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Schöner Reisen : Mit der FAZ in den “Alpen”



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VOM READING ROOM …

Wem der die Zeitreisen des FAZ Reading Room in den Grossen Krieg , wie Jonathan Littells SS- Ich- Erzähler ihn sah , nicht zu drastisch waren ( “in den ersten zwanzig Tagen nach eigenen Erhebungen bereits mehr als 850.000 Seitenaufrufe” ) und wer auch der Weiterreise ins ( “Là ci darem la mano” ) Goethe- Walser’sche Marienbad nicht zu “altersradikal” war …

FAZ Walser Goethe

… “dem sei ein neues Lese-Reise-Angebot ans Herz gelegt , das wir von heute an auf unseren Internetseiten präsentieren” :

Seit 29. März dreht eine Weltkugel sich ( wie kürzlich noch von Saatchi & Saatchi Interactive für die “Reporter ohne Grenzen” designiert ) auf dem FAZ NET und kann per Mausklick und Cursor an einem Ort der Wahl angehalten werden . Und voilà , das ist er ….

… der F.A.Z.-Romanatlas, eine animierte Weltkugel, die sich um die Literatur dreht. Besucher können Ziel- und Sehnsuchtsorte ihrer Wahl anklicken, und dann in Reiseberichten, Autorenporträts, Reportagen oder anschaulichen Buchbesprechungen unseren F.A.Z.-Autoren interaktiv in die farbige Welt berühmter Romane folgen. |||

FAZ Romanatlas click to XL

… ZUM ROMANATLAS

“Sehnsuchtorte” , “anschaulich” , “interaktiv” , “farbig” : Welch’ poetisch beschworene schöne Welt der Belles Lettres , welche - Stichwort “Roman” - ganz auf die Dichtung verzichten zu dürfen sich anschickt . Am Ziel unserer Wünsche wird ein weltgegendgemässer Romancier seine Aufwartung machen , in bester Begleitung vom FAZ- Bodenpersonal .

Bauchnabelselig , wie wir Wiener nun mal sind , bringen wir den Weltkreis auch richtig irgendwo in Mitteleuropa zum Halten . Aber , ach : Was erwartet uns Besiedler des Wiener Beckens ? - Kein “Österreich” , nein . Und schon gar kein “Wien” . Sondern hart , sachlich , monumental : DIE ALPEN . |||

FAZ Romanatlas Alpenclick to XL

TU FELIX AUSTRIA , …

Dass es so etwas wie eine “Literaturlandschaft Österreich” gab ( eine damals geniale Aktion des Standard ) , ist in diesen virtuellen Gefilden mitnichten zu erblicken . Sondern lediglich das schon ob seines schieren Gewichts stets bodenwärts strebende “Abendland” von Michael Köhlmeier . Und jene Restverwertung , die eine Jurorin zum Deutschen Buchpreis 2007 ( sie wissen schon : der mit den vielen Österreichern in der Shortlist und der Häufung von The Hanser Way of Life ) anlässlich der Leipziger Buchmesse ( ! ) auf einem knappen Quadratmeter FAZ- Feuilleton ausbreitet .

Immerhin schien die Titelgebung bajuwarisch kraftnatürlich inspiriert : “Man schreibt deutsch” . Mit - wie im Artikel zu lesen sein wird - Betonung auf “MANn” - “SCHREIBT Romane” und “wird von einem DEUTSCHen Verlag lektoriert” - oder , wie es so sinnig heisst , “vertrieben” .

Den Text zum Arno Geiger- Daniel Kehlmann- Daniel Glattauer- Paulus Hochgatterer und Wolf Haas- Longlist- & Shortlist- Syndrom mag man selber studieren und zur Kenntnis nehmen , dass mit der “grossen” Friederike Mayröcker immerhin eine Dichterin genannt wird . Dass sich diese allerdings nicht dazu vergattern liess , dem für sie beschwerlichen wie wenig aussichtsreichen Leseritual Genüge zu tun , stand und steht noch heute auf einem anderen Blatt . |||

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… NUBE !

Den Rest zur “Verösterreicherung” der deutschen Literatur haben wir ( wie oft schon ? ) gelesen , freilich - je nach Jahrzehnt - mit anderem Personal . Diesmal : Co- Juror Karl-Markus Gauß im “Café Eiles” , Michael Köhlmeier im “Café Sperl” ( + genius loci Robert Menasse ) , Thomas Glavinic & Daniel Kehlmann beim “Huth” , Raoul Schrott am Telefon , Norbert Gstrein via e- mail und Christoph Ransmayr irgendwo mittendrin .

“Sehnsuchtorte” , “anschaulich” , “interaktiv” , “farbig” : Man kommt schon schön weit herum mit der guten alten FAZ . |||

KLANGAPPARAT

Musikalisch muss aber rasch etwas resch & Absolut Anti- Alpines daher : Das Netlabel glam slam bietet eben herrlichen Post- czz hörempfehlungDisco- Sample- Trash an , selbigen aber perfekt im Panorama gemastert : Von dem bzw. den Artist/en namens Channel 3000 war lediglich die Release- Liste in Erfahrung zu bringen : Strange Forms also allemal allüberall . Und mitunter ist ja gerade das Anonyme der eigentliche Reiz am ( ästhetischen ) Seitensprung ?! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Japanese Beat | 02. Hexentanz | 03. Teadbeat | 04. Green Or Any Other Color |||

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Die Messe . Der Markt . Der Preis . Das Buch - Leipziger Allerlei



||| “SELBSTFEIER” - GUT ZUM DRUCK | MAXIMALE ZAHLENPARADE : “BUCH TUT GUT” | “WAHNSINN” & “REBELLION” | VERMARKTLICHUNG ? | FOR THE RECORD : DIE JURY | FOR FURTHER READING : DIE JURY FÜR DEN DBP | KLANGAPPARAT | LINKS

Leipzig war . Und kein bisschen leise . Wer hätte das denn auch gedacht . Das Machbare wird dem Markt nach gemacht und , pardon , wo sollte dies besser von statten gehen auf einer Buchmesse . Einer Book Fair mit dem Fair- Trade- Abkommen , per maximalem Aufkommen von Autoren , Debattierclubs und Surround- Berichterstattung für ein optimales Ankommen der Ware “Buch” beim “Publikum” zu sorgen . Auch Verlag brauchen schliesslich ihr Auskommen . |||

“SELBSTFEIER” - GUT ZUM DRUCK

icon sign language blackAusgekommen ist der Angelegenheit keiner , der auch nur irgend lesefähig , ein Feuilleton oder eine Webseite mit Kultur- Charakter streifte . Die Berichterstattung zu Buchmessen- Festreden , Literaturpreis und anderen Feuchtgebieten des literarischen Lebens bot freilich manche Gelegenheit , die Agenden der Berichtenden themselves hervorzuheben . So wird das Rendering der Eröffnungsreden unter der Sigle der FAZ zur “Selbstfeier” … mitnichten etwa der Alphabetisierungsleistung von “Qualitätsmedien” , sondern …. jener raren Perle unter all jenen verderblichen Netzaktivitäten , die seit der Etablierung des FAZ- “Reading Room ” besteht . So berichtet Richard Kämmerlings mit leisem Spotte über die Eröffnungsreden , die Messeeröffnung sei

traditionell immer auch die ergriffene Selbstfeier eines aufgeklärten, liberalen Bildungsbürgertums, dem Sprache, Literatur und Bücher vor allem Mittel der Völkerverständigung sind, Konflikte dagegen immer nur als eine Art von höheren Übersetzungsproblemen gelten.

Wenn es freilich um den Lobpreis der höchsteigenen Angelegenheiten geht , greift der Reporter die golden gesprochenen Worten und stemmt sie , diesmal ironiefrei , ausladend in Blatt .

