Tag Archive for 'horspiel'

NEUES VON FREUNDEN



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verHOERT

Konstanze Fliedl - Antrittsvorlesung “verhört

Das Leben besteht aus einer Myriade von Versäumnissen . Zumindest das literarische und das in diesem grassierende Veranstaltungsfieber . Dem realen Fieber infolge eines frostig beregneten Landaufenthaltes ( welcher ursprünglich unternommen , um dem urbanen Baustellenfieber zu entfliehen ) erlegen , fügte sich in|ad|ae|qu|at den Verhältnissen und verblieb in einem von Tablettencocktail + Rotwein inspirierten , statt der Performance der grossartigen Noëlle Revaz ( siehe “Swiss Slam” ) beizuwohnen : Die Audio- CD als Paradis Artificiel .

Wer ( auto- ) mobil ist , kann die sensationelle Sprachspielerin allerdings auch noch am Freitag , den 26. 6. im niederösterreichischen Langenlois bestaunen , wo das Unabhängige Literaturhaus NÖ ( ULNÖ ) ortsgemäss die “Literatur in der Kellergasse” zelebriert . Weiteres zum fraglos Heiteren finden Sie hier .

Wobei das alljährlich zum sehnlichst herbeigesehnten Saisonende hereinbrechenden Klagenfurter Literaturmonstrum ja ab heute abend auch noch ins sogenannte Haus steht … Und das knietiefe Waten in Verlagsvorschauen ( Herbst ) , welche seit Ende der Leipziger Buchmesse ( Frühling ) hier eintrudeln , hebt nicht eben das Pläsier an etwelchem Literaturbetrieblichen . Dass Literatur - in Produktion wie Rezeption - vornehmlich RUHE benötigt ( äussere wie innere ) droht angehörs des Getöses rundum ja fast schon in Vergessenheit zu geraten .

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WIEN | VOM EIGENTUM GEISTIGER ARBEIT IM ZEITALTER ELEKTRONISCHER REPRODUZIERBARKEIT

czz-neuesvonfreundenWo sich “Börsenverein” , Verleger und Verwertungsgesellschaften seit Monaten über das Google- Settlement ( welches ja immer noch nicht gerichtlich durchjudiziert ist ) , Aggregatoren und andere Netz- Distributionsformen von “content” alterieren , lädt nun die “Grazer Autoren/Autorinnen Versammlung” zu einer Debatierrunde . Das ist sicher herzig und nett , da die Zahl der hoch emotionalisierten Autoren sowie einer Vertreterin der für mehrere Aufschreck- Kassiber verantwortlichen Literar- Mechana mit Max Kossatz gerade mal einen einzigen Web 2.0- und IT- Experten zugezogen hat . Wer die Aufregungen und Alterationen der vornehmlich verlagsmässig am Selbstschutz vor “Piraterie” interessierten während der vergangenen Monate verfolgt hat , kann sich realistischerweise wohl nicht viel von einem solchen Meeting erhoffen : Mit Ausnahme der Nestwärme , welche gemeinsam zelebrierte Ängste auszuströmen pflegen : Literarische Blogger und E- Zine- Herausgeber wurden jedenfalls keine eingeladen . ´

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WIEN | DICHTFEST

Wieder einma ist es soweit und Christine Huber lädt zu ihrem schon traditionellen “Dichtfest” - diesmal speziell vielversprechend besetzt - ins Literarische Quartier . Dass es ausschliesslich sechs Damen sind , welche den lyrischen Abend bestreiten , kann im maskulin dominierten Wiener Literaturbetrieb darüber hinaus als Ausnahme gelten . Sabine Scho stellt ihren hoch erfreulichen Band “farben” ( kookbooks , siehe NVF 17 ) vor , Bettina Balàka ihre “Schaumschluchten” ( Droschl- Literaturverlag ) , folgen die in der Literaturzeitschrift “kolik” publizierten Gedichte von Waltraud Haas sowie Karin Spielhofers assoziative Texte aus “Dort her – Paarweise” ( Arovell- Verlag ) . Mit Waltraud SeidlhofersBOOTE in den MUSEEN” ( Mitter Verlag ) sind fraglos feinteilige ( Seelen- ) Beschreibungslandschaften zu erwarten , Christine HaideggersHerz . Landschaft . Licht” ( O.Müller Verlag ) kündigen Atmosphärisches an .

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WIEN | ANTRITTSVORLESUNG | KONSTANZE FLIEDL : VERHÖRT

czz-neuesvonfreundenWieder einmal eine Terminkollision der schlimmsten Sorte ergibt sich durch die sozusagem gleichzeitig stattfindende Antrittsvorlesung der ( u. a. als ehemalige Jurorin beim Bachmann- Wettbewerb bekannten ) Germanistin Konstanze Fliedl : Bis die akademischen Präliminarien und Vorreden ( ab 18 H ) vorüber sein werden , darf mit dem Beginn von Fliedls vieldeutig titelndem Vortrag ( “verhört” ) wohl nicht vor 19 Uhr gerechnet werden … erneut ein Fall für die rasch noch einzuübende Kunst der Bilokation .

