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Anlässlich von sound:frame , dem konzertierten Riesen- Event zu VeJaying und Vizualz , mit welchem Wien per seine Ehre als Elektronica- Mekka Rom Byzanz verteidigt , zitiert in|ad|ae|qu|at die kürzlich seitens der taz in die staunende Welt entlassenen erheblichen Erhellungen zum musikstrukturellen Thema .
Tobias Rapp im taz- Interview mit dem Musikwissenschafter Mark Butler ( Unlocking the Groove. Rhythm, Meter, and Musical Design in Electronic Dance Music , 2006 ) über die Unterschiede zwischen “Pop” ( Paradigma “Song” ) und elektronischer Musik ( Paradigma “Loop” ) :
taz : Als Hauptunterschied zwischen elektronischer Tanzmusik und Pop wird immer wieder der zwischen Song und Track angeführt . Stimmt das ? Und wie würden Sie diesen Unterschied beschreiben ?
Butler : Das ist eine Frage , die tatsächlich viele der Künstler beschäftigt, mit denen ich gesprochen habe . Was sie dann normalerweise sagen , ist , dass der Song , der in einer Poptradition steht , einen bestimmten Aufbau hat : Vers , Refrain , Bridge . Die Struktur eines Tracks dagegen basiert auf Loops und ist grundsätzlich repetitiv . Sie mag bestimmte Aufteilungen haben , aber sie ist weniger festgelegt als in einem Popsong .
taz : Sie beschreiben elektronische Musik als modular . Was heißt das ?
Butler : Wenn ich sage , dass elektronische Musik modular ist , spreche ich von ihrer Struktur - auf den verschiedensten Ebenen . Grundsätzlich baut sich elektronische Musik aus vielen kleinen Mustern oder Modulen auf , die relativ ähnlich und auswechselbar sind . Da wäre auf der alleruntersten Ebene der Loop . Der Loop ist die fundamentale strukturelle Einheit dieser Musik . Ein kurzes , repetitives Muster . Loops sind so geschrieben , dass man sie ohne Probleme mit anderen Loops kombinieren kann . Der einzelne Loop ist meist unauffällig . Was die Bassdrum oder die Snare machen , ist meist austauschbar . Das gibt dem Künstler aber große Flexibilität , wenn er das Zusammenspiel dieser Elemente organisiert und sie in immer neuen Weisen zusammenfügt . Dies ergibt dann größere Elemente . Das sind dann viertaktige oder achttaktige Einheiten , die sich wie Module zu Tracks zusammenbauen lassen . Und wenn ein DJ Platten auflegt , kann man die Tracks selbst auch wieder als Module verstehen . Es geht darum , diese zu kombinieren . Davon handelt diese Musik . ( … )
KLANGAPPARAT
Wer Lust hat , mag die eben gelesenen Thesen anhand der jüngsten Release des ex- Berlin , ex- Goa und derzeitigen Stuttgarter Dub- Tech- House DJs electrosandy
überprüfen : Die drei recht mechanisch aufgesetzten Traxx der EP “funkwelle” strafen das Motto des Netlabels pertin_nce ( Quebec ) “electronic music made with love and passion” ebenso Lügen wie dessen impertinent mit Wohlfühlbildchen bespielte Webseite . Immerhin gibt der Mann freimütig zu , sich nach neun Jahren Praxis eben von Fruity Loops zu Ableton Live emporzuarbeiten . CHECK IT OUT & CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. vollmond und nebel | 02. tuning metro | 03. funkwelle |||
LINKS
- sound:frame | home | blog | Play.FM | sound:frame : Festival zur Visualisierung elektronischer Musik ( mica Musiknachrichten , 17. 1. ) | Über : Zusammenspiel zwischen DJs & VJs , Wiens Clubs und mögliche Karrieren - sound:frame Künstler Slick , Gabriel Kogler , Luma & Launisch im Interview ( Kurier , 15. 1. )
- Musikwissenschaftler über elektronische Musik : Was macht eigentlich ein Laptopmusiker ? ( Interview Tobias Rapp mit Mark Butler , taz , 11. 1. 2008 )
- Futher Reading : Mark Butler , Elektronische Tanzmusik - Loops , Patterns , Samples , Tracks – Musikalische Identitäten im Fluss . LETTRE INTERNATIONAL 79 / 2008|||







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