Tag Archives: Hanser-Verlag

NEUES VON FREUNDEN



||| DOUBLE FEATURE ILIJA TROJANOW | GRUPPENAUSSTELLUNG “LIFELONG LEARNING ( ITERATION II , KNOWLEDGE )” | PETER HENISCH : SOLO BRAVISSIMO | “20 JAHRE EDITION SPLITTER” : HANDICAP | KLANGAPPARAT

Proto Steinberg Double

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czz-neuesvonfreunden

DOUBLE FEATURE ILIJA TROJANOW

Das Literarische Quartier Alte Schmiede startet die Saison 11/12 am Montag , 5. 9. mit einem Spitzentitel des Hanser- Verlags : “EisTau” , des Weltensammlers Roman über einen Glaziologen , der zusehen muss , wie “sein” alpiner Gletscher unaufhaltsam schmilzt , verschlägt es der Liebe zum Eise wegen in die Antarktis , wo er cum grano salis eine ähnliche Situation antrifft . Im Gespräch mit dem Klimaforscher Reinhard Böhm und dem Literaturredakteur Stefan Gmünder ( Standard Album ) kommen – zur Vorbereitung des “eigentlichen” Saisonstarts kurze Lesestücke und Fragen des Verhältnisses von Naturwissenschaft und Literatur zu Wort .

Selbes Buch , selber Autor und ein jazziger Auftrittsort : Am Dienstag kommt im nahegelegenen Jazzclub “Porgy & Bess” in Lesung und musikalischer Aufführung die Romansuite “Eistau” noch einmal zu Gehör : Der südafrikanische Komponist ( für den Trojanow schon ein Libretto verfasst hat ) Hans Huyssen transferiert mit seinem Münchner Ensemble “così facciamo” die Romansuite ins Musikalische , was angesichts der Spezialisierung des Ensembles auf historische Aufführungspraxis im Hinblick auf alte , aber auch auf adäquate Interpretation von Neuer Musik interessant sein könnte. ( Hier noch einmal das Lineup für eine ähnliche Veranstaltung am 7. 9. in Berlin ) .

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GRUPPENAUSSTELLUNG “LIFELONG LEARNING ( ITERATION II , KNOWLEDGE )”

Bildung, Erziehung oder einfach nur Lernen – der Erwerb und die Weitergabe von Wissen werden stets auf verschiedenen Ebenen durch Macht strukturiert. Einerseits wirkt diese mittels Ein- und Ausschlussmechanismen direkt auf gelernte wie auf zu lernende Inhalte, andererseits wirken Machtverhältnisse auch auf die Art und Weise, wie Wissen vermittelt wird. Der Begriff “Lernen” ist in diesem Zusammenhang nicht nur im einschränkenden Sinn von Vermittlung schulischen Wissens zu verstehen, sondern als weitaus offeneres und sich permanent wiederholendes Trainieren von subjektiven Lebensrealitäten.

Die Ausstellung Lebenslanges Lernen (Wiederholung II, Wissen) zeigt acht Positionen zeitgenössischer Kunst, die das Konzept des “Lebenslangen Lernens” auf seine Machtverhältnisse hin überprüft. Ausgehend von der Idee einer Endlosschleife aus kommunikativen, medialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen richten die Arbeiten den Blick sowohl auf die Funktion der Sprache im Bildungsprozess als auch auf die performative Dimension von Wissensvermittlung und -aneignung. Ökonomische und gesellschaftspolitisch relevante Parameter wie Wettbewerbsfähigkeit, Anpassungskompetenz und biografische Planungsfreiheit werden ebenso beleuchtet wie das soziale Engagement von Individuen. In einer kulturenübergreifenden Netz- und Wissensgesellschaft steht das Schlagwort “Lebenslanges Lernen” nicht länger für einen den Bildungsinstitutionen unterworfenen Aspekt der Erziehung, sondern ist zum Hauptkriterium für die Versorgung gesellschaftlicher Ressourcen geworden.

Mit Werken von Gerhard Dirmoser , Daniel Hafner , Kathi Hofer , Jochen Höller , Michael Kargl , Santiago Sierra , Karo Szmit und Anna Witt , kuratiert von Birgit Rinagl und Franz Thalmair.

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PETER HENISCH : SOLO BRAVISSIMO

Auch der grosse und dabei immer sympathische Melancholiker Peter Henisch kommt innerhalb des Schmiede- Veranstaltungsprogramms ausserhäusig zu Wort : Wie fast alle seiner Romane ist auch “Grosses Finale für Novak” ( Residenz Verlag ) eine Geschichte der potenziellen Erlösungen , diesmal im realen und symbolischen Raum der grand opéra .

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“20 JAHRE EDITION SPLITTER” : HANDICAP

Die kleine , aber unermüdliche Edition Splitter feiert ihr 20jähriges Bestehen . Das kürzlich liebevoll von 3sat portraitierte Mini- Verlagshaus mit angeschlossener Galerie geht absichtlich nicht mit einem “Jubelbuch” in seine dritte Dekade ; vielmehr offenbart die Anthologie “Handicap -Schicksal & Chance” Problembewusstsein dem vermeintlich Kleinen und Schwachen gegenüber . Mit Lesungen der namhaftesten Beiträger|innen wie Friederike Mayröcker und Gerhard Rühm sowie einer musikalischen Performance von Sigi Finkel ( u. a. ) wird der Jubiläumsband am Freitag in der Hauptbücherei am Gürtel präsentiert . Dass die umtriebige Verlegerin Batya Horn moderiert , versteht sich .

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KLANGAPPARAT

Selbstredend viel zu kurz ist der groovige Montagsgruss czz-hoerempfehlungvon Rodney Hunter , der sich seit den 80er Jahren wirkungsreich in der Wiener Musikszene umtut , und etwa mit Werner Geier aka Demon Flowers das uptight- Musiklabel gegründet hat. Heute gibt’s einen aktuellen Groove aus dem G-Stone- Reservoir , dessen karge fünf Minuten man lediglich durch “replay” und “relpay” und “replay” verlängern kann -

Rodney Hunter – Work That Body by piece together music
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NEUES VON FREUNDEN

||| GRUNDBÜCHER UPDATE | MANCHE MÖGEN’S WILDER | CZERNIN NOVITÄTEN : LISA SPALT , MICHAEL STAVARIC | MUSTER VON LEBEN : NEUES VON BRIGITTA FALKNER , THOMAS BALLHAUSEN , HERBERT J. WIMMER | LINZER NOTATE | GRAZ , FESTVAL ELEVATE : LISA SPALT , OTTO VON SCHIRACH | KLANGAPPARAT

Brigitta Falkner : Populäre Panoramen
Klever Verlag 2010 | Video

GRUNDBÜCHER UPDATE

Michael Braun musste seine Teilnahme an dem für 18.10.2010 geplanten Grundbuchabend zu Franz Josef Czernins “Elemente . Sonette” krankheitsbedingt absagen . Die Veranstaltung wird auf 2. 2. 2011 , Alte Schmiede , 19 H verlegt .

czz-neuesvonfreundenIn der von Klaus Kastberger betreuten löblichen Reihe “Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945″ präsentiert der Literaturwissenschafter Michael Braun ( Heidelberg ) Franz Josef CzerninsElemente . Sonette” ( Hanser 2002 ) im Gespräch mit dem Autor . Selbstredend liest Czernin aus dem solcherart kanonisierten Werk .

