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Aus Aktuellem Anlass : MMR als Model für die Kluge- Köpfe- Kampagne



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Oh FAZ- Kampagne , oh Schutz vor ihr !

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta

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FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta meta

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Für Studierende der Publizistik : eine kleine Stilübung in Lokaljournalismus . Speziell am flotten Einstieg , am hohen Redundanzgrad der Information sowie am beliebten Kaninchen- Motiv zu erkennen .

Hier dürfte sich Marcel Reich-Ranicki so richtig wohl
fühlen - für die aktuelle Kluge-Köpfe-Kampagne hat die F.A.Z. ihren ehemaligen Chef des Literaturteils an einen Ort gebracht, an dem ihn kein schlechtes Fernsehprogramm stört: auf einen Frankfurter Recyclinghof. Umgeben von ausrangierten Fernsehern kann sich der 88-jährige Literaturpapst ungestört der F.A.Z.-Lektüre widmen. Wenige Wochen zuvor hatte er das deutsche TV-Programm als ‘Blödsinn’ abgestempelt und den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk abgelehnt.

Eine der wenigen interessanten Sendungen, die es überhaupt noch gebe, sei die Tagesschau, so der renommierte Kritiker am Rande des Foto-Shootings für die vielfach ausgezeichnete Bilderserie. Jungen klugen Köpfen möchte Reich-Ranicki daher auf den Weg geben, anstatt Wertloses im Fernsehen anzuschauen, lieber ‘vernünftige, intelligente Bücher und Zeitungen’ zu lesen. ‘Da gibt es nicht viele, aber es gibt schon solche’, sagte Reich-Ranicki, der von 1973 bis 1988 den Literaturteil der F.A.Z. leitete. In dem Anzeigenmotiv zeigt der Literaturpapst, hinter welche Qualitätszeitung er seinen Kopf steckt.

Die Kampagne greift - wie schon öfter in der Vergangenheit - eine aktuelle gesellschaftliche Debatte auf und deutet sie auf ironisch-witzige Weise um. Zuletzt war unter anderem Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen inmitten von unzähligen Statisten zu sehen, die bekanntermaßen tatkräftig für Nachwuchs sorgen: Kaninchen. ( … )

Die Anzeige mit Marcel Reich-Ranicki ist seit dem 8. November in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, im Internet und natürlich in der F.A.Z. selbst zu sehen.

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008

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Ende gut , alles gut ? - “Ha Ha Said The Clown” -

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Marx macht mobil



||| ‘DAS KAPITAL’ IN MODE | ‘DAS KAPITAL’ VIA KLUGE | ‘DAS KAPITAL’ IN PARIS | KAPITALISTISCHE LITERATURGESCHICHTE - EIN BRITISCHER VERRISS | PUNKTUM | LINKS | KLANGAPPARAT

MARX DAS KAPITAL doppelseit

In|ad|ae|quats Handexemplar aus der ideologischen Antike : 1947

‘DAS KAPITAL’ IN MODE

Fatale Freitage , morose Montage , drohende Rezession : Kalt erwischt von der Kreditkrise sickert das Gespenst einer Meldung aus den Newstickern der Presseagenturen . Mit sichtlichem Genuss am Retro- und Exotismustouch der Sache zitiert man geniesserisch :

In Zeiten der Finanzkrise stößt die Kapitalismus-Kritik von Karl Marx (1818-1883) auf neues Interesse. ‘Marx ist wieder in Mode’, sagte Jörn Schütrumpf, Geschäftsführer des Berliner Karl-Dietz-Verlags, der die Werke der Sozialismus-Vordenker Marx und Friedrich Engels verlegt, der Neue Ruhr | Rhein Zeitung (NRZ, Mittwoch). Der Verkauf des ersten Bandes des dreibändigen Marx-Hauptwerkes Das Kapital habe sich seit dem Jahr 2005 verdreifacht, sagte Schütrumpf. Nach 500 Exemplaren 2005 seien in diesem Jahr bereits 1500 Stück des in Blau gebundenen Buches verkauft worden.

Zum Jahresende werde der Absatz “noch steiler hochgehen”, so der Verlagschef. Die Leserschaft sei eine “jüngere akademische Generation, die erkennen musste, dass sich die neoliberalen Glücksverheissungen nicht bewahrheitet haben”, meinte Schütrumpf. Besonders gefragt sei “Das Kapital” derzeit in Hessen, wo die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti mit Hilfe der Linkspartei Ministerpräsidentin werden will. ( APA | dpa , Der Standard )

Acht Tage später die XL- Fassung derselben Meldung in der FR :

Mitten in der schlimmsten Finanzkrise seit den 1920er Jahren hat Kapitalismus-Kritiker Karl Marx (1818-1883) Hochkonjunktur. Sein Standardwerk “Das Kapital” verkaufte sich allein in den ersten drei Wochen des Oktobers 417 Mal, von einem Tag auf den anderen sogar einmal 89 Exemplare, sagte der Geschäftsführer des Berliner Karl-Dietz-Verlages, Jörn Schütrumpf. ‘Mittwochmorgen war Marx ausverkauft.’

