Tag Archive for 'kampagnenjournalismus'

Aus Aktuellem Anlass : MMR als Model für die Kluge- Köpfe- Kampagne



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Oh FAZ- Kampagne , oh Schutz vor ihr !

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta

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FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta meta

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Für Studierende der Publizistik : eine kleine Stilübung in Lokaljournalismus . Speziell am flotten Einstieg , am hohen Redundanzgrad der Information sowie am beliebten Kaninchen- Motiv zu erkennen .

Hier dürfte sich Marcel Reich-Ranicki so richtig wohl
fühlen - für die aktuelle Kluge-Köpfe-Kampagne hat die F.A.Z. ihren ehemaligen Chef des Literaturteils an einen Ort gebracht, an dem ihn kein schlechtes Fernsehprogramm stört: auf einen Frankfurter Recyclinghof. Umgeben von ausrangierten Fernsehern kann sich der 88-jährige Literaturpapst ungestört der F.A.Z.-Lektüre widmen. Wenige Wochen zuvor hatte er das deutsche TV-Programm als ‘Blödsinn’ abgestempelt und den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk abgelehnt.

Eine der wenigen interessanten Sendungen, die es überhaupt noch gebe, sei die Tagesschau, so der renommierte Kritiker am Rande des Foto-Shootings für die vielfach ausgezeichnete Bilderserie. Jungen klugen Köpfen möchte Reich-Ranicki daher auf den Weg geben, anstatt Wertloses im Fernsehen anzuschauen, lieber ‘vernünftige, intelligente Bücher und Zeitungen’ zu lesen. ‘Da gibt es nicht viele, aber es gibt schon solche’, sagte Reich-Ranicki, der von 1973 bis 1988 den Literaturteil der F.A.Z. leitete. In dem Anzeigenmotiv zeigt der Literaturpapst, hinter welche Qualitätszeitung er seinen Kopf steckt.

Die Kampagne greift - wie schon öfter in der Vergangenheit - eine aktuelle gesellschaftliche Debatte auf und deutet sie auf ironisch-witzige Weise um. Zuletzt war unter anderem Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen inmitten von unzähligen Statisten zu sehen, die bekanntermaßen tatkräftig für Nachwuchs sorgen: Kaninchen. ( … )

Die Anzeige mit Marcel Reich-Ranicki ist seit dem 8. November in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, im Internet und natürlich in der F.A.Z. selbst zu sehen.

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008

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Ende gut , alles gut ? - “Ha Ha Said The Clown” -

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donaueschinger musiktage 2008 | track three : SWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann zur multimedialen Zukunft öffentlich- rechtlicher Contents



||| DIE SITUATION | DAS WORTUNGEHEUER | DIE KAMPAGNEN | DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

DIE SITUATION

picto_internet_copyright_zintzen_orgOnline ist kostbar . So kostbar , dass sich seit Monaten ein Grabenkampf vollzieht : Hier die öffentlich- rechtlichen Sendeanstalten mit ihren Bestrebungen , Service- und Informationsangebote auch online anzubieten . Dort die privaten Sender- und Verleger- Verbände ( VPRT | VDZ ) , denen in ihren Stammformaten Publikum und Anzeigenkunden schwinden . Spät und widerstrebend begab man sich ( oft trotz rhetorischer Beibehaltung kulturpessimistischer Anti- Internet- Thesen ) ins Netz und fand - oh Schreck ! - , dass - quel horreur ! - dort bereits gebührengestützte Konkurrenten Raum und Reklame ( -Gelder ) einnahmen . J’ accuse !

Die Debatte um eine unterstellt ungebührliche “Online- Expansion” der gebührenpflichtigen Öffentlich- Rechtlichen geht nun über Jahr und Tag , insoferne auch die EU Bedenken wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung anmeldete .

Kurz : Bevor es wieder einmal so weit ist und die Ministerpräsidenten der Länder im Zuge ihrer Dresdener Sitzung vom 22. bis 24. Oktober erneut versuchen werden , einen Beschluss zum 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zu finden , nutzte SWR- Hörfunkintendant Bernhard Hermann den Anlass der Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 für einen Appell gegen das Errichten kontraproduktiver Fronten .

Ein ( mit einer entsprechenden Resolution des SWR- Rundfunkrates akkordierter ) Ruf zur Vernunft gegen die hysterisch geschürten Ängste um den Werbekuchen und eine Erinnerung daran , dass auch öffentlich- rechtliche Qualitätsangebote mit der Zeit und dem Medienwandel zu gehen haben , um nicht an realexistierenden Gebührenzahlern und zukünftigen Hörer- Generationen “vorbei” zu produzieren .

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DAS WORTUNGEHEUER

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgWer wissen will , was sich hinter dem Wortungeheuer dieses Rundfunkänderungsstaatvertrages No. 12 - recte : “Arbeitsentwurf zur Umsetzung der Zusagen gegenüber der EU- Kommission im Rahmen des EU- Beihilfeverfahrens ARD | ZDF ( Stand: 12. Juni 2008 )” - verbirgt , mag dies im betreffenden PDF- File nachlesen . Kurz gesagt , geht es darum , wie die Öffentlich- Rechtlichen ihrem definierten Auftrag gemäss netzwerken dürfen sollen und wo die Grenzen dieses Auftrages enden . Wo also , banal gesagt , einfach Geld gemacht wird . Hier sollen künftig per externer Kontrolle eventuelle Wucherungen gekappt werden .

