Tag Archive for 'hans-dichand'

Kulturhund - Oh my GOD | DOG



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HUNDSTAGE

dog paw-printDass dem KULTURHUND an in|ad|ae|qu|ater Stelle ein kategorialer Platz eingeräumt ist , ist bekannt , obgleich wir mit diesem kynosophischen kulturellen Kapital bewusst sparsam umgehen .

An diesem historischen Tag , da es aus unserer Küchenlampe regnet ( das zur Reinigung eines toten Rohrs im einem Druck von 60 Bar ins System gejagte Wasser hat sich seinen eigenen Weg gesucht ) , trifft uns eine Meldung der Wiener “Rathauskorrespondenz” sozusagen ins Zentrum jenes Organs , welches auf die Wahrnehmung des Absurden ( unbewusst ) akkulturiert worden ist .

Alles liesse sich nicht behaupten , unser Immunsystem sei nicht etwa bereits vorbereitend korrodiert gewesen durch die stetige Hunde- News- Zufuhr speziell seitens der Kulturabteilung der - Dahinter steckt immer ein kluger Kopf - Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Im Moment geht dort verbal und schlag zeilig seitig ziemlich viel “vor die Hunde” ( der Finanzmarkt ) , beziehungsweise kommt “auf die Hunde” ( Monsieur Sarkozy ) . Dies in den Hundstagen finanzpolitischer Überhitzung und rauchender Gehirne der Sanierer nur allzu verständlich .

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TOP DOGS

boxer pop art

( pic via Photofiddle flickr )

Auch der US- amerikanische Präsidentschaftswahlkampf trägt dazu das Seinige bei : Denn müssen die Kandidaten ihre “Menschlichkeit” speziell auch in der ( noch nicht olympischen ) Disziplin der TIERLIEBE beweisen . Wiewohl ideell der Pokal rechtmässig Österreichs NEUER KRONEN ZEITUNG gebührte , die die Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl 2008 in ein direktes Stechen sandte - und siehe , es war wohlgetan : In der Parteigeschichte zwar auf historischem Tief , doch immerhin , hat der Sozialdemokrat Faymann sich nicht nur in der TIERECKE der KRONE bereits VOR der Wahl als tierliebst erwiesen , sondern dann prompt auch in der humanen Realwahl das sogenannte Rennen gemacht .

Kolumnist Günter Traxler hat Hans Dichands Pre- Election ( “Wen würden Tiere wählen ?” ) im STANDARD ( 27. 9. 2008 ) trefflich zur Sprache gebracht : “Tiere wählen Faymann” lautet das lapidar gefasst Resultat .

Wen würden Tiere wählen ?‘ wurde am Donnerstag über eine Doppelseite die Frage aufgerollt, deren Beantwortung das Schicksal Wilhelm Molterers besiegeln wird. Denn was sollte das verantwortungsbewusste Tier schon wählen außer Werner Faymann ?

7 Kandidaten stellen sich den “Krone”-Tierschutzfragen, und das Ergebnis: Von 35 möglichen Punkten erhält der SPÖ-Kandidat nicht weniger als 33. Werner Faymann geht in dieser Fragerunde als eindeutiger Sieger hervor. Bleibt zu hoffen, dass er seine Versprechen auch wirklich einhält. ( … )

Van der Bellen und Jörg Haider schneiden mit 26 beziehungsweise 27 Punkten respektabel ab, es folgt der Fritz mit 23 Punkten, darunter liegen Strache und Heide Schmidt mit 21 und 19 Punkten.

Wahrhaft erschütternd aber der ÖVP-Kandidat. Mit nur sieben von 35 Punkten hat er sich auf dem Status eines Tierquälers etabliert: Kaum Punkte gesammelt hat Wilhelm Molterer. Warum verweigert die ÖVP nach wie vor jegliche Problemerkennung im Bereich des Tierschutzes ? Und nicht nur in diesem. Angesichts einer solchen Kaltschnäuzigkeit kann man nur bellen: Wauwau, es reicht !

