Tag Archive for 'kreislauf'

Where the Wild Things Are | Vienna Street Art 10



||| MAX ET LES MAXIMONSTRES | DIE FREUNDLICHEN TIERE | HARSCHE ANDROIDEN | SCARY MONSTERS | LES NAIVES | RELATED | KLANGAPPARAT

MAX ET LES MAXIMONSTRES

Dort unten am Kanal rahmen die Staumauern jene Zonen im Urbanen , “Where” - sprichwörtlich nach Maurice Sendaks Kinderbuchklassiker - “the Wild Things Are” . Kindlich buchstabierte man sich freilich zunächst durch “Wo die wilden Kerle wohnen” hindurch und lernte , dass hinter dem Grusel visueller Vexation ganz gemütliche Typen brüten . Am schönsten freilich ist der französische Titel gelungen , der Betrachter und Betrachtetes in wörtliche Verwandtschaft setzt , wenn nicht sogar in die Beziehung reziproker Furcht : “Max et les maximonstres” .

So besteht denn die Zone dort unten am Kanal als höchst legale Steinleinwand für Wandmalerei und Writings on the Wall : Oft Signatur von sogenannten No- Go- Areas , zieren diese Sgraffiti zu Wien die biedseitigen Kanaltrassen und laden schier zur bunten Promenade . Wo jeder Max sein Maxl Gassi führt , mag ein jeder Flaneuer sein persönliches “maximonstre” küren .

in|ad|ae|qu|at hat sich auf die Wege gemacht , die Kreaturen dort unten zu ( be ) suchen und fand nachgerade eine kleine Typologie der kanalnahen Konterfeis .

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DIE FREUNDLICHEN TIERE

Da sind - in erstuaunlicher Farb- , Formen- und Faunenvielfalt -
zunächst die Freundlichen Tiere .

Ihr Streben scheint fundamental sozial
und richtet sich sichtlich ins Ineinanderschmiegen .

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Füchsische Friedenskontrakte … ,

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… grimmes Grinsen zur Verteidigung der Kleinen …

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… oder bis an die Zähne bewaffneter Frontalflug :

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Solidarität zum Wohle der im Sog mitgezogenen
sichtlich schläfrigen Mini- Bee .

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HARSCHE ANDROIDEN

Viel exponierter erscheinen dahingegen die Androiden :
Stets einen plakativen Affekt| Effekt ins Gesicht geschrieben ,
sind diese menschenähnlichen Wesen zunächst und vor allem : allein .
Wen wundert’s , wenn da der Eine oder Andere …

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… den Bösen Blick entwickelt und damit …

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… manches Mägdelein ganz grässlich erschreckt ? -
Da braucht es offenbar schon die geballte Lebenserfahrung …

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… der aufgeweckten Omama mit ihrer Keyboard- Bag , um die
vom “Schlaf” bzw. “Traum der Vernunft” ( “El sueño de la razón” )
geborenen “monstruos” in angemessene Schranken zu weisen .

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SCARY MONSTERS

Natürlich gibt es auch dort unten etlich Physiognomien , welche unübersehbar …

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… auf üble Typen schliessen lassen .
Dass eine solche Charge allerdings …

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… weder Spass macht noch schmeckt , kann selbst der Laie erkennen .

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LES NAIVES

Wer in diesem Kosmos dort unten buchstäblich übrig bleibt ,
im Schrecken wie Sehnen ornamental allein ,

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… das sind die , die hier wohl lieber ein Tierchen wären .

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Und sei es auch noch so klein .

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RELATED

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KLANGAPPAARAT

Tröstliche Töne für die taktisch- harmonische Vernunft sowie für ein feines Feeling des Eingebundenseins , wie es nun mal kluge Klänge generieren : Es gibt dort draussen Einen , der über unser Seelenheil und Trommelfellschwingungen wacht - Mogwai ( aka Andreas Buttweiler ) ist czz-hoerempfehlungnicht nur Mitbegründer des köstlichsten kreislaufs aller Zeiten , sondern auch unermüdlicher Sound- Scout und -Kommunikator .

Und wenn der gute Mann zur Abwechslung mal das Minimal- und Techno- Ringelspiel verlässt und sich helter skelter hinab in seine Archive lässt , dann kann dies wie - im vorliegenden Fall - eine ultrafeine Trip- Hop- Kompilation zeitigen . Nach einigen Prototypen der offenbar unerlässlichen Female- Vocalz- Stückchen wird die Auslegung des Genres herrlich weit : Von Latin- Ligaturen zum todtraurigen Piano und von dort in den Schmelz elegant- elegische Bläser … Und natürlich Nils Hoffmanns wunderbarer Wiedergänger des herzzerreissenden Klassikers “St. James Infirmary Blues” : In der hier und hier bereits vorgestellten Version “Sweet Man like me” @ broque

Mogwai hört Trip Hop” und die Spielliste findet sich hier - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP )

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“PageRank 5″ oder “Was soll er damit machen ?”



||| BLOG- BLUES & “FROHBOTSCHAFT” | “PAGERANK” - BASICS | IN|AD|AE|QU|ATs POSITION | “PAGERANK 5″ - WAS ANDERE TUN & TREIBT | “WAS WIRD ER DAMIT MACHEN ?” | KLANGAPPARAT