Wasser, Feuer, Erde, Luft – die Urprinzipien der Welt. Vier Elemente, aus denen jedes Sein besteht. Franz Josef Czernin macht diese mythischen Urkategorien der Elemente nicht nur zum Thema seines Sonettenzyklus, sie prägen die Gedichte auch in ihrer Form. Die Sprache ist von Element-Metaphern wie „ganz Feuer und Flamme“ oder „Du bist Luft für mich“ durchsetzt und weist mit ihrer Bildhaftigkeit darauf hin, wie tief die Elemente in die Natur der Sprache reichen.

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MANCHE MÖGEN’S WILDER

Hinter dem sprachspielerischen Titel “Manche mögen’s Wilder” präsentieren die Österreichische Exilbibliothek in Kooperation mit Synema ( Gesellschaft für Film und Medien ) einen mit Filmbeispielen nicht geizenden Vortrag des Wilder- Spezialisten Gert Gmünden . Gmünden ist Professor am Dartmouth College ( USA ) und Autor der 2006 erschienen Monographie “Filmemacher mit Akzent . Billy Wilder in Hollywood ” .

Billy Wilders Karriere wurde durch das Wien des Fin de Siècle und das Berlin der Weimarer Republik ebenso geprägt wie durch die Erfahrung von Vertreibung und Exil. Filmklassiker wie Sunset Boulevard, Some Like It Hot oder Apartment gehören in das Pantheon des US-amerikanischen Kinos, bezeugen aber auch eine entschieden europäische Dimension. Mit seinen von Wiener Dekadenz, jüdischem Humor, Berliner Schnauze durchsetzten Drehbüchern und Filmen hat Wilder ein unverwechselbares Idiom geschaffen.

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CZERNIN NOVITÄTEN : LISA SPALT , MICHAEL STAVARIC

czz-neuesvonfreundenSchwer konfliktreich gestaltet sich der Entscheidungsnotstand am Dienstag Abend , da “Salon“- Autorin Lisa Spalt in der Buchhandlung phil das lange unter dem Arbeitstitel “TULPEN” geführte Prosaexperiment nun unter dem Titel “Blüten . Ein Gebrauchsgegenstand ” präsentiert , gleichzeitig allerdings in der Alten Schmiede Novitäten der “Salon”- Kollegen , herbert j. wimmer und Thomas Ballhausen vorgestellt werden .

Mit “Blüten ” erweist sich Lisa Spalt erneut als eine der profiliertesten Schriftstellerinnen ihrer Generation. Kompromisslos poetisch schreibt die Autorin über Wert und Verwertung der Natur, über das Ansteckende der Schönheit und ihre bisweilen krankhaften Auswüchse am Beispiel der holländischen Tulpenmanie zu Beginn des 17. Jahrhunderts …
Plötzlich wurden Tulpenzwiebeln statt Aktien gehandelt, Laien riskierten an Tulpenbörsen, die in den Hinterzimmern von Wirtshäusern eingerichtet worden waren, ihr Hab und Gut. Diese historisch verbürgte Begebenheit bildet den Ausgangspunkt von Lisa Spalts literarischem Parforceritt durch die Kulturgeschichte. Ein Sprachexperiment, das in der Gegenwartsliteratur seinesgleichen sucht. (Verlag)

Als zweite Novität im Czernin- Programm stellt Michael Stavarič seine Prosastücke “Dejà-vu mit Pocahontas | Raritan River” vor .

Stavarič, der neben anderen Veröffentlichungen im Frühjahr 2011 seinen fünften Roman publiziert und damit einer der produktivsten Autoren der jüngeren Generation ist, beweist mit diesen kleinen Meisterstücken einmal mehr, dass literarischer Mut unterhaltsam sein kann. In “Déjà-vu mit Pocahontas” begibt sich der Erzähler auf eine Lesereise. Die Züge, die ihn in Deutschland an sein Ziel bringen, verheißen einiges: Erkenntnis und ein amüsantes Stelldichein mit der modernen Pocahontas. Geschickt bedient sich Stavaric Arno Schmidt’scher Sprache und Topoi, um dann den Leser auf ganz andere Spuren zu lenken. “Raritan River“ wiederum spielt auf amerikanischem Boden, der Erzähler folgt einem Fluss und seinen dazugehörigen Ortschaften, einst tiefstes Indianerland. Dabei entsteht ein literarischer “Roadmoviereport“ – Überliefertes, Geschichtliches und Alltägliches vermengt sich zu absurden Szenerien. (Verlag)

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MUSTER VON LEBEN : NEUES VON BRIGITTA FALKNER , THOMAS BALLHAUSEN , HERBERT J. WIMMER

czz-neuesvonfreunden“Muster von Leben” lautet das Motto , unter welchem drei wichtige Neuerscheinungen figurieren : “soziales Verhalten erforschen , analysieren , interpretieren und hervorbringen” . Man muss den intrikaten Titel dieser dichten Novitäten- Präsentation nicht unbedingt verstehen , um die Lesungen von herbert j. wimmer ( Ganze Teile . 101 Gedichte – Klever 2010 ) , Thomas Ballhausen ( Bewegungsmelder . Prosa – Haymon 2010 ) sowie die teilweise im “Salon” ausgestellte AV- Präsentation von Brigitta Falkner ( Populäre Panoramen , Texte und Bilder – Klever 2010 ) zu geniessen .

Herbert Wimmer legt “Gedichte aller Art“ vor: Wortschöpfungskaskaden, Listengedichte, Montagen, Essaygedichte, Minimalistisches, Kritisches: Schreiben und Leben in städtischen Verdichtungsräumen. Dazwischen Gedichte der Trauer um die Freundin Elfriede Gerstl, Reflexionen über Glück und Verlust, über Gedächtnis und Sprache.

Thomas Ballhausen verbindet Elemente suggestiven Erzählens, sinnlicher Beschreibung und distanzierter begrifflicher Analyse zu einem über mehrere Ebenen gespannten Erzählstil.

In Brigitta Falkners “Populäre Panoramen” geht es u. a. um eine Bahnfahrt und sich anbahnende Beziehungen zwischen Reisenden, ein schon in russischen Romanen beliebtes Thema. Aber diese Realität der Bahnfahrt eröffnet nicht nur ein ständig wechselndes Innen und Aussen, Zufallsfahrgäste und mögliche Gefahrenmomente, sie ist an sich vielschichtig, denn sie besteht aus dem gesamten Hyperkubus menschlichen Wissens, der hier zwanglos zwanghaft eine anatomische Beschreibung der Gesichtsmuskulatur beim Lippennachziehen ebenso einbezieht wie er die Frage nach der Spurweite der Bahn auf die römischen Pferdefuhrwerke zurückführt, die sich in der Normierung des Spaceshuttle-Transportsystems wiederfindet. ( … ) Dieses Geschehen spielt natürlich nicht in einem gleichartig strukturierten euklidischen Erzählraum, hier geht es holterdipolter von Domäne zu Domäne, Mikrokosmos und Makrokosmos schieben sich in und übereinander, freudianischer Witz grinst obszön dazwischen. In den “Populären Panoramen“ formiert sich ein Stück Literatur, extrem zeitgemäss, sprachorientiert, witzig und kombiniert mit sehr klaren surrealen Illustrationen aus Brigitta Falkners Bilderwerkstatt.

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LINZER NOTATE

Unter der bewährten Trademark “Linzer Notate” fungiert eine Lesung von Literatur aus Bludenz als Finissage zur jahreszeitlich gefärbten Ausstellung “BERG , DER LAUB – LAUB , DER BERG” . Es lesen Christoph Aigner , Robin Maurer und Verena Rossbacher , Ingo Springenschmid moderiert .

