : : : man sorgt sich , ob vorsorge sei : : : “wer sorgen hat , hat auch likör” , folgt prompt der bekannte zuruf & erinnert an die leeren flaschen >>> was also verkürzt bedeuten muss , dass flasche ist , wer flaschen leert , bzw. wer das leergutpfandl in neue hohlkörper-füllmengen wandelt - - -

blüte weisse sake flasche

faute de mieux tut’s auch ein schlückchen blütenweisser sake ( direkt aus lotossen geflossen ) um von kurzen enden und langen schwänzen zu reden .

aber auch damit - - glas & flasche , hohlkörper & füllmengen sind ja auch rund & bunt - - dreht sich’s regelmässig im kreise, dass die Einen sagen die CD sei am end’ und mehr über kurz als lang die CeeDee nur noch’n Frisbee , und die Andern spiegeln sich doch lieber im silberglanze der rotierenden scheiben , körperlich & höchstpersönlich , als denn alles an letzt rest kulturwert im virtuellen zu vaporisieren - - - -

was also jetzt ::: kurzen prozess mit der CD , wie die taz ad apple, emi, kopierschutz etc sanft weltverschwörungsanstelnd sagt, oder die SZ von der “Generation Online als Totengräber” raunt oder - aufs querköpfige Medium Buch übertragen Die Welt à propos Scribd einen “neuen Horror für Verlage” beschwört ???

04 dreh spirale

Absatzeinbruch ! Hubschraubereinsatz ! Hubschraubereinsatz ! Hubschraubereinsatz ! - “Tschüs, CD ! “ - So viel doom-, gloom- and futurezoom war nie . . . >>> bis denn dann doch Daniel Gross c /o SLATE die nicht ganz fromme frage erörtert , warum die scheibchenwirtschift weit über die Salamitaktik hinaus wächst und wuchert : aber es ist just in teutschen landen ziemlich klar abzusehen, dass eine ansage wie “The CD Is Dead ! Long live the CD !” in kürzester zeit wenig goutiert werden wird, spätestens dann nämlich , wenn die betefflichen meinungsrotatoren unter dem für Hanser eingedeutschten langen Schwanzschlag des Chris Anderson erzittern wird - - -

05 dreh spirale

also streicheln wir den long tail der neungeschwänzte katze in kurzfassung & comments ein wenig c / o WIRE und nehmen doch noch’n gläschen likööör . den neuen MIXOTIC 078 dabei aber nich’ vergessen - - - die sächsischen “Slices Of Electronic Cuts” geben diesmal czz hörempfehlung gaaaanz schööön an : “Theme Fe from Saxony is making sure that no one remains seated. His ass kicking mix is carrying heaps of rave appeal to you. Is it neo ? [[ czz : no ! ]] Is it oldschool ? [[ czz : yes ! - very very old & very very scool ! ]] Who cares, rave on !” - - -

 

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

language, langwitch im sandwitch



UNTERTITEL ::: DE / SPAIR / SPEAK www_aks_at.jpg © www.aks.at

 

 

 

Es soll Fallen und Fälle geben , da das Schöne Neue Netz ( allen Unkenrufen des Verschlammens Guter Alter Utopien zum Trotz ) in die Reichweiten des Realen rückt ::: Parat nun als Medium, in welchem sich – getreu den brave ole “Fehlfarben” die Guten Kräfte sammeln , haben ein paar Sprachfleischbeschauer dort draussen ihre Vorposten errichtet und setzen die Insassen der Unterstände des schreibenden Proletariats sowie das Prekariat in ihren Bureau-Favelas über galoppierende Jargonselbstläufer ins Kenntnis .

Wenn dabei mancher Bewohner des Elfenbeinturms ( welcher in der Produktion rosenblättriger Schauerwörter auch nicht gerade schlecht aufgestellt ist ) oder der als Liftboy getarnte CEO sein Fett abkriegt , wäre das nur allzu demokratisch .- - - Und wir stimmen doch darin überein, dass Letzteres ein “Wert” sei . ODER ??? - - - Womit wir auch schon bei dem Adjektiv “wertig” wären :

 

 

 

 

 

www_hmdsl_de.jpg © www.hmdsl.de

Andres, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, handelt es sich hier primär nicht um die Gelingensmeldung von “fertig”, wiewohl das “Fertige” meist durchaus eine Vorbedingung des “Wertigen” ist. Angesichts des jüngst im Werbejargon kursierenden Halbattributs scheint niemandem aufzufallen, dass es sich dabei gewissermassen um einen Interruptus handelt: Statt hoch-, spitzenwertig heisst es einfach nunmehr “wertig” - - - umd soll damit vermutlich “hohe Qualität” suggerieren.