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CANINE CANDIDATE

Aicher Otl Waldi Olympia 19

( Otl Aicher : Waldi , Olympia 1972 via flickr )

Dass man es da nicht nur als der mächtigen Lobby des Bauernbundes verpflichteter ÖVP- Chef schwer hat , in einem Land der Schnitzel- essenden Tierliebhaber die immanenten Interessenkonflikte niederzuringen , erweist das Beispiel der USA . Dort bevorzugen nämlich die deklarierten Tierfreunde den GOP- Kandidaten John McCain , während - die FAZ berichtet - tierfrei vegetierende Haushalte eher Barack Obama vorziehen :

42 Prozent würden für den Republikaner stimmen und nur 37 Prozent für Obama, ergab eine Befragung der Nachrichtenagentur Associated Press und des Internetportals Yahoo. Zwar führt Obama mit 48 Prozent deutlich vor McCain (34 Prozent), wenn Amerikaner befragt werden, die keine Vierbeiner haben. Aber mit 63 Prozent bilden Tierhaushalte nun einmal die Mehrheit. Nach Schätzungen des amerikanischen Verbands für Haustierprodukte halten die Amerikaner rund 88 Millionen Katzen und 75 Millionen Hunde, ganz zu schweigen von den zahlreichen Nagern, Vögeln und Zierfischen, die ihnen Gesellschaft leisten.

Aber Abhilfe naht :

Künftig soll auch Barack Obama Volksnähe demonstrieren. Das zeigt sich schon darin, dass er auf dem am Montag beginnenden Parteitag in Denver einen Eisenbahner aus Indiana, eine Mutter aus Iowa und einen Lastwagenfahrer aus Michigan auftreten lässt - sie sollen als ‘einfache Menschen aus dem Volk’ dabei helfen, den Präsidentschaftskandidaten als Anwalt der kleinen Leute zu präsentieren.

Und damit der Senator das von den Republikanern gezeichnete Bild eines abgehobenen Politikers pariert, springt ihm nun sogar der Amerikanische Rassehunde-Club (AKC) zur Seite. Er hat eine Vorauswahl möglicher Begleiter des möglichen mächtigsten Mannes Amerikas getroffen. Ganz einfach war das allerdings schon deshalb nicht, weil die Töchter des Präsidentschaftskandidaten allergisch gegen Hundehaare sind - deswegen sollte ein hypoallergenes Tier gewählt werden. Auch muss der potentielle ‘First Dog’ seinen künftigen Repräsentationsaufgaben gewachsen sein. Ein Bullterrier wie Präsident Roosevelts Pete, der dem französischen Botschafter die Hose zerriss, hat offenkundig nicht das richtige Temperament.

Die Fachleute des AKC nahmen fünf Hunderassen in die engere Wahl. Nun sollen die Amerikaner ihren Favoriten für Familie Obama nennen. Zur Abstimmung auf www.presidentialpup.com stehen Zwergschnauzer und Pudel sowie die Rassen Irish Soft-Coated Wheaton Terrier und Bichon Frise.

Einen Monat nach dem zitierten Bericht kann der ‘American Kennel Club’ mit ersten Resultaten ( “Cast Your Vote for a Canine Candidate” ) aufwarten : “Americans Elect Poodle as Obama’s Top Dog” .

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HUNDESETAUTOMAT UND -BADEPLATZ

dog little mama

( pic via pop art machine )

In Wien , wo mit rund 50.000 offiziell Gemeldeten 8,333 ( periodisch ) Prozent von Österreichs 600.000 Hunden lebt , gestaltet sich das holde Miteinander von Mensch und Tier mitunter als Konfliktfall : Speziell , wenn es um die Bespielung der - bekanntlich sehr begrenzten - Freizeitflächen geht . Naherholungsgebiete wie das artifiziell geschaffene Areal der Donauinsel können sich da durchaus zur stellvertretenden Kampfzone ausweiten zwischen den legitimen Interessen von Mensch und Tier - allerdings auch zu derjenigen der populistischen Strategien diverser Parteien .

Der eingangs angesprochene Bericht der “Rathauskorrespondenz” über eine Fragestunde im Wiener Gemeinderat sei hierfür als Beispiel zitiert . Nicht zuletzt aber auch als nennenswertes Dokument des administrativ Absurden - in der Sache ebenso wie in deren Sprache .

