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NEUES VON FREUNDEN



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Neurath After Neurath exhibition STROOM 2008 poster

HEIMRAD- BÄCKER- PREIS : NAMENTLICH DAMENSACHE

czz neues von freundenWenn ein exzellent beleumundeter Preis für eine abseits des Hauptstroms ( “Men- Stream” ) navigierende Poesie zum ersten Mal an drei Ladies geht , kommt dies schon einer kleinen Kulturrevolution gleich : Zweifellos ist es dem engagierten Einsatz der als Co- Jurorin agierenden Preisträgerin des Vorjahrs , Elfriede Gerstl , zu danken , wenn der Heimrad- Bäcker- Preis anno 2008 unter femininen Vorzeichen steht : Der “Hauptpreis” wurde Waltraud Seidlhofer zuerkannt , die beiden Förderpreise gehen an zwei ( im in|ad|ae|qu|ten “Salon Littéraire” bestens eingeführte ) Autorinnen der jüngeren Generation : Monika Rinck und Lisa Spalt -

Die Preisübergabe wird am 2. Juni über die Bühne des Linzer Stifterhauses gehen . Bleibt nur zu hoffen , dass der mediale Nachhall dieser Auszeichnung verschont bleiben wird von jener sonderbaren Ranküne Missgestimmtheit , wie sie sich in den Berichten von Standard und NZZ über den Meraner Lyrikpreis formulierte . - In beiden Fällen wurde ein Vorbehalt Unbehagen in fast schon beleidigende Worte , Anspielungen und Zitate gegossen - mitnichten allerdings etwa nachvollziehbar argumentiert . In neidloser Anerkennung der Ausgezeichneten , der Jury sowie der allgemeinen Stimmung äussert sich dahingegen ein preislos gebliebener Mitstreiter ( im Titel- Magazin ) . |||

NEUES ZU NEURATH

czz neues von freundenDass wir hier in|ad|ae|qu|at besonderes Interesse für den österreichischen Sozialökonomen , Philosophen und Pionier der Bildstatistik ( ISOTYPE ) , Otto Neurath ( 1882 - 1945 ) hegen , dürfte kaum zu übersehen gewesen sein . Seit Monaten verfolgen im exzellenten Blog “20th centuy avant- garde” die Nachrichten über die Den Haager Ausstellung “After Neurath - The Global Polis” ( + Webfile : Materialien ) . Nun kommt deren Kurator , Nader Vossoughian ( New York Institute of Technology ) nach Wien , um Projekt und Katalog zu präsentieren .

The exhibition focuses on Otto Neurath’s relationship with architecture and his influence on urban development. Especially his ideas about the democratization of public space and how to reconcile the intimacy and tangibility of the ancient polis with the anonymity and diversity of the global metropolis have been very influential to protagonists like Paul Otlet, Cornelis van Eesteren, Margarete Schütte-Lihotzky andLe Corbusier and resound in mainstream architectural and urban thinking of today. ( Nader Vossoughian - more @ YouTube)

Die “Österreichische Gesellschaft für Architektur” gibt die kaschiert die Präsentation eines ( offenbar “LEIDER NEIN” von österreichischen Museen übernommenen ) Ausstellungsprojekts unter der Sigle einer “Buchpräsentation” des Kataloges “Otto Neurath - The Language of the Global Polis” . Immerhin wird man den Katalogautor und Kurator nach dessen Vortrag in deutscher Sprache und in Anwesenheit österreichischer Fach- und Sachkollegen fragen dürfen , wie es kommt , dass Neurath international als Vordenker gefeiert wird , während er in Wien zwar von Kulturwissenschaftern , Medientheoretikern und Philosophen fleissig gelesen wird , eine repräsentative Ausstellung abseits des kleinen Wirtschaftsmuseums allerdings weiterhin fehlt . - Heute , 26. Mai 2008 , mica , 1070 Wien , 19.00 Uhr . |||

MULTISPOT- MITTWOCH : 3 LESUNGEN

czz neues von freundenWer über die beneidenswerte Gabe der Bilokation ( Tri ~ , Multi ~ , Poly ~ ) verfügt , kann am Mittwoch , 28. 5. , aus dem Vollen schöpfen . In Salzburg startet das Literaturfest mit einer transnationalen ( A - D - CH ) , transkulturellen ( Yoko Tawada ) , transmedialen ( Brigitta Falkner - demnächst in diesem Salon ) , transdialektischen ( Franz Schuh ) , transalpinen ( Franz Hohler ) und transrapiden ( Gert Jonke ) “Bunten Abend” ( sic ) . Details und Programm @ www.literaturfest-salzburg.at .

