Tag Archive for 'kolik'

NEUES VON FREUNDEN



||| LAST CALL FOR “SOMMERFRISCHEN” | AUSGEZEICHNETES VON UND FÜR MONIKA RINCK | TRANSPIRATION STATT INSPIRATION : WETTBEWERB , REELL | TIERBABYBINGO & BEGRIFFSSTUDIO | BERNHARD KATHAN : DAS INDISKRETE ORGAN | HANNO MILLESI SUCHT ALTENBERG | UND ES DREHT SICH DOCH NOCH : LINKES WORT @ VOLKSSTIMMEFEST | KLANGAPPARAT

Sax DIOSCUR

LAST CALL FOR “SOMMERFRISCHEN”

“Befiel dem letzten Früchten , voll zu sein” , oder so ähnlich müsste man wohl das in den Untergeschossen der obenhin spätsommerlichen Ruhe fiebrige Feilen , Fummeln , Basteln und Eilen der Kulturarbeiter bezeichnen : Im Gewirr von Dead- Linien für die Herbstausgaben von Zeitschriften , für Buch- Erscheinungstermine , für Programme und Präsentationen mag sich Mancher verstricken . Aber hélas : Den einen oder andern mild lächelnden Tag des Altweibersommers sollte wir für uns uns die Unsrigen noch herausschlagen , bevor die spätestens Mitte September anhebenden regulären Stunden- und Tagespläne der urbanen Literaturveranstaltungsprogramme wieder anheben .

|||

AUSGEZEICHNETES VON UND FÜR MONIKA RINCK

czz-neuesvonfreundenZum Genuss der Gunst der Stünde würde zunächst einmal zählen , sich mit und für MONIKA RINCK zu freuen - in|ad|ae|qu|at via SALON und “Literatur als Radiokunst” wohlvetraut - : Der Berliner Autorin wurde für ihren Lyrikband “zum fernbleiben der umarmung” ( Kookbooks 2007 ) eben der mit 13.000 Euro dotierte Ernst- Meister- Lyrikpreis der Stadt Hagen zuerkannt.

Man lasse sich durch solche Ziffern allerdings nicht blenden : Wie die bisher nur inoffiziell belegten Ergebnisse der noch unveröffentlichten Studie der vom zuständigen Bundesministerium in Auftrag gegebenen Studie “Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich” ( wir berichteten | Dokumentation ) belegen , verdienen 37 Prozent der österreichischen Künstler weniger als 839 Euro im Monat - d. h. , mehr als ein Drittel der Kulturschaffenden in Österreich bezieht ein Einkommen , welches unter der offiziellen Armutsgrenze liegt . Und das trotz des laut FAZ angeblich überreich durch Preise und Stipendien alimentierten Literaturbetriebs ( “Autorenförderung ? Hungert sie aus !” , 30. 4. 2008 ) …

|||

TRANSPIRATION STATT INSPIRATION : WETTBEWERB , REELL

Das Bild vom frei auf den Wellen von Alimentationen und Inspirationen schwebenden Dichten ist so falsch wie veraltet : Per Lesungen , Übersetzungen und Jurytätigkeiten wird das oft nötige Zubrot verdient . Wo dies nicht funktioniert , werden Autorinnen und Autoren ( auch diese Fälle sind uns wohlbekannt ) zu irgendwelchen Hartz IV- Arbeiten vergattert .

Als erfahrene Lesebühnen- Autorin wurde jedenfalls mit Monika Rinck eine respektable Jurorin für den 16. open mike- Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin erkoren : Im Trio mit Thomas Glavinic und Feridun Zaimoglu wird sie am 15. / 16. November die Sieger aus den live lesenden Bewerbern küren : Auch hier verdient die Relation “Bewerbung - Auswahl - Kür” Beachtung : Aus den über 650 anonymisierten Einsendungen wählen sechs Lektoren bis zu 22 zur Lesung aus - 3 ( in Worten : drei ) Preise werden schliesslich vergeben .

|||

TIERBABYBINGO & BEGRIFFSSTUDIO

czz-neuesvonfreundenDa wir aus raum- zeitlichen Gründen die Berliner “Rotten Kinck Shows” von ANN COTTEN , SABINE SCHO und Monika Rinck leider nicht leiblich wahrnehmen können ( # 2 u. d. Titel “DIE EVOLUTION FRISST IHRE KINDER - wie bereitet sie sie zu ?” am 20. 8. im Lokal ) , sei auf die schriftliche Wiedergabe von # 1 ( “Tierbabybingo” ) in der Nummer 41 der Literaturzeitschrift “kolik” verwiesen : Exklusiv und sinnlich lediglich im Print - “viele kleine tiere frieren sich die augen rund” .

Wir kompensieren diese verpassten “bunten abende in der whisky-destille” ( # 2589 ) mit einem Extrakt der jüngsten Lieferung aus dem BEGRIFFSSTUDIO:

2555 trotzyoga
2556 das pony in der truhe
2557 simple thing for the devil
2558 nießbrauch
2559 der willenlos auf mich zu polternde resonanzraum
2563 große tiere mit kleinen stimmen
2564 stimmimitat
2565 raschwüchsig und frosthart
2566 der schlafkranke schwachkopf
2567 ein laubblattrauschender schrecken
2568 per pergulam ambulare
2569 das laub der geselligen linde
2573 strandwermut
2574 stân in einem înkaffenne - verharren in einem anstarren
2575 in eremo, der waldeinsamkeit
2576 le goût du néant
2577 lamettawuchs und kopfschneitelung
2578 ein gewaltiger zicklus
2579 das belutschistan-ohnehorn
2583 wächter der weltflucht
2584 weizenfeldgelb
2585 fälschungssichere falter
2586 antikatz-kalender
2587 schlacke im hauptraum
2588 zwischenschaftlich

|||

BERNHARD KATHAN : DAS INDISKRETE ORGAN

czz-neuesvonfreundenAnzukündigen und zu dringend ver- störenden Lektüre empfohlen sei das eben im Studien- Verlag erschienene Resultat der langjährigen Beschäftigung unseres SALON- Autors BERNHARD KATHAN mit dem Thema “Organtransplantation” : “Das indiskrete Organ . Organverpflanzungen in der Literatur” ist eine konsequente Fortschrift von Kathans bisherigen kulturhistorischen Untersuchungen zur Medizingeschichte , Körpertechnik , Ein- und Ausverleibung , Lebenswissenschaften und Mortifikationen . Der Denk- und Assoziationsraum wird dabei - wie stets - weit gesteckt und subjektiv inspirierend illuminiert .