Im Gegensatz zum VPRT sehen die Grünen in dem Staatsvertrag eine zu weitgehende Einengung der öffentlich-rechtlichen Sender. Mehrere Abgeordnete des Bundestags, des Europaparlaments sowie mehrerer Landtage forderten die Ministerpräsidenten auf, aus diesem Grund den Vertrag nicht zu beschließen. Insbesondere wenden sich die Medienpolitiker dagegen, dass ARD und ZDF bestimmte Inhalte nur sieben Tage lang ins Netz stellen dürfen. Gerade dieses unterstützt ausdrücklich der VPRT, nach dessen Vorstellungen eine Verlängerung der Sieben-Tage-Frist “grundsätzlich nicht oder allenfalls in begründeten Einzelfällen möglich sein” soll. ( dpa , 21. 10. 2008 )

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DIE KAMPAGNEN

picto_internet_copyright_zintzen_orgAls treibende Kraft der Frontenbildung hat sich in den vergangenen Monaten die FAZ hervorgetan : Wenig wählerisch , was die Mittel der publizistischen Kampagnenführung betrifft , kam jeder Anlass zupass , auf “Regulierung” , “Kontrolle” und “Limitierung” zu pochen . Erst gestern bot das Feuilleton eine redaktionsexterne Fachkraft auf , um die Dringlichkeit einer “Wettbewerbskontrolle” zu akzentuieren :

ARD und ZDF sollten auch außerhalb dieses Grundversorgungskerns machen können, was sie für richtig halten, allerdings unter den Bedingungen von Markt und Wettbewerb. Alle Angebote, die aus dieser eng gefassten Kernkompetenz herausfallen, dürfen nicht durch Gebühren finanziert werden. Dazu können die Anstalten kommerziell aktiv werden und auch Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Medienunternehmen eingehen, wie WDR und WAZ das schon tun. Wichtige Voraussetzung: Diese Aktivitäten müssen geprüft und kontrolliert werden, etwa durch die Landesrechnungshöfe, um sicherzustellen, dass keine Gebührengelder verwendet werden.

Von Polemiken à la “Schafft die Gebühren ab !” über einen “Brandbrief” des Verlegerverbandes bis hin zu Vorwürfen der “Propaganda“, respektive des konzertierten “Kleinredens” öffentlich- rechtlicher Net- Aktivitäten . Die Öffentlich- Rechtlichen kontern : Die Privaten betrieben “Lobbyismus mit groben Mitteln” . Tertium non datur .

Die Tatsache , dass der deutscher Pressemarkt im dritten Quartal 2008 an Auflage verloren hat - Tageszeitungen , incl. Sonntagsausgaben & Sonntagszeitungen : minus 380.000 Stück verkaufter Auflage im Vergleich zu Quartal 2 | 2008 , minus 650.000 im Vergleich zum Quartal 3 | 2007 - , wird das Klima nicht eben sanieren .

Edit : Im Laufe des Tages legt - im pochend publizistischem Countdown zur Dresdener Konferenz - die FAZ noch zwei Scheiter “Brandrede” nach . Michael Hanfeld , unermüdlich wetternder Retter der medialen Fairness im Lande ( unser einschlägiges Artikel- Archiv reicht weit in den April ) , bespielt die Register von ganz unten - den ( wie wir aus schmerzlicher Selbsterfahrung wissen ) gekappten Rechten der für die ÖRs schöpfenden Autoren - bis ganz oben : den universalen Medien- und Datenkraken wie Google und Yahoo .

Die “freie Presse” werde von Global Playern und nationalen Subventionsselbstversorgern im “Zangengriff” bedroht : Der alarmistische Tonfall spielt dabei einer gleitenden Semantik in die Hand , welche bestrebt ist , die Begriffe von “freiem Unternehmertum” und publizistischer “freier Meinung” zu vermischen . Dass Superkonzerne wie Springer oder Burda mit am Strick der Verleger- Initiative gegen die Öffentlich- Rechtlichen ziehen ( “Münchner Erklärung” ) , wird man aus Robin- Hood- Artikeln dieser Manier sicherlich nicht erfahren .

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DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgSWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann : Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 an Thomas Meinecke und David Moufang und des Karl- Sczuka- Förderpreises 2008 an Anja Utler
Donaueschinger Musiktage , 18. Oktober 2008 ( Druckfassung , Auszug )

Wenn wir nämlich die Jungen und Jüngsten nicht mehr erreichen mit unseren Programmen – und es muss ja nicht gleich das Sczuka- Preiswerk zum Einstieg sein – dann steht es schlecht um unsere Zukunft. Aber wo und wie können wir sie überhaupt erreichen ?

Wenn Sie selbst Kinder haben ( … ) dann können Sie beobachten, welche Medien diese Generation heute nutzt: Die meisten haben natürlich ein Handy und einen Computer. Nachmittags, nach der Schule, skypen die Kids mit ihren Klassenkameraden, dabei laden sie sich am PC die neuesten Songs oder Podcasts auf ihren iPod runter, stellen bei Facebook oder SchülerVZ die Fotos der letzten Klassenfahrt ein und checken nebenbei, ob bei YouTube das neue Bushido-Video schon drinsteht.

Wenn Sie das jetzt nicht alles genau mitbekommen haben, ist das nicht schlimm und sogar verständlich – denn die meisten von Ihnen sind wie ich mit den klassischen Medien – Radio, Fernsehen und Zeitung – aufgewachsen. Und diese drei spielen bei den nachwachsenden Generationen eine immer geringere Rolle. Leider gilt das für die öffentlich-rechtlichen Angebote ganz besonders. Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist der Generationenabriss schon passiert, beim Radio arbeiten wir mit allen Mittel dagegen an – und sehen noch Chancen.