Von der “wertigen” Pappbox, mit welcher die deutsche Grammophon ihren Erich-Kästner-CD-Schuber bewirbt bis hin zum “wertigen” Drehknopf, von dem das Musikmagazin “KEYS” jüngst ein Loblied sang : Beide male scheint man die schlichte “Minderwertigkeit” im Bunde der Wort-Teil-Kombinatorik erfolgreich verdrängt zu haben.

Aber zurück zu den “Guten Kräften”, wo Detlef Guertlers “wortistik” für einmal “halbtragisch” wird , um sich dann wieder mit vorösterlicher Fröhlichkeit der ÖSTERREICHEREI zuzuwenden : : : Allerdings – und das muss man aus lokal befangener Stelle leider anmerken - schwingt Gastschreiber Christian Dombrowski sich wohl nicht ganz in die üblicherweise zartschmelzend ironischen “Wortistik”-Höhen auf, wenn er die ÖSTERREICHEREI mit einer gar ka kanisch-amtsdeutschen Trockenheit definiert :::

 

“Als ÖSTERREICHEREI lässt sich jegliches Verhalten bezeichnen, das für Österreicher typisch ist, Österreichern als Charakteristikum zuerkannt wird oder sich auf etwas explizit Österreichisches bezieht. Zum Beispiel das häufig beschriebene Rekurrieren auf den Habsburger Mythos, also das ideelle Fortleben des Habsburger Reiches noch im heutigen kleinen Österreich. Oder die Neigung, Meinungsgegensätze eher nebeneinander bestehen zu lassen als sie auf die Spitze zu treiben. Und mancherlei mehr.”

 

Zu diesem “Mancherlei mehr” genügt schon der Blick nach Frankreich, wo sich der Österreicher / L’Autrichien schnell man in “den andern Hund / “L’autre Chien” verwandelt. Von dort bis zur landestypischen Vogel-Strauss-Politik (”Autruche”) ist ja dann auch nicht mehr weit. Oder zu den – glücklich wieder aufgelegten - “Bieresch” von Klaus Hoffer !

 

winder.jpg © Der Standard

Und wir nun schon mal im Lande sind , gibt’ auch hier auf eine Sprach- und Phrasen-Ausguck-Warte hinzuweisen, die sich da nennet WINDERS WÖERTERBUCH und von FALL ZU FALL in der Tageszeitung DER STANDARD stattfindet (((Antonio Fians dort ebenfalls abgedruckte Dramolette zu laufenden politischen Geschehen und des grossen Fritz Achleitners Worte zum Wochenende lassen wir jetzt mal ganz beiseite . )))

www_aks_at_sturz_ausgleiten.jpg ©www.aks.at

Selbstredend schön austriakisch kompliziert muss man seinen Weg schritt für Schritt den folgenden schritten entlang klopfen: Der Standard > Kultur > Winders Wörterbuch: Dort wird man aktuellerseits (30. 3. ) mit den Einträgen “Anbraten” ( “man spürt den Frühling” ), “BBC” ( “Für oben ohne” ) usw. belohnt , kann aber auch auf eine alphabetische Liste zugreifen: Von “Absenfen” ( “nicht nur zu Frankfurtern” ) bis “Zawos” ( “Ein österreichischer Dauerbrenner : Einer jener prächtigen Urlaute, die den österreichischen Diskurs seit Jahr und Tag verschönern und beleben. Hinweise zur gegenwärtigen Zawos-Verwendung, regionalen Variationen und bevorzugten Anwendungssituationen werden gerne entgegengenommen.” )

 

www_kobinet_nachrichten_org_leichte-sprache.jpg © www.kobinet.nachrichten.org

Eine besondere Variante sowohl vergnüglichen als auch enorm der ökonomischen Sprachanwendung hat der “C’t” Mitarbeiter Carsten “Russ” Meyer entwickelt . Man spotte halt nicht unbeschaut auf Märklineisenbahnspieler ((( MäEiSpie ))) und beschleunigen uns lieber bei unseren sprachlich verkürzten Wegen zwischen FuHau, Muqua, KraHau und ab 1. Mai dann ins Gä[nse]Häu[fel] [[ [=klassiches Wiener Strandbad an der Alten Donau, exquisiter Lieu de mémoire ]]] - - - Die Trivialität die Bundesdeutschen O-Saft oder U-Bahn lassen wir hier mal beiseite.

