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DP- Camp Audio- Feature Reloaded : Michaela Meliàns “Föhrenwald” in englischer Sprache



Föhrenwald Regierungslager DP

Transformationen einer Reflexion . Michaela Meliàns , aus einer Rauminstallation ( 2005 ) hervorgegangenes reflexiv- suggestives Radiokunst- Stück “Föhrenwald” ( BR 2005 / 2006 ) über das ursprünglich als Mustersiedlung erbaute Arbeiter- , später DP- Lager in Waldram bei Wolfratshausen war 2006 im dem “Hörspielpreis der Kriegsblinden” ausgezeichnet worden .

Zu der bei intermedium veröffentlichten CD sei ein Zitat aus unserem Archiv gestattet : “Michaela Melián : Des Lagers Nachhall” ( NZZ )

Was Vielen Verbannung, Vertreibung , Vernichtung , wurde Anderen Zuflucht und Zukunft : Als Funktion und Metapher ist “das Lager” der kennzeichnende Ort des 20. Jahrhunderts . Wie eine bauliche Lagerstruktur im Verlauf von nur dreissig Jahren mehrmals Bestimmung und Bedeutung zu wechseln vermochte , präpariert die Künstlerin Michaela Melián mit ihrem Hörstück “Föhrenwald” heraus : Die 1937 zur Unterbringung von Arbeitern der Sprengstoff- Industrie errichtete Siedlung diente während des Krieges zudem der Zwangsarbeit , um wenig später das bis 1956 grösste jüdische Auffanglager abzugeben .

Was die Steine der oberbayerischen Siedlung beschweigen , das wissen die Erinnerungen von Zeitgenossen , die Zeitungs- und Verwaltungsarchive . Um Menschen, Namen und Dokumente zum Sprechen zu bringen , greift die musikalisch versierte Autorin nicht auf das naheliegende Genre des O- Ton- Features zurück , sondern komponiert ein Klangwerk sui generis . Klug unterläuft die Textcollage das Pathos des Einzelschicksals , indem Schauspieler die Erinnerungstexte lesen und sich Kinderstimmen durch amtliche Anweisungen und Statistiken hindurchbuchstabieren .

Als müssten wir erst ( wieder ) lernen , die Zeichen zu lesen - vor allem aber : zuzuhören - , kehren Textsequenzen im Rondo wieder und zieht uns ein aus dem Knistern von Schellacks generierter Loop in seinen Bann . Meliáns akustische Alltagsarchäologie gereicht dem “Hörspielpreis der Kriegsblinden 2006” zur Ehre .

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KLANGAPPARAT

Nun steht das Hörstück in englischer Sprache im Rahmen des BR2- Höspielpool- Podcasts als MP3- Datei bereit . Reizvoll : Der Vergleich der czz-hoerempfehlungVersionen und ihrer jeweiligen Wirkung . Es scheint , als rücke die englische Weiter- Verfremdung ( u. a. mit Thomas Meineckes unverkennbarer Stimme ) die zitierten Zeugenberichte noch weiter fort vom Lokalen und Individuellen und damit in andere Hörkontexte . Michaela Melián “Föhrenwald” ( engl. Version , 59:39 ) - BR2 Hörspielpool | Podcast Playyer | MP3 |||

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Audio aktuell : Klassisch abgründig & Heute Hören



||| NACH HALL IM RE- RUN | HEUTE HÖREN 1 | HEUTE HÖREN 2

Mag das Hörspiel unter allgemeinem Applaus endgültig im postdramatischen Genre angelangt sein ( die Kür der akustischen “Rimini Protokollierung” von Band Eins des Marx’schen “Kapitals” für den “Hörspielpreis der Kriegsblinden” sei ein nicht unulkiges Zeichen ) , schöpft die klug inszenierte Lesung aus dem Vollen des paradoxer Weise meist reduzierten “verdichteten” Textes .

