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Dokumentation | Alte Schmiede : “Unter den Hammer gekommen”



||| Am Montag 16. 6. , 17:28 Uhr geht ein umfassender Bericht der Tageszeitung “Der Standard” zur Geschichte und derzeitigen Situation des Wiener Kultur- und Veranstaltungshauses Alte Schmiede online , datiert für die Printausgabe am 17. 6. 2008 .

Fortsetzung unserer seit der ersten Meldung über den möglichen Verkauf des Hauses Schönlaterngasse 9 vor genau einem Monat unternommenen DOKUMENTATION . - Artikellinks verschwinden , Berichte sinken ab ins kostenpflichtige Archiv : in|ad|ae|qu|at hält Meldungen , Meinungen , Äusserungen , Protestnoten und Politikerrepliken in chronologischer Folge fest .

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ALTE SCHMIEDE : UNTER DEN HAMMER GEKOMMEN . Der Standard , 17. 6. 2008 ( print ) , von Cornelia Niedermeier

alte-schmiede-was-tunBis vor zwei Wochen war die Wiener Städtische Versicherung Eigentümerin der Schönlaterngasse 9, Adresse der Alten Schmiede – Nun bangt sie um ihre Zukunft

Wien – Am Montag tagte das Präsidium der SPÖ in der Wiener Löwelstraße über die Zukunft der Partei. Wenige hundert Meter entfernt steht zeitgleich eine Institution in höchster Bedrängnis, die die – kulturpolitische – Vergangenheit jener Partei in ihrer denkbar begrüßenswertesten Form repräsentiert: die Alte Schmiede.

Seit Mitte der Siebzigerjahre beherbergt die Alte Schmiede den Wiener Kunstverein. Die Stadt hatte die Immobilie der einstigen Schmiedewerkstatt über den kommunalen Verlag Jugend & Volk übernommen mit dem Ziel, ein lebendiges Kulturhaus im Herzen der Wiener Innenstadt entstehen zu lassen. Den Werkstattgedanken ernst nehmend, wollte man einen Ort der Begegnung schaffen, an welchem die aufgeklärte Stadtgesellschaft ohne finanzielle oder andere Schwellen Zugang hätte zu zeitgenössischem Kunstschaffen.

Eingerichtet wurden in der Alten Schmiede neben den Büros des Kunstvereins das Literarische Quartier und die Musikwerkstatt.

300 AUTOREN IM JAHR

alte-schmiede-was-tunVor allem das Literarische Quartier entwickelte sich dank seines Leiters Kurt Neumann seither zu einer Institution, die im deutschen Sprachraum ihresgleichen sucht: Rund 300 Autoren aus aller Welt lesen hier jedes Jahr bei freiem Eintritt für das Publikum – und entwickeln, in enger Zusammenarbeit mit Kurt Neumann, eigene Projekte. Eben erschienene Werke experimenteller Lyrik oder die jüngsten Literaturtheorien werden ebenso in der Alten Schmiede präsentiert – und diskutiert – wie literarische Debüts. Wer Einblick sucht in die Gegenwart deutschsprachiger Literatur und Literaturwissenschaft, erfährt in der Alten Schmiede oft mehr als an den Germanistik-Instituten der Universität.

Wie desinteressiert aber durchaus SP-nahe Unternehmen in Zeiten der Privatisierung wertvollem kulturpolitischen Erbe begegnen, beleuchtet die gegenwärtige Not der Institution. Ende der Achtzigerjahre nämlich übernahm die Wiener Städtische Versicherung die kommunalen 88 Prozent der Immobilie in ihren Besitz. Nunmehr selbst privatisiert und eine Aktiengesellschaft, mithin ökonomischem Gewinndenken verschrieben, schritt die Versicherung in den vergangenen Wochen zum Verkauf des Kulturhauses: an den Immobilienentwickler Immokrass. Bei Immokrass handelt es sich um ein an Profit orientiertes Unternehmen, das den Umbau der Wohnungen zu Luxuseigentum, Dachausbau etc. plant, um die Einzelobjekte mit möglichst hohem Plus weiterzuverkaufen. Ein Geschäft, bei dem eine nahezu allabendlich arbeitende Kulturinstitution im Erdgeschoß nur stört.

LUXUSWOHNUNGEN

alte-schmiede-was-tunDer Verkauf durch die Wiener Städtische mutet desto absurder an, als erst vor kurzem die alte Schmiedewerkstatt zu einem wunderbaren zweiten Lesungsraum ausgebaut und eine auch tagsüber geöffnete Galerie der Literaturzeitschriften eingerichtet wurde. Pläne für die Adaptation des Kellers zu einem größeren Lesungsraum existieren, sodass, laut Kunstverein-Generalsekretär Walter Famler, künftig auch größere Festivals – wie die “Literatur im März“, für die früher die Kunsthalle angemietet werden musste – im eigenen Haus stattfinden könnten.

Hätte der Kunstverein selbst die Möglichkeit erhalten, über eine Stiftung die gesamte Immobilie zu übernehmen, hätte man Wohnungen für Künstler einrichten können. Eine Chance, die achtlos vergeben wurde. Zwar sind die Mietverträge des Kunstvereins “wasserfest”, dennoch blickt man unruhig in die Zukunft. Weshalb Famler sich vom städtischen Kulturbudget einen einmaligen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro für Rest-Umbau und Ankauf der Schmiede-Räumlichkeiten und künftig eine zehnprozentige Erhöhung der mit 1,3 Millionen jährlich ausgestatteten Institution als Zeichen der Unterstützung erhofft.

SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny betont sein Interesse am Erhalt der Institution und sichert dem Kunstverein auf Anfrage des Standard auch künftig Unterstützung zu. Vor finanziellen Zusagen warte er aber auf konkrete, mit dem neuen Eigentümer abgestimmte Pläne des Kunstvereins, die ihm noch nicht vorlägen.

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LINKS

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RELATED

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Alte Schmiede : 3 Aufrufe - 3 Repliken



||| I. VIELE FRAGEN - KAUM DISKURS | II. BRIEF , BLOG , PRESSE | III. IG AUTOREN AUTORINNEN | IV. GAV | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

I. VIELE FRAGEN - KAUM DISKURS

Alte Schmiede Was tunInstitutionen und Privatpersonen , Mitarbeiter und Gestalter , Musiker und Autoren : sie alle wollen wissen , wie es nach dem Verkauf des Hauses Schönlaterngasse 9 um die künftigen Geschicke der “Alten Schmiede” steht . Mit dem seit über 30 Jahen im Haus Numero Neun situierten “Literaischen Quartier” ( 30 Jahre ) und der “Musikwerkstatt” ( 30 Jahre ) steht freilich nicht nur ein pittoreskes Ambiente auf dem Spiel , sondern das zunehmend rar werdende kulturpolitische Anliegen langfristiger Förderung neuer Kunst im Entstehen sowie im Verstehen seitens des Publikums . Die entsprechende Formulierung der Trägerorganisation “Kunstverein Wien” lautet wie folgt :

Der Kunstverein Wien wurde im Jahr 1972 gegründet und hat gem. § 2 der geltenden Statuten den gemeinnützigen Zweck, Kunst und Künstler sowie das Verständnis für diese zu fördern. Seine Tätigkeit ist nicht auf Gewinn gerichtet.