Drei differente literarische Positionen aus Bludenz : Als “Spuren der Zurückhaltung“ kennzeichnet Thomas Schestag die zwischen den Künsten siedelnde Arbeit von Christoph Aigner; Robin Maurer dagegen tritt mit eigensinniger Prosa wider alle Strategien nach vor; rasante Tempi und eine grandiose Komik prägen die kunstvoll verflochtenen Episoden des viel beachteten Romandebüts “Verlangen nach Drachen ” von Verena Rossbacher.

  • linzer notate 5 |10 – Künstlervereinigung maerz , Linz – Freitag , 22. 10. 2010 , 19.30 H

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GRAZ , FESTVAL ELEVATE : LISA SPALT , OTTO VON SCHIRACH

czz-neuesvonfreundenElevate” , das Grazer Festival für zeitgenössische Musik , Kunst und politischen Diskurs ( 21. bis 26. 10. 2010 ) bietet erstmals einen Literaturpart an , welcher erklärtermassen beabsichtigt , “die Grenzen zwischen Musik und Literatur ins Schwanken” zu bringen . Unter dem Signet “hörgeREDE” sind namhafte AutorInnen wie Oswald Egger , Yoko Tawada , Fritz Ostermayer oder elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme im Duett mit nicht minder aufregenden Musikern wie Christof Dienz , Nik Bärtsch und Jörg Piringer zu vernehmen . Lisa Spalt tritt mit dem amerikanischen Elektroniker Otto von Schirach auf .

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KLANGAPPARAT

Gar nicht zugeknöpft gibt sich der DJ und Komponist zuat-zu aus Barcelona . Seine eben bei arteqcue erschienee ep “Unlocked” besteht beharrlich auf der Wiederholung czz-hoerempfehlung bzw. den Loop als kompositorische Mittel der Meditation . Dass es dabei wenig esoterisch zugeht , signalisiert die nette selbstgewählte Genrebezeichnung namens “Micro-House” .

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Chronik | 2010 07 28

||| BRIGITTE SCHWAIGER 1949 – 2010 | PREISE | GSTREINS GEMEINTHEITEN | RINCKS BEGIFFSLIEFERUNG | UJVARY & STUMMER SUB ROSA | BEATE JORDAN & CRAUSS : LEISE WEISEN | KLANGAPPARAT

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BRIGITTE SCHWAIGER 1949 – 2010

Während die Erstmeldung am 26. 7. abends auf orf.on lediglich vorsichtig den Fund des Leichnams in der Donau rapportiert , weiss Der Standard am folgenden Morgen : “Sie setzte ihrem Leben mit 61 Jahren offenbar ein Ende.” Auch die auf einer Agenturmeldung beruhende Notiz der FAZ weiss nun : “Jetzt hat sich Brigitte Schwaiger in Wien das Leben genommen” . Die Kurzdiagnose einer Jahrzehnte unter schweren Berdängungen leidenden Person flapst im Wiener lachsrosa Blatt auf “die Borderlinerin Schwaiger” zusammen , wobei die Kenntnis des Borderline- Syndroms beim Lesevolk kess vorausgesetzt wird .

Überhaupt sind die Medien im Fall Schwaiger stets höchst ambivalent mit den hochsubjektiven Texten der späten Schwaiger verfahren : Schon bevor Schwaigers Erfahrungen in und mit der Psychiatrie als Buch erschienen ( Fallen lassen , Czernin 2006 ) , druckte die Wochenendbeilage Spectrum der Tageszeitung Die Presse fünf , die Psychiatrie auf der “Baumgartner Höhe” als radikal menschenverachtend darstellende Einzeltexte völlig unkommentiert ab . Was im Kontext des Buches als Resultat in einem Kosmos stark wechselhafter subjektiver Bedrängungen erscheint , wurde dem Voyeurismus des Zeitungspublikums ohne jede Relativierung vorgesetzt . Zwar sind fallweise pflegerische und medizinische Missstände in der nun neu zum “Otto Wagner Spital” aufgewerteten Institution kein Geheimnis , doch gründet die bei Schwaiger formulierte “Horrorerfahrung Am Steinhof” mindestens so stark im System ihrer Krankheit .

Wir hatten schon damals daran gezweifelt , ob eine solche Publikationspolitik dem redaktionellen Ethos entspräche . – Allerdings druckt das Blatt unter dem Titel “Neue österreichische Literatur” auch heute noch qualitativ zweifelhafte Texte ab , deren ( offensichtlich kaum lektorierte ) Publikation den betreffenden AutorInnen nicht immer wohl ansteht . Gerade von Letzterem ist allerdings auch das Konkurrenzblatt Der Standard nicht freizusprechen . Gerade anhand der Person und des Werks Brigitte Schwaigers wäre die Frage nach einem redaktionellen Ethos | eines ethischen Lektorates ernstlich zu diskutieren .

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PREISE

Der Dichter Ferdinand Schmatz erhält den Preis der Stadt Wien , der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur 2009 geht an den Schweden Per Olov Enquist , löbliche Förderpreise der Stadt Wien wurden den “Literatur als Radiokunst“- Autoren Michaela Falkner und Richard Obermayr zugesprochen .

Erfreulich ist auch die Zuerkennung des Paul- Celan-Preises 2010 “für eine herausragende Übersetzung ins Deutsche” an Rosemarie Tietze , deren 2009 bei Hanser erschienene Übersetzung der “Anna Karenina” durch Geradlinigkeit und Schlankheit besticht … und just dieser Tage mitbeteiligt ist an der verringerten Blogfrequenz auf in|ad|ae|qu|at . Wozu , fragen wir mit dem Guardian , ist denn der grosse Sommer da , als zur Relektüre grosser Bücher und um “embarrassing gaps … in your reading history” zu schliessen ?!

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GSTREINS GEMEINTHEITEN

Norbert Gstrein legt mit seinem neuen Roman “Die ganze Wahrheit” ( Hanser , 16. 8. 2010 ) scharf auf den Suhrkamp Verlag und dessen jetzige Verlegerin Ulla Berkéwicz an : Unsere Leseprobe kündet von einer biestigen Denunziation der Esoterikerin und Verlegerwitwe , obgleich obenhin der deutsche Grossverlag als österreichischer Autorenverlag “in der Wiener Schönlaterngasse” ( ! ) bemäntelt ist . Die FAZ , die das mögliche Skandalkalkül getreulich rapportiert , kommt dabei auf wundersame Weise jede Erinnerung an Martin Walsers “Tod eines Kritikers” abhanden , wo der Autor mit nicht minderer Indolenz ( indes fieserem Witz ) genüsslich auf den offensichtlichen Idiosynkratieren der damals noch Verlegergattin herumritt . Immerhin war der Vorabdruck des wegen seines möglichen Antisemitismus ( ad personam Reich- Ranicki ) heiss diskutierten Romans in der FAZ erschienen .

Nun sitzt der Suhrkamp- Debütant Gstrein gemütlich bei Hanser , um mit grobem Korn auf seinen ehemaligen Heimatverlag zu schiessen , nur mager getarnt einigem hinter ermüdend aufgeblähtem Faction | Fiction – Postmoderne- Geplänkel . Nettes Detail am Rande : Der als Wiederholungstäter in Sachen der ungünstigen Darstellung kenntlicher Realpersonen aufgefallene Gstrein hatte seine Replik auf entsprechende Anwürfe 2004 unter dem Titel “Wem gehört eine Geschichte” publiziert . Bei Suhrkamp damals noch , versteht sich .

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RINCKS BEGIFFSLIEFERUNG

Wer sich mitunter gar nicht auf einen Begriff zu bringen vermag , dem sei in bestem Sinne die Lektüre von Monika RincksBegriffsstudio” angeraten ; ein – so herbert j. wimmer kürzlich – “virtuelles schatzkästlein des absurden” .

