<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:ymaps="http://api.maps.yahoo.com/Maps/V2/AnnotatedMaps.xsd">

<channel>
	<title>in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at &#187; Kafka</title>
	<atom:link href="http://www.zintzen.org/tag/kafka/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.zintzen.org</link>
	<description>doi:10.3246/ib.1000</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 06:32:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>&#124; espace d&#8217;essays &#124; Crauss : zustände herstellen . die papiermasken-photos von marvellous</title>
		<link>http://www.zintzen.org/2010/05/04/crauss-die-papiermasken-photos-von-marvellous/</link>
		<comments>http://www.zintzen.org/2010/05/04/crauss-die-papiermasken-photos-von-marvellous/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 04:24:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czz</dc:creator>
				<category><![CDATA[autoren | authors]]></category>
		<category><![CDATA[foto | grafie]]></category>
		<category><![CDATA[musée imaginaire]]></category>
		<category><![CDATA[| espace d’essays |]]></category>
		<category><![CDATA[anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[atavismus]]></category>
		<category><![CDATA[bildumgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Crauss]]></category>
		<category><![CDATA[dämon]]></category>
		<category><![CDATA[fastnacht]]></category>
		<category><![CDATA[fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[gesicht]]></category>
		<category><![CDATA[groteske]]></category>
		<category><![CDATA[Kafka]]></category>
		<category><![CDATA[Kontext]]></category>
		<category><![CDATA[Larve]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[marvellous]]></category>
		<category><![CDATA[maskierung]]></category>
		<category><![CDATA[mimik]]></category>
		<category><![CDATA[mischwesen]]></category>
		<category><![CDATA[mumme]]></category>
		<category><![CDATA[no-theater]]></category>
		<category><![CDATA[papiermaske]]></category>
		<category><![CDATA[persona]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[rang]]></category>
		<category><![CDATA[schamanismus]]></category>
		<category><![CDATA[schutz]]></category>
		<category><![CDATA[Signal]]></category>
		<category><![CDATA[Typus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zintzen.org/?p=14220</guid>
		<description><![CDATA[&#124; espace d’essays &#124; Crauss: zustände herstellen. assoziationen zur bezwingung eines dämons. die papiermasken-photos von marvellous ANTHROPOLOGOE DER MASKE &#8220;ich sitze an der schweissmaschine, umsprüht von funken, mit einer maske&#8221;, schreibt Hans Jürgen von der Wense auf einer postkarte 1944. der wandernde schriftsteller beschreibt damit nur nebenbei die tätigkeit, die er während des krieges für...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zintzen.org/espace-d-essays/">| espace d’essays |</a></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/crauss/">Crauss</a>:</strong></p>
<p><strong>zustände herstellen. assoziationen zur bezwingung eines dämons.<br />
die papiermasken-photos von</strong> <a href="http://marvellous-photos.de/"><strong>marvellous</strong></a></p>
<pre><code> </code></pre>
<p><a href="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/copyright_marvellous_masken_buchcover.png" rel="lightbox[14220]"><img class="alignnone size-full wp-image-14221" title="copyright_marvellous_masken_buchcover" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/copyright_marvellous_masken_buchcover.png" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<pre><code> </code></pre>
<p>ANTHROPOLOGOE DER MASKE</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;ich sitze an der schweissmaschine, umsprüht von funken, mit einer maske&#8221;, schreibt Hans Jürgen von der Wense auf einer postkarte 1944. der wandernde schriftsteller beschreibt damit nur nebenbei die tätigkeit, die er während des krieges für eine gewisse zeit in göttingen verrichten muss. vielmehr interessiert ihn, den eindruck wiederzugeben, den die wirklichkeit im gesamten auf ihn macht: mit der maske schützt Wense sich vor der welt, die ihm um die ohren fliegt, auf ihn einprasselt, ihn auch verfolgt; denn mehrere jahre verbringt er erfolgreich damit, sich durch dauernde wanderschaft den ins  allgegenwärtige verlängerten klauen des nazi-reichs, seiner behörden und zwänge zu entziehen.</p>
<p style="text-align: justify;">das ist selbstverständlich eine kindliche haltung: sich die hände vors gesicht zu halten und zu denken, der buhmann werde einen schon nicht entdecken. aber es ist auch eine schamanische, eine beschwörende haltung, denn die maske schützt ja nicht nur vor dem funkenregen, sie macht durch abgedunkelte augengläser auch möglich, ihn zu betrachten, in ihn hinein- und ihm entgegen zu schauen – ganz so, wie ursprüngliche völker geister beschwören, indem sie sich zu besonderen anlässen festlich kleiden und durchs aufsetzen einer maske nähe herstellen zu einem bestimmten ahnen, geist, oder sogar zu einem dämon.</p>
<p style="text-align: justify;">das überweltliche wird kultisch beschworen, durchs aufsetzen der larve wird der maskenträger zu demjenigen, den die larve darstellt oder, im wahrsten sinne: verkörpert. denn der geist wohnt <em>in</em> der maske. er muss nicht lang herbeigeholt werden, er ist bereits da. aber er kann nicht kommunizieren, solange niemand &#8220;seine&#8221; larve aufsetzt; er kann sich nicht entlarven und den maskenträger besetzen, durch ihn hindurch sprechen, wirken, tanzen.</p>
<p style="text-align: justify;">man kann auf vielerlei weise über ein thema wie &#8220;maske&#8221; und &#8220;maskierung&#8221; nachdenken, wahrscheinlich werden die ansätze ebenso vielfältig sein wie es unterschiedliche arten der vermummung gibt. aus einer gewissen faszination für afrika und aus einer sympathie für die ethnologen Parin und Fichte heraus fallen mir aber unwillkürlich tanzmasken aus lehm, holz, stroh und farbe ein. mir fallen afrikanische sonnenwesen, naturwesen und ahnen ein, nicht papiermasken mit den gesichtern von Mephisto, renaissance-fürsten oder viktorianischen intellektuellen, wie sie <em>marvellous</em> verwendet.</p>