NACH HALL IM RE- RUN

icon listening blackWenn unsere “aktuellen” Hinweise allesamt noch unter dem Erscheingungjahr “2007″ figurieren , so deutet dies auf den dankenswert langen Atem des pubplizierenden Organs sowie auf den geringen Raum für Rezensionen des Genres . Es sei . Immerhin ist mit der Kategorie der Hörbuch- Rezension wieder so etwas wie eine Art “Hörspielkritik” in die Zeitungen zurückgekehrt , wenn diese still zu Grunde gegangene Textsorte infolge des Audio- Book- Booms nicht überhaupt wiederbelebt wurde . Nichts Schlimmeres soll passieren -

Diesmal :

HEUTE HÖREN 1

icon listening whiteWer die bisherigen Sendetermine von “Karl Marx : Das Kapital, Band 1“. Von Rimini Protokoll ( Bernd Ernst , Helgard Haug , Stefan Kaegi , Daniel Wetzel , DLF / WDR 2007 ) auf SR 2 ( 1. 5. ) sowie auf RBB Kultur ( 2. 5. ) verpasst hat , mag sich im heutigen “Hörspiel- Studio” des ORF ( 20:31 Uhr , Ö 1 ) gütlich tun .

Die Begründung der Jury für die Zuerkennung des “Hörspielpreises der Kriegsblinden” möchte man angehörs des ziemlich zerstreut galoppierenden 50- Minüters zwar zart in Zweifel ziehen , doch bilde sich Eine Jede sein eigenes Urteil :

Ein weiteres grossartiges Stück der renommierten Gruppe “Rimini Protokoll” stellt auf erhellende Weise Experten des Alltags in einen artifiziellen Zusammenhang. Im Hör­spiel “Karl Marx: Das Kapital, Erster Band” erforschen Helgard Haug und Daniel Wetzel, wo in der Gesellschaft dieses Buch, das jeder kennt und kaum einer gelesen hat, seine Spuren hinterlassen hat. Menschen setzen ihr Leben in Beziehung zu dem Werk. Der eine hat es gründlich studiert, die andere damit geheizt. Ein Wissenschaftler, ein blin­der Plattensammler, ein früherer Maoist, ein Gewerkschafter, eine Prostituierte und andere erzählen von Habenwollen und Spielsucht, Anlagebetrug, von Menschen als Ware, Fetischen, vom Arbeitsalltag, vom Marxwein aus Trier, von Neokapitalismus und alter Ausbeutung.

Die authentischen Stimmen sind zu einem provokanten und zugleich kulinarischen Radio- Erlebnis komponiert. Brüche, Zusammenstöße, absurde Beziehungen und eine hintergründige Komik entstehen. Die Jury lobte diese zeitgemäße Weiterführung des Originalton- Hörspiels. Sie genoss subtilen Witz, scharfe politische Analyse, Geistrei­chelei, und schließlich und vor allem den akustischen Mehrwert. ( Hervorhebungen czz )

Zweifelsfrei und unbestritten ist , dass die Preisübergabe am 2. Juni erfolgen wird . |||

HEUTE HÖREN 2

icon listening blackMit All- und Nirgendsörtlichkeit der Handy- Telephonie beschäftigt sich nur - wie die Produktionsnotizen zur jüngsten Ausgabe von “Literatur als Radiokunst” erweisen - die jüngere Generation in Gestalt von Monika Rinck , sondern auch ein Altmeister . In der ( leider nur monatlichen ) “ars acustica”- Sendung des SWR2 steht heute ( 23:03 Uhr ) eine Ursendung des immer noch hoch agilen Mauricio Kagel auf dem Programm : “Erratische Blöcke ” -Radiostück aus akustischen Bildern ( Regie und Komposition : Mauricio Kagel , Produktion : SWR | HR 2008 ) .

Mauricio Kagel über die Handy- Verhältnisse in Analyse und klangkünstlerischer Umsetzung :

Die diffusen Standorte, an denen man mittlerweile mit Hilfe der Mobiltelefone kommuniziert, sind längst keine privaten, sondern betont öffentliche Räume. Man könnte das als ein “Kontinuum der Monologe mit austauschbaren Folien” bezeichnen. Zu den wesentlichen Merkmalen der üblichen Verwendung gehören der Tempowechsel der Gespräche, ihre oft störende Lautstärke und die Dichte der gleichzeitig stattfindenden Telefonate.