Denn: Wenn wir als öffentlich-rechtliche Inhalte-Anbieter bei Jugendlichen noch eine Rolle spielen wollen, dann müssen wir das geschickt anstellen und mit attraktiven Angeboten in deren junger Medienwelt dabei sein. Darum bieten unsere jungen Programme SWR3 und DASDING eigene Communities an, darum bieten wir von unseren wichtigsten Sendungen – auch von SWR2 – Podcasts an, die man zeitsouverän anhören kann – und darum erforschen wir in einem Pilotprojekt das ‘Radio der Zukunft‘, um herauszufinden, welche Inhalte und Angebote und Formate junge Menschen von uns erwarten. ( … )

Arthur Sulzberger, der Herausgeber der New York Times hat bereits vor Jahren erkannt, was die mediale Umbruchsituation für seine Zeitung bedeutet – und dies trifft auf die anderen ‘klassischen’ Medien in gleicher Weise zu: Wir folgen unseren Lesern wohin sie uns führen. Wenn sie uns gedruckt wollen, werden wir gedruckt da sein. Wenn sie uns im Netz wollen, werden wir im Netz sein. Wenn sie uns auf Handys oder zum Runterladen wollen, damit sie uns hören können, dann müssen wir auch dort sein.

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle davon gesprochen, wie erfreulich es ist, dass das Bundesverfassungsgericht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seinem Urteil vom September 2007 eine Entwicklungsgarantie auch in der digitalen Welt gegeben hat. Jetzt, ein Jahr später, beobachten wir mit Sorge, wie diese Garantie durch einen neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag schon wieder infrage gestellt, eingeschränkt und bedroht wird. Wo wollen wir hin im Netz und wo dürfen wir hin ?

Internetangebote sind für uns kein Selbstzweck und wir betreiben auch keine ‘Online-Expansion‘ – wie uns mancherorts vorgeworfen wurde und wird – wir folgen nur ganz selbstverständlich den Wünschen unserer Zielgruppen. Wir wollen im Internet keine Geschäfte machen, keine Werbung und kein Online-Business, aber wenn uns die publizistische Präsenz im Netz verwehrt oder derart eingeschränkt wird, dass sie für Nutzer nicht mehr attraktiv ist, dann würde das dem Tenor des Karlsruher Urteils wider-sprechen. Mit manchen Beschränkungen werden wir leben müssen, mit allen aber nicht. Wir werden uns überall dort zur Wehr setzen, wo unter dem Deckmantel verlegerischer Existenzsicherung im Internet letztlich ein Jahrzehnte alter Krieg wieder neu aufgelegt werden soll: der Kampf gegen das duale System im Allgemeinen – und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen.

Auch scheint mir, dass die Verleger, die unsere Internetaktivitäten einschränken wollen, ihre wahren Gegner noch gar nicht identifiziert haben: Google und Yahoo drängen immer stärker auch in den europäischen Markt ein und unterliegen keinerlei staatsvertraglicher Regulierung. In der schönen neuen Welt der Flut von ungefilterten Angeboten sind es doch vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Zeitungsverlage, die – bei allem verständlichen Bemühen auch um Auflage und Quote – nach wie vor Qualitätsjournalismus gegen die niveaulose Beliebigkeit stellen. Insofern müssten wir eigentlich Seite an Seite stehen und einander nicht bekriegen.

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Aber trotz aller Interneteuphorie werden die linearen, analogen Programme nach wie vor im Mittelpunkt stehen – denn mit unseren Hörfunkprogrammen erreichen wir nach wie vor täglich fast 50 Prozent der Menschen in unserem Sendegebiet. Selbstverständlich übertragen wir auch kulturelle Höhepunkte wie die Donaueschinger Musiktage live im Radio, wir produzieren nach wie vor aufwändige Hörspiele, laden Anfang November wieder zu den ARD-Hörspieltagen ins ZKM nach Karlsruhe ein und loben Preise für Hörspielkunst aus, wie den Karl- Sczuka- Preis.

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Für stetige Qualität steht das Leib- und Magen- Netlabel broque , welches sich nach südwärts bestrebter geographischer Veränderung gleich mit einer czz-hoerempfehlung“echten” LP von Max Cavalerra sowie einer neuen Net- Release in den Senderaum zurückmeldet . Was per Podcast ( > brotcast ) längst eingetroffen ist , harrt allerdings noch der Handhabbarkeit auf der im herbstlichen Transformationsprozess befindlichen Webseite.

Während wir für die in|ad|ae|qu|ate Verströmung gerne noch auf die entsprechende Ausreifung der fruchtigen Spätlese von “Terra Australis” zuwarten , vertreiben wir Misstöne , Sturmböen und Oktoberöde mit einem akustischen Blick zurück in Sanftheit : Das “broque.de- Set” , welches vor zwei Jahren bei deepindub erschien , erweist einen nach- hall- tig feinherbperlenden Abgang - zweiundneunzig Minuten lang . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ).

