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“Preissegen” ? - Vom pittoresken Preisregen auf aride Zonen exzeptioneller Textproduktion



||| FLORIANA 2008 | H. C. ARTMANN- PREIS 2008 | PREISE DER STADT WIEN | AUSSCHREIBUNG DER STADT WIEN | BUNDESMINISTERIN VERTEILT “WÜRDIGUNGSPREISE” ZUR ERÖFFNUNG DER ‘BUCH WIEN’ | BUCH.08 - SCHWEIZER BUCHPREIS | NOCH FRAGEN … ? - PREIS- EINREICHUNG LEIPZIG ‘09 | GEWINNER DES 16. OPEN MIKE | KLANGAPPARAT

staub_und_oelbestaendig_copyright_Christiane_Zintzen

( Auch für Literaturpreise der Fall ?! )

czz lorbeer-awardDass sich mit Literaturpreisen die Preis- Geber ( bzw. -Verleiher und - Verschleisser ) midestens ebenso schmücken wie die in die Rolle von “glücklichen” , “verdienten” und “würdigen” Preis- Empfängern gedrängten Literaturproduzierenden ist als Ritual eines feudalen Literaturbetriebs längst bekannt .

Nun gibt es allerdings einen wahres Preisgewitter anzuzeigen , welcher als fruchtbaren Landregen die notorische leeren Kassen mancher Laureaten füllt , sondern - eingekleidet ins Stadtkostümchen - auch dazu dienlich sein mag , den Beginn der ersten , allerersten BUCH WIEN zu promoten .

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FLORIANA 2008

czz lorbeer-awardDa alles Gute bekanntlich dem Weiten Land entspringt, seien zunächst die gestern verkündeten Preisträger der zweieinhalb Tage lang über die Bühne der heiligen Hallen des Stiftes St. Florian ( OÖ ) gegangenen Literatur- Biennale FLORiANA offenbart . Aus 117 Einreichungen hat die Jury neun Autoren und Autorinnen ausgewählt, die sich der Jury und einem interessierten Publikum an diesen zwei Tagen präsentiert haben.

And the Winners are :

Der Förderpreis für oberösterreichische Autoren geht an einen Text, der im lexikalischen Stil die Geschichte eines fiktiven Schriftstellers und seines fiktiven Science-Fiction-Romans entwickelt. Der Autor treibt ein raffiniertes ironisches Spiel mit dem Genre literarischer Utopien. Er siedelt die Entstehungszeit seines Textes nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft an, wodurch eine doppelte utopische Spiegelung von Zukunft und Vergangenheit entsteht. Dafür erhält Christoph Aistleitner den Förderpreis für oberösterreichische Autoren in der Höhe von € 1.500.- ( … ) .

Der dritte Preis der FLORIANA geht an einen Text, der in bester österreichischer Tradition radikaler Sprachkritik bildhaft den ökonomischen Tauschwert von Liebesbeziehungen verhandelt. Wie Ideen und Wertvorstellungen von uns Besitz ergreifen können, wird mit Begriffen aus der Biologie veranschaulicht, die im Bild der Tulpe aufblühen. Lisa Spalt erhält den dritten Preis der FLORIANA, in der Höhe von € 2.000.- ( … ) .

Der zweite Preis der FLORIANA geht an eine Geschichte von Hingabe und Unterwerfung, der verführerischen Nähe von Begehren und Gewalt: ein Text von immenser Sprachwut, der eine beträchtliche Sogwirkung entwickelt. Michala Falkner erhält für ein wüstes Liebesidyll den zweiten Preis der FLORIANA, dotiert mit € 3.000.- ( ….) .

Der erste Preis der FLORIANA geht an einen Text, der sich in hochkomplexer Weise der Entwertung von Sprache ästhetisch auseinandersetzt. Das Thema des Textes ist Gewalt. Der Autor verknüpft mit rhythmischer Dringlichkeit Motive, Bilder, Begriffe zu einem dichten Textgewebe. Für dieses Sprachkunstwerk erhält Ulrich Schlotmann den ersten Preis in der Höhe von € 7.000.- ( … ) .