Trägt man sich in die dort angegebene Mailingliste ein, darf etwa jeden zweiten Monat eine “Begriffslieferung” gewärtigen , welche die Hirnregionen für Sprach- und Sachwitz nicht gering ins Schwingen bringen .

2992 das sieb der pandora
2994 höhlenlachen ex tenebris
2996 based on a sunken boat
2997 begierdetaufe
2998 riesensuperpöbelmarkt
2999 die lamalämmer
3001 herabgehobene heraufgefallene emporkümmerlinge
3002 belle tage hunderadei
3003 an der mob-idyll-sauce
3004 aschematik
3005 wolkenrüffelsheim
3006 nichts im empörsel
3007 einfühlungsstutzer
3008 voranzaudern
3009 in der mnemosenke
3015 baroque baedeckerism
3016 trabgast
3017 stylistic orgy in prose
3018 abschau

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UJVARY & STUMMER SUB ROSA

Ein Track des im Dezember 2008 im “Klangapparat” vorgestellten Projekts “Trautonium Jetztzeit” von Liesl Ujvary und Oliver Stummer hat es auf den Ehrenplatz der Sub Rosa- Compilation “An Anthology Of Noise & Electronic Music Volume 6 (1957-2010)” geschafft .

Hier ein etwas atemloser deskriptiver Text zu der betreffenden CD- Antologie des auf Experiemntelles spezilsierten Brüsseler Labels ( Trackliste auf der Sub- Rosa HP) :

The sixth and penultimate edition in Sub Rosa’s ongoing assembly of crucial noise and electronic music looks at the period 1957-2010. So far the series has been duly noted for its excavation and reappraisal of lesser known works by important artists and vol. 6 is no different, presenting 26 exclusive and original compositions including the work of Tzvi Avni, Joseph Nechvatal, and Kohei Gomi/Pain Jerk among better known titans of the avant garde such as Stephen O’Malley, Dick Raaymakers, John Weise and Z’ev. We enter disc one to the thrilling electroacoustic composition ‘Mi Vida’ by Prix Ars Electronica award winner, Israel Martinez, exploring the visceral narrative of a car ride which ends in a crash. Ata Ebtekar presents an original commission in ‘Turquoise Gas in Ice’, a complex piece of electroacoustic composition playing Persian classical scales on acoustic instruments which are then run through a modular synthesizer to create dazzling abstract harmonics. From La Monte Young’s former archivist Joseph Nechvatal, ‘Ego Masher’ is another revelation, offering a vivid Cageian collage which undoubtedly reminds us of James Ferraro’s recent exploits, while on ‘Trautonium Jetztzeit #4′ Oliver Stummer + Liesl Ujvary use the same machine that created the sound of birds in Alfred Hitchcock’s classic to shape an acrid noisescape and the work of the hugely influential Henry Cowell is represented in ‘The Banshee’, a 2’30 summoning of dynamic electronic ghosts. The second disc starts with the drum practices of Z’ev and follows through Daniel Menche’s drones and a intense noise attack from John Weise. The Pain Barrier’s ‘Virus’ offers a blackened chunk of speedcore gabber, thematically linked with Julie Rousse’s ‘Flesh Barbie Techno Fuck’ glitchcore, and followed with Bird Palace & Cristian Vogel’s micro-to-meta expansion of sound fragments in ‘PHing’. One of the oldest recordings is Else Marie Pade’s ‘Syv Cirkler’ from 1958, distinctly reminding of Daphne Oram’s ethereal experiments and finding similarities in the high frequencies tones of Stephen O’Malley’s ‘Dolmens & Lighthouses’ but also sharp contrasts in his use of ultra low subbass registers. This historically ripe collection of sound warrants your attention without delay.

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BEATE JORDAN & CRAUSS : LEISE WEISEN

Wer die LEISE WEISEN Konzerte 2009 im Silberstern Freudenberg oder in der Musikbibliothek Koblenz verpasst hat oder nicht warten möchte, bis das Duo 2011 im Siegener KrönchenCenter bzw. im Lyrik Kabinett München aufspielt, kann sich trotzdem bequem zurücklehnen.

Der Siegener Campus-Sender radius921.de überträgt die melancholische Soirée , die sich zwischen Lyrik und Chanson bewegt , live. Radius 92.1 ist über den Stream auf der Homepage oder in Siegen über Antenne 92.1 MHz zu empfangen .

Gemeinsam mit der Dortmunder Altistin Beate Jordan unternimmt “Salon Littéraire“- Autor Crauss einen Lese- Liederabend, bei dem traditionelle Folksongs wie “wild mountain thyme” und “scarborough fair” oder Lieder wie “Wölfe mitten im Mai” genauso zu Gehör gelangen wie neuere Chansons : “wayfaring stranger” – “Mr. Bojangles” – “black is the colour (of my true love’s hair)” – „Es geht eine dunkle Wolk herein“ u. a.

Während Jordan die Originale singt und auf der Gitarre begleitet, trägt Crauss seine Übertragungen der LEISEN WEISEN als Sprechgesang vor. Die gesprochenen Lieder sind keine 1:1-Übersetzungen, sondern eigenständige, sehr poetische Texte. So entwickelt sich in melancholischen, manchmal aber auch ins energische driftenden Wechselstimmen zwischen Liebendem und Geliebter eine Herzens-Soirée zwischen Lyrik und Chanson.

LEISE WEISEN – Melancholisches Radiokonzert mit Beate Jordan & Crauss. – Freitag , 30. 7. 2010 – Radius 92.1 ( Livestream )

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KLANGAPPARAT

Jüngst durften wir in diesem Zusammenhang die “Rantam Gruppeczz-hoerempfehlungdes unter Carsten Brase und die intoleranten Hater figurierenden Elektronik- Bastler vorstellen . Jetzt , da die Temperaturen gefallen sind , liefern wir die bei kreislauf als Einzeltrack releaste “Sandbank” mit saftigem 80er Drall nach . Fortsetzung folgt mit “Wind” , einem kühlen Dreier . Weitere Klang- Elemente sind auf der MySpace- Seite zu rekognoszieren .

Sandbank : CLICK LINK TO LISTEN ( WMP )

Wind : CLICK LINK TO LISTEN ( WMP )

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Chronik | 2010 07 12

||| PRIESSNITZ- PREIS AN ANDREA WINKLER | BÜCHNER- PREIS AN REINHARD JIRGL | BEISETZUNG ANDREAS OKOPENKO | A. L KENNEDY ÜBER AUTOREN- IMAGES | KLANGAPPARAT

Enjoy Dont Destroy

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Wenn wir in|ad|ae|qu|at ( wie angekündigt ) unsere Veranstaltungshinweise “NEUES VON FREUNDEN” sommerlich sistieren , soll doch eine Art von Zeit- Mit- Schrift erhalten bleiben . Je nach Lust , Linklage und Laune in unregelmässiger Folge – ganz unserem heutigen Titelbild entsprechend , dass man nicht gleich abschreiben eliminieren muss , was vor- und gefällt . Zum Beispiel Preismeldungen oder eine launige Reflexion über das von Verlagen per Fotografen , Fernsehauftritten und anderen Features den Autoren übergestülpten Images , für welche sich A. L. Kennedy ausdrücklich bei ihren LeserInnen entschuldigt .

