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NEUES VON FREUNDEN



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TRACKER DOG ( Aktion “TRACKER- DOG”)

PREISE IM KREISE & WEITERES LESEN

czz neues von freundenMit Jubel und Trubel dem erhebenden Pfingstfest hinterher : Beim Meraner Lyrikpreis hat die hier wohlbekannte “telefontext“- und “Literatur als Radiokunst“- Autorin Monika Rinck am Samstag den zweiten Rang errungen !

Unter den Texten der neun zur Face- to- Face- Lesung eingeladenen Finalistinnen | Finanllisten wurden vier mit Preisen bedacht : Den Lyrikpreis Meran der Südtiroler Landesregierung ( 8.000 Euro ) erhielt Martina Hefter , Monika Rinck wurde als Numero Zwei mit dem “Alfred Gruber Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse” ( 3.500 Euro ) bedacht . Die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin Uljana Wolf konnte als Numero drei den Medienpreis des RAI-Senders Bozen ( 2.500 Euro ) für sich verbuchen .

Wir gratulieren wie stets in in|ad|ae|qu|ater Manier und freuen uns bereits auf die Lesung , die Monika Rinck am 17. 6. in Wiens Literarischem Quartier Alte Schmiede aus ihrem jüngsten Gedichtband “Zum Fernbleiben der Umarmung” ( kookbooks 2007 ) geben wird . ( 20:00 Uhr ) |||

Mit Ann Cotten tritt eine weitere Preistragende , ihres Zeichens ebenfalls “LARK“- Autorin und Gast des “Salon Littéraire” auf den Plan . Wie angekündigt , wird sie heute das George Saiko- Reisestipendium im Rahmen einer kleinen Zeremonie im Literatursalon der Östereichischen Nationalbibliothek entgegen nehmen . Es laudotioniert Wendelin Schmidt- Dengler , es liest die Preisträgerin ( Oratorium , 19 Uhr , N. B. : warm anziehen !)

Die Autorin wird dann wieder am 24. 6. in Wien im Kontext eines zweisprachigen Dichter- und Übersetzerworkshops “Türkei - Österreich” im Literarischen Quartier zu hören sein : Zusammen mit u. a. Anja Utler , Lisa Spalt und Texten wie dem hier im “Salon” bereits vorgestellten Ömer Sisman ( in der Übertragung von Sara Heigl ) . in|ad|ae|qu|at und “Salon” werden sich beizeiten allerdings noch ankündigend und textvorstellend türkisch - deutsch zu Thema und Veranstaltung melden .

Von der jungen und “transdisziplinären” Literaturgruppe “WORTWERFT” ging in diesem Medium bereits die Rede gewesen , speziell von Maria Seisenbacher : Die Autorin führt morgen im Literarischen Quartier ihre Texte “pur” vor , ganz ohne die @ “Wortwerft” sonst üblichen musikalisch- visuellen Surroundings . ( 19:00 Uhr ) |||

OFF ROAD : “TRACKER- DOG”

czz neues von freundenWer die Wochenenden die Stadt und den Trubel der Festwochen und für einen hellen Tag lang der eigenen Entscheidungsfreiheit entfliehen will , kann in Niederösterreichs Mostviertel nicht nur auf seine Kunst- und Natur- Rechnung kommen , sondern buchstäblich auch auf den Hund : Ganz ohne doppelten Boden und Fakes und Finten läuft dort an sämtlichen Mai- Wochenenden das Projekt “TRACKER- DOG” des Theatervereins “meyerhold ultd.” ( siehe Titelbild ) : Renate Pittroff hat sich einen sportlichen Um- Gang im Schnittpunkt von “Land Art” und Soziokultur ausgedacht und dafür eine Runde zuverlässiger Hunde engagiert . Wir , das p. t. Publikum müssen nur noch zugreifen ( nämlich deren Leinen ) und uns vom Hundetier durch die liebliche Landschaft geleiten lassen . Allerdings geschieht dies nicht unbeobachtet : Ausgestattet mit einem GPS- Sender im Hunde- Halsband , wird unsere jeweilige Tour akkurat aufgezeichnet und schliesslich zusammenfassend kartiert . - “Ein Hund , sein Mensch , ein Sender ; klare Verhältnisse also .” - Ein Buch ( “Anleitung zum Schnüffeln” ) wird am 4. Juli die Resultate im Stadtmuseum St. Pölten dokumentieren : Auf dass wir auch zukünftig unsere Wege ganz ohne Führung und der eigenen Nase nach finden ! - Nächste Termine : Samstag und Sonntag , 17. / 18. 5. , 3300 Ardagger , MostBirnHaus , Ardagger Stift 9 , ab 10:00 Uhr . |||