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WIEN | WORTWERFT | HYDROSPHÄREN

Und noch ein Donnerstagstermin im schönen Wien und zwar in Form der definitiv letzten Vorstellung des poetisch- bildnerischen Programms on the waterfront namens “Hydrosphären” . Sie erinnern sich ( vgl. NVF 37 ) : Die Gruppe WORTWERFT ( u. a. mit “Salon“- Autorin Maria Seisenbacher ) thematisiert textlich , klanglich sowie in Kooperation mit verschiedenen bildenen Künstern ( m | f ) das Nasse am Wasser . Diesmal im Zwischenstromland des 2. Bezirks , zusammen mit Barbara Pipan und Irene Falkner . ( Siehe auch die entsprechende Ankündigung + Interview @ The Gap. )

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BERLIN | DOPPELLEBEN | FRANZ MON

czz-neuesvonfreundenWir könnten jetzt von einem weiteren Donnerstag- Termin berichten , tun dies auch und zwar unter dem Zeichen der “Entwarnung” , denn das Gespräch zwischen dem Grandseigneur des Neuen Hörspiels und konkreten Dichters Franz Mon ( Siehe “Literatur als Radiokunst” 2005 ) und Klaus Ramm ereignet sich im fernen Berlin . Und zwar im Rahmen der Ausstellung “Doppelleben” . Tags darauf wird im selben Rahmen Franz Mons Hörspiel “Das Gras wie’s wächst” ( PDF ) ( SR | BR | WDR , 1969 ) aufgeführt .

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BERLIN | KOLLOQUIUM | SPERRIGE SCHÖNHEIT : ÜBERLEGUNGEN ZUR REZEPTION AKTUELLER LYRIK

Nach den recht prosaischen Bachmann- Tagen mag eine Fokussierung auf den lyrischen Kontinent als willkommenes Antidot erscheinen .

Aktuelle Poesie ist harte Kost, schwer verdaulich und kaum geniessbar‘ – so ein gängiges Vorurteil. Zeitgenössische Lyrik hat in Deutschland ein schlechtes Image, das der Rezeption von Dichtkunst oft im Wege steht. Das diesjährige Colloquium des poesiefestival berlin sucht am 28. Juni die Gründe für diese Vorbehalte und nach Wegen, sie abzubauen. Literaturwissenschaftler, Kritiker, Pädagogen, Psychologen, Verleger und Dichter fragen nach Ursachen von Rezeptionsblockaden und danach, wie man Lust auf aktuelle Lyrik wecken kann, ohne sie ihres Niveaus zu berauben.

Es diskutieren der Literaturkritiker Michael Braun , die Fachdidaktikerin Claudia Maaß , der Literaturwissenschafter Johann Reißer , die Diplom- Psychologin Annekathrin Schacht , die Dichter ( m | f ) Uwe Kolbe , “Literatur als Radiokunst“- Autor Michael Lentz , “Salon-” und “Literatur als Radiokunst“- Autorin und Monika Rinck sowie Thomas Sparr vom Suhrkamp Verlag . Moderation : Stephan Porombka .

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UPDATE : LINZ | MARIANNE.VON.WILLEMER.09 – FRAUEN.LITERATUR.PREIS AN ANGELIKA REITZER

Wie eben aus einer Presseaussendung bekannt wird , erhält die “Salon“- Autorin Angelika Reitzer den Marianne.von.Willemer.09 – Frauen.Literatur.Preis der Stadt Linz für ihren Text “Streuobst“ aus “Frauen in Vasen“ ( Haymon 2008 ) .Voriges Jahr noch in Klagenfurt heftig wegen der angeblichen Sperrigkeit ihrer Prosa gescholten , wurde “Streuobst” nun unter 244 Einsendungen als Siegertext ausgewählt . Détail am Rande : Der Preis wird nicht nur ausschliesslich für Frauen ausgelobt - auch die Jury ist weiblich . Honni soit , qui … In|ad|ae|qu|at gratuliert !

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KLANGAPPARAT

Jedwedem diskursiven , meteorologischen und psychischem Stress entgegen wirkt eine der feinsten Electroncia- Releases , welche wir seit längerem vernommen . czz-hoerempfehlungDiskret- dynamische rhythmische Netze über sanftfarbenen Akkorden : Das mag zwar in dieser Formulierung etwas farblos klingen , besticht indes duch souverän- sparsamen Einsatz der Mittel .

Wie schon der Titel des ( nicht weiter ermittelbaren ) Artisten Williamson sagt : “A few things to hear before we all blow up” ( @ jamendo ) . - Wie wahr .

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NEUES VON FREUNDEN



||| WIEN - IN MEMORIAM - DORIS MÜHRINGER | HÖRSPIEL - URSENDUNG - BERNHARD KATHAN | WIEN - LITERATUR STUDIEREN UND ERLEBEN - SIBYLLE LEWITSCHAROFF | LINZ - AUSSTELLUNG FORMULIERT - KONVERGENZEN VON SCHRIFT UND BILD | WIEN - T 4 3 | WIEN - WIENER VERLAGE - LUFTSCHACHT VERLAG | WIEN - AUSSTELLUNG - DIE MODERNE ALS RUINE | WIEN - MARIANNE FRITZ : DESSEN SPRACHE … - WERKSTEIN | KLANGAPPARAT - DIETER SPERL & MICHAEL FISCHER : LIVE SESSION

Cyprien Gaillard

Cyprien Gaillard : “Belief in the Age of Disbelief . Étape VIII” , 2005
@ Die Moderne als Ruine . Eine Archäologie der Gegenwart
Generali Foundation , Wien

WIEN | IN MEMORIAM | DORIS MÜHRINGER

czz-neuesvonfreundenIn der Nacht vom 25. auf 26. Mai 2009 ist in Wien die Autorin und Übersetzerin Doris Mühringer verstorben . Ihr Körper wurde - ihrem Wunsch gemäss - dem Anatomischen Institut der Universität Wien überlassen .

