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Das grossen BuchMesseN | Fair Y Tales



||| “HE WENT LIKE THAT , Spade said , LIKE A FIST WHEN YOU OPEN YOUR HAND .” - Gestern diese liebliche line des Sam Spade in Dashiell Hammett’s THE MALTESTE FALCON ( echt : in Buchform , gebunden ) gelesen und zum Motto erhoben für die Beobachtung der Ongoings am Main .

IN | FORMELLES

icon book Nach geballtem Email- plus- Papier- Post- Beschuss der Verlage ( “Besuchen Sie uns bei der Frankfurter Buchmesse , Halle x , Stand y zur Plauderei bei einem Glas z … “) sollte nun endlich Ruhe im Kanister herrschen und der Rest des Literatur- Vermarktungs- Explosiv- Materials sich in der Feuilleton- Schlacht verbrauchen . FAZ . NZZ . FR . SZ . WELT . taz . Für DRIVE- BY- MITredner / - READER gibt’s die Schnell- Schau polymorpher Pressemeldungen bzw. das Branchen- Blatt - - - den Rest erledigt Ihr Feed- Reader . Or you wanna join the informal Feuilleton- disscussion- group beside the coffee- dispenser ( Vienna’s Best instant coffee , and believe me , I DO know what I am talking about ! ) @ the Copy- Shop near Kirchengasse ( 1070 ) . |||

BLOGS

icon bookWeitere Info- Linien ergeben sich durch die redaktionellen Blogs der MSM ( etwa David Hugendicks seitenblick @ ZEIT , wir durften uns der gefühlten Stimmungsbilder des Herrn bereits anlässlich der Bachmannpreis- Berichterstattung erfreuen ) sowie durch das Marketinginstrument des offiziösen Buchmesse- Blogs . Aus Sicht des professionellen PR Bloggers ( aka Klaus Eck ) schwingt diese Form der CORPORATIVE COMMUNICATION schön mit dem Zeitgeist , gleichwohl mag Mancher Meister Ecks Liste der Blogger auf der Frankfurter Buchmesse ein wenig diffus finden .

Wie schön , dass es da die wachsamen Augen der bloggenden Literaturwelt gibt , die sich keinen Kehlmann als WELT- X für ein K U nstwerk vormachen lassen . Das nachgerade klassische Literatur- Café bedenkt die Zuerkennung des Deutschen Buchpreises an Julia Franck mit dem raffiniert vieldeutigen Wörtchen “erwartungsgemäss” , bevor man morgen , 10. 10 . , mit dem Buchmesse-Podcast 2007 anhebt . netbib ( “Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen” , # 43 ) castet übrigens ab morgen auch . ||| Update und Corrigendum : Die werten Kollegen podcasten leider NICHT live von der Fairy Fair , Sorry , ein Fall von in ad|ae|qu|atem WISHFULL THINKING . |||

Aus Buchhändlerperspektive bietet sich Dorian Popas Blogeintrag für ein Butterbrot an [ sorry , Dorin ] , bzw. man setzt sich zu dero Herren Antiquarii vom ZVAB- Blog . Mal sehen , was die , die’s ja wissen müssen , zum Thema BEST AGER - JUNGBRUNNEN DES BUCHMARKTES zu sagen haben . Ob das beliebte Blog über Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn freilich die Zielgruppe 50+ glücklich erreicht , bleibt fraglich . - Was soll’s , gibt sich StyleSpion doch angenehm pragmatisch : Sucht Euer Book By It’s Cover . |||

NOBEL | WELT | PREISE

icon bookJa , auch über die Nobelpreis- Frage ( wieder ein Donner am -stag ) darf man ich Gedanken machen , so man nicht bereits RAS DE BOL hat von sonderbaren Preisen und Orden . Von der Farce des Deutschen Buchpreises durften wir bereits berichten , nun nimmt Daniel “Keck” Kehlmann auch noch den WELT- Preis entgegen . Als , sozusagen , WELT- Vermesser von Größe und Komik deutscher Kultur . Auf gut deutsch : Für die Re- Installierung eines nicht- de|kon|struktiven Erzählens . Schnurre runter , wie man’s wieder mag . Neue Betulichkeiten ( Kehlmann , Mosebach ) und die Grossen Geschichten ( Geiger , Köhlmeier ) . Weshalb auch Julia Frank den Deutschen Buchpreis zugesprochen bekam und nicht etwa die mit zersetzender Ironie begnadete Katja Lange- Müller ( BÖSE SCHAFE , Kiepenheuer ) .