Seit November 2007 sei damit 2000 Mal ‘Das Kapital’ über den Ladentisch gegangen. Damit kletterte der Absatz des Klassikers - entweder im Einzelband oder als Band 23 der MEW-Gesamtausgabe (Marx | Engels Werke) - in diesem Jahr bereits auf 2400 Exemplare, erläuterte Schütrumpf. Im gesamten Jahr 2005 seien es dagegen nur 500 Bücher gewesen.

‘Seit 1946 ist Das Kapital in einer Auflage von einer Million Stück gedruckt und verkauft worden”, berichtete Schütrumpf. Der Verkauf sei immer in zyklischen Wellen verlaufen. ‘Verkauft sich Marx gut, geht es der Gesellschaft schlecht’, sagte Schütrumpf. ‘Wenn er sich verkauft, dann weiß man, dass man vom Elend der anderen profitiert.’ Dabei verlagere sich die Nachfrage nach Marx immer mehr in die westdeutschen Universitätsstädte.

‘Früher haben wir 25 Prozent der Auflage in Ost-Berlin abgesetzt. Heute sind es in Gesamt-Berlin vielleicht gerade noch zehn Prozent’, sagte der Geschäftsführer. Schütrumpf freut sich über die rege Nachfrage, ist jedoch gegenüber Marx ganz nüchtern. ‘Bei Marx gibt es keine neuen Lösungen für unsere aktuellen Probleme. Er erklärt nur Zusammenhänge.’ ( FR )

MARX DAS KAPITAL Impressum

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‘DAS KAPITAL’ VIA KLUGE

Auch das neue Filmprojekt des für frühe Witterungen empfänglichen Alexander Kluge scheint geeignet , die nach ‘68 verlorene Tradition der Kapital- Lesekreise wieder aufleben zu lassen und um visuelle Eindrücke zu erweitern : Seine fast zehnstündige Filmcollage zieht Sergej Eisensteins Gedanken heran , Das Kapital in Form einer Grossmontage ( à la Benjamins Passagenwerk oder Joyce’s Ulysses ) und erweitert den perspektivischen Kreis bis ins 21. Jahrhundert .

Das knapp zehnstündige Grosswerk wurde unter dem Titel “Nachrichten aus der ideologischen Antikekürzlich in Wien vorgeführt , figuriert auf Kluges Webseite als “Nachrichten aus der Antike” und wird Mitte November als programmatische Nummer Eins der neuen DVD- Edition ( filmedition suhrkamp 1 ) des Suhrkamp- Verlags erscheinen . Hier heisst das Werk nun “Eisensteins Kapital” .

Stefan Grissemann hat für die FAZ in Wien mit Alexander Kluge über das Grosswerk gesprochen. Wir zitieren zwei auf eine mögliche Aktualität des Kapitals replizierende Ausschnitte :

Grissemann : Ihr Film, in dem viel vom Schwarzen Freitag 1929 die Rede ist, wird von der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise gerade aktualisiert.

Kluge : Das ist eine Aufforderung, Marx genau nachzulesen. Bert Brecht hat das ‘Kommunistische Manifest’ einst in Hexameter verwandelt: Drei Viertel davon sind ein Hymnus auf die Befreiung der Kräfte durch das Kapital. Die ganze mittelalterliche Trägheit wird in Gang gesetzt, alles wird schöpferisch, einschließlich ’schöpferischer Zerstörung’. Als Problem bleibt: Das Kapital kann den Reichtum, den es produziert, anschließend nicht in Verwahrung nehmen, nicht weitergeben und die Folgekosten der Unternehmung nicht bezahlen.

Grissemann : So wie Brecht die kommunistische Grundsatzschrift ins klassische Versmaß übersetzt hat, arbeiten auch Sie, befeuert von Eisensteins Ideen, an der Poetisierung des Politischen.

Kluge : Nicht an der Poetisierung. Poetisch ist die Wirklichkeit selbst, für die Filmemacher genügt es, wenn sie dokumentieren. Aber man muss alle Ausdrucksformen nebeneinander verwenden, um mit etwas so Kompliziertem wie unserem Planeten und seiner Wirtschaft umzugehen. Sie brauchen also, wie das in meinem Film geschieht, sowohl die Oper Luigi Nonos als auch das Telefon, das Internet und den Kurzfilm, die auf die Ungeduld der Menschen antworten – die dokumentarische und die fiktive Szene.