Anstelle einer Beerdigung soll eine literarische Gedenkfeier an das Leben und Werk der Lyrikerin erinnern . Freunde und Weggefährten lesen Texte aus dem Werk von Doris Mühringer und sich an Gespräche , Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse erinnern .

Mitwirkende : Beate Loinger und Karin Bindu ( im Namen der Familie ) , Gerda Anger-Schmidt , Gertrude Grosegger , Nils Jensen , Christian Katt , Angelika Kaufmann , Christa Nebenführ , Helmuth A. Niederle , Hans Raimund , Helmut Peschina , Sylvia Treudl . Der Autor und Journalist Heinz Janisch moderiert -

Aus dem Nachruf ( Ö1 ) von Heinz Janisch :

Doris Mühringer gehört zu den ‘bekannten unbekannten’ Namen der österreichischen Literatur nach 1945. Dabei müsste ihr Name in einem Atemzug mit anderen berühmt gewordenen Dichterinnen ihrer Generation genannt werden - Christine Busta, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant, Ilse Aichinger… 1954 erscheinen in den von Hans Weigel herausgegebenen Stimmen der Gegenwart Gedichte von Doris Mühringer, im selben Jahr erhält sie den Georg-Trakl-Preis. Kurz darauf wird ihr der Preis der Neuen Deutschen Hefte zugesprochen. Unter 7.000 Bewerbern wurden drei Gewinnerinnen ausgewählt: Christine Busta, Christine Lavant und Doris Mühringer. In der Jury: Gottfried Benn.

Keiner, auch der große Lyriker unserer Zeit, hat mehr als sechs bis acht vollendete Gedichte hinterlassen - also um diese sechs Gedichte die 30 bis 50 Jahre Askese, Leiden, Kampf… ? Welchen Wesens sind diese Lyriker ? Sie sind meistens recht still, sie dürfen ja nicht alles gleich fertigmachen wollen, man muss schweigen können. Also, was sind sie ? Sonderlinge, Einzimmerbewohner - sie geben die Existenz auf um zu existieren. Eigentlich sind sie nur Erscheinungen, und sind diese Erscheinungen dann tot, und man nimmt sie vom Kreuz, muss man ehrlicherweise zugeben, dass sie sich selber an dieses Kreuz geschlagen haben - was zwang sie dazu? Etwas muss sie doch gezwungen haben …’

Mit diesem Zitat von Gottfried Benn hat Doris Mühringer bei der Verleihung des Literaturpreises des Landes Steiermark 1985 ihre Dankesrede beendet. Zeilen, die gut zum Leben und zum Werk der Lyrikerin passen. Wenige, schmale Gedichtbände sind von ihr erschienen, einige - vergriffene - Bilderbücher für Kinder, kurze Prosatexte - ihr Werk ist langsam gewachsen, ist in großer Zurückgezogenheit entstanden. Doris Mühringer hat sich stets radikal dem Schreiben zugewandt, ihr Leben danach eingerichtet - finanziell stets vom Minimum lebend, sparsam, genügsam, sie ist nie ‘in der Auslage gestanden’.

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HÖRSPIEL | URSENDUNG | BERNHARD KATHAN

czz-neuesvonfreundenHeute wird die jüngste Soundarbeit des Salon- Littéraire- und Literatur als Radiokunst- Autors Bernhard Kathan urgesendet : Unter dem Titel “Das Wirtshaus zur Hand des Gehenkten” beschäftigt sich das Hörspiel - ausgehend vom Grimm’schen Märchen “Die drei Feldscherer” - mit Fragen der Transplantationsmedizin . ( Vgl. Bernhard Kathan : Das indiskrete Organ . Organverpflanzungen in der Literatur- Innsbruck 2008 ) .

Es geht um das Eigene und das Fremde, um Einverleibung und Aneignung, um Ökonomie - sei es nun die des Geldes oder jene von Organen. Entsprechend den Vorgaben der Transplantationsmedizin wird Material der Literaturgeschichte zerlegt und zergliedert, um dann wieder neu zusammengenäht zu werden.

Seit Jahren beschäftigt sich der Innsbrucker Künstler und Sozialwissenschafter Bernhard Kathan interdisziplinär und genreübergreifend mit Themen der Medizin, der Ernährung und mit der Geschichte des menschlichen Körpers. Sein aktuelles Hörspiel entstand in Kooperation mit der Komponistin Manuela Kerer, die die Erzählung gleichsam musikalisch übersetzt und in ein formstrenges ästhetisches Konzept zwingt. Regie : Martin Sailer , Text Bernhard Kathan ( @ hidden museum ) .

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WIEN | LITERATUR STUDIEREN UND ERLEBEN | SIBYLLE LEWITSCHAROFF

Im Rahmen der Ringvorlesung von Michael Rohrwasser , Annegret Pelz ( Institut für Germanistik ) sowie Helmut Lethen ( IFK ) zum Thema “Konstellationen des Schreibens” liest Sibylle Lewitscharoff ( Berlin ) aus “Apostoloff . Roman” ( Preis der Leipziger Buchmesse 2009 , Suhrkamp Verlag ) und gibt Auskunft über ihr Schreiben .

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LINZ | AUSSTELLUNG FORMULIERT - KONVERGENZEN VON SCHRIFT UND BILD

czz-neuesvonfreundenIn Kooperation des Lentos- Kunstmuseums , der Künstlervereinigung MAERZ sowie des StifterHauses begibt man sich auf Schnittmengen- Suche : Autorinnen und Autoren , welche zeichnen , bildende Künstlerinnen und Künstler , welche schreiben . Oder Arbeiten , welche beide Modalitäten des Ausdrucks vereinen .