Frische Gesichter ( und stets neu direkt vom Coiffeur ) punkten PR- mässig besser . Besonders , wenn MANN ( sorry , Dudes , so isses ) der Anmassung weiblicher Literatur- Befähigung den beruhigenden Nachsatz “und Mutter zweier Kinder” hinterher schicken kann . Beim STERN klingt das dann wie folgt :

Sie ist 37, Mutter zweier Kinder und lebt in Berlin: Julia Franck heißt der neue Star am deutschen Literaturhimmel. Die Autorin wurde für ihr Werk “Die Mittagsfrau” mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Wir übergeben nun an Jurorin und Jury- Sprecherin Felicitas von Lovenberg , welche die RAISON für diese NICHT- HANSER- ENTSCHEIDUNG auf den tief empfundenen Punkt bringt :

Zur Begründung erklärte die Jury, Francks Buch überzeuge durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. “Die Mittagsfrau” sei “ein Roman für lange Gespräche”. Die Jury habe sich mit großer Mehrheit für diesen Roman entschieden, hieß es weiter. “Das Buch hinterlässt Spuren”, sagte Jury-Sprecherin Felicitas von Lovenberg. ( Tagesspiegel )

In der entsprechenden FAZ- Meldung wird diese Sprecherin und FAZ- Autorin übrigens nicht namentlich genannt . - “Lange Gespräche” also , hm , hm , hm , bis zur Verleihung des Hanser- Büchner- Preises am 27 . Oktober . - Frau von Lovenberg wird berichten . Sicher . Exklusiv .

“Da tritt der Österreicher vor ihn hin” : Nicht im Grillparzer’schen Wortlaut , sondern in dessen Geiste beobachtet Cornelia Niedermeier ( @ Standard ) mit einem Bonmot die feudal inszenierte BUBBLE des Deutschen Buchpreises :

Bescheidenheit fehlt dezidiert im Kanon der Tugenden des Deutschen Buchpreises. Sein Selbstbild charakterisiert am Treffendsten der Ort, den der Börsenpreis des Deutschen Buchhandels, Initiator der Auszeichnung, für deren Verleihung wählte: Der Kaisersaal im Frankfurter Römer, jener Ort, wo einst die Kurfürsten des Hl. Römischen Reiches deutscher Nation zusammentraten, um einen aus ihrer Mitte zum Kaiser zu krönen. Gotische Spitzbögen rahmen den Saal, darin ihre Gemälde, all die Ottos, Heinrichs, Leopolds und Friedrichs blicken ölig-ernsten Blicks auf Gottfried Honnefelder, den Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Kaisermacher der deutschsprachigen Literatur von heute. ( Der Standard )

icon bookBuchkaiser hin , glückliche Mütter her : Der Vorgeschichte von Jury und deren Zusammensetzung , abstruser Shortlist und Hanserei war nicht eben dazu angetan , Auszeichnung , handelnde Personen und Verlage ins Licht hoffnungsfroher Morgenröte zu rücken . Wir erwähnten beiläufig die ( männiglich formulierte ) Häme gegen Sigrid Löffler und deren im Editorial der LITERATUREN sowie im Deutschlandfunk berechtigte Kritik an Form , Formation und Funktion des WOULD- BE- BOOKER- Preises . Uwe Wittstock in der WELT :

2006 hat sich Sigrid Löffler dafür eingesetzt, den Heine-Preis für Völkerverständigung an den Milosevic-Verehrer Handke zu vergeben und vehement für die Freiheit geistiger Abenteurer gestritten. Umso mehr müsste sie jetzt den reaktionären Romantiker Mosebach verteidigen. Wenn sie ihm dennoch nach oberflächlicher Gesinnungsprüfung den rein literarischen Büchnerpreis missgönnt, muss man darin nicht mehr sehen als den Versuch, ihre Zeitschrift zur Buchmesse ins Branchengespräch zu bringen.