( … )

Grissemann : Wie sehen Sie den aktuellen Umgang mit Marx? Stehen seine Gedanken denn noch in Verwendung ?

Kluge : Marx ist längst historisiert. Er ist nicht gegenwärtig. Er wäre heute 190 Jahre alt. An amerikanischen Universitäten befasst man sich mit Marx sehr intensiv; in Europa dagegen liegt er, durch die Protestbewegung und den orthodoxen Marxismus, wie unter 25 Meter Lava begraben. Wir müssen ihn erst ausgraben. Wie in Pompeji. Sie merken, wenn man über Marx nachdenkt, kommt man leicht in der Antike an. ( FAZ )

MARX DAS KAPITAL Titelblatt

nicht eben holzfrei

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‘DAS KAPITAL’ IN PARIS

Dass die sprunghaft angewachsene Kapital- Nachfrage kein rein deutsches Phänomen ist , belegt der französiche Publizist Pierre Assouline mit Bezug auf die zitierte dpa- Meldung , den Amazon- Verkaufsziffern sowie einigen französischen Indizien . “Marx , le retour ?” fragt sein Blog- Eintrag rhetorisch :

Il fallait s’y attendre, même si, pour l’instant, il s’agit davantage d’un frémissement que d’un phénomène. Disons que le mouvement enregistré sur les ventes du Capital de Karl Marx sont un signe de la crise, même si le livre ne figure pas encore en tête des ventes d’Amazon. Deux reflets en témoignent.

A Berlin, les responsables de la maison Karl Dietz Verlag, éditeur du fameux opus, revendiquent près de 2000 exemplaires vendus d’ici à la fin de l’année alors qu’il s’en vendait 500 en 2005 ; même si depuis trois ans, le chiffre n’a pas cessé d’augmenter, ils y voient une tendance significative de l’air du temps. ( … )

A Paris, aux Presses universitaires de France, où l’on écoulait une cinquantaine d’exemplaires par mois, on en vendu le double en septembre et trois fois plus en octobre (et les ventes de la Théorie générale de l’emploi, de l’intérêt et de la monnaie de Keynes se portent de mieux en mieux). Autant dire que le solide dossier que lui consacre le Magazine littéraire (No 479, octobre, 5,80 euros) sous le titre ‘Marx les raisons d’une renaissance’, sous la direction de Patrice Bollon, est d’une brûlante actualité.

EIGENTUM der Bücherei BHF O

Ist Eigentum Diebstahl ?

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KAPITALISTISCHE LITERATURGESCHICHTE - EIN BRITISCHER VERRISS

Gleichzeitig ( wenn auch ohne direkte Referenz auf den notorisch verschuldeten Urheber des Kapitals ) vernichtet David Hawkes im Times Literary Suppelemt die forciert kapitalistisch orientierte Literaturtheorie des Stanforder Komparatisten Russell A. Berman ( “Fiction Sets You Free : On Literature In History” ) :

Today ( … ) a new breed of politicized critic is emerging, full of the passionate intensity that springs from a righteous sense of historical vindication. They tend to be American, and to define their politics in opposition to what they regard as the effete intellectual culture of old Europe. They point out that neoclassical economics has implications for literature that are at least as suggestive as those offered by the Marxist tradition, and they argue that the social and political triumph of the market ought to be reflected in humanities departments. They unabashedly apply their political agenda to their intellectual endeavours, they eagerly proselytize to a receptive, youthful audience, and they appear to herald a new era of overt political advocacy in literary criticism.

Russell A. Berman’s Fiction Sets You Free is a startlingly ambitious redefinition of literary politics in terms of the cultural theory developed in Berman’s previous book, Anti-Americanism in Europe (2004). Some familiarity with that work’s argument is useful to grasp the nature and scope of his project here. In the earlier book, Berman interpreted the cultural hostility which he claims many Europeans feel towards the United States as the manifestation of a deep-seated moral envy.

( … )

This Darwinian aesthetic fetishizes the bellum omnium contra omnes. Berman notes that a work of literature comes into existence surrounded by antecedent texts “which threaten to crush it”. The luckless text is thus plunged into a desperate struggle for survival, forced to “assert itself against its competitors and predecessors”. All literary texts are constantly competing against each other, and literature as a whole is constantly competing against everything else. The battles fought by literature include “a constant, and constitutive, competition with the visual image”, “a competitive relation to other kinds of writing” and an especially fierce “competition with other cultural forms”, in which literature’s fictional status constitutes its “competitive advantage”. The deployment of evolution as a universal explanatory key has already spread beyond biology into sociology, psychology and, above all, economics. Berman is trying to import it into literary theory. He uses “a Darwinian axiom” and an “evolution-theoretical claim” to support his contentions, and displays the influence of Richard Dawkins’s theory of “memes” in his speculations on “literature’s genomic character”. Darwin has long been invoked to suggest that market behaviour reflects human nature; Berman argues that literature exhibits a similarly competitive law of the jungle in its “capacity to model adversarial and entrepreneurial individuality”. ( TLS )

Wirkungsvoll hat die Redaktion des britischen Magazins den ( auch im Detail plausiblen ) Verriss zu einem Zeitpunkt ins Blatt gerückt , da sich der “Gewinner”- Diskurs eines akademischen Spekulanten selbst zur Kenntlichkeit entstellt .