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler in der Künstlervereinigung MAERZ :

Friedrich Achleitner , Armin Andraschko , Sepp Auer , Josef Bauer , Heimrad Bäcker , Tassilo Blittersdorff , Gerhard Brandl , Dietmar Brehm , Valie Export , Franzobel , Gerhard Frömel , Anselm Glück , Alfred Grubbauer , Harald Gsaller , Bodo Hell , Christoph Herndler , Norbert Hinterberger , Peter Huemer , Christian Hutzinger , Horst Jaritz , Charles Kaltenbacher , Gerhard Knogler , Richard Kittler , Kurt Lackner , Friedrich Lichtenauer , Josef Linschinger , Anestis Logothetis , Georg Nussbaumer , Alfred Peschek , Josef Ramaseder , Otto Saxinger , Waltraud Seidlhofer , Peter Sommerauer , Lisa Spalt , Ingo Springenschmid , Christian Steinbacher , Udo Wid , Hansjörg Zauner

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WIEN | T 4 3

Zum “T 4 3″ , dem bekannten literarischen Kamingespräch der Bachmannpreis Ex- Juroren Daniela Strigl und Klaus Nüchtern gesellt sich diesmal unsere Salon Littéraire- und Literatur als Radiokunst- Autorin Ann Cotten im gemütlichen Schein eines kühl glimmenden Plasticfeuers .

Drei Belesene be- sprechen und debattieren unter Absenz kritikasterischen Todernstes drei Bücher , zwei Novitäten und einen frisch aufgelegten Klassiker . Demnach stehen diesmal in Rede :

Sibylle Lewitscharoff : “Apostoloff” ( Suhrkamp ) ( trefflich : 1 Tag nach der leiblichen Lesung )
Annie Proulx : “Hier hat‘s mir schon immer gefallen” ( Luchterhand )
James Boswell : “Dr. Samuel Johnson” ( Diogenes )

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WIEN | WIENER VERLAGE | LUFTSCHACHT VERLAG

czz-neuesvonfreundenIm Rahmen einer zeitläufig weit gespannten Exkursion durch die Programmatiken und Programme von in Wien ansässigen Verlagen , stoppt das Literarische Quartier diesmal beim jungen Luftschacht- Verlag , welcher sich mit seinen vier bis sechs Titeln pro Saison ( Prosa , Anthologie , Graphic Novel ) gut etabliert hat .

Verleger Stefan Buchberger und Jürgen Lagger präsentieren ihr Verlagsprogramm und mit Lukas Meschiks Roman “Jetzt die Sirenen” ( R : Die Zeit ) sowie Lukas KollmersAnomia” ( R : poetenladen ) zwei aktuelle Neuerscheinungen .

Was beide Texte eint , ist der Ausflug ins Extreme : Welche Sprache fasste jene prä- und postapokalytischen Szenarien ?

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WIEN | AUSSTELLUNG | DIE MODERNE ALS RUINE

Man muss nicht auf Albert Speer zurückgehen und dessen Theorie vom einstigen “Ruinenwert” neu zu errichtender Gebäude um im Jahrhundert der Weltkriege eine permanente Reflexion der Ruine seitens der bildenden und gestaltenden Künste aufzuspüren .

Zwischen Zivilisationskritik , Krisenbefund und extopischer Alternative entfalten sich jene Werke und Installationen , welche die Generali Foundation zusammengetragen hat , um diese ab Freitag zu zeigen .

Mit Werken von Yona Friedman , Giuseppe Gabellone , Isa Genzken , Dan Graham , Gordon Matta- Clark , Florian Pumhösl , Jeroen de Rijke / Willem de Rooij , Robert Smithson, Rob Voerman , Stephen Willats und Cyprien Gaillard , dessen Darstellung einer aus romantischer Landschaft emporbrechenden Wohnmaschine uns in|ad|ae|qu|at so gut gefallen hat , dass wir sie zum heutigen NVF- Titelbild erkoren .

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WIEN | MARIANNE FRITZ : DESSEN SPRACHE … | WERKSTEIN

czz-neuesvonfreundenEin schöner , eindrucksvoller Stein ragte bislang über dem Grab der 2007 verstorbenen Ausnahme- Autorin Marianne Fritz . Wie das Riesenwerk der Schriftstellerin blieb der Stein bislang unvollendet .

Nun , da es vollbracht ist , soll dieser “Werkstein” von der seit 2002 mit dem Fritz’schen Werk ( u. a. für Literatur als Radiokunst ) intim befassten Gruppe Fritzpunkt im Rahmen eines kleinen Rituals enthüllt werden .

Eine Lesung aus “Dessen Sprache du nicht verstehst” ist im sogenannten “Ehrenhain” des Wiener Zentralfriedhofs sicherlich nicht fehl am Platz .

  • Enthüllung des Werksteins Marianne Fritz , Lesung Anne Mertin - Freitag , Zentralfriedhof Wien , 3. Tor , Gruppe 40 , Ehrenhain - Freitag , 19. 6. 2009 , 18 H

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KLANGAPPARAT | DIETER SPERL & MICHAEL FISCHER : LIVE SESSION

Einen musikalisch- literarischen Klangapparat haben wir heute in|ad|ae|qu|at anzubieten : Der Schriftsteller und Videokünstler Dieter Sperl hat gemeinsam mit dem Komponisten und “sound manager” Michael Fischer die vexierende Live- Session “connex : context” eingespielt .