Mit Ulrich Schlotmann und Lisa Spalt wurden nicht nur zei aus dem “Salon Liittéraire” @ in|ad|ae|qu|at bekannte Kräfte auserkoren , sondern auch zwei lebhafte Sprach- Sound- Setzer , welche - Lisa Spalt 2000 , Ulrich Schlotmann 2007 - ihre Texte gehörig in Radiokunst übertragen haben .

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H. C. ARTMANN- PREIS 2008

czz lorbeer-awardEbenfalls nur jedes zweite Jahr vergibt die Stadt Wien den nach dem 2000 verstorbenen Poeten H.C. Artmann benannten Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik :

Nach Peter Waterhouse ( 2004 ) und Ferdinand Schmatz ( 2006 ) geht der mit € 10.000 dotiert Preis disjahr an Oswald Egger . - auch dieser übrigens ein “Literatur als Radiokunst“- Veteran , dessen Produktion “tuning , stumm” im Jahr 2004 den Karl Sczuka-Förderpreis des SWR 2004 errang . ( rk )

Die Verleihung findet Anfang 2009 in der Alten Schmiede statt.

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PREISE DER STADT WIEN

czz lorbeer-awardWohl nicht ganz zufällig im terminlichen Weichbild der neu etablierten BUCH WIEN überreichte der Wiener Kulturstadtrat im Wiener Rathaus im Rahmen einer Gala die Preise der Stadt Wien für das Jahr 2008 - Kategorie “Synergie unter Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie” .

Die Preise der Stadt Wien werden jährlich sozusagen polydisziplinär vergeben und sind mit je € 8.000 dotiert . Ein Novum ist , dass die einzelnen Preisträger nicht mit je individuellen Laudationes von Fachkollegen bedacht werden ( zum berüchtigten Null- Honorar ) , sondern , dass alle Zwölf mit einem einzigen rhetorischen Streich gewürdigt und -ehrt wurden .

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AUSSCHREIBUNG DER STADT WIEN

czz lorbeer-awardGleichzieitg lädt die Stadt Wie bereits jetzt zur Bewerbung um die entsprechenden Auszeichnungen anno 2009 ein :

Die Stadt Wien stiftet alljährlich zu vergebende Preise für hervorragende Leistungen in den Bereichen Musik (Komposition), Literatur, Publizistik, bildende Kunst, Architektur, Wissenschaften und Volksbildung in der Höhe von je 8.000 Euro bis zu einem Gesamtbetrag in der Höhe von 96.000 Euro. Sie werden als Würdigung für das bisherige Lebenswerk verliehen, das geeignet ist, die Bedeutung Wiens und Österreichs als Pflegestätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorzuheben. Mit dieser Ehrung können Einzelpersonen und Teams ausgezeichnet werden. Es sind jedoch Leistungen ausgeschlossen, die bereits mit einem Preis der Stadt Wien ausgezeichnet wurden.

Die Entscheidung über die Vergabe der Preise erfolgt nach freiem Ermessen durch unabhängige Jurys und ist unter Ausschluss jedes Rechtsmittels gültig. ( … ) Bewerbungen sind mit einem ausführlichen Lebenslauf und Unterlagen, die die bisherige Tätigkeit in geeigneter Form darstellen, an die Kulturabteilung der Stadt Wien (1082 Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5), die auch weitere Auskünfte unter der Rufnummer 4000/84766 erteilt, bis zum 31. März des Folgejahres zu richten.

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BUNDESMINISTERIN VERTEILT “WÜRDIGUNGSPREISE” ZUR ERÖFFNUNG DER ‘BUCH WIEN’

czz lorbeer-awardWohl um den national- offiziösen Rang der aus der Retorte gezauberten Messe BUCH WIEN ( einem aufgebauschten Update der bislang eher drögen “Buchwoche” im Rathaus ) zu akzentuieren , gab sich Bundesministerin Schmidt zur Eröffnung der ( hoffentlich nicht der Agonie des Linzer LITERA- Unterfangens nachgeratenden ) BUCH WIEN höchstselbst die Ehre , folgende Preise und deren Träger zu verlautbaren :

Das Interessanteste an solchen Presse- Aussendungen ist selbstverständlich der Blick auf die personelle Besetzung der Jurien “hinter” den einzelnen Auszeichnungen …

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BUCH.08 - SCHWEIZER BUCHPREIS

czz lorbeer-awardMit der Terminierung auf 17. bis 23. 11 nimmt die BUCH WIEN ( formerly known asBuchwoche” ) sozusagen dier BuCH.08 ( formerly known as BuchBasel ) die Klinke aus der Hand .