Das Material der “Erratischen Blöcke” fusst auf realitätsnahen Situationen; dessen Darstellung verfolgt jedoch nicht das gleiche Ziel, sondern beschreitet genau den umgekehrten Weg: Durch Zuspitzung bestimmter Zusammenhänge wird auf eine andere, ebenso mögliche Wirklichkeit hingewiesen. Die Orte und Räume der akustischen Bilder wechseln oft mit der Geschwindigkeit eines Feuerwerks, dies entspricht auch der globalen Verwendung des Handys, die zu einer vielfältigen Polyphonie sui generis geführt hat.

Eine schnelle Abfolge der Informationen, Telefonsignale und musikalischen Ereignisse sind darum Grundmassstab der Montage; Durchsichtigkeit jedoch bleibt das wesentliche Ziel dieser Arbeit. Als Kontrast zu der dominierenden Transparenz der Textur finden im Verlauf des Stückes, und zwar in fast regelmäßigen Abständen, Verdichtungen von relativ kurzer Dauer statt; sie basieren hauptsächlich auf der Gleichzeitigkeit von verschiedenen Fassungen eines Abschnitts.

Eine Polyphonie der Richtungen und Bewegungen mittels Schritten, laufenden Rollbändern (wie in manchen Flughäfen üblich), Rolltreppen, Verkehrsmittel aller Art inklusive Pferdekutschen und Tretbooten wird unter anderem Grundlage der räumlichen Artikulation. ( Mauricio Kagel )

Eine schöne Stelle zur Parallel- Lektüre bietet sich in Philip Roths “Exit Ghost” , wo der gute Nathan Zuckerman nach zehnjähriger Abwesenheit das erste Mal wieder New York betritt und dort erstaunt eine Population von atemlos in Handy- Apparate monologisierenden Stadtbenützern antrifft … |||

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Radius : Radio



||| ANJA UTLER IM ORF- STUDIO | SCHORSCH KAMERUN IM INTERVIEW | LAST.FM AUFGEKAUFT - ARD RADIO DAY “LET’S GET LOUD” | RELATED

Viel Spott und Hohn hat es ertragen , das gute alte Radio . Aber auch das ist dem Kasten sozusagen beim rechten Ende der Senderskala hinein- und beim dessen linkem Ende hinaus gegangen . In|ad|ae|qu|at  geht heute mit ein paar Impressionen akuter Radio Days auf Sendung . Und zwar

  1. pro und ex domo der aktuellen Kunstradio- Produktion
  2. über den Hörspielpreis der Kriegsblinden an Schorch Kamerun ( mit Interview und Nebenszenen ) sowie
  3. mit Vermischtem .

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ANJA UTLER IM ORF- STUDIO

Studio04 A Türe mini

Im grossen Hörspielstudio und dem legendären RP4 ( RP steht für Regieplatz ) geht heute die Literatur als Radiokunst- Produktion mit Anja Utler in ihren dritten und finalen Tag . Eben vom Berliner Festival der Jungen Literatur wieder in Wien , rückt die eben für ihren Band “brinnen” heftig akklamierte Autorin mit einer frappierend feinkomponerten Partitur in das tageslichtlose Studio-Submarine ein ::: “suchrufen, taub” - ein S.O.S. der anstrandenden , rückgeworfenen und erneut einanader überlagernden Silben . Wellen in Brechungen , Phänomen der Phoneme , unbekümmert über Wort-, Satz- und Sprachgrenzen hinweg mit stupender Artikulations- Kunst angestimmt .

Anja Studio totale 02Die Haupt- und Uhrmacher- Arbeit besteht nun im genauen Schnitt , der sorglichen Anlage und Aufspreizung in Spuren , welche sich logisch und arbeits- organisch in die 5.1- Surround- Kanäle splitten . Der schalltote Raum fern der Lärm- Welt und am letzten Ende des legendären Kafka- Ganges gelegen macht’s möglich ::: Wie gesagt , Radio Days at their very best . Zu hören ist ( wie bereits vermeldet ) diese Arbeit ín Vergemeinschaftung mit Ann Cottens kunstvoll ungefügem Klang- Diagramm eines ebenso poetischen wie profanen ( alkoholischen ?) Absturzes dann am 8. Juli sein : Stereo On Air und online , parallel in Surround via OE1DD.