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PRIESSNITZ- PREIS AN ANDREA WINKLER

Stark für ihre Sprachbezogenheit gescholten , blieb Andrea Winklers Lesung beim Bachmannpreis 2009 in Erinnerung . Im Frühjahr ist ihr Band “Drei , vier Töne , nicht mehr” bei Zsolnay erschienen ( Rezensionen hier und hier ) . Nun soll sie den Reinhard- Priessnitz- Preis 2010 erhalten :

Der mit 4.000 Euro dotierte Preis wird jährlich auf Vorschlag einer Jury an AutorInnen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben. Der Jury gehören in diesem Jahr die Autoren Gustav Ernst und Robert Schindel an.

‘Indem Andrea Winkler Sprache und radikale Subjektivität inszeniert, reduziert sie Literatur auf ihr Wesentliches, auf ihre Essenz. Andrea Winkler öffnet Räume für das Ich, das sich seine eigene Wirklichkeit mittels eindringlicher poetischer Bilder erfindet’, so die Jury in ihrer Begründung.

Die Verleihung des vom BMUKK gestifteten Preises findet am 2. November im Literaturhaus Wien statt.

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BÜCHNER- PREIS AN REINHARD JIRGL

Mit der Wahl Reinhard Jirgls zum Träger des Georg- Büchner- Preises 2010 hat die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einmal wieder einen Hanser- Autor zum Klassenbesten gekürt .

Hier die Vita , wie sie der Börsenverein notiert :

Reinhard Jirgl wurde am 16. Januar 1953 in Berlin (DDR) geboren. Er machte eine Lehre als Elektromechaniker und studierte danach ab 1971 Elektronik an der Berliner Humboldt-Universität. Noch während des Studiums begann er mit ersten Prosatexten. Ab 1975 arbeitete er als Ingenieur, gab seinen Beruf 1978 jedoch auf, um sich mehr dem Schreiben widmen zu können. Seinen Unterhalt verdiente er als Beleuchtungs- und Servicetechniker an der Berliner Volksbühne. Als er 1985 sein erstes, umfangreiches Manuskript ‘Mutter Vater Roman’ beim Aufbau-Verlag Berlin einreichte, wurde ihm eine ‘nichtmarxistische Geschichtsauffassung’ vorgeworfen und die Veröffentlichung des Romans verweigert. Jirgl jedoch setzte das Schreiben in aller Heimlichkeit fort. Bis zur Wende 1989 lagen sechs fertige Manuskripte vor – ohne dass ein einziges Buch von ihm veröffentlicht worden wäre. In der unmittelbaren Nachwende-Zeit 1990 konnte sein erstes Buch ‘Mutter Vater Roman’ in einem von Gerhard Wolf edierten Literaturprogramm beim Aufbau-Verlag erscheinen. Die entscheidende Änderung in der öffentlichen Wahrnehmung, auch seine persönliche Wende, wie Jirgl es beschreibt, kam schließlich 1993, als er für seinen Roman ‘Abschied von den Feinden’ mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet und Autor des Carl Hanser Verlags wurde, wo seitdem seine Bücher erscheinen.
1996 gab Jirgl die Tätigkeit als Techniker an der Berliner Volksbühne auf und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller in Berlin.

Und hier die Begründung seitens der Deutschen Akademie :

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 40.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2010 an den Schriftsteller Reinhard Jirgl, der in einem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet hat.
Mit großer erzählerischer Sensibilität und Leidenschaft – geschützt durch den Firnis eines avantgardistischen Schreibgestus – erzählt Jirgl von den Aufbrüchen und Katastrophen, den Kriegen und Vertreibungen, den Zeiten der Teilung und der schwierigen Vereinigung.
Dabei lässt er die historischen Umbrüche aus unterschiedlichsten Perspektiven alltäglichen Erlebens gegenwärtig werden und macht – so zuletzt in den großen Romanen ‘Die Unvollendeten‘ und ‘Die Stille‘ – die Stimmen der Vergessenen und Verschütteten wieder hörbar.

Der Georg-Büchner-Preis wird Reinhard Jirgl auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 23. Oktober 2010 in Darmstadt verliehen . Die FAZ windet sich nachgerade in jesuitischer Kasuistik , um Jirgl eine Würdigung zukommen zu lassen . Selbige wirkt entsprechend ungebührlich .

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BEISETZUNG ANDREAS OKOPENKO

Wie die GAV mitteilt , wird der am 27. Juni verstorbene Dichter , Romancier und Träumer Andreas Okopenko am Mittwoch , den 14. Juli 2010 um 14 Uhr auf dem Friedhof Grinzing beigesetzt .

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A. L KENNEDY ÜBER AUTOREN- IMAGES

In einem charakteristisch sardonischen Guardian- Kommentar befasst sich A. L. Kennedy mit den Machinationen , denen sich ein|e Autor|in unterwinden muss , um das vom Verlag gedrechselte IMAGE zu erfüllen . Wozu – ein Thema , das durchaus Betrachtung verdienst – nicht zuletzt die fotografischen Autoren- Portraits zur Sprache kommenin , mit denen ein Verlag hantiert . Wir sagen nur “Suhrkamp” und “Isolde Ohlbaum” , um an all jene Bilder zu erinnern , wo Autorinnen und Autoren sinnend an einen Baum / eine Mauer gelehnt , meditierend am Schreibtisch oder in einen uneinholbaren Horizont blickend vor einer Bücherwand abgelichtet sind . Und natürlich die stets besonders peinlichen Videos , mit welchen die Bachmann- Wettleser sich selbst in Szene setzen oder dies von uninspirierten Redakteuren mit sich geschehen lassen dürfen

Hier aber nun , wie stets knochentrocken , A. L. Kennedy mit einer förmlichen Entschuldigung :

Performing is a life-affirming part of the writer’s world. But publicity shots, TV outings and public exposures of one’s aberrations? For those, I apologise.
Add in the variously benign, malevolent or overenthusiastic attentions of TV makeup personages in a number of locations, the effects of exhaustion, jetlag and a poor/odd/worrying diet and the ability of all photographers everywhere to catch exactly the angle and expression to immortalise me forever as a demonic gonk/ idiot non-savant/ botched facial transplant case (when, from the best of angles, I am usually close to all three) and you can understand why I would prefer to – very literally – draw a veil over many proceedings. As age and gravity assert themselves, my incipient goatee becomes luxuriant and my teeth remain as equine as ever, I can be sure that matters will only deteriorate. This should have very little to do with me, or my job – but it does. And I am sorry for it. I will, in fact, take this opportunity to assure you, dear readers, that I am as sorry for it as I can be and will remain so. There is no more that I can do. Onwards.

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KLANGAPPARAT

Bei hohen und / oder niedrigen Temperaturen tun gedämpfte czz-hoerempfehlungAmplituden erfahrungsgemäss besonders gut . Der Musiker / DJ / Producer Falk trifft mit seinem Minimal- Tech diese Valenzen besonders gut : Die beim Netlabel gleichtakt herausgekommene E. P. “Urban Robot” eignet sich – je nach Perspektive – gleichermassen als anspornendes Takten wie als beruhigendes Gleichmass . Hören und Sich- Treiben- Lassen .

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audio aktuell

HERTA MÜLLER : “NIEDERUNGEN” NIEDERRINGEN | TOM UND HUCK – MARK TWAINS ERBE | KLANGAPPARAT

Diesmal anscheinend richtig getippt , um mit zwei vor Monatsfrist entstandenen Texten jeweils punktgenau in der Hörbuchbestenliste Mai 2010 zu landen . Kategorie “Kalkulierbarkeit von Jury- Entscheidungen” .

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HERTA MÜLLER : “NIEDERUNGEN” NIEDERRINGEN

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Mit Herta Müllers Literaturnobelpreis von 2009 rückte ins Licht plötzlicher Öffentlichkeit die geografisch, kulturell wie literarisch bis anhin kaum gekannte Region der Banater Schwaben am westlichen Ende Rumäniens . Mit einer Erinnerung an das mit Zärtlichkeiten radikal kargende Kinderleben in Nitzkydorf zeugte die Preisrede einmal mehr von der Kraft der Autorin , scheinbar einfache Szenen zu makabren Schaubildern zu vignettieren . Sie schloss solcherart an ihre literarischen Anfänge an .

Mit dem Prosaband “Niederungen” hatte die Dichterin 1982 in zensierter Fassung debütiert , ab 1984 erschienen gekürzte Versionen in Deutschland . Es bedurfte offenbar der Autorität des Preises , dass die “Niederungen” jetzt erstmals in vollständiger , überarbeiteter Fassung vorliegen . Parallel gibt eine sorgsam ausgewählte und eingespielte Audio- Ausgabe Teile der unheimlich um das Heimatdorf kreisenden Prosastücke zu vernehmen .

Indem sich Herta Müller ebenso des Sentiments wie des Tons der Klage enthält , erscheint die haarscharf beobachtete Doppelwirklichkeit der Erwachsenen , deren Rede ihren Taten verwirrend widerspricht . Umso beredter zeugen anthropomorphe Gegenstände und eine als unheimlich wahrgenommene Dingwelt vom Zerfall menschlicher Bindungen unter der Diktatur .

Hart , kalt und rau sind die Aggregate , mit welchen die rund 90 Seiten umfassende Titelerzählung die mäandernden Wahrnehmungen im ewigen Dorf versieht . Kalt , hart und rau verlauten die Nachrichten aus jener Provinz des Menschen , welche selbst exquisiten Interpreten nicht kleinzureden steht. ( NZZ )

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TOM UND HUCK – MARK TWAINS ERBE

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Mit “Tom Sawyer” ( 1876 ) und “Huckleberry Finn” ( 1884 ) hat der scharfsinnige Beobachter seiner Zeit zwei unsterbliche Gestalten geschaffen . Die flussnahen Lebens- und Wildniswelten am Mississippi River , den der junge Samuel Langhorne Clemens als Schiffslotse einst real erfuhr , prägen auch den fiktiv- abenteuerlichen Traumraum seiner Figuren . Dass die vom Hanser- Verlag anlässlich des 100. Todestags Mark Twains ( 21. 4. ) lancierte löbliche Neuübersetzung als “Mark Twain fürs 21. Jahrhundert” deklariert wird , tönt freilich etwas übertrieben .

Just die wieder aufgelegten energischen Lesungen durch die jungen Stimmen Leander Haussmanns und Ken Dukens erweisen aufs Eindringlichste die Wirkungsmacht älterer Übertragungen . Ähnliches gilt für die Hörspielfassungen: Die szenisch aufbereitete Version des WDR aus dem Jahr 1958 ( pdf ) hat staunenswert wenig Patina angesetzt . Der akustische Rückblick überrascht zudem mit der hellen Stimme des kaum 15- jährigen Christian Brückner und erfreut mit Louis Armstrongs Interpretationen von Motiven des “Father of Blues” , W. C. Handy .

Auch das jüngste , von Deutschlandradio Kultur und Saarländischem Rundfunk aufwendig produzierte Hörspiel ( pdf ) schwelgt – bereits auf der Neuübersetzung basierend – im Szenischen . Situiert in einer Fülle illustrativer Geräuscheffekte sowie den Banjo- Akkorden des Jazzgitarristen Jo Ambros , treibt ein dichter Klangteppich die Handlung voran . Der Clou der Produktion besteht freilich im direkten Hereinholen des Erzählers : Wenn zwischen den Episoden der amerikanische Urtext erklingt ( klug überblendet mit dessen deutschem Äquivalent ) , wenn gar die Figuren ihren “Mister Mark Twain” direkt als Zeugen herbeizitieren , verweist das Hörspiel auf seine Herkunft aus dem gedruckten , gelesenen und vorgelesenen Buch , dem Autor als Autorität Reverenz erweisend . ( NZZ )

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KLANGAPPARAT

Feines für Nerven und Ohren : Der Techno- Dub der Brüder Alexander & Michael Fuß aka Echoton ( MySpace ) rundet die Kanten , deren es im Echtleben ohne zu viele gibt . czz-hoerempfehlungIhre just am heutigen Tage bei deepindub aus dem Ei geschlüpfte “Early Reflections” Ep ist reine Remedur . Durchatmen . Wedriften . Gut .

CLICK LINKS TO LISTEN TO TRAXX : 01. GibDeBudda ( 7:43 ) | 02. Heut Nacht ( 6:14 ) | 03. Mimic ( 9:08 ) | 04. So Jus ( 5:28 ) | Realaudio @ archive.org

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NEUES VON FREUNDEN – NACHTRAG

||| WIEN – KUNST : OSTEN – WESTEN 1960 – 1989 – 2009 | T43 | DEBATTE : EGO- MEDIA IM NETZ | WORTWERFT @ BUCH WIEN 09 | KLANGAPPARAT

Georgieva Mumok 2009

Alla Georgieva ( Bulgarien ) : Alla’s Secret , 2000
Mumok : “Gender Check – Rollenbilder in der Kunst Osteuropas

Schockweise und zu Dutzenden singen die verschiedenen “Calls for Appearence” im e- mail- Briefkasten ihre einladenden Sirenenlieder . Auch noch kurz vor dem jeweiligen Veranstaltungstermin . Einige derselben seien in den heutigen NVF- Addenda tunlichst nachgetragen .

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WIEN | KUNST | OSTEN – WESTEN 1960 – 1989 – 2009

czz-neuesvonfreundenWährend in der kunsthalle wien in betont fragmentarisch- fragendem Dukturs die Ausstellung “1989 . Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft ?” mittels ausgewählter Werke einige “Anmerkungen zum Epochenbruch” zu Debatte stellt , setzt das benachbarte Museum moderner Kunst ( Mumok ) auf Enzyklopädisches : Die heute eröffnete Schau “Gender Check – Rollenbilder in der Kunst Osteuropas” dokumentiert den Wandel von Geschlechterrollen und Gender- Imagines seit den 1960er Jahren .

400+ Werke aller Sparten , 200+ Künstler und Künstlerinnen aus 24 Ländern . Von Albanien & Armenien über Bosnien und die baltischen Staaten , Mazedonien & Montenegro , Polen & Rumänien bis hin zur Ukraine & Weissrussland reicht die Schau bis tief in den sozialistischen Realismus respektive die Samisdatkunst hinein . Trink Auge , was die Wimper hält .

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WIEN | T43

czz-neuesvonfreundenFashionably late wie stets flattert die Einladung zur literaischen Unterhaltung im gemütlichen Schein eines Plastic- Kaminfeuerchens herein .

Diesmal haben die Ex- Bachmannpreis- Juroren Daniela Strigl und Klaus Nüchtern den deutschen Wahlwiener und Schöpfer nihilistischer Witzbilder , Tex Rubinowitz , zu Gast , was für einen gelockerten Ton bei der Tee- Rede über assortierte Neuerscheinungen sorgen sollte :

Rainald Goetz : “loslabern” ( Suhrkamp )
Rainer Merkel : “Lichtjahre entfernt” ( S. Fischer )
Philip Roth : “Portnoys Beschwerden” ( Hanser )

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WIEN | DEBATTE | EGO- MEDIA IM NETZ

czz-neuesvonfreundenSehr passend zu unseren gestrigen Notizen zu dem unter Abendland- Rettern beliebten Blog- Bashing und begleitend zur dezeit täglich um 9:30 Uhr auf Ö1 augestrahlten Radiokolleg- Serie “Ich blogge , also bin ich” ist heute Abend im Radiocafé eine Debattierstunde zum Thema angesetzt . Mit dabei : Die Radiokolleg- Gestalterin Beate Firlinger , Blogger Max Kossatz , ZIB2-Moderator und Kampf- Twitterer Armin Wolf sowie die Medienwissenschafter Jana Herwig und Ramon Reichert . Mittwittern ist erwünscht : Der Hashtag lautet #rkblog .

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WIEN | WORTWERFT @ BUCH WIEN 09

czz-neuesvonfreundenIm Rahmen des Jungen Forums der Lesefestwoche zur BUCH WIEN 09 ist auch eine Fraktion der Wort | Sound | Vizualz- Gruppe WORTWERFT zu Gast . Mit ihrem poetischen Korrespondiv- Projekt “Konfrontationen” ( Literaturedition NÖ 2009 ) übertreten Maria Seisenbacher ( Salon Littéraire ) und Hermann Niklas produktiv die Konventionen der literarischen Erstveröffentlichung , welche – überlicherweise als Solo – en singuläres Profil für den Einstieg ins literarische Markt- und Markensystem etablieren soll . Das Wagnis eines konfrontativen Dialoges ist daher umso distinkter zu betonen .

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KLANGAPPARAT

Mit einer verhalten fröhlichen , gleichsam innerlich lächelnden e. p. tritt der Berliner Komponist Gutti aka Christoph Guttandin bei kreislauf höchst erfreulich auf den Plan .

Die drei Tracks vion “Blubbablasen” erscheinen als Relase- Nummer 070 czz-hoerempfehlungund demonstrieren eindrücklich , dass und wie kluger Electro- Pop heute klingen kann . Die betont helle Note , welche den zügigen Stücken anhaftet , sucht ihresgleichen und schwebt wie das entkörperte Grinsen der Lewis Carroll’schen Katze über dieser feinen Netzpublikation .

CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP )

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NEUES VON FREUNDEN

||| WIEN – SCHREIBSCHULEN | LINZ – SETTING FÜR KONZERTRAUM | WIEN – KOLIK AUTOREN LOUNGE | WIEN – GRUNDBÜCHER DER ÖSTERREICISCHEN LITERATUR NACH ’45 | LINZ – LINZER NOTATE 4 / 09 | WIEN – WIE IM SIEBENTEN | WIEN – TESTSTRECKE KUNST | WIEN – MITTEN IN DER GENERALVERSAMMLUNG | KLANGAPPARAT

Oswald_Tschirtner_Zeichnung_zu_Ernst_Herbeck

Oswald Tschirtner : Illustation zu Ernst Herbeck Im Herbst da reiht der Feenwind
(via Ernst Herbeck – English-language translations)

Da möchte man denken , so unmittelbar nach der Buchmesse würde die Literaturmenschheit erstmal nach Luft schnappend hinsinken , doch erweist bereits der Wiener Literaturkalender dieser Woche , dass es ein – ziemlich vielfältiges Leben jenseits von Frankfurt gibt . Und dies , wie in Wien offenbar unumgänglich , einander die Veranstalter das ohnehin begrenzte Publikum für avanciertere Literaturbetrachtung durch terminlich kongruente Programmierung streitig machen .

In dieser Woche stellt eindeutig der Dienstag den sozusagen veranstalterischen Flaschenhals dar . Bzw. das double- bind , da man mit dem Besuch jede andere , gleichzeitige Veranstaltung zwangsläufig verpasst . Asche , schon jetzt , auf unser Haupt .

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WIEN | SCHREIBSCHULEN

czz-neuesvonfreundenDienstag und Mittwoch widmet man ssich im Literaturhaus dem ewig umstrittenen Thema , inwieweit Literatur lehr- und lernbar sei . Auch hierüber gibt es übrigens einen lesenswerten Aufsatz im bereits erwähnten Handbuch “Literaturbetrieb in Deutschland” ( hg. von Heinz Luwig Arnold und Matthias Beilein – edition text + kritik 2009 ) . In Wien wir jedenfalls eine Studie vorgestellt , welche

der Frage nach den relevanten Wissenskomponenten im literarischen Schreibprozess nachging. Die Entstehung literarischer Werke in actu zu beobachten, offenbart nicht nur die Diskretheit und begrenzte Erfassbarkeit des künstlerisch-praktischen Wissens, sondern auch die radikale Offenheit und Fragilität kreativer Schaffensprozesse.

Im Gespräch mit Michaela Falkner , Verena Rossbacher und Peter Rosei erörtern die StudienautorInnen Tasos Zembylas und Claudia Dürr “die Schwierigkeit der Artikulation von Schreiberfahrungen sowie deren Rolle im Laufe langjähriger Praxis” So jedenfalls steht es im Programm und wir vermögen es in|ad|ae|qu|at leider auch nicht , den Nebel um den zuletzt zitierten Halbssatz zu spalten . Im Fokus steht jedenfalls zunächst das “Literarische Schreiben als diskreter Prozess ” .

Mittwochs geht es dann bereits ab 17 H los mit Marlene Schachingers Vortrag “Von der Kunst, schreiben zu lehren – Möglichkeiten und Grenzen des literarischen Schreibunterrichts” , einem Podium ( ab ca. 18 H ) bzw. der Vorstellung verschiedener Lehrmodelle von und mit Petra Ganglbauer ( Lehrgang Wiener Schreibpädagogik und diverse Werkstätten ) , Gustav Ernst ( Leondinger Akademie für Literatur ) , Christian Ide Hintze ( Schule für Dichtung ) , Günter Vallaster ( Mitherausgeber des Buches “Das literarische Sprachlabor” ) sowie mit Vertreter ( n ) des neu eingerichteten Lehrgangs “Sprachkunst” an der Universität für angewandte Kunst .

An ca. 20 H folgt ein weiteres – diesmal in Kooperation mit der Büchersendung “ex libris” ( Radio Ö 1 ) initiiertes Gespräch über Möglichkeiten und Perspektiven des literarischen Schreibunterrichts .
Mit Josef Haslinger ( Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig ) , dem Literaturagenten Uwe Heldt sowie Hanser- Chef Michael Krüger .

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LINZ | SETTING FÜR KONZERTRAUM

czz-neuesvonfreundenIn einem wohl solitären Zusammentreffen in Linz spielen die verschiedenen Künste einenader buchstäblich in die Hand . Das – “von” hat sich der Komponist ausdrücklich verbetenmit Christoph Herndler komponierte , mit Markus Scherer “gesetzte” und durch Christian Steinbacher textierte “Setting für Konzertraum” setzt sich nicht nur über die Genres und Zäune der Disziplinen hinweg : In einem von Florian Neuner ausformulierten Essay ( download ) offenbart das Projekt “subjekt / objekt” von Herndler , Scherer und Steinbacher sich in der Tradition der Subvertierungen der hierarchischen Usancen zwischen Komponisten , Dirigenten und “Ausführenden” .

Wer , darf man salopp fragen , wäre in einem solchen konzeptuellen und performativen “Setting” dann noch wessen Subjekt oder Objekt ?

“subjekt / objekt” | Setting für Konzertraum von und mit von Herndler , Scherer und Steinbacher – Linz , BrucknerhausDienstag, 20. Oktober 2009 , 19:30 H

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WIEN | KOLIK AUTOREN LOUNGE

czz-neuesvonfreundenEntspannt , wie es der Zeitschrift , deren Redaktoren und Schriftstellern entspricht , wird im Schauspielhaus die cirka quartalsmässige “kolik.autoren.lounge” etabliert :

mit jungen kolik -Autorinnen und Autoren, die ihre Prosa, Lyrik, Stücke lesen, im Theater. Mit Gesprächen, kleinem geselligen Treiben. Bei Musik, Wasser und Wein.

Diesmal mit den Droschl- Autoren Antonio Fian ( Im Schlaf . Erzählungen nach Träumen ) und Bernhard Strobel ( Sackgasse , Erzählungen ) und “kolik“- Herausgeber Gustav Ernst als Master of Ceremonies .

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WIEN | GRUNDBÜCHER DER ÖSTERREICISCHEN LITERATUR NACH ’45

czz-neuesvonfreundenIn der seit Jahren buchstäblich grund- sätzlich und konsequent durchgeführten Ré- Lektüren von bekannten , verkannten oder vergessenen Reihe von “Grundbüchern der österreichischen Literautur nach 1945″ ( ein erster Sammelband liegt bei Zsolnay vor ) wird diesen Mittwoch über ein ganz besonderes Oeuvre gesprochen : Ernst Herbeck , vier Jahrzehnte lang Patient der Landesnervenheilanstalt Gugging , begann auf Anraten des Arztes Leo Navratil seine inneren Wort- Welten zu Papier zu bringen :

Bei einer Visite auf dem Haschhof bat ich Herbeck einmal in das Untersuchungszimmer, legte einen kleinen Zeichenkarton vor ihn hin, reichte ihm meinen Kugelschreiber und sagte: „Bitte Herr Herbeck, schreiben Sie ein kurzes Gedicht mit dem Titel Der Morgen !“ Ich sass neben ihm. Herbeck schrieb: Der Morgen und dann mit Unterbrechungen:
Im Herbst da reiht der
Feenwind
da sich im Schnee die
Mähnen treffen.
Amseln pfeifen heer
im Wind und fressen.

Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee gekommen bin, Herbeck ein Gedicht schreiben zu lassen. Nun lag plötzlich etwas vor mir, das nicht bloß psychopathologisch zu verstehen war; es war ein wirkliches Gedicht.

Damit zählt Ernst Herbeck ( 1920 – 1991 ) zur Gründergeneraion der Künstler von Gugging , deren bildnerischen Arbeiten mittlerweile ein Museum errichtet wurde . Keine Geringere als Friederike Mayröcker wird – im Wechsel mit dem auch als Erzähler namhaften Psychiater Paulus Hochgatterer – aus dem Werk Ernst Herbecks lesen . Die für Ihre “Fallgeschichten” über psychisch prekäre Kreativität ( Sammlung Prinzhorn ) bekannte Germanistin Gisela Steinlechner führt ein und ( gemeinsam mit Klaus Kastberger ) ein Gespräch über das Herbeck’sche Werk .

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LINZ | LINZER NOTATE 4 / 09

czz-neuesvonfreundenFast schon legendär , bieten die von Christian Steinbacher im Rahmen der Künstlervereinigung MAERZ seit Jahren vorangetrieben poetischen und poetologischen “linzer notate” eine konsequente Auseinandersetzung mit Texten und Texturen , Themen und Thesen avancierter Literatur . Kommenden Mittwoch sind Gert Loschütz , Michaela Schwentner und ie hier im hiesigen “Salon Littéraire” wohlbekannte Lisa Spalt distinkte Stimmen zu Gast.

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WIEN | WIE IM SIEBENTEN

czz-neuesvonfreundenDer Literaturverlag Droschl bietet sich – nach zwei Buchvorstellungen aus dem Progamm am Mittwoch im Schauspielhaus – auch am Freitag mit einer Buchpremière aus dem Herbstprogramm an , Wobei der Clou natürlich ist , dass das Literaturhaus “mitten im 7. Bezirk” ein Prosadébut vorstellt , dessen Titel ( und Handlungsort ) ditto “Wie im Siebenten” verspricht .

Wobei Andreas Unterwegers Titel wiederum an die gescheiterte ORF- TV- Soap “Mitten im 8.” erinnert . Und in der Tat könnte die von vorgeblicher Leichtigkeit ( und tatsächlicher Beschwernis ) , einem fiktiven Erstlingsroman und einer letztlich doch scheiternden Bezeihung für ein hübsch selbstbezügliches Buch gelten , wären dann nicht noch Zutaten essayistische Dylanologie hinein praktiziert .

Der Anfang jedenfalls gibt sich federleicht und hätte man dem Buch gerne noch einige Zeit zum Ausreifen gewünscht .

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WIEN | TESTSTRECKE KUNST

czz-neuesvonfreundenIm Rahmen eines grossangelegten und interdisziplinären Forschungsvorhabens zu den “Wiener Avantgarden nach 1945” ist für Mittwoch bis Freitag eine Tagung angesetzt , deren Titel “Teststrecke Kunst” höchst treffend den gesellschaftlichen Labor- Charakter avantgardistischer Künste benennt .

Das genaue Programm der in sechs thematische Panels ( “Wiener Grund“ , “Grenzüberschreitungen“ , “Körper und Medium“ , “Arbeit an der Form“ , “Politik der Wiener Avantgarden“ sowie “Erbe und Verrat“ ) gegliederten Tagung sprengt unser in|ad|ae|qu|ates Format , ist allerdings hier schön gegliedert zu besehen .

  • Tagung “Teststrecke Kunst” – Österreichische Akademie der Wissenschaften , Theatersaal – Mittwoch , 21. Oktober 2009 – Freitag, 23. Oktober 2009 , jeweils ab 9 H

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WIEN | MITTEN IN DER GENERALVERSAMMLUNG

czz-neuesvonfreundenZum Auftakt der diesmal zu Wien tagenden Generalversammlung der “Grazer Autorinnen Autoren Versammlung” ( GAV ) gibt es am Freitag eine Sammellesung all Jener , welche im vergangenen Jahr neu in die GAV aufgenommen worden sind . Da grundsätzlich gilt , dass eine Jury die Anträge um Aufnahme in die GAV prrüft ( mit Vetorecht aller Mitglieder ) , darf man gespannt sein auf das Spektrum der als aufnahmewürdig beurteilten Literatur .

Die Liste der Lesenden mag als solche bereits die Diversität , welche die GAV in sich vereint , illustrieren : Wolfgang Bleier , Malte Borsdorf , Helga Cmelka , Karoline Cvancara , Margarita Fuchs , Joseph Gerger , Monika Giller , grauenfruppe , Paul Jaeg , Grzegorz Kielawski , Si. Si. Klocker , Melamar , Michael Mastrototaro , onophon , Kurt Rebol , Bernhard Saupe , Eva Scala , Susanne Schneider , Friederike Schwab , Gerda Sengstbratl , Clemens J. Setz , Roland Steiner und Peter Ian Waugh .

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KLANGAPPARAT

Elegant und urban , jazzy und funky , minimal und doch distinkt im Tarieren zwischen akuter IDM und Eighties- Revival legen die mica und electoy von Deviloopment bei symbiont eine achtbare “Pässion” vor czz-hoerempfehlung. Mit den Tracktiteln “säxy” und “dörty” scheinbar aufs Eindeutige weisend , atmet die musikalisch an den Tag gelegte Kühle eher kalkulierte Distanz . Anzüglichkeiten sind von dieser sehr organisch komponierten Zitiermusik keine zu erwarten .

CLICK TRACK TO LISTEN : 01. säxy ( 06:39 ) | 02. dörty ( 05:19 )

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