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NEUES VON FREUNDEN



||| STAUB . GEFÄSSE | KLEVER BEWEGT | BEGRIFFSLIEFERUNG | UN COUP DE DÉS | ZEITRAUMZEIT | KLANGAPPARAT

COUP Plakat 1 300

Keine goldenen Worte an dieser Stelle zur Wahl und zum Entscheid des österreichischen Souveräns . Wenn von einem “Denkzettel” für die groseen Koalition geredet wird oder gar von deren “Abstrafung” , bleibt unerwähnt , dass die diesmal noch kompliziertere Regierungsbildung vermutlich noch länger währen wird , als dies 2006 der Fall war . Noch länger wird dementsprechend die Budgetierung des Jarhres 2009 in Anspruch nehmen , dass heisst , dass auch Kunst- und Kultursubventionen auf noch längere Zeit auf dem Spiele stehen .

So konzentrieren wir uns umso entschlossener auf die aktuelle Kulturproduktion : Wer weiss, wie lange und unter welchen Budgetfindungen es diese noch geben wird ?

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WIEN - STAUB . GEFÄSSE

czz-neuesvonfreunden Dichtung als befruchtete Sprache , die wiederum Blüten treibt und , von jeder Biene , die sie berührt , in Form des befruchtenden Blütenstaubs weitergegeben wirrd . In der Tat sehrt Poesie zwischen Auflesen und Niederschreiben niemals still . Wobei auch die zirkuläre Bewegung der Selbstbefruchtung aus bisher Geschriebenem nicht auszuschliessen ist .

staub.gefässe - gesammelte gedichte” lautet denn auch der neue Gedichtband , den Franz Josef Czernin heute , 30. 9. ( 19 H ) im Literarischen Quartier Alte Schmiede vorstellen wird . Frisch bei Hanser erschienen … und vom Hause aus auch mit einem Vorwort versehen , dessen Autor freilich noch mehr die Meinungen teilen dürfte als die diffizilen poetischen Gebilde des Dichters .

Ein kurzer Blick auf den Hanser- Verlagstext macht Sie sicher - und hat freilich mit dem Faszinosum der konzentrierter Sprach- und Formkraft Czernins eher wenig zu tun :

Franz Josef Czernin gilt über Deutschland hinaus als einer der ungewöhnlichsten Dichter unserer Zeit. Für “staub.gefässe” hat er zum ersten Mal eine umfassende Auswahl zusammengestellt, die alle Facetten seiner Dichtung wiedergibt. Martin Mosebach führt mit einem kritischen Text scharfsinnig in Czernins Schaffen ein. Ein umfangreiches und weitverzweigtes poetisches Werk wird so endlich in seiner ganzen Spannweite sichtbar gemacht.

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WIEN - KLEVER BEWEGT

czz-neuesvonfreundenNach dem Literischen Quartier macht der KLEVER- VERLAG am Mitttwoch , 1. Oktober im Literaturhaus ( 19 H ) Station , um dort dem an literarischen Blüten interessierten Wien gewisermassen den zweiten Strauss aus dem Programm des frisch lancierrten Verlags zu überreichen . Es lesen :

Zu Verlag , Autoren und Programm : www.klever-verlag.com

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BERLIN - BEGRIFFSLIEFERUNG

czz-neuesvonfreundenaus Berlin ist - wie gestehen , vor einigen Tagen schon , wieder eine “Begriffslieferung” eingetroffen , die man sich per Newsletter bei Monika Rinck und deren BEGRIFFSSTUDIO bestellen kann . Vom poetischen Pläsier einmal abgesehen , bieten diese Begriffe Erste und Letzte Hilfe , wenn einem - wie dieser Tage - das Wort im Munde versiegt , man also ( gut österreichisch formuliert ) mal wieder “schmähstad” ist .

2591 der geheime serviettenfriedhof dieser dachterrasse
2592 allbezogenheit
2593 peli-kolleg
2594 volkshochschule des irrsinns
2595 kurze flügelbeine ohne dritte gelenkung
2596 eine zollbude des todes
2597 pflastratengleiche wickeleien
2598 das waldige innere des symbols
2599 eine kalte, schnellfertige technik
2600 anti-schädigung
2601 wettergebissen
2602 umlautprall
2603 toaster treten
2604 die menschwerdung der dissonanz
2605 schreckliches blasen der wolkengeladenen auster
2606 the self-editorial board und das andere board
2607 ausbreitung des willens auf alles
2608 gedankenlose sensibilität
2609 der dämon der selbstüberraschung
2610 versöhnlich trakelnd
2611 ekbállein - rausschmeißen
2612 groteske sprachgeselligkeit
2613 via voodoo
2614 die blonde gipfelmaitresse
2615 verben in der vermeidung

Zwischen “2603 toaster treten” und “2615 verben in der vermeidung” wäre die hiesige Stimmung ganz gut charakterisiert .

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KUNST - WIEN - UN COUP DE DÉS

czz-neuesvonfreundenUn coup de dés jamais n’abolira le hasard´..” Stéphane Mallarmés , den üblichen Verssatz sprengendes und weit in die Seite ausgreifendes Poem ( 1897 - hier in Originalgestalt ) wurde von der neuen Ausstellung in der Generali Foundation als Titel wie Motto geborgt :

Die Schau “UN COUP DE DÉS - Bild gewordene Schrift - Ein ABC der nachdenklichen Sprache” wurde programmatisch in den Zwischenraum ziwschen Wort und Schrift , sammlungspolitisch allerdings auch in der Interzone zwischen der bestehenden Sammlung und deren Desiderata platziert :

Eine Sammlung, die sich durch den Fokus auf Konzeptkunst, institutionskritischer Kunst und der Kunst der Postavantgarde auszeichnet, richtet ihr Interesse naturgemäss auf das subversive Potential von Sprache – in ihrer ideologiekritischen Dimension ebenso wie in ihrer poetischen Sprengkraft. Und hier trifft man auf Marcel Broodthaers. Um Broodthaers und Stéphane Mallarmé, den Ahnen der avantgardistischen Poesie, herum und in unterschiedlichem Bezug zu ihnen gibt es ein reiches direktes oder indirektes Verweissystem zu den in der Ausstellung gezeigten Werken.

