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NEUES VON FREUNDEN



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Sabine Scho farben cover

WIEN : REINHARD- PRIESSNITZ- PREIS

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Noch im Juni musste sie beim Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb den Schwarzen Peter zu hoher Abstraktion einstecken ( Kategorie : Flacher Fun- Faktor ) , vorigen Montag wurde die östereichische Autorin Angelika Reitzer just für die Komplexität ihrer Texte mit dem Reinhard- Priessnitz-Preis 2008 ( und 3.700 € ) belohnt .

Mit dieser Auszeichnung haben die Juroren Gustav Ernst und Robert Schindel quasi ein bisschen Engel der Geschichte gespielt und dazu beigetragen , kränkende Kürzel ( “Wie nervend darf ein Text sein ?” ) durch eine explizite Ermunterung zu überschreiben :

Angelika Reitzer beeindruckt durch ihren souveränen Umgang mit Sprache. Ihre poetischen Bilder bestechen durch Präzision und Sparsamkeit. Im gekonnten Einsatz von Schnitten und Überblendungen, von Schärfe und Unschärfe und Lichtführung wird ihr Blick Kamera und ihre Erzählungen werden gleichsam zu Filmen.

Weiteres mag man in Reitzers jüngstem - ihrem dritten - Buch “Frauen in Vasen” ( Haymon ) sowie in ihrem sporadisch bespielten Blog “angelika express ” nachlesen .

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BERLIN : DAS ZWEITE BUCH

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In einer Glosse für das “Börsenblatt online” hat Rainer Moritz Anfang Jahr auf das “Problem des zweiten Buches” hingewiesen : Hinsichtlich der Wahrnehmungsbereitschaft für die zaudernd zweite Publikation eines eben noch als “Letzter Schrei” verhandelten Debütanten liege es mit der Literaturkritik im Argen :

Es geht um zweite Bücher, um jene Versuche von Autoren, den sympathischen Geruch des talentierten Debütanten abzustreifen und sich ein ‘Standing’ im Betrieb zu erarbeiten. Erste Male zeichnen sich, nicht nur in der Literatur, oftmals durch schönste Unbekümmertheit aus, die noch nicht von der Bürde übergroßer Reflexion belastet ist.

Das zweite Buch jedoch, womöglich das, das die Anerkennung, die das erste erfuhr, bestätigen soll, ist nicht selten eine schwierige Geburt. Die Literaturkritik trägt in letzter Zeit selten dazu bei, zweite Bücher angemessen zu begleiten. Natürlich, mag mancher Redakteur ausrufen, haftet diesen Zweitlingen nicht das Überraschende oder gar Sensationelle an, das sich herausstellen ließ, wenn ein unbekannter Autor am Firmament auftaucht.

Diesem frischfleischverzehrenden Phänomen setzt das Literarische Colloquium Berlin beherzt die Reihe “Das zweite Buch” entgegen und wartet mit seiner Veranstaltung am Mittwoch mit zwei unzweifelhaften poetischen Temperamenten auf : Hatte Nico Bleutge bereits mit “klare konturen” ( C. H. Beck 2006 ) eben diese erkennen lassen , empfing sein eben beim nämlichen Verlag erschienener Gedichtband “fallstreifen” sofort spontanes Lob .

Schwieriger , da in der Interzone zwischen Berlin und São Paulo pendelnd und in einem kleineren Verlag zuhause , hat es die energische , dem Klischee der elegischen Poetin entratende , Sabine Scho : Ihr erstes , von Thomas Kling edierte , Buch “Album” eben bei kookbooks in striktem Schwarz- Weiss wieder aufgeelgt , dicht gefolgt von einem nicht minder bibliophil gestalteten Band “farben” ( siehe Titelillustration ) . “Gemessen an den Ansprüchen, die wir an unsere Lebenswirklichkeit zu stellen gewohnt sind” , schrieb Liesl Ujvary in einem Textportrait ( pdf ) ,

… ist die Realität dieser Gedichte rücksichtslos, unangemessen, wahr. Es sind kompromisslose poetische Lehrstücke, ganz up to date und total lebendig.