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“Die FAZ- Gesinnten” im READING ROOM



||| AVANT PROPOS | MANN DER MACHT | READING ROOM : RR ZUR SS | KEIN AUSBLICK | ANMERKUNGEN | BLOG REACTIONS | KLANGAPPARAT

FAZ READING ROOM 000 Header

AVANT PROPOS & DISCLAIMER

Von Literatur im engeren Sinn , von deren Poetik oder gar Qualität ist im Folgenden dezidiert NICHT die Rede . |||

MANN DER MACHT

FAZ READING ROOM detailEin Mann , ein Macher . Wie er in der Zeitung steht . Wie er Zeitung macht . Wie er ein gediegen vielfältig komponiertes Feuilleton zur Speerspitze eines - bis dahin nur in den Tiefebenen von BILD betriebenen - Kampagnenjournalismus verwandelt . Von der radikalen Umschaltung des “Kultur” auf die sogenannten “Lebenswissenschaften” , dem Coup des Abdrucks eines Teils der Genomsequenz am 27. Juni 2000 ( 1 ) bis hin zum journalistischen Grosseinsatz gegen Web 2.0 , Blogger und - ceterum censeo - die Öffentlich- Rechtlichen . ( 2 )

Mittels Kehren , Drehungen und Wendungen lässt der Herr DAS SEINE zum Erreichen der Meinungsführerschaft geschehen . Zur Usurpation der Themen um eine erneute Revision der NS- Zeit sowie des konservativen Widerstandes kann es schnell mal geschehen , dass heute recht ist , was noch gestern wortreich verworfen .

  • WER meldete die Skepsis an , als es hiess , für den Film VALKYRIE solle Tom Cruise in der Rolle Stauffenbergs an der historischen Walstatt des Bendlerblocks drehen ? ( 3 )
  • WER verwarf diese Skepsis zwei Monate später angesichts der historischen Chance , der Existenz des ( konservativen ) Widerstandes via Hollywood “weltweit” Publizität zu verschaffen ? ( 4 )
  • WER hielt , zwei weitere Monate waren ins Land gezogen , die Courage- Bambi- Laudatio auf Neo- Stauffenberg und Alt- Scientologen Cruise ? ( 5 )
  • WER verteufelte in seiner Rede bei der Entgegennahme des Jacob- Grimm- Preises für Deutsche Sprache 2007 die Wirkung des Internets auf Jugendliche nachgerade als “Körperverletzung” ? ( 2 ) |||

READING ROOM : RR ZUR SS

FAZ READING ROOM detailWER richtet jetzt just einen online only READING ROOM ein , um Text ( 6 ) und Thema des umstrittenen Romans LES BIENVEILLANTS | DIE WOHLGESINNTEN noch vor Erscheinen des Buches am 23. Feburar für die Bilanzen der FAZ zu kapern ?

Es lohnt sich , kurz in die Zürcher Chronik eines angekündigten Bestellers zu blicken .

Das multimediale Online- Design des FAZ- RR vor dunkelm Hintergrund und unter allgeorisch zitierendem Header ist der Spezialseite , welche der Berlin- Verlag unter der Adresse www.diewohlgesinnten.de für Jonathan Littell eingerichtet hat , nicht eben unähnlich :

WIE der Zeitungsmacher das Interesse an den WOHLGESINNTEN legitimiert , liest man seit 2. 2. im RR der FAZ ( 7 ) :

FAZ READING ROOM detailSeid ihr überhaupt sicher“, heißt es am Beginn des Buches, das mit Anspielungen auf Ernst Jüngers “MARMORKLIPPEN” einsetzt, “dass der Krieg vorbei ist? In gewisser Weise ist der Krieg nie vorbei, oder er ist erst vorbei, wenn das letzte Kind, das am letzten Tag des Krieges geboren wurde, wohlbehalten begraben ist, und auch danach lebt er in dessen Kindern und in deren Kindern fort, bis sich das Erbe allmählich verflüchtigt“. ( … )
Was ist das für ein Buch? Es ist zunächst, und dafür spricht fast alles, ein Buch von einer unerhörten Präzision. Littell hat die Quellen in einer bislang beispiellosen Weise in sein Werk integriert: von Goldhagen (den er ablehnt) bis zu Christopher R. Browning, von Albert Speer bis zu Ernst Nolte, von Joachim Fest bis Ian Kershaw. Es ist enorm. Doch man kann vorhersagen, dass sich die Rezeption in Deutschland von der französischen schon allein deshalb unterscheidet, weil das gebildete deutsche Lese-Publikum viele dieser Fakten kennt, insgesamt über genauere Kenntnisse der historischen Vorgänge verfügt. ( … ) Deutsche Leser werden beeindruckt sein von der Bändigung der Fakten in den kunstvoll übereinanderliegenden Schichten des Romans; aber sie werden nachdrücklicher die Frage nach der Hauptfigur stellen. Ist das der Täter? (…)
Dieses Werk stiftet Streit. Ihn wollen wir führen. Eben deshalb, weil uns das letzte Wort nicht einfällt. Den Vorabdruck in der Zeitung werden wir im Internet erstmals mit dem “F.A.Z. Reading Room” begleiten. Der Reading Room ist ein Diskussionsforum, das nicht nur die tägliche Folge des Fortsetzungsromans im Internet präsentiert, sondern den Text auch als Audiodatei und als Video Stream verfügbar macht, gelesen von dem Schauspieler Christian Berkel. Es ist ein Forum für unsere Leser, der Ort, an dem sie über das Buch diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen können. ( … )

Wir sind berührt und entfremdet von dem Werk, das mit den Namen weniger das Schicksal vieler wieder aufruft. Es sollen viele sein, die darüber diskutieren.

