Tag Archive for 'jaap-blonk'

AUDIO AKTUELL



||| POPLITERATUR IM LOOP | POESIE ALS MUZAK | SONATE IN URLAUTEN | RHAPSODE RANSMAYR | KLANGAPPARAT

icon listening whiteHerbst ist : Die Ernte einbringen . Herbst ist : Die Äpfel lagern . Herbst ist : Die Triebe stutzen . Herbst ist : Das Samen legen . Fürs neue Jahr . Herbst ist : Das grosse Einkochen . Für jetzt , für später . Nicht , dass wir derart hortikulturell und in arkadischer Subsistenz lebten . Aber wir borgen uns in|ad|ae|qu|at die Metaphorik für die Berge des “Zu Erledigenden’ . Da ist Hirnhitze hochlochend , bedarfs anderseits mannigfaltiger Hand- Arbeit . Zeit also , zu hören . Für Zeitgenossen , deren Chronometer vornehmlich in der Laufzeit einer handelsüblichen Musik- CD besteht , bietet Pitchfork eine ellenlange Liste der diesen Herbst zu vergegenwärtigenden Pop- , Rock- und Electronika- Ernte .

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POPLITERATUR IM LOOP

icon listening blackDass und wie der popliterarische Sektor oft erst spät im Medium “Hörbuch” einlangt - warum gibt’s eigentlich keine Rainald Goetz- Texte in diesem Medium ?! - ist an den um Jahre verzögerten Einspielungen etwa von Wolfgang Herrndorfs Erstling “In Plüschgewittern” ( Buch 2002 @ Zweitausendeins , Audiobook @ Roof Music 2008 ) oder Karen Duves straighten Crah- Text- Dummies ( “Keine Ahnung” , Buch 1989 @ surkamp , CD @ Eichborn 2007 ) etc. zu ersehen . “Alte Hadern” , wird man einwenden und nach der Gattung der von Volker Weidermann in der gestrigen FAS so zerzupften Jungliteraten fragen ( “Das deutsche Wollmausmassaker” ) - Offenbar legitimiert , talking about Major Labels , erst der Bucherfolg das Unterfangen einer auditiven Release des betreffenden Textes .

Bei erwartbaren Blockbustern wie Duves neuem eh- schon- wissen-Taxi” oder dem derzeit unvermeidlichen Sven Regener erfolgt die Veröffentlichung allerdings bereits parallel zur Hardcover- Ausgabe . Kommt Pop somit zu sich selbst oder frisst er sich just an dieser Stelle ( Pop will eat itself ) und gebiert dabei schieres Big Marketing ? - Jedenfalls borgt sich unser ( wie stets maximalanschlagszahl- gebremster ) Essay über das Hörbuch im popliterarischen Zeitalter den Titel vom besten Stück in Diedrich Diederichsens jüngster Aufsatzsammlung : Mit “Leben im Loop” aus “Eigenblutdoping” schlägt DDs theoriesteiler Journalismus jede literarische Abarbeitung am Zeitgeist in puncto Schnelligkeit und Schlagwortbildung um Längen . ( more …)

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POESIE ALS MUZAK

icon listening white Wo in der Pop- Musik noch der geringste Textrest als “lyrics” durchgeht und man im Radio jedes Stück Lyrik zwischen gefällige Klänge setzt , steht es um die Autonomie der Poesie nicht zum Besten . Ein unfreiwilliges Exempel für eine nach aussen popig effektheischende , innerlich aber sterile musikalische Auffassung moderner Dichtung gibt der Zyklus “Recitement, den der niederländische Filmkomponist Stephen Emmer mit beträchtlichem Aufwand ausrichtet.