Langfristige Planung , Offenheit für Unkonventionelles sowie “realistische” Honorare für künstlerische und kulturvermittelnde Leistungen haben die “Alte Schmiede” zu einer für viele Kunst- und Kulturschaffende buchstäblich lebensnotwendigen Institution gemacht . Entsprechend gross ist die Aufregung über eine mögliche Gefährdung von Bestand und Betrieb der “Alten Schmiede” .

Es ist bemerkenswert , dass - seit die Nachricht um einen möglichen Verkauf des Hauses kursiert ( 17. Mai , Der Standard ) - kein nennenswerter Diskurs über das Thema entwickeln will : Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage , inwieweit sich die Kulturadministration der Stadt Wien zu Zeiten der Event- und Spektakelkultur zum kulturpolitischen Wert von “Bildung , Partizipation und Entwicklung” bekennt , in deren Geist der “Kunstverein” gegründet worden ist .

Statt statt klar beantworteter Fragen gibt es Protestnoten und unverbindliche Repliken . So brauchte es zehn Tage bis der zuständige Stadtrat auf die dringlichen Fragen seitens der “IG Autorinnen Autoren” sowie der “GAV ” reagierte . Drei Beispiele für “die nicht gegebene Antwort” werden im Folgenden dokumentiert .

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II. BRIEF , BLOG , PRESSE

Alte Schmiede Was tunAm 27. 5. ging ein Mail- Rundschreiben von Seiten des Vorstandes des “Kunstvereins Wien” zur “Information und Erklärung zur Situation der Alten Schmiede” an viele Autorinnen und Journalisten . Unter der dezidierten Erklärung ,

dass sich der Kunstverein weiterhin mit Nachdruck um eine gedeihliche Lösung der entstandenen problematischen Situation bemühen wird, damit der in seinen Satzungen festgelegten Aufgabe, diesen ‘Mittel und Einrichtungen zur Ausübung, Vervollkommnung ihrer schöpferischen Kapazität zur Verfügung zu stellen’, verantwortungsvoll nachgekommen werden kann ,

wurden die Fakten wie folgt dargelegt :

Seit kurzer Zeit hat die Wiener Städtische Versicherung, ihr Generaldirektor Dr. Günter Geyer war 12 Jahre Präsident des Kunstvereins Wien und zeigt sich in der Angelegenheit persönlich engagiert, bekannt gegeben, das Gebäude Schönlaterngasse 9 verkaufen zu wollen.

Trotz mehrfacher Bemühung seitens des Kunstvereins hat eine gemeinsame Problemberatung von Hauseigentümerschaft, Kulturabteilung der Stadt Wien, auf deren Initiative der Kunstverein 1969 gegründet und 1975 in der Alten Schmiede etabliert worden war, und dem Kunstverein Wien bislang nicht stattgefunden.

In spontaner Reaktion verfasste der Wiener Autor Michael Hammerschmid ein flammendes Plädoyer für die “Alte Schmiede als Bleibe” , welches den historischen , symbolischen und gesellschaftlichen Raum der Institution plastisch umschrieb . Ungeachtet dessen , dass die Immobilie inzwischen tatsächlich in neue Eigentümerschaft übergegangen war , publizierte Hammerschmid seinen Essay am 30. 5. auf in|ad|ae|qu|at . Per Brief ging der Text auch direkt an die Wiener Städtische Versicherung . Voriges Wochenende wurde das Plädoyer : Für die Alte Schmiede als Bleibe von der Tageszeitung “Die Presse” abgedruckt .

Dem in Form eines offenen Briefes formulierten Essay fügte die Netz- Redaktion den Hinweis auf die “Antwort von Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung” hinzu . Zu dumm nur : Der Link führte den ganzen Samstag und Sonntag lang ins Nichts . Online also : keine Antwort .

Alte Schmiede Günter Geyer Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung ( click to XL )

Sehr wohl online ist dahingegen ein Interview mit Günter Geyer über Expansionspläne der Wiener Städtischen im Montags- “Standard” .

Edit : Montag wurde schliesslich auch der defekte Link der “Presse” zur Replik von Dr. Günter Geyer , dem Vorstandsvorsitzenden der Wiener Städtischen Versicherung , “repariert” . Im Volltext :

Sehr geehrter Herr Dr. Hammerschmid!

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben, dass Sie mir per E-Mail am 30. Mai übermittelt haben. Aus Ihren Zeilen wird deutlich, dass Sie sich um die Zukunft der Alten Schmiede große Sorgen machen und einen Appell an uns richten, von einem Verkauf des Hauses in der Schönlaterngasse Nr. 9 abzusehen.
Der Verkauf des Hauses Schönlaterngasse Nr. 9 ist eine unternehmenspolitisch notwendige Entscheidung. Die Immobilienpolitik der Wiener Städtischen Versicherung AG Vienna Insurance Group hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Wir investieren heute in größere Objekte, Zinshäuser oder Immobilienfonds. Mit dem Kunstverein Wien besteht ein aufrechter Mietvertrag, der vom neuen Eigentümer übernommen werden muss.
Die Wiener Städtische ist bereits seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Förderin von Kultur und Kunst. Dies ist integraler Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie und –kultur. Dabei stellen wir den Gedanken an den Nutzen für eine möglichst breite Allgemeinheit in den Mittelpunkt unserer kulturellen Aktivitäten, für die wir bereits vielfach ausgezeichnet worden sind. Aktuell unterstützen wir seit Jahren die artothek der Alten Schmiede – im Sinne unserer Förderung der zeitgenössischen Bildenden Kunst in der Österreich. Auf dem Gebiet der Literatur engagieren wir uns seit Jahren für Projekte zur Lese- und Schreibförderung der heimischen Jugend.
Ich selbst war vor einigen Jahren Mitglied im Vorstand des Kunstverein Wien und weiß daher sehr gut, welchen Beitrag der Kunstverein Wien in der Vermittlung von Kunst und Kultur leistet. Ich bin zuversichtlich, dass für die Zukunft des Kunstverein Wien eine konstruktive Lösung gefunden werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Günter Geyer
(Vorstandsvorsitzender Wiener Städtische Versicherung AG)

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III. IG AUTOREN AUTORINNEN

Alte Schmiede Was tunAuch die “IG Autorinnen Autoren” hat auf die Nachricht vom ( möglichen | erfolgten ) Verkauf des Hauses reagiert . Zum einen mit der Aktion “1.000 Stimmen für die Alte Schmiede” , zum andern mit den expliziten Äusserungen des Geschäftsführers Gerhard Ruiss , den “katastrophalen Zustand der Wiener Literaturförderung ganz allgemein offensiv thematisieren” zu wollen ( Der Standard online , 2. 6. 2008 ) .

