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monday | monTAG | montage von montagsmodellen



Montäglich ist dem Sonntäglichen Sermon mit den tags “conspiracy” / “shutdown” / “paranoia” ein Vernunftgrund nachzureichen . Nämlich es wurde beim emotional katholisch kathartischen Bad in der Wiener Web- Wäsche eine essentielle Frage vergessen . Die wird jetzt im werktäglichen protestantischem Arbeits- und Aufklärungs- Geist nachgestellt .

Es handelt sich um eine Entscheidungsfrage . Dual rational . Mit A. oder B. zu beantworten . Tertium non datur , West oder Ost . Böse 1 oder Böse 2 . Am Effekt - den für Kleinunternehmer , Netzarbeiter und Freiberufler ohne Lobby unbekömmlichen Verhältnissen der alternativlosen Abhängigkeit von einem ( zugegeben : selbst ) gesetzten System von infrastrukturellen Ressourcen [[ kein Systemtechniker in der Firma , der rennt , wenn's brennt , kein Leihgerät von der Ü- Stelle , und All Das bei laufendem Ticker der kostenpflichtig ohne konkrete Produktfertigung und -Vergütung vergehenden Zeit ]] , ob diese nerven- und wertverzehrende Dependenz Ergebnis und Effekt sei von :::

shower miniA. der traditionell ( und politisch total inkorrekt ) als “Balkanismus” bezeichneten , sehr wienerischen Mischung aus Schlamperei, Nepotismus und institutionellem Feudalismus ? [ Also ::: Paradigma "Osten" , "Chaos" , G. von Rezzoris "Maghrebinische Geschichten" . ]

oder ob

shower dogB. diese nur mit “Kismet” zu nehmende Abhängigkeit von arroganten Anbietern und Marktführer- Monopolen nicht umgekehrt dem Neoliberalismus westlicher Prägung entspringt , der vernehmlich “freien Wirtschaft” mit ihrer Orientierung am Survival of the Fittest ?

Möglicherweise strömen da aber doch just in Wien zwei Miasmen zusammen wie zwei einander verstärkende Abgase . Atemberaubend sind sie allemal . Das hilft nur Eins , um kühlen Kopf zu bewahren ::: Ein Shower / Schauer / Schaudern ! ( Chowder auch erlaubt . )

shower marine emergency

Das weiss man, was man physiotherapeutisch hat . Weniger zu wissen ist das bei den schnell erhitzten Aufregern , welche die Presse montaglich serviert . Vielleicht sind die anzuzeigenden kulturpessimistischen Instantsuppen ja wirklich das Ergebnis eines langen Sommerwochenendes bei heissem Kopf und klein köchelnder intellektueller Flamme ? - Montag muss jedenfalls was ins Blatt . Oder online .

shower miniIn der FAZ ist mal wieder Harald Staun zugange ( remember : Die Staun-ende Diagnose von Autismus und Autoerotik der Blogosphäre ) und beackert eine - schön österreichisch gesagt - “g’mahte Wiesen” . Springt auf den neuerdings kulturpessimistischen Zug David Weinbergers auf . Derselbe Blog- Weinberger , welcher als Co- Autor der 95 ( Luther ) Thesen des Cluetrain- Manifests im Jahr 1999 dem Web 2.0 eine herzlich idealistische Morgengabe bereitet hatte , tönt jetzt , eight years after , sehr viel skeptischer . In der Welt der Blogger, Tagger, Digger, Social Bookmarker und DiY- Beschlagworter gingen mit den alten taxonomischen Vereinbarungen auch deren kollektive Sinnstiftungspotenziale verloren : Das einstige “Paradigm Lost”- Lamento heisst jetzt “Everything Is Miscellaneous” und meint , kurz gesagt ::: Alles wird Wurst .

Ha ! - Was für ein buchstäblich gefundenes Fressen für das - um die alte Themen- und Deutungsmacht bangende - Feuilleton ! - Mit dem Kriterienverlust der Kategorisierungen zerstäuben ( abstrakt gesagt ) gesellschaftsstiftende Bezüge , konkret aber auch die Zuständigkeiten und Revier- Privilegien der klassischen Medien- Ressorts .

shower dogStaun übt sich als Wiederholungstäter , indem er erneut die frei publizierende Welt in die Schranken von Ordnung und Subordination verweist . QUOTE ::: “Die Neuordnung des Wissens mag ein Zeichen für die Demokratisierung sein, doch angesichts solcher Effekte fällt es schwer, den Ruf nach autoritären Auswahlverfahren zu unterdrücken. Dass sich Zeitungsredakteure der geballten Weisheit der Massen nicht voreilig geschlagen geben müssen, liegt wohl auch daran, dass das Sortieren, Bewerten, das Aufblähen und Verschweigen von Nachrichten nicht nur pure Herrschaftsausübung ist - sondern einfach auch eine Dienstleistung, die dann doch der ein oder andere Leser zu schätzen weiß. Dass diese Entscheidungen kein Ausdruck einer natürlichen Ordnung sind, beginnen nun allerdings auch die Leser zu merken.” UNQUOTE .