<p style="text-align: justify;">dennoch liegt meiner ansicht nach marvellous mit seinen aus einem reise- und alltagszusammenhang heraus entstehenden photographien nicht ganz fern den ethnopsychologisch auf einen festen ritus bezogenen masken-austragungen afrikas oder auch asiens.</p>
<p>|||</p>
<p>IDEE UND PRAXIS</p>
<p style="text-align: justify;">der anfang der in loser folge weiterhin entstehenden portraits war zufall: der photograph hatte genauso wenig wie ich mit dem starken eindruck gerechnet, den ich hervorrief, als ich mir im sommer 2005 eine in einer ausstellung bereitgehaltene papiermaske vors gesicht hielt. es war eine laune, aus der heraus ich das tat. und wie durch eine laune der natur war ich mit einemmal ums kinn herum ein durchschnittlicher mann, auf augenhöhe und bei der frisur jedoch eine edeldame. ich dachte mir wenig dabei, so wie ich oft nicht den räumlichen oder gestalterischen hintergrund erkenne, in den <em>marvellous</em> einen mit sanfter hand weist, also: mit ganz spärlichen anweisungen dahin oder dorthin dirigiert, vielleicht darum bittet, nicht zu lächeln, ein wenig den kopf zu neigen, es aber meist dem gegenwärtigen &#8220;modell“ überlässt, wie es die hand hält, wie weit offen die jacke ist, oder ob es pantoffeln trägt etc: ob es zu einem photo kommt, hängt von der stimmung ab, von der bereitschaft zum tragen einer maske. wenn es aber ans photographieren geht, weiss marvellous immer, wie das bild ausschauen soll. er weiss stets ein wenig mehr als der abgebildete.</p>
<p style="text-align: justify;">hätte der an einem sonnigen apriltag 2007 portraitierte teufel denn ahnen können oder sogar müssen, dass marvellous ihn nicht einfach so, wie zufällig, vor einem weidezaun mit dem ende einer stacheldrahtrolle platziert? vielleicht. wahrscheinlicher ist, dass der portraitierte den zaun als zaun und den draht als draht wahrgenommen hat, gemeinsam mit dem baum im hintergrund dinge, die man eben bei einem spaziergang auf dem land sehen kann. hätte der portraitierte sich etwas dabei denken sollen, dass der photograph ihm die teufelsmaske nahelegt, wo er die wahl der maske meist seinem gegenüber überlässt? <em>marvellous</em> hat hier wie bei anderen gelegenheiten die situation erfasst, das endgültige bild gesehen, noch bevor er die kamera bereit hatte oder einen konkreten rahmen durch ihren sucher festlegen konnte: ein holzkreuz, ein heiligenschein, und ein durch göttlichen strahl durchbohrter Mephisto.</p>
<p>|||</p>
<p>MASKE UND MACHT</p>
<p style="text-align: justify;">in streng gegliederten gesellschaften, beispielsweise im benin, kennzeichnen nicht individuelle züge die person, sondern ihr rang, der sich aus der äusseren erscheinung ablesen lässt. das gilt für europäische verhältnisse vielleicht nicht mehr so stark wie früher – politiker, würdenträger brechen sich heutzutage keinen zacken mehr ab, wenn sie jeans und turnschuhe anziehen. bei polizisten, soldaten und ähnlichen amtsinhabern gilt aber weiterhin, dass man sie signalhaft am äusseren erkennt.</p>
<p style="text-align: justify;">Kafkas türhüter vor dem gesetz ist an den zeichen des wohlstands und der macht zu erkennen: ein pelzmantel, ein langer, dünner, schwarzer tatarischer bart – und dadurch, dass er einfach behauptet, mächtig zu sein. macht und würde des staates, zb. des tschechischen staates, erkennen wir ebenfalls an der uniform seines türhüters: wappen, waffe, schulterklappen, kordel, strenger, zumindest skeptischer blick. dass sich ein tourist neben dem hüter des prager hradschin postiert und eine maske vorhält, sich als bürger bzw. in seinen wohlmöglichen absichten demonstrativ nicht zu erkennen gibt, wurde 2006 in einer öffentlichen diskussion teils als respektlos und entwürdigende verulkung empfunden. dabei ging es dem photographen ausdrücklich nicht um die &#8220;entblößung der staatsmacht&#8221;, sondern eher um den zusammenhang zu anderen und ähnlichen maskenbildern, vielleicht insbesondere zu solchen, in denen genau diese maske wiederauftaucht. und es ging ihm, glaube ich, um den zusammenhang zu denjenigen, die im bild gar nicht weiter zu sehen sind (bzw. nur andeutungsweise im hintergrund), die aber tagtäglich den stramm und steif stehenden soldaten knipsen (natürlich ist es täglich ein anderer, durch die uniformierung werden aber alle zu einem): vor, neben und mit ihm posieren – und ihn eventuell dadurch &#8220;abnutzen&#8221;, eben dadurch die staatsmacht, die er repräsentiert, lächerlich erscheinen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/copyright_marvellous_masken_sankt_gallen.png" rel="lightbox[14220]"><img class="alignnone size-full wp-image-14223" title="copyright_marvellous_masken_sankt_gallen" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/copyright_marvellous_masken_sankt_gallen.png" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<p>|||</p>
<p>LARVE IM KONTEXT</p>
<p style="text-align: justify;"><em>marvellous</em> ging es um das im bild nicht sichtbare, um die touristen. sie verulkt der maskenträger, nicht den soldaten. hier gilt: der photograph widmet sein interesse nicht nur den jeweils abgebildeten personen, sondern auch der aufmachung des materiellen wie intellektuellen hintergrunds, also der bildumgebung einerseits und bildhaften, symbolischen, allegorischen zusammenhängen andererseits. das bedeutet, ähnlich wie beim heiligenschein tragenden teufel, dass der abgebildete sich nicht bewusst ist, sich oft überhaupt nicht bewusst sein kann, wie maske und umgebung aufeinander einwirken. das bedeutet aber auch, dass der photograph das bild später unter umständen so entwickelt, dass die umgebung wörtlich in den hintergrund tritt, abgedunkelt wird oder so stark aufgehellt, bis konturen verschwimmen und verschwinden. effekt: starke betonung der maske und des ausdrucks, reduktion auf das spiel zwischen maske und maskiertem gesicht.</p>