Wien (RK). Die Sitzung des Wiener Gemeinderates am Mittwoch wurde mit der Fragestunde eröffnet.

In Beantwortung der Ersten Anfrage von GR Anton Mahdalik (FPÖ), ob die Einrichtung von Hundeverbotszonen auf der Donauinsel zurückgenommen würde, sagte StRin. Mag. Ulli Sima (SPÖ) nein, weil die neuen Regelungen allgemein sehr gut angenommen worden seien. Sie habe mit den Bürgerinitiativen gute Gespräche geführt. Sie kündigte die Installierung eines Hundebadeplatzes an, weiters die Anbringung von Hundesetautomaten. Auch die Einrichtung des Grillmeisters hält sie für ausbaufähig. Sie gab Nutzungskonflikte auf der Donauinsel zu, diese werde es aber immer geben. Die derzeitig Lösung halte sie aber für einen zufriedenstellenden Kompromiss.

“Was aber” , wird der Laie fragen , “ist ein HUNDESETAUTOMAT ?” - Die Antwort Wiens - Stadt der Dichter , Stadt der Musik - lautet in künstlerisch durchformter Reimweise : “Nimm ein Sackerl für mein Gackerl !

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Keine Konflikte , keine Querelen . Sondern apartes Schwappen zwischen Jazz , Dub und auch einigen straighten Laufmetern : “Mumbai” , die erste czz-hoerempfehlungSolo- auflegware des aus Uruguays Electronica- Szene in europäische Gefilde klingenden Nicolas Ovalle ( MySpace ) besticht durch entspanntes Zusammenspiel von akustischen und automatischen Instrumenten : Xylophon und Drumcomputer , Sax und Sequenzer . Das hat Tempo , das hat Witz . Und Stil . Ist pfiffige Performance und perfekte Performanz . Da capo , auflegware ! - CLICK LINK TO OPEN PLAYER AND LISTEN .

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Montagsmodell : Bis morgen BIG BROTHER AWARDS nominieren



||| NOT GETAN | TRICKY | BIG BROTHER AWARDS | EINBRINGEN | KLANGAPPARAT | LINKS | RELATED

NOT GETAN

surveillance_camera_copyright_christiane_zintzenNachdem wir uns in|ad|ae|qu|at in minimalster Form nur als biographisches Wesen gerieren - mit als Ausnahme den multiplem repositorischen Multiples Abspaltungen von echt | welt | texten bzw. | on the road | , aber beide liegen sozusagen auf Aller Welts Weg - , wollen wir im heutigen Montagsmodell weder von etwelchen blogistischen Arbeitsjournalen künden ( Kategorie “Getting Things NOT Done” : zum Beispiel eine ganze Reihe der über die vergangenen eineinhalb Jahre im Netz gewonnenen Freunde visitieren ) , noch den fälligen BELLE Lettristischen Nötigungen erliegen .

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TRICKY

Dessenungeachtet notieren wir den in wochenendlicher Steuerbilanz über die zurückliegenden beiden Quartale aufgestauten Leidensdruck sowie dessen hoch befriedigende Triebabfuhr angehörs von Trickys Neuem Album “Knowle West Boy ” .

Dass sich die fünf Jahre Konzentrationszeit seit “Vulnerable” gelohnt haben , und WIE geschickt einige der psychotischen Ambiancen der epochalen “Mezzanine“- CD ( 1998 ! ) wiederaufgegriffen werden und im veränderten Energiefeld die Erinnerung ins Neuland führen , mag dazu angetan sein , jedem WERK- Tätigen ein paar Takte Mut einzuflössen . Dem allfälligen Radiokunst- Hörenden ins Stammbuch geschrieben : Sensationelles Mastering der einzelnen wie auch der duett- gesetzten Stimme in Kompresssion , Timing , Panorama .

