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NEUES VON FREUNDEN



||| MONAT DER FOTOGRAFIE : TELLTALE TAUTOLOGY | MONAT DER FOTOGRAFIE : PRIVATSACHEN | MONAT DER FOTOGRAFIE : TRACES | TRACES : SILVIA M. GROSSMANN | PERSONALEN : LESSUNG , SATTMANN | MONAT DER FOTOGRAFIE : ELFRIEDE MEJCHAR | DOUBLE FEATURE MICHAEL HAMMERSCHMID | FORT ZUR FLORIANA | KLANGAPPARAT

MONAT DER FOTOGRAFIE : TELLTALE TAUTOLOGY

WESTWAERTS_copyright_Silvia_Maria_Grossmann

westwärts ( 2006 ) © Silvia Maria Grossmann
s/w – Fotografie auf Baryt - Bild 32,5 x 48,5 cm - Auflage 7 + 1 EA

ZWEI_WIRKLICHKEITEN_copyright_Silvia_Maria_Grossmann

Zwei Wirklichkeiten ( 2006 ) © Silvia Maria Grossmann
s/w – Fotografie auf Baryt - Bild 32,5 x 48,5 cm - Auflage 7 + 1 EA

Zwangsläufig ladet man in der Tautologie : Sei’s , man sagt , der “Monat der Fotografie” werfe seine Schlagschatten über das Stadtleben Wiens , sei’s man neigt der Formulierung zu , die täglich neu eröffneten Schauen und Ausstellungen lieferten dem Echtleben Lichtbilder aus dem Reich des Projizierten und Imaginären .

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MONAT DER FOTOGRAFIE : PRIVATSACHEN

czz-neuesvonfreundenIm Hinblick auf das “Realismusproblem” wäre angesichts der gestern eröffneten , vorgestern im “Salon Littéraire” vorgestellten “privatsachenLiesl Ujvarys einiges zu debattieren gewesen : Ujvarys extrem selektive Details aus real existierenden künstlerischen Arbeitsumgebungen haben ebenso viel mit teilnehmender Beobachtung zu tun wie mit dem “Image” der privatsachlich vorgestellten Kunstschaffenden und deren Stilisierung .

Die synoptische Schau der in ihrer “Blickhaftigkeit” ( “die Kamera schaut auf etwas” vs. “es ist” ) akzentuierten Bilder impliziert eine diskrete Reflexion darüber , was man in den wiederkehrenden marxistischen Termini ruhig die “materiellen und situativen Produktionsbedingungen” von Sound- Art und | oder Literatur nennen könnte .

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MONAT DER FOTOGRAFIE : TRACES - ERINNERUNGEN IN FOTOGRAFIEN

Der Titel der heute abend im Künstlerhaus eröffneten Sammelschau “traces - Erinnerungen in Fotografien” spricht die unweigerliche Tatsache , dass die Camera Obscura seit je Spuren und damit ‘Erinnerung’ aufzeichnet . Die ans Tautologische grenzende Formulierung des Titels ist freilich dazu angetan , den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern grösstmögliche Freiheit in der Werkwahl zu gewähren .

Die Gruppenausstellung traces – Erinnerung in Fotografien widmet sich der Fotografie als Anknüpfungspunkt persönlicher Erinnerung. Unsere Verwendung des fotografischen Mediums für die Tradierung und Vermittlung von Erfahrungen wirft grundlegende Fragen zum Wesen der Fotografie und ihrer Verortung zwischen Erinnerung und Gedächtnis auf. Die Ausstellung kann für diese Fragen ensibilisieren, gerade weil sich die Künstlerinnen und Künstler in der Auseinandersetzung mit dem Erinnern und der Erinnerung in Fotografien ihrerseits im Medium der Fotografie artikulieren.

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TRACES : SILVIA M. GROSSMANN

czz-neuesvonfreundenUnter diesen - vom Almblitz- Kollektiv über Linda Christanell , das Kommunikations- Kunst- Phänomen eSeL bis hin zu Willy Puchner und Kurt Straznicky - möchten wir in|ad|ae|qu|at besonders die Arbeiten Silvia M. Grossmanns hervorheben .

Von der in Wien lebenden Schweizerin , Künstlerin und Galeristin stammen auch die beiden Titelbilder on top of this page . Dass sie gleichzeitig in der eigenen Galerie “Atrium ed ArteChristof Aigners fotografische Reflexionen zu | von “Wasserformen und Pflanzenwelten” zeigt , zeugt vom pragmatischen Multitasking der nimmermüden Generalistin ( 12. 11. bis 20. 12. 2008 ) .