Die Anthologie mit Autoren wie Charles Baudelaire , Gerard Manley Hopkins , Paul Theroux und Yoko Ono – gesprochen von Grössen wie Lou Reed und Richard Burton – ist dabei mindestens so beeindruckend wie das Originalton-Material von Jorge Luis Borges , Allen Ginsberg , Hugo Claus und einige Samples «Kurt Schwitters» . Hinsichtlich der Texte , Interpreten sowie mit dem Engagement des Studio- Superstars Tony Visconti bietet man auf, was gut oder teuer ist . Das adrett elegische Video «Passengers» (nach Paul Theroux , mit Lou Reed ) rundet die umfassende PR via YouTube ab .

Im Wesentlichen belaufen sich Emmers musikalische Adaptierungen der poetischen Texte allerdings auf “Easy Listening”-Arrangements unter reichlichem Einsatz synthetischer Geigen . Die dekorativen Klangbilder planieren den Eigensinn der Dichtung , so dass die Texte seltsam aseptisch anmuten . Zwar steht der Komponist nicht an , sein passables Genre- Repertoire auszuspielen , doch verharren diese Stimmungen durchwegs in polierten Klischees . Wo Baudelaire nach Serge Gainsbourg klingt und Borges wie Latino-Muzak , gibt sich das Sein gegenüber dem Design geschlagen . ( more … )

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SONATE IN URLAUTEN

icon listening blackEchten Schwitters - und zwar best practice - bringt die Werkausgabe des Zweitausendeins- Verlags zu Gehör . Die “Sonate in Urlautenwird hier erstmals in der einzigen erhaltenen Schwitters- Originalaufnahme präsentiert , ergänzt durch die augenfällige Tonspuranalyse einer späteren Fälschung im Begleitbuch .

Aus den Interpretationen ausgesuchter Vokalisten sind drei Gesamtdurchläufe der “Ursonate” zusammengestellt , welche das Auslegungsspektrum der hinsichtlich Tonhöhe , Lautstärke und Länge nicht annotierten Partitur in stupender Virtuosität vorführen : Gerhard Rühms gesangliche , Jaap Blonks dynamische und die theatralische Performance des A- Capella- Trios Exvoco kommunizieren den unzweifelhaften Sinn der Artikulationen jenseits des Lexikons .

Das “Urwerk dieser liebevoll edierten MP3- CD dreht mittels subtil selektierter Tondokumente eine kluge Tour durch Schwitters’ poetisches und oft humoristisches Œuvre . Mit Quellentexten und Kommentaren zu jedem der 71 Tracks komplettiert das Beibuch kompetent die exquisite Edition . ( more … )

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RHAPSODE RANSMAYR

icon listening white Ob nicht der gefeierte Rhapsode Christoph Ransmayr in manchen Stücken als Form des literarischen “Adult Pop” zu lesen wäre , bliebe - genauso wie die Fragen zu “Kitsch & Metaphysik” - zu diskutieren . Die besseren waren jedenfalls die frühesten Stücke , wo der Erzähler einen produktiven Dialog mit historischen Vorlagen aufnimmt : Sei es die (von Julius Payer minuziös überlieferte ) österreichisch- ungarische Nordpolar- Expedition 1872–1874 in “Die Schrecken des Eises und der Finsternis” , seien es Ovids “Metamorphosen” in “Die Letzte Welt.

Aus Zitat und Variation , Rekonstruktion und Imagination fliesst ein unzweifelbares Drittes ( … zu diskutieren … ) , welches besonders hervortritt , wenn Ransmayr selbst liest . Hier raunend , dort rau , stets aber viril und präzise artikulierend , setzt der Autor seine Texte effektvoll in Szene . Im besten Fall – so bei der Neueinspielung der “Letzten Welt – begleitet eine entschiedene Regie (Harald Krewer ) den allzu wirkungssicheren Interpreten und steuert manchem Manierismus entgegen . ( more … )

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KLANGAPPARAT

Einen mittlerweile alten Bekannten haben wir im heutigen KLANGAPPARAT zu Gast ( bisher eins , zwei , drei & vier ) : Und - schau , schau , hört , czz-hoerempfehlunghört - wen bringt der unter Pseudonym ( ? ) und from L.A. ( ? ) agierende Norman Fairbanks heute ins deutschsprachige Poplikum zurück ?! -