BLOG- BLUES & “FROHBOTSCHAFT”

blog bubble 01Eben noch verärgert darüber , wie in einem mäandernden WELTWOCHE- Artikel wieder einmal “die Blogger” als ( zahnlos gewordenes ) Übel dargestellt werden ( plus die entsprechend erbosten Reaktionen ) , eben noch vergrämt darob , dass im Editorial der Oktober- LITERATUREN eine kluge Frau wie Sigrid Löffler ausgerechnet “das Internet” für die tödliche Beschleunigung am Buchmarkt verantwortlich macht ( ja , auch wir haben die gedruckten Frühlings- Vorschauen für das CD- Programm von Random House Audio bereits Mitte September [ ! ] erhalten ) -

In eben dieser eher gedeckten Stimmung befindlich ( und Robert Basics Reflexionen zur offenbar abnehmenden Verlinkungsfreudigkeit deutscher Blogger im Kopf ) , ereilt uns der Anruf des stets interessiert auf unsere Statistiken blickenden Admin mit der uns zunächst etwas arkanen Nachricht” : “Hey , in|ad|ae|qu|at wurde auf PageRank 5 upgegradet !”

Was wird er damit machen ?” , schiesst uns zunächst der Titel eines von Arno Schmidt ins Deutsche übertragenen Bulwer- Lytton- Gesellschaftsromans ins Hirn und wir beginnen uns mit tumben Erkundigungen um die angemessene Würdigung dieser Verkündigung zu bemühhn . Waren wir um die Zeit des Ersten Geburtstags bei “PageRank 3″ angelangt ( und haben uns seither auch nicht weiter darum gekümmert ) , waren wir mit der Einführung der trefflichen Blog- Verortungs- , Wäge- und Messmaschine “blogoscoop” ( registriert seit 26. 7. 2008 ) plötzlich wieder mit unseren Statistiken konfrontiert und blickten mit recht mässigem Interesse auf jenes “PageRank 4″ , welches dort unter den Ziffern zum Alter des Blogs ( 645 Tage ) , der stark oszillierenden Ziffern der Seitenaufrufe sowie der Artikelfrequenz stand .

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“PAGERANK” - BASICS

blog bubble 01Was also soll das bedeuten ? - Zunächst täte mal eine Begriffserkärung not :

Der PageRank-Algorithmus ist ein Verfahren, eine Menge verlinkter Dokumente, wie beispielsweise das World Wide Web, anhand ihrer Struktur zu bewerten bzw. zu gewichten. Dabei wird jedem Element ein Gewicht, der PageRank, aufgrund seiner Verlinkungsstruktur zugeordnet. Der Algorithmus wurde von Larry Page (daher der Name PageRank) und Sergey Brin an der Stanford University entwickelt und von dieser zum Patent angemeldet. Er diente der Suchmaschine Google des von Brin und Page gegründeten Unternehmens Google Inc. als Grundlage für die Bewertung von Seiten.

Der PageRank-Algorithmus ist eine spezielle Methode, die Linkpopularität einer Seite bzw. eines Dokumentes festzulegen. Das Grundprinzip lautet: Je mehr Links auf eine Seite verweisen, umso höher ist das Gewicht dieser Seite. Je höher das Gewicht der verweisenden Seiten ist, desto größer ist der Effekt. Der PageRank-Algorithmus bildet einen zufällig durch das Netz surfenden User nach. Die Wahrscheinlichkeit, mit der dieser auf eine Webseite stößt, korreliert mit dem PageRank.

kurz :

Je höher die Zahl, umso relevanter wird von der Suchmaschine die Bedeutung der Website eingeschätzt. Im komplexen Algorithmus von Google, mit dessen Hilfe die Platzierung einer Website berechnet, ist für jede bewertete Site ein weit präziser Wert als eine Zahl wie 3, 5 oder 7 hinterlegt. Als Indikator nach außen genügt aber die Wiedergabe einer derartigen Ziffer, da diese eine schnelle Beurteilung der Relevanz einer Website durch den Leser erlaubt. Zahlen mit unzähligen Nachkomma-Stellen wären doch weit schwieriger zu lesen. ( Artikelverzeichnis)

Aha . Wir hatten den “PageRank” bisher lediglich als heiss umkämpftes Gut jener parasitären Gattung der SEOs ( Search Enginge Optimierer ) sowie der Linkverkäufer aus dem Augenwinkel betrachtet . Wikipedia bestätigt solche skeptischen Einschätzungen :

Manipulation

Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung ist es inzwischen zu gezielten Manipulationen und Fälschungen gekommen. So wurde dieses sinnvolle System in der Praxis von Suchmaschinenoptimierern durch Spamming in Gästebüchern, Blogs und Foren, dem Betreiben von Linkfarmen und anderen unseriösen Methoden unterlaufen. Durch Weiterleitung auf bestehende Seiten mit hohem PageRank wird gezielt versucht, den PageRank-Algorithmus zu manipulieren.