“Fatal , fatal , bemerkte Schlich / paffte und entfernte sich ” . Karl- Markus Gauss , kritisiert als “Lobbyist für die österreichische Literatur” in Personalunion von Autor , Kritiker und Juror , fühlt sich - zur Freude der PRESSE - persönlich verfolgt . “Fatal , fatal” , Skandal , Skandal .

icon bookVielleicht wäre es geichwohl von Interesse , die so übel vermerkten Argumente der Mosebach- Mäklerin ( Hubert Spiegel | FAZ ) in Ruhe durchzugehen . Nach Erledigung des Deutschen Buchpreises ( “Mit Literaturqualität hat das nichts zu tun” ) ist nun der Mosebach- Büchner- Preis dran : “Das hat etwas Perverses” . Ca se va en soi .

Pervers allerdings , wie rasch sich die Sender jetzt reissen um eine Interview- Partnerin , welche mit ihren pointiert formulierten Vorbehalten Hörer und Web- Hits bringt : Dann kann sich Print wieder alterieren , wir Blogger wiederum ( in|ad|ae|qu|at inklusive ) rennen dem Mainstream MEANstream watchend und quatschend nach usw. usw. usf . usf .

Kein Wort mehr über die Buchmesse . Wir folgen den Freaks und konzentrieren und ab heute auf den Mike Tyson- Index . Nach Strich und Faden k. o. oder schlicht nach Punkten . - Was hatte SAM SPADE doch anfangs gesagt ?! ::: “HE WENT LIKE THAT , Spade said , LIKE A FIST WHEN YOU OPEN YOUR HAND .” - Eben . |||

Musik ? ? ? - Das AUCH NOCH ? ? ? ::: Ihr habt es so gewollt und wir wissen nicht , wie verdient . WIR aber dürfen uns jetzt endlich redlich czz hörempfehlungeinem weiteren SONIC WALKER- MIX hingeben : Distinkte Töne in klarer Kalimba- Manier . File also under Mbira . Bringt allenfalls Ordnung ins Gedärm und Licht ins literaturbetrieblich verfinsterte Hirn . MINIATURAS , mixed and brought 2 You by Mexican Master IN VITRO . Now . Click . Here . - Ha le lu ja . |||

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FAZ RELAUNCH | Lasset die Frauen und Kindlein zu mir kommen



||| Mittlerweile hat es ja hinlänglich die Runde gemacht , dass sich nun auch die FAZ , nackt , wie die bisherigen Herausgeber Gottheiten sie schuf - vor die Musterungskommission eines vorgeblich zeitnahen Relaunch- Eingreiftruppe gestellt hat . Am HEUTIGEN TAGE wird das Resultat erstmal in die Hände und vor Augen der teilweise vorab verärgerten Stammleser gebracht .

FAZ picto dahinter steckt immer ein kluger kopfAus diesem Grunde ein paar Bemerkungen über die landauf , landab weitgehend in mokantem Ton gehaltenen Kommentare und es wird nun wirklich interessant , wie just das auf diverse Untergänge des Abendlandes fokussierte Blatt nun seinerseits zwischen die Argumentation- Stereotypen “JETZT FÄLLT AUCH DIE LETZTE BASTION” ( Kategorie : Kulturpessimismus ) , respektive : “WELCOME TO THE CLUB” der Fortschritts- Optimisten geraten ist .

Lassen wir faierer Weise allerdings zunächst einmal die TANTE herself zu Worte kommen und wie sie den Paradigmenwechsel legitimiert ( Quelle : Dss neue Kleid der F.A.Z. . Einladend, frisch, übersichtlich ) :

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erneuert ihr Erscheinungsbild und folgt damit dem Votum einer großen Mehrheit ihrer Leser. Von diesem Freitag an wird täglich ein Foto auf der Titelseite erscheinen. Statt der Frakturschrift FETTE GOTISCH wird eine TIMES- Schrift über den Kommentaren stehen. Längeren Artikeln auf den Innenseiten werden kurze Zusammenfassungen vorangestellt. Die bisher auf Mitte gesetzten Überschriften sind künftig linksbündig ausgerichtet. Die Linien zwischen den Spalten entfallen.