Die von Frachtschifffahrten und einem längeren China- Aufenthalt mitgebrachten Erinnerungen entraten allem subjektiv- Impressionistischen und schaffen einen Mehrwert , welcher die Spuren des Faktischen um eine eigenständige ästhetische Dimension erweitert .

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K / HAUS PERSONALEN : LESSUNG , SATTMANN ALS HORS D’OEUVRE

Zeitgleich eröffnen am selben Ort zwei Peronalen legendärer Fotografen- Persönlichkeiten : Über Erich Lessing und Didi Sattmann brauchen wir an dieser Stelle und unserem sicher besser informierten Leser kaum etwas zu erzählen .

Sämtliche Schauen des Künstlerhauses zum “Europäischen Monat der Fotografie” sind ab heute abend zu betaunen :

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MONAT DER FOTOGRAFIE : ELFRIEDE MEJCHAR - RÄNDER WIENS

czz-neuesvonfreundenWer nicht nachsieht , hat das Nachsehen : Wer sich die in Spuckweite vom Künstlerhaus eingerichtete Ausstellung “Fotografien von den Rändern Wiens” ( Timm Starl , pdf ) der Grossen Alten Dame vorausschauender blickender österreichischer | Wiener Fotografie , Elfriede Mejchar ,
etngehen lässt , verpasst ein historisches Ereignis der Dokumentation einer StadtLandschaft im Wandel :

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Stadtfotografin Elfriede Mejchar, mit wichtigen Zyklen von den 1960er-Jahren bis heute. Mejchar (geb. 1924) war Fotografin des Bundesdenkmalamtes, als sie begann, die Simmeringer Heide, das Erdberger Mais oder den Wienerberg zu erkunden – Gegenden, geprägt von Brachen, Gärtnereien, Schlachthäusern, historischen Industriebauten und einfachen Arbeiterwohnhäusern.

Hunderte von Aufnahmen entstanden in dieser Randzone zwischen Stadt und Land, deren unmittelbar bevorstehender Wandel in Autostraßen, Industriezonen, Bürokomplexe und Forschungslabors sich damals bereits abzeichnete und heute längst vollzogen ist.

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IM ZWIEFACH DER KUNST UND LITERATUR - DOUBLE FEATURE MICHAEL HAMMERSCHMID

czz-neuesvonfreundenSchon schlimm , wenn man Monate an diversen Projekten arbeitet und dann werden sie sämtlich an ein und demselben Tag präsentiert : Da auch unser “Salon Littéraire“- und “Literatur als Radiokunst“- Autor Michael Hammerschmid nicht über die Gabe der Bilokation verfügt ( wie es sein Lehrer Wendelin Schmidt-Dengler formuliert hätte ) , muss der Kunstkatalog “Raumzeitpunkte sind Ereignisse” ( mit begleitenden Screenings performativer Arbeiten von Studierenden der Klasse Transmediale Kunst , Brigitte Kowanz ) unter Ausnahme der körperlichen Anwesenheit des essayistischen Co- Autors Hammerschmid präsentiert werden .

Sehr wohl und sehr körperlich vor Ort wird Michael Hammerschmid allerdings heute in der “Alten Schmiede” aus seinen in der neuen Nummer 43 der Literaturzeitschrift “kolik” erschienen Texten lesen . Leider wurde deren Webseite seit Ausgabe 41 nicht mehr ge- updatet . Aber deshalb strebt man ja zu Lesungen , um “ungeschaut” Neues ohne ( trans- ) medialen Zwischenfilter zu erfahren .

Übrigens wurde eben auch die Monatsschrift “Wespennest” Numerio 153 ausgeliefert ( Webseite leider ebenfalls noch nicht aktualisiert ) . Thematisch der lohnenden Reflexion der “Resignation” verpflichtet , bringt der Lyrikteil mit “verstecke - gedichte für kinder und erwachsene” eine der ebenso anrührenden wie heim- tückischen literarischen Facetten des 1972 geborenen Autors :

ich habe mich
in einem wort versteckt.
ich kann’s nicht sagen …

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FORT ZUR FLORIANA

Am Donnerstag geht’s dann in|ad|ae|qu|at beruflich ins landschaftsliebliche Sankt Florian zur “Floriana” , dem biennal ausgetragenen Wettbewerb für | der Literatur . Selbstverständlich geht es nach zweieinhalb Tagen voller Lesungen und Diskussionen letztlich um die nicht eben übel dotierten Preise und wer von den neun eingeladenen Autorinnen und Autoren diese mit nach Hause nehmen wird .