Entstanden für das freie “Radio Orange 94.0” , ist ein mitnichten forciertes czz-hoerempfehlungIneinanderdriften von abstrakten , metallischen Sounds und der lesenden Stimme zu hören , frei von illustrierenden Absichten und ebenso einander befruchtend wie je autonom .

a voice which is knocking
a river floating away
without indicacting any direction
( Dieter Sperl )

Während der knappen Stunde ( beim Download also bitte ein wenig Geduld ) driftet die Aufmerksamkeit mitunter mehr dem linearen Text entlang , verliert sich dann wiederum in den klanglichen Dimensionen . Ein spannendes Hörexperiment ist es - intro- wie extrospektiv - allemal .

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audio aktuell



INGEBORG BACHMANN - PAUL CELAN : HERZZEIT | WOLFGANG KOEPPEN : DEUTSCHES PANDÄMONIUM | CHRISTA WOLF : “KINDHEITSMUSTER” & “KASSANDRA” | KLANGAPPARAT

Nachkriegsdeutschland und seine diversen Verwerfungen : So in etwa könnte man die heute vorgestellten Hörspiele und Audio- Einspielungen einiger emienter Werke subsummieren .

Sei es der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan , in welchem die Shoah eine selten direkt apostrophierte , gleichwohl unterminierende Rolle spielt , sei es in Wolfgang Koeppens grausam- irrwitziger “Trilogie des Scheiterns” oder sei’s in Christa Wolfs “Kindheitsmustern” , welche ein Aufwachsen unter den wechselnden “Wahrheiten” verschiedener Regimes nachzeichnen . Noch ihre “Kassandra” spricht die Eigenlogik der Gewalt in Form eines Schlüsselromans der DDR- Diktatur an - und nimmt dabei die Frauen durchaus nicht aus von der Schuld des Komplizentums .

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INGEBORG BACHMANN | PAUL CELAN : HERZZEIT

icon listening black

Als der Briefwechsel zweier eminenter poetischer Stimmen des 20. Jahrhunderts im Vorjahr in Buchform erschien , lag der Öffentlichkeit das Zeugnis einer verzweifelnden Liebe vor , welches wenig Anlass bot für Voyeurismen .

Die Briefe , Karten und Widmungen , die dem 1948 in Wien geknüpften Liebesband zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan während knapp zweier Jahrzehnte folgten , sind dramatische Dokumente des Einander- Verfehlens . Ob in Wien oder Rom , Paris oder München abgestempelt , bleiben die schriftlichen Zuwendungen Ursache und Resultat unablässiger Unruhe . Untrennbar aufeinander bezogen , ringen hier zwei Sprachmächtige um das “richtige” , das verbindende Wort .

Indem Verena Teichmann und Harald Krewer – gebührlich gerühmt für die Vertonungen der Briefwechsel Walter Benjamins mit Theodor und Gretel Adorno – nicht auf die Imitation von bekannten Stimmen setzen , sondern den Fokus auf den Ereignisreichtum der Texte schärfen , unterbleibt jede “Inszenierung” des ohnehin Dramatischen . Die etwas kühlere Note Johanna Wokaleks , das überraschend feminine Timbre Jens Harzers sind maximal auf die Texte konzentriert statt emotional exaltiert . In der Diskretion der Stimmführung schwingt gleichsam das Ungeschriebene und zwischen den Zeilen Ungesagte mit .

Zwiefach tragisch das Finale : Celans psychische Zerrüttung infolge der infamen “Affäre Goll” und sein Tod in der Seine 1970 . Nur drei Jahre später erliegt Ingeborg Bachmann einem fatalen Brandunfall – ihr “Todesarten“- Zyklus bleibt Fragment . Die Einspielung von Originalkommentaren der Buch- Herausgeber Barbara Wiedemann und Hans Höller bestätigt die akustisch dringlich vermittelte Vermutung , dass hier zwei Leben , zwei exzeptionelle Werke und eine fragile Liebe zwischen den Nachwirkungen der Shoah und dem gerade in seiner modernen Form in Gang gekommenen Literaturbetrieb zerrieben wurden .

( speak low 2009 - more … )

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WOLFGANG KOEPPEN : DEUTSCHES PANDÄMONIUM

icon listening white Folgt man Wolfgang Koeppens Befunden zur deutschen Nachkriegszeit , verblassen die Mythen von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder angesichts des totalen moralischen Bankrotts , welchen der Krieg hinterliess .

Koeppens romaneske “Trilogie des Scheiterns” , Anfang der fünfziger Jahre publiziert , gibt ein katastrophales Bild des Kampfes aller gegen alle . Sei es ein Münchner Tag im Jahr 1948 ( “Tauben im Gras” ) , sei’s der politische Kochtopf Bonn ( “Das Treibhaus” ) oder sei es eine fatale Personenkonstellation im klassischen deutschen Sehnsuchtsort am Tiber ( “Der Tod in Rom” ) : Das teils expressionistische , teils nihilistische , in filmischen Sequenzen und subjektiven Denkfetzen gehaltene Triptychon wirft grelle Schlaglichter auf die Verfasstheit des kleinen Mannes , der politischen Kaste sowie der Ewiggestrigen .