<p style="text-align: justify;">im japanischen no-theater machen masken tief verborgene oder flüchtige emotionen sichtbar: sparsame gestik und langsame bewegungen verstärken den geheimnisvollen charakter einer figur. dabei sind die masken so raffiniert geschnitzt, dass mit ein und derselben mumme verschiedene gefühle ausgedrückt werden können, je nach winkel, in dem sich der schauspieler dem publikum zuwendet.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>marvellous</em> erreicht das gleiche durch den wechsel des &#8220;schauspielers&#8221;: nicht die maske verändert sich, sondern das halbgesicht, das dahinter steckt, also: der oder die portraitierte. ein und dieselbe maske bekommt dadurch einen völlig anderen ausdruck; so kann etwa Heinrich VIII. einmal historisch-authentisch wirken, in einer schlichten umgebung mit freiem oberkörper, ein andermal, in einer spaziergangs-situation keck, und dann wieder wissend, ja geradezu alchemistisch mit symbolisch aufgeladenen porzellanhasen und puppe. Mephisto hat man als zufriedenen hausherrn, von Gott getroffen, grübelnd im café oder geschäftig telephonierend. dabei bleibt er Mephisto, der teufel, der in jedem von uns steckt – zumindest, solange wir seine maske tragen.</p>
<p>|||</p>
<p>PERSONA UND TYPUS</p>
<p style="text-align: justify;">wie die allererste waren die papiermasken, die <em>marvellous</em> sich später zulegte, mehr oder weniger berühmten personen und besonderen, teils historischen persönlichkeiten nachempfunden, abgesehen einmal von den kleineren binden-masken, die fast ausschliesslich &#8220;typen&#8221; markieren: den monokel- oder den bart-träger, den einfältigen (etwa beim Adam in jeans, oktober 2006), den schalk (eine maskierung der maske mit aufgesetzter pappnase und pflaster auf der wange) oder, wie der photograph sie nennt, &#8220;die gottesmarke&#8221;. (zb. im märz-portrait 2006 mit lichtreflexen oder im mai des gleichen jahres als alte frau mit perlenkette). solche typen-masken findet man noch in der alten schweizer fastnacht, besonders in st. gallen, in der innerschweiz und im wallis: auffällige physiognomische eigenschaften werden überzeichnet; in der innerschweiz steigert sich das bis zur verhöhnenden parodie, im wallis kippt diese tradition in richtung einer darstellung grossflächig geschnitzter phantasiefiguren.</p>
<p style="text-align: justify;">die träger der <em>marvellous</em>’schen masken werden jedoch nicht wie in der fastnacht, im notheater oder wie afrikanische maskenträger zu den wesen, deren maske sie aufsetzen. sie verwandeln sich nicht in die berühmte figur, in den typus, den die maske vorstellt. gleichzeitig bleiben sie auch nicht sieselbst, da sich beim aufsetzen der larve das äussere (haare und gesicht) zu sehr verändert bzw. abgedeckt wird. die träger der papiermasken werden zu mischwesen! zu idealwesen, ähnlich wie bei den westafrikanischen d’mba-masken, die weder gottheit noch dämon darstellen, sondern das tanzende idealbild etwa einer frau: klug, stark und schön.</p>
<p>|||</p>
<p>MASKIERTER UND MASKE : MISCHWESEN</p>
<p style="text-align: justify;">beim betrachten der von <em>marvellous</em> verwendeten masken leuchtet das zustandekommen eines ideal- bzw- mischwesens ein, wenn man bedenkt, was genau die wirkung der portraitierten person ausmacht: es ist jeweils die mundpartie, und es sind die – gemalten oder gezeichneten – augen. nicht einzeln, sondern fast ausschliesslich im zusammenspiel. die kombination macht den effekt. erst der faltige mund gibt den schönen augen der Kleopatra das leicht bittere, erst ein schmales, konzentriertes lächeln der schief aufgesetzten königin Elisabeth I. etwas grotesk-hilfloses. erst die hausmädchenmaske verwandelt die unter umständen als verschämt wahrnehmbare haltung einer nackten in etwas katzenhaftes, erst das hofnarrengesicht lässt die gebeugte haltung angriffslustig und wie zum sprung bereit erscheinen.</p>
<p style="text-align: justify;">dem &#8220;phantom der oper&#8221; dient die maskierung dazu, das schreckliche, das nicht-zeigbare zu verbergen; die totenmaske hingegen soll einen momentanen zustand erhalten, das letzte antlitz eines eines menschen konservieren, die erinnerung im vorhinein materialisieren. marvellous maskenphotos sind von beidem das gegenteil: sie stellen erst eine situation, einen zustand her, der ohne sie nicht existiert hätte. das macht sie zur kunst.</p>
<p>der photograph schützt durch die maske weder das gesicht des portraitierten vor dem blick des betrachters, noch knipst er erinnerungsbilder eines wie auch immer gearteten moments. er stellt ihn durch die augen-mund-wechselwirkung zwischen maske und maskiertem erst her oder macht etwas sicht- und greifbar, das vorher allenfalls im  allenfalls im raum (in der raumsituation, der umgebung) lag – und durchs sichtbarmachen beherrschbar wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/copyright_marvellous_masken_frauenried.png" rel="lightbox[14220]"><img class="alignnone size-full wp-image-14222" title="copyright_marvellous_masken_frauenried" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2010/05/copyright_marvellous_masken_frauenried.png" alt="" width="500" height="501" /></a></p>
<p>|||</p>
<p>ATAVISMEN , WIRKUNG , GROTESKE</p>
