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Das Gnosis- Pony oder : Emily Dickinson malgré moi



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AN MEINE HAUT LASSE ICH NUR WASSER … UND EMILY DICKINSON

RINCK PASS AUF PONY CD

Nein , nein , nein : normalerweise verweigern wir uns den - speziell weiblichen - Betulichkeiten , die sofort losbrechen , wenn auch nur der Namen der amerikanischen Dichterin irgendwo am Horizont erscheint . Eh’ scho wissen : Das zu Lebzeiten bis auf sieben Poeme unveröffentlichte und heute bis in die Tausendernumerierungen reichende Lebenswerk , die untervstellt melancholische Diktion , dieses “Du” , welches doch nur das poetisch Andere in sich meint .

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BONANZA DES GNOSIS- PONYS : MONICKA RINCK - PASS AUF , PONY !

RINCK PASS AUF PONY kart fr

Nun aber mussten wir unvermittelt an dieses “Du” denken , als Monika Rincks Gnosis- Pony ( das wir seit zwie Jahren schon per e- mail diskutieren , projektieren ) nun doch nicht dne Weg der “Literatur als Radiokunst” getrappelt ist , dorthin , wo also jetzt “AM APPARAT ( Ihr Wahrheitsstil )” wohnt , sondern mit Echtwelt- Gewieher versehen als “PASS AUF, PONY” im limitierter Auflage @ edition sutstein erschienen ist . 10 Episoden auf CD mit Textbüchlein ( Lesebändchen ! ) , illustriert von petrus akkordeon und da alles in handbeschriebenem Kartong - Bibliophile aller Länder …

Die Bibliophilen , die solche Stücke sammeln , diese schon aus Schönheitsschongründen allerdings eher selten lesen , können ja jetzt weghorchen oder -sehen . Denn dieses Gnosis- Pony spielt in Monika RINCKS THIERLEBEN ( im “Salon Littéraire” zu gegebenem Zeitpunkt mehr ) eine besondere Rolle :

Auch sprachlich bockig ( bestes Beispiel für einen absichtsvoll auf einen Minimal- Umgangsdurchschnitt gebrachten Lingo , wie er sonst nicht - allenfalls bei Jandl - im Buche steht ) gibt dieses Pony mit allen vier Füssen dem “epfindsamen” , zielgerichteten und sonstwie alltagsrationalen “Ich” kräftig Kontra … um ist damit erkenntnismässig natürlich stets meilenweit voraus …

Natürlich verraten wir hier in|ad|ae|qu|at nicht , wie die Affaire endet : Präsentiert werden Box , Büchlein und Tonträger jedenfalls am am 13. 12. 2008 , im loop - raum für aktuelle kunst , berlin ( 19 H ) .

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TERTIUM DATUR

RINCK PASS AUF PONY front

Jedanfalls fiel uns beim Lauschen auf das ausgefuchste Zwiegespräch zwischen Schreib- Ich und “Pony” die schöne Ausgabe 1 | 2008 der “Neuen Rundschau” ein , wo unter dem Titel “LYRIKOSMOSE” die lyrischen Resultate der “Main Poesie 2007” nachzulesen sind , welche im Frankfurter Literaturhaus gänzlich unter Patronanz der amerikanischen Dichterin stand ( Pressetext pdf ) . Was kann manWie kann manzumal heute … ?

Als Starter natürlich gleich ein doppelter Oxer :

  • Emily Dickinsons Gedicht No. 657, besser bekannt unter seiner Anfangszeile “I dwell in Possibility”

I dwell in Possibility -
A fairer House than Prose -
More numerous of Windows -
Superior - for Doors -

Of Chambers as the Cedars -
Impregnable of Eye -
And for an Everlasting Roof
The Gambrels of the Sky -

Of Visitors — the fairest -
For Occupation - This -
The spreading wide of narrow Hands
To gather Paradise -

  • Plus Paul Celans Übetragung

Mein Haus, das ist die Möglichkeit,
- schöner als Prosa ist’s -,
mehr Fenster als das andre hats,
an Türen ists ihm über.
an Zimmern alswie Zedern -
Fürs Auge uneinnehmbar;
Und hat ein Dach, das hält und hält:
das sind des Himmels Giebel.
Die schönsten Gäste der Welt -
und was wird hier betrieben ?
Dies und nur dies,
taugaus, tagein:
die Hände öffn ich weit, dich ein-
zubringen, Paradies.

So klingt also ein Celan im Verständnis des berühntem “vernacular” der Dickinsonson’schen Dichtung . -

Monika Rinck hat sich der Aufgabe gestellt und diese mit dem Prosatext “A CAMPING WORD” ( S. 61ff ) gleichzeitig offen gelassen und gelöst : Hier zerbrechen die berühmten Verse in einen die Erzählerin auf Schritt und trit unübersetzt begleitenden Ohrwurm , treppauf, treppab “I dwell in possibility” , strassauf , strassab “a fairer house than prose” -

So käme Dichtung aufs Beste von ihrem statuarischen Sockel herunter , wird vom Alltag dynamisch mitgeschliffen - oder sind es , umgekehrt formuliert , ihre Verse , den Rhythmus uns durch unsern Tesgeslauf und Nachtmar schleifen ?

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ZWECKS SELBSTTEST

RINCK PASS AUF PONY back

Zum Selberschleifen oder - Geschliffen- Werden ein paar Textproben . Es gibt nichtigere Gedankenspiele …

# 1700

To tell the Beauty would decrease
To state the Spell demean –
There is a syllable-less Sea
Of which it is the sign –
My will endeavors for its word
And fails, but entertains
A Rapture as of Legacies –
Of introspective Mines –

Unvermeidlich :

# 1129

Tell all the Truth but tell it slant -
Success in Circuit lies
Too bright for our infirm Delight
The Truth’s superb surprise

As Lightning to the Children eased
With explanation kind
The Truth must dazzle gradually
Or every man be blind -

Und abschliessend ein Special für alle Jene , welche die umgangssprachliche Abkürzung für die Reihe “Literatur als Radiokunst” - LARK - nennen und kennen .

Gewidmet Martin Leitner

# 861

Split the Lark — and you’ll find the Music –
Bulb after Bulb, in Silver rolled –
Scantilly dealt to the Summer Morning
Saved for your Ear when Lutes be old.

Loose the Flood — you shall find it patent –
Gush after Gush, reserved for you –
Scarlet Experiment! Sceptic Thomas!
Now, do you doubt that your Bird was true?

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OUT NOW

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KLANGAPPARAT

Gut gefällt uns heute eine kleine klangapparative Übung in Kombinatorik und Permutation : Mit dem Schweden Tobias Lilliehorn ( home ) hat clear- cut- records einen Tüftler mit selbstironischem Spieltrieb an Bord . Weils Spass macht und schmeckt . Hirnvitamin : czz-hoerempfehlung

01. solarized | 02. rainbow alpha | 03. viola | 04. kingfisher | 05. weekend | 06. ice dance | 07. survivor | 08. koja | 09. pacer | CLICK LINKS TO LISTEN -

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