Um die Bedeutung des Buches auch in Zukunft zu sichern, fällt jedoch neuen Medien wie dem Internet eine entscheidende Rolle zu. Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt zeigte sich fasziniert von der aktuellen Debatte um Jonathan Littells Roman “Die Wohlgesinnten”, die durch den Reading Room dieser Zeitung von einem Gespräch unter Experten zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden sei: “Das Buch schlägt ein ganzes Land in seinen Bann, die Befürworter wie die Kritiker. Über nichts wird im Kulturbetrieb leidenschaftlicher gestritten als über Bücher. Ein größeres Kompliment kann man dem Kulturgut Buch gar nicht machen.” Das sei eine “große Chance” für den gesamten Buchmarkt: “Literatur wird durch diesen Reading Room noch lebendiger. Hier diskutieren Bücherleser miteinander, die sich ohne das Internet nie ausgetauscht hätten. Wer würde da noch behaupten wollen, dass die Papierkultur tot ist ?”

“Ergriffene Selbstfeier” : Fi donc ! - “Der Spiegel” warb zunächst für eigene Messeaktivitäten : “Altern , Apo , Alpha- Mädchen” . Das jedenfalls versprach man sich unter ” attraktivem Appeal” . |||

MAXIMALE ZAHLENPARADE : “BUCH TUT GUT”

icon sign language whiteDer “Tagesspiel” liess eine wahre Zahlenschlacht vom Stapel , einen body count der Buchkultur :

Rund 22.000 Besucher, vor allem Kinder, Jugendliche und Senioren, erkundeten die mit Büchern gefüllten Hallen, schmökerten in den Neuerscheinungen des Frühjahrs, lauschten Schriftstellern und sammelten Kataloge und Prospekte. Das “Frühlingsfest der Bücher”, auf dem sich auf rund 63.000 Quadratmetern mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern präsentieren, hatte am Mittwochabend mit einem Festakt im Gewandhaus begonnen. Erwartet werden rund 100.000 Besucher.

Ob die genannten “Kinder , Jugendlichen und Senioren” freilich jene Kaufkraft abgeben , nach welcher der Handel strebt , bleibe mal dahingestellt . Aber wozu gibt es die “Multiplikatoren” , die in Form vom “mehr als 2400 Journalisten aus rund 20 Ländern” angereist waren , “um über das größte Frühjahrs- Branchenereignis im deutschsprachigen Raum zu berichten” . - Ein paar Krümel dieser Coverage abzukriegen , gab für die “mehr als 2300 Aussteller” , die - der superlativische Stil kennt keine Gnade - “auf der wichtigsten deutschen Bücherschau des Frühjahrs ihre Neuerscheinungen” präsentierten , den Löwenanteil des “Prinzips Hoffnung” ab . Aber hallo , es gab ja noch einen weiteren Superlativ , geeignet , den Direktverkauf anzukurbeln :

Parallel findet mit “Leipzig liest” das größte europäische Literaturfestival in Leipzig statt: 1500 Autoren lesen bei rund 1900 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt.

Es wird Nachbericht des Tagesspiegels vorbehalten sein , das Bisherige sogar noch zu toppen : “129.000 Gäste” bedeuten exakt 29.000 mehr als die zuvor erwarteten 100.000 , auch die Menge der Aussteller ist seit dem vorangegangenen Bericht auf gezählte “2.345″ angewachsen . Rekord also in allen Kategorien : Sogar im beflissenen Abtippen von Agenturmeldungen . |||

“WAHNSINN” & “REBELLION”

icon sign language blackLive von den Saalschlachten mit aggressiven Fotografen gab der lokal situierte Paco @ “Umblätterer” von dem “kompletten herrlichen Lesungswahnsinn” Laut . Leicht wahnsinnige Züge trägt die Berichterstattung der “taz” : Einerseits sieht sie die Realperson des Lokalmatadors und Preisträgers des Leipziger Buchpreises irgendwie und “gefühlt” “überall zugleich” . Anderseits war die “überlebensgrosse” Plakataktion des S. Fischer- Verlags im Stadtbild auch ohne der - schon nachgerade mythischen - Szene des bierschwenkenden Preisträgers dazu angetan , für einen “überall zugleich”- Effekt zu sorgen :

Zum Marlboro-Mann reicht es nicht ganz. Aber zweimal hingucken musste trotzdem, wer ( .. ) die großformatigen Plakate sah, auf denen überlebensgroß Clemens Meyer neben seinem neuen Erzählungsband “Die Nacht, die Lichter” posiert. Eine eher ungewöhnliche Werbeaktion, die der Fischer Verlag seinem jungen Autor angedeihen ließ. Ob sie den letzten Ausschlag dafür gegeben hat, dass Meyer Konkurrenten wie Sherko Fatah oder Ulrich Peltzer im Rennen um den Preis der Leipziger Buchmesse abgehängt hat, darf man bezweifeln. Kaum fraglich indes, dass mit der Leipziger Plakataktion fortgesetzt wird, was Clemens Meyer in seinen Interviews nicht müde wird zu wiederholen: Er ist ganz nah dran an seiner Stadt und seinen Leuten.

“Ganz nah dran” musste zwangsläufig der NZZ- Redakteur an der Szene sein , zählte er doch zu den Juroren des Preises . Meyers triumphierende Bierschwenk- Geste evozierte für den Beobachter die “Siegerpose eines Boxers” unter wurde von diesem “nachsichtig unter Imagepflege und Profilierung der eigenen Marke ( Gefühl und Härte, Prekariat und Poesie )” verbucht . Was dem Gast aus der nüchternen Schweiz auffielt , war das Motiv der gereckten Faust : “Beinahe hatte die Geste etwas Rebellisches” . Und gemahnte damit an das Jahresthema “1968″ , formerly known as “Jugendrevolte” . Die Teach- Ins zum Thema figurieren dieser Tage eher im Format der Talkshow und Debattierzirkel . Titel : “Damals wilde Worte , heute milde Sorte ?”

Fäuste wurden nicht geschwungen; hier und da vielleicht in der Hosentasche geballt.

Kollege und Deutschland- Korrespondent Joachim Güntner wollte die stark von Charlotte Roches “Feuchtgebieten” beatmete Stimmung “für einmal einseitig” betrachten :

Überall Sex. |||

VERMARKTLICHUNG ?

icon sign language whiteDer bestens sellende Sex dient selbstverständlich lediglich zur Querfinanzierung für hochqualitative Literatur . Allerdings gibt es Manche , die Zweifel hegen . Ein paar notierenswerte Gedanken hat sich der Gallimard- Lektor Eric Vigne in seinem Buch “Le livre et l’éditeur” gemacht und mit der FR darüber gesprochen . De facto , so Vigne , sei das Verlagswesen längst in den Besitz grosser Medienkonzerne , die den the way of publishing eminent beeinflussen :

Alle Medienkonzerne werden strukturiert durch die Norm des Gegenwartkultes, des unmittelbaren Umsetzens von Themen und Produkten, des schnellstmöglichen Auszahlens der Investition. Ihre Zeitschriften konzentrieren sich daher auf die Bestseller, die sich sehr schnell verkaufen sollen und der großen Homogenität der Vertriebssysteme angepasst sind, die wiederum eher dazu da sind, die Verkaufszahlen der Bestseller in die Höhe zu treiben, als dazu, die breite und anhaltende Präsenz von anspruchsvollen Büchern zu gewährleisten.

Diesem “Gegenwartskult” steht die Produktionsweise diametral entgegen :

Es wird heute geschrieben, aber auf der Grundlage einer Reflexion oder Perspektivierung der Vergangenheit, die in die Zukunft weist. Das Buch ist also im Futur ebenso wie im Perfekt oder im Konditional geschrieben. Die Kommunikationsbranche gründet dagegen auf dem Bild, der reinen Gegenwart, und kümmert sich weder um die Zukunft noch um das Erbe der Vergangenheit.