Auch im HIDDEN MUSEUM , dem “zweifelhaftesten Museumsprojekt der Gegenwart” , gibt es Neuigkeiten zu betrachten : Zu den - in einigen Beispielen aus Hunderten auf in|ad|ae|qu|at publizierten - Kuhportraits ist nun eine diskursive Überlegung zum Thema “Kuhfotografie” zu lesen . Handfesten Kulinarikern sei dahingegen ein “mobiles Essmuseum” in Form eines konzentrierten Küchenschranks empfohlen . Klassischer titel : “Die Kredenz” .

|||

HANNO MILLESI SUCHT ALTENBERG

czz-neuesvonfreundenVon den einigermassen vergeblichen Unternehmungen , den Fin de siècle- Bohème- Poeten Peter Altenberg in der Wiener Echtwelt aufzusuchen , berichtet HANNO MILLESI in der Wochenendausgabe des “Standard” . Zur Verkürzung der Wartezeit bis zum Erscheinen des Prosabandes “Der Nachzügler” ( 29. 9. , Literaturverlag Luftschacht - wir werden berichten ) , sei diese “Grenzerfahrung” an den grauen Mauern der Wiener Wirklichkeit in einem kurzen Auszug zitiert :

Im Abbildungsteil eines Katalogs, der sich mit den Wohnverhältnissen berühmter Künstler meiner Stadt beschäftigt, stoße ich auf Fotografien jenes Hotelzimmers, in dem Peter Altenberg einen Großteil seiner bekannten Werke verfasst hat. Die Wände des Zimmers sind mit gerahmten Bildern übersät. Fotos, Grafiken, Zeitungsausschnitte. Ich sehe beispielsweise eine Reihe von Porträts junger Frauen. ( … ) Sein Zimmer trägt die Nummer 51 und befindet sich im Grabenhotel in der Dorotheergasse 3 im 1. Bezirk. Ich beschließe Peter Altenberg dort zu besuchen. Schließlich verfüge ich über alle notwendigen Informationen.

In der Dorotheergasse angekommen, bin ich erst einmal überrascht. Im Erdgeschoß des Grabenhotels, in dem Peter Altenberg residiert, befindet sich eine Trattoria namens Santo Stefano. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir das anders vorgestellt. ( … ) Nachdem ich mich vorgestellt habe, teile ich der Rezeptionistin mit, dass ich Peter Altenberg besuchen möchte. Mit einem verständnisvollen Lächeln bittet sie mich zu warten und tippt etwas in den Computer. Während ihre Pupillen den Bildschirm abtasten, verfinstert sich ihre Miene. Schließlich teilt sie mir mit, dass sich niemand dieses Namens unter ihren Gästen befindet. Mir ist klar, dass sie die Liste derjenigen durchgesehen hat, die vorgelassen werden dürfen. Ich weise sie darauf hin, dass es sich bei mir um einen Kollegen handelt, und sie nimmt an, dass ich ebenfalls in der Hotelbranche tätig bin. Ich antworte mit einem Seufzer und wiederhole, dass die ganze Stadt - was rede ich - die ganze Welt wisse, dass Peter Altenberg in diesem Hotel wohne. ( … ) Ich verheimliche nicht länger, dass ich sogar weiß, welches Zimmer Peter Altenberg bewohnt: Nr. 51 im 5. Stock.

Die dreiste junge Frau will mir weismachen, dass das Grabenhotel gar nicht über so viele Zimmer verfüge und der von mir gesuchte Herr - sie sagt tatsächlich der gesuchte Herr - daher unmöglich ein Zimmer 51 bewohnen könne. Offenbar folgt sie strikten Anweisungen. Ich bedanke mich höflich, als hätte ich meinen Irrtum eingesehen, und wende mich dem Stiegenaufgang zu, der zu den Zimmern führt. Mein Name mag auf keiner Liste aufscheinen, Peter Altenberg wird mich nichtsdestotrotz empfangen. Schließlich kenne ich intime Details seiner Lebenssituation und seiner Körperpflege.

Die Frau hat inzwischen ihr Rezeptionspult verlassen und stellt sich mir in den Weg. Einen Moment lang sieht es so aus, als müsste ich sie mit Gewalt beiseite räumen. Ehe mir das gelingt, kommt ein stattlich gekleideter Herr die Treppe herunter. ( … ) Zu meiner Überraschung wendet sich die Rezeptionistin mit meinem Anliegen an den unvermutet aufgetauchten Mann, als handle es sich bei ihm um einen von irgendwo oben herabgestiegenen Richter. Ich bin damit einverstanden, ihn als Unparteiischen zu akzeptieren, und erkläre, dass ich nichts weiter wolle, als Peter Altenberg auf Zimmer 51 zu besuchen. Der kompetent wirkende Mann sieht mich eindringlich an und bedeutet der ahnungslosen Angestellten, sich wieder an die Rezeption zu begeben. Er scheint begriffen zu haben, worum es mir geht, ich glaube sogar, dass er den Schriftsteller in mir erkennt. Verständnisvoll legt er einen Arm um meine Schulter und - man könnte fast sagen: geleitet mich behutsam zum Ausgang. ( … )

|||

UND ES DREHT SICH DOCH NOCH : LINKES WORT @ VOLKSSTIMMEFEST

czz-neuesvonfreundenMan wird dem traditionellen Volksstimmefest der KPÖ am letzten Augustwochenende im Wiener Prater und im Kontext des akuten Wahlkampfes eine gewisse Chuzpe nicht absprechen dürfen : Wenn’s nicht ( wie oft schon ) regnet , könnte die musikalische Stimmung zwischen dem unverwüstlichen Guitarrero Harri Stoijka und den Linzer Rappern “texta” recht nett werden . Dazu gibt es unter dem Titel “Linkes Wort” ( seit 1975 ! ) eine Reihe von Lesungen , welche diesjahr anhand der historischen Marker “1918 - 1938 - 1968″ aus dem “Bilanzbuch des 20. Jahrhunderts” erzählen . On stage u. a. : Werkkreis Literatur der Arbeitswelt , Gerhard Ruiss , Helmut Rizy und Rolf Schwendter . Detailprogramm und Hintergründe erschliesst die Seite “LINKES WORT” .

|||

KLANGAPPARAT

Langer Text , langer Abgesang : Heute mit Sascha Müllers ( MySpace ) Juni- Mix für Loopzilla , trefflich unter dem Titel “1 IST 2 UND 2 IST czz-hoerempfehlungSCHRAEG” rubriziert : Eine Stunde , acht Minuten , zwölf Sekunden lang aparte Mnipatterns á discretion : Besondere Beachtung verdient die so kurz wie herrlich schräg hereindrängende Querflöte bei Laufzeit 41:20 . CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

|||

Salon Littéraire | Benedikt Ledebur : LETZTE LOCKERUNGEN , schnellzeichnungen & schnellgedichte 1