AUSSTELLUNG “MATRIX : Geschlechter | Verhältnisse | Revisionen”

czz neues von freundenDa jetzt soviel von Damen die Rede war und von “Kunst” und dem fragwürdigen Begriff der “Natur” sei auch gleich auf die exzeptionelle Exhibition des “Museums auf Abruf” ( MUSA ) hingewiesen : “MATRIX : Geschlechter | Verhältnisse | Revisionen” zeigt ( noch bis 7. 6. ) Positionen von rund 40 KünstlerInnen aus den letzten vier Jahrzehnten werden im Hinblick auf Geschlechter / Verhältnisse . Das “Gender”- Thema wird dabei allerdings nicht auf die feministische Frage reduziert ( siehe den ausgezeichneten NZZ- Bericht über die New Yorker Ausstellung “WACK ! Art and the Feminist Revolution” ) , sondern es kommen beide Geschlechter in ihren Inszenierungen bzw. deren Reflexion in künstlerischen Selbstdarstellungen in Betracht . Zu sehen sind Werke u. a. von a room of one’s own , Andy Chicken , Carla Degenhardt , Ines Doujak , VALIE EXPORT , Oliver Hangl , Matthias Herrmann , Edgar Honetschläger , Birgit Jürgenssen , Elke Krystufek , Friedl Kubelka , Marc Mer , Lois Renner , Hans Scheirl , Christoph Schmidberger , Stefanie Seibold und Magda Tothova . |||

KULTURWISSENSCHAFTEN : THE GREAT WAR

czz neues von freundenAm Mittwoch , den 15. Mai gitbt es im “Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften” ( IFK ) ein internationales Panel zu dem auch weiterhin noch immer nicht in allen Aspekten ausgeloteten Thema des “Ersten Weltkriegs” und dessen Einflüssen | Auswirkungen auf die anhebende Moderne :

The First World War left millions - civilians and soldiers - maimed or dead. In its wake, empires toppled, monarchies fell, whole populations lost their national identities as political systems, and geographic boundaries realigned. Manners, mores, codes of behavior, literature and the arts, education and class distinctions - all underwent a radical change. Internationally renowned scholars will discuss present and future research approaches for the cultural history of the First World War.

Zum Thema “Cultural history of the Great War - new venues for research” , gibt es Impulsreferate von Michael Geyer ( University of Chicago ) , Jay Winter ( Yale University ) , Kommentare von Bernd Hüppauf ( New York University ) und Gerhard Hirschfeld ( Universität Stuttgart ) , die Moderation übernimmt Helmut Konrad ( Universität Graz ) . Reichsratsstrasse 17 , 18:00 - 20:00 Uhr . |||

KULTURWISSENSCHAFTEN : “TRAFIK”

czz neues von freundenUnter dem mehrdeutigen Titel “TRAFIK” ( Wiener Arbeitsgespräche zur Kulturwissenschaft ) startet am 16. 5. ein vieldeutiger und ungewöhnlicher Eröffnungsworkshop . Langfristig soll es , etwa zweimal pro Jahr ,

in Wien gelingen, WissenschaftshistorikerInnen, Kultur- und MedienwissenschaftlerInnen und verwandte InteressentInnen aus den verschiedensten Institutionen an wechselnden Orten in der Stadt zur TRAFIK zu versammeln, um gemeinsam über grundlegende Fragen der gemeinsamen Arbeit zu diskutieren.

Der Starttermim am Donnerstag ( merke : 14:00 - 20:00 Uhr ) wird auf sympathische Weise konkret , indem man - unter Mitwirkung des Saalpublikums - von ganz konkreten Gegenständen handelt . Kurz : Wir sind eingeladen , “einen Gegenstand mitzubringen , der – klein genug , um in einer Zigarettenschachtel [ ! ] Platz zu finden – den Raum der jeweils eigenen Forschung informiert, organisiert , infiziert , strukturiert” . Was wäre dies im Bezug auf das Projekt “in|ad|ae|qu|at” ?! - Eine Maus oder gleich die unzähligen , während der nächtlichen Abfassung der Postings verrauchten Zigarretten selber ?!

