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ENDSTATION EINES MODERNEN KLASSIKERS
Wien , 14. 9. 2008
Heute, 14. September 2008 , war die Halle des Westbahnhofs den letzten Tag geöffnet . Morgen beginnen die Umbauarbeiten für die “BahnhofCity Wien-West” .
Vom denkmalgeschützten Westbahnhof aus den frühen 1950er Jahren werden nur die Hülle der Bahnhofshalle und die Bahnsteige erhalten bleiben . Als architektonische Besonderheit dieser Halle galt die Gliederung in die Kassenhalle im Erdgeschoss und die ( seinerzeit als Querbahnsteig bezeichnete ) obere Hallenhälfte , über die man die Bahnsteige erreichte .

( Der letzte Tag des Wiener Westbahnhofs , Foto : Georg Rigele )
Auf den Abschiedsfotos der am Sonntag Vormittag schon recht ausgeweideten Halle ist zu sehen , dass die Reisenden das grosszügige Raumangebot benötig(t)en und nutz(t)en . Das neue Halleninnere wird ein zusätzliches Tiefgeschoss erhalten ( Geschäftspassage ) und vollkommen neu organisiert werden .

( Der letzte Tag des Wiener Westbahnhofs , Foto : Georg Rigele )
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PARADIGMENWECHSEL : INVESTOREN , IMMOBILIEN STATT VERKEHR
Ob der Westbahnhof nach der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs ( voraussichtlich 2013 - 2015 ) nur noch dem Nahverkehr oder weiterhin dem von Wien ausgehenden Westbahn- Fernverkehr dienen wird , blieb bislang ungeklärt . Die “BahnhofCity Wien-West” dahingegen ist ein Immobilien- , kein Verkehrsprojekt .
Das Verkehrsbauwerk - einst stolzes ‘Tor zur Stadt‘ des Wiederaufbau- und Nachkriegs- Wien - wird nun neuen Nutzungen untergeordnet .

( Wiener Westbahnhof , 30. April 2008 , Foto : Georg Rigele )
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BUNDESDENKMALAMT : KEIN VETO ?
Erstaunlich ist , dass über das Projekt Westbahnhof keine öffentliche Denkmalschutz- Debatte geführt wurde . In Zukunft wird die Halle zwischen zwei voluminösen , zum Gürtel vorreichenden Geschäftshäusern eingeklemmt sein . Die charakteristischen Seitenfassaden mit den großen Uhren werden verschwinden .
Das Bundesdenkmalamt scheint stark an Einfluss verloren zu haben . Noch im Jahr 2002 , als die ÖBB auf der Restaurant- Terrasse eine provisorische Lounge bauten , erliess das Bundesdenkmalamt einen detaillierten Bescheid für diesen - vergleichsweise vernachlässigbaren - Eingriff in das Bahnhofsensemble . Das Denkmalamt forderte , dass nach Abbau des Provisoriums der ursprüngliche Zustand wieder herzustellen sei .
Im Frühjahr 2008 wurde der ganze Restauranttrakt mit der Terrasse sang- und klanglos abgerissen . Der Bescheid von 2002 war ( ebenso wie der frühere , im Zusammenhang mit dem U3-Aufgang erlassene ) von einem professionellen Ethos und und einem Kompetenzanspruch getragen , der auf das jetzige Bauvorhaben nur mit einem entschiedenen Veto reagiert hätte , bis hin zur Mobilisierung breiten öffentlichen Protestes .
Nichts dergleichen geschah . Es gab keine nennenswerte Diskussion , keine politische Abwägung . Die Dinge geschehen , wie sie geschehen .

( Wiener Westbahnhof , 2000 , Foto : czz )
Der Wiener Westbahnhof des Jahres 1952 ist damit endgültig Vergangenheit . Endstation 2008 .

( Wiener Westbahnhof , 2003 , Foto : czz )
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GEORG RIGELE ist Historiker , Spezialist für Verkehrsgeschichte ( Publikationen ) . An der 2006 - 2007 im Wien Museum Karlsplatz gezeigten Ausstellung “Grosser Bahnhof” hat er als Co- Kurator , Gestalter und Katalogtext- Autor mitgearbeitet .
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LINKS
- Westbahnhof Wien | Vienna Western Station ( Wiki )
- Bahnhof-City Wien West - Eine neue Stadt in der Stadt ( Wien.at )
- Westbahnhof wird “BahnhofCity Wien West” ( ORF ON )
- Neue Ära am Westbahnhof hat begonnen ( ORF ON )
- Am Montag sperrt der Westbahnhof seine Halle zu ( Die Presse , 8. 9. 2008 )
- Bahnhöfe neu : Ganz Wien baut um ( Die Presse , 1. 9. 2008 )
- Bau für Hauptbahnhof Wien hat begonnen ( ORF ON )
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KLANGAPPARAT
Thema ‘Bahn’ und ‘Zugverkehr’ : Da kommen wir in|ad|ae|qu|at um die von einer malerisch- revolutionären Retro- Lokomotive gezierten Release
“Rabotnik” ( Clinical Archives ) nicht herum . Wollen auch gar nicht .
Denn was die 2004 von Eduardo Manso and Estevão Casé begründete Band aus Rio de Janeiro da vierzig Minuten lang musikalisch anstellt , hört man nicht alle Tage . Undogmatisch auf den Registern zwischen zarten Accoustica , Progressive- Rock- Riffs , sequenziellen Electronica- Patterns und Ambient- Momenten spielend , ist die in vielfältigen Film- und Theatermusiken gereifte Wirkungssicherheit der musikalischen Pragmatiker nicht zu überhören . Klug , aber nicht verkopft , wechseln Momente sanfter Akustik und Phasen obsessiver Intensität , grotesk gebrochen durch momentane Noise- Anfälle . Starke Sache . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) . ( via deepgoa )
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