Na nett : “I’m the operator with my pocket calculator …” tönt’s aus dem fingierten GPS- System und hat sich KRAFTWERK quasi per Tenori- On in die ( vor ) letzte Generation elektronischer Klangsteuerung gebohrt . Wiedererkennungseffekte in kuscheligen Traumsuppenklangflächen wärmen das Herz doch um eine ganze Umdrehung mehr - “L.A. Machine Part 1” ( 32:18 ) | “Part 2” ( 28:44 ) - CLICK LINKS TO LISTEN .

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ART’s BIRTHDAY



||| DER MENSCH , DAS KUNSTBEGABTE TIER | DANKT ES & HULDIGT IHR !

arts-birthday

Getrommelt sei’s , gepfiffen und sonstwie in Worte und Werke gewirkt : Irgendwann hat sich DIE KUNST dem Menschen als Möglichkeit und Muse beigesellt . Hat sich uns also quasi geschenkt und gibt sich mutig & unermüdlich dem gestaltenden Begehren hin . Manchmal freilich auch für andere Zwecke her - aber das ist jetzt & hier nicht Thema . |||

17. JANUAR

Zeit also , ihr , der KUNST , auch einmal Reverenz zu erweisen und ihr , der KUNST , ein Fest zu feiern und ihr , dieser KUNST unsererseits einen Gabentisch festlich zu decken . 1963 rief der französische Fluxus- Künstler Robert Filliou den ART’s BIRTHDAY ( ANNIVERSAIRE DE L’ART ) feierlich für den 17. Januar aus . Eine Million Jahre sei sie , die KUNST , jung , liess Filliou verlauten . Gut . Denn : Warum eigentlich nicht ? -

Seither gilt dieses Datum als weltweiter Aktionstag , der KUNST in allen ihren Formen “Geschenke” darzubringen : Huldigungen , welche nicht zuletzt darauf aufmerksam machen , dass sie , die KUNST , sekündlich , minütlich und stündlich geschieht , here , there and everywhere . |||

RADIO DAY

Das Radio nahm - noch vor Satellit und Internet - diese weltweite Gleichzeitigkeit von künstlerischen Ereignissen wahr und spielt just heute diesen altmodmedialen Trumpf rund um die Welt mit akustischem Jubeltrubel aus . Unter Beteiligung der ARS ACUSTICA GROUP der EBU ( European Broadasting Union ) : Lokale Ereignisse in globalen Sendungen und Streams , von der “Schrei- Minute” in Paris …

fluctuat : une minute de bruit lors de laquelle toute personne, qu’elle soit sur place ou non , sera invitée par l’injonction CRY AS LOUD AS YOU CAN , à hurler le plus fort possible

… bis hin zu Festen und Sessions in Antwerpen , Hilversum , Helsinki , Stockholm , Prag , Madrid , Marseille , Dublin , Vancouver , Bratislava , Belgrad , Ljubliana , Zagreb , ZKM , Berlin und Wien . |||

PARTIES : BERLIN , ZKM , WIEN

Unter den Festlichkeiten allerorts und aller ARTS seien willkürlich drei herausgegriffen :

KLANGAPPARAT

Der KLANGAPPARAT wäre somit eigentlich hinlänglich beschäftigt . Allerdings sind wir in|ad|ae|qu|at im Zuge dieser Recherche an die im Oktober 07 czz hörempfehlungreleaste neue CD DVD SILENCE von rechenzentrum geraten . Creative Commons spielt’s hier nicht , dafür lassen sich auf der zu | ge | hörigen MySpace- Seite einige Eindrücke erheischen . Fast mögen wir meinen , die 2003 @ mille plateaux erschienene DIRECTOR’S CUT hätte durch weniger E ( soterik ) und ohne vocalz besser geglänzt … ?! |||

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