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BIG BROTHER AWARDS

surveillance_camera_copyright_christiane_zintzenDen dem Paranoid- Getriebenen zuneigenden Soundscapes zollen wir mit dem montäglichen Klangapparat Referenz , welcher wiederum als Verstärker dienen mag zu jener Meldung , welche wohl jedem Netz- WERKenden am heutigen Tage zu Gebote steht : Der “LAST CALL” zur Nominierung der BIG BROTHER AWARDS DEUTSCHLAND ist auszugeben .

Der international seit 1998 bestehende , im Jahr 2000 vom Verein FoeBuD e.V. in den deutschsprachigen Raum überführte “Oskar für Datenkraken” wird seither alljährlich

an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen .

Ausschreibung , Publikumsbeteiligung und Preisverleihungsgala werden gross inszeniert , “um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern – sie sollen missbräuchlichen Umgang mit Technik und Informationen zeigen” .

Eine Jury bestehend aus Menschenrechtlern, Computerexperten, Daten- und Verbraucherschützern wählt aus den Vorschlägen die fleißigsten und bösartigsten “Datenkraken” des Jahres aus. Organisiert und getragen wird die Aktion durch FoeBuD, Chaos Computer Club, Deutsche Vereinigung für Datenschutz, Humanistische Union, FIfF, FITUG und der Internationalen Liga für Menschenrechte.

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EINBRINGEN

surveillance_camera_copyright_christiane_zintzenMan inspiriere sich kurz an den deutschen bzw. österreichischen Preis- Trägern ( sollte man in Analogie zum Leid nicht eher “-Tragenden” sagen ? ) des Jahres 2007 und greife beherzt zum Online- Formular . In alter - vielleicht sogar obsoleter - Erinnerung an sämtliche Variationen der tradierten Bauernregel , dass “Demokratie machbar , Herr Nachbar” sei . Frau Nachbarin hat sicher bereits ihre Stimme ( nota bene nicht : “abgegeben” wie in der österreichischen Kronokratie ) eingebracht . Na eben : wie der Bauer vor dem Regen das Heu .

P. S. Einsendeschluss der Nominierungen für den österreichischen Big Brother Award 2008 ist generell der 25. September , eine akute ‘Volkswahl’ abseits der Jury ist jedoch bis zum Mittag der Nationalfeiertags- Vorabend- Gala - - also 25. Oktober 2008 , 12:00 Uhr - - möglich .

EDIT 18. 7. :

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KLANGAPPARAT

Obwohl wir starke Vorbehalte gegen Sampler und V / A- Alben wenig verhehlen , haben wir uns von der sogenannten ARTWORK einer intoxik- EP czz-hoerempfehlungverleiten lassen , das Vorurteil gegenüber dem Polymorph- Diversen fahren zu lassen und uns auf die “Various Gauvial“- EP ein . Na , wer sagt’s denn : Dunkle Pulse zwischen Dusk and Dawn , insistierende SoundNeuRosen paranoider Parallelwelten . Vier Künstler , vier dynamische Dystopien - durchaus Raum aber zum - wie immer auch - Hinsinken . Von Maschinisten , die da Minorscene , Schniner , Dusty oder Ralf Odermann heissen . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Minorscene : PORTA CANTO ( 8:51 ) | 02. Schniner : POTO POTO ( 6:03 ) | 03. Ralf Odermann : ANOTHER PLANET ( 8:48 ) | 04. Dusty : INEVOLUZIONE ( 7:41 ) |||

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LINKS

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RELATED

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Gemeinplätze , Commonplaces der Blogosphäre 01 : DICHANDS DOUBLE . Ein Witz



||| DER ALTE | ZIELGRUPPEN | BILD- UNG UND UNTERHALTUNG | MEDIAL REPRODUZIERTES RESSENTIMENT | RÜCKBLICK : DIEKRONE VOR GERICHT | GEGENWART : KRONE- BLOG | NUN WIEDER : SATIRE | DICHAND VS “DICHAND” | FIN DE PARTIE | ICH- POLITIK | REALEXISIEREND : DADA | KLANGAPPARAT | LINKS