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PUNKTUM

In der jüngsten Ausgabe des Magazins “Le Point” setzt der französische Demograph und Gesellschaftstheoretiker Emmanuel Todd noch Eins drauf : Im Interview zu seinem neuen Buch “Après la démocratie” ( Gallimard ) spricht er von der Finanzkrise als logischem Resultat der neoliberalen Pseudodemokratie . Man stehe vor einem historischen Wendepunkt - entweder wir entscheiden uns gegen die Allmacht des Marktes oder es wird die Geschichte sein , welche uns noch unsanftere Lehren erteilt :

Le problème fondamental de la démocratie, c’est que la classe politique refuse de mettre en question le libre-échange, ce qui mène à la baisse des revenus, à la montée des inégalités, bref à une baisse du niveau de vie pour le plus grand nombre. Et désormais à l’insuffisance de la demande, à la crise financière et à la récession. Jusqu’à présent, une démocratie de manipulation a animé, de plus en plus difficilement, un pseudo- débat politique. ( … ) Le PC est mort, mais Marx revient. Bonaparte aussi, malheureusement. Toutefois, il existe une chance de sortir par le haut de la course dépressive de la demande et des salaires : cette solution, européenne et non nationale, c’est le protectionnisme. Mais la crise financière rapproche l’heure du choix. Et celle du jugement.: ( Le Point )

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LINKS

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KLANGAPPARAT

Was passt hier besser - schon dem Namen , wenn nicht gar Karl Marxens czz-hoerempfehlung Herkunft nach - , als hier das Kölner Netlabel iD.EOLOGY ins Spiel zu bringen ? - Mit zwei Remixes feiert man die 50. Release und zieht den Bogen weit von der urbanen Eleganz der hier bereits vorgestellten Zengineers über das zornige Brodeln der lokalen Rap- Szene ( “iD.Allstars - re-iD.d 2” ) bis hin zum minimalistisch elektronischen “Frühwerk” . Die frische Politur sämtlicher Werke mag Geschichtspuristen und Authentizitätsmeier entrüsten : Nun denn , es sei : Man darf ja schliesslich auch die musikalische Antike eines Tages verlassen . CLICK LINKS TO LISTEN TO STREAMS : “iD.Allstars - Frühwerk” & “iD.Allstars - re-iD.d 2” .

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donaueschinger musiktage 2008 | track three : SWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann zur multimedialen Zukunft öffentlich- rechtlicher Contents



||| DIE SITUATION | DAS WORTUNGEHEUER | DIE KAMPAGNEN | DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

DIE SITUATION

picto_internet_copyright_zintzen_orgOnline ist kostbar . So kostbar , dass sich seit Monaten ein Grabenkampf vollzieht : Hier die öffentlich- rechtlichen Sendeanstalten mit ihren Bestrebungen , Service- und Informationsangebote auch online anzubieten . Dort die privaten Sender- und Verleger- Verbände ( VPRT | VDZ ) , denen in ihren Stammformaten Publikum und Anzeigenkunden schwinden . Spät und widerstrebend begab man sich ( oft trotz rhetorischer Beibehaltung kulturpessimistischer Anti- Internet- Thesen ) ins Netz und fand - oh Schreck ! - , dass - quel horreur ! - dort bereits gebührengestützte Konkurrenten Raum und Reklame ( -Gelder ) einnahmen . J’ accuse !

Die Debatte um eine unterstellt ungebührliche “Online- Expansion” der gebührenpflichtigen Öffentlich- Rechtlichen geht nun über Jahr und Tag , insoferne auch die EU Bedenken wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung anmeldete .

Kurz : Bevor es wieder einmal so weit ist und die Ministerpräsidenten der Länder im Zuge ihrer Dresdener Sitzung vom 22. bis 24. Oktober erneut versuchen werden , einen Beschluss zum 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zu finden , nutzte SWR- Hörfunkintendant Bernhard Hermann den Anlass der Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 für einen Appell gegen das Errichten kontraproduktiver Fronten .