WIE der Meinungsmacher die plötzliche Wendung zum permeablen Netz via READING ROOM argumentierte , liest man in dessen Entrée seit 3. 2. ( 8 ) :

FAZ READING ROOM detailDer F.A.Z. Reading Room ist das multimediale Diskussionsforum zum exklusiv vorabgedruckten Fortsetzungsroman der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In seiner diskursiven Vielfalt, seiner Textnähe und Aktualität ist der Reading Room eine ideale Diskussionsplattform für alle Literaturinteressierten, die sich am Gespräch über die wichtigen Bücher unserer Zeit beteiligen wollen.

Dabei steht der Reading Room auf zwei Säulen: Er ist zunächst ein Forum für Leser, der Ort, an dem Sie über unseren Fortsetzungsroman diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen. Neben dem Leserforum haben wir ein Expertenforum eingerichtet, ein Podium, auf dem Historiker wie Götz Aly und Ulrich Herbert mit Literaturwissenschaftlern, bekannten Publizisten und Redakteuren der F.A.Z. über den Roman sprechen und streiten wollen. Ihre Beiträge können von allen Nutzern kommentiert werden. |||

KEIN AUSBLICK

In 18 Folgen soll es so nun also via Text , Audio , Video , Expertenmeldungen und Leserfragen gesittet im READING ROOM zugehen : Dezidiert tritt in|ad|ae|qu|at vom aufgelegten Beobachterposten beiseite . Mögen nervenstärkere Kräfte den READING ROOM- Watch besorgen . Umblaetterer , bitte übernehmen ?! - |||

FAZ READING ROOM 01

ANMERKUNGEN

1 ) Mike S. Schäfer : Aktuelle Humangenomforschung in der Mediendebatte ( Gen-ethischer Informationsdienst , Jg. 20 )

2 ) Frank Schirrmacher : Wir brauchen eine Debatte [ Rede zur Verleihung des Jacob- Grimm- Preis für Deutsche Sprache 2007 ] ( SZ , 29. 10. 2007 sowie u. d. Titel Wie das Internet den Menschen verändert , FAZ , 30. 10. 2007 )

Das Netz ist auch ein Medium, das in steigendem Maße Nicht- oder Fastnichtmehrlesen ermöglicht, und wer das nicht glaubt, schaue sich die Verfilmung von Archiven bis zu Gebrauchsanweisungen auf Youtube an. Jetzt aber verändern sich die Gehirne. In welchem Ausmaß das geschieht, ist selbst der Forschung noch nicht klar: Fest steht, dass der ikonographische Extremismus, dem die Jungen und Jüngsten im Internet ausgesetzt sind, wie eine Körperverletzung wirkt. ( … ) Die Sprache dieser ersten Internetgeneration ist beängstigend roh, sie kommt aus den Bildern und handelt von den Praktiken, die diese Protagonisten in irgendwelchen Nischen gesehen haben. ( … ) Dies ist kein Kulturpessimismus. Gerade diese Beispiele zeigen, warum die Zeitungen gebraucht werden und was geschieht, wenn man die vermittelnden Instanzen der großen Zeitungen ignoriert.

  • dazu Christian Stöcker : Das Internet ist an allem schuld ( SpOn , 29. 10. 2007 )
  • dazu Replik Frank Schirrmacher : Heisere Stimmen aus der journalistischen Sahelzone ( SpOn , 31. 10. 2007 )
  • Dass aus alldem von SPIEGEL ONLINE reaktionäres Bewusstsein konstruiert wird, ist letztlich egal. Dass nur die “Druckerpressen das Abendland retten” können oder das “Internet an allem schuld sei”, steht nicht nur nicht in meiner Rede - ich wüsste keinen Menschen auf der Welt, der diesen Quatsch glauben sollte. Das ist Polemik, aber besonders gut finde ich sie nicht. Das ist ein Kampf gegen Vogelscheuchen, der Leserkommentare erzeugt, aber nichts mehr mit den Tatsachen zu tun hat.
    Was also wurde in der Rede kritisiert? Die pornografischen und kriminellen Bild- und Filminhalte, die Nachrichtenenten, die Boulevardisierung der “News” und deren prägende Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Außerdem: der Aufkauf von Zeitungen nach den Maßgaben der Rendite. Starke Qualitätszeitungen sind ein Gegenmittel gegen die absolute Welt des Internet.

    3 ) Frank Schirrmacher : Cruise als Graf von Stauffenberg : Die unmögliche Mission ( FAZ , 9. 7. 2007 )

    Zwischen Ron Hubbard und Stefan George liegen - um jedes Missverständnis auszuschließen - Lichtjahre. Der George-Kreis war keine Hunderte-Millionen-Dollar-Industrie und auch kein Instrument finanzieller Bereicherung. Und dennoch wäre er heute im Überwachungsbereich des Sektenbeauftragten und - denkt man an die von George 1933 zugestandene „Ahnherrschaft“ der „neuen nationalen Bewegung“ - auch des Verfassungsschutzes.

    4 ) Frank Schirrmacher : Stauffenberg-Film - Tom Cruise im Bendlerblock ( FAZ , 15. 9. 2007 )

    Denn dass der Film von Bryan Singer und Tom Cruise ein globales Publikum erreichen wird, daran kann kein Zweifel bestehen. Hunderte Millionen Menschen werden zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren, dass es Widerstand gegen Hitler gab. Wie die Dinge stehen, werden sie es dank der Techniken Hollywoods auch nicht mehr vergessen – der Film wird nicht nur ein Film über Stauffenberg, er wird ein Film über den deutschen Widerstand, seine Gewissensnöte, seine Tragik und auch, in wenigen Sequenzen nur, ein Film über die Verlassenheit der Nina von Stauffenberg. ( ..) Der Film zielt auf Deutschland selbst: Uns Deutschen mangelt es vielleicht nicht am Wissen über den 20. Juli, womöglich aber an der Emotion, ja dem Mitgefühl mit den damals handelnden Personen. Gelingt der Film, wird der Bendlerblock in Berlin von einem Ort des staatlichen Gedenkens zu einem der meistbesuchten Mahnmale des Landes, zu einem Ort jedes Einzelnen werden können.