Bis 19. November sind demnach allerlei bildwörtlich | wortbildliche Werke in der Generali Foundation zu sehen :

Robert Barry , Lothar Baumgarten , Marcel Broodthaers , Theresa Hak Kyung Cha , Rodney Graham , Ulrike Grossarth , Jaroslaw Kozlowski , David Lamelas , Ewa Partum , Gerhard Rühm , Klaus Scherübel , Dominik Steiger , Ana Torfs , Peter Tscherkassky , Joëlle Tuerlinckx und Ian Wallace .

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KUNST - WIEN - ZEITRAUMZEIT

czz-neuesvonfreundenMit nicht weniger als 100 Werken von 70 Künstlerinnen und Künstlern feiert das Künstlerhaus seinen 140. Geburrtstag ( in der Tat scheint so ein Anniversarium nicht die schlechteste Gelegenheit , über die Sphären von Raum & Zeit nachzudenken ) . Die Ausstellung “ZEITRAUMZEIT” umfasst Rauminstallation , Echtzeit- Projekte , Malerei , Skulptur , Film , Fotografie , Licht , Klang , Interaktionen und Performances … etwa von ( um nur einige - und einige Freunde - zu nennen :

Alien Productions , Barbara Doser , Heinz Gappmayr , Sabine Groschup , Silvia Maria Grossmann , Lore Heuermann , Angelika Kaufmann , K.U.SCH. , Olga Neuwirth , Hubert Sielecki , Peter Tscherkassky , Robert Adrian X A + Norbert Math oder Leo Zogmayer.

Begleitend geht ein “interdisziplinäres” Symposium am 16. und 17. 10. über die Bühne , wo - Stichwort “Überwindung von Raum und Zeit” auch Netzwerkfragen zur Sprache kommen . Aus und im dem Rahmenprogramm erklingen gleich zwei Sendungen des ORF- Kunstradio , zusätzlich wird am 9. 10. ( 20 H ) der vom “Kunstradio” edierte Band “RE-INVENTING RADIO. ASPECTS OF RADIO AS ART” ( Revolver Verlag Frankfurt 2008 ) groschuppräsentiert .

Die Sendungen :

 

 

 

( click to XL )
[ Sabine Groschup : VOGELZEITRAUM ]

Die Ausstellung “ZEITRAUMZEIT” wird am 4. 10. 2008 ( 18 H ) - d. h. während der “Langen Nacht der Museen” - eröffnet und ist bis 2. 11. zu sehen .

EDIT : Der Katalog “zeitraumzeit - Das Phänomen des Zeitraums Jetztzeit” ( hg. im Auftrag des Künstlerhauses von Brigitte Pamperl und Barbara Höller ) ist im Folio- Verlag erschienen .

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KLANGAPPARAT

Zum Thema ” staub.gefässe” bietet sich ( siehe Bienen ! ) ein Blick auf Neuigkeiten beim Netlabel insectorama natürlich an : Und siehe höre - es czz-hoerempfehlungwar wohlgetan : Die “Progetto del Menga“- EP des Florentiners Madame Wish ( aka Mattia Pea Tuliozi ) spannt feine - diesmal leicht lateinamerinaisch gefärbte - rhymthmische Netze , vor welchen sehr entschlossene melodische Akkorde ihre listigen Spiele treiben . Da möchte man sich doch mal gerne in einem Insektentänzchen üben : 01. Chettaidicardo | 02. Palline | 03. Piccola dolche serpe | 04. Telefonino - CLICK LINKS TO LISTEN

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LITERATUR ALS RADIOKUNST | Ilse Kilic und Fritz Widhalm im ORF- Studio | Produktionsnotizen



||| VOM “FRÖHLICHEN WOHNZIMMER” … | … ZUM FUNKHAUS - ZUGANG ZWEI | FUSSBALLPLATZ VS. FERNSEHSTUDIO | ZISCH - BLUBBER - HÜPF | BEKANNTMACHUNG

VOM “FRÖHLICHEN WOHNZIMMER” …

Funkhaus_RP1_Aufnahme_copyright_Christiane_Zintzen

Leben und arbeiten im “Fröhlichen Wohnzimmer ” : Ilse Kilic und Fritz Widhalm haben ihre Lebens- , Lese- , Schreibstube eines Tages in einen Verlag verwandelt und ( ganz den ökonomischen Glückensbedingungen einer Klein- und Autoren- Edition entgegen ) dezidiert als “enchantiert” deklariert . In den vergangenen 22 Jahren sind nicht nur Bücher , Comix , CDs , Super-8- Filme und Videos dort aus der Taufe gehoben , sondern auch die je eigene und immer wieder gemeinsamen Werke verfasst , geschrieben und gezeichnet worden .

Literatur als Radiokunst” sollte für einmal den sonstigen Gastgebern das Gastrecht gewähren : Drei Tage professionelles Studio , Monate und Wochen zuvor Gespräche und angewandte Einführung in die dortigen Tools . Denn : Eigenregie - wenn auch sanft begleitet - lautet die Devise , auf dass Autorin | Autor für einmal auch im Radio so Laut geben - ja , gar Krach machen - kann , wie es ihm | ihr nun einmal gefällt .