<p style="text-align: justify;"><em>marvellous</em> berichtet von alpträumen, die er als kind und jugendlicher hatte, in denen ihm schwarze wesen begegneten, die, bereits wieder im wachzustand, nicht verschwanden, reglos im raum standen und sich umrunden liessen. dass der photograph dies im zusammenhang mit seinen portraits erwähnt, spricht für eine verwandtschaft, eine nähe zu afrikanischen gebräuchen: durch die in seinen bildern (oder bereits beim produzieren der bilder) entstehenden mischwesen vergegenwärtigt er sich des dämonischen, das in jeder gerade im gebrauch befindlichen maske liegt – ganz gleich, ob sie nun eine böse person zeigt, eine gütige, naive, oder ob sie göttliche züge hat – und macht es handhabbar, ermöglicht eine kommunikation mit seinen dämonen; wohlgemerkt: den eigenen, nicht jenen des jeweils portraitierten, der im moment des maske-tragens den bezug zur äusseren wirkung verliert, da er mit der wahrnehmung und durch das enge anliegen der pappe am gesicht ganz bei sich ist, durch kleine augenschlitze oft extrem eingeschränkt im blickfeld. der glaube an das wirken übernatürlicher kräfte in der natur, als geister tierischer oder menschlicher vorfahren, liegt vielen von ursprünglichen völkern verehrten maskenwesen zugrunde. es bietet die möglichkeit, sich in einer künstlichen verhüllung zu verwandeln und sich aussermenschliche kräfte anzueignen. einige der kultischen masken dürfen von aussenstehenden nicht gesehen werden, sie werden nur hervorgeholt, wenn ein wichtiger anlass gefeiert wird; zuvor werden frauen und kinder gewarnt, ihr gehöft während der gefährlichen maskentänze nicht zu verlassen.</p>
<p style="text-align: justify;">das alles spielt bei <em>marvellous</em> durchaus eine rolle, jedoch mit teils umgekehrten vorzeichen: die wirkung der maske (die kraft) erfährt nicht der maskierte, sondern der photograph oder der betrachter. das bedingt, dass neben dem betrachter mindestens eine zweite person notwendig ist, derjenige nämlich, der die maske trägt. photographien, auf denen keine &#8220;reale&#8221; person zu sehen ist, sondern die papiermaske beispielsweise neben einem äffchen hängt, in unmittelbarer nähe eines totenschädels oder auf dem pflaster liegt, stellen hierzu keinen widerspruch dar: in diesen photographien verdichtet sich einfach in extremer weise, was weiter oben mit der wechselwirkung zwischen maske und umgebung beschrieben wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">man unterscheidet in manchen kulturen die eigentlichen kultischen masken und jene, die der unterhaltung dienen. bei marvellous vermischen sich diese aspekte. ein und dieselbe maske kann kultischen charakter bekommen, wenn sie besonders häufig ausgewählt wird, also eine besondere anziehungskraft auf den potentiellen träger ausübt (marvellous überlässt zum grössten teil dem zu portraitierenden die entscheidung), aber auch dadurch, dass sie in einem zu ihr auffallend stimmigen hintergrund (eine historisch passende umgebung etc.) getragen wird. die gleiche maske dient unter umständen aber auch unterhaltungs- und delektions-effekten, wenn sie &#8220;salopp&#8221; aufgesetzt, nur vors gesicht gehalten oder in einer umgebung verwendet wird, deren widerspruch zur maskierung zum lachen reizt.</p>
<p style="text-align: justify;">manchmal treten solche effekte hervor, wenn beispielsweise ein mann eine explizit als frau erkennbare maske trägt. das groteske reizt jedoch nicht in jedem fall zum lachen, viel öfter ruft es erstaunen über die nicht erwartete stimmigkeit etwa einer weiblichen oberen gesichtshälfte mit einer männlichen unteren hervor oder darüber, wie gut die &#8220;zwiegesichtige&#8221; (dabei jedoch nicht zwangsläufig androgyne) person in ihre umgebung passt. eine tendenz, die sich bei der wahl der masken abzeichnet ist, dass männer relativ häufig zu frauenmasken greifen, während frauen eher frauenmasken zur hand nehmen. ausnahmen bilden die kleineren binden-masken, die oft nicht von vornherein geschlechtlich zuortbar sind bzw., wenn es sich um solche mit schnauzbart handelt, das männliche des barts im bildzusammenhang verloren geht oder nur als detail ins gewicht fällt. bei marvellous steht die maske immer im zusammenhang: erst durch sie wird aus einem einfachen portrait ein bild mit spezifischer irritation.</p>
<p style="text-align: right;">© Crauss, märz 2010</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/crauss/">Crauss.</a></strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/crauss-ein-scharfes-bild/">EIN SCHARFES BILD</a></li>
</ul>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong>Hinweise</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://marvellous-photos.de/">marvellous</a>: <a href="http://marvellous-photos.de/">masken. Photobuch mit 60 Abbildungen und zwei essays</a> &#8211; 2010 | Bestellung unter marvellous@web.de<span style="font-family: Arial Narrow; font-size: x-small;"> </span>.</li>
<li>Schreibferien mit Crauss am Lago Maggiore 24. &#8211; 30. 5. 2010 | Info , Bilder , Anmeldung unter <a href="http://schreibferien.crauss.de/">http://schreibferien.crauss.de/</a></li>
</ul>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zintzen.org/2010/05/04/crauss-die-papiermasken-photos-von-marvellous/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Henryk M. Broder &#8211; eine Heimsuchung Hildegards von Bingen ?</title>
		<link>http://www.zintzen.org/2008/07/23/henryk-m-broder-eine-heimsuchung-hildegards-von-bingen/</link>
		<comments>http://www.zintzen.org/2008/07/23/henryk-m-broder-eine-heimsuchung-hildegards-von-bingen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 08:48:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czz</dc:creator>
				<category><![CDATA[blogism]]></category>
		<category><![CDATA[klangapparate]]></category>
		<category><![CDATA[kriegsdinge]]></category>
		<category><![CDATA[kultur | politik]]></category>
		<category><![CDATA[lorbeer | award]]></category>
		<category><![CDATA[web cetera]]></category>
		<category><![CDATA[wiener wäsche]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Anti- Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Award]]></category>
		<category><![CDATA[Bump-Foot]]></category>
		<category><![CDATA[Die Achse des Guten]]></category>