Zur Finissage von Silvia Gröbners Ausstellung “Das Rotlicht des Lebens” gibt Liesl Ujvary eine Lesung aus ihren “Alphaversionen” : Ein schön rekursives Setting , zum “Omega” der Schau das “Alpha” eines stets sich erneuernden Denkens . Intakt Galerie , WUK , 1090 , Währinger Strasse 59 , Stiege 3 , 1. Stock , 19:00 Uhr .

Drittens gibt Anselm Glück in der Alten Schmiede eine seiner legendären Freisprech- und Gesten- Rezitationen , zu | aus seinem Jung und Jüngsten Roman “Die Maske hinter dem Gesicht” . You know , what you’ll miss ! |||

FESTIVAL EUROPÄISCHER DICHTUNGEN

czz neues von freundenOhne den Anspruch geballter “Festivalisierung” lässt das Literarische Quartier Alte Schmiede sein bis inklusive Juli in locker gestreuter Veranstaltungsfolge konzipiertes “Festival Europäischer Dichtungen” konzentriert beginnen : Franz Josef Czernin ( siehe “Literatur als Radiokunst” 2006 ) liest aus seinen Aufsätzen zur Dichtung “Der Himmel ist blau” ( Urs Engeler Editor, 2007 *) , um sodann mit dem - selbst ungemein literarischen - Philologen Hans- Jost Frey einen prokuktiven Dialog aufzunehmen . ( * Webpage Engeler derzeit nicht erreichbar )

Zu dem für die “Alte Schmiede” ungewöhnlichen “Festival”- Format äussert sich Kurt Neumann im Interview mit dem “Standard” ( 25. 5. ) offensiv :

Es ist vielleicht das erste Mal, dass ich es terminlich so konzentriere und so deklariere. Dichtung kommt bei uns laufend vor, wahrscheinlich in dieser Konsequenz als einziger literarischer Institution im deutschen Sprachraum neben dem Lyrikkabinett in München. Es ist nun ein Vierteljahrhundert lang Gehirnwäsche betrieben worden, indem durch Sendungen wie das Literarische Quartett oder den Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb in den Medien die Gleichung hergestellt worden ist: Literatur = erzählende Literatur = Roman. Das ist natürlich ein kapitaler Irrtum. Das Festival gibt Gelegenheit, sich über die vielen Besonderheiten der Poesie klarzuwerden. ( … )

Glücklicherweise kann man mit Gedichten kein Geschäft machen. Daher geht es dort immer um Literatur pur. Um ein autonomes Gestaltungsfeld, jenseits von kommerziellen Rücksichtnahmen. Das schafft natürlich einen ästhetischen Freiraum. ( …. ) Und es ist eine Binsenweisheit, dass man Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Gesellschaft nur von ihrem Rand aus gewinnen kann …

Zur vergleichenden Lektüre bietet sich das Programm der am vergangenen Wochenende in Hildesheim zu Ende gegangenen Festivals “PROSANOVA - Festival für junge Literatur” , ausgerichtet in allen Formen des Performativen vom Team der Zeitschrift “BELLA triste” . Bestens 2.0 formatiert via MySpace- Portal … |||

KULTURWISSENSCHAFT : VOM ENDE DER SPRACHE …

czz neues von freundenDa passt der heute im “Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften” ( IFK ) angesetzte Vortrag des Sprachwissenschafters Jürgen Trabant im Sinne einer philosophischen Reflexion der Voraussetzungen bzw. des gesellschaftlichen und medialen Umfeldes jedweden denkerischen und poetischen Unterfangens nachgerade ideal .