Die Aktion läuft , eine öffentlich “offensive Thematisierung” der Wiener Literaturförderung ist dahingegen ausgeblieben . Mit Ausnahme der Debatte im Gemeinderat der Stadt Wien ( 4. 6. ) , wo Marco Schreuder ( Die Grünen ) den Antrag einbrachte , die Stadt Wien - in Person des Kulturstadtrates Andreas Mailath-Pokorny - solle “sofortige Verhandlungen” aufnehmen , “um die Zukunft der Alten Schmiede zu sichern” . Dieser Antrag wurde “mit der Zustimmung aller Fraktionen angenommen” .

Andreas Mailath-Pokornys Replik auf die Aktion und Äusserungen der “IG- Autorinnen Autoren” wurde in der Samstagsausgabe des “Standard” ( 7. 6. ) wie folgt paraphrasiert :

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny sicherte postalisch wiederum seine Gesprächsbereitschaft mit allen beteiligten Parteien zu.

Genau 21 Tage nach der ersten Meldung zur “ungewissen Zukunft” der Institution : Eine Replik , aber keine Antwort .

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IV. GAV

Auch die “Grazer Autorinnen Autorenversammlung” ( GAV ) hat sich mit einer Bekundung der Besorgnis an Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gewandt . Zehn Tage später erfolgte eine Replik . Mit dem ausdrücklichen Einverständnis der GAV- Geschäftsführung dokumentieren wir im Folgenden den Wortlaut beider Schreiben . Zunächst die Anfrage der “Grazer Autorinnen Autorenversammlung” vom 20. Mai 2008 :

Sehr geehrter Herr Stadtrat,

mit großem Befremden haben wir gelesen, dass die Alte Schmiede als Ort der Literatur bedroht sei. Wir möchten hiermit, im Namen unserer Mitglieder, als die größte Autorinnen/Autorenvereinigung unter dem Dach der IG, hiermit unserer Besorgnis Ausdruck verleihen: Dieser Ort darf nicht verlorengehen. Es ist ein Ort der Begegnung, der Erfahrung, der Möglichkeiten. Zahlreiche Mitglieder unseres Vereins haben im Literarischen Quartier / Alte Schmiede nicht einfach nur Lesungen bestritten, sondern, in bester Zusammenarbeit mit Kurt Neumann, waren Projekte möglich, die es so nie hätte geben können: Symposien, Autorenmonate, usw. Es ist dies ein Ort von besonderem Wert, der dem Austausch unter den Schreibenden ein ganz besonderes Podium bietet und hoffentlich noch weiterhin bieten wird. Die neu hinzugekommene Galerie der Literaturzeitschriften setzt dies auf ganz besondere Art und Weise fort. Das Literarische Quartier soll eines bleiben: Quartier.
Und mit Kurt Neumann. Und dank Kurt Neumann.

gezeichnet: Christine Huber, Gerhard Jaschke.
(Geschäftsführung; im Namen zahlreicher Mitglieder der GAV)

Replik von Andreas Mailath-Pokorny ( Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft von Wien ) vom 30. Mai 2008 :

Sehr geehrte Frau Huber!
Sehr geehrter Herr Jaschke!

Ich bestätige den Erhalt Ihres Briefes vom 20. Mai 2008 und danke für Ihr Engagement in Sachen Alte Schmiede. Ich teile Ihre Ein- und Wertschätzung dieses Hauses und bin mit Ihnen einer Meinung über die Bedeutung des dort Gebotenen und Geleisteten. Deshalb gibt es ja keinerlei Zweifel an der Fortsetzung der Unterstützung für die Alte Schmiede. Aufgrund der gültigen Mietverträge gibt es auch keinen Anlass, die Existenz der Alten Schmiede als gefährdet anzusehen.

Was hingegen die Aus- und Umbaupläne betrifft, hat sich die Stadt gesprächsbereit gezeigt, diese sind jedoch in der Tat mit dem neuen Eigentümer abzuklären, ehe darüber befunden werden kann. Ich sehe daher weder die Existenz der Alten Schmiede, noch deren Zukunft gefährdet, sondern diese durchaus hoffnungsfroh.

Mit Dank und freundlichen Grüßen,
gezeichnet Andreas Mailath-Pokorny.

Zehn Tage nach dem brieflichen Ausdruck von “Besorgnis” seitens der GAV : Ein Papier , aber keine Antwort .

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LINKS

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KLANGAPPARAT

Dass in|an|ae|qu|at seine besondere Vorliebe für das Netlabel broque bei jeder sich bietenden Gelegenheit verkündet , wird dem geneigten , ja gar manch zufälligem Leser bereits aufgefallen sein . Die Eigenwilligkeit der Tunes , die Der Werte Herr Christian regelmässig aus dem Kosmos möglicher Töne herauszupft , mag dabei ebenso mitspielen wie gewisse Konkordanzen hinsichtlich der Auffassung des elektronischen Lebens . Jetzt , da wir eben unser Ränzlein schnüren , um auf Reisen zu gehen , meldet broque seine Übersiedelung … wenn wir recht informiert sind , dann geschieht czz hörempfehlungdies leider doch nicht , wie einmal erwogen , Richtung Wien . Als vorläufige Abschiedsgabe vor der Resettlement- und Sommer- Pause gibt es nicht nur die mittlerweile 12. Echtvinyl- LP , Good Guy Mikesh & Filburt : “Hypnopoint” , sondern auch eine frische EP ( # 43 ! ) als Damen- und Herrenspende . Getroffen und gefunden wurde der Musiker und Grafiker Ricardo Mestre aka Pseudónimo in Pessoas Lissabon und mit ihm ein musikalischer Mikrokosmos entdeckt , welcher dem genius loci ebenso wenig schuldig bleibt wie den mitunter melancholischen Vorlieben des Labels . Sensitiv elegisch , reduziert auf wenige Harmonien , brennt da ein starkes Licht auf kleiner Flamme : Das Artifizielle ebenso offensiv herausstellend wie die vermeintliche Simplizität , navigieren die fünf Tracks von “Terra Firma” in einer unbesehenen Zwischenwelt , von wo sie sichere psychoakustische Wirkungen mitbringen . Diskrete Eleganz . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. terra firme | 02. outside | 03. a rosy wisp of cloud | 04. no quarto dos pais ( interlúdio ) + tormenta | 05. estória dos dias curtos |||

Für die Alte Schmiede als Bleibe - Ein Plädoyer von Michael Hammerschmid



||| Gastbeitrag von Michael Hammerschmid

Die Wiener Städtische Versicherung möchte ein altes Haus im Ersten Bezirk, in der Schönlaterngasse 9 verkaufen. Es ist die sogenannte “Alte Schmiede“.