In welch aufregender Weise sich das szenische Material der Prosa Koeppens einer auditiven Adaptierung anbietet , erweist die üppig instrumentierte Hörspielfassung der Trilogie , welche nun auf CD erschienen ist . Dabei übernimmt Leonhard Koppelmann , vielbeschäftigter Regisseur des Jahrgangs 1970 , die handlungsstarken Teile eins und drei , wo die Generationen von Altnazis und Kriegskindern aneinander zerschellen . Walter Adler , Grandseigneur des deutschen Hörspiels , formt dahingegen Teil zwei – den inneren Monolog des Abgeordneten Keetenheuve im Bonner “Treibhaus” – als introvertierteren Part .

Nichtsdestoweniger gestaltet die klug um einige Handlungsstränge gekürzte auditive Fassung ein deutsches Pandämonium , welches in den perversen Obsessionen des ehemaligen SS- Generals Judejahn gipfelt . Den sprechenden Namen , typisierten Charakteren und drastischen Ereignissen der Romanvorlage gemäss greift auch die auditive Adaptierung in Stimmführung , atmosphärischen Effekten und musikalischer Ausgestaltung in heftigere Register : Wer aber dächte sich ein danteskes Inferno in Zimmerlautstärke ?

( HR | SWR | WDR | Der Hörverlag 2009 - more … )

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CHRISTA WOLF : “KINDHEITSMUSTER” & “KASSANDRA”

icon listening black

Man glaubte sie in Schule und intellektuellem Leben durch und durch verbucht : “Kindheitsmuster” und “Kassandra” von Christa Wolf . Wenn die Autorin auf CD aber mit eigener Stimme die Bedingungen einer in den Nationalsozialismus hineingewachsenen Kindheit befragt und Letztere hart gegen eine spätere Reise an die Schauplätze im deutsch- polnischen Grenzgebiet schneidet , umspinnt uns das Textgewebe aus unterschiedlichen Zeitschichten mit unverminderter Präsenz : Seismografisch verzeichnet die Chronistin Wesen und Werden dessen , was nur höchst ungenau zwischen einem unwillkürlichen “Ich” ( “nature” ) und dessen Sozialisation ( “nurture” ) zu scheiden ist .

Wo das offenherzige In- die- Welt- Hineinwachsen mit jäh wechselnden Werten konfrontiert ist , dringen – wie angesichts der neuen Ordnungen und Sprachregelungen des Nationalsozialismus – die Techniken der Verstellung tief ins Inwendigste . Durch all die anekdotenhaften Episoden hindurch bleibt die Frage nach der Konsistenz eines “Ich” ungemindert aktuell .

Noch in doppelter Verklausulierung – antiker Troja -Mythos plus Sammelporträt der politischen Chargen der DDR – wird die Stimme authentischen Aufbegehrens gegen die Strukturmuster der Gewalt vernehmlich . Es war zwar der Fluch Kassandras , als Seherin und als Frau nicht gehört zu werden : Am Ende hat sie mit der berühmten Bezeichnung des homerischen Superhelden als “Achill , das Vieh” für jedweden Krieg seither recht behalten .

( Random House Audio 2009 , more … )

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KLANGAPPARAT

Fraglos , Romain Roqueta aka Sukdabeat agiert vor dunklem Hintergrund : Seine fliessende Atmosphärik scheint einer postapokalyptischen Welt zu entstammen , beleuchtet indes von surreal hellen czz-hoerempfehlungSchlaglichtern und plötzlich wärmend durchbrechenden Sonnenstrahlen . Sein beim Netlabel Crazy Language als Nummer 022 herausgekommene Release “Struktur” legt Comiczitate , Glockenspiel und schön viel Gamelan über teils schwebende , teils treibende dark beatz . Sollte man mehrmals hören : Vexierend .

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Tableau de Texte | Teresa Präauer : “Haare , Rosen , Brot” (Kurzhörspiel)



| tableau de texte |

||| DISCLAIMER | ANNOTATION | AUSKUNFT DER AUTORIN : ZU ” HAARE , ROSEN , BROT” | TERESA PRÄAUER , WOLFRAM LETNER : “HAARE , ROSEN , BROT” ( AUDIO ) | URAUFFÜHRUNG | RELATED

DISCLAIMER

Wie mittlerweile zu wissen ist , sind literarische Werke für in|ad|ae|qu|at keine schieren Objekte der “Rezension” . Anders als in Echtwelt- Zusammenhängen erlauben wir uns , Autoren und Texte hier und im Jenseits der Institutionen einen Ort einzuräumen , an welchem wohl ein sympathetisches Klima herrscht , nicht aber das übliche Vokabular der Wertung . Wir präsentieren das Hörstück als “Vorpremiere” mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin .

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ANNOTATION

102 Jahre nach der Erfindung des Phonographen durch Thomas Alva Edison geboren , legt die bildende Künstlerin und Autorin Teresa Präauer mit ihrem akustischen Erstlingswerk gleich ein ganz schönes Stück Mediengeschichte vor .

Seit den 1890er Jahren fand der Phonograph systematisch für sprach- ethnologische “field recordings” Verwendung , was bereits 1899 zur Gründung des “Wiener Phonogrammarchivs” an der “Österreichischen Akademie der Wissenschaften” führte . In dessen akustischer Sammlung ( mittlerweile Teil der UNESCO- Programms “Memory of the World” ) finden sich frühe Beispiele der Ethnolinguistik und Dialektologie , wie sie kurz nach 1900 in mit Sprachaufnahmen aus Bosnien und Kroatien entstanden . Für die Dialektologie wurde früh die Bedeutung eines definierten Sprachkorpus erkannt , anhand dessen sich regionale Artikulationsunterschiede feststellen liessen . Solche Korpora wurden einerseits in der Bibel ( Bibel- Rezitationsstile der jüdischen Diaspora , 1911 - 13 ) ausgemacht , anderseits in Soldatenliedern ( … russischer Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs ) .