		<category><![CDATA[DIE WELT]]></category>
		<category><![CDATA[Gegen die Islamisierung Europas]]></category>
		<category><![CDATA[Hannes Stein]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Markwort]]></category>
		<category><![CDATA[Henryk M. Broder]]></category>
		<category><![CDATA[Hildegard-von-Bingen-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Hildergard von Bingen]]></category>
		<category><![CDATA[Jupiter Makes Me Scream]]></category>
		<category><![CDATA[Kafka]]></category>
		<category><![CDATA[Karolis Buržinskas]]></category>
		<category><![CDATA[Konversion Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig--Börne--Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Neocons]]></category>
		<category><![CDATA[netlabel]]></category>
		<category><![CDATA[Pluralität]]></category>
		<category><![CDATA[Polemik]]></category>
		<category><![CDATA[Politically Incorrect]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Herre]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Rothschild]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralgestirn]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilcourage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.zintzen.org/?p=3695</guid>
		<description><![CDATA[&#124;&#124;&#124; HL. HILDEGARD &#124; DER HILDEGARD- VON- BINGEN- PREIS &#124; POLITICALLY INCORRECT &#124; DIE ACHSE DES GUTEN : NEOCONS AUS DEM GEISTE &#8217;68 &#124; KEIN SCHWEIN &#124; &#8230; UND DIE HEILIGE HILDEGARD ? &#124; KLANGAPPARAT HL. HILDEGARD Hildegard von Bingen ( ca. 1098 bis 17. 9. 1179 ) : In lexikalischer Verkürzung gilt die Heilige...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>||| </strong> HL. HILDEGARD | DER HILDEGARD- VON- BINGEN- PREIS | POLITICALLY INCORRECT | DIE ACHSE DES GUTEN : NEOCONS AUS DEM GEISTE &#8217;68 | KEIN SCHWEIN | &#8230; UND DIE HEILIGE HILDEGARD ? | KLANGAPPARAT</p>
<p>HL. HILDEGARD</p>
<p><img style="width: 147px; height: 197px;" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/hildegard-von-bingen.jpg" alt="Hildegard von Bingen" hspace="2" vspace="2" width="186" height="266" align="left" />Hildegard von Bingen ( ca. 1098 bis 17. 9. 1179 ) : In lexikalischer Verkürzung gilt die Heilige als einflussreiche Mystikerin , deren Visionen in illuminierten Büchern &#8220;<em>Liber Scivias Domini</em>&#8221; ,&#8221;<em>Liber Vitae Meritorum</em>&#8221; sowie &#8220;<em>Liber Divinorum Operum</em>&#8221; ) sowie als Streiterin wider die Verweltlichung des Klerus .</p>
<p>Die Äbtissin des Benediktinerklosters Rupertsberg bei Bingen ist heute noch am ehesten als Autorin der heute von Esoterikern gleichwie von Kulturhistorikern geschätzten natur- und volksmedizinischen Heilbücher &#8220;<em>Causae et Curae</em>&#8221; bzw. &#8220;<em>Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum</em>&#8221; ( &#8220;Buch über das innere Wesen [ Beschaffenheit und Wesen ] der Heilkraft ) der verschiedenen Kreaturen und Pflanzen&#8221; bekannt sowie für die von ihr überlieferte Sammlung geistlicher Lieder , &#8220;<em>Symphonia armonie celestium revelationum</em>&#8221; .</p>
<p>Wie mögen all diese aus Brockhaus , Meyer und Wikipedia kompilierte Daten mit dem Umstand zusammen hängen , dass ausgerechnet der bekennende Anti- Islamist, Anti- Zionist , ja bisweilen gar das Provokationsschlachtross eines jüdischen Antisemitismus reitende ex- linke Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henryk_M._Broder">Henryk M. Broder</a> im Jahr 2008 den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard-von-Bingen-Preis_f%C3%BCr_Publizistik">Hildegard- von- Bingen- Preis</a> zugesprochen erhielt ?</p>
<p><strong>||| </strong></p>
<p>DER HILDEGARD- VON- BINGEN- PREIS</p>
<p><img style="width: 174px; height: 170px;" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/hildegard-von-bingen-preis.jpg" alt="Hildegard von Bingen Preis" hspace="2" vspace="2" width="225" height="234" align="left" />Der &#8220;<a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Henryk-M-Broder;art772,2574929">Tagesspiegel</a>&#8221; , als dessen stets für kraftige Erregungen dienlicher Kolumnist Broder fungiert , berichtet am 18. 7. 2008 :</p>
<blockquote><p>Mainz &#8211; Der Publizist und Schriftsteller Henryk M. Broder erhält in diesem Jahr den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard-von-Bingen-Preis">Hildegard- von- Bingen- Preis für Publizistik</a>. Das teilte das Kuratorium des Preises am Freitag in Mainz mit. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der <em>Landes<strong>zahnärzte</strong>kammer</em> Rheinland-Pfalz seit 1995 an Journalisten und Publizisten vergeben, &#8220;<em>die sich in besonderer Weise verdient gemacht haben</em>&#8220;. Der 61-jährige Broder arbeitet für das Nachrichtenmagazin <em>Der Spiegel</em> und den <em>Tagesspiegel</em> und ist Autor mehrerer Bücher. Er erhält die Auszeichnung am 13. September in Mainz.</p>
<p>Im vergangenen Jahr ging die nach der Mystikerin und Gelehrten Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) benannte Auszeichnung an den Chefredakteur der Wochenzeitung <em>Die Zeit</em>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_di_Lorenzo">Giovanni di Lorenzo</a>. Zu den bisherigen Preisträgern zählen auch der Theaterkritiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Stadelmaier">Gerhard Stadelmaier</a>, der Reporter und Buchautor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Scholl-Latour">Peter Scholl-Latour</a> sowie die Fernsehmoderatorin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sandra_Maischberger">Sandra Maischberger</a>.</p></blockquote>