Zurück also zu Carsten “Russ” Meyer, dessen Akros wir hier in einigen Auzügen zitieren :::

Macintosh - Most Applications Crash; If Not, The Operating System Hangs. - - - Bodybuilder - Entgegen landläufiger Meinung auch ein Kunstwort, steht für “Bedrohliche Organische Dysfunktion Bei unterentwickelter Intelligenz, Leidet Daher Ernsthaft”. Hat die einzigartige Fähigkeit, Rudimente von Gehirnzellen direkt in Muskelfasern umzuwandeln. Neigt in sog. Krafträumen zu Hospitalismus (rhythmische, ungesteuerte Bewegungsabläufe, oft zu beobachten bei internierten Schwachsinnigen) und leidet unter seinem steroidgeschwächten Glied (”Sportstruller”). - - - Benz - Steht für “Bin Eigentlich Nicht Zurechnungsfähig” und bezieht sich auf alle Insassen eines 190er-Daimlers mit Kotflügelverbreiterung und Heckspoiler. Zusätzlich impliziert “S-Benz” beim Fahrer “Schwanzneid BEi Nichtreversibler Zeugungsunfähigkeit”, sofern er einer der oben genannten Minderheiten angehört oder nahe des innerstädtischen Rotlichtviertels parkt. - - - Gokeweso GOldKEttchen und WEisse SOcken, Attribute einer Spezies, die durch aggressives Paarungsverhalten auffällt. Versucht, durch massiven Pheromoneinsatz eine Duldungsstarre beim Weibchen zu provozieren. Dauergast in der Erlebnisgastronomie (siehe unten). Vokuhila-Oliba - Fast schon ein Klassiker. Das Akronym leitet sich aus dem Auftrag an seine Friseuse ab: “VOrne KUrz, HInten LAng”. Der OberLIppenbart ist ebenso ein Charakteristikum dieses in der Regel eher einfacher strukturierten Mitmenschen, der sich im Aussehen und Auftreten an regionalen Fußballgrößen der späten siebziger Jahre orientiert. Für jeden Millimeter, den der “Oliba” unter die Mundwinkel heruntergezogen ist, lassen sich vom 90er IQ bedenkenlos weitere 5 Punkte abziehen.”

www_e_work_ethz_ch.jpg © www.e.work.ethz.ch

Wie unschwer zu erkennen, entstammen die Lemmata eher der männlichen Lebenswelt und erfreut sich reger Er / H / W / eiterung . Weniger erfolgreich dürfte sich indes interessant die Depresso-Seite des Guten Mannes angelassen haben ::: ” aschgrau . Die Website für den engagierten Depressiven” lässt es bislang noch an einschlägigen Sensationen fehlen.

 

despairnavlogo.jpg © despairnavlogo

 

 

Ein anderer Anbieter springt hier allerdings gekonnt in die Bresche mit einer Fülle von Depresso-Merchandise, bei Despair, Inc. ( “Talk about absolut painful choices !” ) ::: Man gönnt sich ja sonst nichts und sollte für liebe Freunde immer etwas “zum Anbieten” bereit halten —–. Dem Bibliomanen sei das Standardwerk The Art of Demotivation” an schwere Herz gelegt . Der The Pessimist’s Mug” ( > “It makes everything taste bitter” ) operiert mit der klassischen halbvoll / halbleer-Perspektive : “Fortunately, we’ve created a solution. Despair, Inc. is proud to introduce The Pessimist’s Mug™ Specifically engineered by the chronically cynical pessimists of Despair Laboratories™, this crystal-clear mug will help all who drink from it to Stay Grounded™ by forever reminding them to see when the glass is half-empty.

Das ganze gibt’s – um gewappnet gegen die nächsten Sprach-Frustrationen zu sein – auch im praktischen “Despair Gift Packaging” - Angebinde .

Zum guten Ende noch ein Wienerisches aus dem vorösterlichen Weichei gepellt ::: Die tägliche Klangerhebung heute von den czz hörempfehlung “Strottern” — - Die realistischere Alternative zu ::: “Wien, wie es singt und lacht” heisst ::: ” Ois is verdraht ” . [[[ Muss leider von p. t. Hörerin xtra downgeloaded werden – zu Lust und mit Lohn ! ]]] >>> http://www.diestrottern.at/file_download/17

 

 

www_make_ready_de_images_smiley.jpg © www,make.ready..de

 

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter