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WALL OF SOUND VS . VERWERTUNGS- KÄSTCHEN
Interne Audio- Immission ist heute angesagt : Quasi als WALL OF SOUND gegen die anbrandende All- Werk- Tätigkeit , welche freilich unter Umständen des schön geistigen Frei- Berufes niemals stille steht .
Steuer , Abrechnungen , Artikel- und Sendungsmeldungen bei den “Verwertungsgesellschaften” Literarmechana ( Ö ) , ProLitteris ( CH ) und AVG Wort ( D ) : Speziell Letztere - Abt. Wissenschaft just in der Münchner Goethestrasse - zeichnet sich im fortgeschrittenen Netzzeitalter durch vorsintflutlich per Kugelschreiber [ NORMKÄSTCHEN ] und Durchschlag mühselig mit allen ISBN- Nümmerchen , Normseiten , Unter- und Unterunteriteln auszufüllende Formulare aus . Entspräche dieser formellen und medialen “Pflege der Tradition” auch die Content- Evaluierung , wär’s ja in Ordnung : Wie es über die vergangenen Jahre hinweg allerdings aussieht , geht man auf Seiten der Sachbearbeiter zusehends kritischer zu Werk und wirft uns die einzeln eingesandten Formulare mit dem Hinweis auf Fehlendes , besonders indes aber mit Argument der fachlichen Unzuständigkeit ( “Publikumszeitschrift” ) zurück .
WIR NENNEN ES …
Ja , wir nennen es tatsächlich Arbeit , von den Fischen als Fleisch und vom Fleischer als “fishy” angesehen zu werden . Der Academe zu fötonistisch , dem Publikumsblatt zu relativsätzlich , der Literatur zu afterphilologisch . Tja und die Dame , die weiss , wo und wie und bei welcher VER- Wertungsgesellschaft ein Online- Video bzw. eine A / V- DVD ( Funktion : Autor ? Darsteller ? Animist ? ) anzumelden sei , sei ( sagt das Telefon ) leider auf unbestimmte Zeit abwesend . Trotzdem gelte als Meldungsschluss Ende Jänner , auf dass der Gegenwert eines Quartals der Selbständigen- Sozialversicherung abzudecken wäre mittels der per Juni fälligen trinationalen Tantiemen …
… ECHTLEBEN IM OFFIZ
WALL OF SOUND auch gegen den heulenden Wind in der Vie de Bohème zwischen typisch undichten Wiener Altbaufenstern . Tückische Töne aus Richtung der Bitches’ Kitchen , wo das Heart of Darkness der Gasetagenheizung pocht . Wir wissen , dass sie gerne an Feiertagen krankt ( zweimal schon Notdienst zu Weihnachten sowie einmal an frostigen Ostern ) , gleichwohl liegt uns ihr derzeitiges Rumoren besonders bedrohlich in den Ohren . Brüllendes Anflammen von längst und über Gebühr ausgeströmtem Gas ( remember : die Sounds der alten Backöfen ? ) , taktloses Tropfen von Wasser aus Thermengedärmen . Ungut , ugly , ungesund .
HÖRBUCH - BOOM UND UNWORT
WALL OF SOUND schliesslich als elementare Quelle von Verdrängunsenergie von Gedanken und Sache der längst fälligen Durcharbeitung von vier Dutzend Verlagskatalogen : “Hörbücher” , “Hörbücher” - “Sagten Sie etwas von Hörbüchern und deren Konjunktur ?”
Bei aller Sach- und Fachfreude sähen wir diese missverständlichste aller Warengruppen doch lieber differenzierter benannt : Warum “Hörspiele” nicht “Hörspiele” nennen , “Lesungen” nicht “Lesungen” etc . Früher hiess es mal “Sprechplatte” , genau wie das kleine rosa Ding , das man der sog. “Sprechpuppe” in den Rücken operierte . Jetzt bugsiert man alles , was irgendwie mit Sprache , Feature , Stimmdokumentation oder “akustischer Textinstallation” ( = Terminus zur Meldung des Genres LITERATUR ALS RADIOKUNST bei der Verwertungsgesellschaft ) zu tun hat , in das Unwort “Hörbuch” hinein und muss dessen sekundärmedialen ( =”Nebenbei”- ) Charakter à la “Jetzt hört sich Bügeln richtig gut an” per pushiger Imagepflege , Auspreisungen oder hörBÜCHER- Sonderpostillen übertünchen . ( Bezeichnend die grossformatige Frauen- Brustbilder auf den Titeln des seit einem Dreivierteljahr von bekennenden “Fans” hochglossy gemachten Magazins … Das Hörbuch- und Hörspiel- Blog dokumentiert trefflich das Kommen und Gehen von Manifestationen dieses Genres . )
HÖRBUCH - DES JAHRES
Trotzdem ist’s natürlich fein , dass die luzide BR / DHV- Produktion von Peter Weiss “Ästhetik des Widerstandes” zum “Hörbuchpreis 2008 - Regie” nominiert wurde ( Verein Deutscher Hörbuchpreis @ WDR ) , desgleichen Peter Kurzecks “Ein Sommer , der bleibt” als “Bestes Hörbuch des Jahres” ( hr2 , mehr : siehe unten ) . Ein Anlass , unsere jüngeren Prints in die Blog- “Echtwelttexte” einzuarbeiten , auf dass Sorge getragen sei für das - au moins - “symbolische Kapital” …
HÖRBUCH - ECHTWELTTEXTE