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Benedikt Ledebur | Matthias Goldmann ( Translation )

LETZTE LOCKERUNGEN schnellzeichnungen & schnellgedichte 1

LAST ROUND OF LOOSING UP - quick poems 1

schnellzeichnung_01_copyright_Benedikt_Ledebur

1

mit einem ruck

springt die rübe an:

los geht´s!

jeder sack kann das übrigens.

einen über die rübe:

gehört das zusammen?

schneide die ringe,

zickzack und zahl,

übe! beuge es.

zieht eine linie

zum gegenüber,

sieht sie.

ein satz über die brüstung,

ohne grund,

was der fall voraussetzt.

ein stück noch,

dann fass das ende,

ausschlag den boden ihm,

auf die maserung achte.

neuen verbindungen

zähne wachsen.

wie weit, als ob netze

diese zentner hielten,

kämme die gletscher fletschten,

damit ausfranst im freien

der aussicht reifen,

drehen im fall,

dass die fahrt endlich anfängt.

gleich den höhen von oben,

stechen messer die skalen,

schwellen dem krähen

erweiterte gefässe,

gestutzte flügel,

statt sturz in den absprung:

zieh leine endlich,

kürzeste linie

im fall, dass es aufprallt,

grundlos fassende

verfaltet im schirm.

a jolt

to the noggin:

let’s go!

besides, any jerk can do that.

a bonk on the noggin:

does that go together?

cut these rings,

zigzag and number,

practice! flex it.

drawing a line

to an opposite,

she sees.

a leap over the window breast,

on no grounds, taken

for granted in this case of

descent. a last stretch left,

then hold on to the end,

kick out his flooring

but mind the grain.

growing the teeth

of new connections.

so far, as if nets were

holding these hundredweights,

glaciers were bearing their combs,

adding fringes to the outdoors,

letting vistas mature,

falling and turning,

finally out on a ride.

like heights from above,

knifes stuck into scales,

puffing out to crow,

vascular widening,

clipped wings,

taking off instead of plunging:

get out of here,

across the shortest line,

in this case, towards an impact,

hold on for no reason,

folded into an umbrella.

schnellzeichnung_02_copyright_Benedikt_Ledebur

2

ein axiom, das leicht

aus der art geschlagen,

ein verfinstertes beispiel

zusätzlicher charade,

sollte das spiel bei chiasmus

und wette nicht genügen

für die weitere deutung.

das ansammeln großer zahlen

gehe nur deutlich zu

auf das allgemeine einerlei

größtmöglicher sicherheit.

das sich gleichbleibende

ist in der ferne egal,

stammeln und spucken

mit kernen aus genossenem

trifft da noch eher

die gesetzte grenze.

gebieten, die mir halt

bieten, entkommen irren

unter durchädertem joch

beinahe selbst, die spinnen

sich netze zu,

ständig in ketten.

nur halb steigt auf

der leiter der abteilungen,

nimmt, was stellt sie darin,

die mangel an sich leiden

können, dar langem grübeln.

das bein nach vor geworfen,

dem nutzen hinten nach,

orten noch die verbindlichsten

unde ihr glück, peilen

gehörnt unter qualen die quellen

an, reißen am schlingernden

weg ein stück,

bis der sich dem suchen löst

in verwertenden aus täuschen,

mit muster erstickender uhr.

phantasmen, die ich-vögel

spreizen, schwingen im warten

am x-fachen abzählreim,

alle ausflüge koordinierend,

bis sich die ypsilonachse biegt,

unter dem unbändigen, das

alles zu fall bringt.

an axiom, a little

wayward at that,

a darkened example,

additional charade,

if a game of chiasmus

and a bet won’t do

to add further interpretation.

piling up large numbers,

clearly walking towards

overall monotony,

maximum certainty.

the self-same, making

no difference far away,

stammering and spitting

leftover seeds and pits,

hitting, rather,

set limits.

my areas of support

escape me, wandering

under a veined yoke,

almost themselves, spinning

nets at each other,

in chains all the time.

promoted halfway,

head of departments, she

takes to her appearance as

it may suffer hardships

despite lengthy brooding.

kicking a leg out

to chase a profit,

the friendliest places

and happiness, aiming,

cuckolded, in great pain,

at sources, ripping at a

stretch of rolling road,

until it gives way to searching

and use that does the trick,

patterns of a stifled clock.

phantasms, these i-birds

spread, soaring while waiting for

umpteenth counting-out rhyme,

coordinating all outings

until the y-axis bends

under unbridled forces that

bring it all to grief.

schnellzeichnung_03_copyright_Benedikt_Ledebur

3

im prinzip weit

ausgeholt, alles in allem

überschlagen, ausgehöhlt,

bis auf neuralgische punkte,

die, zu elementen verbunden,

als mögliche verkettungen

zu beliebten schemen führen.

angezapft also das fass -

ende der vorstellung -

vom überfluss angezipft.

wenn etwas gesicht hat,

steigt chiffriert seichtes,

sei es ich oder nicht,

bis zum zeilenspiegel. weil

ein signal nie lang ist,

versagt der narziss an

der eigenen schreibweisse,

schloss, was verbunden

auftrat umsonst

(gewisser massen),

auf vorhänge. so steht es

eben dort. neben anderen

räten und schlägen,

schliess vor richtungen

nie die augen, oder:

auf die optik!

basically, it goes a long

way back, all in all

i tripped over myself, drained,

stripped, all sore spots,

which, connecting elements

to a possible chain of events,

lead to patterns that are high

in demand, drawn from the cask -

the show is over -

bored stiff by abundance.

when something shows face

encoded shallowness rises

whether it be me or my

word-wrapped character train.

because a signal is never long

narcissus gives way

to his own spelling.

lock what’s connected,

has occurred in vain

(in a way)

onto curtains. that’s

what it reads. aside from

other advice and blows,

never close your eyes when

faced with directions, or:

the book’s telling cover!


|||

Benedikt Ledebur

geboren 1964 in München , lebt in Wien . Studium der Theologie in Fribourg , Informatik und Philosophie in Wien . Literaturkritik , Aufsätze und Gedichte in diversen Zeitschriften wie Kolik , Zwischen den Zeilen , Schreibheft . Blog : POEMS .

|||

Buchpublikationen

|||

Herausgeber

|||

Radiophonie | audio

|||

Texte im Netz

|||

Links

|||

Salon Littéraire | Ann Cotten : sie fällt



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Ann Cotten :

sie fällt

es ist dunkel. nichts ist. ein helles, scharfes geräusch. zweimal knapp hintereinander, dann noch einmal. es ist ein vogel. es ist morgen.