Zwei Stimmen , welche , wie wir hoffen , auch @ in|ad|ae|qu|at zu vernehmen sein werden . - Literarisches Colloquium Berlin , 29. 10. 2008 , 20 H .

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WIEN : THE ATROCITY EXHIBITION

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Etwas heftiger wird es zugehen , wenn die Weirdo- Spezialisten Thomas Ballhausen und Edlinger ( Thomas , fm4 ) am Donnerstag im Literaturhaus die deutsche Neuauflage des seit 1970 unter verschiedenen Titeln verlegten hoch psychotischem Komposit- Romans “The Atrocity Exhibition” ( aka “Love and Napalm : Export U.S.A.” ) von J. G. Ballard präsentieren .

Liebe & Napalm – The Atrocity Exhibition” - als Band Zwei der im ehemaligen Frauenverlag , heute Milena , lancierten Reihe “exquisite corpse - Schriften zu Ästhetik , Intermedialität und Moderne” ein in der Tat starkes Stück . In der Sprache des inter- inter- meta- “projekts berggasse” formuliert :

miss k. + mr e. beschallen danach wieder gerne mit ihrer konzeptgeplagten lieblingsmusik die hallen des literaturhauses.
wir laden alle literatur-freaks und diskurs-(mit)tänzer ein, bei wein, bier und/oder saft mit uns zu diskutieren, zu tanzen und das neue buch zu feiern.
in diesem sinne, diesmal ein melodisches ‘you’ll see the horrors of a faraway place, meet the architects of law face to face

Na ja , dann … Literaturhaus Wien , 30. 10. 2008 , 20 H

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HIRN & WIEN MODERN

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Der spannenste Teil des fortgeschrittenen Wiener musikalischen Lebens ereignet sich sicherlich zur Zeit im Rahmen von WIEN MODERN , obgleich uns nicht ganz einsichtig sein will , warum sich ein Festival dieser Klasse einem Modethema wie der Hirnforschung andienen soll .

Egal , das Motto diesjahr lautet jedenfalls “Musik und Gehirn” und man ist sich nicht zu schade dafür , auch en makabren Ort des josephinischen Narrenturms ( aka Pathologisch-anatomische Bundesmuseum ) künstlerisch zu bespielen .

Lassen wir solchem Location- Exotismus einmal beiseite , ist mit Künstlern und Komponisten wie Peter Ablinger , Georges Aperghis , Harrison Birtwistle , Pierre Boulez , Brian Ferneyhough , Marino Formenti , Beat Furrer , Clemens Gadenstätter , Katharina Klement , Ernst Kovacic , Helmut Lachenmann , Bruno Maderna , Isabel Mundry , Enno Poppe , Salvatore Sciarrino , Karlheinz Stockhausen oder Iannis Xenakis für ge- höriges Brainfood gesorgt ( wie teilsweise bereits in Donaueschingen zu erleben ) .

Ein interessantes Komplement könnte dazu die Ausstellung “HÖREN hören” mit Arbeiten von Peter Ablinger in der Kunsthalle Exnergasse bieten ( Eröffnung , heute , 29. 10. ) :

Die Ausstellung ‘HÖREN hören‘ macht an zentralen Stationen von Peter Ablingers Arbeit seit den frühen 1990er Jahren Halt. Der Besucher taucht ein in eine Welt des Hörens, des Rauschens, Weißen Rauschens, der Summe aller Klänge. Die ‘Phänomenologie des Hörens‘ seines ehemaligen Lehrers Gösta Neuwirth geht den Untersuchungen Peter Ablingers voraus. Das Abziehen aller Zuordnungen, Bedeutungen und Konventionen, das Überwinden des Materials zugunsten einer Idee bildet einen Grundgedanken in dem der Konzeptkunst nahe stehenden Auffassung Ablingers. Als Konsequenz hören wir auf von Musik zu sprechen, nennen wir es Klänge oder noch besser: Geräusche.