Ein ( mit einer entsprechenden Resolution des SWR- Rundfunkrates akkordierter ) Ruf zur Vernunft gegen die hysterisch geschürten Ängste um den Werbekuchen und eine Erinnerung daran , dass auch öffentlich- rechtliche Qualitätsangebote mit der Zeit und dem Medienwandel zu gehen haben , um nicht an realexistierenden Gebührenzahlern und zukünftigen Hörer- Generationen “vorbei” zu produzieren .

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DAS WORTUNGEHEUER

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgWer wissen will , was sich hinter dem Wortungeheuer dieses Rundfunkänderungsstaatvertrages No. 12 - recte : “Arbeitsentwurf zur Umsetzung der Zusagen gegenüber der EU- Kommission im Rahmen des EU- Beihilfeverfahrens ARD | ZDF ( Stand: 12. Juni 2008 )” - verbirgt , mag dies im betreffenden PDF- File nachlesen . Kurz gesagt , geht es darum , wie die Öffentlich- Rechtlichen ihrem definierten Auftrag gemäss netzwerken dürfen sollen und wo die Grenzen dieses Auftrages enden . Wo also , banal gesagt , einfach Geld gemacht wird . Hier sollen künftig per externer Kontrolle eventuelle Wucherungen gekappt werden .

Im Gegensatz zum VPRT sehen die Grünen in dem Staatsvertrag eine zu weitgehende Einengung der öffentlich-rechtlichen Sender. Mehrere Abgeordnete des Bundestags, des Europaparlaments sowie mehrerer Landtage forderten die Ministerpräsidenten auf, aus diesem Grund den Vertrag nicht zu beschließen. Insbesondere wenden sich die Medienpolitiker dagegen, dass ARD und ZDF bestimmte Inhalte nur sieben Tage lang ins Netz stellen dürfen. Gerade dieses unterstützt ausdrücklich der VPRT, nach dessen Vorstellungen eine Verlängerung der Sieben-Tage-Frist “grundsätzlich nicht oder allenfalls in begründeten Einzelfällen möglich sein” soll. ( dpa , 21. 10. 2008 )

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DIE KAMPAGNEN

picto_internet_copyright_zintzen_orgAls treibende Kraft der Frontenbildung hat sich in den vergangenen Monaten die FAZ hervorgetan : Wenig wählerisch , was die Mittel der publizistischen Kampagnenführung betrifft , kam jeder Anlass zupass , auf “Regulierung” , “Kontrolle” und “Limitierung” zu pochen . Erst gestern bot das Feuilleton eine redaktionsexterne Fachkraft auf , um die Dringlichkeit einer “Wettbewerbskontrolle” zu akzentuieren :

ARD und ZDF sollten auch außerhalb dieses Grundversorgungskerns machen können, was sie für richtig halten, allerdings unter den Bedingungen von Markt und Wettbewerb. Alle Angebote, die aus dieser eng gefassten Kernkompetenz herausfallen, dürfen nicht durch Gebühren finanziert werden. Dazu können die Anstalten kommerziell aktiv werden und auch Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Medienunternehmen eingehen, wie WDR und WAZ das schon tun. Wichtige Voraussetzung: Diese Aktivitäten müssen geprüft und kontrolliert werden, etwa durch die Landesrechnungshöfe, um sicherzustellen, dass keine Gebührengelder verwendet werden.

Von Polemiken à la “Schafft die Gebühren ab !” über einen “Brandbrief” des Verlegerverbandes bis hin zu Vorwürfen der “Propaganda“, respektive des konzertierten “Kleinredens” öffentlich- rechtlicher Net- Aktivitäten . Die Öffentlich- Rechtlichen kontern : Die Privaten betrieben “Lobbyismus mit groben Mitteln” . Tertium non datur .

Die Tatsache , dass der deutscher Pressemarkt im dritten Quartal 2008 an Auflage verloren hat - Tageszeitungen , incl. Sonntagsausgaben & Sonntagszeitungen : minus 380.000 Stück verkaufter Auflage im Vergleich zu Quartal 2 | 2008 , minus 650.000 im Vergleich zum Quartal 3 | 2007 - , wird das Klima nicht eben sanieren .

Edit : Im Laufe des Tages legt - im pochend publizistischem Countdown zur Dresdener Konferenz - die FAZ noch zwei Scheiter “Brandrede” nach . Michael Hanfeld , unermüdlich wetternder Retter der medialen Fairness im Lande ( unser einschlägiges Artikel- Archiv reicht weit in den April ) , bespielt die Register von ganz unten - den ( wie wir aus schmerzlicher Selbsterfahrung wissen ) gekappten Rechten der für die ÖRs schöpfenden Autoren - bis ganz oben : den universalen Medien- und Datenkraken wie Google und Yahoo .