Eine ausführliche repräsentative Leserbefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab GROSSE ZUSTIMMUNG zu dieser Gestaltungsreform. Mehr als drei Viertel der Leser ziehen das neue Erscheinungsbild dem bisherigen vor. Die Neugestaltung wird in allen Alters- und Lesergruppen begrüßt, von Abonnenten wie von gelegentlichen Lesern. Besonders STARK IST DER ZUSPRUCH BEI FRAUEN UND BEI JÜNGEREN Lesern. |||

Ad FETTE GOTSCH vs TIMES dringend @ Ivos Fontwerk , bzw. Jürgen Siebert Fontblog und dessen TYPOGRAPHISCHE(r) ANALYSE schlau machen ( Ivos Font- werkt hier undercover ) !

FAZ picto dahinter steckt immer ein kluger kopfKlingt ja nett , dieser Abschied vom GOTISCHEN FETT und der proklamierten Zuwendung zu “FRAUEN und jüngeren Lesern” . Wenn Erstes freilich auf die FORM und mitnichten auf die INHALTE auswirkt , wird man seine Bedenken anmelden dürfen . Gerade mal drei Tage ist es her , dass anlässlich des Deutschen Sieges bei der Frauenfussweltmeisterschaft in einer Feuilleton- Glosse RICHARD KÄMMERLINGS eine misogyn- polemische Darstellung femininer Exzellenz vom Fussball auf die Literatur übertrug . Wir werden dem p. t. Leser ( w / f ) leider den Volltext nicht ersparen können . Der Wortlaut spricht für sich .

Wir sind Fußballweltmeisterin. Das ist ein Anfang - mehr nicht. Was kann man tun, damit diese „schönen Pflänzchen“ (Theo Zwanziger) nicht gleich vom nächsten Windhauch umgeblasen werden ? Etwas mehr “aktiver Mädchenfußball“ (Zwanziger) wird nicht reichen. Bis zur hoffentlich in Deutschland stattfindenden WM 2011 müssen alle Reserven mobilisiert werden, damit die ganze Nation wie ein, ähm, Mann hinter unserer, sorry, Mannschaft steht.

Auch die deutschen Schriftstellerinnen werden sich nicht länger drücken können, sondern dem Vorbild ihrer männlichen Kollegen folgen und ein eigenes Team aufstellen müssen. Jene golden generation, die der SPEGEL 1999 als “Fräuleinwunder“ der deutschen Literatur auf den Schild hob, hat die hohen Erwartungen sportlich ja nie eingelöst.

Elfriede Jelinek, die trotz ihrer österreichischen Herkunft naturgegebene Kandidatin für den Bundestrainerinnenposten, hat diese Misere früh entlarvt: “Einmal habe ich es mitsamt meinem Fleisch, nein, durch mein Fleisch, bis auf ein Titelbild geschafft. Das war mir mehr wert, als WM-Gold es hätte sein können“, lässt die Nobelpreisträgerin eine Figur in ihrem SPORTSTÜCK sagen und mahnt Birgit Prinz und Co. zur Bescheidenheit: “Dieses Land nimmt jede freie Stelle sofort ein, die der Sportler nicht mit sich selbst besetzt hält. So gierig ist es! Zuerst stellen sie den Sportler auf einen Balkon, brüllen wie verrückt, und dann vergessen sie ihn.“

Doch auf wen könnte DIE JELINEK , in ihrer aktiven Zeit selbst eine rasante Flügelspielerin, zurückgreifen ? Gesetzt sein dürften auf jeden Fall Routiniers wie Judith Hermann ( “Sommermärchen, später” ), Karen Duve ( “Regenschlachtroman“) oder Julia Franck ( “Die Mittagsstürmerin“ ). Ebenso ein Publikumsliebling wie Silke Scheuermann ( “Die neunzig Minuten zwischen Hund und Wolf” ). Und an Felicitas Hoppe, die zuletzt einen Roman über die heilige Johanna der Strafräume schrieb, dürfte sich der Gegner ebenso die Zähne ausbeißen wie die Literaturkritik. Wenn aber Andrea Maria Schenkel ( “Tannöd“, “Eiskalt“, “Beinhart“ ) nicht bald wieder in Form kommt, fehlt eine echte Knipserin.