Im “Börsenblatt online” erinnert Jochen Jung - bekannt als Verleger und elegant schöngeistiger Kolumnist - trotz allem an die Realität und Notwendigkeit des Marktes . “Leipzig = Marktmaschine” lautet die Gleichung hinter all dem TamTam und ChiChi :

Und wenn die phänomenale Lese- oder richtiger: Zuhörlust der Leipziger auch dieses Jahr wieder zu fast 1.000 Veranstaltungen führen wird, dann nicht nur, um der Eitelkeit der Autoren und dem Wissensdurst der Leipziger Genüge zu tun, sondern um sie zum Kaufen zu animieren ( …) . Tatsächlich sind der Geist und das Geld unversöhnlich. Aber eben das ist ja der Motor, der für die Spannung sorgt, aus der heraus die Buchwelt ihren Antrieb bezieht. Dass da etwas zusammengebracht werden muss, was nicht zusammengebracht werden will, das ist die Herausforderung.

Scheinbar Unversöhnliches Zusammenzwingen muss auch , der die Gretchenfrage nach der Zukunft von literarsichem Content stellt : Dass “Buch oder Netz ?” als Killerfrage funktionert und entsprechende Killerphrasen triggert , ist hinlänglich bekannt.

Eher konsensuell wollte dies freilich der “Börsenverein” mt einem Teach- In Panel gehalten wissen : Die Debatte über “Bücher, die die Welt beweg(t)en” erregte weniger durch ein letztlich zusammengebasteltes Plädoyer für das “Sowohl als auch” von Net und Papierpublikationen , sondern vor allem durch die Aufmischung des Personals für “Tradition” ( Autor Michael Kumpfmüller ) und “Fortschritt” ( Helge Malchow , Kiepenheuer & Witsch ) durch den Werbeblog- Startupper aus der ZIA , Sascha Lobo . Man lese die Kommentare - sowie einen diesmal zu Hochform auflaufenden Hal Faber . |||

FOR THE RECORD : DIE JURY

icon sign language blackInwieweit die Zusammensetzung der Jury aus den Namen der üblichen Verdächtigen besteht , mag “chacun à son goût” ermessen . Wir listen hier ( for the record ) simpel die Namensliste .

Die bisherigen Juroren : Ulrich Greiner ( Die Zeit ) , Michael Hametner ( MDR Literatur ) , Uwe Justus Wenzel ( NZZ )

Neu im Team : Ina Hartwig ( FR ) , Elmar Krekeler ( Literarische Welt ) , Kristina Maidt-Zinke ( SZ ) , Volker Weidermann ( FAS )

    Es ist nicht eben schwer , zu erkennen , wer sich hier in belletristischen Belangen ( = Preis an Clemens Meyer ) durchgesetzt hat . Die Bemerkungen der FR zur schiefen “Wiedergutmachung” halten mit Indizien für eigene Präferenzen nicht eben hinter dem Berg :

    Überhaupt ließ sich auch in diesem Jahr wieder herrlich über Mechanismen von Jury-Entscheidungen und Preisvergaben spekulieren - und auch dafür ist der Preis schließlich da. Clemens Meyer, vor zwei Jahren mit seinem gefeierten Roman “Als wir träumten” leer ausgegangen, reüssiert nun mit der kleinen Form. Das leuchtete nicht jedem ein. Muss es auch gar nicht.

    Das Augenfällige in diesem Jahr ist der Umstand, dass die Jury ein Versäumnis nachholte, um ein anderes zu begehen: Sie nominierte Ulrich Peltzers Roman “Teil der Lösung”, einen Herbsttitel, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises in Frankfurt unverständlicherweise fehlte, um im Gegenzug und ebenso unverständlicherweise in einem qualitativ insgesamt eher schwachen Frühjahr Marcel Beyers Roman “Kaltenburg”, ein so kluges, spannendes und bewegendes Buch, wie es nicht oft geschrieben wird, zu ignorieren. |||

    FOR FURTHER READING : DIE JURY FÜR DEN DBP

    icon sign language whiteÀ propos “Deutscher Buchpreis” : Die dramatis personae der Jury ‘08 wurde bereits Mitte Februar bekannt gegeben . Am 20. 8. soll die Longlist stehen ( 20 Titel ) , ab 17. 9. die notorisch heiss debattierte Shortlist ( 6 Titel ) . Als Vorabendprogramm zum Start der Frankfurter Buchmesse ziehen sie dann am 13. 10. mit der endgültigen Entscheidung blank . Wie man sich unschwer erinnern wird , gingen die 37.500 Euro im Vorjahr an “Die Mittagsfrau ” Julia Franck .

    Christoph Bartmann ( Leiter der Abteilung Kultur und Information des Goethe- Instituts ) , Martin Ebel ( Kulturredakteur beim “Tages- Anzeiger ) , Meike Feßmann ( freie Kritikerin ) , Jens Jessen ( Feuilletonchef der ZEIT ) , Manfred Keiper ( Andere Buchhandlung , Rostock ) , Rainer Moritz ( Leiter des Literaturhauses Hamburg ) , Michael Schmitt ( Redakteur bei “Kulturzeit” , 3sat )

      Ob die Statuten dies Jahr besser erfüllt und das Wahlverhalten weniger ausschliesslich “hansert” , als dies im Vorjahr der Fall war , wird sich weisen . Warten wir’s ab . |||

      KLANGAPPARAT

      Damit dies kein komplettes Montagsmodell bleibt und alles nur “Laus über die Leber” bzw. -Tran : Den besten Sound für sämtliche Tageszeiten czz hörempfehlungsowie eine Tiefenreinigung der Laune zeitigt eines der besten Mixes der besten Mo- na - te . Die vom vm Magazin XLR8R ( sprich : “accelerator” ) verabreichte Mixtur “Dubstep Goes South” beinhaltet heitere Dubanwandlungen , resche- Beat- Sprints , sämtlich dazu angetan , den Tiger wieder in den Tank zu zaubern . DJ und Producer Bruno Belluomini schenkt ein und spart nicht mit Eigenbau aus feinsten Lagen . Und fährt und fährt und fährt . Oder weniger treudeutsch und markig : Dis ’s reel fun , Dudes ! - CLICK LINK TO “DUBSTEP GOES SOUTH” SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||

      LINKS

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      READING ROOM | Gegenlese : Littell in den Kategorien der Kritik



      ||| AVANT PROPOS | WORTFELDER EXTREMER LEKTÜRE | 1. A - IRIS RADISCH - DIE ZEIT | 1. B - RÉSUMÉE | 2. A - GEORG KLEIN - SZ | 2. B - RÉSUMÉE | 3. A - VOLKER WEIDERMANN - FAS | 3. B - RÉSUMÉE | NACHGETRAGEN : WEITERE TEXTE

      FAZ READING ROOM 000 Header

      AVANT PROPOS

      Im Folgenden ist keine typische Blog- Lektüre zu erwarten . Eine Exercise de Stlyle , augenscheinlich nicht nach Jedermanns Geschmack . |||

      WORTFELDER EXTREMER LEKTÜRE

      FAZ READING ROOM detailZwei Tage vor dem Erscheinungstermin von Jonathan Littells Roman LES BIENVEILLANTS | DIE WOHLGESINNTEN liegen die ersten Rezensionen vor . Statt weiter im FAZ- “Reading Room” ( Tag bzw. Folge 16 ) im Sinne einer sine ira et studio vollzogenen Lektüre 2.0 mitzuziehen , präsentiert in|ad|ae|qu|at einige Elemente der bislang erschienenen Besprechnungen .

      Wie am Beispiel der publizistischen Niederschläge von der Mosebach- Büchnerpreisrede und deren Kommentaren durchgespielt , tasten wir die Texte der Rezensionen ab nach deren Topoi und Attributen , indem wir die Wortfelder aus dem diskursiven Fluss filtern . These ist , dass sich speziell an den ADJEKTIVEN eines Textes die Herstellung und speziell die rhetorische Suggestion von Stimmungen ablesen lassen : Womit sich , einfach gesagt , in der puren Suzession der Eigenschaftswörter auch Drall und Drift der Argumentation und Überzeugungsabsicht offenbaren .