Zugegeben : Auch über mögliche Texte wird lange vor der konkreten Studioarbeit verhandelt . Zugegeben : Für “Literatur als Radiokunst” gilt - ebenso wie für das “Kunstradio” - dass mediengerecht gearbeitet wird . Für das übliche Ablesen von Erzählungen oder Gedichten gäbe es ( vom Sendeplatz her ) bessere und leichter bespielbare Formate .

Hier aber könnte der Ort sein , wo man sich im Medium mit dem Medium auseinandersetzt . Hier aber könnte man die Möglichkeit , ein genuin radiophones Stück zu verfassen und in die eigene Poeto- Logik zu integrieren , als freundlichen Appell verstehen . - Mehr als Einladen , Einführen , Einleiten und Begleiten kann und mag “Literatur als Radiokunst” nicht . - Wie gesagt , denn auch LARK ist ja nur Gastgeber . Und das Studio ein Drei- Tages- Lebens- Wohn- und Arbeitszimmer . Sowohl vor als auch hinter der Glasscheibe ( vulgo : im Aufnahmestudio - dem berüchtigten schalltoten Raum - genauso wie am “RP” | Regieplatz bei der gemeinsamen Bearbeitung der aufgenommenen Tonspur ) .

Was also wunder , wenn die Schriftstellerin und der Schriftsteller mit einem Text zur optimalen Möblierung des - Sie sind Kunde ! - Wohn- und Lebensraumes mit ( gnadenlos Gender- gemainstreamten ) “Schriftellern und Schriftstellerinnen” in Funkhaus kommen . Auf welche Weise sich ein dekorativ- funktionelles Ensemble von Schriftstellern und Schriftstellerinnen im Eigenheim arrangieren lässt , ist nun mal nicht anhand der Readers Digest- Bände im IKEA- Schauraum zu ermitteln . Da braucht’s schon echte , die uns Unkundigen dies im dichten Doppel- Talk explizieren .

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… ZUM FUNKHAUS - ZUGANG ZWEI

Ganz so offen wie es die Absicht besagt , gibt sich das reale Wiener Funkhaus in Zeiten der Hoch ( un ) Sicherheiten leider nicht mehr . Gegen Pfand kriegt man dann aber doch eine RFID- Karte in die Hand und mag dann weiter unbehelligt durch alle Sicherheitstüren schreiten . Zum Beispiel diejenige bei “ZUGANG 2″ , von wo kafkanische Gänge zu den Produktionsstudios für Musik , Hörspiel , Feature und Radiokunst führen .

Hier hat man die ( vordisponierte ) Wahl zwischen dem großen RP4 mit Fairlight- Workstation , dem RP2 mit der kolossalen Capricorn- Konsole , dem RP3 für Pro-Tools Mix | Mastering und dem kleineren Hörspielstudio RP1 . Gemäß den Überlegungen im Vorfeld der aktuellen Produktion für “Literatur als Radiokunst” mit Ilse und Fritz schien Letzteres geeignet , auch aufnahmetechnisch eine passable Basis für weitere Bearbeitungsschritte zu legen : Trockene Akustik , vielseitige Soundtracs-Konsole , ProTools - Aufnahmesystem und die geradezu wohnzimmerliche Atmosphäre des Regieplatzes bilden das “Framework” . Einen interessanten Strauss diverser Mikrophone hatten man vor Produktionsstart aus dem Lager gepflückt .

Ausgangspunkt einer Wortaufnahme für “Literatur einer Radiokunst” ist oft die Entscheidung , ob schon beim Sprechen spezifische Räume und Hör-Ebenen einfliessen sollen , oder ob möglichst “trocken” aufgenommen wird , und erst im weiteren Bearbeitungsverlauf artifizielle Simulationen zugefügt werden . Dem mitgebrachten Text entsprach zweitere Methode besser . Trotzdem wurde das Gros der diversen Aufnahmen in unterschiedlichsten Artikulationsformen und ebenso vielen Mikrophonen mehrmals parallel auf Harddisk gebannt , auf dass beim Mixdown schönes Möglichkeitsmaterial zur Variation und Umspielung vorhanden sei ( wie beim Bergsteigen : man kann nie genug Seil mithaben ) .

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FUSSBALLPLATZ VS. FERNSEHSTUDIO

Funkhaus_RP1_LARK_Ilse_Kilic_Fritz_Widhalm_copyright_Christiane_ZintzenFunkhaus_RP1_LARK_Ilse_Kilic_Fritz_Widhalm_copyright_Christiane_Zintzen

Bereits das Manuskript für das hochernst- volksdidaktische Oratorium

Ergänzen Sie die Einrichtung Ihrer Wohnung mit einem Schriftsteller oder eine Schriftstellerin !

beinhaltet phantasievolle sprachliche Paraphrasen & Regianweisungen zur gedachten Klanglichkeit einzelner Textteile :

“… der satz verschwimmt langsam im raum oder zerstäubt leiser werdend in alle richtungen …” - “… die worte bohren sich schrill nach vorne und reißen abrupt ab …” - “… kursive teile werden leierartig wiederholt und schleppen sich bis zum nächsten zwischentitel …” - “… der satz setzt sich als echo fort , wird wie bei einem abfluss richtung mitte gezogen und vergurgelt ins nichts …”

Viele dieser Vorstellungen können nur mit hinterlistigem Effekt- Instrumentarium realisiert werden , einige Anweisungen beziehen sich aber direkt auf die Intensität und Lage der Sprechstimme in der Aufnahmesituation . Enstprechend wurden drei wesentliche Artikulations- Typologien herausgearbeitet :

  • Der bekannte Klang von bemüht ernsthaften “Experten” einer TV- “Sach”- Sendung
  • Der eindringlich- beschreibende Gestus von Sportreportern bei einer Livesendung
  • Der abstrakte Tonfall zweier Trickfilm- Figuren mit breitem Spektrum an Intonation

Funkhaus_RP1_LARK_copyright_Christiane_Zintzen

Als Standard- Mikrophon für Studio- Stimmen schlechthin gilt das AKG C414 . Deshalb auch hier die erste Wahl für den “Experten”- Klang . Sprechabstand recht knapp mit 10cm , Charakteristik : kontrollierte Modulation der Stimmen , verbindlicher Ton : Ein perfekter Kontrast zu den oft absurden Textzeilen darüber , wie eine Schrifstellerin oder ein Schriftsteller gefällig zur Steigerung des Wohlbehagens in den eigenen vier Wänden drapiert werden kann .