Nun wurde - in schagfertiger Reaktion auf die tendenzielle Vernachlässigung schweizerischer Geistes- und Verlagsprodukte beim “Deutschen Buchpreis” ( remember : Frankfurter Buchmesse ?! ) - ein “Schweizer Buchpreis” ausgelobt und am Sonntag auch promt einem maximmal allen CH- Clichés spottenden Prosawerk zuerkannt ( sFr.50.000.- ). Fairerweise sei an dieser Stelle indes nicht verschwiegen , dass sich der in Rede stehende Titel auch bereits auf der shortlist des dbp fand .

Rudolf LappertsNach Hause schwimmen” ( Hanser | HörbucHHamburg ) erzählt im multiperspektivischenen Patchwork von den ungebutterten Seiten juvenilen Lebens und das mit einem im besten Sinne angloamerikanischen Drive , dass man sich bei dessen Letüre immer wieder neu vergeswissern muss , dass kein übersetztes Werk vorliegt .

Matt Ruff könnte dem in Irland lebenden Schriftsteller für sein Werk Pate gestanden haben … entstanden ist jedenfalls ein neuer Holden Caulfield , wenngleich die Erzählung manche Verschlankung vertragen hätte …

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NOCH FRAGEN … ? - PREIS- EINREICHUNG LEIPZIG ‘09

czz lorbeer-awardWer jetzt keinen Preis hat findet keinen mehr … Dies gilt dringlich auch für entsprechende Aspirationen hinsichtlich der Frühjahrsmesse zu Leipzig :

Noch bis zum 30. November können Verlage ihre Neuerscheinungen in den Kategorien ‘Belletristik’, ‘Sachbuch und Essayistik’ sowie ‘Übersetzung’ für den ‘Preis der Leipziger Buchmesse 2009′ einreichen.

Am 12. März, dem ersten Tag der Leipziger Buchmesse, soll die mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Auszeichnung an herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen verliehen werden.

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NACHTRAG : DIE GEWINNER DES 16. OPEN MIKE

czz lorbeer-awardDie Gewinner des 16. open mike- Wettbewerbs der Literaturwerkstatt Berlin stehen fest !

Aus über 650 eingegangenen gültigen Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wählten sechs Lektoren aus renommierten Verlagen die 22 Autoren und Autorinnen aus, die am 15. und 16. November 2008 beim Wettbewerb in der Wabe in Berlin ihre Texte vortrugen. Die Juroren Thomas Glavinic, Monika Rinck und Feridun Zaimoglu ermittelten die Gewinner.

Die Gewinner :

  • Sonia Petner - geboren 1979 in Waldenburg ( Polen ) , arbeitet als Übersetzerin und Journalistin in Berlin . Organisiert Lesungen und Diskussionen . Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien
  • Svealena ( Svea Lena ) Kutschke - geboren 1977 in Lübeck , studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis in Hildesheim . Sie las beim 14. Open Mike und nahm 2006 | 07 an der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto Stiftung teil . Lebt in Berlin .
  • Thien Tran - geboren 1979 in Ho Chi Minh- Stadt ( Südvietnam ) , lebt seit 1982 in Deutschland . Studium der Germanistik , Philosophie und klassischen Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln . 2003 Praktikant im Tropen Verlag . Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften und Anthologien ( u.a. Versa , Artic , Sprachgebunden , Das Gedicht , Floppy Myriapoda , Carpe Plumbum , Intendenzen . Zuletzt: Neubuch, hrsg. von Ron Winkler 2008 ) . 2006 Nominierung für das Rolf Dieter Brinkmann- Stipendium , Studienabbruch . Neben Lyrik auch Buchrezensionen . Lebt und arbeitet in Köln .
  • Johanna Wack - geboren 1979 in Hamburg . Studiert in Hamburg Ökotrophologie . Ist Mutter von Marlene ( geb. im Mai 2007 ) . Schreibt seit einigen Jahren Kurzgeschichten , die sie u. a. auf Poetry Slams vorträgt . Auftritte in Funk und Fernsehen , Veröffentlichungen in Anthologien und in der Tagespresse .