Den Auftakt der TRAFIK 01 bildet eine Einführung der Initiatoren in aktuellen Debatten um die materielle Kultur der Wissenschaften. Im
Hauptteil der Veranstaltung sollen die Dinge gleichsam selbst zu Wort kommen. Wir werden die Dinge auf mehreren Labor/Ausstellungs-Tischen anordnen, umsortieren, klassifizieren. Jeder Teilnehmer sollte seinen Gegenstand kurz vorstellen (5-7 min) und dazu beitragen, ihn gemeinsam mit den Gegenständen und Geschichten der anderen in möglichst einleuchtende/überraschende/verstörende Zusammenhänge zu bringen. Es geht also nicht um klassische Referate, sondern darum, gemeinsam und mit den Dingen zu argumentieren und diskutieren.

Intiitert und begleitet wird diese Initial- “TRAFIK” von Thomas Brandstetter , Karin Harrasser , Benjamin Steininger und Christina Wessely . Keynote und Résumée von Joseph Vogl . Ort : 1050 , Werkzeug H , Schönbrunnerstr. 61 , 14.00 bis 20.00 Uhr . |||

KLANGAPPARAT

Den Preisen gemäss fröhliche Töne wollen wir heute mit der emtzückenden EP “Music For Grassbar II” des in Paris lebenden Dub- Meisters Roots czz hörempfehlungIsta Posse ( MySpace ) anschlagen : Der Hüpfer in den falschen Mon- und frischen Maientag aus dem Haus des sympathischen Crossover- Netlabels Fresh Poulp ( MySpace ) aus Orléans . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. 513 JahStreet Dub | 02. Burn Mi Dub | 03. Roots Rockers Dub | 04. Brung Di Kutchee Dub |||

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ABSCHIEDE 1938 : Die Vernichtung des geistigen Wien



||| LES ADIEUX | ABSCHIED 1939 : EGON SCHWARZ | ABSCHIEDE 1938 : DIE BÜHLERS | ABSCHIEDE 1938 : WEITERES PROGRAMM | ABSCHIEDE 1938 : TEXT DER VERANSTALTER | KLANGAPPARAT | LINKS

LES ADIEUX

icon kreis radiation“Abschiede” : Wenn wir heute auf einen bis November durchgeführten Zyklus von sieben Sessionen zur Erinnerung an Österreichs “vertriebene Vernunft” hinweisen , würde uns der Titel der Veranstaltungsreihe zunächst eher die Assoziation an eine Komposition Friedrich Cerhas nahe : “Les Adieux” , uraufgeführt 2005 und im Februar vom Wiener Klangforum unter Johannes Kalitzke als Österreichische Erstaufführung in Wien vorgestellt , mochte wohl auf Beethovens Sonate No. 26 anspielen , offenbarte sich indes als ein in weitklingende Kadenzen gesetztes Hinhorchen in Richtung des Unsäglichen und Unhörbaren : dem Tod . Die Komposition indes sprach ( nicht anders als der anwesende 82jährige Komponist ) eine eminent vitale Sprache . Lösen wir uns von der ästhetischen Schönheit dieses Werks , wäre deren elegisches Innehalten im Wechsel mit aufbegehrenden “bombs” womöglich doch gar nicht so ungeeignet , die im Folgenden aufnotierten Daten zur Ringvorlesung einzuleiten . |||

ABSCHIED 1939 : EGON SCHWARZ

icon kreis radiationGestern , den 13. März hob die insgesamt siebenteilige Veranstaltungsreihe an mit einem Eröffnungsvortrag des 1922 in Wien geborenen und 1939 mt seiner Familie ins lateinamerikanische Exil geflohenen Literaturwissenschafters Egon Schwarz ( nota bene : Über den bekannten Gelehrten und langjährigen Rezensenten für die FAZ besteht bislang kein Wikipedia- Artikel . In keiner Sprache ) . “Unfreiwillige Wanderjahre . Auf der Flucht vor Hitler durch drei Kontinente” titelten die Erinnerungen ( CH Beck , 2005 ) . In einem gestern erschienenen Interview formuliert Schwarz in ebenso knappen wie dezidierten Worten , was in den Wiener Märztagen 1938 geschah :

Es war nicht einfach Jubel, es war frenetischer Jubel. Man hat das in der ganzen Stadt gehört. Bestimmt waren von den Tausenden, die am Heldenplatz lautstark gejubelt haben, nicht alle Nazis. Aber die überwältigende Mehrheit war es. ( … ) Ich würde nicht einen Augenblick glauben, dass Österreich ein unschuldiges Opfer war. Schon im März 1938 wurden die schlimmsten Verbrechen von den österreichischen Kadern der Nationalsozialisten begangen. Die kannten sich hier aus, sie hatten ihren Hausjuden, den sie jetzt umbringen oder bestehlen durften. So ging es dann weiter. Ich habe es als Pogrom erlebt. Die Juden mussten die österreichpatriotischen Parolen von den Strassen waschen, vor den jüdischen Geschäften standen breitbeinig die SA-Leute, die verhindern sollten, dass man dort einkauft. Ich habe gesehen, wie man johlend den Juden die Bärte anzündete. |||