In einer ihrerseits bereits klassisch gewordenen Foto- und Sound- Installation “Dokumentarische Dialektstudie vom Fersental bis Garmisch- Partenkirchen” griff der Medienkünstler Norbert Brunner 1979 diese Tradition auf und liess Sprachzeugen aus 24 Orten den Text des Vaterunser sprechen :

Das Vaterunser deshalb, weil es jeder kennt und weil es jeder in irgendeiner Situation schon einmal gesprochen hat. Vom jeweils eigenen Vaterunser besteht für jeden die Möglichkeit, die verschiedenen Ausformungen in dem von uns vorgegebenen Sprachverlauf zu erleben. Es wäre interessant, diese Studie in zehn Jahren erneut durchzuführen.

In der Tat hat sich der Künstler für die eminente Ausstellung “Re- Play . Anfänge internationaler Medienkunst in Österreich” ( 2000 , Generali Foundation ) noch einmal mit dem Material befasst und eine radiophone Re- Vision für das ORF- “Kunstradio” unternommen . Interessant bleibt Brunners Arbeit - im Unterschied zu den dokumentierten Exotica der phonographischen Linguistik - durch den Umstand , dass durch den Basistext des Vaterunser nicht etwa einfach nur “Fremdes” ( her- ) ausgestellt , sondern eine Beziehung des Hörers zu den unterschiedlichen lautlichen Varianten hergestellt wird : “Wie klingt mein Vaterunser im Vergleich ?”

Und genau diese Beziehung als Dialog und Differenz wird in Teresa Präauers akustischer Arbeit thematisiert : Die für den ORF- Kurzhörspiel- Wettbewerb “Track 5′” entstandene , etwa sieben- minütige Arbeit integriert selbst aufgenommene Dialekt- Proben von Salzburger Bauern in einen ästhetisch- poetischen Rahmen .

Indem Präauer die Frageformel “Wie sagt Ihr ?” dem verschiedenen Sprach- Zeugnissen voranstellt , wird semantisch die situative Beziehung der Befragung evoziert , gleichzeitig aber auch die Differenz zwischen den Sprachen und den Generationen . Akzentuiert durch die sprachliche Hereinnahme von alten Photographien , wird die “Wir - Ihr”- Beziehung zwischen Grosseltern ( Dialekt ) und Enkelin ( Hochsprache ) sinnlich konkret .

Eine männliche “Kommentar”- Stimme erinnert an bäuerliche Lebensregeln und - praxen , akzentuiert allerdings im subjektiven Diskurs die ( auch sprachlich ) kaum überbrückbare Differenz zwischen Erfahrungshorizonten der Generationen .

Formal fungiert die Formel “Wie sagt Ihr ?” als klangliches und strukturelles Leitmotiv , integriert in eine insgesamt lyrisch- musikalische Gesamtkomposition .

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AUSKUNFT DER AUTORIN : ZU ” HAARE , ROSEN , BROT”

Haare, Rosen oder Brot heißen die Wörter, die bei den Ton-Aufnahmen für Dialektatlanten abgefragt werden. Auch nach dem Wetter wird gefragt, nach Wegen, Sehen, Verstehen.
Die Antworten sind sprachliche, klangliche Realisationen in sehr feinen Unterschieden zwischen Ortschaften, Regionen, Generationen.

Ihr Inhalt ist so persönlich wie verallgemeinerbar. Sie schmecken manchmal nach Semmeln, manchmal nach schwarzem Brot, manchmal riechen sie wie Schnittblumen aus dem Garten, manche sind aus Plastik und blühen lang.

The Making of “Haare, Rosen, Brot”:

Ich habe vor einigen Jahren Dialektaufnahmen von Bauern im Salzburger Pongau gemacht: den Anstoß dazu hat ein Projekt von Hannes Scheutz gegeben, dessen viel später publizierter “sprechender Dialektatlas” teilweise als Footage in unser Hörstück miteinbezogen ist.

Wolfram Leitner kannte, unabhängig davon, den Online-Sprachatlas der bayerischen Landesbibliothek und wollte gerne mit solchen, wohl auch ungewollt poetischen, Fügungen arbeiten: “Sei brav, alte Häuser sind oft kalt.”

Im Studio seiner Band M185 konnten wir dann die Sprachaufnahmen mit, und dank, Martin Loos machen. Die fragende Kinderstimme, die den Text gliedert, gehört zum Rollenrepertoire der Autorin. Der musikalische Part von “Haare, Rosen, Brot” beruht auf Wolfram Leitners Improvisation mit Schaschlikstäbchen am Hackbrett.

Während der Aufnahme der Atmo-Töne haben wir uns am Wilhelminenberg verlaufen, am selben Vormittag hat noch eine Dame in einer unverdächtigen Wiener Konditorei in der Thalia-Straße meine Fäustlinge geklaut. Ich hoffe, sie liest czzs Literaturblog und ist von Reue gezeichnet.

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TERESA PRÄAUER , WOLFRAM LETNER : “HAARE , ROSEN , BROT” ( AUDIO )

icon soundHaare , Rosen , Brot” , Kurzhörspiel ( 6 : 40 Minuten , Österreich 2009 )
Uraufführung : 20. Februar 2009 , “Lange Nacht des Hörspiels ” , ORF-Funkhaus

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opa_landstrich_copyright_Teresa_Präauer

Ich blätterte durch kurze Notizen, Grußbotschaften, Fotoalben, und frage:
Kannte der Opa als Kind den Grund der Welt, und hat er von dort eine Karte geschrieben ?