EIN EXPANDIERENDES UNTERNEHMEN

Alte Schmiede Was tunDie Wiener Städtische Versicherung ist ein stolzes Unternehmen. Es expandiert in den Osten, findet neue Partner und vergrößert seine Kundschaft, die ihr vertrauen. Wie jedem Unternehmen, das floriert und für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgt und sich als stabilisierender Faktor in einer Gesellschaft positioniert, gebührt ihm dieser Stolz. Nicht zuletzt, wenn so ein Unternehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft übernimmt, indem sie ihre Aufgabe darin sieht, mit allem, womit es zu tun hat und wofür es Verantwortung übernommen hat, auch sorgsam umzugehen. Und so für das, was in und um dieses Unternehmen wächst, möglichst große Sicherheit bietet.

Der Verkauf, ein grundsätzlich legitimer Vorgang, kommt im konkreten Fall jedoch einer Zerstörung gleich mehrerer sozialer Gefüge gleich, die in dem Haus beherbergt sind und die vom Kunstverein Wien als Musikwerkstatt und als Literarisches Quartier geleitet werden. Warum die Stadt und die Autorinnen und Autoren nicht nur dieser Stadt dieses Haus und diesen Ort dringend brauchen, und weshalb ich die Verantwortlichen in Politik und in der Wiener Städtischen dazu aufordern möchte, einer gleichgültigen und sorglosen Beseitigung dieses weitverzweigten Gewächses zu wehren, möchte ich hier erläutern.

EIN NACHHALTIGES HAUS

Seit nunmehr 31 Jahren hat Kurt Neumann, der Leiter der Alten Schmiede, dieses Haus nicht nur zu einem der geliebtesten literarischen Veranstaltungshäuser gemacht, sondern auch zu einem der lebendigsten und produktivsten. Es ist schier als ein unvergleichliches Ereignis zu bezeichnen, dass dies über so viele Jahre möglich ist und nicht zuletzt seinem Leiter und seinen engagierten Mitarbeiterinnen zu danken. Dabei ist diese Alte Schmiede vor allem eines: ein unscheinbarer Ort, der unterhalb der Oberfläche der Vermarktungsphantasmen wirkt und nachhaltig wirkt, wie man das so gerne in der Politik von etwaigen Maßnahmen behauptet. Die Alte Schmiede ist ein Beispiel für Nachhaltigkeit. Ihre Arbeit ist nahezu gleichzusetzen mit Nachhaltigkeit. Die darüber hinaus eine allen Menschen, allen Bürgerinnen und Bürgern offene Arbeit mit Literatur ist, die von Seiten der Autorinnen und Autoren, von Seiten der Besucherinnen und Besucher, von Seiten der Wissenschaften kontinuierlich geleistet wird. Es ist also eine Arbeit für und von Professionellen und von Laien. Und die Alte Schmiede somit beides, populär und elitär, extensiv und intensiv. So dass sie zum Inbegriff dessen werden konnte, was sich Universitäten und anderen Institutionen gerne auf ihre Fahnen heften, ohne so leicht die ihnen eingeschriebenen Schwellen zu überwinden.

LITERATUR LOKAL | INTERNATIONAL

Alte Schmiede Was tunVor allem ist die Alte Schmiede dabei tief verbunden mit dem lokalen Literaturleben. Jeder Autor, jede Autorin kennt die Alte Schmiede und liest hier gerne, weil er sich an diesem Ort vor Nachlässigkeit und Ignoranz, vor jeder Art der Ungenauigkeit im zwischenmenschlichen und professionellen Umgang bewahrt weiß. Denn die Alte Schmiede und ihr Kurt Neumann liest eben auch die Werke, die hier zur Geltung kommen sollen, die hier besprochen, diskutiert werden, und die Konzepte der Veranstaltungen sind dieser Grundhaltung entsprechend konzise, überlegt und gemeinschaftlich besprochen. Und in ihrer Feinmechanik auf die verschiedenen Faktoren abgestimmt, auf Raum, persönliche Lebensumstände, auf intellektuelle Profile und künstlerischen Eigensinn. Die Vereinbarungen sind klar und verbindlich. Die Bezahlung ist ehrlich und autor(innen)orientiert.

Denn im Fokus der Alte Schmiede steht die Arbeit, der Text, die Sprache, die Autorinnen und Autoren, das Gemeinschaftliche, das Forschen, die Neugier. Die Alte Schmiede ist somit zu einem Ort der literarischen und nicht nur der literarischen Sozialisation für viele Menschen geworden. Man könnte sie als eine Art geheime und gleichzeitig offene Universität oder allgemeiner Bildungsinstitution bezeichnen, genauso wie als einen Abendtisch der Literatur, an dem sich Menschen und Literaturinteressierte einfach austauschen. Als ein quirelnder, sprechender Ort mithin, der sich permanent neu erfindet, ohne seine Grundhaltung neu erfinden zu müssen. Die Alte Schmiede ist bei all seiner Verwurzelung mit Wien und seinen Bürgern aber gleichzeitig international ausgerichtet, indem sie Gäste aus aller Welt in diese Stadt lockt und mit ihnen Verbindungen eingeht, intellektuelle und auch freundschaftliche, die über Jahrzehnte bestehen. Seit 30 Jahren kommen diese Gäste auch immer wieder und loben die Alte Schmiede als einen Ort, in dem man sich um ihr Wohl kümmert und mit ihnen, und das ist das Wesentliche, immer wieder von neuem auch die Auseinandersetzung sucht und pflegt.

LEBENDIGES WORT

Aus diesem gemeinsamen Dritten, das zwischen den Menschen und ihren Zeilen entsteht, könnte man vielleicht sagen, besteht der Stoff aus dem die Alte Schmiede gemacht ist. Das lebendige Wort, der kritische Gedanke, die freundschaftliche Emphase kann man als wesentliche Bestandteile dieses Stoffes extrahieren, ohne ihn aber so noch ganz erfasst zu haben. Zu ihm gehört eben auch der Ort selbst, die Alte Schmiede. Das Haus, in dem sich im Keller tatsächlich und wie der Name sagt, noch eine Alte Schmiede birgt und zeigt. Es ist eine der ältesten Europas. Es ist eine der schönsten. Mit alten Hämmern und Zangen.