Vom Ende der Sprache” handelt einerseits von den unaufhörlichen Strömen aus Gerede und Geschwätz , anderseits aber auch von den “anthropologischen Konsequenzen des massiven Übergangs zu den Bildern, zur Musik und zu anderen Formen nichtsprachlicher Semiosen” . Wer Trabants über Jahrzehnte waches Interesse an medialen Entwicklungen kennt , braucht keinen tumben Kulturpessimismus zu fürchten . IFK , 1010 Wien , Reichsratsstrasse 17 , 18:00 Uhr . |||

… ODER : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN

czz neues von freundenEine Präsentation des vom Netzwerk eop ( Emergence of Projects ) langfristig initiierten Dialogs zwischen ( bildender ) Kunst und den Wissnschaften findet am 29. 5. , im “MUSA - Museum auf Abruf” statt : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN wird - auf Basis umfangreicher Befragungen von Kunstschaffenden und Wissenschaftern - die Produktionsbedingungen von Kunst anhnd von 24 Dialogen zu konkreten Werken erhellen . Genaueres wird man am Donnerstag live im MUSA erfahren ( 18:00 Uhr ) . |||

KLANGAPPARAT

Mit ein paar energischen Tracks wollen wir in|ad|ae|qu|at eventuell müden Montagsmodellen entgegen treten : Oder wollte sich Jemend etwa czz hörempfehlunggegen eine “Levitation” verwehren ?! - Selbige verspricht der Klangmaschinist | die ??? | das Pseudonym “PinoCchio ” , welches auf dem Jenaer Netlabel Konsum Productions eine EP veröffentlicht , deren Tracktitel sich trefflich zu den heute verhandelten Themen verhalten . Auf also zum behenden Sprach- und | oder Gestaltungs- Walten . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. carbon fire | 02. pain | 03. confusion never stops | 04. negotiation |||

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Out now : Oliver Sacks “Musicophilia” auf Deutsch - “Der einarmige Pianist”



||| OUT NOW | MUSIK IM IPOD- ZEIALTER | NICHTS NEUROLOGISCH NEUES ? | FREAK SHOW ? | IM INTERVIEW : ZU POSITIV ? | IM INTERVIEW : DROGEN UND SYNÄSTHESIE | IM INTERVIEW : AUDIO @ NPR , VIDEO @ YOUTUBE | SCHÖNES FEATURE ÜBERS HÖREN UND ANDERE PHANTOME | VORABDRUCKE | KLANGAPPARAT | LINKS

OUT NOW

listen papunet netSeit Sommer 2007 kam man auf englischsprachigen Seiten für Wissenschaft , Musik und Hirnforschung kaum an den Chroniken eines angekündigten Fach- , Sach- und Lesebuchs vorbei : Die Ankündigung von Oliver Sacks‘ neuem Werk über die Auswirkungen von Musik auf Differenzierungsleistungen im Gehirn , Musiktherapie bei neurologischen Krankheiten wie Parkinson weckte hohe Erwartungen in Fach- und Laienkreisen . Als “Musicophilia - Tales of Music and the Brain” endlich am 16. Oktober bei Alfred A. Knopf erschien , gab es für die Coverage auf allen Kanälen kein Halten mehr .

Sacks’ Kunst , neurologische Beobachtungen populär fasslich in überschaubare Fallgeschichten zu präsentieren , hat ihm seit “Awakenings” ( 1973 ) | “Awakenings : Zeit des Erwachens ( 1990 ) , “A Leg to Stand On” ( 1984 ) | Der Tag, an dem mein Bein fortging ( 1989 ) oder “The Man Who Mistook His Wife for a Hat” ( 1985 ) | “Der Mann , der seine Frau mit einem Hut verwechselte” ( 1990 ) das Interesse breiter Publikumskreise eingebracht. .