Anfang 2005 implementierte Google mit rel=”nofollow” ein neues Attribut für Verweise, als Versuch, gegen Spam vorzugehen. Links, die mit diesem Attribut versehen werden, werden nicht für die PageRank-Berechnung berücksichtigt. Durch Kennzeichnung ausgehender Links kann so beispielsweise dem Gästebuch-, Blog- und Forum-Spamming entgegengewirkt werden. Allerdings ist diese Methode umstritten.

Kritik - Die Nachteile von PageRank im Überblick

  • Finanziell kräftige Seitenbetreiber können sich Backlinks erkaufen und werden dadurch in Suchergebnissen höher positioniert. Dies führt dazu, dass statt qualitativ hochwertigem Inhalt oft die finanziellen Möglichkeiten über die Reihenfolge der Suchergebnisse entscheiden.
  • Webmaster sehen oft im PageRank das einzige Bewertungskriterium für den Linktausch. Der Inhalt der verlinkten Seiten gerät in den Hintergrund.
  • Der PageRank liefert keinen Beitrag zur qualitativen Messung von Webseiten.

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IN|AD|AE|QU|ATs POSITION

blog bubble 01Mit der qualitativen Messung hatten wir bisher eigentlich bislang das geringste Problem . Die erhalten wir über diverse öffentliche und private Feedbacks zur Genüge . Aber DASS und WIE da ganze Meuten von Leuten , die ihr Blog zu kapitalisieren gedenken , mit allerlei linken Tricks geradezu generalstabsmässig daran basteln , ihren “PageRank” zu meliorisieren , war ja beim schweifenden Blick in der Blogosphäre nicht zu übersehen gewesen .

Besonders fleissige Linkverkäufer - wie offenbar die Netzversion der Illustrierten STERN ( von 7 auf 4 ) - wurden und werden von Google periodisch per Downgrade abgestraft -

Da uns dieses Geifern und Geilen nach ein paar Euros mehr in allen Lebensbereichen zutiefst zuwider ist und uns die Stimmung stets nachhaltig vergiftet , haben wir den Blick stets schnell wieder abgewandt .

Schliesslich sind wir da , um weiterzuschreiben , weiterzuarbeiten daran , im Tun zu dokumentieren , dass ein offiziell als “Online Zeitschrift” registriertes Projekt keine “dem Buch”, resp. : “der Kultur” adverse Beschleunigungsmaschine darstellt .

Sondern umgekehrt , ein möglichst sorgfältiges Publizieren fremder und eigener Texte und Bilder - verstanden als ein Möglichmachen unter mitunter maximalem Einsatz ( eben sind 30 Stunden in die Editierung eines einzigen “Salon Littéraire“- Beitrags geflossen ) unter der Voraussetzung freilich der Freiwilligkeit aller Beteiligten . Auch die Kunst ist schliesslich ein Kind der Freiheit . Wo diese Freiheit in Institutionen verstellt ist , generiere ich mir eben meine eigene und lade Freunde an den Tisch …

Oder , um es noch einmal mit einem Zitat des früh verstorbenen und legendären Radiomoderators , Producers und DJs Werner Geier ( über sein Plattenlabel ) zu sagen :

UPTIGHT könnte in fünf jahren kein plattenlabel , sondern ein buchverlag sein , oder ein architekturbüro , eine lebensform , eine gärtnerei …

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“PAGERANK 5″ - WAS ANDERE TUN & TREIBT

Es gibt Webverzeichnisse und eigene Directories für Seiten dieser Kategorie . Anhand gewisser PageRanks wird Werbung bepreist und das Setzen von Textlinks kommerzialisiert ( hier : Fünf bis zehn Euro pro Monat - kann aber , wie man hier sieht , zwischen € 30.- bis zu € 2.000.- betragen ) , Textlinks feilgeboten ( “Steigern Sie Ihren PageRank - Mit hochwertigen Textlinks zum kleinen Preis” ) sowie Erfolgsgeschichten ( “How I got a Google PageRank 5 in 3 months” ) bzw. SEO- Leistungen beworben .

Was da für Asseln unter dem Stein hervorkrabbeln ! - Überprüfen kann man die Sache jedenfalls ( für das eigene Blog wie zum Vergleich mit anderen Medien ) mit Hilfe eines praktischen PageRank- Check- Instruments.

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“WAS WIRD ER DAMIT MACHEN ?”

Was also werden wir nun mit diesem Upgrade machen ? - Gar nichts . Mit Ausnahme der Formulierung eines ausdrücklichen Danks an Diejenigen , welche uns mit ihren Links freiwillig , gratis und vertrauensvoll beehren .

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KLANGAPPARAT

Psychedelische Verzerrungen über einem recht straight trabenden Beat und einigen Ambient- Anklängen : Was der Hanseate He-Lux ( aka Jörg czz-hoerempfehlungFiedler , MySpace ) mit seiner jüngsten Release “Native” bei kreislauf vorlegt , ist in in dieser - stimmungsvollen - Mischung ebenso selten wie effektiv . Kompliziert gekrempelte Komplexität wird man hier weder finden noch suchen , Bassmotor , Klangtemperatur und Hallweite indes umso mehr als Genuss verbuchen . Es sei dann , man liesse sich abschrecken von dem mit Frauengejaule adornierten Anfang … Aber das steht man schon durch : Es lohnt sich . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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dbp : shortlist | Pst ! Ohrs bild’t



|| DEUTSCHER BUCHPREIS : EINE PROSAISCHE ENTPUPPUNG | PERORATIO PRAECOX | HANDKE , “HOCHMÜTIG” | NATIONALE NACHRICHT | UND NUN GANZ KURZ : DIE LISTE | FAZIT : VERLAGE - GENDER - GENERATION | KOMMENTAR OFFIZIELL | KOMMENTARE DER ANDERERN | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