Die Gewinner gehen direkt im Anschluss auf Lesereise :

Die Wettbewerbstexte des 16. open mike sind als Anthologie im Allitera Verlag erschienen - Deutschlandradio Kultur sendet am Sonntag den 23. 11. um 0.05 Uhr die Reportage “16. open mike”.

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KLANGAPPARAT

Dass DJ Dusty seine der dark side of the moon zuneigenden Track- Sequenzen tatsächlich aus der Antarktikis sendet ( wie auf der MySpace - Seite behauptet ) , dünkt uns bereits des Strom- und Equipment- czz-hoerempfehlungAufwandes wegen als Mystifikation . Im treibendem Amalgam von periodischer Achtziger- Jahre- Kälte und akut pulsierenden , hitzigen Heartbeats des Trance scheint dieser Kryptiker indes mitten unter uns zu siedeln .

Auf der Webseite des Netlabels intoxik lassen sich die vier Tracks von “Domino” live streamen . Für den unabhängigen - und , believe me , vielseitig verwenbaren Hausgerbrauch , bietet sich das Download eines taktvoll obsessiven Bonustracks . Heftige Empfehlung .

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NEUES VON FREUNDEN



||| STAUB . GEFÄSSE | KLEVER BEWEGT | BEGRIFFSLIEFERUNG | UN COUP DE DÉS | ZEITRAUMZEIT | KLANGAPPARAT

COUP Plakat 1 300

Keine goldenen Worte an dieser Stelle zur Wahl und zum Entscheid des österreichischen Souveräns . Wenn von einem “Denkzettel” für die groseen Koalition geredet wird oder gar von deren “Abstrafung” , bleibt unerwähnt , dass die diesmal noch kompliziertere Regierungsbildung vermutlich noch länger währen wird , als dies 2006 der Fall war . Noch länger wird dementsprechend die Budgetierung des Jarhres 2009 in Anspruch nehmen , dass heisst , dass auch Kunst- und Kultursubventionen auf noch längere Zeit auf dem Spiele stehen .

So konzentrieren wir uns umso entschlossener auf die aktuelle Kulturproduktion : Wer weiss, wie lange und unter welchen Budgetfindungen es diese noch geben wird ?

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WIEN - STAUB . GEFÄSSE

czz-neuesvonfreunden Dichtung als befruchtete Sprache , die wiederum Blüten treibt und , von jeder Biene , die sie berührt , in Form des befruchtenden Blütenstaubs weitergegeben wirrd . In der Tat sehrt Poesie zwischen Auflesen und Niederschreiben niemals still . Wobei auch die zirkuläre Bewegung der Selbstbefruchtung aus bisher Geschriebenem nicht auszuschliessen ist .

staub.gefässe - gesammelte gedichte” lautet denn auch der neue Gedichtband , den Franz Josef Czernin heute , 30. 9. ( 19 H ) im Literarischen Quartier Alte Schmiede vorstellen wird . Frisch bei Hanser erschienen … und vom Hause aus auch mit einem Vorwort versehen , dessen Autor freilich noch mehr die Meinungen teilen dürfte als die diffizilen poetischen Gebilde des Dichters .

Ein kurzer Blick auf den Hanser- Verlagstext macht Sie sicher - und hat freilich mit dem Faszinosum der konzentrierter Sprach- und Formkraft Czernins eher wenig zu tun :

Franz Josef Czernin gilt über Deutschland hinaus als einer der ungewöhnlichsten Dichter unserer Zeit. Für “staub.gefässe” hat er zum ersten Mal eine umfassende Auswahl zusammengestellt, die alle Facetten seiner Dichtung wiedergibt. Martin Mosebach führt mit einem kritischen Text scharfsinnig in Czernins Schaffen ein. Ein umfangreiches und weitverzweigtes poetisches Werk wird so endlich in seiner ganzen Spannweite sichtbar gemacht.