Unselig das double- bind für Juroren , dass jede Auszeichnung notwendig den Ausschluss derselben für andere , vielleicht sogar mehrversprechende Stimmen bedeutet -

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KLANGAPPARAT

Sounds wie differenzierte Kräuselbewegungen auf der Oberfläche eines stetig dahin fliessenden Gewässers : Treibende Takte im Wechsel mit skeptischen Breakbeatz . Klug konturierte Linien im ambient- flächigen Space . Akustisches Instrumentarium im Dialog mit elektroakustischen Klängen und Effekten : Was der Wiener Elektroniker Klabusta mit seiner zweiten Release “You Have Been Plutoed” da vorlegt , lässt sich im besten czz-hoerempfehlungund innigsten Sinne des Wortes mit “IDM” - Intelligent Dance Music - benennen . -

Vielleicht mag sich ja noch jemand an den Erstling , “Digital Dementia” , erinnern , wir hatten ihn vor einigen Monaten dem p. t. publico in|ad|ae|qu|at mit Empfehlung angetragen .

Nun aber retour zu Pluto . 40 Minuten polyrhythmisch hochmusikalische Ermunterung : 01. sweet idleness | 02. german wunderkind | 03. ueber confused | 04. no ecotourist | 05. include me out | 06. musically active | 07. world citizen - CLICK LINKS TO LISTEN AND ENJOY .

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Salon Littéraire | Liesl Ujvary : “privatsachen” - eine fotoserie



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Liesl Ujvary :

“privatsachen” - eine fotoserie

die fotoserie “privatsachen

versammelt fotos der arbeitsumgebungen von schriftstellern. hier entsteht literatur - zwischen schichtungen von beschriebenem papier, bekritzeltem papier, bedrucktem papier, anhäufungen von büchern, zwischen stofftieren und technischem gerät, zwischen weichen polstern und warmen decken, zwischen fundstücken konkreter natur, einem rindenstück, zimmerpflanzen und blumenvasen, fahrrädern, kinderzeichnungen, rezepten, jacken und hosen, kabeln und steckern, stössen von cds und musik-cds, umhängtaschen, adidas-schuhen, kaffeetassen, einem spielzeugpinguin auf einem fernseher, handtüchern, buddhas, ansichtskarten, tellern, tastaturen, stiften, blättern, feuerzeugen und vielen anderen sachen.

alle bücherregale ähneln sich, jedes bücherregal ist auf seine weise einmalig. obwohl das inventar, mit dem und aus dem wir unsere private umgebung gestalten, zivilisatorische ähnlichkeiten aufweist, ist es doch andererseits vollkommen persönlich. indem das objektiv diese kleinen environments herausgreift und in ihrer trivialität und einzigartigkeit abbildet, gewinnen sie an farbe und format, zeigen uns fantastische oberflächen, bieten ein spiel von licht und plastizität, das vieldeutig ist, enigmatisch und überdeutlich in einem. hier wird die mehrfach-codierung unserer persönlichen existenz belegt und präsentiert. ( Liesl Ujvary )

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BRIGITTA FALKNER

fotoserie_PRIVATSACHEN_copyright_Liesl_UJVARY

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FRIEDERIKE MAYRÖCKER

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HANNO MILLESI

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MARTIN BREINDL

fotoserie_PRIVATSACHEN_copyright_Liesl_UJVARY

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Liesl Ujvary

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HINWEIS

Die Ausstellung “privatsachen - fotos von liesl ujvary” ist im Literaturhaus Wien von 11. 11. bis 19. 12. 2008 im Rahmen des “Europäischen Monats der Fotografie” zu sehen .

Die solcherart durch Details ihrer Lebens- und Arbeitsumstände porträtierten Autorinnen und Autoren :

Neda Bei , Martin Breindl , Ann Cotten , Brigitta Falkner , Ilse Kilic , Margret Kreidl , Benedikt Ledebur , Norbert Math , Friederike Mayröcker , Hanno Millesi , Lydia Mischkulnig , Florian Neuner , Monika Rinck , Elisabeth Schimana , Ulrich Schlotmann , Ferdinand Schmatz , Andrea Sodomka , Lisa Spalt , Deter Sperl , Oliver Stummer und herbert j. wimmer .