Fast will man nicht glauben, dass das Zufall sein kann. Erzählt doch diese Alte Schmiede auf ihre Weise vom Machen, vom Werken an einem Stoff. In jenem Fall vom Eisen, in diesem vom Sprachstoff, in dem wir uns alle bewegen, den wir alle täglich in unseren Mündern formen, verändern, tradieren und auch neu erfinden, mit Leben behauchen. Seit Anfang des Jahres ist diese Alte Schmiede im Untergeschoss Teil des sogenannten Galerie der Literaturzeitschriften. Einem weiteren, einzigartigen Projekt, das der sich besonders um das Haus und dessen Umbau engagierende Direktor Walter Famler gemeinsam mit Kurt Neumann iniziiert hat. Darin werden österreichische und ausländische Literaturzeitschriften gesammelt und liegen zur freien Lektüre auf. Unentgeltlich. Wie dies auch der Besuch der Alten Schmiede ist. Der Zeitschriftenleseraum ist ein Projekt, das also gerade erst seine Eröffnung erfahren hat und sich zu etablieren beginnt. Ein zarte Pflanze mithin, die nun wieder auszureißen, undenkbar absurd anmutet. Wie vor allem und in ganz grundlegender Weise die Vorstellung, der Geschichte der Alten Schmiede als Literaturveranstaltungsort nun ein Ende durch einen simplen Verkauf setzen zu wollen.

AURATISCHER ORT

Alte Schmiede Was tunEs ist ein Ort, den alle die Gäste wiederfinden würden, weil die Flexibilität des Gedankens, gleichsam als Gegengewicht Kontinuität braucht. Das Haus der Alten Schmiede steht für diese Kontinuität ein. Es ist jener Ort, der seine Aura, seine Atmosphäre über die Jahre entwickelt hat. Es ist etwas Unauslöschbares daran. Unauslöschbar, was hier gewachsen ist, heißt aber nicht unzerstörbar. Nach Jahrtausenden ist auch an anderen historischen Stätten die Energien der Geschichte, die Aura der Orte noch vorhanden. Denn sie ist menschengemacht. Die Zerstörung eines solchen Ortes, der sorglose Verkauf, käme einer elementaren Entwurzelung gleich, einer Gewalt, die sich über das Gewachsene, über die unendlich vielen, unsichtbaren Fäden menschlichen Zusammenhalts hinwegsetzt. Die Alte Schmiede ist aus diesem Grund nicht dislozierbar. Die Alte Schmiede ist ein Begriff geworden. Ein Teil der Stadt. Teil des Bewusstseins und des Unbewussten dieser Stadt. Ein Kraftzentrum. Weil ein Produktionszentrum.

Sie steht für ein Programm, das durch eine Sensibilität gekennzeichnet ist, wie kaum ein anderer Ort. Dieses Sensiblität gilt in erster Linie dem Wort, auf das man hören muss, um es zu vernehmen. Es gilt den Menschen, die sich mit diesen Worten auseinandersetzen, als Menschen und für die Menschen. Der Dichter Ernst Jandl, häufiger Besucher und Lesender in der Alten Schmiede schrieb einmal: “Sprache ist von uns gemacht, und wir können, dürfen, sollen alles mit ihr machen, was mit ihr zu machen möglich ist - ohne Scheu, ohne Ehrfurcht, doch dafür mit Freude, Liebe, Heiterkeit.” Das könnte auch für die Alte Schmiede gelten, als ihr humanistisches Programm. Ein Projekt jenseits der Angstschüre, kein bewahrendes, konservatives Programm von Literatur, sondern eines, das sich über seine Verbindungen, seine Verbindlichkeit, seinen Einsatz definiert und deshalb gar nicht definieren braucht. Was die Alte Schmiede ist und kann, äußert sie von selbst. Selbst ein emphatischer Aufsatz wie dieser, trifft nur einen Zipfel von dem, was sie macht, indem sie der Literatur dieser Stadt einen Ort gibt, ohne sie auf diesen festzuschreiben.

VON “ALPHABETISIERUNG” BIS “ZERSTÖRUNG”

Gerade weil das so ist, weil sie selbst den Ort nicht in den Mittelpunkt stellt, ist dieser so schützens- und bewahrenswert. Es braucht unter Besucherinnen und Besuchern, unter Autorinnen und Autoren nicht der Versicherung, um das glaubwürdig zu machen. Keiner würde es argumentieren wollen. Das die Absurdität dieses Artikels. Denn was die Alte Schmiede ist, ist Selbstverständlichkeit. Selbstverständlichkeit ist aber nichts, was einfach nur da ist, weil es da ist. Kein tautologisches etwas. Sondern etwas, das täglich von neuem hergestellt wird. Für das Existenzen einstehen, sich ihm widmen, es wollen, wünschen, ihre Fantasien durch es und mit ihm anregen lassen. Dieser Art von Selbstverständlichkeit ist diese Alte Schmiede in einer Stadtgesellschaft, die wie jede Gesellschaft durch Desolidarisierung, Gier und Neid bedroht ist.

Was immer die Motive für den Verkauf sein mögen, sie können sich nicht aufwiegen lassen mit dem, was so ein Verkauf zerstören würde. So schwer und vielleicht auch leicht es für Mitarbeiter und Chefs der Wiener Städtischen Versicherung auch ist, diese Selbstverständlichkeit zu erkennen, wenn sie noch nicht daran teilgehabt haben. Die tausenden Veranstaltung, Symposien, Autorinnen und Autoren-Projekte usw., die hier in den letzten 30 Jahren stattgefunden haben, die unzähligen Buchprojekte, die aus den Veranstaltungen hervorgegangen sind, der kontinuierliche Besuch so vieler Intellektueller und Bürger, wären auf der Seite der Zahlen und Fakten anzuschreiben, und sind doch nur ein Teil von dem, was diesen Ort zu dem macht, was er ist.

Alte Schmiede Was tunEin Ort der Sozialisation, der Alphabetisierung in einem anderen, sehr feinen, filigranen und darum menschenwürdigen Sinn . Ein Ort, an dem sich jenseits äußerlichen Wollens, dem Entstehen von Sprache, Bewusstsein und Mündigkeit Raum gegeben wird. Keiner Versicherung bedarf es. Und doch bedarf es der Städtischen Versicherung. Der ich versichere kann, der Wert dieses Hauses als Ort der Literatur ist unverkäuflich. Verkaufen Sie es deshalb nicht! Besinnen Sie sich auf Ihren zentralen Auftrag als Versicherung, das zu sichern, was für eine Gesellschaft und deren Menschen als Wert gilt.

Die Unterlassung des Verkaufs wäre mehr als ein wertvoller Beitrag. Ein unbezahlbarer. Und ließe Ihr Unternehmen nach wie vor im Lichte erscheinen, jenes stolze Unternehmen zu sein, als das Sie gelten könnten. Und worauf Sie ein Recht haben, wenn Sie es sich zur Pflicht machen.

Wien, am 29. Mai 2008

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RELATED :

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Dokumentation : “Verunsicherung bei allen Beteiligten” - “Alte Schmiede vor ungewisser Zukunft” ?



Das “Literarische Quartier Alte Schmiede” - seit 33 Jahren unverzichtbares Kraftwerk und Ideenschmiede im Literarischen Leben Wiens und Österreichs - muss um seinen angestammten Standort im Herzen Wiens bangen . Die Hiobsbotschaft , am 17. Mai von Ronald Pohl im “Standard” angedeutet , wurde gestern mittels einer per Rundbrief versandten Sachverhaltsdarstellung des Trägervereins differenziert .