DER ALTE

personalisiert_copyright_inadaequatWar einmal ein Medienzar . Gab sich als Volkes Stimme . War der Medienzar auch im 87. Jahr seines Erdenlebens ( noch ) nicht müde , mit der Zeit zu gehen . Hans Dichand , Macher und Machtmann der eminent Reichweiten- breit meinungs”bildenden” KRONEN- ZEITUNG ( 43,8 % = 3.031.000 Leser ) ging vor Monatsfrist unter Klarnamen ins Netz : HANS DICHAND BLOGGT setzte zu Recht auf den Namen als Marke für markige Ansagen und leserfreundlich formuliertes Ressentiment . Wir berichteten . |||

ZIELGRUPPEN

personalisiert_copyright_inadaequatWir berichteten , weil wir - ganz den Absichten des Newbie- Bloggers entsprechend - zu jenem Teil des Zielpublikums zählen , das draussen im Offline- ( aka Echtwelt- ) Leben nie eine NEUE KRONEN ZEITUNG anrühren würde . Wozu auch ? - Das decouvrierende Zitieren aus dem Printmedium originär österreichischer Obstipation ist längst zum Genre geworden und findet seine regelmässigen (W) Orte in den Media- Watch- Glossen des Falter ( Armin Turnher ) und Standard ( Günter Traxler ) . |||

BILD-UNG UND UNTERHALTUNG

personalisiert_copyright_inadaequatDer reichweitenstarke Erfolg eines Media- Watchblogs wie des deutschen BILDblogs legt den ketzerischen Gedanken nahe , dass sich die ca. 50.000 Leser pro Tag eventuell nicht nur aus Repräsentanten der ( seit Enzensberger und Wallraff medienskeptischen ) kritischen Intelligenz herzählen , sondern auch aus einem Gutteil neugierig erregungsfreudiger Leute , die den täglichen Wahn- BILD- Sinn als Form von trashiger Unterhaltung goutieren .

Analog dazu zählt das Ausstellen von KRONEN- ZEITUNGs- Zitaten - speziell aus den unter CATO rubrizierten Herausgeberglossen - heute längst zum stehenden Unterhaltungs- Repertoire für ein urbanes , mittelständisches und sich aufgeklärt gebenden Publikum . Zwischen Gänsefüsschen gesetzt , bleibt die Aggressivität des “MIR SAN MIR”- Unterbauch- Patriotismus wie ein Raubtier in einen Käfig gesperrt . Wir gucken hin , ein grausiger Schauder läuft uns den KIESER- trainierten Rücken : “Wie tief und fies man hier doch darauf sinnt , die Restintelligenz unserer lieben Mitmenschen zu manipulieren !” |||

MEDIAL REPRODUZIERTES RESSENTIMENT

personalisiert_copyright_inadaequatDas ist Schöne am medial reproduzierten Ressentiment : Es lässt sich - sei es in der spontanen Zustimmung , sei es als Bestätgung unserer um ein Medien- Ethos besorgten Erwartungen - von beiden Seiten geniessen . Also mag auch die sogenannt kritische Lektüre durchaus davon angetan sein , einige voyeuristische Freuden als Reibbeiwerte mitzunehmen .

Als wäre die KRONE in diesem dialektischen Prozess nicht ohnehin geradezu exhibitionistisch am täglichen Werk permanenter Selbst- Persiflage , reagierte die wahre “krone.at” mit harscher Klage auf Nikolaus Formaleks im Februar 2000 registriertes Online- Mag “diekrone.at” ( “Das satirische Medium für den kleinformatigen Geist” ) . |||

RÜCKBLICK : DIEKRONE VOR GERICHT

personalisiert_copyright_inadaequatAls Namensrechts- und Domainverletzung kriegte man den unliebigen Trittbrettfahrer bald mit Richt- und Schiedsspruch unter ( diekrone.at - OGH, Beschluss vom 22.3.2001, 4 Ob 32/01m ) :

Vergleicht man die Internet-Domains “krone.at” und “diekrone.at”, so könne die Beisetzung des (bestimmten) Artikels keine Unterscheidbarkeit begründen. Wer die Internet-Domain anwählt, erkennt noch nicht, dass es sich um eine Parodie handelt, die unter “diekrone.at” angeboten wird. Selbst bei Kenntnis der unter “diekrone.at” angebotenen Inhalte ist für das Publikum keineswegs klar, dass die “DieKrone.at” in keiner Verbindung mit den Klägerinnen und den von ihnen angebotenen Waren- oder Dienstleistungen steht.