Zwei Lesungsabende eröffnen | begleiten die Schau :

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NEUES VON FREUNDEN



||| BERLIN : ROTTEN KINCK 3 | WIEN : GERHARD RÜHM GESAMT | WIEN - VIRTUELL : TEXT DES MONATS | WIEN : ERICH FRIED TAGE | WIEN MODERN : STOCKHAUSEN - GADENSTÄTTER - NEUWIRTH | WIEN MODERNST : TOMOROH HIDARI | KLANGAPPARAT

rotten kinck show ( click to XL )

BERLIN : ROTTEN KINCK SCHOW 3

czz-neuesvonfreundenDass Literatur vor Schaden nicht schützt und schon gar nicht als Abwehrzauber dient musste die zur ROTTEN KINCK SHOW unierten drei Grazien Ann Cotten , Monika Rinck und Sabine Scho fluchend am eigenen Festplatten- Täschchen erfahren : Gleichwohl lautet das in die Abgründe des menschlichen und technischen Unbewussten weisende Motto : MEINE MUSE , MEIN DÄMON , MEIN RECHNER .

Folgende Highlights werden überliefert :

+++ Working Girls’ Shamanism * ekballein, und vorher zartrammpeln * Yeats approves this kind of brutality +++
+++ natürliche geister, direkt befragt * die dämonen des unmittelbaren heimleuchtens, des selbstüberraschenden dranbleibens, der fehlgeleiteten
begeisterung und der sorge +++
+++ wohnschmaschinen - insistierte sippenschreibtische in serie +++
+++ superspreader - anglerfisch * die geheimen nähte der schlafakrobatin +++
+++ Numen-Nummer und Nadelöhr Wunsch * die zwei leeren päckchen zigaretten +++
+++ Die Lücke in der WH des HL * Figuren der pathologischen Nähe +++
+++ Fetisch und Partial: A Puzzle’s Puzzle * But Poets do not exist to accept Griefs. +++
+++ starre schatten der verliebten - Wo Starre Schatten Lehnen, Da Ist Wand - Bulkig, bulkig, bulkig - Das Ende der Wand +++

Völker , bannet die Dämonen : Ann Cotten , Monika Rinck , Sabine Scho : Kaffee Burger , 10 119 Berlin , Torstraße 60 - 4. 11. 2008 , 21 H
Am 4. November 2008 ab 21:00 Uhr im

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WIEN : GERHARD RÜHM GESAMT

czz-neuesvonfreundenWer kennt sie nicht , die drei prächtig gelben Bände , in welchen der Berliner Parthas Verlag mit Langmut und Akkuratesse das editorische Desiderat in Angriff nimmt , das in alle Windrichtungen , Klein- und Künstlerverlagen verstreute Gesamtwerk des Grossmeisters Gerhard Rühm zu sammeln . Vier Bände der zehnteilig und autorisiert angelegten GESAMMELTEN WERKE liegen nun bereits vor :

Band 1.1. : gedichte
Band 1.2. : gedichte
Band 2.1. : visuelle poesie
Band 2.2. : visuelle musik

In Vorbereitung :

Band 3.1 : auditive poesie
Band 5 : Theaterstücke

Mithin Grund genug , die Vielseitigkeit des Dichters , Sängers , Komponisten u. v. a. m. wieder einmal live und höchstselbst unter Beweis zu erleben , wie stets unter Mitwirkung von Monika Lichtenfeld - !010 Wien , Literatisches Quartier Alte Schmiede , 6. 11. 2008 , 19 H ( > siehe auch den heutigen KLANGAPPARAT )

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WIEN | VIRTUELL : TEXT DES MONATS

czz-neuesvonfreundenSeit zwei Jahren ediert und kommentiert die Schriftstellerin Liesl Ujvary monatlich ausgesuchte Texte von Autorinnen und Autoren auf der Webseite des Literarischens Quartiers : Die Lieferung 11 | 2008 ( Martin Breindl ) scheint indes noch nicht den Weg ins WWW gefunden zu haben : Ein guter Grund , Margret KreidlsIch habe einen Vogel” plus Oktober- Kommentar noch einmal zu lesen .