DEUTSCHER BUCHPREIS : EINE PROSAISCHE ENTPUPPUNG

dbp 08 rlogoDa es sich beim Deutschen Buchpreis ( dbp ) um eine ausschliesslich prosaische und dem traditionellen Erzählen zugewandte Marketingmassnahme des Börsenvereins des deutschen Buchhandels ( plus etlicher Sponsoren ) handelt , sei die termin- und gefühlsecht punktgenau gestern , am 17. September bekanntgegebene Shortlist fürs’s Erste in paar Varianten durch die poetische Anagramm- Maschine geschickt :

Stroh List | rohst Stil
Roths Stil | Strohs lit
Trost Hils. | rohst’s lit.
Shirts Lot | rohst List

Da klagen sie wortreich über die Unverkäuflichkeit der Poesie ( welche ja auch beim Bachmann. Wettbewerb keinen Stand hat ) , freuen sich anderseits über den grossen Zuspruch diverser Poetenfeste und Literaturevents beim Publikum , enden allerdings regelmässig mit dem Stoss- Seufzer “Aber ach , die holde Poeterey muss ja durch gängige Hardcover querfinanziert werden” .

Don’t shoot at the Jury , sie schwitzt und gebiert schliesslich ein gott- und marktgefälliges Werk , bei welchem - Schritt für Schritt - aus den Einsendungen deutscher , schweizer und österreichischer Verlage eine Longlist entwirft , aus welcher wiederum eine Shortlist ausgewickelt wird - bis dann aus dem Wust von -zig Tausend Seiten Romanliteratur am Vorabend der Buchmesse , das EINE Schmetterlingswerk aus sämtlichen Puppenstadien schlüpft , welches sich fortan mit dem Titel “bester deutscher Roman” schmücken kann . Zumindest bis denn dann Ende Juni 2009 die nächste Einreichfrist für den Deutschen Buchpreis 2009 endet …

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PERORATIO PRAECOX

dbp 08 rlogoQuasi PRACOX hat die seit ihren publizistischen Kampagnen gegen die Netzangebote der Öffentlich- Rechtlichen Sender besonders netzaffin sich gerierende FAZ bereits vor der Offenbarung der sechsstelligen Shortlist einen ihrer “Reading Rooms” eingerichtet , im Zuge der Rückbesinnung auf die Pflege der schönen deutschen Sprache diskret in “Lesesaal” umbenannt und zur Diskussion des originellen Themas “Was taugt die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2008 ?” präpariert . Imklusive MRR- Video- Interview .

Gegenwart und Zukunft des Romans” lassen sich dort freilich interaktiv umso intensiver diskutieren , als mit mit Dietmar Daths ‘Die Abschaffung der Arten‘ einer ihrer quickesten Journalisten .

Desgleichen wurde bereits vor Wochenfrist seitens des “Börsenblatts” bekannt , dass das Bündel der handverlesenen Shortlist- Autoren sogenannte “Blind- Date- Lesungen” ( sic ) in diversen Buchhandlungen zu Köln , Kiel , München sowie im Deutschen Goethe- Institut zu Rom absolvieren wird : “Ort und Zeitpunkt sind benannt - welcher Autor in welcher Buchhandlung liest, bleibt bis zuletzt eine Überraschung.”

Surprise , surprise : Wie aus Kreisen mancher Betroffener zu vernehmen , wird ein solches Zwangslesen ( was denken Sie : die PR- Maschine der Verlage jaget auch noch das scheueste Genie aus ihrer | seiner Enklave ! ) nicht von allen Autoren im Sinne besonderer Glücksgaben genossen .

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HANDKE , “HOCHMÜTIG”

dbp 08 rlogoSolches und Ähnliches klug voraussehend , hat Peter Handke sich und seine gelonglistete “Morawische Nacht” bereits vor vierzehn Tagen aus dem Pool des ‘Deutschen Buchpreises’ extrahiert :

Ich freue mich für die ‘Morawische Nacht‘ auf der Buchpreisliste. Aber ich möchte zugunsten der anderen Gelisteten, vor allem der jüngeren, zurücktreten, samt Respekt vor der ehrenwerten Jury.

Grund genug für die Holtzbrinck- | Handelsblatt- Expositur des Tagesspiegels , eine Handvoll Handke- Häme zu streuen :

Es scheint noch wahrlich edle Gemüter unter den Schriftstellern zu geben. So wie Peter Handke. Der hat gestern in einem Brief an den Börsenverein auf seine Nominierung mit dem Roman ‘Die morawische Nacht’ für den Deutschen Buchpreis verzichtet. Handke will also anderen den Vortritt lassen. Soso. Das klingt edler als es in Wirklichkeit ist. Denn gewinnen (ausser Geld) kann Handke nichts – fällt er aus der Longlist, ist das womöglich peinlich. Sollte er den Preis gewinnen, würde er als vielfach ausgezeichneter Dichter (u. a. Büchnerpreis) auch nicht viel mehr an Ruhm einfahren. Tatsächlich wirken ja Namen wie Handke, Martin Walser oder auch Wilhelm Genazino auf der Buchpreisliste merkwürdig. Diese Schriftsteller sind eingeführte Größen, sie müssen nicht am Markt etabliert werden, was ja eines der erklärten Ziele des Deutschen Buchpreises ist. Ihre Bücher aber nicht zu nominieren, hätte ebenfalls etwas Widersinniges, zumal wenn sie eben ihre Qualität haben.