die schulter ist da. neben ihr, sie spürts. der rücken ist hinter ihr…oben. unter ihr - der polster. er wird gewälzt, ist klein. der vogel zirpt.

in der nacht. es war völlig dunkel. der vogel zirpte. wann zirpt er nicht? dazwischen.

es wird schwarz. ihr gefällts.

sie wacht auf. wer ist da? morgen. sie wacht auf. es ist halbwegs hell. morgen ist! jetzt sind ihre beine. sie hüpft auf und schleudert die decken weit von sich. sie gähnt laut und stürmt ins bad. sie wälzt sich vorsichtig auf die andere seite. wo ist der rücken? da.

wo ist das tschilpen? dort! dort! sie springt auf und reißt die tür auf. etwas klägliches läuft davon, so schnell seine beine es tragen, zwei stück. war sie das? ich bin zu spät. ich bin zu spät. es fängt an zu regnen. sie spannt den rücken aus, sie spürt den mittleren teil. der rechte arm ist eingeschafen. er befindet sich unter dem polster. das fleisch fühlt sich fremd an. war das gestern? es ist gräulich. sie kann nicht dem gesamten vormittag ins angesicht schauen.

sie kann sich nicht ins gesicht schauen. wie denn! es gibt bröseln in den augen. die haare fühlen sich nicht gut an. sie ist nicht da. was wars gewesen, fallen? sie macht die augen zu. es ist dunkel. sie ist da. der vogel tschilpt. sie ist nicht da. sie ringt mit einer schlange.

Copyright Anne COTTEN sie schlaeft 01

die schlange heißt schlaf. sie will sie mit gift beißen. die giftzähne streifen ihren arm. der arm liegt eingeschlafen unter dem polster. die schlange muss sie beißen. ihre linke hand kann den nacken der schlange nicht fassen. sie windet sich raus und die zunge der schlange züngelt um ihren nacken. sie hat den mund offen, sagt nichts. sie schreit nicht bei alpträumen. sie kennt sich aus. sie weiß, was schlaf ist. sie ist nicht da.

wer ist da? sie! morgen ist.

was tun? der vogel tschilpt zweimal pro sekunde. dann drei sekunden nicht, dann wieder. sie hat die ganze nacht verschlafen, dann dreimal das tschilpen gehört, dann nicht. die ganze nacht sein und nichts. jedes tschilpen könnte das erste sein. handelt es sich um solipsie oder überredungskunst? sonst könnte der andere vogel einmal einwilligen. bins ich? aufstehen? es regnet nicht mehr.

wer ist sie? da!

ich stehe. der vogel tschilpt zweimal pro sekunde. dann drei sekunden nicht, dann wieder. ich hab die ganze nacht verschlafen.

DER VOGEL
Es ist wie mit dem Ofen abdrehen. Oder du: ich habe dich ja beim Zähneputzen gesehen. Du gehst herum, du putzt dir gerne die Zähne, und das hat damit zu tun, wie es funktioniert. Es putzt dir die Zähne. Du bist nie ganz durch, du musst dich ständig wieder einer anderen Stelle zuwenden, die du ungeputzt glaubst, obwohl du sie in der letzten halben Minute schon oft geputzt hast. Es macht das von alleine. Du musst nur die Hand an der Zahnbürste lassen und kannst in die Gegend kucken. So machen wir das auch. Jedes Tschilpen ist das erste überhaupt. Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob wir schon vorher getschilpt haben. Jedenfalls nicht, ob wir so gut getschilpt haben wie möglich. Sobald vergangen, hat das Tschilpen einen anderen Status, einen ungreifbaren, ja seine Existenz ist im höchsten Grade fragwürdig.

sie geht durch wiesen, sie muss es, sie nässen sie. es ist tau oder regen. hat es in der nacht geregnet, ist es regen, nein? dann tau. sie hat keinen blassen schimmer. sie geht zügig und was sie stört ist der gedanke, dass sich grashalme zwischen die teile der sohlen ihrer schuhe keilen, die ohnehin auseinanderfallen. sie lässt die füße in einem winkel von jeweils 45° auf das gras und auf den boden treffen und hofft, damit der keilung zu entgehen. sie weiß nicht, ob sie ist, sie schläft vielleicht. es gibt eine trübung ihres gesichtsfelds, links. die farben sind anders. sie geht, sie läuft, sie geht, sie dreht um, sie denkt: genug, ich drehe um. nach drei viertel des wegs brennt sie eine brennessel am schenkel, durch die hose durch. da!

so ähnlich wie die grashalme ist der gesang der vögel. gesang ist ein euphemismus. es sind schmucklose geräusche von einer wohlgerundetheit und schlanker funktionalität, wie sie auch von grashalmen aufgewiesen werden. auch hier treten manche heller ins bewusstsein, von einer gegebenen perspektive aus, andere verschwinden im schatten dahinter, alle sind grün. nur die funktionalität des gesangs lässt sich nicht so einfach durchschauen wie die der halme. bieten sie dem hören eine möglichst große fläche? ähnlich wie die eigene haut aufgrund der fältchen, der unsichtbaren oder weniger sichtbaren teile also, eine weit größere fläche besitzt als angenommen? so werden in der stadt werbeflächen verkauft, dazwischen schießen die keiler hervor, wer gewinnt? wer mehr schwung hat. man kann, wie jeder weiß, mit einem zwischen zwei daumen gespannten grashalm die radikalsten geräusche erzeugen.

Copyright Anne COTTEN sie schlaeft 02

|||

Ann Cotten

geboren 1982 in Ames , Iowa, seit 1987 in Wien , seit 2006 in
Berlin als Schriftstellerin und Übersetzerin . Studium der Germanistik , Produktion von Prosa und Lyrik .

|||

Bibliographie

|||

Radio- & Audiophonie

|||

Texte im Netz

|||

Referenzen

|||

Links

Neues von Freunden



||| EIGENHEIM | EIGENPRODUKTION | EIGENWERBUNG | EIGENTUM ( GEISTIGES ) | EIGENLEBEN | EIGENMISCHUNG | EIGENART | EIGENWISSEN | EIGENBILDUNG | EIGENREFLEXION | EIGENKLANG | EIGENTAT | KLANGAPPARAT

EIGENHEIM

WAITING ROOMBevor die grosse Einkehr ins Privatissimum von Ferien , Feiern , Familien ausbricht , nützt in|ad|ae|qu|at den ersten ruhigen Atemzug nach drei -beraubten Wochen und fädelt noch einige feine Dinge aus dem Umfeld der Freunde , Werk- und Wertschöpfenden auf . Keine Zeit für Fernsehabende also , wie unser französischer Kollege Olivier treffend feststellt .