Der Rowohlt- Verlag hatte die deutsche Übersetzung unter dem Titel “Der einarmige Pianist - Über Musik und das Gehirn” ursprünglich für März angekündigt . Dann kam ein Brief , die Publikation des Buches müsse auf unbestimmte Zeit verschoben werden . Ein weiteres Schreiben des ( mit seinem 100- Jahr- Programm offenbar mehr als ausgelasteten ) Verlags kündigte das Erscheinen des Buches schliesslich doch schon für Mai d. J. an : Und da liegt er nun frisch auf dem Tisch , gestern ausgepackt , mit Erscheinungsdatum “1. Juni 2008″ im Impressum .

Aus diesem Anlass geben wir in|ad|ae|qu|at ein paar Proben aus der angloamerikanischen Rezeption , sowie Links zu Interviews und Textauszügen . |||

MUSIK IM IPOD- ZEIALTER

listen papunet netBereits das Titelbild der englischsprachigen Ausgabe , welches den Autor bei sichtlichem Genusshören mit Kopfhörern zeigt ( die Umschlaggestaltung bei Rowohlt gibt sich abstrakt- symbolistisch ) gibt dem Magazin “Slate” zu denken :

In an era when music has become “head music,” delivered through iPod earbuds with the steady efficiency of an IV drip, it was inevitable that music, like language, religion, sex, and politics, would be given the popular-neuroscience treatment

“Wired” liefert neben einem Interview sogleich die eine autorisierte , technisch fiktive “Sacks’ IPod Playlist” : Er habe keinen iPod , so der Autor , “I’m too low-tech” . Hätte er ein solches Gerät , wären ausschliesslich Stücke aus dem klassischen Repertoire darauf gespeichert . Offenbar kann man Lieblingslisten im zeitgeistigen Medium nicht mehr anders codieren als durch ein modisches Gadget , dessen visuelles und begriffliches Interface .

Oliver Sacks ipod playlist source WIRED Click to XL

Sacks :

It is almost impossible to list my ten or twenty favorite pieces of music, because I have an omnivorous love of all classical music. In addition, I often develop a passion for a particular piece or a particular composer, which may last a month or a year, and then be replaced by a passion for something else. Thus I spent an entire year, 1979, playing Mozart’s Requiem and his Mass in C Minor, over and over. They absorbed me totally, and I did not want to listen to anything else.

Gleichwohl hat es sich die Mühe gemacht , zehn Stücke auszuwählen , von “Chopin’s Fantasy in F Minor, performed by Arthur Rubinstein” bis hin zu “Schubert’s Die Shöne Mullerin , sung by Dietrich Fischer-Dieskau” ( Roland Barthes hätte es beim Stichwort “Fischer-Dieskau” schon den Magen umgedreht ) und “Bach’s Chaconne in D Minor, played by Yehudi Menuhin” . Plus ausführlichen Gründen und Geschichten … der Clou der Sache ist , dass die Playlist auf der “Wired”- Seite tatsächlich funktioniert … |||

NICHTS NEUROLOGISCH NEUES ?

listen papunet netMit oder ohne Ohrstöpsel : “Slate” fasst den Autor als Neurologen nicht eben mit Samthandschuhen an und gibt sich ein wenig genervt durch die immergleiche Form der Anekdote , “at once creepy and cocktail-party colorful” :

The material has the distinctive Sacks touch: at once earnest, tender, and slightly amused. But the anecdotes about music and the neurological disorders associated with it - which are what the “tales” really amount to - reveal surprisingly little about music or about the brain, other than that the mystery and vitality of music are useful correlatives to the brain’s mystery and vitality. In recounting the circumstances of individual patients, Sacks doesn’t evoke the sound of music or the ways sound takes shape as music in the brain. The case studies become examples of the gap between what happens in our brains and what even our most literate experts can say about it. ( Slate )

Was indes die Passagen über Sacks’ eigene Musikerfahrung ( und die einiger älterer Musicophilen ) anbelangt , konzediert das Magazin immerhin Respekt gegenüber dem Literaten :

A man making his own experiences and those of the people he knows the representatives of the human condition: It sounds like a formula for bad science. And yet the formula for bad science turns out to be the formula for good writing. When he describes his friends, and himself, too, Sacks suddenly writes about music as music, at once a language and a mode of celebration that summons extreme but not unreasonable passions. ( Slate ) |||