“Hochmütig” geschimpft wird ein solcher Verzicht aufs ( wer kann’s dieser Tage noch hören ? ) olympische Prinzip ‘Dabeisein ist alles ‘ . Und , viel schlimmer noch , die Unterstellung , Handke weiche dem direkten Stechen gegen jüngere Kollegen aus . Da schlagen sich , so der TS , der allzeitbereite Genazino und der ewige Walser schon wesentlich sportlicher :

Handkes Verzicht zeugt eher von Hochmut und einer gewissen Respektlosigkeit gegenüber den jüngeren Kollegen. Wer gewinnt schon gern gegen einen renommierteren Kollegen, ohne dass dieser zum Wettkampf antritt ?

Der Level an Genervtheit reicht und reift also längst vor der tatsächlichen Bekanntgabe der sechsstelligen Shortlist am 17. 9. an die Grenze der Gereiztheit . Gestern , hélas , wurde nun die Kurzliste endlich an die Öffentlichkeit entlassen . Was die Anlässe für Ärgernisse indes in keiner Weise reduziert .

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NATIONALE NACHRICHT

dbp 08 rlogoDass die APA dezidiert den österreichischen Aspekt sämtlicher Meldungen hervorzuheben pflegt , mag man als “Branding” schätzen , erscheint als nationale Perspektive doch immer wieder ärgerlich : Nachdem man bereits um 10:30 Uhr mit “Kein Österreicher auf der Shortlist für Deutschen Buchpreis” titelt , im Untertitel allerdings das Trostpflaster der per shortlisting von Iris Hanika ( Droschl Literaturverlag ) und Sherko Fatah ( Jung und Jung ) immerhin zwei ausgesuchten österreichischen Verlagshäusern verabreicht , folgt die Liste der Leider- Draussen- Gebliebenen Olga Flor ( Kollateralschaden , Zsolnay ) und Norbert Gstrein ( Die Winter im Süden , Hanser) plus dem freiwillig aus dem Verein ausgetretenen Peter Handke ( Die morawische Nacht , Suhrkamp ) . [ APA0140 2008-09-17/10:30 ]

Vier Stunden später ( 15:01 ) hat sich die APA für den ‘Schwerpunkt DDR’ entschieden :

Finalisten für Buchpreis stehen fest : Zwei Romane über die DDR - Keine österreichischen Autoren nominiert - Uwe Tellkamps ‘Der Turm‘ und Ingo Schulzes ‘Adam und Evelyn ” spielen in untergehender DDR [ APA0485 2008-09-17/15:01 ]

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UND NUN GANZ KURZ : DIE LISTE

Die nominierten Romane ( A - Z )

Demnach keine Mehrheiten für Marcel Beyers ‘Kaltenburg‘ ( Suhrkamp ) und für Karin Duves ‘Taxi ‘ ( Eichborn ) ?! - Schade , äusserst schade , finden wir dies unmassgeblich in|ad|ae|qu|at -

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FAZIT : VERLAGE - GENDER - GENERATION

  • Grossverlage : 4 von 6 | KMBs ( bezeichnender Weise aus Österreich ) : 2 | 2mal “Suhrkamp- culture” , 1mal “the Hanser way of life” ( F. v. Lovenberg ) , 1mal Berlin- Verlag
  • Gender Autoren : 5 maskulin , 1 feminin
  • Generation : Jahrgänge 1958 ( Rolf Lappert ) bis 1970 ( Dietmar Dath )

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KOMMENTAR OFFIZIELL

Gottfried Honnefelder , Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Buchpreis auf der Heimseite des dbp :

Die Jury hat in diesem Jahr ein umfangreiches Programm hinter sich gebracht und aus einer Fülle sehr guter deutschsprachiger Romane sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2008 ausgewählt. Ihre Werke prägen die Diskussion über die aktuelle deutschsprachige Literatur in diesem Herbst bei Lesern, Kritikern, Verlegern und Buchhändlern – eine Diskussion, die gerade auch in der ausländischen Literatur- und Verlagsszene durch den Deutschen Buchpreis wieder intensiver geworden ist …

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KOMMENTARE DER ANDERERN

dbp 08 rlogo Allgemein wird über ein gewisses Missverhältnis zwischen den munter^fort und fort produzierenden ( sowie bepreisten ) Altmeistern ( Walser , Handke ) , einem mehr gegenwärtigen Mittelfeld ( Uwe Timm , Norbert Gstrein ) sowie den bombastischen ( Tellkamp ) bzw. radikalen ( Dath ) geklagt . Soweit zur Longlist .