Eine in|ad|ae|qu|at|e Dokumentation .

Alte Schmiede Was tun

I. DIE ALTE SCHMIEDE VOR UNGEWISSER ZUKUNFT

Die Alte Schmiede vor ungewisser Zukunft : Gesamtinhaberin der Immobilie Schönlaterngasse Nummer 9 erwägt, das Haus zu verkaufen - Der Leidtragende könnte das Literarische Quartier der Schmiede werden ( Ronald Pohl , Der Standard , 17. 5. 2008 )

Wien - Veränderungen der vorerst ungewissen Art stehen der Alten Schmiede in der Wiener Innenstadt ins Haus. Wie Walter Famler, Generalsekretär des Kunstvereins Wien, bestätigte, trägt sich die Wiener Städtische Versicherung als nunmehrige Gesamtinhaberin der Immobilie Schönlaterngasse Nummer 9 mit der Absicht, das Haus zu verkaufen. Der Leidtragende könnte das Literarische Quartier der Schmiede werden. Potenzielle Kaufinteressenten erwägen offenbar eine weitgehende Umwidmung der Wohn- und Nutzflächen, die unweigerlich den Betrieb von Literaturquartier und Musikwerkstatt infrage stellen würde.

Famler, der von einer “Verunsicherung bei allen Beteiligten” spricht, macht auf den “wasserdichten Mietvertrag” aufmerksam, den der Kunstverein vor Ort besitze: “Wir sprechen von einer unverzichtbaren Kultureinrichtung - und davon, dass auch eine Instanz wie die Wiener Städtische schließlich öffentlich-städtische Interessen wahrzunehmen hat.”

Die Alte Schmiede residierte einst im Wohneigentum von Jugend & Volk, ehe die Wohnung und der Veranstaltungsraum nebst Keller in den Besitz der Wiener Städtischen übergingen. Um rein kommerziellen Verwertungsinteressen vorzubeugen, trägt sich Famler mit Umwidmungsideen, die einer Bestandsgarantie gleichkämen. “Es wäre von Vorteil, eine Stiftung zu gründen. Mit der Deklaration einer Kulturimmobilie wäre die Idee, Luxuswohnungen zu schaffen und für sie Garagen zu bauen, vom Tapet.”

Famler glaubt, auf dem Verhandlungswege eine ersprießliche Lösung finden zu können: “Das Haus steht ja immerhin unter Denkmalschutz!” Im Zuge einer Verlagerung von Büro- und Veranstaltungseinheiten könnte auch auf den frei gewordenen Besitz der sanft entschlafenen SPÖ Zukunftswerkstätte zurückgegriffen werden. Tatsache ist: Die Alte Schmiede scheint als eingeführter Veranstaltungsort für literarische Erkundungen, die Autor Kurt Neumann anleitet, nicht ohne weiteres dislozierbar. Oder, wie Famler sagt: “Umzuziehen in eine aufgelassene Bäckerei, um dort womöglich eine Neue Literatur-Bäckerei aufzumachen - das wäre doch absolut witzlos!”

Die Stadt scheint sich der Problematik auf Nachfrage bewusst: “Nach dem bereits erfolgten Ausbau der Alten Schmiede treten wir in eine zweite Phase - und warten auf Vorschläge!”, heißt es im Büro Mailath-Pokorny. Alle anderen Festlegungen seien Bestandteil von noch zu führenden Verhandlungen. Famler hat Planungen angestellt. Bereits um 700.000 Euro könnte man Umbauten vornehmen - und vor Ort einen Veranstaltungsraum für 200 bis 300 Personen “bespielbar” machen.

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Alte Schmiede Was tun

II. ÜBER KURT NEUMANN UND DAS “LITERARISCHE QUARTIER ALTE SCHMIEDE”

Vorbemerkung zu : Öffentlichkeit und Charakter . Essays . Sonderzahl Verlag 2000 ( Auszug )

Von Christiane Zintzen

LESEN + LESEN LASSEN

Lesung , Vorlesung , Vortrag , Rezitation : Ein Text - gelesen , verlesen - verlautet , verlautbart . Person der Autorin , Stimme des Autors , Vollzug in realer Gegenwart . Der Raum : ein Kreis von Anwesenden , von Hörenden , von im Hier und im Jetzt Aufnehmenden . Und entsteht also ein Viertes - ein der Triade von Werk , Person und reflektierendem Publikum Zuwachsendes - ein Echoraum . Bei jeder Lesung neu , bei jeder Vorlesung anders , bei jedem Vortrag unvorhersehbar , bei jeder Rezitation unverwechselbar . Eine je charakteristische “Öffentlichkeit” .

Wenn das Lesungs- und Veranstaltungsprogramm des Wiener Literarischen Quartiers | Alte Schmiede im Herbst 2000 in sein 26. Jahr geht , überschneidet sich die vollbrachte Rundung von 3.500 literarischen Veranstaltungen mit dem runden Geburtstag Desjenigen , als dessen LebensWerk die Alte Schmiede recht eigentlich geltend zu machen ist : Kurt Neumann .

Als Promotor eines dezidiert an der Moderne orientierten Literaturverständnisses , als Schöpfer einer institutionellen ( aber eben auch gesellschaftlichen und sozialen ) Stätte für die komplizierte Literatur , aber auch als Mensch von grosser Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität ist es KURT NEUMANN gelungen , mit dem Literarischen Quartier eine Alternative zu den üblichen Veröffentlichungsmodalitäten von Presse , Funk und Buchmarkt aufzubauen und einen Raum von Öffentlichkeit zu schaffen , der literarische Professionalität mit “familialer” Soziabilität verbindet . So ist jener Humus entstanden , auf welchem sich die österreichische Literatur zu dem entwickeln konnte , wofür sie die internationale Literaturkritik heute schätzt .

DIALOG + LABOR

Zugleich hat das von Kurt Neumann nun seit fast 25 Jahren gestaltete und getragene Programm die Alte Schmiede als eine konsequent gepflegte und nachhaltig wirksame Plattform für den Austausch verschiedener künstlerischer und wissenschaftlicher Kulturen im geistigen Leben Österreichs verankert . Experimentierfeld für Literatur , verpflichtete sich die Alte Schmiede allerdings stets auch der Pflege diskursiver Reflexion durch und über Texte , weshalb in zahlreichen Veranstaltungsreihen ein Dialog zwischen Texten und Autoren , aber auch zwischen Literatur- und Kulturwissenschaftern kontinuierlich gefördert worden ist .