      Bei einem so drastischen und ambivalent rezipierten Text wie dem der WOHLGESINNTEN verspricht dieses Verfahren ein immerhin interessantes Lexikon . Und damit erledigen wir auch gleich den DISCLAIMER , dass wir hier in|ad|ae|qu|at den Rezensenten etwa am Zeug flicken wollten .

      Uns interessieren lediglich die Wörter und deren Wechsel im Grabenkampf mit der unzweifelhaften Zumutung der Lektüre und Charakterisierung dieses Buchs . Die Reihung erfolgt chronologisch nach Erscheinungsdatum der jeweiligen Rezension . |||

      1. A - IRIS RADISCH , 14. 2. - DIE ZEIT

      Am Anfang steht ein Missverständnis

      FAZ READING ROOM detail viel ( Aufregung ) - literarisch mittelmäßig geratenes ( Debüt ) - dürftig geratenes ( Debüt ) - { gänzlich } unbekannter ( Autor ) - strategische ( Provokation ) - historischer ( Thriller ) - sprachliche ( Ambition ) - ungezählte ( Wälzer ) - andere ( Wälzer ) - splitternde ( Hirnschalen ) - ejakulierende ( Gehenkte ) - purpurrote ( Erwürgte ) - aufgeschlitzte ( Soldaten ) - jüdischer ( Autor ) - ( Täterschaft ) - detaillierter ( Bericht ) - zurückliegende ( Kriegserlebnisse ) - publizistische ( Lücke )

      literarische ( Welt ) - ( Selbstporträt ) - ( Mörder ) - ( Kaltblütigkeit ) - ( Amoralismus ) - ( Verwirrung ) - literarische ( Stellvertreterschaft ) - ( Projekt ) - dostojewskijsches ( Format ) - ungewöhnliche ( Perspektive ) - ambitionierter ( Roman ) - { nicht } ( Problem ) - ( Gegenteil ) - ( Chance ) - eminente ( Chance ) - ( Landser-Kitsch ) - ( Doku-Thriller ) - ( Edelporno ) - viele ( Stellen ) - { nicht } ( Problem ) - ( Dr. Max Aue ) - ( Platon ) - ( Stendhal ) - ( Flaubert ) - ( Plutarch ) - ( Kant ) - ( Hegel ) - ( NS-Mörder ) - ( Opfer ) - ( Exekution ) - ( Altgriechisch ) - solche ( SS-Musterschüler ) - jede ( Wahrscheinlichkeit ) - historische ( Wahrscheinlichkeit ) - historische ( Wahrscheinlichkeit ) - { kein } Kriterium - literarische ( Beurteilung ) - ( Max Aue ) { kein } Mensch - { nicht } ( Mörder Raskolnikow ) - { eher } ( Geisteszustand ) - ( Menschen ) - ( Fleisch ) - ( Blut ) - { kein } Nachteil - ( Literatur ) - weitester ( Sinn ) - ( Geisteszustand ) - große ( Freiheiten ) - ( Geschichte ) - { einzig } ( Problem ) - dieser ( Roman ) - welchem ( Endzweck ) - ( Littell ) - diese ( Freiheit ) - ( Problem ) - ( Max Aue ) - ( Geisteszustand ) - 1400 ( Seiten ) - ( Nachlass ) - ( Nationalsozialismus )

      existenzieller ( Nihilismus ) - enttäuschter ( Nationalsozialist ) - unbekehrter ( Nationalsozialist ) - { keineswegs } selbstzerknirschter ( Nationalsozialist ) - alle ( Widerwärtigkeiten ) - aller ( Kitsch ) - aller ( Schwachsinn ) - weltanschaulicher ( Schwachsinn ) - dieses ( Buch ) - quälende ( Ausführlichkeit ) - ( Konto) - { nicht } ( Konto ) ( Littells ) - { zwillingshaft } ( Autor ) - ( Figur ) - viele ( Ausführungen ) ( Aues ) - ( Interviews ) ( Littells ) - zahlreiche ( Vorstellungen ) - zahlreiche ( Lieblingsautoren ) - diese ( Rollenprosa ) - endlose ( Rollenprosa ) - eines ( Nationalsozialisten ) - eines ( Rassisten ) - überzeugten ( Nationalsozialisten ) - überzeugten ( Rassisten )

      ( Littell ) - ( Interviews ) - ( Frankreich ) - ( Antwort ) - diese ( Lektüre ) - mühsame ( Lektüre ) - ekelerregende ( Lektüre ) - langweilige ( Lektüre ) - tiefste ( Motive ) - ( NS-Täter ) - ( Gespräch ) - französischer ( Historiker ) - ( Pierre Nora ) - ( Frage ) - ( Motive ) - ( Leute ) - ( Opfer )

      starkes ( Argument ) - tiefste ( Motive ) - ( NS-Täter ) - - ungelöstes ( Geheimnis ) - ( Versprechen ) - ( Geheimnis ) - dieses ( Buch ) - endloses ( Buch ) - ( Augenblicke ) - alle ( Mühen ) - alle ( Qual ) - dieses ( Buch ) - geschwätziges ( Buch ) - alle ( Mängel ) - literarischen ( Mängel ) - großes ( Buch ) .

      französische ( Kritik ) - diese ( Frage ) - vereinzelte ( Gegenstimmen ) - ( Littell ) - ( Wunder ) - ( Untiefen ) - ( NS-Täterschaft ) - ( Sumpf ) - ( Dante ) - ( Hölle ) - kostbare ( Erkenntnisse ) - ( Licht ) - ( Unmenschen ) - ( Menschen ) - ( Mördern ) - ( Gesicht ) - ( Familiengeschichte ) - europäische ( Literatur ) - große ( Erzählung des 20. Jahrhunderts ) - diese ( Lesart ) - dominierende ( Lesart ) - ( Jorge Semprún ) - ( Pierre Nora ) - ( Literaturteil ) - ( Le Monde ) - ( Frankreich ) - diese ( Lesart ) - alles ( Misslungene ) - ( Kolportage ) - ( Kitsch ) - ( Pornografie ) - ( NS-Geschwätz ) - notwendiger ( Baustein ) - ( Gelingen ) - ( Ganze ) - ( Buch ) - ( 23. Februar ) - ( Deutschland ) - deutsche ( Sicht ) - kostbare ( Erkenntnisse ) - { keine } Rede - dieses ( Buch ) - ( Bibliotheksfantasie ) - gebildetes ( Spiel ) - größenwahnsinniges ( Spiel ) - ( Unmengen ) - ( Archivmaterialien ) - viele ( Bücher ) - vorgefundene ( Materialien ) - ( NS-Materialien ) - ( Hauptvorwurf ) - ( Frankreich ) - ( Buch ) - literarisches ( Spiel ) - ( Dokumente ) - verstörende ( Arbeit ) - nationalsozialistischer ( Mythos )

      vielerlei ( Gründe ) - ( Hauptgrund ) - unverständliches ( Bestreben ) - ( Held ) - ( Ideologie ) - gebildete ( Bestie ) - ( Oberseminar ) - nationalsozialistische ( Schlächter ) - moderner ( Nationalsozialismus ) - intellektueller ( Nationalsozialismus ) - reine ( Lehre ) - ( Sicherheitsdienst ) - leidenschaftlicher ( Wunsch ) - ( Absolutes ) - ( Grenzüberschreitung ) - bessere ( Zeiten ) - ( Kolloquium ) - ( Georges Bataille ) - ( Ernst Jünger ) - ( Bequemlichkeit ) - bürgerliche ( Gesetze ) - laue ( Sicherheit ) - ( Gesellschaftsvertrag ) - abstrakter ( Antisemitismus ) - intellektueller ( Antisemitismus ) - ( Massenabschlachtungen ) - ( Ukraine ) - blinder ( Technokrat ) - ( Edelnazi ) - ( Judenfrage ) - ( Deutsches Reich ) - dieser ( Nationalsozialismus ) - intellektueller ( Nationalsozialismus ) - nüchterner ( Nationalsozialismus ) - geläuterter ( Nationalsozialismus ) - { nicht } pervertierter ( Nationalsozialismus ) - { nicht } verderbter ( Nationalsozialismus )

      derartige ( Ehrenrettung ) - gehobener ( Nationalsozialismus ) - diese ( Gedankensplitter ) - schnittige ( Gedankensplitter ) - juvenile ( Gedankensplitter ) - konservative ( Revolution ) - ( Nachtgewächse ) - französischer ( Diskurs ) - akademischer ( Diskurs ) - ( Lösung ) - schmerzhafte ( Frage ) - unsere ( Großväter ) - ( Mörder ) - literarische ( Figur ) - ärgerliches ( Spiel ) - schockierende ( Obsession ) ( … )