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WIEN - KLEVER BEWEGT

czz-neuesvonfreundenNach dem Literischen Quartier macht der KLEVER- VERLAG am Mitttwoch , 1. Oktober im Literaturhaus ( 19 H ) Station , um dort dem an literarischen Blüten interessierten Wien gewisermassen den zweiten Strauss aus dem Programm des frisch lancierrten Verlags zu überreichen . Es lesen :

Zu Verlag , Autoren und Programm : www.klever-verlag.com

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BERLIN - BEGRIFFSLIEFERUNG

czz-neuesvonfreundenaus Berlin ist - wie gestehen , vor einigen Tagen schon , wieder eine “Begriffslieferung” eingetroffen , die man sich per Newsletter bei Monika Rinck und deren BEGRIFFSSTUDIO bestellen kann . Vom poetischen Pläsier einmal abgesehen , bieten diese Begriffe Erste und Letzte Hilfe , wenn einem - wie dieser Tage - das Wort im Munde versiegt , man also ( gut österreichisch formuliert ) mal wieder “schmähstad” ist .

2591 der geheime serviettenfriedhof dieser dachterrasse
2592 allbezogenheit
2593 peli-kolleg
2594 volkshochschule des irrsinns
2595 kurze flügelbeine ohne dritte gelenkung
2596 eine zollbude des todes
2597 pflastratengleiche wickeleien
2598 das waldige innere des symbols
2599 eine kalte, schnellfertige technik
2600 anti-schädigung
2601 wettergebissen
2602 umlautprall
2603 toaster treten
2604 die menschwerdung der dissonanz
2605 schreckliches blasen der wolkengeladenen auster
2606 the self-editorial board und das andere board
2607 ausbreitung des willens auf alles
2608 gedankenlose sensibilität
2609 der dämon der selbstüberraschung
2610 versöhnlich trakelnd
2611 ekbállein - rausschmeißen
2612 groteske sprachgeselligkeit
2613 via voodoo
2614 die blonde gipfelmaitresse
2615 verben in der vermeidung

Zwischen “2603 toaster treten” und “2615 verben in der vermeidung” wäre die hiesige Stimmung ganz gut charakterisiert .

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KUNST - WIEN - UN COUP DE DÉS

czz-neuesvonfreundenUn coup de dés jamais n’abolira le hasard´..” Stéphane Mallarmés , den üblichen Verssatz sprengendes und weit in die Seite ausgreifendes Poem ( 1897 - hier in Originalgestalt ) wurde von der neuen Ausstellung in der Generali Foundation als Titel wie Motto geborgt :

Die Schau “UN COUP DE DÉS - Bild gewordene Schrift - Ein ABC der nachdenklichen Sprache” wurde programmatisch in den Zwischenraum ziwschen Wort und Schrift , sammlungspolitisch allerdings auch in der Interzone zwischen der bestehenden Sammlung und deren Desiderata platziert :

Eine Sammlung, die sich durch den Fokus auf Konzeptkunst, institutionskritischer Kunst und der Kunst der Postavantgarde auszeichnet, richtet ihr Interesse naturgemäss auf das subversive Potential von Sprache – in ihrer ideologiekritischen Dimension ebenso wie in ihrer poetischen Sprengkraft. Und hier trifft man auf Marcel Broodthaers. Um Broodthaers und Stéphane Mallarmé, den Ahnen der avantgardistischen Poesie, herum und in unterschiedlichem Bezug zu ihnen gibt es ein reiches direktes oder indirektes Verweissystem zu den in der Ausstellung gezeigten Werken.

Bis 19. November sind demnach allerlei bildwörtlich | wortbildliche Werke in der Generali Foundation zu sehen :

Robert Barry , Lothar Baumgarten , Marcel Broodthaers , Theresa Hak Kyung Cha , Rodney Graham , Ulrike Grossarth , Jaroslaw Kozlowski , David Lamelas , Ewa Partum , Gerhard Rühm , Klaus Scherübel , Dominik Steiger , Ana Torfs , Peter Tscherkassky , Joëlle Tuerlinckx und Ian Wallace .

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KUNST - WIEN - ZEITRAUMZEIT

czz-neuesvonfreundenMit nicht weniger als 100 Werken von 70 Künstlerinnen und Künstlern feiert das Künstlerhaus seinen 140. Geburrtstag ( in der Tat scheint so ein Anniversarium nicht die schlechteste Gelegenheit , über die Sphären von Raum & Zeit nachzudenken ) . Die Ausstellung “ZEITRAUMZEIT” umfasst Rauminstallation , Echtzeit- Projekte , Malerei , Skulptur , Film , Fotografie , Licht , Klang , Interaktionen und Performances … etwa von ( um nur einige - und einige Freunde - zu nennen :

Alien Productions , Barbara Doser , Heinz Gappmayr , Sabine Groschup , Silvia Maria Grossmann , Lore Heuermann , Angelika Kaufmann , K.U.SCH. , Olga Neuwirth , Hubert Sielecki , Peter Tscherkassky , Robert Adrian X A + Norbert Math oder Leo Zogmayer.