Taxatorisch stehen Folksonomy versus FAZonomie ::: Unterschiede bestehen - eben ganz im Gegesatz zur Annahme “natürlicher” Odnungen in der behaupteten Kompetenz . Ob sich selbige in Stauns Artikel tatsächlich zu nachvollziehbarer Geltung bringt , sei rhetorisch dahingestellt . - - Der Mann kann einfach nicht anders handeln wie New Yorker- Autor John Colapinto , der ungebührliche Leserreaktionen auf einen hagiographischen McCartney- Artikel mit rescher Zurechtrückung der Verhältnisse zwischen gebuchtem Print und unberufener Zuschrift konterte . “…And That’s Why You’re A Blogger And Not A Writer”: New Yorker Writer Gets Touchy In Comments Section Of Blog titelt trefflich die Huffington Post und dokumentiert den Verlauf einer recht uneleganten Klärung der Verhältnisse nach redaktioneller Perspektive ( “What a missed opportunity. If only bloggers ran the actual publishing world!” ) .

shower miniNatürlich wieder eine dieser Aufregungen im Wasserglas , gegen welche der empfohlene Shower / Schauer / Schauder klärende Kräfte hätte .

Aber habt Acht : Da kommt ja schon die nächste montägliche Erregung . Droht uns die “digitale Demenz”? bangt ausgerechnet Florian Rötzer in Telepolis , bleibt aber bereits im Untertitel des Artikels keine harte Antwort schuldig ::: “Im Digitalen Zeitalter droht die Vergesslichkeit: Mit den überall zugänglichen digitalen Speichern als ausgelagertem Gedächtnis müssen wir nur noch suchen und brauchen uns nichts mehr merken”. - Nein, das wäre uns gar nicht aufgefallen , dass wir die Masse von PINs, Codes, Passwörtern und Usernamen gedächtnislos ( Plato ! Phaidros ! ) in Apparate tippen, welche selbst wiederum nur durch Eingabe neuer Nummern und neuer Codes zu starten sind .

shower dogAls kulturpessimistisches Montagsmodell passt dieser aufgelegte Aufreger genau in jene Kategorie schnell ausgerufener und wenig recherchierter Trends , welche Das Immermehrblog dankenswert aufspiesst und zusammen stellt : Als helle Eleven des Journalismus stellen sich Mathias Peer und Lenz Jacobsen den Realitäten und das Engagement, Offensichtliches zu benennen : “Welche Trends sind echt und welche werden bloß von übereifrigen Journalisten in die Welt geschrien? Immer mehr ist die Lieblingsfloskel der Trendbehaupter. Es verdeckt schlechte Recherche und mangelnde Fakten. Diesen beiden Wörtern ist dieses Blog gewidmet - Momentaufnahmen einer Welt, die sich angeblich immer mehr in eine Richtung bewegt.” - Bitte immer mehr davon ( siehe Register !) und diesmal Telepolis mit listen !

shower miniGar in Folge Numero 265 geht eben auf onlinejournalismus.de Thomas Mrazeks nimmermüde Serie über Qualitätsjournalismus und das schlimme Internet : “Immer mehr” und “immer weniger” wollen wir solche Annotierungen journalistischer Montagsmodelle missen . Sind fast so wirksam wie Shower / Schauer / Schauder / Chwoder zusammen .

Zu so viel Montag passen und cheesy-ness passen die billig- Disko- Sequenzen der Evil Fairy- EP von Alic , nicht nur bei dem , sondern auch czz hörempfehlungdie Gründer des Netlabels Digital Diamonds : Der Genuss ist Münsteranisch kühl und ungefählich , da nur in Kostproben verabreicht . Dies überdies schlimm- cheep ausgefadet … , wir nehmen den letzten Titel bei dessen Wort . 01.evil fairy , 02.icedive , 03.evil fairy (kalumet remix) , 04.the gentle way of minddestruction (theme fe rework) .

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