Die Kür der Shortlist findet selbstredend höchst diverse Resonanz , wobei ( im FAZ- Lesezimmer ) häufig vom grundsätzlichen Arbiträren jeder Jury die Rede ist sowie vom beleibten Gesellschaftsspiel des Jury- Bashing . Thomas Anz vermisst zu Recht Karen Duve , das Fehlen Marcel Beyers wird von Vielen beklagt , aber der sei - man kennt als Juror solche “Logiken” nur allzu gut - hinreichend gelobt und worden und per Breitbach- Preis bestens versorgt . Denis Scheck macht sich über Tellkamps Monsterroman lustig und vermisst - wie viele andere - Feridun Zaimoglus ‘Liebesbrand‘ . Kurz , so DER SPIEGEL mit reisserischer Überschrift über einer schlichten dpa- Meldung : “Die ganz großen Namen sind allerdings nicht mehr dabei.” -

“Geschenkt” - kann man da nur sagen und “De gustibus non est disputandum” . Die WELT beklagt das Fehlen “von Grazie, Charme und jener Gelehrsamkeit, die sich nicht aufdrängt, sondern schlicht erfreuen will” eines Hans Pleschinski ( Ludwigshöhe , C. H. Beck ) zugunsten der “gestemmten, angestrengten Wissenschafts-Wuchtungen eines Dietmar Dath” .

Ina Hartwig macht sich in der FR natürlich für die weibliche Hälfte das weibliche Sechstel der preiswürdigen Frauen stark und hält Marlene Streeruwitz’ ‘Kreuzungen‘ immerhin für “diskutabel” ( wohin ihr Wenige folgen können werden , die diese pseudo- freudianische Kolportage auch tatsächlich gelesen haben ) , die NZZ freut sich über den einzigen Schweizer in der Shortlist , Rolf Lappert , den wiederum manch Anderer unter den Kommentatoren für arg leichtgewichtig hält .

Die beiden bisher wichtigsten - da strukturellen - Statements erklingen aus dem “Lesesaal” . Da wäre

1. Michael Lentz mit seinem Appell , solche unnötigen Wett- Bewerbe von Autorenseite zu boykottieren - “Der Buchpreis gehört abgeschafft ” :

Jedes Jahr stürzt er Autoren in Depressionen: man kommt erst gar nicht auf die Longlist (fast alle), man schafft den Sprung auf die Shortlist nicht (weitere 14), man bleibt im Römer sitzen (noch mal 5). Der bedeutendste deutschsprachige Schriftsteller, Peter Handke, hat vorgemacht, wie die Abschaffung von Autorenseite aus zu bewerkstelligen wäre:

lieber nicht möchten und konzertiert von der Nominierung zurücktreten. Damit dieser Unsinn ein Ende hat. Hier werden künstlich erzeugte Abhängigkeiten geschaffen: die ganze Branche schaut nur noch auf den Buchpreis; Bücher, die nicht mal auf der Longlist stehen, bleiben unsichtbar; es findet kein vielstimmiger Diskurs über Literatur mehr statt, vielmehr entscheidet ein betrieblich orientierter Ausschuss über das Buchgesicht des Jahres.

Missgunst, üble Nachrede und Uninformiertheit bei gleichzeitigem Geschwätz über die gelisteten Bücher (nebst angehängten Autoren) sind die Folgen - mit Literatur hat dieser Preis nichts zu tun.

2. Die Redakteurin der Stuttgarter Zeitung , Julia Schröder trifft den Nagel auf den Kopf :

Ganz egal, welche Titel im einzelnen auf “Longlist” oder “Shortlist” des Deutschen Buchpreises landen, ganz egal, welcher Autor am Ende den Preis bekommt, ein Sieger steht von vornherein fest: der Börsenverein des deutschen Buchhandels.

Die Branchenvereinigung hat mit dem Preis etwas geschafft, was jahrelange Diskussionen um “Buchmarketing” nicht bewirken konnten: die allgemeine (und wo nicht allgemeine: die mediale) Diskussion um neue deutsche Bücher aufzuladen mit einer Spannung, die zur Preisverleihung in knapp vier Wochen das zu erwartende Feuerwerk der guten Laune, des Auflagenerfolgs und des Lizenzverkaufs entzünden wird.

Schon meldet das Börsenblatt freudig, allein aufgrund der Langliste seien Nachauflagen gedruckt worden, Buchhändler geben kund und zu wissen, sie präsentierten die Titel “im Eingangsbereich”. Schön, das. Für Handel und Wandel, für die Buchkäufer. Auch für die Leser ? ( … ) Dem Leser hilft das allerdings wenig. Er täte gut daran, sich von einer Einkaufsliste zu emanzipieren, die auch in diesem Jahr - zwangsläufig - entstanden ist nach der Proporzdynamik jeder Jury, die aus mehr als einer Person besteht.

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Sequenzer straigt und keine Schnörkel : Eine EP als akustische Shortlist einer aus den 80er Jahren herausgewachsenen Gegenwärtigkeit . Wer will ,czz-hoerempfehlung mag auch einige dreckige Disco- Derivate erkennen : “Alles nur geklaut” lautet besverprechend die beim Netlabel Kreislauf erscheinenden EP . Ein Maschinenmeister ohne falsche Attitüde : Johnny Peinlich ( more music @ MySpace ) wirkt und werkt in Berlin . Dreimal REPLAY sollte mindestens drin sein . 01. omg | 02. wtf | 03. was du hast | 04. ist alles nur geklaut - CLICK LINKS AND LISTEN.