      ( Littell ) - ( Pierre Nora ) - “strukturalistische” ( Betrachtung ) - “funktionalistische” ( Betrachtung ) - ( Nationalsozialismus ) - ( Frage ) - individuellen ( Verantwortung ) - ( Rückkehr ) - ( Standard-Erzählung ) - ( Problem ) - ( Ausrottung ) - größtes ( Paradox ) - ( Roman ) - ( Autor ) - ( Erzähler ) - ( Ansicht ) - einzelner ( Mensch ) - ( Innenleben ) - ( Erklärung ) - deutsche ( Verbrechen ) { bedeutungslos } - ( Roman ) - diese ( Innenperspektive ) - persönliche ( Innenperspektive ) - ( Strukturzusammenhänge ) - ( Funktionsverläufe ) - ( Dokumente ) - { nicht } ( Seelen ) - ( Täter ) - ( Zentrum ) - ( Legendenbildung ) - ( Überhöhung ) - ( Täters ) - ( Stockholm-Syndrom ) - leidende ( Geisel ) - ( Heldenerzählung ) - nationalsozialistischer ( Held )

      ( Wort ) - sogenannter ( Stil ) - ( Roman ) - ( Pierre Nora ) - “kein” ( Ton ) , “einziger” ( Ton ) , “falscher” ( Ton ) - französisches ( Original ) - beträchtlicher ( Teil ) - ( Deutsch ) - ( Militärsprachliches ) - ( “Oberfehlshaber” ) - ( “Generalfeldmarschälle” ) - ( “Befehlsnotstände” ) - manche ( Sätze ) - ( Deutsch- Französisch ) - ( “Standartenführer” ) - ( “Leiter” ) - ( “Führervernichtungsbefehl” ) - ( “Schnaps” ) - ( “Herren” ) - ( “Genickschuss” ) - ( “Übermensch” ) - ( “Feldgrau” ) - ( “Strichjunge” ) - ( “Endlösung” ) - ( Deutsch ) - französischer ( Kritiker ) - ( Germano-Chic ) - ( “Endlösung” ) - ( “Erlösung” ) - ( Juden ) ( … )

      ungelöstes ( Geheimnis ) - unsere ( Großväter ) - mitleidlose ( Mörder ) - dieser ( Roman ) - ( Schuldfrage ) - ( Kriegsverlauf ) - einzelne ( Stationen ) - technische ( Schwierigkeiten ) - ( NS-Ausrottungsprogramm ) - detailgetreues ( Werk ) - dokumentengetreues ( Werk ) - { nicht viel } ( Neues ) - ( Erfahrung ) - ausgebreitete ( Interna ) - ( NS-Netzwerk ) - ( NS-Ränkewesen ) - ihre ( Kleinkariertheit ) - staubige ( Kleinkariertheit ) - langweilige ( Kleinkariertheit ) - diese ( Ausführlichkeit ) - ( Sexualtragödie ) - letzte ( Winkel ) - feuchte ( Schwester-Vulva ) - küchenpsychologischer ( Nebenschauplatz ) - vulgärerotische ( Primanerfantasie ) - ( Attraktivität ) - trübe ( Niederungen ) - rassepsychologische ( Niederungen ) - ( Roman ) - unglückselige ( Zwillinge ) - ( Familie Aue ) - ( Juden ) - ( Deutschen ) - aussichtslose ( Zwillingsliebe ) - zerstörerische ( Zwillingsliebe ) - ( Beweislage ) - diese ( Deutung ) - ( Holocaust ) - ( Aue ) - ( Führer ) - kurzer ( Romanauftritt ) - ( Schläfenlocken ) - ( Gebetsriemen ) - ( Hitler ) - dessen ( Lebenstage ) - letzte ( Lebenstage ) - ( Führerbunker ) - übergroße ( Nase )

      allerletzte ( Frage ) - dieses ( Buch ) - { schlecht } schreibender ( Idiot ) - sexuelle ( Perversionen ) - gebeutelter ( Idiot ) - elitäre ( Rasseideologie ) - antiker ( Schicksalsglaube ) - ergebener ( Idiot ) - gebildeter ( Idiot ) - diese ( Frage ) - { keine } ( Antwort ) |||

      1. B - RÉSUMÉE

      Iris Radisch liefert weitenteils ein Referat der französischen Debatten , beschränkt sich allerdings auf einen sehr schmalen Korpus von Interview- Zitaten . Grundsätzlich vollzieht die Kritikerin eine rhetorische Enumeratio , was der Roman NICHT ist . Damit hat sich die Rezensentin quasi eine zweifache Negativ- Kulisse eingerichtet , vor welcher sie positiv und in hoher Redundanz die TATSÄCHLICHE Charakteristik eines “Edelnazi” ( Aue / Littell ) zeichnet . Die zentralen Induktionen sind und bleiben stereotyp : Dass der Roman ein “Problem” darstelle . Und dass Littells Buch keine Erhellung des “Geheimnisses” liefere , “warum unsere Grossväter zu Mördern wurden” . |||

      Zu welchem sprachlichen und rhetorischem Instrumentarium greift nun der Schriftsteller- Kollege Georg Klein , der zeitweilige “Shooting Star der deutschen Literaturszene” ( FR ) . Hervorgetreten mit einem Buch Von den Deutschen , allerdings auch mit einer feinen Reihe Essays über historische SF- Romane ( Über Arno Schmidts KAFF auch MARE CRISIUM , Die Zukunft von Gestern , 18 . 7. 2007 , ) .

      2. A - GEORG KLEIN , 16. 2. - SZ

      Die Bosheit der Toten

      FAZ READING ROOM detail Figuren - Hochgestiefelte - Schwarzgewandete - Filme - Comics - Romane - Leser - Autor - Jahr - ehemaliger ( SS-Offizier ) - preisgekrönter ( Bestseller ) - französischer ( Bestseller ) - deutsche ( Übersetzung ) - vierzehnhundert ( Seiten ) - ( “Ich” )

      ( Zeitgeschichte ) - ( Kenntnis ) - ( SS-Mann ) - ( Mord ) - ( Totschlag ) - großes ( Ausmaß ) - ( Rede ) - bürokratisch aufwendig organisierte ( Massenvernichtung ) und technologisch neuartig durchgeführte ( Massenvernichtung ) - ( Nationalsozialismus ) - minderwertige ( Menschen ) - ( Staatsfeinden )

      ( Verbrechen ) - faktische ( Erforschung ) - mediale ( Fiktionalisierung ) - letzte ( Hälfte des 20. Jahrhunderts ) - ( Nürnberger Prozesse ) - jüngste ( Buchproduktion ) - besondere ( Evidenz ) - ( Gräueltaten ) - ( Taten ) - übersachliche ( Augenfälligkeit ) - metaphysische ( Augenfälligkeit ) - ( Begriff des Bösen ) - ( Angehörige der SS ) - ( das “Böse schlechthin” ) - ( Deutsch ) - beschwörende ( Verdopplung )