Immerhin, die Defensive steht: An Katharina “Hacker“ [ ? ] in der Innenverteidigung wird man ebenso wenig vorbeikommen wie an Susanne Fröhlich, dem “Pfosten-Ich“. Doch wer wird Kapitän ? Soll man es wagen, eine Juli Zeh zu reaktivieren, die mit Werken wie “Spieltrieb“ und “Alles auf dem Rasen“ männliche Genreklassiker wie Toni Schumachers “Anpfiff“ oder “Halbzeit“ von Uli Stein und Martin Walser glatt in den Schatten stellte ? Oder wird sie wieder den Schiedsrichter in juristische Disputationen über falsche Einwürfe und den Maulkorbzwang für Terrier verwickeln ? Keine Frage, ELFRIEDE JELINEK ein schweres Amt an. [ Literatur und Fußball . Zeit für ein neues Fräuleinwunder ( Richard Kämmerlings | FAZ . 0ct. 02 / 2007 ) ] |||

FAZ picto dahinter steckt immer ein kluger kopf“LASSET DIE FRAUEN UND KINDER ZU MIR KOMMEN” , tönen also die Re- Designer der FAZ . Wie wenig sich dieses apostolische Wort in den Feuilleton- Stuben reihum gesprochen haben durch , erweist auch der bereits automatisierte Beissreflex gegen die Literatukritikerin SIGRID LÖFFLER sowie deren scharfe Bemerkungen zum unseligen Deutschen Buchpreis ( dbp - auch in|ad|ae|at kritisierte die opaken Verhältnisse bei Jury und Selektion in jenem Sinne ) . Hier der Beleg , erneut in gnadenlos abstrichfreier Abschrfit .

Hat die deutsche Literatur ein Unglück ereilt ? Oder sogar zwei ? Oder drei ? In der jüngsten Ausgabe des Magazins “Literaturen” fragt die Kritikerin SIGRID LÖFFLER , warum Martin Mosebach der Büchner-Preis zugesprochen wurde. Bevor sie eine Antwort gibt, beschreibt sie die Folgen dieser Entscheidung: Seit der Bekanntgabe im Juni (erstes Unglück) herrsche im deutschen Feuilleton die “possierlichste Begriffsverwirrung”. Anders als in manchem Vorjahr hat nämlich die Entscheidung für Mosebach ganz überwiegend Zustimmung hervorgerufen (zweites Unglück). Erst Monate später, so Frau LÖFFLER , seien die “MOSEBACH-MÄKLER” auf den Plan getreten - viel zu spät also und in der Tat “sonderbar kleinlaut und defensiv” (drittes Unglück).

Mit Unbehagen stellt die Kritikerin fest, dass es kaum noch möglich sei, einige der Bezeichnungen, mit denen Mosebach versehen wurde, ins “Diffamierende zurückzudrehen”, und mit Unbehagen liest man, dass SIGRID LÖFFLER beklagt, dass “einstige Verunglimpfungsmarken”, Begriffe also wie Anarch, Reaktionär, Kulturpessimist, Anti-Modernist oder vorkonziliarer Katholik, nicht mehr genügen, um den Stab über jeden zu brechen, dem sie angeheftet werden. Weil sie glaubt, Mosebach erhalte den Preis nicht für das Werk, sondern für seine “Gesinnung”, kritisiert SIGRID LÖFFLER vor allem Mosebachs vermeintliche Gesinnung und kaum sein literarisches Werk, das intelligent, humorvoll, ironisch, glanzvoll verschroben und manches andere mehr ist, aber natürlich auch Schwächen hat.

So dürfte ihr Vorwurf, der Traditionalist Mosebach lasse offen erkennen, dass er sich trotz stets frisch gebügelten Einstecktüchleins im Jackett in seinem Jahrhundert nicht immer ganz wohl fühle, den Schriftsteller vermutlich weit weniger treffen als etwa Tilman Krauses leidenschaftliche Versuche, Mosebach für seinen Berliner Laubenpieper-Klassizismus zu vereinnahmen. Dichter können sich ihre Gegner und Anhänger ebensowenig aussuchen wie ihre Leser und Kritiker. Ein Unglück ist das nicht . [ Glosse Feuilleton : Mosebach-Mäklerin ( igl. aka Hubert Siegel | FAZ , sept 29 , 2007 ) ] |||

FAZ picto dahinter steckt immer ein kluger kopf“KEIN UNGLÜCK” - Dies wird zu dieskutieren sein , spätesten anhand der akuten Preisverleihungen , deren Vor- und Nachreden . Zu den glüclkichen Sternstunden eines aufgeklärtem Kultur (!)- Journalismus zählt die zitierte Resentiment- Schleuder garantiert nicht .