|||

EIGENPRODUKTION

WAITING ROOMZunächst sei freilich in quasi eigener Sache auf das gestern abgemischte und MORGEN auf Ö 1 und via OE1DD zu sendende Kunstradio hingewiesen : Part II von LITERATUR ALS RADIOKUNST ‘07 mit den pointierten Arbeiten von Ulrich Schlotmann und Daniel Wisser . Da beide Produktionen schön kompakt geraten sind , ist in der 39′ - Sendung ( endlich ) auch fein Raum für affine Musikzuspielungen . Ulrich hat bekanntlich mit Georg Zeitblom gearbeitet und von Daniel Wissers Erstem Wiener Heimorgelorchester liegt noch die jüngste CD AUTOPLAY bereit - also gibt’s feine Sounds aus ziemlich differenten Ecken der Electronica : Trashige Songformate vor Nähmaschinensequenzen vom EWHO , dahingegen Zeitblom ambient ambivalent und wohl eher “chtonisch” . Dies nur als Teaser . Morgen mehr .

|||

EIGENWERBUNG

WAITING ROOMAn anderer Stelle werden wir auch berichten , dass die Präsentation unseres Lettristischen Animations- Videos RADIO | JELINEK | REMIX im Rahmen der Buchvorstellung ELFRIEDE JELINEK : ICH WILL KEIN THEATER . Mediale Überschreitungen ( Edition Praesens 2007 + DVD ) am Dienstag hübsch über die Bühne gegangen ist . Bevor wir den Dreiminüter auf diesem Kanal online geben , sei das Making- Of fertiggestellt : Andere mögen ihre Storyboards vor der konkreten Videoarbeit anlegen - bei uns ist es ( Learning bei Doing mit Adobe After Effects ) eben umgekehrt ausgefallen .

|||

EIGENTUM ( GEISTIGES )

WAITING ROOMÁ propos Film und Kino und die bis an die Zähne bewaffneten Überfallkommandos gegen DIE RAUBKOPIE : In der jüngsten Ausgabe der Literaturzeitschrift kolik ist ein sardonisches Stück vertrackt gefügter Prosa von Herbert J. Wimmer zu lesen . Als “drehtext nr. 0858″ figuriert eine surreal formulierte , dessenungeachtet nicht minder analytische kleine Studie über den “medienindustrie- komplex” . Ein wenig in Richtung des Films Free Rainer geht’s um den Abbau von Privatheit dort , wo wir Unterhalt und Unterhaltung suchen . So , wie Blogger bei eventuell informeller Meinungsäusserung zu Unternehmen / Marken / Produkten in raschen Anwaltattacken abgemahnt werden , wird auch dem Konsumenten - wenn schon nicht a priori misstraut , so doch - genauestens auf die Finger geschaut . Kann man auf “Markt- und Verhaltensforschung” nennen . Herbert Wimmers fiktive Security- Instanzen bieten uns daher folgende praktische Dienstleistung an ( und man möchte die Formulierung am liebsten in den Blog- Disclaimer übernehmen ) :

beachten sie bitte unsere angebote im vollzugsshop unserer strafpartner !

|||

EIGENLEBEN

WAITING ROOMWeiter in kolik # 38 : “der ansprechpartner” von Kathrin Röggla - setzt den “medienindustriellen komplex” sozusagen in den “zwischenmenschlichen” aka face- to face- Raum fort . Von Liesl Ujvary ist eine frappierende Sequenz von Situationsberichten - quasi aus dem “selbstindustriellen komplex” - zu lesen : “DAS WORT ICH” rollt gesplitterte Innensichten als waste lands einer Postapokalypse aus . Cormack McCarthys hochgelobter Endzeitroman “The Road” nimmt sich daneben fast schon idyllisch aus .

|||

EIGENMISCHUNG

WAITING ROOMÜberhaupt ist diese Ausgabe der Zeitschrift ( die man eher als praktisches Notebook vom forschenden Fortschreiben liest , denn als ätherisches Blättchen poetischer Beschaulichkeit ) sehr dunkel und schön scharf geraten . Aus dem Ciaoscuro von Eros und Thanatos rückt Händl Klaus einen perfide konstruierten Kurztext “Diwan” ins Licht , Josef Winklers Hommage an Gerald Zschorsch gibt manchen sinistren Witz . Endgültig empfehlenswert macht dieses Büchlein schliesslich Karin Fleischanderls gnadenlose Abrechnung mit den marktgängigen , doch stets auch Selbstreferenz für sich beanspruchenden Erzähl- Erzählern Robert Menasse , Don Juan de la Mancha ) und Thomas Glavinic , Das bin doch ich - womit bekanntlich auch das Phänomen Daniel Kehlmann in den Blick rückt . Fleischanderl zeigt schlüssig auf , wie massgeschneidert diese Zeitgeistliteratur auf die Werbe- und Verwertungsformen des Literaturbetriebs reagiert , wie das Ressentiment trefflich zum Bedienen des Formats “literarische Lesung” taugt und der seine Kalauer vorlesende Dichter solcherart in die Nähe gerät zum derzeit beliebten Kabarettisten .

|||

EIGENART

WAITING ROOMNeue Texte der weniger gängigen und explorierenden Art sind am Montag in der alten Schmiede von Andreas Unterweger ( @ Band ratlos ) , Sophie Anna Reyer ( @ kolik ) und Roland Steiner ( audio @ titel- magazin ) zu hören : Sie alle haben in der Zeitschrift manuskripte publiziert , was nach manchem Literaturverständnis als Auszeichnung gilt . Übrigens : “Der” von Liesl Ujvary ausgesuchte und kommentierte ( online- ) “Text des Monats” ( # 15 ) sind eigentlich zwei . Nämlich zwei dieser sehr distinkten Gedichte der jungen Autorin Sabine Scho : Wir hoffen , sie ebenso für einen SALON LITTÉRAIRE @ in|ad|ae|qu|at gewinnen zu können wie ihre “Forum der 13“- Kollegin Monika Rinck .

|||

EIGENWISSEN

WAITING ROOMOnline rundumerneuert präsentiert sich die kulturwissenschaftliche Mittel- und Osteuropa- Plattform KAKANIEN REVISITED mit Materialiensammlung , Veranstaltungshinweisen und inzwischen auch einer ganzen Reihe von Weblogs ( Balkancities , Budapest , Sofia , New Releases , Calls for Papers / Events ) . Bemerkenswert die online zugänglichen Primär- Essays , z. B. Svjetlan Lacko Vidulic’ und Ursula Reber im E- Post- Dialog zwischen Zagreb und Wien über Bizarrerien in Gewandfragen - Deutsche Pullover & südslavische Röcke ( Identitäten explizit - implizit , pdf ) . Oder Paul Zschorlichs Streifzug Durch Doppelmoral und Hygienedebatte um 1900 in seiner Analyse von Prostitutions-Utopien ( pdf ) . - Da sage noch mal einer was von “trockener” Szientistik -

|||

EIGENBILDUNG

WAITING ROOMDer manuskripte- Termin am Montag in der Alten Schmiede stellt - frei nach Wikipedia formuliert - eine klassische ambiguity dar : Zu gleicher Zeit lädt nämlich Thomas Ballhausen zur Open Lecture über seine jüngst bei Skarabäus erschienene Theorie- Erzählung “Die Unversöhnten” ein . Im Rahmen von Gerhard Jaschkes Vorlesung “Literatur und Sprachkunst” darf man mal wieder Universitätsluft schnuppern und zwar in der Akademie der Bildenden Künste Wien .