    5 ) Frank Schirrmacher : Ein Mann der Courage . Laudatio auf Tom Cruise ( FAZ , 30. 11. 2007 )

    Tom Cruise nahm sich nämlich eines Themas an, das mir sehr am Herzen liegt, nicht zuletzt, weil sich mein Vorgänger als Herausgeber der F.A.Z., Joachim Fest, viele Jahre sehr intensiv damit beschäftigte: Ich spreche vom deutschen Widerstand gegen Hitler. Es hat mich immer bedrückt, dass es beinahe unmöglich war, das Ausland darauf aufmerksam zu machen, dass es auch innerhalb Deutschlands Menschen gab, die ihr Leben riskierten, um sich den Nazis zu widersetzen.

    6 ) Genauer : Die ersten 120 Seiten von insgesamt 1381 in der Übersetzung von Hainer Kober .
    7 ) Seid ihr überhaupt sicher , dass der Krieg vorbei ist ? - Eine Werkeinführung von Frank Schirrmacher
    8 ) “Was ist der Reading Room ?FAZ READING ROOM 02

    BLOG REACTIONS
    Pourquoi je ne ferai pas de chronique sur Les bienveillantes ( Chroniques du jour d’après via Olivier ) , Goncourt : Littell aurait préféré ne pas ( La République des Livres ) , FAZ- Schirrmacher , das Internet, das Abendland und der Untergang ( Kulturwissenschaftliche Technikforschung ) , Der “FAZ”-Herausgeber und der Scientologe ( Indiskretion Ehrensache | Rivva ) , Getrennt marschieren , vereint schlagen - Die FAZ leistet der Süddeutschen Zeitung Schützenhilfe bei der Web 2.0- Polemik ( Wissenswerkstatt ) , Ob Frank Schirrmacher gerade Selbstzweifel bekommt ? ( Indikretion Ehrensache ) , Frank Schirrmacher und der Rassismus der Minderheit ( A. Posener , WELT ) , Die Doppelzüngigkeit der FAZ ( FXMBR ) |||

    KLANGAPPARAT

    TAKE SOME TRAX OF TECHNO TO KLEAN YOUR BRAIN : So etwas lässt sich freilich viel poetischer formulieren . Vor allem , wenn man als Produzent solcher kathartischen Kräfte figuriert . H. P. Lovecraft , Salvador Dali und die Strugatski- Brüder stehen für surreal abjekte Hirnbilder , wie sie der Russe HUGOBOY ( vulgo Eugene Chebykin , MySpace ) mit seinen Klängen assoziiert . In der Eigenwerbung klingt dies dann wie folgt : “Streams of czz hörempfehlungsounds carry you away to a fairy tale in which millions ends , and you are simultaneously both the protagonist and the author of this fairy tale.” - Interessante Position für einen Techno- DJ aus Kurgan / Sibirien , der einsam an seinen Reglern dreht … würde der Spruch doch viel eher auf das neue Mitmach- Märchen des FAZ- READING ROOM passen ?! - Anyway . Bereits die Techno- Doppelhaushälfte des japanaischen Labels BUMP | FOOT bürgt für Qualität , welche allerdings im Genre des Techno nicht notwendig in den Körnungen muikalischer Differenziertheit besteht . Schon eher in klaren taktischen Profilen mit originell eingelagerten Spielen . Und das vermag die EP 8TH FLOOR ( bump 055 ) zweifelsfrei zu bieten . Und noch ein Plus : Vorliegende Tunes sind als hurtige Schulung in Sachen Sturheit beim täglichen Menschärgeredichnicht ziemlich dienlich ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. 8th Floor (6:10) | 02. Flea’s Adventure (5:49) | 03. The Way Home (6:12) | 04. Olympiade 80 (4:57) | 05. Tinto Brass (6:54) | 06. Ketaminimal (6:15) | TT 36:17 |||

ARD- ON : Wedelt , ihr Wachhunde !



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WEHRET DEN WUCHERUNGEN

copyright_inadaequat_pikto_internetIn schönster komplementärmedizinischer Ganzheitlichkeit sprach Frau Mediendoktorin Merkel ein Machtwort und trat eventuell malignen Online - Wucherungen der öffentlich- rechtlichen Anstalten beherzt entgegen . Da passte gut , dass die KEF ( die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten ) kam , sah , und diagnostizierte , dass ARD , ZDF und Deutschlandradio ihre Selbstbindungserklärungen zur Begrenzung der Ausgaben im Online- Bereich auf 0,75 Prozent des Etats nicht einhalten . |||

MELDUNG UND MEINUNG

copyright_inadaequat_pikto_internetWas die FR - einen Bericht des Branchendienstes Funkkorrespondenz referierend - am 17. 11. meldete , findet in den - anzunehmend rein neutral ohne jedes Eigeninteresse am Online- Werbekuchen berichtenden - Medienverlagen nun nachgerade barocken Widerhall . FAZ- NET springt am 21. 11. zur Untermauerung der am vorangegenagenen Freitag prominent aufgemachten Jubelmeldung auf . Dass “Meinung” hier nicht mehr von “Meldung” getrennt ist , erweist die suggestive Phrasierung “sich aus der Sache herauswinden” , die der Zusammenfassung eines Gesprächs mit ARD- Chef Fritz Raff vorangestellt wird . FAZ NET - ohne Autorenennung - deckt schonungslos auf ! |||