Zurück aber nun zum - KOSMETISCHEN - Relaunch des alten Tante . Welch’ Schönes Service , uns einen Survey in Schaubildern vor Augen zu führen . Wandel der Zeiten und Design- Zeitgeister in synoptischer Sicht . Das neue Kleid der F.A.Z. - Einladend, frisch, übersichtlich . Zunächst indes der Blick zurück . Diachron . In die Tiefe der Zeit| ung . Voilá .

FAZ history

Zum Vergleich das Resultat der ÜBERHOLUNG :

FAZ relaunch

Die Vorab- Häme ( SPIEGEL … ) , besonders allerdings der SZ erhält doch einen Hauch von Haut Goût , wo das Team München - Frankfurt in Sachen “Prozess gegen vorgebliche Copyright- Verletzungen seitens des PERLENTAUCHER - in seltener Nieder Eintracht auftrat .

FAZ picto dahinter steckt immer ein kluger kopfSo sicher wie die jährlichen Überschwemmungen des Flusses Nil , wird der anschwellende Kommentar- Gesang seitens MSM- Medien sowie der Medien- Watchblogs endenewollend sein . Schliesslich wurde sogar Tobias Trevisans Re- Design der Guten Alten NZZ vom Leserbrief- wetternden Publikum gleichwie seitens konkurrierender Besserwisser relativ rasch vergessen . Allerdings hat er dann - wie ein wenig illumierendes Standard- Interview belegt - flugs die Frankfurter Weiten gesucht . |||

Zum FAZ- Relaunch

Zur Person Tobias Trevisan

Zum Prozess FAZ / SZ vs. PERLENTAUCHER

Diskussion

wortfeld 1 , wortfeld 2 , turi , Thomas Knüwer , Dinge und Wesen , Fontblog |||

Aber jetzt genug aus den Blei- , Wort- und Ressentiment- Wüsten. DIE WÜSTE LEBT nämlich auch im Minimalen , die die Release Numero 007 des Netlabesl CLEAR-CUT_RECORDS belegt . Der aus Calgary ( Canada ) czz hörempfehlungstammende Electroniker JEFF WILLETT legt mit der EP CONSCIENCE UTTERANCE ( ccrec007 ) einige Proben seines phänomenal ausgereiften Stilgefühls vor .- Diskrete Dynamiken , Farbsprengsel vor shimmering shades . Kurz , ein fundamentaler Grund , den ( nicht nur oben genannten ) Dingen gelassener in deren Fratzen zu blicken . Rhythmen addieren sich aus getaffelten Layers , changierende Texturen , Lichtpunkte und Schattenrisse . Zweifellos eine der zartesten Versuchungen , seti es Netzmusikalien gibt . Vorhang auf für ein vexirendes Spiel mit hohem Energentisierungsfaktor ! ( Click Tracks to Listen ) : 01. cu | 02. pp | 03. tm | 04. gp15 |||

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But till that morning



There’s a’nothing can harm you
With daddy and mamma standing by

Papisten unter sich bzw. -einander

Zwischen Papa Paporum ( siehe unten ) und 1- A- Eigenwerbungs-Blogine mag in|ad|ae|qu|at mit LUDWIG ANZENGRUBER dem ( von FREUD und WITTGENSTEIN oft zitierten ) Sprücherl dienen .

Es kann dir nix g’schehn ! Selbst die grösst’ Marter zählt nimmer, wann vorbei is ! Ob d’ jetzt gleich sechs Schuh tief da unter’m Rasen liegest oder ob d’ das vor dir noch viel tausendmal siehst - es kann Dir nix g’schehn ! Du g’hörst zu dem all’n und dös all’ghört zu dir ! Es kann dir nix g’schehn !