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Köpfe , körperlos - archaeological minds



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“Das Glück begreifen , dass der Boden , auf dem du stehst , nicht grösser sein kann , als die zwei Füsse ihn bedecken .” ( Franz Kafka )

Was aber , wenn da keine Füsse mehr sind ? -

Die körperlosen Köpfe , wie sie aus Ephesos ( Selcuk ) schliesslich Wien erreichten .

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DIE MÄNNER

Scupltures_from_Ephesos_copyright_christiane_zintzen

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DIE FRAUEN

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DER KRIEGS- KNABE

Scupltures_from_Ephesos_copyright_christiane_zintzen

( Ephesos- Museum , Wien )

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Erinnerungen an die monumental - brachiale LP “Headless Bodies in a Topless Bar” ( Die Haut , 1987 ) .

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KLANGAPPARAT

Eher an den Ende 90s- Sound ( Vienna Scientists ! ) erinnern die sanft pulsierenden Sequenzen des Hamburger DJs und Musikers Sulette aka Jan Tenner : Typisch für die genannte Klangepoche : Die starkeczz hörempfehlung Basslastigkeit , Sprach- Samples sowie metallisch blinkendes Sound- Streugut von String- bis Klirrgeräuschen .

Wenn schon Archäologie , dann nicht nur in steinernen , sondern auch in Klangfiguren wie zu vernehmen auf der EP “My Phasing Fender” ( Kreislauf 046 ) . - CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. Stop In My Mind | 02. Snitch | 03. Night Interlude ( JT Remix ) | 04. Planet Afro |||

Rosen Montag : Sounds like CARNE VALE



POSTUM | ON AIR : CHARTS , HYPES , KARNVEVAL | ON LINE 1 : LEITMEDIEN , I . E. SACHE | ON LINE 2 : ESSAYS ON : VERBOTENE WORTE | ONLINE 3 : RICH.TXT - FIN DE PARTIE + FORTSETZUNG | KLANGAPPARAT

POSTUM

roseVor ziemlich genau einem Jahr ist einer der feinsten DJs und Electronica- Komponisten - Marc-Christian Witt aka AMBITRONIC - verstorben . Keine 32 Jahre alt . Die Berliner Multifunktions- Soundwerker und Netzmusik- Herausgeber von KREISLAUF blieben der Erinnerung an Werk und Wesen dieses eminenten Musikers treu und publizieren nun exzellente Tonspuren aus dem Nachlass . AMBITRONIC und seiner LEGACY sei - im Ursinn des CARNE VALE - der heutige KLANGAPPARAT gewidmet . |||

ON AIR : CHARTS , HYPES , KARNVEVAL

roseEntgeistert reagieren wir zunächst auf den FETTBROT- Brutalo- Brüller BETTINA ( zieh dir bitte etwas an ) : So recht zum karnevalistischen Krawall passend , hält sich diese angebliche Parodie auf “den Modesektor” ( oder so ähnlich ) derzeit auf Rang drei der Charts von FM4 : Sie machen Sich Ihr eigenes Bild via YouTube und sich selbst dann die entsprechenden Gedanken zur Karnevalisierung der Verhältnisse .  [ Nachtrag : Der Tagesspiegel wird die CD "Strom und Drang" im März mit höchst gemischten Gefühlen und spitzen Fingern aufgreifen : clevere Agenten hart am Rande der "Liga der Mitgröl-Rapper". . . ]

Für ähnliche Irritation - obgleich eine differenziertere - sorgt die sozusagen gleichgeschaltete Universalrezension ( * ) des dritten Albums der derzeit als “Konsensband” gehandelten - HOT CHIP : MADE IN THE DARK ist hinsichtlich dess Mastering absichtsvoll unrund und ungesund auf den Antigesang des Vokalisten Alexis Taylor fixiert . Die disjunkte Abfolge diverseter Stile optiert offenbar für Breitenwirkung , auf dass Balladenfreundin , Chiller, Hopser und nerdiges “Exelhemd” ( Zitat oderaufbrot ) je etwas Ziel- Groupie -Gruppiertes abkriegt . Die DEVO , Jad Fair- : kurz Achtziger- Abseitigkeit und holde Verlorenheit , welche THE WARMING ( 2006 ) noch bot , ist dahin . Allerdings erwies bereits ein Live- Mitschnitt vom SONAR- Festival 06 , dass die sympathisch inszenierte Kläglichkeit ausserhalb der Overdub- Zone des Studios der Atmosphären der EchtLÄRMwelt weder klanglich noch musikalisch stand zu halten vermochte . ( * Hier die Universalrezension : FAZ , FR , Spex , Rolling Stone , Standard , taz , ZEIT a , ZEIT b , ect . ) |||