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SWR : RADIOKUNST ON AIR

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HÖREN !” dürfte man ja jetzt copyrightfrei nach Manier der TV- Büchersendung rufen , wenn am Freitagabend auf SWR2 Anja Utlers mit dem Karl- Sczuka- Förderpreis ausgezeichnetes Literatur als Radiokunst- Stück “suchrufen , taub” nochmals zu vernehmen sein wird :

Das Hörspiel vom Hörspiel - Das Förderpreiswerk und Ausschnitte weiterer Werke aus dem diesjährigen Wettbewerb um den Karl- Sczuka- Preis” - SWR2 : Freitag , 31. Oktober , 22.03 H .

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WIEN | BERLIN : MONAT DER FOTOGRAFIE

Dass Mittwoch , 30. 10. der “Europäische Monat der Fotografie” startet und mit diesem ein lichtbildnerisches Panoptikum in Wien , Berlin , Bratislava , Luxemburg , Moskau , Paris und Rom will kaum mehr auf die sprichwörtliche Kuhhaut dieses Postings passen .

Allerdiings werden wir in|ad|ae|qu|at per “Salon Littéraire” und mit Akut- Ansagen den Themenkreis mehrmals queren . Die Wiener Zentrale eröffnet jedenfalls am Donnerstag ( 19 H ) im MUSA mit der Ausstellung “MUTATIONS II. Moving Stills” , das Wien Museum hatte es terminlich eilig und die Schau “Elfriede Mejchar - Fotografien von den Rändern Wiens” bereits vorige Woche eröffnet .

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KLANGAPPARAT

Visionär wie eine Glaskugel . Exotisch wie ein mundeblasenes paper- weight , in welchem psychedelische Muster schillern . Und ein wenig czz-hoerempfehlungkitschig wie die berühmte Schüttel- Schnee- Kugel : Zweifellos bezieht sich des Tirolers Beitegeuze ( aka Thomas Berberich ) EP “Concorde” weniger auf die so genannte Überschallfluapparatur denn auf den Einklang der ‘concordia’ . Indien meets ambient goes Japan : Dass das Graz | Wiener Netlabel l a r i d a e durchaus auch härte Klänge virtuos anspielen kann , wissen in|ad|ae|qu|ate Leser nur zu gut ( hier , hier , hier , hier und hier ) . Release 43 diesmals also auf den polymoph diversen Spuren der Sound- Experimente Bill Laswells : Nicht Schlimmeres soll uns g’schehn ! - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) -

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sound bites



Grosse Dinge geschehen und man kriegt sie immer viel zu spät mit . Zum Beispiel die CICERO-Liste der 500 angeb- & massgelichen deutschen Intellektuellen . Steht natürlich nicht so im Netz . Print-Kerngeschäft . Immerhin lässt sich aus dem beleidigten Kommentar des SPIEGEL-Online-Schreibers Reinhard Mohr ( 2006 : Numero 364 , 2007 : Numero 483 ) entnehmen , dass in dem von Papa Ratzi angeführten Ranking, MRR Platz 5 belegt …QUOTE ::: “Danach folgen Peter Handke, Elfriede Jelinek, Elke Heidenreich, Alice Schwarzer, Jürgen Habermas, Hans Magnus Enzensberger, Wolf Biermann und Botho Strauß - Bekannte und Vertraute aus jahrzehntelanger Hassliebe. Zu den größten Aufsteigern des Jahres zählen SPIEGEL-Autor Henryk M. Broder (+ 255), die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek (+239) und “taz”-Chefredakteurin Bascha Mika (+221).” UNQUOTE .

Hm - - Jelinek als Deutsche , alte GraSSler, DDR-Schergen ( H. Kant ) , Stasi-Spitzel ( S. Anderson ) ::: Aus einer solchen Societät tritt der Berichterstatter mit Pomp und Aplomb feierlich aus , fi donc ! - - - Wäre halt interessant gewesen , ob Musiker / Composer in solchen Brevieren als “Intellektuelle” gelten . Gleich , ob Helmut Lachenmann , Blumfeld , Fanta Vier oder Fehlfarben ::: Die haben fraglos allesamt und je nach Geschmack doch wohl was zu sagen ? - - -

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Nun aber zur zweiten , gestern sanft über unsere Lande wandelnden Kraft ::: Der 25 . 4 . 2007 war nämlich zum “Aktionstag gegen Lärm” ausgerufen worden . Oder - unter Verwendung eines weiteren Four-Letter-Wortes gesagt , pardon , geflüstert ::: nämlich zum I.N.A.D. ( International Noise Awareness Day ) .