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SCHORSCH KAMERUN IM INTERVIEW

Studio04 A Türe miniWie aber die Zeit bis diesem Sendetermin radiophon relevant verbringen ? - Da wäre Einerseits zu nennen das Zeremoniell der Verleihung [[ ? warum eigentlich "Verleihung" ?? > Man gibt den Preis ja nicht mehr zurück ?? ]] , also der Üb- ber- rei- chung des Hörspielpreises der Kriegsblinden an Schorsch Kamerun an 4. Juni . Ein Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt heisst die WDR- Produktion , wobei Text, Regie , Musik und Sounds selbstredend aus einer Quelle fliessen ::: Kamerun & Friends .

Ein wenig sonderbar muss es da schon anmuten, wenn ein Werk , welches erfreulich wenig pathetisch durch die Pathologie des Alltagslebens von Prekariatlern , Praktikanten und sonst durch die Polymorphen Perversionen der Post- Post- Post- Moderne Perforierter ausgerechnet im ( gesellschafts- ) politischen Miseren- Quell- Gebiet - im Plenarsaal des Bundesrates zu Berlin - zelebriert wird .

Was sagt die “Entschliessung der Jury”?

Kamerun zeichnet das bestürzende Porträt einer Generation, die zwischen Mediengeschwätz, Lifestylemode und Kaufwelt, zwischen verordneter Wahlfreiheit und allgemeiner Beliebigkeit keine Chance auf ein originales Leben, auf authentische Wünsche hat. Kameruns Menschen, leben in einer indirekten Welt, zugeschüttet mit einem Übermaß an Null-Information. Sprechen sie, zitieren sie? Ist das Plattheit oder Ironie? Und wo sind wir überhaupt? In der Wirklichkeit, im Fernsehen, in einer Talkshow, im Gespräch, in der Satire? Kamerun lässt das offen, lässt das Publikum teilhaben an der Desorientierung seiner Figuren.
Sie drehen sich im Kreis, zwischen Praktika und Projekten, zwischen Leerlauf und Wiederholung. Dazwischen leuchtet wilde Wut auf, ohnmächtige Angst, ziellose Sehnsucht. Protest wird nicht gehört, geht unter im allgemeinen Medienbrei. Hoffnung findet nur vorgefertigte Wege. In bruchstückhaften Zitaten wird an eine Zeit erinnert, in der Aufklärung und Kunst Werte vorgaben. Heute ist Verweigerung der höchste Wert. Und von den Gedanken der Aufklärung bleibt die Erkenntnis, dass man einen Gedanken eben nicht zu Ende denken kann.
Kamerun inszeniert das mit bestem Gebrauch radiophoner Mittel. Musik und Atmosphäre geben das Thema vor, ein auswegloses Kreisen in Wiederholungen, mit winzigsten Variationen,mit seltenen Ausbrüchen von intensiver Heftigkeit. In Sprache und Musik sind sehr sorgfältig Kontraste montiert, die sich gegenseitig mattsetzen. Er arbeitet mit Groteske und Komik - aber wenn man lacht, ist man zugleich tief entsetzt.
Dieses irritierende Stück Gesellschaftskritik überzeugte in der Radikalität der Aussage und dem souveränen Gebrauch des Mediums Radio.

Studio04 A Türe miniWie sagte Adorno ::: Es gäbe kein richtiges Leben im Falschen .

Was sagt der Autor ? - Ein in|ad|ae|qu||ates Mail- Interview .

czz : Wie bereits in “Eisstadt” arbeitet das neue Stück mit Dialogen und Liedern, in verschiedenen Stimmen und Stimmungen über aussichtslose Arbeit, Krankheit, Einsamkeit, dabei moderiert ein flotter MC. Handelt es sich hier um eine Art tragikomische Gesellschafts- Operette ?

Kamerun : Ich nenne das eher Überprüfungsrevue. In diesem Fall geht es mir in erster Linie um eine Dokumentation im grellen Prekären. Revue ist die Art der Patchwork- Aufstellung. Ich wollte ich auschliesslich eine - wenn auch zum Teil überzeichnete - Aneinanderreihung von Wirklichkeitsbrocken. Wo allerdings Inszenierung und Realität immer ineinander verschwimmen.

czz : Eine Show der Shows , Entstellung von TV- Freak und Talk- Shows ?