Mithin also ein humbler Hinweis auf das im Dezember und Januar erschienene Diptychon zu akustischen Fassungen der Bibel : Basale 105 Stunden [ hundertfünf ] @ Diogenes versus Wienerische bzw. juvenile Alternativen ( Teuschl & Volxbibel ) . Des Weiteren zwei maulfertig ausladende Günters ( Brus und Grass ) sowie der Lichtblick einer rein oratorisch erinnerten Nachkriegs- Flüchtlings- Kindheit : Peter Kurzeck an der Lahn als hessischer Huckleberry Finn ( supposé ) …. und wie dann die Autos kamen und die Stadtautobahnen und die Einkaufs- Center ( sic ) und mit ihnen die Kühltruhen aka Gefrierschränke und Vorabendserien und die Landschaft allmählich verschwand … Vorerst allerdings nur im Mini- Ausblick , eine geduldigere Begehung der Erzählstrecke steht noch an . [ Audio- Excerpt @ hr2 . ]
HÖRBUCH : BEST PRACTICE , ARISTPP
WALL OF SOUND : So weit Peter Kurzecks Proustiaden Your Mind’s Eye schweifen lassen , so erhellen winden sich in den andern Gehörgang Christoph Martin Wielands Briefe des Aristipp [ hier im Volltext @ Gutenberg.de ] . Lebens- wie denknah gesprochen und keine Sekunde lang “vorgetragen” von Jan Philipp Reemtsma : Was für ein Plädoyer für den Eros des ( nicht notwendig rein ) philosophischen Dialogs , erklecklich unterfüttert mit gespornten Lektionen zu Verfassung und Demokratie , zur Menschennatur und -Kultur , dignitas und Ironie . Erzähle , schöne Lais , Deine herrlichen Märlein von Amor und Psyche ; Freund Aristipp bringt inzwischen einen taufrischen Lektürebericht zum literarischen Toptitel der Saison : Platons POLITEIA … - Dies alles - dank dem Wieland’schen Erzählingenium und einer gelenkigen , die komplizierten Relativsätze ebenso wie das griechische Dekorum in der unmittelbaren Logik des Jetzt auflösenden Lektüre - ohne jedes Gran , jeden Gram von Rezitation oder Antiken- Mimikry . “Aristipp und einige seiner Zeitgenossen” mag Manchen als BildungsGUT oder schöne Literatur [ Belletristik ] erscheinen . In Tat und Wahrheit ist’s eine kühne Reflexion deutscher Zustände um 1800 sowie in Manchem ( Verfassung , Freiheit und Verantwortung des Individuums , Gender- und Beziehungspoltik ) auch anno 2008 äusserst praktikabel . [ Hörprobe via MP3 @ Hoffmann & Campe : Vier Minuten ex 30 Stunden ! ]
MIKRO RADIO
Inzwischen ist die WALL OF SOUND weitestgehend eingestürzt : Firefox , jetzt seit 72 Stunden ununterbrochen offen , verschlingt 90 Prozent des Arbeitsspeichers und gestattet nicht mehr die kleinste Abspielung . Sei’s via Real Player , sei’s als MP3 : Das System ist sauer und streikt .
Gleichwohl sei noch der Radiowoche europäischer Independent Radios @ Mikro.FM eine herzlich empfehlende Erwähnung getan : Bis Mittwoch , 9. 1. sind via Berlinstream ( u. a. ) die sympathischen Stimmen von Matchbox- Radiomachern zu hören . Gestern etwa eine Stunde provencalisches “Bauernradio mit Global- Fokus” [ O- Ton Berlin- Moderator ] , leicht verschnupfte französische Ansage von reschem Cubanismo und ( erstaunlich Klezmer- mässigen ) argentinischen Tangos … Danke , Mikro.FM !
L. A. CONT’D : FAIRBANKS’ STIMMUNGSBILD
Bei De:Bug gibt es einen Release- Hinweis auf hier bereits einmal , zweimal mit Animo vorgestellten Sound- and Speech- Features von Norman Fairbanks : American Case Study versammelt - jetzt @ test tube netlabel erschienen - ein aus Einzelprojekten wie “Unstructured Elements” und “Delusion Californica” gespeistes Digest .
Inzwischen ist zwischen zugigen Windows , wärmedämmenden Vierfarbdruck- Verlagsprospekten und System Errors die Nacht verflogen : Muss man sich Sorgen machen , wenn in der Handinnenfläche nache dem Ringfinger langsam eine Mouse - Schwiele wächst ? -
KLANGAPPARAT
Entsprechend minimal jetzt nunmehr die rasanten Elementar- Partikulare des Münchner Sound- Installateurs Juergen Winderl ( @ Mikrokiko ) : Sein Hammond- & Moog- Fingerzirkus YIPPIECOMPUTER! - SYNKOPETICISM ist eben on 12”- Vinyl und CD erschienen : Wer sich bis Mitte Januar an die Quellen begibt , kann sich die köstlichen Klangklötzchen downloaden :
Entsprechend dürften die im Folgenden als Teaser angeführten Links dann wohl nur mehr Stille bringen . ATTENTION : STREAM EXPIRES MID- JANUARY ! - Nutze also das Window of Opportunity und Höre quick hin : Selten kommen Electronica in derart aparter Trockenheit daher , hier fetzig infantil und dort frank funky ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. dovinim | 02. moogism | 03. flipperballofive | 04. exps | 05. dubonta1 |||







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