FREAK SHOW ?

listen papunet netAuch die “New York Times” benennt Sacks’ erfolgreiches “Strickmuster” als eher emeotional bewegend denn wissenschaftlich aufklärend :

In his earlier collections of clinical tales - most famously in “Awakenings” (1973) and “The Man Who Mistook His Wife for a Hat” (1985) - Sacks presented with compassion, sensitivity and learning what, in coarser hands, might have been freak shows of the mind. The genre could have been an exploitative sideshow: a parade of misfits whose brains have been weirdly affected by disease, trauma, congenital defect or medical treatment. But Sacks is adept at turning neurological narratives into humanly affecting stories, by showing how precariously our worlds are poised on a little biochemistry. ( NYT )

Nach einem ordentlichen Referat einiger “Fallgeschichten” weist der Rezensent auf den Gemeinplatz erfolgreicher Musiktherapie seit den 1940er Jahren hin , dabei in einem hübschen “twist” auf Sigmund Freuds “talking cure” anspielend : “Indeed the benefits of the singing cure are more evident than those of the talking one.”

Was Sacks erzähle , sei stets erstaunlich , bewegend , erweitere letztlich aber kaum die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse :

In the end, Sacks’s catalog of oddities sheds little systematic light on the mystery of music. He cannot be blamed for this - the science of music is still in its early days. Readers will probably be grateful that Sacks, unlike Freud, is happy to revel in phenomena that he cannot yet explain. ( NYT ) |||

IM INTERVIEW : ZU POSITIV ?

listen papunet netIm Literaturjournalismus stellt das persönliche Interview bekanntlich die praktikablelste Art und Weise dar , “content” aus erster Quelle zu erhalten , einen “Authentizitätseffekt” unter der Sigle des Exklusiven zu generieren , ohne dabei freilich in die Mühen und Ambivalenzen einer kritischen Bewertung hinabsteigen zu müssen .

Anekdotengespickte Interviews gibt es demnach in “Discover” , “Wired” sowie als Audio- File des herrlichen “Radiolab” @ “National Public Radio” ( NPR ) .

Von “Discover” auf die Kritik angesprochen , seine “Fallgeschichten” würden die realen und tragischen Fälle über Gebühr “sentimentalisieren” und in letztlich positive Erlösungsgeschichten giessen , erklärt sich Sacks wie folgt :

Well, I want to draw attention to it, but it’s there with the negative. In the old-fashioned medical notes, one would write about the HPC, or “history of the present complaint.” The patient comes to a doctor because something is the matter; they have a complaint. And one goes through it with the patient, but one also wants at the same time to remind them of the powers which are preserved and which they can perhaps use and which can mitigate life. My interest is very much in rehabilitation. I won’t say “recovery”. And maybe rehabilitation sounds rather technical, but it’s making the fullest possible life under the circumstances. ( Discover )

Eine übrigens sehr amerikanische Attittüde , keine noch so tragische Geschichte ohne den Appell an das Potential des Individuums enden zu lassen . Was im Sozialdrama “skill” und “Wille” , sollen hier die verborgenen neurologischen Kraftwerke leisten . |||

IM INTERVIEW : DROGEN UND SYNÄSTHESIE

listen papunet netWired” interessiert sich selbstredend eher für Aspekte der Popkultur . Zum Beispiel , warum es ( Art Tatum , Joaquín Rodrigo , Blind Willie McTell , Stevie Wonder ) so viele exzellente blinde Musiker gebe .