Die inkriminierten Handlungen sind auch nicht durch eine Parodie zu rechtfertigen. Zu Zwecken der Parodie wäre es nicht erforderlich gewesen, die Bezeichnung “Krone“ zu übernehmen und selbst zu verwenden. Für eine Parodie ist es auch nicht erforderlich, eine Internet-Domain, die dem parodierten Zeitungstitel verwechselbar ähnlich ist, zu verwenden. Die Beklagten hätten auf die Parodie auch in anderer Weise hinweisen können. Auch war es nicht notwendig, die Bezeichnung “Krone” in den Titel des Internet-Mediums aufzunehmen. Die Parodie rechtfertigt somit nicht die Übernahme des kennzeichnenden Titels und der Marken der periodischen Druckschrift Neue Kornen Zeitung.

Die Folge : Einrichtung von www.dieklone.at , mittlerweile längst nicht mehr auffindbar . |||

GEGENWART : KRONE- BLOG

personalisiert_copyright_inadaequatSeit 2006 gibt es Erika Gutjahrs regelmäsiges KRONE-BLOG , dessen Setting sehr schön offenliegt : Keine Satire , allerdings auch keine österreichisches Variante des BILDBLOG :

Ist der “Krone-Blog” mit dem “Bildblog” vergleichbar ?

Nein. Im “Bildblog” geht es vor allem um das Aufdecken von journalistischen Ungereimtheiten. Im “Krone-Blog” hingegen um die oft haarsträubenden Meinungen von Krone- Journalisten und Krone- Leserbriefschreibern . Die “Kronen Zeitung” schafft es somit, Vorurteile zu “Wahrheiten” werden zu lassen. Denn immerhin “Man glaubt es, wenn es in der KRONE steht”.

Der O- Ton übertrifft - wie man im folgenden Zitatposting “Dichand , der das Herz am rechten Fleck hat … ” entnimmt , auch die kühnsten Flüge etwa satirischer Phantasie :

Heinz Vielgrader, “Kronen Zeitung” vom 1. 12. 2007 Seite 26 :

“(…) Großes Lob für Dichand Man muss der “Krone” und ihrem Herausgeber, Hans Dichand, ein großes Lob für ihre gerechte und unabhängige Berichterstattung aussprechen. Herr Dichand, der das Ohr am Volk hat und sich die Sorgen der Bürger in “Das freie Wort” anhört, der immer für unsere Heimat und seine Bräuche eintritt, und der sich für den Tierschutz und für arme Menschen einsetzt. Herr Dichand hat das Herz, wie man im Volksmund sagt, auf dem rechten Fleck. Gott sei Dank haben wir eine starke Tageszeitung, die uns auf die Gefahren der “neuen EU-Verfassung” hinweist, wo wir nach Unterzeichnung keine Möglichkeit für ein Veto gegen Gentechnik, gegen Afrikaeinsätze oder gegen den EU-Einheitsbrei (das Austria-Gütezeichen soll durch die EU abgeschafft werden!) haben werden. Liebe “Krone”, werter Herr Dichand, kämpfen Sie weiter für ein freies, neutrales Österreich !” |||

NUN WIEDER : SATIRE

personalisiert_copyright_inadaequatInzwischen ist die Satire - von Beginn an als solche ausgewiesen - dem meinungsbildenden Dampfhammer auf dem Blogfusse gefolgt , um gerade mal 10 Tage nach Start von HANS DICHAND BLOGGT mit einer Parallelaktion AUS ÖSTERREICHISCHER SICHT ( Gedanken zu den Ereignissen in unserem schönen Land ) gleichzuziehen . Dabei bestand der erste Clou in zarter Anwendung des Typosquatting bzw. der Side- Click - Verführung : Firmierte der ECHTE Hans Dichand @ www.krone.at , lief der FALSCHE CATO unter hansdichand.blogspot.com vom Stapel .