Begleitend geht ein “interdisziplinäres” Symposium am 16. und 17. 10. über die Bühne , wo - Stichwort “Überwindung von Raum und Zeit” auch Netzwerkfragen zur Sprache kommen . Aus und im dem Rahmenprogramm erklingen gleich zwei Sendungen des ORF- Kunstradio , zusätzlich wird am 9. 10. ( 20 H ) der vom “Kunstradio” edierte Band “RE-INVENTING RADIO. ASPECTS OF RADIO AS ART” ( Revolver Verlag Frankfurt 2008 ) groschuppräsentiert .

Die Sendungen :

 

 

 

( click to XL )
[ Sabine Groschup : VOGELZEITRAUM ]

Die Ausstellung “ZEITRAUMZEIT” wird am 4. 10. 2008 ( 18 H ) - d. h. während der “Langen Nacht der Museen” - eröffnet und ist bis 2. 11. zu sehen .

EDIT : Der Katalog “zeitraumzeit - Das Phänomen des Zeitraums Jetztzeit” ( hg. im Auftrag des Künstlerhauses von Brigitte Pamperl und Barbara Höller ) ist im Folio- Verlag erschienen .

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KLANGAPPARAT

Zum Thema ” staub.gefässe” bietet sich ( siehe Bienen ! ) ein Blick auf Neuigkeiten beim Netlabel insectorama natürlich an : Und siehe höre - es czz-hoerempfehlungwar wohlgetan : Die “Progetto del Menga“- EP des Florentiners Madame Wish ( aka Mattia Pea Tuliozi ) spannt feine - diesmal leicht lateinamerinaisch gefärbte - rhymthmische Netze , vor welchen sehr entschlossene melodische Akkorde ihre listigen Spiele treiben . Da möchte man sich doch mal gerne in einem Insektentänzchen üben : 01. Chettaidicardo | 02. Palline | 03. Piccola dolche serpe | 04. Telefonino - CLICK LINKS TO LISTEN

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NEUES VON FREUNDEN



||| WIDMUNGEN | TEXTE DES MONATS | STEILE POETIK @ STEIGER @ HOHENLOHE | PARALLELEN : TIERE & MÄRCHEN | NACH- SATZ INS OFFNE | KLANGAPPARAT

Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch copyright Gundi Feyrer

( Gundi Feyrer : “Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch” )

WIDMUNGEN

czz neues von freundenEine poetisch dicht gepackte Woche taktet mit Lesungen auf sowie mit einer einer virtuellen Anthologie und dem Paradoxon einer “versteckten” Exposition . So beschäftigt sich die jüngste Ausstellung in Bernhard Kathans immer- und nirgendspräsentem “Hidden Museum ” mit dem bemerkenswert gefundenen Thema der “Widmungen” , welche als Dank , in Anerkennung , allerdings auch als dezidierte Verortungen in vielen Büchern dem “Haupttext” vorangestellt sind . Jeder der 35 Frames | Fallbeispiele triggert eine Geschichte , welche - wie im berühmten Beispiel von Franz Kafkas Widmung des Erzählbandes “Ein Landarzt ” ( 1919 ) an den gefürchteten Vater - von komplizierten Ambivalenzen erzählen .

Widmungen sind zumeist etwas höchst Privates, sie können aber auch Gegenstand eines öffentlichen Diskurses werden. Als 1960 Hannah Arendts Buch “Vita activa - Oder vom tätigen Leben” erschien, schrieb sie Martin Heidegger : “Du wirst sehen, daß das Buch keine Widmung trägt. Wäre es zwischen uns je mit rechten Dingen zugegangen - ich meine zwischen, also weder Dich noch mich -, so hätte ich Dich gefragt, ob ich es Dir widmen darf; es ist unmittelbar aus den ersten Marburger Tagen entstanden und schuldet Dir in jeder Beziehung so ziemlich alles.” Hannah Arendt dachte wohl auch daran, dass Martin Heidegger in der 1941 herausgegebenen Neuauflage von “Sein und Zeit“, das Werk erschien erstmals 1927, die an seinen Mentor Edmund Husserl gerichtete Widmung gestrichen hatte: “Edmund Husserl in Verehrung und Freundschaft” zugeeignet. ( Bernhard Kathan ) |||