ON LINE 1 : LEITMEDIEN , I . E. SACHE

roseA propos Charts : Eine kleine Bemerkung in eigener Sache : RIVVA ( der für die deutschsprachige Blogosphäre massgebliche Top- Story- Aggregator ) veröffentlicht jetzt regelmässig die Liste der Medien und Blogs , welche über den Zeitraum von 90 Tagen “die meisten Titel- Stories” liefern . “Leitmedien” nennt man das : Anders als bei den Traffic- Best- Ofs der Deutschen Blogcharts , geht es hier um das Einflusspotential gewisser Contents . Im Sample der insgesamt 500 Medien befindet sich der Off Topic- Longtailer in|ad|ae|qu|at derzeit auf Position No. 451 . Negativ formuliert : Natürlich eine quantité négligéable . Positiv gesprochen : Die beliebte Net- Show Ehrensenf kommt auf No. 367 … und selbst DIE ZEIT mit gesamter Masse , Mannschaft und Meinungnsmacht auf lediglich No. 326 . - Eine interessante “Gegenlektüre” bietet die von Benedikt Köhler entwickelte METAROLL auf der Basis von Verlinkungen an : Nach dem Motto “Wer in|ad|ae|qu|at liest , interessiert sich auch für …” ergibt sich DIESES , nicht ganz uninteressante Ergebnis . Welche Schlüsse wir daraus ziehen ? - Selbstredend keine : Wir beharren in|ad|ae|qu|at auf Form und Funktion .

P. S. wären der Vollständigkeit halber die aktuellen Hörbuch- Neuzugänge zu Felix Krull als Vorfahre Andy Warhols sowie ein gedrängtes Portrait des formidablen Zürcher “sprechtheaters” zu vermelden . |||

ON LINE 2 : ESSAYS ON : VERBOTENE WORTE

rose“My blog is my home” , könnte man sagen , wann man mit und in diesem Medium ein Viertel Lebenszeit verbringt . Was als “Heim” noch hingehen mag , wird / wirkt in der Formulierung von “HEIMAT” leicht peinlich . Die Master- Reminder der kulturwissenschaftlichen Plattform KAKANIEN REVISITED stechen da nun mitten hinein , indem namhafte Autorinnen und Autoren zur Reflexion solch VERBOTENER WORTE gebeten wurden . Wie sich’s gehört sind - voll Open Access ! - Essays wie die Folgenden zu lesen :

Weitere solcher höchst lebendig totgesagter , ausgesprochen verleugneter und angewandt verlogener Lexikalien sind unter VERBOTENE WORTE gelistet . |||

ONLINE 3 : RICH.TXT - FIN DE PARTIE + FORTSETZUNG

roseEs ist jedes Mal ein Erschrecken , wenn man auf einer geschätzten Webseite , einer Plattform oder einem Blog landet , um festzustellen , dass dort eben der Zufluss gestoppt wurde , und ein Weiterleben allenfalls als Archiv gewährleistet wird . Im Fall des Forums zur Online- Kunst und -Kuratorenschaft RICH.TXT ist genau dies der Fall : 2006 bis 2008 heisst es in der Unterzeile lakonisch . Meint allerdings keineswegs , dass das bemerkenswerte Archiv mit Texten zu Kunst ( 107 ) , Kultur ( 52 ) , Design ( 28 ) , Sprache ( 58 ) und Theorie ( 71 ) damit getilgt sei . Die Gruppe CONT3XT.NET ( aka Sabine Hochrieser , Michael Kargl , Franz Thalmair ) bleibt glücklich weiter aktiv und führt die theoretische Rede auf PUBLICCURATING fort und erweitert ihre virtuelle Stichwort- | Code- bzw. TAGallery . Was man sich darunter vorstellen kann , zeigt das Beispiel jener Schau- Objekte , welche sich unter dem Schlagwort MYPOCKET zusammen finden . Oder die Idee einer SPAM ARCHITECTURE . Auch einen Electronic_Literature_Sampler gibt es zu entdecken : Was für ein im besten Sinne babylonisches Labyrinth ! - Einen Überblick über sämtliche Tagprojekte und Nach ( t ) gedanken finden Sie HIER . |||

KLANGAPPARAT

Als wir vor einem dreiviertel Jahr per Zufall auf die exquisiten Klangarchitekturen des Berliner Soundkünstlers AMBITRONIC ( aka Marc-Christian Witt ) stiessen , sahen wir uns unversehens mit der katastrophalen Nachricht konfrontiert , der damals 31- Jährige sei Ende Januar 2007 infolge czz hörempfehlungschwerer Krankheit verstorben . Auf unser Posting hin meldeten sich seine Freunde und konnten immerhin von einer feinen Feier beim Klang der eben bei IDEALTECHNO erschienenen Release ENTHEMMTE TOURISTEN berichten . Die Freunde @ KREISLAUF haben inzwischen aus dem Nachlass eine POSTUM- Kollektion filigraner Klangmaterialien ediert . Als bemerkenswert darf wohl auch jene Geste gelten , die namenlos zurückgelassenen Tracks nicht durch fremde Benennungen in ihrer unbetitelten Integrität zu stören . Ein seltenes Werk - im “Was” und im “Wie” . Danke , Kreislauf ! - CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. Track-01 | 02. Track-02 | 03. Track-03 | 04. Track-04 | 05. Track-05 | 06. Track-06 | 07. Track-07 | 08. Track-08 | 09. Track-09 |||