Clou zwei bestand in der Taktik , sofort mit einem Alarm hinsichtlich der Existenz einer FÄLSCHUNG loszuschlagen . Beste HALTET- DEN- DIEB- Strategie also , verkreuzt mit der negativen Selbstreferenz von ALLE KRETER LÜGEN :

Mit großer Sorge musste ich beobachten, dass unlängst ein so genanntes “Blog” gestartet wurde, in dem Behauptungen in meinem Namen ausgesprochen werden. Dem treuen Leser meiner bescheidenen Beiträge ist natürlich sofort klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelt.

Niemals würde ich mir anmaßen, unter dem Titel “Hans Dichand bloggt” Texte zu veröffentlichen. In keinem Fall bin ich an einem Kult um meine Person interessiert. Mein erstes und oberstes Interesse galt und gilt immer meinem geliebten Österreich, und der Bevölkerung dieses herrlichen Landes will ich durch meine Einträge Gehör verschaffen . |||

DICHAND VS “DICHAND”

personalisiert_copyright_inadaequatIn der Folge ging es nun drei schöne Wöchelchen im Reissverschluss- Verfahren hin und her , zwischen ECHT FALSCH und ECHT ECHT , schwacher Studenten- Satire und knappem Knurren des Elder Statesman . “Kaum habe ich als Blogger begonnen” , bekennt der ECHTE ECHTE unter dem Titel Der Fälscher am 1. 12. ,

taucht plötzlich ein Unbekannter auf, der sich auch Hans Dichand nennt und mit einem Foto von mir im Internet erscheint. Ich werde natürlich sofort versuchen, diesen Fälscher zu überführen.

DER FALSCHE repliziert mit einer Paraphrase auf die ehedem berüchtigten Wolf- Martin- Vierzeiler in der KRONE , In das “Web” gereimt ( 2. 12. )

Was soll ich zu dieser Frechheit sagen,
ein solches Falsifikat zu wagen?
Ein Fälscher hinterlässt auch seine Spur
und landet schließlich bei der Müllabfuhr!

Günter Traxler , der das Blog des ECHTEN via Standard ja überhaupt erst einer urban- liberalen Klientel nahe brachte , zittert theatralisch vor dem biblischen Zorn des ECHTEN : Ich bin’s nicht ! ( Der Standard , 4. 12. ) . Letzterer ( ECHT ) gibt am Folgetag ein Statement über Original und Fälschung zu Protokoll :

Wie unsere Leser wissen, schreibe ich als Herausgeber der „Kronen Zeitung“ hier zu Themen, die ich für interessant genug halte, um sie zur Diskussion zu stellen. Nun ist das Seltsame geschehen, nämlich dass Leute aufgetreten sind, die mit Foto und Name so getan haben, als seien sie Hans Dichand. Das ist natürlich nicht erlaubt. So werde ich versuchen, diese Fälscher auszuforschen und zu zwingen, mit dieser – wie ich glaube – einmaligen verbotenen Handlung aufzuhören. Bis dahin meine ich, müsste echt und falsch eigentlich ohnehin zu unterscheiden sein …

Ja , und eigentlich war es das auch schon gewesen . Der FALSCHE Fuffziger kriegt nun doch Bammel vor der anwaltlichen Macht der KRONE , witzelt noch ein bisschen über den neuen Wissenstrieb ( “ausforschen” ) in der KRONE ( 4. 12. ) und gibt nach ein paar leeren Kilometern am 13. 12. via APA den Termin einer ECHT ENTFÄLSCHTEN Pressekonferenz bekannt . [ Click Pic to Read ] |||

APA OTS PK Falscher Hans Dichand 07 12 13

FIN DE PARTIE

Rapportiert wird das zunächst spielerisch intendierte “nur ein Witz”- Projekt des 25- Jährigen :

Wirklich witzig sei es nur ganz am Anfang gewesen, erzählt Philipp Drössler. Um vier Uhr früh scherzen er und ein paar Freunde über Hans Dichands neuen Medienblog. Während die anderen scherzen, setzt sich Drössler zum Computer und beginnt zu schreiben. Zwanzig Minuten später stellen sie den ersten gefälschten Hans-Dichand-Blog online. ( … ) Wozu dann das Ganze ? Dichand vertrete drei Millionen Österreicher täglich, meint Drössler. “Ich wollte ein paar Wochen für die anderen fünf Millionen sprechen.”