Kamerun : Ich würde insofern zustimmen das “Freak” nun mal Wirklichkeit und gut verkaufbarer Warenwille ist.

czz : Das Grelle des Unterhaltungs- Spektakels steht im Kontrast zu den grimmigen Inhalten. Verzweiflung, Krankheit und Tod werden scheinbar leichthin gemixt und touchiert, so dass die Beklemmung dem Hörer eher an die Gurgel geht denn auf dessen Tränendrüsen drückt.

Kamerun : Ich glaube, das ist auch Glückssache im jeweiligen Zugriff. Ich interessiere mich gleichzeitig für Theorie, Germany’s Next Topmodel und liebe obendrein Thomas Bernhard. am selben tag. Das ist keine verdeckte Koketterie sondern eine Fortführung meiner gewundenen Sozialisation.

czz : Bei Bernhard gibt es ja auch “Vrai-Faux”: “Das Natürlichste ist immer auch das Künstlichste”. Und das scheinbar Artifiziellste - diesmal mit Elfriede Jelinek gesprochen - ist das “natürlich” übel Übliche ?

Kamerun : Das ja herrlich. Das ist genau der Punkt der mich jeden tag zum unsicheren, zweifelnden und manchmal auch erkennenden Aufschreiber macht. Ich versuche halt den absoluten Widerspruch als Schneekönigin auszuhalten.

czz : Schreiben Sie das Skript voll durch oder lassen Sie Ihre “Mitspieler” über bestimmte Themen improvisieren ? - Im Broadcast- Magazin CUT gab es ein Mini- Interview mit Ihnen, wo von “O-Tönen” die Rede war. Was verstehen Sie unter “O-Tonen” ? - Das gecoachte Team im Studio in relativ freier Rede ? - Sie werden ja nicht mit dem Recorder draussen in der Welt herumgestapft sein und dort irgendwelche Menschen spontan nach ihren Seelenlagen befragt haben ?

Kamerun : Ich beschäftige mich mit einem zentralen Thema und dann fange ich an mit einer Gruppe darüber zu sprechen. Das klappt ja luxuriöser Weise im Theater ganz gut. Ich versuche immer über das Kollektiv zu einer Schnittmenge zu gelangen, wobei ich meine Mitspieler Innen zur Improvisation ermutige. Mich selber im Übrigen auch immer wieder aufs Neue. Ich mag neue Felder. Manchmal geht dieses Bemühen auch zu schnell und ich bin noch nicht sicher genug auf einem Gebiet. Aber das ist ja eh das Verlangen der aktuellen Umgebung.

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Studio04 A Türe miniNach der eher ungünstigen ( Nachtkritik ) bis hämischen Aufnahme ( taz ) von Kameruns Inszenierung “Der kleine Muck ganz unten” an der Volksbühne Berlin bemühte sich die taz auf die Nachricht vom Grossen Preis hin um Wiedergutmachung durch ein versöhnliches Portrait . - - - Immerhin ist fest zu halten , dass sich Kameruns “Menschenbild” bei der Schluss- Auswahl zum Hörspielpreis gegen zwei Koppelmann- Inszenierungen sowie zwei Radio- / Hörbuch- Parallel- Releases behauptete ::: Hans Magnus Enzensberger: Josefine und ich (Leonhard Koppelmann, HR 2006 + Hörbuch, Der Hörverlag November 2006) , Sascha Stanisic: Wie der Soldat das Grammophon repariert (Leonhard Koppelmann, BR 2006 + Random House Audio August 2006) sowie Matthias Baxmanns Entweder bin ich irr oder die Welt, nach Texten von Einar Schleef (Ulrich Lampen, SWR / WDR 2006 - immerhin gleich doppelt nominiert für den ARD- Online- sowie für für den ARD- Hörspielpreis .

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LAST.FM AUFGEKAUFT - ARD RADIO DAY “LET’S GET LOUD”

Was wir nach alledem nun davon halten sollen, dass der CBS- Konzern Last.fm um 280 Millionen Dollar aufgekauft hat und die ARD ihren Radio Day am 13. Juni mit dem treudeutschen Motto Let’s get Loud ! versieht , bleibe jetzt einmal dahingestellt. Inadäquat hät es da eher mit dem PR- mässig leicht kippgefährdeten Nebentitel dieser Veranstaltung :

Radio: macht an .