Funkhaus_RP1_LARK_copyright_Christiane_Zintzen

Viel höher dann der Schalldruck bei der Sport- Reportage : zwanzig Jahre alte Electro - Voice RE 11 - Miks . In der Hand gehalten und im Stehen besprochen , erwecken sofort den typisch- knarzigen Klang aus dem Hanappi- Stadion im Eingangskanal der Mischkonsole .

Funkhaus_RP1_LARK_copyright_Christiane_Zintzen

Eine sehr intime , extrem direkte Ebene wird dann noch mit dem VM-1 von Brauner erzielt , tiefste Bässe und höchste Höhen perlen aus den Lautsprechern , allerdings weren dabei auch die weniger erstrebendwerten Details wie zischende S- Laute , Schmatzen und Blubbern verstärkt - s’ ist halt ein sehr zartfühlend- empfindliches Ding .

Funkhaus_RP1_LARK_Mics_copyright_Christiane_Zintzen

Dieses Modul direktester Stimmvermittlung werden wir bei der Mischung für die abstrakten “Regieanweisungen” heranziehen .

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ZISCH - BLUBBER - HÜPF

Funkhaus_RP1_LARK_copyright_Christiane_Zintzen

Nach acht Stunden Textaufnahme wechseln wir in den wirklichen und grossen Regieraum des Studio 3 . Hier schwingen die Membrane der stattlichen GENELEC - Lautsprecher in 5.1- Surround Sound im Takt der vielzähligen Effekte aus der ProTools- Plugin Trickkiste . Parallel zum Hauptcomputer mit TDM - Technologie kommt auch ein Laptop mit ProTools LE und angeschlossenem KORG padKONTROL zur Anwendung , damit werden Parameter des Sampler - Plugins KONTAKT und der Multieffekt - Software GUITAR RIG in Echtzeit manipuliert . Silbendehnungen und Wortstauchungen werden experimentell mit den neuen Elastic Time- Funktionen von ProTools 7.4 realisiert , das Gurgeln entsteht mittels Ringmodulator , extreme Verfremdungen sind das Ergebnis von sehr kurzen Sound- Loops , deren Startzeit und Länge am padKONTROL in raschen Bewegungen verändert werden . Nach und nach werden neue Effekt- Spuren in der Session angelegt , am Ende sind dann rund 52 Tracks in Verwendung , viele davon zur räumlichen Panoramisierung auch noch mehrkanalig .

Die dynamischen Richtungsänderungen der Sprachspuren in Verbindung mit wechselnden Effektanteilen und variabler Filterung stellen auch die höchsten logistischen Anforderungen an den Denkapparat des Maschinisten . Gleichzeitig und unabhängig voneinander müssen oft Hallsignal und Direktstimme zwischen den Kanälen plaziert werden , dazu noch ein PRE - FADER - Routing der Auxiliary Sends , Automatisierung der Höhen- und Bassfilter , sich aufschaukelndes Delay- Feedback : Erst dann zischen , blubbern und hüpfen die Sätze durch Raum und Zeit .

LARK Ilse Kilic Fritz Widhalm an den reglern RP3

Neben hunderten manuell gesetzten Punkten in der ProTools Automation und dem padKONTROL waren auch die beiden Joysticks am ProControl EditPack - Extenders hilfreich für die Gestaltung der dynamischen Verläufe . Obwohl diese mitunter erst zur Mitarbeit überredet werden müssen , lassen sich damit die zwei Kanäle eines Stereo- Basissignals unabhängig im Surround- Raum pannen ( und wenn die Joysticks nicht mitmachen wollen , kann man dafür immer noch die Maus verwenden : Danke , Ilse , für diese gute Idee ) .

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BEKANNTMACHUNG

Da stehen sie nun in Raum und Laufzeit , die herrlich ins Klangliche gestellten Schriftsteller und Schriftstellerinnen : Wann das “Fröhliche Wohnzimmer ” mit seiner aufgestellten Kulturmöbel- Beratung via Funk in Ihr trautes Heim dringt und klingt , das dürfen wir zu gegebener Zeit galant bekannt geben -

( kap | czz )

|||lärm no radio

Aus gegebenem Anlass des Ausmasses
an akustisch evokativen Vokabeln
vertrauen wir auf deren prallen Nachhall
und verzichten
auf den in|ad|ae|qu|aten KLANGAPPARAT

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Franz Mon - Sichtbare Sprache



||| BEVOR ES SCHWINDET | ZU SEHEN : IN ERLANGEN | ZU HÖREN : WÖRTER VOLLER WORTE | HÖREN UND SEHEN VERGEHEN | FRANZ MON IM ORF- KUNSTRADIO | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

BEVOR ES SCHWINDET

Franz Mon abstrakt

[ Franz Mon : abstrakt ]

Im Zeitalter von Photoshop , After Effects sowie des ubiquitären Layouts eines durchdesignierten Alltags scheint die “visuelle poesie” der fünfziger bis siebziger Jahre längst gegessen . Anders und nach einem Diktum Elfriede Gerstls formuliert : Seit den sechziger Jahren sahnt speziell die Reklame systematisch die Erkundungen und Experimente der Avantgarden ab .