Umfassend ist mittlerweile die Agenda derjenigen “Labor”- Konstellationen , in welchen Wissenschafter ( aus den Natur- ebenso wie aus den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften ) und Künstler gemeinsam an den Möglichkeiten interdisziplinärer Zeit- und Gesellschaftsreflexion gearbeitet haben . Biologen und Physiker , Historiker und Soziologen , Rechtswissenschafter und Geologen waren und sind Gäste in einer Institution , deren Reichweite und Interessenspektrum mit der Sigle Literarisches Quartier nur unzureichend bezeichnet wäre .

KULTUR + KONJUNKTION

“Kultur” wird hier nicht unter der segmentierenden Linse von Spezialwissenschaften , -künsten und -zuständigkeiten verstanden , sondern als eine im weitesten Sinne “geistige Kultur” , die die ethisch-philosophischen Kompetenzen des Denkens mit den unterschiedlichen Performanzen des Ausdrucks reflektierend vermittelt . Durch die insistierende Konsequenz eines solchen Programms , welches Reflexionsprozesse kontinuierlich weiterentwickelt , haben sich für viele Künstler und Wissenschafter Türen zu neuen und transdisziplinären Kooperationen geöffnet . Tatsache ist , dass Kurt Neumann ( und mit ihm Programm und Veranstaltungsraum der Alten Schmiede ) sich kaum einem durchdachten Projekt - sei es von wissenschaftlicher , sei es von künstlerischer Seite vorgetragen - gegenüber verschliessen wird .

III

Erst im Februar 2008 wurde in den strassenseitigen Räumen der ehemaligen Artothek eine “Galerie der LiteraturZeitschriften” als öffentlicher Leseraum eingerichtet . Dieser steht - wie sämtliche Veranstaltungen der anspruchsvollen und vielseitigen Literatur- und Musikprogramme - allen Interessierten entgeltfrei offen .

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LINKS

RELATED

KLANGAPPARAT

Das von der Poetry Foundation in Kooperation mit dem Musik- , Literatur und Medienkunst- Archiv UbuWeb alle sechs Wochen veröffentlichte Podcast AVANT- GARDE ALL THE TIME stellt unter dem Titel “Best Decade Ever ?” ( 14:00 ) Sound- Poetry aus den 1980er Jahren vor : Zwischen czz hörempfehlungEthnopoesie und Paul Bowles . Den Stream gibt es hier.

Die älteren Folgen sind inzwischen via MP3 abhörbar
( CLICK LINKS TO LISTEN ) :

  • Avant-Garde All the Time , Introduction : An Introduction to the UbuWeb Sound Archives ( MP3 ) - Marie Osmond performing Hugo Ball , Guillaume Apollinaire , Gertrude Stein , Patti Smith , Ogden Nash , Charles Bernstein .
  • # 1 : Giorno Poetry Systems ( MP3 ) - Giorno Poetry Systems aka The Dial-A-Poem Poets , a series of double LPs put out back in the 70s featuring artists such as Patti Smith , Laurie Anderson , Philip Glass , Meredith Monk , John Cage , Richard Hell , Frank O’Hara u. a. and hundreds of others .
  • # 2 : The World of Outsiders ( MP3 ) - Antonin Artaud , Jim Roche , Bern Porter , Francis E. Dec , Benjamin Weismann , Sean Landers u. a.
  • # 3 : The Sound of Aspen Magazine ( MP3 ) - Aspen Magazine , ein “Multimedia Magazine in a Box” , erschien 1965 bis 1971 und präsenterte Künstler wie Samuel Beckett , William S. Burroughs , John Cage , John Cale and The Velvet Underground , Marcel Duchamp , John Lennon , Yoko Ono , Jackson Mac Low , Morton Feldman u. a. |||

NEUES VON FREUNDEN



||| HEIMRAD- BÄCKER- PREIS : NAMENTLICH DAMENSACHE | NEUES ZU NEURATH | MULTISPOT- MITTWOCH : 3 LESUNGEN | FESTIVAL EUROPÄISCHER DICHTUNGEN | KULTURWISSENSCHAFT : VOM ENDE DER SPRACHE … | … ODER : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN | KLANGAPPARAT

Neurath After Neurath exhibition STROOM 2008 poster

HEIMRAD- BÄCKER- PREIS : NAMENTLICH DAMENSACHE

czz neues von freundenWenn ein exzellent beleumundeter Preis für eine abseits des Hauptstroms ( “Men- Stream” ) navigierende Poesie zum ersten Mal an drei Ladies geht , kommt dies schon einer kleinen Kulturrevolution gleich : Zweifellos ist es dem engagierten Einsatz der als Co- Jurorin agierenden Preisträgerin des Vorjahrs , Elfriede Gerstl , zu danken , wenn der Heimrad- Bäcker- Preis anno 2008 unter femininen Vorzeichen steht : Der “Hauptpreis” wurde Waltraud Seidlhofer zuerkannt , die beiden Förderpreise gehen an zwei ( im in|ad|ae|qu|ten “Salon Littéraire” bestens eingeführte ) Autorinnen der jüngeren Generation : Monika Rinck und Lisa Spalt -

Die Preisübergabe wird am 2. Juni über die Bühne des Linzer Stifterhauses gehen . Bleibt nur zu hoffen , dass der mediale Nachhall dieser Auszeichnung verschont bleiben wird von jener sonderbaren Ranküne Missgestimmtheit , wie sie sich in den Berichten von Standard und NZZ über den Meraner Lyrikpreis formulierte . - In beiden Fällen wurde ein Vorbehalt Unbehagen in fast schon beleidigende Worte , Anspielungen und Zitate gegossen - mitnichten allerdings etwa nachvollziehbar argumentiert . In neidloser Anerkennung der Ausgezeichneten , der Jury sowie der allgemeinen Stimmung äussert sich dahingegen ein preislos gebliebener Mitstreiter ( im Titel- Magazin ) . |||

NEUES ZU NEURATH

czz neues von freundenDass wir hier in|ad|ae|qu|at besonderes Interesse für den österreichischen Sozialökonomen , Philosophen und Pionier der Bildstatistik ( ISOTYPE ) , Otto Neurath ( 1882 - 1945 ) hegen , dürfte kaum zu übersehen gewesen sein . Seit Monaten verfolgen im exzellenten Blog “20th centuy avant- garde” die Nachrichten über die Den Haager Ausstellung “After Neurath - The Global Polis” ( + Webfile : Materialien ) . Nun kommt deren Kurator , Nader Vossoughian ( New York Institute of Technology ) nach Wien , um Projekt und Katalog zu präsentieren .