LOOK BACK

copyright_inadaequat_pikto_internetAuch heise ( ! ) und Die Welt schnappen den bereit liegenden Knochen erst am Mittwoch , den 21. 11. auf , bleibt in der Sprachgebung indes nachgerade keusch zurückhaltend : “Laut Berichten sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuviel Geld für ihre Online-Aktivitäten ausgegeben haben” . In beiden Fällen beruft man sich auf DIE ZEIT , die in der Berichterstattung über die ( Selbst- ) Alimentierung der ARD- Anstalten eine stattliche Agenda aufzuweisen hat . |||

KUCK SELBER

copyright_inadaequat_pikto_internetKlar , es ist Winter und die Immunabwehr vieler Medienkonsumenten ist geschwächt . Da fängt man sich schnell einen dieser Meinungsmacher- Viren ein . Ist ja hübsch , sich in kalten Tagen ein wenig zu erhitzen .

Wie wäre es aber , man sähe sich mal selber an , was die derart inkriminierten öffentlich- rechtlichen Sender online zu bieten haben : Hier ist das Audio- und Videoportal aka ARD Mediathek zum Selber- Sehen .

in|ad|ae|qu|at steht - nota bene - jeder Apologie der Selbstherrlichkeit der öffentlich rechtlichen Anstalten fern . Aber wäre mit der online- Abbildung der per definitionem FLÜCHTIGEN flüchtigen Audio- und TV- Inhalte nicht auch deren BESSERE ÜBERPRÜFBARKEIT durch den Medien- Konsumenten gegeben ? - Im Netz hinterlassen Fehler dokumentierbare Spuren , wo sie ON AIR schnell verwehen . |||

WATCH- DOGS , WEDELT DOCH !

copyright_inadaequat_pikto_internetVielleicht erinnert sich Manch Einer ja noch an ddie Idee des Internet als Medium einer aktiven Demokratie . Dazu zählt auch die Kontrolle , Dokumentation und Diskussion dessen , was als “Meldung” , “Bericht und “Nachricht” so ausgegeben wird .

Medien- Wachhunde sollten die online prachtvoll daliegende Beute doch eigentlich aus vollstem Herzen begrüssen ? |||

KLANGAPPARAT

Nachgerade sentimental könnte man werden , wenn Release Numero 36 des russischen Netlabels electrosound anhebt : Keyboarder / Elektroakustiker moroza_knozova ( aka ) georgiy stefanov ist nicht nur bewährter Hausfreund dieses Labels , sondern bespielt auch die - hier czz hörempfehlungbereits ausgiebig ausgestellte - Agenda des noblen japanischen bumpfoot . In seinem Sound ist dieser bekennde Autechre- und Aphex- Twin- Adept seinen Vorbildern auf stupende Weise treu , ohne es an widerborstigen Eigenarten vermissen zu lassen . Wie oben schon argumentiert : Zurückblicken , um nach Vorne auszuschreiten ! - CLICK STREAM TO LISTEN : 01. fish [4:59] | 02. fila [6:24] | 03. smplhrmns [4:24] | 04. lightnight [4:51] | 05. smplhrmns (framewatcher remix) [7:08] | 06. Vragi (moroza_knozova remix for 2H Company) [4:51] |||

LINKS

IN GUTER VERFASSUNG ? | Wenn - Dann



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GUTER VERFASSUNG ?

Ob wir in guter Verfassung sind ? - Danke der Nachfrage . Man hat da so seine Zweifel . - Während ( bislang ) 13.000 deutsche Bürger vor dem Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorrats - Verrats- Daten- Speicherung einkommen , fordert die stimm freudige SPD nun plötzlich volltönend die verfassungsmässige Festschreibung des Grundrechts auf Information. |||

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Wenn die Öffentlich- rechtlichen Sender sich nur daran halten wollten , die Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen zu garantieren . Dann wird das grundsätzlich akzeptiert . Sollen halt Qualität machen , die dort , und Quote obendrein . So lange sie freilich hübsch fein aus dem Radioapparat schallen oder den neu angeschafften Flatscreen bespielen . Wie kakophonisch erhoben sich Zeter und Mordio , als die ÖR ankündigten , ihre Programme ( “Angebote” ) fortan ins Netz auszuweiten . Sämtliche Blätter rauschten Sturm : Der vom Steuern- und Gebührenzahler ( überteuert ) alimentierte “Staatsfunk” könnte doch den Knabenmorgen der Zeitungszukunft im Netz verderben . |||

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Wenn man angesichts der weit verbreiteten politischen Interventionitis auch allzu leicht vergisst , dass die ÖR- Medienanstalten kein “Staatsfunk” sind , möchte man sich doch noch einmal kurz zurück an jene Zeit erinnern , da “Radio” synonym mit “Volksempfänger” war . - Wird man nun , da die Bundeskanzlerin höchstselbst ARD und ZDF in ihre ( Online- ) Schranken verwies , wieder vom “Staatsfunk” zu reden haben ? |||