<p>Wir komplettieren in|ad|ae|qu|at die Liste der bisherigen Preisträger :</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maybrit_Illner">Maybrit Illner</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Kleber">Claus Kleber</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Schmidt">Harald Schmidt</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kaiser">Joachim Kaiser</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Fest">Joachim Fest</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Fest">Johannes Gross</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Krone-Schmalz">Gabriele Krone-Schmalz</a> , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kannengie%C3%9Fer">Walter Kannengiesser</a> sowie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Markwort">Helmut Markwort</a> . Letzterem &#8211; der als alleiniger Preisrichter fungierte &#8211; verdankt Broder übrigens bereits den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig-B%C3%B6rne-Preis">Ludwig- Börne-Preis 2007</a> . Eine Entscheidung für den &#8220;geborenen Polemiker“ [ ? sofern dies <em>ontogenetisch</em> überhaupt möglich ist ? ] , welche Jedem , der auch nur eine Zeile Börne gelesen hat , sofort einleuchtet .</p>
<p>Hilfreich zum Verständnis des Zustandekommens der Kür eines einstmals originellen und streitbaren , mittlerweile allerdings zum unflätigen anti- islamistischen und -liberalen Hassprediger mutierten Publizisten mag dabei sein , dass das <a href="http://www.hildegard-von-bingen-preis.de/kuratorium.htm">Wahlkuratorium des Hildegard- von- Bingen- Preises für Publizistik</a> aus dessen bisherigen Preisträgern besteht . Schlagen wir die <a href="http://www.hildegard-von-bingen-preis.de/preis.htm">Satzung und Begründung</a> des Preises nach , erfahren wir Folgendes :</p>
<blockquote><p>Der mit 5.000 Euro dotierte Hildegard- von- Bingen- Preis zeichnet ein Lebenswerk oder eine große, umfassende publizistische Leistung aus. Er soll &#8216;<em>die Pluralität im Chor der</em> Meinungen&#8217; fördern und Frauen und Männer ehren, die &#8216;<em>nicht ohne Zivilcourage ihr Bild von der politischen, sozialen und kulturellen Welt</em>&#8216; besonders markant weitergeben.</p>
<p>Gewürdigt wird damit eine herausragende, die Gesellschaft prägende publizistische Leistung.</p>
<p>Dabei verweist die Namensgeberin nicht nur auf den regionalen Bezug zu der den Preis auslobenden Körperschaft, sondern vor allem auf die zu ihrer Zeit Weg weisende publizistische Arbeit der Hildegard- von- Bingen im Hochmittelalter.</p></blockquote>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>POLITICALLY INCORRECT</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/pi-logo.jpg" alt="PI logo" hspace="2" vspace="2" width="120" height="123" align="left" />Diese sogenannte &#8220;Pluralität der Meinungen&#8221; , vorgetragen in beispielloser &#8220;Zivilcourage&#8221; : Mehr noch in den per Print und im TV unter fremdredaktioneller Aufsicht publizierten Glossen und Suaden lässt sich des Broders Kern in allen Formen des lexikalischen und argumentativen UNTERGRIFFS studieren : Sowohl in Broders eigenem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Achse_des_Guten">Kollektiv</a>- Blog &#8220;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/index/">Die Achse des Guten</a>&#8221; als in dessen Gastkommentaren in <a href="http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Stefan_Herre">Stefan Herre</a>s &#8220;<a href="http://www.pi-news.net/">Politically Incorrect</a>&#8221; [ <a href="http://www.pi-news.net/leitlinien/">Policy</a> : "Gegen den Mainstream" , "Proamerikanisch und -israelisch" , "Grundgesetz und Menschenrechte" und <em>last , but surely not least</em> : "Gegen die Islamisierung Europas" *] wird mit provokativem Unflat nicht gespart .</p>
<p align="right">[ * Im November 2007 <a href="http://www.pi-news.net/ueber-pi/">schreibt</a> Stefan Herre : PI sei in den drei Jahren seines Bestehens "zum grössten politischen Blog in deutscher Sprache herangewachsen und informiert derzeit täglich 20.000 Leser. Das hat mir natürlich nicht nur Freunde, sondern auch erbitterte Feinde eingebracht. Aufgrund massiver Morddrohungen gegen mich, meine Familie und sogar meine Eltern, übergebe ich <em>'Politically Incorrect</em>' an einen neuen Besitzer im Ausland. - Dafür meldet sich <a href="http://www.stefan-herre.de/">Herre per 1. 7. 2008</a> mit neuer HP und Lincoln Zitat cowboybehütet zu Wort : "Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, indem ihr die Starken schwächt ..." ]</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>DIE ACHSE DES GUTEN : NEOCONS AUS DEM GEISTE &#8217;68</p>
<p><img style="width: 151px; height: 88px;" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/achse-des-guten-logo.jpg" alt="Achse des Guten logo" hspace="2" vspace="2" width="196" height="112" align="left" />In der <a href="http://www.welt.de/print-welt/article671601/Amerikas_Freunde__und_das_Internet.html">WELT</a> hatte &#8220;Achse&#8221;- Koautor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannes_Stein">Hannes Stein</a> 2005 sogar die Stirne , das Blog der Seinen</p>
<blockquote style="padding-left: 120px;">
<ul>
<li>( neben Herausgebern Broder , <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Maxeiner">Dirk Maxeiner</a> [ motorpresse , natur ]</li>
<li>und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Miersch">Michael Miersch</a> [ taz , natur ]</li>
<li>die Autoren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cora_Stephan">Cora Stephan</a> [ pflasterstand , Spiegel ] ,</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Burkhard_M%C3%BCller-Ullrich">Burkhard Müller-Ullrich</a> ,</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Horx">Matthias Horx</a> [ ! ] ,</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vera_Lengsfeld">Vera Lengsfeld</a> [ Bündnis 90/Die Grünen ]</li>
<li>sowie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benny_Peiser">Benny Peiser</a> )</li>
</ul>
</blockquote>