Im Kontext des “Radical Advertising” - wie im NRW- Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf bis 18. August zu sehen - sieht die klassische Avantgarde oft “alt” aus . - Um die Verfasstheit des jetzt scheinbar so Selbstverständlichen zu erkennen , ist ein ‘back to the roots’ unabdingbar .

Das hat weniger mit Kunst- Nostalgie oder einer Verklärung des “Avantgarde”- Begriffes zu tun als mit der Sicherung eines vorgängigen Quellcodes , dessen gefällige Interfaces unsere Zeitgenossenschaft illustrieren . Dies betrifft optische Gestaltungen ebenso wie akustische : Wer die frühen Artikulations- und Mundhöhlenerkundungen Franz Mons oder Henri Chopins einmal wahrgenommen hat , wird sich von neuerdings als “radikal” verbratenen Sound- , Kunst- und Musikdarbietungen weniger beeindrucken lassen . Beziehungsweise wird in den Stand gesetzt sein , diese historisch zu kontextualisieren und kulturgeschichtlich zu verorten .

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ZU SEHEN : IN ERLANGEN

Franz Mon Hommage A Karl Valentin

[ Franz Mon : Hommage à Karl Valentin ]

In Korrespondenz zum Erlanger Poetenfest wurde in der Städtischen Galerie die Ausstellung “Franz Mon – Sichtbare Sprache | Verbale , visuelle und akustische Texte” eingerichtet :

Franz Mon, 1926 in Frankfurt geboren und bis heute dort lebend, gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Konkreten Poesie. Er schreibt verbale, visuelle und akustische Texte. Seine visuellen Arbeiten wurden seit 1963 in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u.a. auch 1970 auf der Biennale in Venedig, gezeigt. Die retrospektive Schau zeigt Arbeiten aus allen Phasen und Bereichen seines Schaffens, darunter viele Arbeiten, die hier erstmals öffentlich zu sehen sind. Gezeigt werden u. a. die Mappenwerke ‘Makulatur’ und ‘Knöchel des Alphabets’, Arbeiten aus den Serien ‘Doppelporträts’, ‘zentrierte Collagen’ und ‘versalcollagen’, eine Auswahl aus den ‘Schreibmaschinentexten’, den ‘ideografischen Texten’ und den Schreibtexten ‘Papiergüsse’, Textfahnen und Textplakate, Diaprojektionen und akustische Installationen, ausserdem Bücher und Buchobjekte.

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ZU HÖREN : WÖRTER VOLLER WORTE

Franz Mon vetri

[ Franz Mon : vetri ]

Heute , 29. August , 19 Uhr , Markgrafentheater, Erlangen : Lesung Franz Mon und Gespräch mit Klaus Ramm

Für Franz Mon ist die Sprache ein offenes Gelände für künstlerische Grenzüberschreitungen in alle Richtungen: Sein Werk ist eines der konsequentesten, weiträumigsten und auf untergründige Weise bis heute einflussreichsten Werke der deutschen Nachkriegsliteratur. Mons Poetik nimmt die Sprache so ernst wie kaum eine andere: ‘Das Realitätsschlamassel ist auch ein Sprachschlamassel’. Im Widerspiel mit den von Franz Mon gelesenen Texten versucht der Literaturwissenschaftler und Verleger Klaus Ramm, der Poetologie von Franz Mon auf die Spur zu kommen.

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HÖREN UND SEHEN VERGEHEN

Franz Mon Mortuarium

[ Franz Mon : Mortuarium ]

Leider schon nach Ende der zeitlich äusserst knapp gehaltenen Schau - 22. bis 28. August ( ! ) wird Sonntag , 31. 8. , um 19 Uhr im Theater in der Garage das HR- Hörspiel “ausgeartetes auspunkten” ( pdf HörDat , 2007 ) aufgeführt . Der einleitender ist freilich filmisch : “Schuhe besetzen ein Haus” ( SR , 1983 ) : Immerhin spricht Franz Mon selbst zur Einführung .

Eine scheinbar ganz einfache Spielanleitung bildet das Gerüst, auf dem die Stimmen der vier Sprecher dieses vom Hessischen Rundfunk 2007 urgesendeten Hörspiels (Eva Garg, Chris Pichler, Markus Meyer und Peter Lieck) alle schauspielerischen Freiheitsgrade haben. Ihre Stimmen „verdichten/verwandeln/verzaubern/vertuschen das Gesagte“. Franz Mon hat das 40-minütige Sprachspiel selbst realisiert. Zwei der vier Premieren-Schauspieler variieren das Hörspiel live unter der Anleitung von Franz Mon. Der Abend wird eingeleitet von dem 9-minütigen Film ‘Schuhe besetzen ein Haus’ von Franz Mon, Saarländischer Rundfunk, Redaktion Kunst und Wissenschaft Klaus Peter Dencker.

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FRANZ MON IM ORF- KUNSTRADIO

Franz Mon sternförmig

[ Franz Mon : sternförmig ]

Als wir im ORF- Kunstradio als erster europäischer Sender mit 5.1- surround- Produktionen ins Studio und auf Sendung gingen , schien es uns angemessen , Franz Mon als einen der Pioniere des stereophonen “Neuen Hörspiels” ( Ende der sechziger Jahre ) als einen der ersten Gäste zu laden . In Parallelaktion zu einem “Radiokunst”- Seminar am Germanistischen Institut der Universität Wien entstand die Produktion “Käm’ ein Vogel geflogen” , wo der damals Achtzigjährige sehr munter das von ihm eingelesene modulare Textmaterial per Joystick durch den Rundum- Raum jagte . Wir servieren die knapp sechzehnminütige Arbeit aus gegebenem Anlass ( und leider in reduzierter Klangqualität ) im heutigen KLANGAPPARAT .