      ( Littells Erzähler Max Aue ) - promovierter ( Jurist ) - hochrangiger ( Offizier ) - ( SS-Sicherheitsdienst ) - ( Bannspruch ) - ( Übereinkunft ) - ( Wirklichkeit des Geschehenen ) - eigene ( Worte ) - eigentlicher ( Lebensbericht ) - lange ( Reflexion ) - ( Amalgam ) - allgemeine ( Rekapitulation ) - zeitgeschichtliche ( Rekapitulation ) - populärphilosophischer ( Räsonnement ) - private ( Bekenntnisse ) - intime ( Bekenntnisse )

      ( Basis ) - einschlägige ( Literatur ) - wissenschaftliche ( Literatur ) - ( Zahl der Opfer ) - ( Krieg ) - ( Verfolgung ) - ( Schulterschluss ) - historische ( Forschung ) - ( Beschreibungsmacht ) - ( Deutungsmacht ) - ( Leugner ) - ( Verharmloser ) - gespannter ( Leser ) - beklommene ( Leserin ) - ( Morden ) - ( Totschlagen ) - spezifischesn ( Dabei-Sein ) - literarische ( Erzählung )

      ( Angriff ) - ( Sowjetunion ) - ( Leser ) - ( Protagonist ) - dessen ( Perspektive ) - ( Ereignisse ) - ( Geschehen ) - übersichtlich portionierte ( Szenen ) - ( Ich-Erzähler ) - enorm detailreiches ( Gedächtnis ) fotografisch getreues ( Gedächtnis ) - angeblich ( Erinnertes ) - kolportierende ( Trivialautoren ) - ( Drehbuchschreiber ) - legitime ( Erben ) - historischer ( Roman ) - vergangene ( Wirklichkeit ) - bewährte ( Bauteile )

      derartiges ( Erzählen ) - allgemeines ( Bescheidwissen ) - individuelle ( Teilhabe ) - ( Doppelsimulation ) - gewohntes ( Verfahren ) - unsere ( Phantasie ) - ( Imagination ) - unsere ( Phantasie ) - verwandte ( Bilder ) - eigener ( Fundus ) - ( Gelesenes ) - ( Gesehenes )

      ( … ) etliche ( Lesestunden ) - folgende ( Schreckensszenen ) - ( Steigerung ) - ( Opfer ) - sowjetischern ( Geheimdienst ) - ( Pogrom ) - ukrainische ( Bevölkerung ) - jüdische ( Mitbürger ) - ( Aue ) - erstes ( Mal ) - einzelne ( Menschen )

      ( Erschießungsaktion der SS ) - ( Serialität des Vorgehens ) - ( Massenhaftigkeit des Tötens ) - ( Pistole ) - ( Schlucht Babyn Jar ) - ( Aufgabe ) - tödlich ( Getroffene ) - sogenannter ( Gnadenschuss ) - ( Tun ) - ( Beschreibung des Ermordeten ) - ( Rang ) - persönliche ( Begegnung )

      erstes ( Opfer ) - zwei ( Sätze ) - ( Kontur ) - schreiender ( Mann ) - junger ( Mann ) - zweite ( Gestalt ) - gesichtslose ( Opfer ) - schönes ( Mädchen ) - fast nacktes ( Mädchen ) - deren ( Anblick ) - ( Gegenblick ) - ( Protagonist ) - ( Viertelseite ) - ( Kopf ) - ( Ergebnis ) - ( Platzen einer Frucht ) - solcher ( Vergleich ) - ( Figur des jungen Aue ) - erzählendes ( Alter Ego ) - ( Vermögen des Autors ) - ( Imagination des Lesers ) - stilistischer ( Gemeinplatz )

      ( Drastik ) - ( Ungeschick) - psychologischer ( Realismus ) - pornographische ( Kitschigkeit ) - ( Beschreibung ) - ( Passage ) - fatale ( Art ) - ( Rahmen ) - vorgegebene ( Mittel ) - erzählerische ( Mittel ) - ( Rahmen ) - trivialer ( Roman ) - ( Leser ) - ( Beteiligte ) - ( Das Böse ) - ( Literatur ) - ( Qualität der Handlung ) - ( Qualität des Stils ) ( …)

      gleichförmige ( Programmierung ) - möglicher ( Schrecken ) - ( Besuche ) - ( Auschwitz ) - ( Ankunft ) - ( Selektion ) - ( Opfer ) - angebotener( Blick in die Gaskammer )

      ( Darstellung ) - direktee ( Gewalt ) - ( Umfang ) - ( Roman ) - nicht viel ( Raum ) - ( Passagen ) - ( Sehenswürdigkeiten ) - eroberte ( Städte ) - ( Widrigkeiten der Etappe ) - geselliges ( Beisammensein ) - andere ( Offiziere )

      ( Held ) - ( Schnapsglas ) - ( Pistole ) - ( Textstellen ) - ( Reflexionen ) - ( Mordaktionen ) - ( Durcharbeitung ) - ( Denken ) - ( Dialog ) - direkte ( Rede ) - direkte ( Gegenrede )

      ideologische ( Begründung ) - sogenannte ( Endlösung ) - ( Zusammenhang ) - ( Massaker ) - ( Angriffskrieg auf die Sowjetunion ) - praktische ( Probleme ihrer Durchführung ) - komplexe ( Konsequenzen ) - alle ( Beteiligte ) - alle ( Betroffene ) - theoretischer ( Präsentierteller )verhandelt.

      ( Recherche ) - ( Gemeinschaft der Täter ) - heutiges ( Wissen ) - ( Gesamtumstände ) - ( im Strom der Ereignisse Schwimmende ) - kuriose ( Weise ) - ( Summe ) - ( Spektrum an Erkenntnissen ) - zeitgeschichtliche ( Forschung ) - ( Folgejahrzehnte ) - viele ( Quellen )

      moralische ( Dimension ) - ( SS-Umfeld ) - eigene ( Typologie der Täterschaft ) - ( Neugier ) - ( Mordlust ) - ( Abscheu ) - ( Gewissensbisse ) - somatische ( Störungen )

      ( Ansichten ) - handelnder ( Aue ) - ( Zeit an der Ostfront ) - ( Ende Zwanzig ) - ( Alter Ego ) - ( Ausscheiden aus dem zivilen Arbeitsleben ) - siebtes ( Lebensjahrzehnt ) - ( Vielfalt der Kriegsereignisse ) - ( Schlamm ) - ( Blut ) - ( Mord ) - ( Totschlag ) - klarer ( Himmel ) - rationale ( Einsicht ) ( … )

      aufgeklärte ( Harmonie des trivialen Realismus ) - erzählerische ( Verfahren ) - historischer ( Roman ) - psychologischer ( Roman ) - zurückliegende ( Jahrhunderte ) - späte ( Vollendung ) - triviale ( Vollendung ) - homogenisierende ( Macht ) - ( Quintessenz der gleichförmigen Gesamtschau ) - ( Geschehenes ) - ( Getanes ) - ( Erlittenes ) - genaue ( Betrachtung ) - ideologische ( Zusammenhänge ) - politische ( Zusammenhänge ) - militärische ( Zusammenhänge ) - bürokratische ( Zusammenhänge ) psychomechanische ( Zusammenhänge )

      einzelne ( Menschen ) - ( Kontexte ) - verständliches ( Verhalten ) - plausible ( Reaktionen ) - plausible ( Entscheidungen ) - vorhersehbare ( Gräuel ) - ( Welt ) - ( Beschreibung ) - ( Erklärung ) - realistischer ( Einklang )

      ( Das Böse ) - ( Schwindsucht ) - ( Glaube ) - nicht angemessen beschreibbares ( Unheil ) - unfassbar großes ( Unheil ) - konventionelle ( Schilderung der Massaker ) - säuberliche ( Ausmalung ihrer Umstände ) - psychologisches ( Räsonnement ) , moralischesn ( Räsonnement ) , spirituelle ( Puste ) - ( Täter ) - metaphysisches ( Format )