Sacks antwortet mit einer - wenn wir das in|ad|ae|qu|at richtig einschätzen [ bitte korrigieren ! ] - etwas veralteten Kompensationsthese :

When one is born without a sense or loses it early, one turns to the other senses to construct the richest possible world and identity. People who are born blind seem to develop extraordinary auditory, tactile, and olfactory sensitivities. Absolute pitch [the ability to identify a note without hearing a reference tone] is pretty rare in the general population - maybe 1 in 10.000 have it. In professional musicians it’s 1 in 10. But in those born blind, musicians or not, it’s nearly 1 in 2. A third of all musical savants are blind. You can be blind without being musical, but there is a correlation. ( Wired )

Selbstverständlich lässt sich das Magazin für Bewusstseinserweiterungen aller Art auch das Thema “Drogen und Musik” nicht entgehen . Das Stöckchen dazu hat Sacks in seinem Buch selber geworfen , indem er von Amphetamin- Experimenten aus Studententagen erzählt . Zur Sprache kommt dabei das seit der Décadence beliebte Thema der Synästhesie ( hier : Farbe & Klang ) :

Hume wondered whether one can imagine a color that one has never encountered. One day in 1964, I constructed a sort of pharmacological mountain, and at its peak, I said, “I want to see indigo, now!” As if thrown by a paintbrush, a huge, trembling drop of purest indigo appeared on the wall — the color of heaven. For months after that, I kept looking for that color. It was like the lost chord.

Then I went to a concert at the Metropolitan Museum of Art. In the first half, they played the Monteverdi Vespers, and I was transported. I felt a river of music 400 years long running from Monteverdi’s mind into mine. Wandering around during the interval, I saw some lapis lazuli snuffboxes that were that same wonderful indigo, and I thought, “Good, the color exists in the external world.” But in the second half I got restless, and when I saw the snuffboxes again, they were no longer indigo - they were blue, mauve, pink. I’ve never seen that color since. It took a mountain of amphetamine, mescaline, and cannabis to launch me into that space. But Monteverdi did it too. ( Wired ) |||

IM INTERVIEW : AUDIO @ NPR , VIDEO @ YOUTUBE

listen papunet netAudio- Interviews gibt es ( jetzt wird in|ad|ae|qu|at angehörs seiner Lieblingssendung sentimental ) im legendären NPR- Gesprächsformat “All Things Considered” : Über Sacks’ Hunger nach “human’s stories” , die massensuggestive Macht der Musik ( Beispiel : The Greatful Dead ) , Parkinson- Patienten und den physiologisch erkennbaren Unterschied ziwschen den Hirnen von Musikern und amusikalisch lebenden Menschen .

Ähnliche Resultate hatte der von uns vor über einem Jahr referierte Artikel über Feldenkrais , Motorik und Hirnstruktur nachgewiesen .

Den Bericht über die Wirkung von Musik auf Parkinson- Patienten gibt es übrigens auch als Video @ YouTube , desgleichen ein Video über Amusia ( Amusie , Dysmusie oder Dysmusia ist die Unfähigkeit , trotz intakter Sinnesorgane Tonfolgen zu erkennen und diese vokal oder instrumental wiederzugeben ) . |||

SCHÖNES FEATURE ÜBERS HÖREN UND ANDERE PHANTOME

listen papunet netEine herrliche Ausgabe des “Radiolab” ( NPR ) lässt Oliver Sacks im Gespräch nicht seine bekannte Buch- PR abspulen , sondern befragt den Autor nach zum Thema der physischen und psychischen Verortung ( “Were am I ?” , MP3 ) , beziehungsweise nach “bonds between brain and body” . Schönes Feature übers Hören , Fühlen , Phantomschmerzen und Orientierung ( bis hin zu William James ) . Auch für Surround- Sound- Praktiker von Interesse ! |||

VORABDRUCKE

Auf der NPR- Seite ist die auch im New Yorker vorabgedruckte Episode “A Bolt from the Blue : Sudden Musicophilia” ) zu lesen , im “New Yorker” ist auch der Abschnitt über “Music and amnesia” einzusehen . |||

KLANGAPPARAT

In diesem Kontext steht ein Klangapparat natürlich unter enormem czz hörempfehlungLeistungsdruck . Doch dieser lässt sich davon nicht weiter irritieren und fährt mit den Städteportraits des Magazins XLR8R ( sprich : “accelerator” ) fort : “From L.A. With Love” mag da absolut hörenswertes Beispiel pop- kultureller Ver- Ortung das Mass der “Musicophilia” voll zu machen . CLICK LINK TO SEE PLALIST AND LISTEN TO STREAM . |||

LINKS

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