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kultur gespenster oderaufbrot



Dass aus der Hansa (plast) Stadt Hamburg nicht nur gespenstische Urteile ergehen , die Äusserungs- und Schreibfreiheit ( sit venia verbo ) gefährdend , erweist das Lit-. & Art- Mag. Kultur und Gespenster . Angesichts der Sammlung favorabler Anmerkungen magnifizienter Organemögen die gesammelten Guten Geister nichts weniger als das Fürsprech inadäquater Nebenstellen benötigen . Indes ::: Es Sei . Wo im musikalischen Parallel- Universum das Line- Up netter Festivals (siehe Sonar , Frequency , Lollapalooza ) bester Komment , da dürfte dies in litteris doch auch keinen Schaden darstellen .

Etwa den Finger auf eine editorische Interessenlage zu legen , welche sich - grob grob grob gesagt - mit den Konstruktionen von Realität befasst . Reportage , auctorial autobiographishe Kultur und Gespenster Cover 1 Schweibweisen , Implantantation von found footage ( Sprache , Bild , O- Ton) ins Artefakt . - - - Man betrachte nur die Wahl der mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichneten Arbeiten der vergangenen fünf Jahre ( > siehe Anhang ) , dann wird bereits an diesem willkürlich herausgegriffenen Punkt die Relevanz von ( angewandter ) Reflexion zu Fact / Fiction / Faction offenbar .

In legerer Anlehnung an Anlass- und Jahrestage ( Hubert Fichte , Peter Weiss ) nimmt die Verhäkelung jedes der Hamburger Hefte lässig auch lokale Fäden auf ( again : Hubert Fichte , J. Ph. Reemtsma und ergo Arno Schmidt ) , lässt sich bei alledem von grundlegenden Denkfädem in keiner Weise abbringen , wie etwa dem Generalbass des Nachdenkens über das Interview .

Bevor inadäquat dem p. t. Bildschirm- Betrachter im Appendix ein gnadenloses Line- Up charakteristischer Inhalte der bestehenden Kultur und Gespenster Cover 3 Hefte zumutet - positiv formuliert ist das nichts Anderes als ein Teaser - , sei noch auf ein graphisch- lettristisch- lapidares Gesltaltungs- Element hingewiesen , welches die SPRUCH- PUNKT- Agenda der späten 80er bzw. frühen 90er auf mehr oder weniger hintersinnige Weise zitiert . Das Silbenspiel der je nach Heft divers assortierten Rubriken ergibt an und für sich bereits eine Art Konkreter Poesie , wie sie , pardon , sich eben wieder chicestens schickt . Leset , und ihr werdet verstehen , what I mean :

DER SICH ENTFREMDETE GEIST / DIE BILDUNG
DIE VERSTELLUNG
DIE LUST UND DIE NOTWENDIGKEIT
DIE SINNLICHE GEWISSHEIT UND DER BETRUG ODER DIE SACHE SELBST
DAS GESETZ DES HERZENS UND DER WAHNSINN DES EIGENDÜNKELS
DAS GEWISSEN, DIE SCHÖNE SEELE, DAS BÖSE UND SEINE VERZEIHUNG
DIE TUGEND UND DER WELTLAUF

En tout court ::: DAS GEISTIGE TIERREICH UND DER BETRUG ODER DIE SACHE SELBST . Dem lässt sich wenig hinzufügen . Ausser vielleicht , dass bei aller intellektuellen Integration von High- and Low- Culture das musikalische Element ein wenig im Argen liegt . - - -

Als Side- Order nehme man deshalb das ‘Zine ODERAUFBROT zur Brust , welches die Welt als Wille und Vorstellung elektronischer oderausfbrot cover 07 Soundarbeiter präsentiert . Wie sich etwa der Leib bei tagelangem Studio- Abtauchen konkret erhält ( Thüringer Würste ) , bzw. was dem endgültigen Fade- out des over- engineered Geistes heiter entgegen wirkt . - - - Wie man sieht , braucht es kein VanVair , Cicero oder ParkAv , um Zeit und -Geist intelligent zu verschriften . -

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