The exhibition focuses on Otto Neurath’s relationship with architecture and his influence on urban development. Especially his ideas about the democratization of public space and how to reconcile the intimacy and tangibility of the ancient polis with the anonymity and diversity of the global metropolis have been very influential to protagonists like Paul Otlet, Cornelis van Eesteren, Margarete Schütte-Lihotzky andLe Corbusier and resound in mainstream architectural and urban thinking of today. ( Nader Vossoughian - more @ YouTube)

Die “Österreichische Gesellschaft für Architektur” gibt die kaschiert die Präsentation eines ( offenbar “LEIDER NEIN” von österreichischen Museen übernommenen ) Ausstellungsprojekts unter der Sigle einer “Buchpräsentation” des Kataloges “Otto Neurath - The Language of the Global Polis” . Immerhin wird man den Katalogautor und Kurator nach dessen Vortrag in deutscher Sprache und in Anwesenheit österreichischer Fach- und Sachkollegen fragen dürfen , wie es kommt , dass Neurath international als Vordenker gefeiert wird , während er in Wien zwar von Kulturwissenschaftern , Medientheoretikern und Philosophen fleissig gelesen wird , eine repräsentative Ausstellung abseits des kleinen Wirtschaftsmuseums allerdings weiterhin fehlt . - Heute , 26. Mai 2008 , mica , 1070 Wien , 19.00 Uhr . |||

MULTISPOT- MITTWOCH : 3 LESUNGEN

czz neues von freundenWer über die beneidenswerte Gabe der Bilokation ( Tri ~ , Multi ~ , Poly ~ ) verfügt , kann am Mittwoch , 28. 5. , aus dem Vollen schöpfen . In Salzburg startet das Literaturfest mit einer transnationalen ( A - D - CH ) , transkulturellen ( Yoko Tawada ) , transmedialen ( Brigitta Falkner - demnächst in diesem Salon ) , transdialektischen ( Franz Schuh ) , transalpinen ( Franz Hohler ) und transrapiden ( Gert Jonke ) “Bunten Abend” ( sic ) . Details und Programm @ www.literaturfest-salzburg.at .

Zur Finissage von Silvia Gröbners Ausstellung “Das Rotlicht des Lebens” gibt Liesl Ujvary eine Lesung aus ihren “Alphaversionen” : Ein schön rekursives Setting , zum “Omega” der Schau das “Alpha” eines stets sich erneuernden Denkens . Intakt Galerie , WUK , 1090 , Währinger Strasse 59 , Stiege 3 , 1. Stock , 19:00 Uhr .

Drittens gibt Anselm Glück in der Alten Schmiede eine seiner legendären Freisprech- und Gesten- Rezitationen , zu | aus seinem Jung und Jüngsten Roman “Die Maske hinter dem Gesicht” . You know , what you’ll miss ! |||

FESTIVAL EUROPÄISCHER DICHTUNGEN

czz neues von freundenOhne den Anspruch geballter “Festivalisierung” lässt das Literarische Quartier Alte Schmiede sein bis inklusive Juli in locker gestreuter Veranstaltungsfolge konzipiertes “Festival Europäischer Dichtungen” konzentriert beginnen : Franz Josef Czernin ( siehe “Literatur als Radiokunst” 2006 ) liest aus seinen Aufsätzen zur Dichtung “Der Himmel ist blau” ( Urs Engeler Editor, 2007 *) , um sodann mit dem - selbst ungemein literarischen - Philologen Hans- Jost Frey einen prokuktiven Dialog aufzunehmen . ( * Webpage Engeler derzeit nicht erreichbar )

Zu dem für die “Alte Schmiede” ungewöhnlichen “Festival”- Format äussert sich Kurt Neumann im Interview mit dem “Standard” ( 25. 5. ) offensiv :

Es ist vielleicht das erste Mal, dass ich es terminlich so konzentriere und so deklariere. Dichtung kommt bei uns laufend vor, wahrscheinlich in dieser Konsequenz als einziger literarischer Institution im deutschen Sprachraum neben dem Lyrikkabinett in München. Es ist nun ein Vierteljahrhundert lang Gehirnwäsche betrieben worden, indem durch Sendungen wie das Literarische Quartett oder den Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb in den Medien die Gleichung hergestellt worden ist: Literatur = erzählende Literatur = Roman. Das ist natürlich ein kapitaler Irrtum. Das Festival gibt Gelegenheit, sich über die vielen Besonderheiten der Poesie klarzuwerden. ( … )

Glücklicherweise kann man mit Gedichten kein Geschäft machen. Daher geht es dort immer um Literatur pur. Um ein autonomes Gestaltungsfeld, jenseits von kommerziellen Rücksichtnahmen. Das schafft natürlich einen ästhetischen Freiraum. ( …. ) Und es ist eine Binsenweisheit, dass man Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Gesellschaft nur von ihrem Rand aus gewinnen kann …

Zur vergleichenden Lektüre bietet sich das Programm der am vergangenen Wochenende in Hildesheim zu Ende gegangenen Festivals “PROSANOVA - Festival für junge Literatur” , ausgerichtet in allen Formen des Performativen vom Team der Zeitschrift “BELLA triste” . Bestens 2.0 formatiert via MySpace- Portal … |||

KULTURWISSENSCHAFT : VOM ENDE DER SPRACHE …

czz neues von freundenDa passt der heute im “Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften” ( IFK ) angesetzte Vortrag des Sprachwissenschafters Jürgen Trabant im Sinne einer philosophischen Reflexion der Voraussetzungen bzw. des gesellschaftlichen und medialen Umfeldes jedweden denkerischen und poetischen Unterfangens nachgerade ideal .

Vom Ende der Sprache” handelt einerseits von den unaufhörlichen Strömen aus Gerede und Geschwätz , anderseits aber auch von den “anthropologischen Konsequenzen des massiven Übergangs zu den Bildern, zur Musik und zu anderen Formen nichtsprachlicher Semiosen” . Wer Trabants über Jahrzehnte waches Interesse an medialen Entwicklungen kennt , braucht keinen tumben Kulturpessimismus zu fürchten . IFK , 1010 Wien , Reichsratsstrasse 17 , 18:00 Uhr . |||

… ODER : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN

czz neues von freundenEine Präsentation des vom Netzwerk eop ( Emergence of Projects ) langfristig initiierten Dialogs zwischen ( bildender ) Kunst und den Wissnschaften findet am 29. 5. , im “MUSA - Museum auf Abruf” statt : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN wird - auf Basis umfangreicher Befragungen von Kunstschaffenden und Wissenschaftern - die Produktionsbedingungen von Kunst anhnd von 24 Dialogen zu konkreten Werken erhellen . Genaueres wird man am Donnerstag live im MUSA erfahren ( 18:00 Uhr ) . |||

KLANGAPPARAT

Mit ein paar energischen Tracks wollen wir in|ad|ae|qu|at eventuell müden Montagsmodellen entgegen treten : Oder wollte sich Jemend etwa czz hörempfehlunggegen eine “Levitation” verwehren ?! - Selbige verspricht der Klangmaschinist | die ??? | das Pseudonym “PinoCchio ” , welches auf dem Jenaer Netlabel Konsum Productions eine EP veröffentlicht , deren Tracktitel sich trefflich zu den heute verhandelten Themen verhalten . Auf also zum behenden Sprach- und | oder Gestaltungs- Walten . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. carbon fire | 02. pain | 03. confusion never stops | 04. negotiation |||