|||

EIGENREFLEXION

WAITING ROOMAm Dienstag ist “Literatur der Rede wert” und das “Ex libris“- Radio- Buckritik- Quartett- on the road und on stage im Literaturhaus : Moderiert von Gerhard Moser blicken Sigrid Löffler , Daniela Strigl und Klaus Zeyringer auf das Literaturjahr 2007 zurück : Ärgernisse , Sternstunden , Fehden . Und natürlich : Diverse Literaturpreise … Deutscher Buchpreis , Büchner- … if you know what I mean .

|||

EIGENKLANG

WAITING ROOMLohnende Rückblicke - und jetzt schwenken wir allmählich in Richtung der KLANGAPPARATE - auf das Netaudio- Festival Berlin gestattet jetzt dessen Heimseite . Eine Reihe vom Speeches zum Themenbereich “Netmusic - Netlabel” stehen zum Download bereit : Vom Club zum Netlabel , Netaudio - The Future of Music ? , Netlabels : An Alternative Approach in Music Production ? , Netlabels – Soziale Netze On- & Offline . Hören wir auch in Sachen in|ad|ae|qu|at und dessen Zukunft natürlich mit roten Ohren mit . Musikalische Nachlieferungen gibt es bei Radio Fritz im Trackback @ Pulsar . Leider wird da mehr herumgeredet als tatsächlich Musik gespielt , Kategorie : Chance vergeben .

|||

EIGENTAT

WAITING ROOMJetzt aber kommt die Riesenchance , dem in|ad|ae|qu|at heiss geliebten Netlabel broque ein kleines Dankeschön zurück zu geben für ein aufregendes Musikjahr : undogmatisch , handverlesen und distinkte akustische Charaktere in exquisiten Lieferungen - und das alles frei Haus . Wer dem Wertern Herrn Christian also Mut & Kraft zum Weitermachen ( und uns damit fortgesetzte Freuden ) zukommen lassen mag, beteilige sich doch bitte bitte bitte an der De:Bug- Leserpoll 2007 ( Vote Netlabel ) . Gewinnen kann man dabei übrigens auch . So diverse angesagte Gegenstände eben .

|||

KLANGAPPARAT

Um die Entscheidunmg PRO BROQUE zu erleichtern , führen wir die neue Release ( 038 ) ins Treffen : Die EP time von Higher Sense Xpoezure ( aka Paul Terry : sorry , no more info available ) gibt sich zart schwebend verblasen , um dann super fett loszuwummen : Phasenverschiebungen ,czz hörempfehlung Dopplereffekte , Eisblitze , Donnergroll - Wer Lust dazu hat , mag sich H. P. Lovecrafts Mountains of Madness dazu vorstellen ( und sich an H. P. Zinkers gleichnamiges Glanzstück von 1995 erinnern ) . CLICK TRACKS TO LISTEN - ENJOY and VOTE : 01. alt | 02. ground zero | 03. polygon surface | 04. pulse | 05. time |||

Nachrichten von Freunden



||| EVENTUELL | WERTSTÜCKE , POSTPARTITIV | SZALON GRIMM | ROTE BAR : ABSICHTSLOS | ROUNDABOUT LITERTURFÖRDERUNG | ROUNDABOUT LITERTURKRITIK | SATZ - SEMANTIC ? | HOLOPHON IM STUDIO | TEXT DES MONATS | BEGRIFFSSTUDIO | KLANGAPPARAT | LINKS

EVENTUELL

text_picto_copyright_inadaequat Lang , viel zu lange ist’s her , dass wir eine in|ad|ae|qu|ate Quer- Lektüre dessen boten , was sich im Kreise der Sympathetiker so bewegt . Manche würden das genre ja “Eventkalender” nennen : Wir aber verschliessen uns dieser Sprachregelung . Eventuell sind Buchpräsentationen , Ausstellungen - die schlichte Neuerscheinung eines exquisit gestalteten Bandes , einer gefinkelt eingespielten CD oder eine supernette Netlabel- Release - nämlich tatsächlich ein “Ereignis” . Und zwar wenig im Sinne von “Szene”- Blättern und kessen Glossen . Nein . Sondern im Sinne der Finalisierung eines Langgehehgten , lang Erarbeiteten , von langer Hand Geplanten . |||

WERTSTÜCKE , POSTPARTAL

Brauchen wir jetzt also gar nicht die Metapher der “Geburt” zu bemühen . Und auch nicht diejenige der “postpartalen Depression” . Kennt man ja , die Trauer , die sich einstellt , wenn einem das Werkstück unter der Hand heran wächst , in die Welt hinaus zieht , und man nun vorderhand mit leeren Händen dasteht . Da hilft auch der kurzfristige Triumph angesichts der eben noch als erreicht angesehenen Etappe nichts . |||

SZALON GRIMM

text_picto_copyright_inadaequatSind da zum Beispiel einige Bücher geschlüpft und harren sofortiger Überprüfung im Setting der Echtwelttext- Vorlesung . Sofort - also heute - gibt LISA SPALT einen grimmen Extrakt aus GRIMMS zum besten , will meinen dessen Märlein von Schneeweisschen und Rosenrot in einer um “Rosen” , “Rot” und “-chen” gekappten Fassung : Als Principessa der “Kleinen idiomatischen Reihe ” dem in|ad|ae|qu|etn Publico Schlotmann’sch bekannt , wird die Autorin nicht nur den morgigen Star- und Textgast unseres SALON LITTÉRAIRE abgeben , sondern sie bringt das “Schneeweiss” auch heute abend in einem SZALON zur Aufführung : SZALON , nota bene , geschrieben mit “Z” und einem “de LUXE” im kosmetischen Abspann . GRIMMS also heute im SZALON mit Z , Museumsquartier ( Hof Zoom Kindermuseum ) als Buchpräsentation in szenischer Lesung mit Olga Reichert ( Körper ) , Lisa Spalt ( Stimme ) , Gabriella Nagy ( die unauffälligkeit des handelns ) und Katharina Spalts Musik . |||

ROTE BAR : ABSICHTSLOS

text_picto_copyright_inadaequatKeine 3 Gehminuten westlich tagt am folgenden Abend DIETER SPERL ( in Ritterdingen Verlagskollege ) , um das Seinige in der Roten Bar des Volkstheaters der interessierten Welt darzubieten . Ganz “ABSICHTSLOS” ( Ritter ) , wie es nun mal Stil des “Random Walkers ” ist . Was und Wer in Wien so aufgetischt wird , und welche Beobachtungen auf kleiner Flamme köcheln , um den konzentrierten Fond einer nicht alltäglichen Prosa abzugeben .