<p>als &#8220;Zentralgestirn&#8221; der quasi in den Untergrund abgedrängten &#8220;Amerikafreunde&#8221; zu bezeichnen und die Community der pro- amerikanischen resp. : pro-israelischen Blogger als <em>neues Samizdat</em> auszurufen . So viel Gutheit in einem von Rot- Grün geschürten Klima des Anti- Amerikanismus ?! &#8211; Vgl. Dazu Philipp Dudek in der taz : <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&amp;dig=2005/09/28/a0156">Wohin sind denn hierzulande nur all die streitbaren Freunde der USA verschwunden ? Ins Internet , ach so</a>.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Rothschild">Thomas Rothschild</a> , dem die Aporien der Linken in dern zurückliegenden Jahrzehnten nicht verborgen geblieben sind , steuert eine unauferegte <a href="http://www.freitag.de/2007/25/07250901.php">Herleitung der Neocons aus dem Geist von &#8217;68</a> anlässlich des Verleihung Börne- Preises an Broder bei :</p>
<blockquote><p>Der Ludwig-Börne-Preis wird von jeweils einem einzigen Juror vergeben, und das war in diesem Jahr der Herausgeber und Chefredakteur des Magazins Focus, Helmut Markwort, dem man gewiss nicht zu nahe tritt, wenn man ihn als ausgewiesenen Verfechter eines militanten Konservatismus charakterisiert. ( &#8230;. )</p>
<p>Als ich Henryk M. Broder vor knapp 40 Jahren kennen lernte, trat er als wohltuend frecher, gescheiter Provokateur auf, der formidabel in die Landschaft der 68er-Rebellion passte. Er liebte es, Tabus zu brechen, vor allem die herrschenden Tabus der restaurativen Gesellschaft, in der sich alte Nazis ungeniert breit machten und Spießer das Sagen hatten. ( &#8230; )</p>
<p>Inzwischen aber hat sich in Broders Kopf ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Es existiert ein weit über Broder hinausgehendes Phänomen, das der genaueren Untersuchung bedürfte. In den Jahren des Nationalsozialismus, aber auch schon davor, gab es unter jüdischen Intellektuellen eine Tendenz, mit der Linken zu sympathisieren, ja in kommunistische Parteien und andere Organisationen der Arbeiterbewegung einzutreten, weil diese die konsequentesten Gegner der Nazis waren und somit auch des Antisemitismus unverdächtig zu sein schienen. Als dann der lange verdrängte Antisemitismus in der Sowjetunion und &#8211; im Zusammenhang mit dem Rajk- oder dem Slánsky-Prozess &#8211; in deren Satellitenstaaten erkennbar wurde, als sich zudem im Kalten Krieg die ursprünglich positive Haltung der UdSSR gegenüber Israel zu einer antizionistischen Position umzukehren begann, gerieten viele von diesen Juden in einen Loyalitätskonflikt.</p>
<p>Solch einem Konflikt ist Broder offenbar erlegen, als er in seiner deutschen Umgebung den &#8220;linken Antisemitismus&#8221; zu entdecken meinte. Nun wäre es borniert, wollte man leugnen, dass es auch unter Linken antisemitische Ansichten und Äußerungen gibt. Aber für Broder wurden sie &#8211; ungeachtet des ungebrochenen Einflusses alter und neuer Nazis &#8211; zum zentralen Objekt seiner Angriffe. Als er dann bald zur Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus gelangte, war es nur noch ein kurzer Weg zum Vorwurf des &#8220;jüdischen Antisemitismus&#8221; gegenüber Juden, die seine Einschätzung der Politik Israels nicht teilten. ( &#8230; )</p>
<p>Aber warum muss die Ablehnung des Antizionismus einhergehen mit einer bedingungslosen Apologie des Kapitalismus, den Broder in seiner Jugend durchschaut hatte? Warum muss sie einhergehen mit der Befürwortung sozialer Kälte, dem Kotau vor den USA und der Hetze gegenüber dem Islam? Gewiss wurden diese Begleitmelodien nicht in Hinblick auf den Luwig-Börne-Preis intoniert. Aber sie dürften ganz wesentlich dazu beigetragen haben, die Zuneigung von Helmut Markwort zu erobern. Die Zuneigung des Focus-Chefs für einen Mitarbeiter des konkurrierenden Spiegel immerhin. ( &#8230; )</p></blockquote>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>KEIN SCHWEIN</p>
<p>Aus der Perspektive einer jüngeren Generation sah dies die <a href="http://www.netzeitung.de/medien/568053.html">Netzzeitung</a> schon etwas <em>gelangweilter</em>:</p>
<blockquote><p>Und auch in der Vision von einem Islam-beherrschten Europa der Zukunft fällt ihm außer den zu erwartenden Verboten von Schweinefleisch, Sexkinos und Bikinis nichts ein. Ja, der Islam, im Moment entzündet sich hier sein Furor. Eine seiner Lieblingsgeschichten: Britische Banken haben keine Sparschweine abgeschafft aus Rücksicht auf Moslems! Die Story, die 2005 durch englisch-sprachige Medien geisterte, war eine schlichte Ente, vom australischen Fernsehsender ABC längst enttarnt.</p>
<p>Broder hat damit auch das kommerzialisierte Weblog &#8216;Die Achse des Guten&#8217; bestückt, das er mit dem Autorenteam Maxeiner &amp; Miersch betreibt. Die Achse trägt akribisch zusammen, was die katastrophalen Folgen von Gutmenschentum und Political Correctness für die zivilisierte Welt beweist. Die wirklich «Guten» munitionieren sich hier für ihre Schriften. Aktivster Sammler: Hendryk M. Broder.</p></blockquote>
<p>Lassen wir die mit allen Mitteln der gegenseitigen Verstänkerung betriebene Privatfehde zwischen dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier ( <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E0542026EBF64487992B7CC727CBDDE56~ATpl~Ecommon~Scontent.html">1</a> , <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/gehirnfasten-mit-henryk-m-broder/">2</a> , <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/gehirnfasten-mit-henryk-m-broder-2/">3</a> ) und der Fraktion &#8220;PI- DADG- Broder&#8221; ( <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/schweinchen/">1</a> , <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/niggemeier_co_die_laus_die_bruellte/">2</a> &#8211; Nachdruck bezeichnenderweise in der <a href="http://www.welt.de/kultur/article1708089/Der__BILDblog_und_die_Fehler_der_Anderen.html">WELT</a> , <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/niggemeiers_faule_eier/">3</a> ) als Profilierungsduell beiseite .</p>