      ( Tun ) - stupides ( Voranwursteln ) - reflektierte ( Pflichterfüllung ) - feige ( Anpassung ) - neugieriges ( Ausprobieren ) - pure ( Schlamperei ) - neurotische ( Übersprungshandlung ) - cholerischer ( Ausbruch ) - sadistischer ( Exzess ) - { keine } Tat - jenen angeblich elementaren ( Schrecken ) - anhaltend sakralen ( Schrecken ) - sichere ( Distanz unserer gewaltarmen Verhältnisse ) - große ( Morden ) - große ( Scheu ) - erhabenes ( Schaudern ) - flotter ( Selbstlauf dieses Realismuskonzepts ) - gemächlicher ( Selbstlauf dieses Realismuskonzepts ) - ( Trott der erzählerischen Vernunft )

      ( das Böse ) - abgerabenes ( Wasser ) - etwas ( Boshaftes ) - breite ( Maske des historisierenden und psychologisierenden Trivialromans )- glatte ( Maske des historisierenden und psychologisierenden Trivialromans ) - ( Mienenspiel des Autors ) - ( Text ) - zahlreiche ( Spuren ) - zwielichtige ( Gestimmtheit ) - ( der alte Aue ) - amerinaischer ( Historiker ) - ( Verfasser des Standardwerks “The Destruction of the European Jews” ) - ( Raul Hilberg ) - seltsame ( Ironie ) - süffisante ( Ironie ) - “respektablen” ( Professor Hilberg ) ( … )

      figürliche ( Kontur des Erzählers ) - selbst ( Autor ) - dieser ( Anflug von Bosheit ) - fünf ( Jahre ) - lange ( Jahre ) - historisierender ( Wälzer ) - ( “Pour les morts” ) - ( Roman ) - vorangestellte ( Widmung ) - ( Leser ) - ( Autor ) beschriebenen ( Jüdin ) - deren ( Kopf ) - ( Metaphorik ) - zerspringende ( Frucht ) - literarisches ( Denkmal )

      andere ( Seite ) - ( SS-Mann Max Aue ) - hohe ( Wahrscheinlichkeit ) - programmatische ( Einleitung ) - geringe ( Qualität der Lebensberichte ) - einige ( Wenige ) -

      gewidmeter ( Roman ) - ( Denjenigen ) - deren ( Kriegstod ) - deren ( Hinrichtung ) - deren ( Untertauchen ) - ( Nachkriegswelt ) - ( Anteil am großen Abschlachten ) - ( Stummgebliebene ) - versäumtes ( Werk ) - literarisches ( Werk ) - ( Autor ) - boshafter ( Kobold ) - ( Jenseits )

      ein wie wir ( Nachgeborener ) - ( Fülle des recherchierbaren Materials ) - ( Haut eines solchen Erzählers ) - ( Kostümierung ) - ( Entkleidung ) - ( Leser ) - ( Anteil ) - diese ( Entblößung ) - unser ( Verhältnis ) - zeitgenössisches ( Verhältnis ) - ( das Böse ) - schwächelnde ( Bannung ) - ( Historie ) - ( Literatur ) - gewisse ( Zeit ) - historisches ( Erzählen ) - historisierendes ( Erzählen ) - literarisches ( Erzählen ) - zermürbendes ( Erzählen )

      ( Bild des Bösen ) - ( das Böse par excellence ) - überstrapazierter ( Muskel ) - große ( mediale Manifestation ) - wichtige ( mediale Manifestation ) - erschöpfte ( mediale Manifestation ) - ( Erzählung ) - ( Schuld ) - ( Leid ) - tragische ( Größe ) - ( Verantwortung der Täter ) - ( Leid der Opfer ) - unermüdliches ( Mahlwerk ) - trivialer ( Realismus ) - literarischer ( Realismus ) - blödsinniges ( Pech ) - bloße ( Ungunst der Stunde ) - ( Missgeschick des Einzelnen ) - falsche ( Zeit ) - falscher ( Fleck ) - verkehrte ( Seite ) - zeitgeschichtlicher ( Roman ) - ( Verschwinden der Zeitzeugen ) - historischer ( Roman ) - große ( Evidenzmaschine der bürgerlichen Literatur ) - alte ( Mühle )

      ( Littell ) - ( sein Erzähler ) - ( Schwächung ) - ( Handlung des Romans ) - zunehmende ( Unwahrscheinlichkeit ) - groteske ( Elemente ) - phantastische ( Elemente ) - ( Erscheinung des Bösen ) - angeblich letzte ( Offensichtlichkeit ) - frei ( Vagierendes ) - nervlich zerrüttete ( Aue ) - historische ( Kulissen ) - ( Morde … an Mutter und Stiefvater … an einem schwulen Liebhaber und an seinem wichtigsten SS-Kameraden ) - bizarr privater ( Charakter )

      ( Text ) - ( Rand ) - seines ( Genres ) - ( Leser ) - triviale ( Spätform des historischen Romans ) - ( Nähe ) - ( Psychothriller ) - ( Splatterfilme ) ( … ) diesem ( Genre ) ( Exzess ) ( Zusammenhanglosigkeit ) - ( Unvernunft ) - ( das Böse ) - absoluter ( Rang ) - letzte ( Gewaltbilder des Romans ) - mediale ( Gegenwart ) - zentrales ( Faszinosum von “Die Wohlmeinenden” ) - ( Lösung des Bösen ) - ( Doppelbann von Historie und konventionell realistischer Erzählung ) ( … ) |||

      2. B - RÉSUMÉE

      Auch Georg Klein begegnet der materiellen und literarischen Monstrosität des Romans mit Hilfe von Aufzählungen , Katalogen und Listen . Anders als Radisch , verzichtet er auf Zusatzinformationen aus den französischen Debatten , sondern verlässt sich ganz auf seine eigene Lektüre . Mit Oswald Klein ist der Lesende und Referierende freilich selbst Autor , der - wie er mehrfach durchblicken lässt - sich mit den Formen und Möglichkeiten historischen und realistischen Erzählens produktionsästhetisch auseinandergesetzt hat . Seine zutreffende Beobachtung , dass diese literarischen Formen längst in den medialen Mainstream bzw. die Trivialliteratur übergegangen sind , lassen Litells Werk als anachronistisches Fuhrwerken erscheinen , welches noch in der Integration von Shocker- und Splatter- Movie- Effekten nur noch anachronistisch wirkt . |||

      Wie klingt dies nun in der Version des ( von Hubert Winkels popliterarisch ) erklärten “EmphatikersVolker Weidermann ? - Hier machen wir die Gegenprobe und sammeln für einmal - dem anekdotischen und narrativen Ansatz Weidermanns entsprechend , lediglich das ICH , die VERBEN und ADJEKTIVE . Einfach mal probieren .