Die “freie Presse” werde von Global Playern und nationalen Subventionsselbstversorgern im “Zangengriff” bedroht : Der alarmistische Tonfall spielt dabei einer gleitenden Semantik in die Hand , welche bestrebt ist , die Begriffe von “freiem Unternehmertum” und publizistischer “freier Meinung” zu vermischen . Dass Superkonzerne wie Springer oder Burda mit am Strick der Verleger- Initiative gegen die Öffentlich- Rechtlichen ziehen ( “Münchner Erklärung” ) , wird man aus Robin- Hood- Artikeln dieser Manier sicherlich nicht erfahren .

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DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgSWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann : Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 an Thomas Meinecke und David Moufang und des Karl- Sczuka- Förderpreises 2008 an Anja Utler
Donaueschinger Musiktage , 18. Oktober 2008 ( Druckfassung , Auszug )

Wenn wir nämlich die Jungen und Jüngsten nicht mehr erreichen mit unseren Programmen – und es muss ja nicht gleich das Sczuka- Preiswerk zum Einstieg sein – dann steht es schlecht um unsere Zukunft. Aber wo und wie können wir sie überhaupt erreichen ?

Wenn Sie selbst Kinder haben ( … ) dann können Sie beobachten, welche Medien diese Generation heute nutzt: Die meisten haben natürlich ein Handy und einen Computer. Nachmittags, nach der Schule, skypen die Kids mit ihren Klassenkameraden, dabei laden sie sich am PC die neuesten Songs oder Podcasts auf ihren iPod runter, stellen bei Facebook oder SchülerVZ die Fotos der letzten Klassenfahrt ein und checken nebenbei, ob bei YouTube das neue Bushido-Video schon drinsteht.

Wenn Sie das jetzt nicht alles genau mitbekommen haben, ist das nicht schlimm und sogar verständlich – denn die meisten von Ihnen sind wie ich mit den klassischen Medien – Radio, Fernsehen und Zeitung – aufgewachsen. Und diese drei spielen bei den nachwachsenden Generationen eine immer geringere Rolle. Leider gilt das für die öffentlich-rechtlichen Angebote ganz besonders. Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist der Generationenabriss schon passiert, beim Radio arbeiten wir mit allen Mittel dagegen an – und sehen noch Chancen.

Denn: Wenn wir als öffentlich-rechtliche Inhalte-Anbieter bei Jugendlichen noch eine Rolle spielen wollen, dann müssen wir das geschickt anstellen und mit attraktiven Angeboten in deren junger Medienwelt dabei sein. Darum bieten unsere jungen Programme SWR3 und DASDING eigene Communities an, darum bieten wir von unseren wichtigsten Sendungen – auch von SWR2 – Podcasts an, die man zeitsouverän anhören kann – und darum erforschen wir in einem Pilotprojekt das ‘Radio der Zukunft‘, um herauszufinden, welche Inhalte und Angebote und Formate junge Menschen von uns erwarten. ( … )

Arthur Sulzberger, der Herausgeber der New York Times hat bereits vor Jahren erkannt, was die mediale Umbruchsituation für seine Zeitung bedeutet – und dies trifft auf die anderen ‘klassischen’ Medien in gleicher Weise zu: Wir folgen unseren Lesern wohin sie uns führen. Wenn sie uns gedruckt wollen, werden wir gedruckt da sein. Wenn sie uns im Netz wollen, werden wir im Netz sein. Wenn sie uns auf Handys oder zum Runterladen wollen, damit sie uns hören können, dann müssen wir auch dort sein.

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle davon gesprochen, wie erfreulich es ist, dass das Bundesverfassungsgericht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seinem Urteil vom September 2007 eine Entwicklungsgarantie auch in der digitalen Welt gegeben hat. Jetzt, ein Jahr später, beobachten wir mit Sorge, wie diese Garantie durch einen neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag schon wieder infrage gestellt, eingeschränkt und bedroht wird. Wo wollen wir hin im Netz und wo dürfen wir hin ?

Internetangebote sind für uns kein Selbstzweck und wir betreiben auch keine ‘Online-Expansion‘ – wie uns mancherorts vorgeworfen wurde und wird – wir folgen nur ganz selbstverständlich den Wünschen unserer Zielgruppen. Wir wollen im Internet keine Geschäfte machen, keine Werbung und kein Online-Business, aber wenn uns die publizistische Präsenz im Netz verwehrt oder derart eingeschränkt wird, dass sie für Nutzer nicht mehr attraktiv ist, dann würde das dem Tenor des Karlsruher Urteils wider-sprechen. Mit manchen Beschränkungen werden wir leben müssen, mit allen aber nicht. Wir werden uns überall dort zur Wehr setzen, wo unter dem Deckmantel verlegerischer Existenzsicherung im Internet letztlich ein Jahrzehnte alter Krieg wieder neu aufgelegt werden soll: der Kampf gegen das duale System im Allgemeinen – und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen.