ABSCHIEDE 1938 : DIE BÜHLERS

icon kreis radiationDer weitere Abend war dem weithin einflussreichen Intellektuellen- Ehepaar Karl und Charlotte Bühler . Wie nahezu autoritär der Sprachpsychologe im zeitgenössischen Wien ihr Terrain verteidigten , bezeugt eine köstliche Episonde in den absolut lesenswerten “Lebenserinnerungen” von Marie Jahoda : Die Grande Dame der Sozialpsychologie - auch lange nach den “Arbeitslosen von Marienthal” ( siehe unten ) - berichtet , wie “man” selbstverständlich in die top- aktuellen Vorlesungen der anti- freudianischen Bühlers pilgerte , sich dann aber nichtsdestoweniger und klammheimlich in die Berggasse stahl , um den “anderen” grossen Geist der Epoche kennen zu lernen .

ABSCHIEDE 1938 : WEITERES PROGRAMM

  • 24. Juni 2008 , 18 Uhr , Wienbibliothek im Rathaus |
    Gerald Holton ( Harvard University ) , Gerhard Sonnert( Harvard University ) : Was geschah mit den Kindern ? Erfolg und Trauma junger Menschen , die vor den Nationalsozialisten flohen
  • 5. November 2008 , 18 Uhr , Wienbibliothek | Hans Tietze und Erica Tietze-Conrat – Kunstwissenschaft als Kulturwissenschaft
    Arif Caglar ( Universität Istanbul ) : Reisetagebuch 1938 . Der Versuch einer Annäherung | Almut Krapf ( Akademie der bildenden Künste , Wien ) : Löwe und Eule – Das Kunsthistorikerehepaar Hans Tietze und Erica Tietze-Conrat | Alexandra Caruso ( Wien ) : Hans Tietze und die Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst
  • 19. November 2008 , 18 Uhr , Wiener Rathaus | Joseph Vogl ( Humboldt-Universität zu Berlin ) : Der Diskurs über “die Masse” im Wien der Zwischenkriegszeit - Das Soziale ist das Irrationale , Moderation Helmut Lethen ( IFK , Wien ) |||

ABSCHIEDE 1938 : TEXT DER VERANSTALTER

icon kreis radiation

Im März 1938 kommt ein historischer Prozess zu einem vorläufigen Ende, der über den Justizpalastbrand 1927, die Ausschaltung des Parlaments 1933 und den Bürgerkrieg 1934 die fortschreitende Zerstörung des demokratischen Gemeinwesens der Ersten Republik Österreichs nach sich gezogen hat. Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht und dem willfährigen “Anschluss” an das “Dritte Reich” wird jedoch nicht nur die Unabhängigkeit Österreichs verspielt und seine Bürgerinnen und Bürger einer Diktatur überantwortet, sondern auch das geistige Wien der Zwischenkriegszeit vernichtet. Mit der Verfolgung der Juden und Jüdinnen und der politisch Andersdenkenden wird ein intellektueller, künstlerischerund kultureller Mikrokosmos vernichtet, der sich im Wien des Fin de Siècle herausgebildet hatte und der trotz schwierigster wirtschaftlicher und politischer Umstände nach dem großen Krieg als Labor der geistigen Avantgarden erhalten blieb. 1938 findet diese Werkstätte des europäischen Geistes ihr gewaltsames Ende: Die geistige Elite der Stadt emigriert – sofern sie nicht schon vor dem Ständestaatins Ausland geflüchtet ist –, wird in den Folgejahren ermordet oder in den Untergrund bzw. in das innere Exil gezwungen. Das Wien vonSigmund Freud, Elias Canetti, Hermann Broch, Paul Lazarsfeld, Marie Jahoda und vielen, vielen anderen Botschafterinnen und Botschafterneiner emanzipatorischen Moderne hört auf zu bestehen.

Die Stadt hat diesen gewaltsamen Aderlass bis heute nicht verwunden. Das Ziel der Veranstaltungsreihe “Abschiede 1938″ ist es, 70 Jahre danach, an einzelne Facetten dieser historischen Tragödie zu erinnern.

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KLANGAPPARAT

Mit Audioscope hat DJ In Vitro ( Mexico ! ) eine fliessende Suite aus elegischen Ambient- Klängenczz hörempfehlung für Mixotic komponiert . Siebzig Minuten einleuchtend abschattierter Klangfarben : CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN |||

LINKS

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