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Franz Mon über seine 5.1- Surround- Produktion “Käm’ ein Vogel geflogen” ( Ursendung : 17. 7. 2005 ) für die Reihe “Literatur als Radiokunst” im ORF- Kunstradio :

Ich mache seit über vierzig Jahren radiophone Stücke, die für mich czz-hoerempfehlunggenau so wichtig sind wie die geschriebenen, weil ich ganz früh entdeckt habe, dass meine Stimme mit zur Substanz meiner poetischen Arbeit gehört. Die eigentliche radiophone Arbeit konnte beginnen, als die Stereophonie erfunden wurde – das war in den späteren 60er Jahren. Seitdem habe ich rund 14 Hörspiele machen können, die auf der Basis der Stereophonie zu realisieren waren. Für mich war es ein enormes Erlebnis jetzt, die neue Technik – Dolby Digital Surround – kennen zu lernen und praktizieren zu dürfen. Wir begeben uns da in eine Dimension der Stimmerfahrung und Stimmproduktion, die auch von der Stereophonie nicht erreicht werden konnte, weil ich als Sprechender wie als Hörender in einem akustischen Zentrum bin, das homogen ist mit meiner Stimmleistung und Stimmfähigkeit. In diesem Sinne haben wir das Stück ‘KÄM’ EIN VOGEL GEFLOGEN’ konzipiert und realisiert: ein Stück, das mit den Beweglichkeiten, welche die neue Technik erlaubt, arbeitet und dadurch Stimmqualitäten und Worterfahrungen ermöglicht, die bisher nicht zugänglich waren.

Franz Mon : “Käm’ ein Vogel geflogen” ( 15:44 , MP3 / WMP , Produktion ORF 2005 , Technik : Anna Kuncio )

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Karl- Sczuka- Preis 2008 für Hörspiel und Radiokunst an Thomas Meinecke & David Moufang - Förderpreis an die “Literatur als Radiokunst”- Produktion von Anja Utler



||| KARL- SCZUKA- PREIS : MEINEKE & MOUFANG | KARL- SCZUKA- FÖRDERPREIS : ANJA UTLER | TERMINE | KLANGAPPARAT | LINKS | RELATED

KARL- SCZUKA- PREIS : MEINEKE & MOUFANG

icon soundDer Autor Thomas Meinecke und der Musiker David Moufang erhalten den vom Südwestrundfunk gestifteten Karl- Sczuka- Preis 2008 für Hörspiel als Radiokunst . Sie werden für ihr gemeinsames Radiostück “Übersetzungen | Translations” ausgezeichnet , das als Produktion des Bayerischen Rundfunk am 19. Oktober 2007 urgesendet wurde . Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden .

Insgesamt sind 89 Wettbewerbsbeiträge aus 22 Ländern eingereicht worden , davon 38 freie Autorenproduktionen . Das vom BR produzierte Preiswerk ist innerhalb des CD-Doppelalbums “flugbegleiter - übersetzungen | translations“ beim Label Intermedium Records erschienen .

Über die Zuerkennung der Preise hat eine unabhängige Jury entschieden . Jurymitglieder waren der Musiktheater- Regisseur und frühere Rektor der Freiburger Musikhochschule Johann- Georg Schaarschmidt ( Vorsitz ) , der Schriftsteller Marcel Beyer , der Journalist und Medienkritiker Frank Kaspar , die Musikkritikerin Monika Lichtenfeld sowie die Publizistin , Literaturwissenschaftlerin und ehemalige Kultur-Staatsministerin Christina Weiss .

Aus der Begründung der unabhängigen Jury unter früheren Rektors der Musikhochschule Freiburg Johann- Georg Schaarschmidt :

In ihrer Gemeinschaftsarbeit ‘Übersetzungen | Translations’ entwickeln Thomas Meinecke und David Moufang (alias Move D) aus dem Alphabet als Lautvorrat zehn musikalische Miniaturen. Semantisch und akustisch assoziationsreiche Wortpaare wie Osterglocke – Daffodil werden zerlegt, rebuchstabiert und mit Klängen und Mustern der Club- und Jazzmusik verzahnt. Ein ironisch-reflektierendes Spiel zwischen Sprachen und Stilebenen, zwischen zwei souverän interagierenden Künstler-Freunden, das die Phantasie des Hörers an der langen Leine spazierenführt.

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KARL- SCZUKA- FÖRDERPREIS AN ANJA UTLER

icon soundDer diesjährige Karl- Sczuka- Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro geht an die in Wien lebende Lyrikerin Anja Utler , die ihren Text “suchrufen, taub” für das ORF Kunstradio als mehrkanalige 5.1-Produktion realisiert hat , die am 8. Juli 2007 auf Ö1 urgesendet wurde .

Nach Oswald Egger ( “tuning, stumm” , ORF- Produktion und SWR- Auszeichnung 2004 ) darf die Reihe “Literatur als Radiokunst” mit dem ausgezeichneten Werk Anja Utlers nun bereits den zweiten Karl- Sczuka- Förderpreis für sich verbuchen . Wir gratulieren !

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TERMINE

Die Preisverleihung findet am 18. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2008 statt .