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Wenn dieser Reglementierung statt gegeben wird , wird einmal wieder jener Kampagnenjournalismus gesiegt haben , den speziell die FAZ seit Monaten betreibt . Getarnt zunächst unter der “bürgernahen” Agenda , die unzarten Methoden der GEZ- Eintreiber aufzuzeigen , polemisiert das Blatt seither in stetig steigender Frequenz gegen die Online- Pläne der Sender . Den Vogel schoss freilich Michael Hanfeld am Freitag voriger Woche ab , als seine Vermeldung des Merkel’schen Machtworts - in blauem Kasten - den triumphierenden FAZ NET- Aufmacher gab . Eben noch rechtzeitig , den Update des Online- Designs ( sprich : “Relaunch” ) des Blattes vorzubereiten . |||

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Wenn bei den Online- Offerten der ÖR- Anstalten die rechte Hand oft nicht weiss , was die linke unterlässt , liegt dies - wie wird anhand ORF- ON mehrmals dokumentierten - an einer eigentümlich eingeschränkten Kommunikationskompetenz im Internen . Auch gilt die Arroganz dieser Elefanten als legendär . Hier gäbe es dezidiert Kritik- und Handlungsbedarf . Nicht minder liegt hinsichtlich der Verseuchung von Form und Content mit Werbung liegt Etliches im Argen . Wer aber , liebes Print mit deinen “Redaktionellen Beilagen” , deinem versteckten und offenen PAID CONNTENT , werfe da den ersten Stein ? |||

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Wenn als gesichtert und common sense gilt , dass die Zukunft journalistischer Printprodukte im Bi- , Tri- bis x- Medialen liegt ( Print , Audio , Video , *Bildstrecken* ) : Wer würde mit Gewissheit sagen , dass Netzangebote öffentlich- rechtlicher Medien notwendig den Print- Konkurrenten das Wasser abgraben ? - Oder geht es im Grunde doch nur um das Eine : Den Online- Werbemarkt ? - In der Tat : Der Netspace ist ( fast ) unbegrenzt , das Reservoir der Werbebudgets um so limitierter . Zitat : “Bedroht sind auch die Portale der Tageszeitungen.” ( SZ ) |||

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Wenn man mir das Recht auf Information schon unbedingt zu Füssen meiner Staats- Bürgerschaft legen will - Right On : Dann wären Nichtbesitz eines TV- Geräts oder ein empfangsschwacher Radioapparat kein Hindernis mehr , an öffentlich- rechtliche Informationen ( für welche ich indirekt und direkt ja doch bezahle ) zu gelangen . |||

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Wenn es so ist , dass Kontrolle der Inhalte und Formatierungen öffentlich- rechtlichen Medien bei den demokratischen Instanzen des “mündigen Bürgers” ( in Bürgerjournalismus , Leserbriefen , Blogs ) liegt , bei eigens eingerichteten Kontrollorganen und nicht zuletzt bei der “freien” Presse : Wer kontrolliert und korrigiert dann : Jene Presse , die als “Erkenntnis” ausgibt , was de facto Eigeninteresse ist . Wer kontrolliert und korrigiert dann : Den Kampagnenjournalismus ? |||

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Wenn dem so ist : DANN haben wir Blogger auch keine Chance . Teils , weil deren Gutteil selber hinter den Werbebatzen her ist und sich auch dem Feuilleton als schmiegsam erweist : “Düpiere keinen potentiellen Abnehmer deines Mediendienstes” ( T 2 ) . Teils , weil es just sogenannt freie Blogger sind , die auf der Jagd nach Links und Hits die immer gleichen Meldungen reproduzieren , insoferne sie nicht überhaupt ihre “heise- oder sonstwas“- Feeds automatisch in ihre Blogzonen katapultieren : Ein bemerkenswerter Hang zur Selbstgleichschaltung . |||

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Wenn letztlich die Fronten zwischen den sogenannten Profis in den Print- Online- Redaktionen und den “User-” aka “Loser- generated Content” ( Stern ) -Generatoren auf derartig absurde Weise zementiert sind bzw. die Argumente der Blogger entweder stillschweigend übernommen oder bewusst marginalisiert werden :

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Dann rede man uns nicht von schönen Idealen der Freiheit des Ausdruckes , der Information und der Kommunikation . Makulatur produzieren können wir - wie Beispiel zeigt - selber . |||

LINKS

VERFASSUNGSKLAGE

“GRUNDRECHT AUF INFORMATIONSFREIHEIT”

MERKEL GRENZT

FAZ- KAMPAGNEN

ÖR RUNDFUNKSTAATSVERTRAG

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat das Gebot der Staatsferne und der Unabhängigkeit. Deshalb werden – bis auf die als Staatssender ebenfalls öffentlich-rechtlich organisierte Deutsche Welle – die Sender nicht durch Steuern finanziert wie bei einem echten staatlichen Rundfunk. Öffentlich-rechtliche Sender und die Landesmedienanstalten, die den privaten Rundfunk kontrollieren, finanzieren sich durch Rundfunkgebühren, die jeder Bürger, der ein Empfangsgerät bereit hält (Fernseher, Radio und neuartige Rundfunkempfangsgeräte), monatlich über die GEZ entrichten muss. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hat Deutschland die sechsthöchsten Fernsehgebühren in Europa.

Darüber hinaus hat er zur weiteren Finanzierung die Möglichkeit, in seinen Hauptprogrammen bis 20.00 Uhr einen Anteil an Werbung auszustrahlen. Außerhalb dieser Zeit ist jedoch Sponsoring möglich. ( … ) Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den so genannten öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, der in dem jeweiligen Landesrundfunkgesetz verankert ist. Danach müssen die Programme den Zuschauern umfassend und ausgewogen Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung anbieten. Dabei sind auch bestimmte journalistische und ethische Prinzipien einzuhalten. ( 1 )

BAU : PRINT VS BLOG

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