Lärm International Noise Awareness Day logo INAD

Dies dürfte - einigermassen selbstredend - so leise geschehen sein , dass Keiner hinging . Jedenfalls nicht in Wien , wo das Klangforum des Yannis Xenakis’ dezibelstarke Balett-Komposition KRAANERG vor grossem Auditorium gab . Selten stimmig der Titel ::: crâne ( frz. , Hirnschale , Schädel ) + erg ( Energie ) >>> KRAANERG . - - - Das Hirn hinter p. t. Listener’s Stirn vibrierte wirklich ziemlich . - - - Live on stage jede Menge Streicher und ein Wald von geblasenem Holz , im Wechsel mit Zuspielungen von elektroakustisch gestauchten Reverbationen . Gerade was die Electronix anbelangt ::: Selten darf man selbige in so perfekter Beschallung erleben . Surround anno 68 , kein Bröserl . - - - Am 10. 5. geht der Konzertmitschnitt dann On Air . Null Chance also für die Anbieter des zur Ohrschonung entworfenen DJ-Führerscheins .

lärm wear ear protection

Und da man sich ja sonst nichts gönnt , erwarb inadäquat vor einem dreiviertel Jahr eine Konzertkarte , verlegte sie , gab sie in Verwechslung bereits an fremde Personen fort . Die standen dann ein bisschen dumm mit ihren Jazz-April-Tickets vor dem livrierten E-Musik- Januar-Karten-Abreisser herum . - - - Da indes (( mit einem vom trefflichen Klaus Hoffer dem imaginären Völkchen der Bieresch zugeschriebenen Sprichwort formuliert )) die Hunde immer wieder an den Ort des Verbrechens zurückkehren , war Fortuna gnädig und spielte die Karten retour . - - - Tonight , proudly presenting ::: Wayne Shorter on stage mit dem Repertoire der Lebensretunngs-CD des vorigen Jahres ::: BEYOND THE SOUND BARRIER . Grammy Award for Best Jazz Instrumental Album, Individual or Group 2006 , was für eine nahezu kakanischer Katarakt von Kategorien ! - - - Förmlich zum Ohrenzuhalten .

Lärm Gehörschutz

Für den Sozial-, Psycho- und Kommunikationsklang macht sich diesnächtens übrigens auch das Radio stark . Die honorigem Sound-Explorer c/o ZEIT-TON ( Radio Österreich 1 , 23:05 ) portätieren die Schriftstellerin , Klang- und Medienkünstlerin Liesl Ujvary . “Technikaffin” schrieb unlängst ein Jungredakteur in seine Zeitung hinein . (( Nein , sicherlich nicht , nie und nimmer, da war mitnichten der Subtext “Und das als Frau … ” zu vernehmen . )) - - - Wir sind ja schon und schön wieder still . Gestrigem Leisetreten nachlaufend . Hauchen aber eben noch den Hinweis auf den Live-Stream des Senders herüber sowie auf die Möglichkeit , Sound Bits & Bites von the Artist’s Homepage downzuloaden . Ende der Durchsage . Fein leise im Kreise .

Lärm ear protection

Ein bisschen laut wird es auf der heutigen grand opening des ersten Wiener Kunstsupermarktes M-ARS wohl ab- und zugehen . Mit dem je passenden - de gustibus non est disputandum - Schutz für die zarten Öhrchen versehen , kann man sich beruhigt unter die Kunstis werfen . Die waren ja zuvor , als die Location noch ein Plus / Zielpunkt- Discounter war , dort eher selten anzutreffen . Warum die M-Ars-ianer als New Kids on the Block auch gleich das Nebenhaus vom Giebel bis zur Sohle mit weisser Farbe übergossen ??? - Wer weiss . White Cube rules . Auch baulich Surround . -

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