Dazu passt als perfekter Rahmen natürlich das gefake-t Feudale der Roten Bar in einem jener historistischen Theatertempel , mit welchen das Architekten- Duo Fellner & Hellmer nahezu die gesamte kk- Monarchie quasi in Serienfertigung beschickten .

Dass der Autor selbst in keiner Weise “absichtslos” ist , erweist seine radiophone Agenda und eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Medium “Film” . Was laufende Bilder und ständige Buchstaben miteinander gemein haben könnten , wird am 30. 11. im Literaturhaus zu hören und sehen sein : Literatur und Film - Zwei Beispiele : Edgar Allen Poes “Der Rabe” und “wenn die landschaft aufhört” von Dieter Sperl ( mit der Videokünstlerin Astrid Becksteiner- Rasche , Thomas Ballhausen , Kerstin Ohler ) .

“Ob” und “wie” Veranstaltung und Thema eine Reihe ergeben , wird sich weisen . In|ad|ae|qu|at sind hinsichtlich des eben erschienenen EINATMEN - AUSATMEN- A / V - Text- Features ( sowie dessen am Schneidetisch befindlichen YouTube- Miniatur ) in Verhandlung . Womöglich wird ja was . Wir berichten . Nun sei aber auch nicht vergessen , auf das jeden Rahmen publizistischer und gestalterischer Konventionen sprengende Kunst und Kulturmagazin ST/A/R , deren literarische Agenda Meister Sperl - wie man so sagt - “betreut” . |||

ROUNDABOUT LITERATURFÖRDERUNG

text_picto_copyright_inadaequatOb und wie Literatur überhaupt “betreut” gehört , will meinen : finanziell unterstützt und ermöglicht , ist Angelegenheit einer Debattierrunde im depot [ Kunst und diskussion ] . Wir hätten den im Programm kahl abgedruckten Titel lieber mit einem Fragezeichen versehen , also erledigen wir ( so wir schon die Moderation schultern ) den MARK OF QUESTION hier : “Die ideale Förderung [ ? ] - Schreiben in Österreich” . Ein Thema also der harten Bandagen . Um die notwendige Délicatesse der Sparringpartner ist nicht zu bangen : Mit Stefan Buchberger ( Luftschacht Verlag ) , Werner Richter ( Übersetzergemeinschaft ) , Gerhard Ruiss ( IG AutorInnen ) , der Buchhändlerin Rotraut Schöberl und Robert Stocker vom Ministerium wurde eine kluge Runde gefunden . Überdies darf Kulturwissenschafter Rüdiger Wischenbart beneidenswert relativierend auf den wimmelnden Betrieb blicken . Dass in jenen Arealen der “Literaturförderung” , die das Preisunwesen betreffen , manches im Argen liegt , wissen manche in|ad|ae|qu|at- Leser wohl mehr , als ihnen lieb ist . |||

ROUNDABOUT LITERATURKRITIK

Einen Roundabout zur Literaturkritik - organisiert von erfrischend zur Polemik neigenden - Literaturzeitschrift kolik , gibt es während zweier tage im Literarischen Quartier Alte Schmiede . Wucherungen , Grössenwahn und Depressionen , Kritik der Kritik , Hoch- und Trivial- TV- Kritik : Da gibt es Einiges auf- und abzuräumen . Und die Dramatis Personae lässt auf Vielversprechend Argument- und Zungenfertiges schliessen : Ann Cotten , Lydia Mischkulnig , Doris Moser , Peter Rosei , Hubert Winkels , Klaus Nüchtern . Am 29. und 30. 11. |||

SATZ - SEMANTIC ?

text_picto_copyright_inadaequatNeben Ann Cotten dürfen wir aber auch den Esprit eines weiteren Arbeiters am Weinberg der LITERATUR ALS RADIOKUNST im Literarischen Quartier diskursiv geniessen , und zwar am 19. und 20. 11. , wenn nämlich mit dem faszinierenden Versuch einer Wahrheitsfindung zum Thema “SATZ” ein von Michael Donhauser konzipiertes “Autorenprojekt” über die Bühne der Alten Schmiede geht . Gesetzt , der Satz sei eine Einheit für sich , zugleich allerdings auch eine Organisation von Beziehung … oh und wir sehen uns bereits wieder auf der Rutschbahn zur Homestory des Projekts , in|ad|ae|qu|at künftig einmal nach den Prämissen des Semantic Web zu organisieren . Everything - as you might see - is autoreferential . Ulf Stolterfoht hat uns ein in dieser Hinsicht ja ein brillantes Radio- Poesie- Kunst- Stück im Vorjahr geliefert . Wie wäre es mit einer Wiedererinnerung per nochmaligem ‘Reinhören ? - Das MP3- File liegt jederzeit für Sie bereit . |||

HOLOPHON IM STUDIO

text_picto_copyright_inadaequatThematisch und personlich bleiben wir vorderhand noch bei LITERATUR ALS RADIOKUNST und begeben uns kurz MEDIA IN RES zur derzeitigen Produktion mit DANIEL WISSER , eines Zeichens ( ja : auch : da gibt es noch eine Menge anderer , Fortsetzung folgt ) Autor eines bei Ritter erschienenen amüsanten Bandes DOPPLERGASSE 8 ( eine fragilere Fortschrift der voyeuristisch von Heimito von Doderer ERLEUCHTETEN FENSTER ) .