( Teresa Präauer )

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URAUFFÜHRUNG

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RELATED

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Kurze Tagesnotate vor der “Langen Nacht des Hörspiels” , etc. etc. etc.



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LANGE NACHT | HÖRSPIEL DES ORF- JAHRES

radio rougeWenn der ORF in den Funkhäusern morgen die “Lange Nacht des Hörspiels” zelebriert , wird es per Kritiker- und Publikumspreis wieder Zeit , die Hörspielproduktionen eines Jahres Revue passieren zu lassen . Dass das Publikum aus - diesjahr aus 26 Produktionen - das “Hörspiel des Jahres” wählen kann , ist Tradition , manifestiert sich im sogenannten Mitmach- Web 2.0 allerdings mitnichten als praktikable Applikation auf den Heimseiten des Senders .

Zu spät also , seufzen wir in|ad|ae|qu|at , um das Wahlvolk und unsere Stimme abzugeben , es sei denn , man sende stehenden Fusses seinen berittenen Boten los , auf dass dieser auf der Schwelle der Österreich 1- Hörspielredaktion zusammenbreche , den Titel des hastig auf ein Stück Papier gekritzelten Hörspiels Ihrer Wahl in den zitternd zu Boden sinkenden Fingern -

Zur Wahl jedenfalls stehen bzw. standen Hörspiele von bzw. nach

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WETTBEWERB KURZHÖRSPIELE TRACK 5′

radio rougeWäre Hörspiel im besten Falle auch eine Form der Abbildung zeitgenössischen Literaturschaffens ( respektive : dessen Förderung , wovon nach der drastischen Kürzung der AutorInnenhonorare in Österreich wohl nur mehr bedingt die Rede sein kann ) , werden die sogenannten “jungen Talente” der technisch nicht mehr auf die Kolosse der Rundfunkanstalten angewiesenen “freien Szene” nicht mehr infolge mühseliger Manuskript- Durchsicht gefunden , sondern via Ausschreibung von Wettbewerben . Das ist praktisch , kostet kaum und zaubert mir nichts , dir nichts viel Frischfleisch auf den Tisch .

Kein Sender , welcher sich dieser Rekrutierungsmethode während der vergangenen fünf Jahre nicht bedient hätte , sei dies nun unter dem Titel des “Wettbewerbs” oder dem des “Workshops” ( vgl. den mit 1. Februar totlinierten “6. In- ter- na- tio - na- len Hör- spiel- nach- wuchs- wett- be- werb ” - oh tempora , oh Sprache ) u. v. a. m.

Entsprechend mag man speziell dem Beginn der “Langen Nacht” mit Spannung entgegen hören , wenn nämlich die zehn Finalisten- Werke des Kurzhörspielwettbewerbs “Track 5′” präsentiert werden : Diesmal darf allerdings das live anwesende Publikum wirklich und direkt den Favoriten küren . Und in|ad|ae|qu|at bringt am morgigen Tag davon eine Prä- Premiere .

( Das aber war jetzt ein ultimativ plumper Teaser , Menschenskind - Der Setzer )

  • Lange Nacht des Hörspiels” mit Präsentation der Finalisten des Kurzhörspielwettbewerbs “Track 5′” , der Bekanntgabe des ORF- “Hörspiel des Jahres” u. v. a. m. - ORF Funkhaus , Grosser Sendesaal & Klangtheater - Freitag , 20. 2. 2009 , 19 H ( NB : Samstag , 21. 4. 2009 , 14 H widmet sich eine Ausgabe der “Hörspiel- Galerie” dem Ereignis und Thema , die Kurzhörspiele werden im “Hörspiel- Magazin” , Dienstag , 3. 3. , 21 H vorgestellt .)

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DEUTSCHE AKADEMIE DER DARSTELLENDEN KÜNSTE : MICHAELA MELIÁN “SPEICHER” ( BR )

radio rougeFreilich steht der ORF mit seinem HdJ nicht allein auf weiter Flur , auch andere Institutionen küren “Beste” und “… des Jahres” : Zum Beispiel die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste , welche Michaela Meliáns BR- Produktion “Speicher” ( Ursendung 25. 1. 2008 ) zum “Hörspiel des Jahres 2008” erkoren hat .

Mit dem praktizierenden Mitglied der Kultband “FSK” , 2006 für die suggestive Klangcollage “Föhrenwald” ( audio english version ) mit dem “Hörspielpreis der Kriegsblinden” ausgezeichnet , trifft die Auszeichnung freilich eine lange klangerfahrene , indes auch bildende Künstlerin .

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UPDATE

À propos “Hörspiel des Jahres” - And the winners are …

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KLANGAPPARAT

Statt dem in|ad|ae|qu|at enzyklopädischen Streben nach Darreichung diversester Preisstier- Schnitzel nachzugeben , bremsen wir hier mit aller Gewalt ( die grollende Drohgebärde des Setzers im Blick ) . czz-hoerempfehlungAber Achtung : Das Autorenkollektiv schlägt akustisch massiv zurück und zwar mit einem herrlich dreckig- trance- igen 60- Minuten Mix . Figuriert unter den Stichworten “Darker Psychedelic Techno” und “Progressive” , was DJ Kameleon aka Matt Bryson da zum Lob des Labels Pure Perception Records veranstaltet . Hat absolut den Tiger im Tank und titelt treffend : “Sin City” . Sic . Nichts wie hin .

( dank an deepgoa )

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