Auch scheint mir, dass die Verleger, die unsere Internetaktivitäten einschränken wollen, ihre wahren Gegner noch gar nicht identifiziert haben: Google und Yahoo drängen immer stärker auch in den europäischen Markt ein und unterliegen keinerlei staatsvertraglicher Regulierung. In der schönen neuen Welt der Flut von ungefilterten Angeboten sind es doch vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Zeitungsverlage, die – bei allem verständlichen Bemühen auch um Auflage und Quote – nach wie vor Qualitätsjournalismus gegen die niveaulose Beliebigkeit stellen. Insofern müssten wir eigentlich Seite an Seite stehen und einander nicht bekriegen.

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Aber trotz aller Interneteuphorie werden die linearen, analogen Programme nach wie vor im Mittelpunkt stehen – denn mit unseren Hörfunkprogrammen erreichen wir nach wie vor täglich fast 50 Prozent der Menschen in unserem Sendegebiet. Selbstverständlich übertragen wir auch kulturelle Höhepunkte wie die Donaueschinger Musiktage live im Radio, wir produzieren nach wie vor aufwändige Hörspiele, laden Anfang November wieder zu den ARD-Hörspieltagen ins ZKM nach Karlsruhe ein und loben Preise für Hörspielkunst aus, wie den Karl- Sczuka- Preis.

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Für stetige Qualität steht das Leib- und Magen- Netlabel broque , welches sich nach südwärts bestrebter geographischer Veränderung gleich mit einer czz-hoerempfehlung“echten” LP von Max Cavalerra sowie einer neuen Net- Release in den Senderaum zurückmeldet . Was per Podcast ( > brotcast ) längst eingetroffen ist , harrt allerdings noch der Handhabbarkeit auf der im herbstlichen Transformationsprozess befindlichen Webseite.

Während wir für die in|ad|ae|qu|ate Verströmung gerne noch auf die entsprechende Ausreifung der fruchtigen Spätlese von “Terra Australis” zuwarten , vertreiben wir Misstöne , Sturmböen und Oktoberöde mit einem akustischen Blick zurück in Sanftheit : Das “broque.de- Set” , welches vor zwei Jahren bei deepindub erschien , erweist einen nach- hall- tig feinherbperlenden Abgang - zweiundneunzig Minuten lang . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ).

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Kulturhund - Oh my GOD | DOG



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HUNDSTAGE

dog paw-printDass dem KULTURHUND an in|ad|ae|qu|ater Stelle ein kategorialer Platz eingeräumt ist , ist bekannt , obgleich wir mit diesem kynosophischen kulturellen Kapital bewusst sparsam umgehen .

An diesem historischen Tag , da es aus unserer Küchenlampe regnet ( das zur Reinigung eines toten Rohrs im einem Druck von 60 Bar ins System gejagte Wasser hat sich seinen eigenen Weg gesucht ) , trifft uns eine Meldung der Wiener “Rathauskorrespondenz” sozusagen ins Zentrum jenes Organs , welches auf die Wahrnehmung des Absurden ( unbewusst ) akkulturiert worden ist .

Alles liesse sich nicht behaupten , unser Immunsystem sei nicht etwa bereits vorbereitend korrodiert gewesen durch die stetige Hunde- News- Zufuhr speziell seitens der Kulturabteilung der - Dahinter steckt immer ein kluger Kopf - Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Im Moment geht dort verbal und schlag zeilig seitig ziemlich viel “vor die Hunde” ( der Finanzmarkt ) , beziehungsweise kommt “auf die Hunde” ( Monsieur Sarkozy ) . Dies in den Hundstagen finanzpolitischer Überhitzung und rauchender Gehirne der Sanierer nur allzu verständlich .

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TOP DOGS

boxer pop art

( pic via Photofiddle flickr )

Auch der US- amerikanische Präsidentschaftswahlkampf trägt dazu das Seinige bei : Denn müssen die Kandidaten ihre “Menschlichkeit” speziell auch in der ( noch nicht olympischen ) Disziplin der TIERLIEBE beweisen . Wiewohl ideell der Pokal rechtmässig Österreichs NEUER KRONEN ZEITUNG gebührte , die die Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl 2008 in ein direktes Stechen sandte - und siehe , es war wohlgetan : In der Parteigeschichte zwar auf historischem Tief , doch immerhin , hat der Sozialdemokrat Faymann sich nicht nur in der TIERECKE der KRONE bereits VOR der Wahl als tierliebst erwiesen , sondern dann prompt auch in der humanen Realwahl das sogenannte Rennen gemacht .