Der erste Produktionstag liegt hinter den Maul- und Ohr- Erschöpften , heute soll ein erster Durchlauf ins Werk gesetzt werden . Special Guest ist diesmal das niegelnagelneue HOLOPHON : ein Mic für 5.1. bis 7.1.- Aufnahmen . Nach Probegalopp im grossen Hörspielstudio war man zunächst einmal volltrunken vom sensationellen Sound : Nicht , dass dieser umwerfend neue Qualitäten böte . Nein , so Gadget- gläubig sind wir nicht . Indes produziert das spacige Tool eine bisher unerhörte Skalierung von Sprache im bzw. versus Körper und Raum . Nachrichten von der Werkbank to be continued . |||

TEXT DES MONATS

Thema LITERATUR ALS RADIOKUNST , und Alte Schmiede reloaded : Der von unserer SALON LITTÉRAIRE- Autorin Liesl Ujvary dem Netz anvertraute TEXT DES MONATS stammt und bezieht sich auf MONIKA RINCK und ihr bei kookbooks kauderndes , amüsantes Traktat AH , DAS LOVE DING . Nach Brigitta Falkner und Kurt Gödel ist also jetzt die LIEBE dran - und wir wollen zart ergänzen : “Die Liebe zur Sprache” aka Glossophilie . |||

BEGIFFSSTUDIO

Da dürfen nun nur zart andeuten , dass uns die Rinck’schen Linguini im Mai 2008 auch im KUNSTRADIO zugute kommen werden : EIN Grund , heiter weiter zu tun . Unterstützung dabei gewährt das eben wieder frisch bestückte BEGRIFFSSTUDIO der Berliner Autorin . Wie in diesem Medium bereits zu lesen , gibt es - neben Lexikalischer Website - auch frische BEGRIFFSLIEFERUNGEN per Mail zu abonnieren . Kostproben gefällig ? - Wir servieren gerne eine Sélection

von Liebesdingen :

  • 2305 liebeszirrhose
  • 2319 ineinander verschlungene entfremdungen
  • 2322 in der zwische sein
  • 2323 proto-floral and alone

Küchengerüchen :

  • 2303 kännchen kaninchentee
  • 2326 das fohlensorbet
  • 2304 gasmasken zu schaumlöffeln

und Sprachsachen :

  • 2330 das graue an der grammatik
  • 2331 suffering some Rilke Damage
  • 2291 behelmte verben
  • 2295 heavy with proverbs and corrections

Further Reading @ Begriffsstudio , Forum der 13 . |||

text_picto_copyright_inadaequat||| Das also sind nicht nur “Nachrichten” , sondern regelrechte Freuden von Freunden , das kann man sich schon mal gefallen lassen . Wer indes ungeduldig harrt und weitere Exkurse ins Ausstellungswesen ( bitte erinnern : das müssen die nächsten NVF übernehmen ) nicht dulden mag , ist der heutige Klangapparat , welcher - erst gestrigen Tages geschlüpft - jetzt kräftig vorturnen und seine Grazie zeigen mag . |||

KLANGAPPARAT

Dass der Werte Herr Christian mit seinem sagenhaft sensiblen Händchen unsere Werbeeinschaltung für das prächtige Netlabel BROQUE im Sinne bezahlter Liks vergilt , erklärt unsere neuerdings in den Keller gefalllenes Ranking . Nein , ganz ohne Kalkül und gerade heraus können wir uns frei von jeder ökonomischen Beeinflussung schätzen . Für eine solche - unbezahlbare - Freiheit geben wir freilich gerne unsern letzten Rest Gesundheit hin , sind wankende - indes überglückliche - Gestalten im Nebel .czz hörempfehlung

Ziemlich selbausbeuterisch muss es zugehen , WIE Broque und WAS für feine Releases das nette Label am Rosenweg so auf die virtuelle Rille bringt . An Nils Hoffmann und seine umwerfenden Verwerfungen im Schallplattenladen wird man sich noch lange erinnern ( HIER bitte , geht’s zum wiederhören ) . Nun , kaum drei wochen später , liegt bereits das nächste Omlette Surprise auf der Platte : Unvorhersehbar stets , in welchem Stile die Reihe fortgesetzt wird , birgt die neue Lieferung genau jene FEDERLEICHTe Qualität , die dem elaborierten Pfannkuchen wohl ansteht . Aber keine Sorge : Florian Schirmacher [ ja : mit einem "R" ] und Marc Bammann aka Federleicht hauen da niemanden effekthascherisch in die Pfanne . Eher herrscht sanftes Understatement : Minimale Stukturen schmiegen sich hier psychedelisch , stompen dort eher housemässig auf . Schirmachers schwarz geschulte Stimme mischt sich da eher casuallly ein und kann jeden Anspruch auf LEADING lässig fahren lassen . Du denkst , du kennst die Teile , aber eben : In dieser transparenten Taktung wechselnder Temperamente blieben sie bislang ungehört . Überdies hat A BOAT AND THE SEA [ broque 037 ] einen - und das suggerieren wir en discretion - einen elegant tatzelnden Bass- Part an Bord : Wer findet ihn ? Oder , um mit dem Werten Hern Christian zu sprechen : “Aber hört einfach selbst !” UND “Feedback erwünscht !” - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. boogaloo | 02. central shopping market | 03. eternal theatre [ 404 - sorry ] | 04. analog bubbles | 05. supergooses |||

LINKS

Lisa Spalt : Grimms , Ritter 2007 [ leider weder @ Ritter noch amazon bis dato Einträge zuhanden ] | Kleine idiomatische Reihe ( Kir ) | 10. 11. - Szenische Lesung @ Szalon de Luxe ( via Pen’s Bungalow )

Dieter Sperl : absichtslos ( Ritter 2007 ) [ leider weder @ Ritter noch amazon bis dato Einträge zuhanden ] , RESERVATTRISTESSE @ KiR , Random Walker ( Ritter 2005 ) , Kulturzeitschrift ST/A/R , 11. 11. Buchpräsentation Rote Bar Volkstheater , Literatur und Film - Zwei Beispiele , Literaturhaus , 30. 11.

depot [ Kunst und diskussion ] : Die ideale Förderung [ ? ] - Schreiben in Österreich ” , 15. 11.

Literarisches Quartier Alte Schmiede : Michael Donhauser - Autorenprojekt : DER SATZ ( 20. + 21. 11. , 3. + 4. 12. ) | Literaturkritik - ein Symposium der Literaturzeitschrift kolik ( 29. + 30. 11. )

LITERATUR ALS RADIOKUNST : Lisa Spalt | Thomas Ballhausen | Ulf Stolterfoht | Ann Cotten | Brigitta Falkner | Liesl Ujvary | Daniel Wisser + Ulrich Schlotmann : Sendung am 9. 12.

Daniel Wisser : Dopplergasse 8 ( Ritter 2003 ) | Erstes Wiener Heimorgel Orchester ( EWHO )

Text des Monats | Literarisches Quartier Alte Schmiede , Wien | Zu Brigitta Falkner : Populäre Panoramen | Zu Kurt Gödel | Monika Rinck : Ah , das Love-Ding !

Monika Rinck : zum fernbleiben der umarmung - Gedichte ( kookbooks 2007 ) , Ah , das Love-Ding ! - Ein Essay ( kookbooks 2006 ) | Diese Peepshow ist dein Sarg @ KiR | Begriffsstudio | Forum der 13 |||