Das Resumée ist publiziert , hansdichand.blogspot.com schliesst mit einem peniblen Medien- Coverage- Verzeichnis.

Die Pressekonferenz heute war ein Erfolg, der Gugelhupf wurde genussvoll von den Gästen vertilgt und mit freundlicher Berichterstattung belohnt.

Zum Schluss wird es dann - quasi im Abspann des Abspanns - richtig gemütlich :

Ich möchte noch mal allen Menschen, die mich unterstützt haben danken, speziell meinen Kommentatoren, Korrekturlesern, Beratern und Fanpostschreibern. An die, die sich dem Verdacht erwehren mussten, ich zu sein, und die, die von der Wahrheit gewusst, aber geschwiegen haben, geht ein massives “Respect!”, wie die jungen Leute sagen.

An all die kleinen Neider und Käppler, die sich jetzt in den Foren des weiten Internets überschlagen und ganz klar wissen, dass das ja keine Kunst ist, und das kann ja jeder, und überhaupt: Ihr habt es nicht verstanden. Aber nur zu, macht es besser, ich freu mich :)

Und zum Schluss muss und will ich natürlich auch dem echten Herrn Dichand danken, ohne dessen Hinweise auf meine Existenz in der Kronenzeitung und auf blog.krone.at dieses Projekt natürlich nie funktioniert hätte. Das Angebot auf den Gugelhupf steht ! |||

ICH- POLITIK

personalisiert_copyright_inadaequatEnde gut , alles gut ? - Für in|ad|ae|qu|at insoferne eine schöne Geschichte , als sie die gestern von Herbert und Otto hinterlassenen Kommentare illustriert :

das gieren des individuums strebt damit nicht mehr nach den warhol’schen 15 minuten oder den mtv’schen 15 sekunden n, sondern nach dem kurzen verweilen im ranking der ersten 15 suchergebnisse, dem auffinden der eigen-heit in den ersten 15 toptags auf technorati .

Und genau DAS hat ja der ECHTE FALSCHE bei seiner Pressekonferenz gesagt : “Ich wollte ein paar Wochen für die anderen fünf Millionen sprechen.” |||

REALEXISIEREND : DADA

personalisiert_copyright_inadaequatDer echte HANS DICHAND BLOGGT indes fort , ignoriert erstmal den Zwischenfall und macht sich am heutigen Tage sehr befremdliche Gedanken über Drehtüren , Ungarn , den mitten in Paris betenden Gaddafi und seinen Gastgeber Sarko . Der wahre DADA ist DA . |||

KLANGAPPARAT

Zur Beruhigung und quasi als akustischen Guglhupf gibt’s eine feine Release vom Oktober - von einigen Zeitgenossen unter die besten Netveröffentlichungen des Jahre 07 gereiht . William Fields heisst der guteczz hörempfehlung Mann , der - geboren 1977 - seit Jahr und Tag ostküstenseitig bis mittelwestlich Clubs , Festivals oder auch mal ein MIT- Event beschallt . Dass er stylistically , wie es heisst , über einen broad range in Sachen Elektronica verfügt : Nehmen wir diese Phrase als das , was sie ist - nämlich LEER - und wenden uns Fields’ wesentlich erfreulicheren akustischen Gestaltungen zu . Zuletzt also die 5- track EP The Ruby-Leif beim Netlabel Kikapu : Warme , organische Valenzen , gruppiert um gelassene , indes energetisch gut unterfeuerte Pulse : Eine Musik , die von der Handhabung spricht und vom Körper , durchkomponiert und ohne aufdringlichen Anspruch nach Originalität . Die Klangfarbe könnte mitunter an die Boards of Canada erinnern … Aber man höre doch besser selbst . CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. Sunwire | 02. Hakea | 03. Umber | 04. Cairn | 05. The Ruby-Leif |||

LINKS

Neue Kronen Zeitung , Wahrheit und Parodie

Dichand vs “Dichand” - Eine Chronologie