<p>Auf ästhetisch wie intellektuell höchst differenten Niveaus beobachten Seiten wie &#8220;<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/">Der Spieglefechter</a>&#8221; ( &#8220;<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/321/rechtspopulisten-unter-sich">Rechtspopulisten unter sich</a>&#8221; , &#8220;<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/284/tabubruch-reloaded">Tabubruch reloaded</a>&#8221; oder Erhard Arendts &#8220;&#8230; <a href="http://www.arendt-art.de/deutsch/Henryk_m_broder/henryk_m_broder.htm">selber schuld , wenn Sie so schreiben Henryk M. Broder !</a>&#8221; Broders ( blog- ) publizistische Umtriebe . Auch Thomas Knüwer ist in anderem Zusammhang die &#8220;<a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1073">sinkende Schamgrenze</a>&#8221; Broders aufgefallen .</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>&#8230; UND DIE HEILIGE HILDEGARD ?</p>
<p><img style="width: 152px; height: 213px;" src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/hildegard-von-bingen-liber-divinorum-operum.jpg" alt="Hildegard von Bingen Liber Divinorum Operum" hspace="2" vspace="2" width="186" height="272" align="left" />Warum allerdings ein Publizist , dessen ( satirisch getarnten ) Tiraden regelmässig weit unter die Gürtellinie greifen &#8211; so wird aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Todenh%C3%B6fer">Jürgen Todenhöfer</a>s Versuch , den Irak- als <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0719/meinung/0052/index.html">Angriffskrieg vor den Internationalen Strafgerichtshof</a> zu bringen bei Broder die &#8220;<em>Achse des Guten</em>&#8220;- Schlagzeile : &#8220;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/hodentoeter_will_es_wissen/">Hodentöter will es wissen</a>&#8221; , Sefan Niggemeier wid abwechselnd als &#8220;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/schweinchen/">Schweinchen Schlau</a>&#8221; , &#8220;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/niggemeier_co_die_laus_die_bruellte/">die Laus die brüllte</a>&#8221; tituliert .</p>
<p>Warum ein Journalist , welcher derart regelmässig mit <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/niggemeiers_faule_eier/">faulen Eiern</a> wirft , ausgerechnet mit dem nach einer grossen Ethikerin und Heiligen benannten Preis ausgezeichnet werden sollt , ist kein , sondern <em>nimmt</em> Wunder .</p>
<p>Vielleicht lässt sich da nur in Hildegards eigenen Worten replizieren . In der Sammlung &#8220;Heilwissen&#8221; schreibt sie &#8220;<em>Vom Wasser</em>&#8221; :</p>
<blockquote><p>… Sumpfwasser, wo auch immer auf der Erde es sei, ist ganz wie Gift; denn es hat in sich die werthlosen und schädlichen Feuchtigkeiten der Erde und den giftigen Geifer der Würmer. Dies ist ganz schlecht zum Trunk und überhaupt zum Gebrauch der Menschen und kann nur zum Waschen dienen, wenn man es hierzu nehmen muss. Wer es aber aus gänzlichem Mangel an anderm Wasser trinken will, muss es vorm Genuss erst kochen und dann abkühlen lassen;</p></blockquote>
<p>P. S. Ob die Auspreisung etwas mit Broders jüngster <a href="http://www.welt.de/satire/article1735246/Henryk_M._Broder_konvertiert_zum_Islam.html">Konversion zum Islam</a> ( ! ) zu tun haben könnte ? &#8211; Weiss der Teufel !</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p>KLANGAPPARAT</p>
<p align="right">Lange vernachlässigt , endlich wieder zurückgefunden : Das japanische Netlabel <a href="http://www.bumpfoot.net/index.html">BUMP | FOOT</a> ( dessen generischem Splitmodell seither viele <img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/07/czz-hoerempfehlung-17.jpg" alt="czz-hoerempfehlung" hspace="2" vspace="2" width="71" height="42" align="right" />gefolgt sind ) bringt mit &#8220;<a href="http://www.bumpfoot.net/foot081.html">Tuesday Morning Huricane</a>&#8221; eine ebenso nachdenkliche wie kraftvolle <em>Vexation</em> in die tristen Kulissen dieser sommerlichen Regentage . Instrumental International für Fortgeschrittene &#8211; mit selten geglücktem Einsatz digitaler Streicher . Schöpfer dieser Sounds einer <em>urban tristesse</em> mit sanften Achtziger- Alusionen ist <a href="http://www.myspace.com/ishejas">Jupiter Makes Me Scream aka Kafka</a> aka Karolis Buržinskas aus Litauen , der &#8211; tröstlich genug &#8211; Musik auffasst als eine fortschreitend zu erkundende &#8220;science of soul&#8221; . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. <a href="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_01-jupiter_makes_me_scream-alinai.mp3">Alinai</a> ( 3:16 ) | 02. <a href="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_02-jupiter_makes_me_scream-picture.mp3">Picture</a> ( 2:03 ) | 03. <a href="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_03-jupiter_makes_me_scream-routine.mp3">Routine</a> ( 3:28 ) | 04. <a href="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_04-jupiter_makes_me_scream-sunshine_radio.mp3">Sunshine Radio</a> ( 3:52 ) | 05. <a href="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_05-jupiter_makes_me_scream-this_girl.mp3">This Girl</a> ( 2:24 ) <strong>|||</strong></p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.zintzen.org/2008/07/23/henryk-m-broder-eine-heimsuchung-hildegards-von-bingen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
<enclosure url="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_01-jupiter_makes_me_scream-alinai.mp3" length="7858745" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_02-jupiter_makes_me_scream-picture.mp3" length="4934075" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_03-jupiter_makes_me_scream-routine.mp3" length="8324769" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_04-jupiter_makes_me_scream-sunshine_radio.mp3" length="9283986" type="audio/mpeg" />
<enclosure url="http://www.archive.org/download/foot081/foot081_05-jupiter_makes_me_scream-this_girl.mp3" length="5764769" type="audio/mpeg" />
		</item>
	</channel>
</rss>