      3. A - VOLKER WEIDERMANN , 17. 2. - FAS

      Das Verbrechen im Kopf

      FAZ READING ROOM detail war - überfüllten - saß - schwieg - schien - zu dauern - ( ich ) las - war angekommen - unterstrich - mir wichtig erschienen - ruft - mir gegenüber - heraus: “ist - starker !” - “meinen Sie ?” - “Sie da eben unterstrichen haben - unglaublich stark !” - ( ich ) schaue - vor mir - schaue - verärgert - erstaunt - ( ich ) - hatte nicht bemerkt - ( sie ) - mitgelesen hatte - wollte ( sie ) - war

      “Doch wenn die Vergangenheit erst einmal die Zähne in euer Fleisch geschlagen hat, lässt sie euch nicht mehr los.”

      plötzliches - ist mir unheimlich - ( sie ) fügt - schnell hinzu - ( sie ) - nicht nur für stark, sondern auch für sehr, sehr wahr halte, will - wissen - steht - gibt dann entschlossenes - sind weg - bleibt da

      jeder ( Leser ) denkt - ist das für ein - schreckliches - grauenhaft - kitschig - brutal - pervers - obszön - schwul - leidenschaftlicher - klassischer - inzestuöser - verfallen - begleitet - beobachtender - deutschen - ( er ) ist - ersten dabei - ( er ) ist eingeschlossen - ( er ) ist - rasender - letzten - ganz allein - untergehenden -

      das - erschien - wichtigsten - gewann - verkauft wurde - heftige - auslöste - hat - ersten - was - nicht braucht - es reiht - mich - erste bat - schrieb ( ich ) - ( ich ) hasste - ersten - ersten : “Ihr Menschenbrüder, lasst mich euch erzählen, wie es gewesen ist.” - ( alles ) - diesem ersten - ist furchtbar - klebrig-umschlingende - freche - “wie es gewesen ist” - ( Erzähler ) - diese - zweiten aufnimmt - scheinbar gegen sich selber wendet - macht - noch unangenehmer: “Wir sind nicht deine Brüder, werdet ihr antworten, und wir wollen es gar nicht wissen.”

      unangenehm geht ( es ) weiter - ( Erzähler ) stellt sich - vor - schwingt sich - deutet - an - stellt fest - frei von jeder Reue sei - frei von jeder Strafverfolgung blieb - kommt auf seine zu sprechen - diskutiert - offiziellen - tote - tote deutsche - tote sowjetische - errechnet - beendet: “Ich bin ein Mensch wie jeder andere, ich bin ein Mensch wie ihr. Hört mal, wenn ich es euch doch sage: Ich bin wie ihr!”
      jeder ( Leser ) denkt an dieser -

      geht ( es ) los - berichtet - ( es ) gewesen ist - begann - ( er ) geht - deutschen - erste - ukrainische - werden keine - beschrieben - ( es ) beginnt - ersten - “Ist es das erste Mal ?”, fragte der Hauptmann leise. Ich nickte. “Sie werden sich dran gewöhnen”, fuhr er fort, “aber vielleicht nie so ganz.”

      ( Erschießungen ) beginnen - ( Littell ) spart nichts aus: “Um sicherzugehen, war es besser, auf den Kopf zu zielen als auf die Brust, dabei wurden die Männer jedoch mit Blut und Hirnmasse bespritzt, worüber sie sich beklagten.”

      Will ( man ) - wissen - ist nur - ( wir ) erfahren - jedes - jede - kleinste - scheint sich - ( Erzähler ) - letzten - zu interessieren - letzten - ( Littell ) - wirkt - raubt - letzte - ( er ) mutet - zu: “Manchmal musste man, um an die Verwundeten heranzukommen, über die Leichen gehen, das war entsetzlich glitschig, das weiche, weiße Fleisch verschob sich unter meinen Stiefeln, die trügerischen Knochen brachen unter meinen Schritten und ließen mich straucheln, ich versank bis zu den Knöcheln in Schlamm und Blut.”

      beschreibt - seinen - frisches - am Leben waren - “Immerhin ging es darum, den Menschen überflüssiges Leiden zu ersparen, allerdings konnte ich nur den zuoberst Liegenden den Gnadenschuss geben, unter ihnen lagen weitere Verletzte, die noch nicht ganz tot waren, es aber bald sein würden.”

      ( man ) hat - nur einen - ersten hundert , zweihundert - dieses - leisen - erzählerischer - denkt man sich - nicht abwenden kann - muss ( man ) - selber tun - dieses - beenden. ( … )

      der nicht dabei war - ( er ) erzählt - aus - Max Aue - antritt - wird - gefragt: “Was wollen Sie sehen?” Und Aue antwortet nur knapp: “Alles.”

      ist - eifrigen - ist - seines - dieses - wenn man lange genug - widerstanden hat - zuzuschlagen - ist man gefangen - gefangen - gefangen - all diesem - gefangen - all diesen - ( ich ) kann - noch nicht - sagen - ( es ) - kommt - man gefangengenommen wird - diesem - ( es ) ist - nicht - hat ( man ) - vorgeworfen - seinen drastischen Schilderungen - splatterhaften - bediene ( er ) gezielt - voyeuristischen - zeitgenössischen - hieß es - ersten deutschen - wird lesen - niedrigen - werden da bedient - ( wer ) - sucht - wird - kostet - besser anlegen können -

      ( es ) ist - anderes - ( man ) vertraut sich - an - scheint wahr zu sein - ( er ) schreibt - nimmt ( man ) - so hin - ist - beschäftigt - ist - erschüttert - bewusst wird - besonders unwahrscheinlichen - seiner - alten - angibt - 120 Jahre alt zu sein - belegen kann - ist - surreale - alte - führt - ( er ) weiß - sein - sein wird - heben - aus - erschießen - ist - solcher - aller - ( man ) sich - diesem - an - anvertraut - ( man ) hatte - früh begriffen - schreibt - jede - kennt - literarisch verarbeitet - erst - unwahrscheinlichsten - erkennt man - ( Littell ) - großer - ist - großer

      sein größter - ist - ist - versucht - sympathisch zu finden - ( es ) ist - überzeugter - groß ist - ( er ) nicht - viele - überwinden muss - ( man ) - folgt - seinem - seiner - ist die große -

      bald - wird - deutlich - sein muss - es ist - empfunden haben müssen - begann - schildert präzise - erbitterten - sei - genau - dieses - ist - weiter - voranschreitet - größer wird - bedeutender - technischen

      herrscht - unglaubliche - ( man ) sich mit keinem - identifizieren kann - eingeblendet werden fehlt( es ) - ist schwer erträglich - halten einen fest - tiefen - menschliche Güte getragen ist - dieser - glaubt dieses - nichts mehr - ( alles ) ist immer - sind nicht - die - zu - gemacht - denen - erlaubt haben - zu - zu werden. “Aber das Unmenschliche - ich bitte um Entschuldigung -, das gibt es nicht. Es gibt nur das Menschliche, immer nur das Menschliche”

      sagt - scheint - sich - übergroßer - freisprechen zu wollen - ist das - seines - dieses - es gibt keine - erstarren will - gehört - eigenen - mit dazu: “Ich will hier nicht behaupten, ich sei an diesem oder jenem nicht schuldig” - erklärt Max Aue - seines - “Ich bin schuldig, ihr seid es nicht, wie schön für euch. Trotzdem könntet ihr euch sagen, dass ihr das, was ich getan habe, genauso hättet tun können. Vielleicht mit weniger Eifer, dafür möglicherweise auch mit weniger Verzweiflung.”

      es gibt - unglaublicher - leere - Welt - konzipiert scheint - unglaublicher - ( es ) ist - unglaublich - all - diesen - sah - all - ( man ) kennt - ( man ) gelesen hat - tiefe - möglich ist - ( Jonathan Littell ) ist - gelungen - einem schlägt |||

      3. B - RÉSUMÉE

      Mit den Substantiven sind viele der vermutlich aufsehenerregenden Wörter dieses Textes verloren gegangen ( weshalb wir auch - stark strapazierten Zitate beibehielten ) : Vom anfänglichen Schrecken und Horror hangelt sich Weidermann über die Anerkennung der Quellenkenntnis des Autors , um dann eine besonders drastische Schlüsselzene zu beschreiben . Das sei so krass , so unwahrscheinlich ( in Wahrheit kennt man viele solcher Szenen , bei welchen die Opfer ihrer eigenen Gräber aushoben ) , dass man sich von diesem Moment an dem Autor “anvertraue” .

      Welche Gründe sollte der 1969 geborene Rezensent haben , sich dem zwei Jahre jüngeren Autor “anzuvertrauen” ? - Weidermann scheint geneigt , einen Pakt mit dem Generationsgenossen zu schliessen : Einem Generationsgenossen , welcher es an Provok