Im Radio :

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KLANGAPPARAT

Einen - im Klangspektrum freilich reduzierten - Eindruck hinsichtlich Art, Takt und Charakter von Anja Utlers prämierter 5.1- czz-hoerempfehlungProduktion “suchrufen, taub” lässt sich via Audio- File ( RealPlayer ) von den Seiten des ORF- Kunstradio abrufen . Kommentar der Autorin , auch vor dem Mikrophon Sprecherin in eigener ( poetischer ) Sache :

Wellen, die zu vielen lecken können und zu niemandem: das ist blind sprechen, und taub. Die asymmetrische, richtungslose Form des Radiosprechens. Der Körper, an dem die Strömungen des eigenen Munds vielleicht aufbrechen, verbleibt im geschützten Raum des Ungesehenen und Ungehörten. Er gibt nicht direkt Laut, aber er treibt Laute hervor: am Widerstand gischtet das Wasser auf. Umfließend, lösen sich immer neu gemaserte Wörter aus einander – in welchem Suchlaut könnten die Konturen der fantasierten Hörerin, des fantasierten Hörers sich treffen? So brechen für die Sprecherin die tastenden, fragenden Wörter in sich selbst zurück; nicht in einem Widerstrom von außen werden sie gefangen, allein in der Zeit heben sie sich auf.

CLICK LINK TO LISTEN |||

icon sound

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LINKS

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RELATED

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NEUES VON FREUNDEN



RAdio Apparat

||| LITBLOGS.NET DIGEST| RINCKS FLORLEGIUM | ANGELIKA REITZER : PRIESSNITZ- STATT BACHMANN- PREIS | KUNSTRADIO : RE- INVENTING @ REVOLVER | KUNSTRADIO : HOMMAGE À HEIDI GRUNDMANN | KLANGAPPARAT

LITBLOGS.NET DIGEST

czz-neuesvonfreundenNach längeren Absenzen ist das Termin- und Turbulenzen- Team wieder ausgerückt , Neues aus den lokalen , fremdwendigen und freundlichen Netzwerken zu sammeln und in|ad|ae|qu|at zu präsentieren .

In nahezu eigener Angelegenheit wird freilich zunächst auf das Erscheinen des vierteljährlichen Digest aus den Gesammelten Werken des Netzwerks literarischer Blogs ( litblogs.net ) hinzuweisen : Leserzeichen # 2 bietet je ein Werkstück aud den assoziierten Blogs

Zur Poetologie der einzelnen Blogs haben wir ein ander Mal gehandelt . Das Digest & Blogilegium ist auf dieser Seite zu betrachten sowie per RSS- Feed zu abonnieren .

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RINCKS FLORLEGIUM

czz-neuesvonfreundenDie assortierte Begriffsliste aus dem Begriffsstudio der Salon Littéraire- Autorin Monika Rinck ist per Frisch- Lieferung soeben eingetroffen . Wir bemerken und geniessen sommerlich , der aktuelle Hang zu Kühlaggregaten aller Art :

2520 flusslandschaft mit kellereingang
2521 edelrohbauphase
2522 scheckige schönheit
2523 hämeneutik
2524 der spätkauf der häme
2525 mit erhobener haut
2526 königin der langen nacht der dummheit
2527 in der sauerstoffschuld
2528 beispielswiese
2529 débondieuser (entliebergottisieren)
2530 caperationen von pferden und helmzierden sowie unmengen anmutiger schlitten
2531 ein flammender kelch (das flügelgelenk)
2532 gewaltiges wolkenpferd
2533 lorenzo lotto: mann mit tierpranke
2534 master of the beheading of st. john
2535 zum schutz der empfindlich austreibenden bambussprosse
2536 als hausmeister der welt
2537 horse-gliding
2538 die wiederholung
2539 faustische schubumkehr
2540 bewegtheit im thesenhafen
2541 die türklinge
2542 instabilder (body)
2543 im heuhochdeutschen (the god of hay)
2544 formstabil verschichtete wollfasern
2545 filled with mindness
2546 filled with mindmess
2547 alternatives to pain
2548 croissant terrible
2549 festnetzwaldschrat

Weitere Erfrischungen @ Salon Littéraire sowie @ Begriffsstudio Monika Rinck .

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ANGELIKA REITZER : PRIESSNITZ- STATT BACHMANN- PREIS

czz-neuesvonfreunden“”Wie nervend darf ein Text sein ?” hatte der Redakteur der “Presse” anlässlich der Lesung Angelika Reitzers beim Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb sein Mütchen gekühlt . Wenig später erscheint nun eine Meldung , welche die Stimmung der Autorin sowie der Proponenten einer etwas komplizierteren Literatur wieder versöhnen dürfte : Denn eben wird bekannt , dass Angelika Reitzer den Reinhard- Priessnitz- Preis 2008 erhalten wird .

Die Begründung der Jury ( Gustav Ernst @ kolik , Robert Schindel ) :

Angelika Reitzer beeindruckt durch ihren souveränen Umgang mit Sprache. Ihre poetischen Bilder bestechen durch Präzision und Sparsamkeit. Im gekonnten Einsatz von Schnitten und Überblendungen, von Schärfe und Unschärfe und Lichtführung wird ihr Blick Kamera und ihre Erzählungen werden gleichsam zu Filmen .

Als Laudatorin wird die jetzt als selbständige Konsulentin und Veranstalterin arbeitende Valerie Besl auftreten . Die Überreichung des mit 3.700 Euro dotierten Preises findet am Montag , 27. Oktober 2008 , 20.00 Uhr , im Literaturhaus Wien statt . ( Man erinnere sich an Ann Cotten im Vorjahr ! )

Heute , 17. 7. liest Angelika Reitzer übrigens im Wiener MuQua im Rahmen des Sommer- Literatur- Festivals “O- Töne” ( 20:30 Uhr ) .