- Wenn DAS keine Hymne ist - wie von realmadscientist gefordert - damm kann ich mir auch nicht helfen . Ausserdem schützt uns Numero 38 ja vor allzu hohen Tönen - ned wahr ?

jesushAber jetzt zu den wirklich und buchstäblich hohen Tönen und deren ekklesiastischen sowie literarischen Ausformungen . Den Anfang hat MARTIN MOSEBACH gemacht mit seiner Büchenerpreis Zuerkennung . Kein laues Lüftelein eventuellen Zweifels einer solchen Zuerkennung erhob sich - ausser Schmeicheleien - im Blattwald des Fötongs united. . Und als hätte die FAZ diese Auspreisung in keiner Weise voraussehen können , stand bei der Verkündigung dieses renommiertesten Aller Literaturpreis längst der neue Mosebach - Roman Der Mond und das Mädchen in Fortsetzungen doch schon von langer Hand geplant im Blatt . - ” Das ist” , räumt sogar FAZ- Redakteur Hubert Spiegel ein ,

kulturkonservativ, gewiss, aber die Einzigartigkeit des konservativen Intellektuellen Mosebach liegt nicht zuletzt darin, dass seine Kulturkritik nie Larmoyanz, sondern stets Vitalität verströmt; sie kommt aus der Fülle. So ist auch sein immenses historisches Wissen immer unmittelbar mit der lebendigen Gegenwart verknüpft. Weil der Zeitgeist ihn wenig, aber die Zeit, in der er mit uns lebt, sehr wohl bekümmert, bedeutet die Begegnung mit Martin Mosebach und seinem Werk das Erlebnis einer Geistesgegenwart, der viele Zeiten gegenwärtig sind.

- Hm , wie war das noch : konservativ aber in guter Verlinkung zur Gegenwart , vitale Kraftquelle einer produktiven Reibung ? - Herrjesus , so kann man es AUCH formulieren .

jesushEn tout court bricht sich hier in der sacrosankten Akademie für Sprache und Dichtung ein Konsevativismus Bahn , welcher auch so famose Denker und Dichter wie Brigitte Kronauer und Oskar Pastior bedenkenlos in sich aufsog , so recht aber erst mit den Nominierungen Durs Grünbeins und Wilhelm Genazinos zu sich fand . Immerhin kam man erst auf die Pastior- Idee, als dieser längst zu hinfällig war , Preis und Ehre zu Lebzeiten anzunehmen ( wodurch der Preis ein lediglich eine weitere PR- Aktion der Botschaft “Wir sind ja doch progrsssiv” darstellt ) . - - - Die späte Auszeichnung Friederike Mayröckers im Jahre 2001 verdankte sich nichts Geringerem aks dem Abgang ines Jury- Mitgliedes , welches die Auspreisung dieser Auorin - wörtlich “nur über meine Leiche” gestatten wollte .

Immerhin , sie hat ihn jetzt , die teusche Urmutter solcher Peise und ein Schuft sei’s , der daran dächte , das dieser etwa als Trostpflaster für die die von Ernst Jandls Tod im Juni 2000 gerissene Wunde gedacht war . . .

jesush Ohne langes Fackeln mag man Mosebach als Teil jener - seit dem anschwellenden Bocksgesang Grünbeins - nun fortschwellenden Konservativen Revolution sehen , deren Enzensbergers, Strauss’, Ransmayrs und Handkes man kennt und nent . Never mind their beginnings - deren Frühbücher zählen nioch immer zum Besten zwischen Buchdeckel gepresster deutscher Zunge . A propos gepresstes Züngeln : die Vermutung , Mosebach habe dem @ Enzensbergers ANDERER BIBLIOTHEK erschienenen Benimmbuch Asfa-Wossen Asserates als Ghostwrighter ein wenig die Sporen gegeben , wurde nie wirklich aus der Welt geschafft .

jesushWenn Mosebach in seinem jüngsten Hanser- Pamphlet gegen die Häresie der Formlosigkeit und zugunsten der Vorkonzils- Liturgie eintritt ( Häresie der Formlosgkeit , die römische Liturgie und ihre Feind ) , fliesst damit Wasseer auf mehrere Mühlen (und die GOttes mahlen bekanntlch langsam ) ::: Mögen sich Esoteriker aller Couleurs an der Wiedereinführung einer mystischen Latinität im ehedem “Volks´gottestdienst erbauen , jubelt die koservative kathpress vernehlmich und bleibt uns Lesern das schale Gefühl , ein solches in Lob als Kehrtwendung von Joris-Karl Huysmans‘ Bekehrung von der Dekadenz ( À rebours , 1884 ) ,Satanismus ( Là-bas , 1891 ) bis hin zum “Catholicisme si póetique” . Der Schweizer Rezensent , welcher Mosebachs Traktakt aus protestantischer Perspektive immerhin noch originell finden könnte , wird wohl einzig in der deutsch-sprachigen Rezensionenwüste bleiben .