TEXTE DES MONATS

czz neues von freundenGewissermassen versteckt , doch via Internet aufzufinden ist Liesl Ujvarys virtuelle Anthologie der “Texte des Monats” . Man beachte den feinen Unterschied : Hier werden selbstredend mittelbar Autorinnen und Autoren vorgestellt , doch geschieht dies vornehmlich aus der Perspektive eines bestimmten Textes und dessen Kommentierung . Mit April und Mai ist die Reihe immerhin schon zu den stattlichen Nummern 19 und 20 vorgerückt - Dokument einer über zwei Jahre hinweg konsequenten Konzeption und Durchführung . Standen im April mit # 19 die hoch präzis ins Sprachmaterial gesetzten Gedichte ( “Aufbrüche” , 2004 ) der Wahlberlinerin Katharina Schultens ( Jahrgang 1980 ) im Fokus der Vorstellung , tritt mit der Mai- Ausgabe # 20 die Arbeit der in vielerlei Kunstformen versierten Gundi Feyrer ( Jahrgang 1956 ) auf den Plan :

Und loderndes, anderes Leuchten: ich zweifle daran, ob ich überhaupt existiere (sicher, denn, nehme ich ein Glas in die Hand, fällt es nicht herunter, sondern bleibt wackelnd in der Luft stehen. Gäbe es mich nicht, würde man sagen, es schwebe).

Kein wirkliches oder “wahres Ich” sondern viele, alle; täuschend und springend, vom einen zum anderen. Von einer Person zur anderen schwimmen, mit einer Person zu anderen schwimmen; Ablehnung oder einfach Unfähigkeit, Maske oder Person oder gar Persönlichkeit zu zeigen, auftreten zu lassen.

Die textuell tendenziell endlose Spirale der Selbstreflexion manifestiert sich allerdings auch in winzigen skulpturalen Arbeiten , vermittels derer die Autorin einen nicht unheiteren Blick “von aussen” auf die eigene Raum- Person wirft . Siehe das “Selbstporträt als Schriftstellerin mit achtbeinigem Tisch ” in unserem Header . Ob die Autorin am kommenden Mittwoch aus dem für Juni @ Passagen angekündigten Prosaband “Die Wolldecke” lesen wird ?! - In die Galerie Hohenlohe gehen und - hören ! |||

STEILE POETIK @ STEIGER @ HOHENLOHE

czz neues von freundenDrei Tage vor der Finissage der hier in|ad|ae|qu|at schon einmal zur Sprache gebrachten Personale zum Werk des Schöpfers zahlloser Bizarrerien , Dominik Steiger , tritt Mittwoch Abend eine Phalanx ausgezeichneter Poeten zusammen mit Gundi Feyrer zur Galerie- Lesung an . Angesichts des strengen Werks des kürzlich mit dem “Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik” ausgezeichneten Franz Josef Czernin sowie des im Januar mit dem “Peter- Huchel- Preis für Lyrik” geehrten Ulf Stolterfoht erweist sich die jüngst von der FAZ unternommene Erregung hinsichtlich des angeblich geradezu kreativitäts-zernichtenden Literaturpreis- Monsuns ( “Autorenförderung ? Hungert sie aus !” , 30. 4. ) als halbwahr- halbgares Fast- Food unter den Zeitungsenten . Vierter im Bunde der Lesenden : Schnellsprechmeister und “Partikelchenjongleur” Christian Steinbacher . Galerie Hohenlohe , 19:00 Uhr . |||

PARALLELEN : TIERE & MÄRCHEN

czz neues von freundenZwei Gassen parallel und zur gleichen Zeit ist im Literarischen Quartier Alte Schmiede ein Meister der hochkomisch melancholischen Neurose am nimmermüd sprachspielerischen Wort : Ingomar von Kieseritzky höchstselbst hält eine Vorlesung “Über Tiere - Beispielsammlung zu Obsessionen , Vorlieben , Animositäten , Liebesverhältnissen , Phobien und Idiosynkrasien gegen Mensch und Tier” . Das Schöne bei IvK : Es darf gelacht , allerdings auch nachgedacht werden . Mittwoch , 19:00 Uhr . Horrible Terminkollision mit der Hohenlohe’schen Manifestation : Kieseritzkys Neuröschen versus Steigers Kosmöschen !