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KUNSTRADIO : RE- INVENTING @ REVOLVER

czz-neuesvonfreundenDass und wie RADIOKUNST nicht nur klingt , sondern durchaus auch des theoetischen Denkens fähig ist , erweist ein mit 544 Seiten stolzer Essayband , welcher soeben im Revolver- Verlag ( Frankfurt ) erschienen ist : “Re-Inventing Radio – Aspects of Radio as Art” . Der von Heidi Grundmann , Elisabeth Zimmermann , Reinhard Braun u. a. herausgegebene Sammelband formuliert sich durchwegs in englischer Sprache , gleichwohl sei ein Teil des Thesentextes in deutscher Zunge zitiert :

Während einmal mehr der Tod des Radios als Massenmedium vorausgesagt wird, zeigen aktuelle Entwicklungen der Übertragungstechnik, was lange bekannt war: beim Radio geht es nicht um die Übertragung von Sound sondern von Signalen. Nach mehr als einem Jahrhundert der Erneuerung, Aneignung und Veränderung wird das Radio heute in grossem Stil von neuem erfunden, um zu werden, was es immer schon war: ein Kommunikationsraum im weitest möglichen Sinn. Von diesem Ansatz her wendet sich das Buch ‘Re-Inventing Radio’ in einem grossen Bogen auch den Anfängen des Radios zu, das eine Kommunikationstechnik war, bevor es in ein Massenmedium verwandelt wurde. Angesichts eines ständig zwischen unterschiedlichen Polen oszillierenden Begriffes von ‘Radio’ kann weder von einer einheitlichen Geschichte des Radios noch von einer solchen Radiokunst die Rede sein. Der Band ‘Re-Inventing Radio’ versammelt internationale Medientheoretiker, KunsthistorikerInnen, KuratorInnen und vor allem KünstlerInnen, die eine solche einheitliche Geschichte in ihren unterschiedlichen Perspektiven, Zugriffen und Konzepten als Fiktion verdeutlichen - ohne allerdings Bezüge zu kunsthistorischen Entwicklungen wie z.B. Konzeptkunst, Mail Art, Fluxus oder Telekommunikationskunst zu verleugnen. ( mehr … )

Die Beiträge haben mehrere Generationen der dem von Heidi Grundmann gegründeten ORF- KUNSTRADIO verbundenen , vernetzten und mitdenkenden Künstler , Autoren , Kuratoren und Musiker gestaltet . Um nur einen Bruchteil der Netz- und Text- Denkenden zu nennen : Robert Adrian , Inke Arns , Johannes Auer , Robert Barry , Gottfried Bechtold , Hank Bull , Peter Courtemanche , Wolfgang Ernst , Bill Fontana , Adrew Garton , Daniel Gethmann , Heidi Grundmann , Wolfgang Hagen , Honor Harger , Candice Hopkins , José Iges , GX Jupitter-Larsen , Douglas Kahn , Friedrich Kittler , Tetsuo Kogawa , Richard Kriesche , Brandon LaBelle , Norbert Math , Doreen Mende , Sergio Messina , Roberto Paci Dalò , Garrett Phelan , Winfried Ritsch , Christian Scheib , Tom Sherman , Rasa Šmite , Anne Thurmann-Jajes ( pdf ) , Lori Weidenhammer , Sandra Wintner

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KUNSTRADIO : HOMMAGE À HEIDI GRUNDMANN

czz-neuesvonfreundenHeidi Grundmann , Radiojournalistin und Gründerin des ORF Kunstradio , begeht im Juli 2008 ihren 70. Geburtstag . In Anerkennung der Pionierleistungen , welche Grundmann für die Bildende Kunst und besonders die Radiokunst geleistet hat , werden neue Hörstücke mehrerer Künstler vorgestellt : Roberto Paci Dalò , Seppo Gründler und Liesl Ujvary zollen Heidi Grundmann mit akustischen Arbeiten Reverenz .

Als Beispiel sei Liesl Ujvarys , erstmals im Rahmen des IMA salons #7 | Ars Electronica 2007 öffentlich präsentierte Komposition “sprache der gene - hommage à heidi grundmann ” genannt :

sprache der gene‘ schreibt ein virus-genom in musik ab, wandelt genetische sequenzen von hefebakterien, hühnern, insekten und menschen (wir sind alle eine grosse familie) in sequenzen elektronischer musik um. minimalistische wiederholungen und verschiebungen analoger klangmuster bilden leben ab, randomisierungen erzeugen quasi evolution, strukturverschiebungen verweisen auf falsche kopiervorgänge. auch heidi grundmann gehört zu dieser familie, sie hat an dieser produktion, entstanden 1996, mitgearbeitet, mitgesprochen, mitgedacht. ’sprache der gene - hommage à heidi grundmann‘ ist ein neu bearbeitetes teilstück dieser produktion. mögen heidis genen noch viele fehlerfreie kopiervorgänge bevorstehen!

HIER die 31- minütige Arbeit im Vollton , versetzt mit einigen Partikeln der Stimme Heidi Grundmanns . Und HIER die Originalarbeitsprache der gene” ( 1996 / 1997 ) . Man néhme eine attentive Sitzhaltung ein . Und erwarte nichts generisch Bequemes ! - Mehr im ORF KUNSTRADIO , Sonntag , 20. 7. 2008 , 23:05 - 23:45 ( Radio Österreich 1 ) .

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KLANGAPPARAT

Die teilweise tribenden 4/4 mögen mitnichten darüber hinwegtäuschen , dass auch die langen Bögen , welche der Stockholmer DJ Subpilot für czz-hoerempfehlungsein Mixtrum Compositum arrangiert hat , zunächst dem tagesüblichen Soundgeschmack ein wenig befremdend anmuten mag : “Move out” lässt während einer vollen Stunde lang bemerkenswerte Metamorphosen sich vollziehen : Wie Schlieren sich langsam zu Schemen formen , Schatten ins Grob- dann Feinkörnige gleiten , bis schliesslich das , was zunächst nach sanfter Wassergeburt klang , zuletzt ausgewachsen tanzbar stampft . Man schreibe sich diesen Mixotic- Mix Numero 131 hinter die Ohren . CLICK LINK TO SEE PLALIST AND LISTEN . |||