Katholerer aller Länder Vereinigt Euch , denn jetzt hat kein Geringerer als PONTIFEX MAXIMUS aka Papa Razzi sämtliche Protestanten , Reformierten usf. von der nährenden Mutterbrust der Hl. Kathol. Kirche hinweg gerissen . Am unverbrämtesten wissen dies natürlich die Schweizer , weshalb ein Zitat aus der NZZ vom 11. 7. par pro toto angeführt sei [ Unterstreichungen von mir ] :

Katholische Kirche beharrt auf Einzigartigkeit | Der Vatikan betont Treue zur eigenen Identität auch in der Ökumene

Der Vatikan hat in einem am Dienstag veröffentlichten Dokument die Einzigartigkeit der katholischen Kirche bekräftigt und daran festgehalten, dass den Reformierten der Status einer Kirche nicht zustehe.
Die Kongregation für Glaubenslehre hat am Dienstag ein von Papst Benedikt XVI. gutgeheissenes Dokument veröffentlicht, in dem bekräftigt wird, dass die von Christus gestiftete Kirche allein in der katholischen Kirche umfassend verwirklicht sei, während die aus der Reformation hervorgegangen Gemeinschaften nicht Kirchen im eigentlichen Sinn genannt werden könnten. [ ... ] Mit dem neuen Dokument wendet sich der Vatikan, wie die Glaubenskongregation schreibt, gegen die selbst in katholischen Kreisen immer noch verbreitete Auffassung, dass das Zweite Vatikanische Konzil die alte Lehre über das Selbstverständnis der katholischen Kirche verändert habe. Es sei zum Teil suggeriert worden, dass man sich die Kirche Christi nur noch als Summe von mehreren Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften vorzustellen habe oder dass die Kirche Christi eher als ein Ziel denn als Wirklichkeit zu verstehen sei. [ Fortsetzung : Anhang ]

Folgt jetzt nur noch die Rückkehr zur lateinischen Sprache im sog. “Volxgottesdienst” und der backlash ist perfekt . Und alles in / aus deutschen Händen : Gelobet und gepreiset der Hl. Martinus , der Hl. Benedict sowie der Hl. Edmund Schäuble . Seelenheil guaranteed , Amen .

Den einzigen gültigen Heuler zum Mosebach- Hype übrigens finden wir - selbstredend NICHT in der taz , sondern im TITEL- Magazin , wo Carl Wilhelm Macke in der Rubrik ” St. Manufactum “ den Mosebach’schen Rosenkranz Perle für Perle durchknetet . Hurra und Hallelujah . Mehr , mehr , mehr von solchem Manna !

Weiter mit der Aushorcherei des Labels No Type - einem tatsächlich raren Provider von störrischen Erkundungsgängen zwischen Musik und Ars czz hörempfehlungAcoustique . Querköpfe und -Schläge statt den netlabel- üblichichen plug-in- Schraffuren der immergleichen Loopz . Im Falle des Klangbastlers und Acousmaten Nicolas Bernier und seiner EP Ail et l’eau faille [ No Type NT 097 / 2007 ] ist der klappentext zu schön , um unter den Teppich gekehrt zu werden . QUOTE ::: To make machine music so imperfect that it would become more human than human, so we can’t tap the beat on a metronome but instead feel it the way you should feel it like a trek on the rocks that almost made you trip yesterday but all this naivete how could it be so you don’t care good neither do I. UNQUOTE - Kurz gesagt : Das Unerwartete erwarten . 01.Propriétaire d’un chat aux grands yeux , 02.Sombre désert , 03.La tortue , 04.Je ne juge pas , 05.La ville est en feu (modulations) , 06.Les écureuils réchauffent les arbres , 07.Montauk . Sind eben auch Singer & Hüpfer dabei , müssen Se aber schon selber suchen und finden !

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