Donnerstag steigen dann am nämlichen Ort einige dem p. t. in|ad|ae|qu|aten Publico Wohlvertraute in den nämlichen Ring , um allerhand selbstrefliv Poetisches über das Neurosensystem der gesellschaftlichen Private- Public- Partnership unter dem Titel “Das Märchen vom Individuum” ans Licht zu bringen . Da der Setzer dieser Zeilen hier die Veranstaltung moderiert ( so kein schwarzes Loch sich inzwischen manifestiert ) , zitieren wir in eigener Sache :

Der abendländischen Tradition des Epischen , der märchenhaften Moralität und der romanesken Entwicklungsgeschichte ist das “Bild vom Individuum” eingeschrieben . Unteilbar Eins ( mit sich ) zu werden , lautet das Ziel jener Geschichten von Bildung und krisenhafter Individuation , wie sie gerne gelesen werden . Die prosaischen Ansätze, welche mit neuen Arbeiten von Lisa Spalt ( “Grimms” , Ritter 2007 ) und Herbert J. Wimmer ( “Kühlzack & Flexer . Aggregat” , Manuskript ) in einen “Textdialog” treten , verweigern den Komfort sinnig gerundeter Figuren . Unter Umständen des Simultanen , Simulierten und “Multitask”- Flexiblen bleiben das “Ich” und seine Narrative eine ständig neu zu behauptende Konstruktion .

Lisa Spalt führt die Idealfiguren ihrer Märchenmodelle auf den Wortlaufsteg kosmetischer Konstitutionen und Konstruktionen : “Blut ist im Schuh” jeder weiblichen Model- Legende . Der Spiegel als zentrale Schnittstelle zwischen Ich und Selbstwahrnehmung bildet eine wesentliche Achse im finalen Part von Herbert J. Wimmers “Kühlzacks Proto-Memoiren - Selbstauslöser im Spiegelstadion” . Doppelungen , Verkehrungen , Verschränkungen führen in ein Spiegelkabinett von Sprachspiel und Kognitionskrise : Wie wäre “ein Ganzes” zusammenzufügen aus den splitternden Teilchen? – Zum Beispiel im narrativen Syntagma der “Erinnerung” ? – Die Genrebezeichnung “Memoiré” verspricht lediglich “Proto-Memoiren” und rekurriert auf Freuds Bild des Puzzle-Spiels . |||

NACH- SATZ INS OFFNE

czz neues von freundenSo , jetzt ist es heraussen . Nachdem ein PDF- Dokument zu einer hier anzukündigen Tagung uns permanent den Browser abschiesst , nützen wir den dadurch gewonnenen Freiraum , um auf eine Neuerscheinung hinzuweisen , deren erstmalige Präsentation am Montag über die Bühne ging : Benedikt Ledebur hat seinem in der feinen “edition schwarzes quadrat” ( onomato press ) erschienenen Gedichtband “Genese” mit einer CD- Fassung der berückenden “Literatur als Radiokunst“- Produktion “St. Paul’s Cathedral | John Donne” bestückt . Ist aber leider auf der Verlagsseite noch nicht online . Hinweise hinsichtlich allfälliger Änderungen werden gerne entgegen genommen - |||

KLANGAPPARAT

Genau vor einem Jahr haben wir unsere bedingungslos hingerissene Neigung zum Netlabel broque und sind mit Granlabs “Leuchtfeuer ” bei Release czz hörempfehlungNumero 032 “eingestiegen” : Seither gehört “broque” zur Rubrik “Neues von Freunden” wie die Butter auf “oderaufbrot” ( = broque ‘zine- Filiale ) . Genau 365 Tage danach haben wir heute die Ehre , erneut eine muntere Feinklügelei der Granlaboristen zu präsentieren : Man steht mittlerweile bei Release Numero 041 und begrüsst “the first days of spring” . Da sei kein schnödes Wort mehr verloren - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. a drypoints griffs | 02. mazer | 03. neons | 04. sneaked suffer | 05. hazy night |||