Kolumnist Günter Traxler hat Hans Dichands Pre- Election ( “Wen würden Tiere wählen ?” ) im STANDARD ( 27. 9. 2008 ) trefflich zur Sprache gebracht : “Tiere wählen Faymann” lautet das lapidar gefasst Resultat .

Wen würden Tiere wählen ?‘ wurde am Donnerstag über eine Doppelseite die Frage aufgerollt, deren Beantwortung das Schicksal Wilhelm Molterers besiegeln wird. Denn was sollte das verantwortungsbewusste Tier schon wählen außer Werner Faymann ?

7 Kandidaten stellen sich den “Krone”-Tierschutzfragen, und das Ergebnis: Von 35 möglichen Punkten erhält der SPÖ-Kandidat nicht weniger als 33. Werner Faymann geht in dieser Fragerunde als eindeutiger Sieger hervor. Bleibt zu hoffen, dass er seine Versprechen auch wirklich einhält. ( … )

Van der Bellen und Jörg Haider schneiden mit 26 beziehungsweise 27 Punkten respektabel ab, es folgt der Fritz mit 23 Punkten, darunter liegen Strache und Heide Schmidt mit 21 und 19 Punkten.

Wahrhaft erschütternd aber der ÖVP-Kandidat. Mit nur sieben von 35 Punkten hat er sich auf dem Status eines Tierquälers etabliert: Kaum Punkte gesammelt hat Wilhelm Molterer. Warum verweigert die ÖVP nach wie vor jegliche Problemerkennung im Bereich des Tierschutzes ? Und nicht nur in diesem. Angesichts einer solchen Kaltschnäuzigkeit kann man nur bellen: Wauwau, es reicht !

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CANINE CANDIDATE

Aicher Otl Waldi Olympia 19

( Otl Aicher : Waldi , Olympia 1972 via flickr )

Dass man es da nicht nur als der mächtigen Lobby des Bauernbundes verpflichteter ÖVP- Chef schwer hat , in einem Land der Schnitzel- essenden Tierliebhaber die immanenten Interessenkonflikte niederzuringen , erweist das Beispiel der USA . Dort bevorzugen nämlich die deklarierten Tierfreunde den GOP- Kandidaten John McCain , während - die FAZ berichtet - tierfrei vegetierende Haushalte eher Barack Obama vorziehen :

42 Prozent würden für den Republikaner stimmen und nur 37 Prozent für Obama, ergab eine Befragung der Nachrichtenagentur Associated Press und des Internetportals Yahoo. Zwar führt Obama mit 48 Prozent deutlich vor McCain (34 Prozent), wenn Amerikaner befragt werden, die keine Vierbeiner haben. Aber mit 63 Prozent bilden Tierhaushalte nun einmal die Mehrheit. Nach Schätzungen des amerikanischen Verbands für Haustierprodukte halten die Amerikaner rund 88 Millionen Katzen und 75 Millionen Hunde, ganz zu schweigen von den zahlreichen Nagern, Vögeln und Zierfischen, die ihnen Gesellschaft leisten.

Aber Abhilfe naht :

Künftig soll auch Barack Obama Volksnähe demonstrieren. Das zeigt sich schon darin, dass er auf dem am Montag beginnenden Parteitag in Denver einen Eisenbahner aus Indiana, eine Mutter aus Iowa und einen Lastwagenfahrer aus Michigan auftreten lässt - sie sollen als ‘einfache Menschen aus dem Volk’ dabei helfen, den Präsidentschaftskandidaten als Anwalt der kleinen Leute zu präsentieren.

Und damit der Senator das von den Republikanern gezeichnete Bild eines abgehobenen Politikers pariert, springt ihm nun sogar der Amerikanische Rassehunde-Club (AKC) zur Seite. Er hat eine Vorauswahl möglicher Begleiter des möglichen mächtigsten Mannes Amerikas getroffen. Ganz einfach war das allerdings schon deshalb nicht, weil die Töchter des Präsidentschaftskandidaten allergisch gegen Hundehaare sind - deswegen sollte ein hypoallergenes Tier gewählt werden. Auch muss der potentielle ‘First Dog’ seinen künftigen Repräsentationsaufgaben gewachsen sein. Ein Bullterrier wie Präsident Roosevelts Pete, der dem französischen Botschafter die Hose zerriss, hat offenkundig nicht das richtige Temperament.

Die Fachleute des AKC nahmen fünf Hunderassen in die engere Wahl. Nun sollen die Amerikaner ihren Favoriten für Familie Obama nennen. Zur Abstimmung auf www.presidentialpup.com stehen Zwergschnauzer und Pudel sowie die Rassen Irish Soft-Coated Wheaton Terrier und Bichon Frise.

Einen Monat nach dem zitierten Bericht kann der ‘American Kennel Club’ mit ersten Resultaten (