Edit :

martin breindls “restl.welt”,”gedankenprojektor” und “zwischenzeit zwischenraum” ist seit 15. oktober auf der homepage der alten schmiede zu sehen und zu lesen …

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WIEN : ERICH FRIED TAGE

czz-neuesvonfreundenWenn mit den jährlich den Novembernebel spaltenden Erich- Fried- Tagen das Steh- bzw. Sitzvermögen von Veranstaltern und Publikümern im Literaturhaus auf die Probe gestellt wird , geschieht dies durchaus auf hohem literarischen Niveau .
Freitag , 7. 11. ( 19 H ) : Wird mit Catherine Frieds “Über kurz oder lang - Erinnerungen an Erich Fried” eines der hübschen roten Bändchen aus der SALTO- Reihe des Wagenbach- Verlags vorgestellt : Kein Zweifel , die Witwe hat da Einiges zu erzählen .

Am Samstag , 8. 11. ( 19 H ) ist dann eine ebenso beredte wie witzige Jurorin des diesjährigen Erich- Fried- Preises am Wort : Katja Lange-Müller liest aus Erzählungen sowie ihrem im Vorjahr erschienen Roman “Böse Schafe und andere Enten” ( KiWi ) . Danach , dass es die akklamiert- lakonische Liebesgeschichte im Milieu deutscher Wende- Verlierer auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises anno 2007 brachte , kräht heute kein Hahn mehr .

So far for nachhaltige Förderung des deutschen Romans , wie sie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels versteht …

Sonntag , 9. 11. ( 11 H ) ist es schliesslich so weit und es wird der Erich- Fried- Preis 2008 an Alois Hotschnig verliehen : Eine zweifellos weise Entscheidung , trifft die mit 14.600 € dotierte Auszeichnung einen der leisen litarischen Feinarbeiter des Landes . In ihrer Begründung für ihre Wahl formuliert die alleinige Jurorin Lange-Müller einen äusserst bemerkenswerten Satz :

… weil er die Deutungshoheit dem Leser einräumt - mit und trotz größter stilistischer Genauigkeit. Den Leser schätzen, heißt: Ihn niemals unterschätzen.

Ob dies die Kinder nun beruhigen wird ?

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WIEN MODERN : STOCKHAUSEN - GADENSTÄTTER - NEUWIRTH

czz-neuesvonfreundenDass musikalisches Hören nicht notwendig das Sprachzentrum lahmlegt , dürfte das Konzert des Klangforum Wien am Samstag im Rahmen von WIEN MODERN mit einem vielver sprechenden Programm beweisen : Neben Karlheinz StockhausensKreuzspiel” ( 1951 ) bestreiten nicht weniger als zwei Uraufführungen von Auftragswerken ( ! ) die Playlist :

Mit Clemens Gadenstätter ( Jahrgang 1966 ) und Gösta Neuwirth ( Jahrgang 1937 ) treten zwei Generationen an , ihre semantisch | sprachlich | musikalischen Untersuchungen ins Werk gesetzt vorzustellen .

Mit einer “Semantical Inverstigation 1” ( für Violine und Ensemble” , UA ) geht Gadenstädter von der unabweislichen Bedeutungshaltigkeit jedewenden Klanges aus , womit der Illusion einer Reinen Musik grundsätzlich eine Absage erteilt wird ( vgl. auch Daniel Enders Essay ) . Viel eher ist eine kulturelle Selbstbefragung am Werk , akustische signifiers | signifiés auszutesten :

Alltäglicher Erfahrung wird auf den Grund gegangen durch die Untersuchung an solchen Signalklängen, die semantische Seite wird durch die klangliche Recherche befragt.

Ironie und Ernst der Lage liegen eng beisammen im Bewusstsein des Hörens: Was bedeutet Hören, wenn alles Gehörte bedeutet und wenn die Eindeutigkeit der Bedeutung des Gehörten sich im Hören auflöst, transformiert, hin zu einer Vielschichtigkeit und Vielgestaltigkeit ? Das Be-Deuten des Hörens ist ein Akt des Bewusstseins, wie das Komponieren von zu Hörendem. Musikmachen wird mir hier zum Instrument, mir einmal in den eigenen Kopf zu schauen ( Büchner ) – Katapult einer musikalischen Erfahrungsreise durch den Alltag. ( Quelle : pdf )

Mit Stücken wie “Pisspott oder Pot of Pieces” hat der unfreiwillige Wahlberliner Gösta Neuwirth ( er hatte in den sechziger Jahren Wien verlassen , weil die Hochschule sein Dissertations- Thema zur Musik des von den Nazis verfolgten Franz Schreker ablehnte ) seit je einen Hang zum Sprachspiel bewiesen . Neuwirths Gestaltung von “Zeiträumen” ( “die Zeit muss genau gemessen sein , damit sie frei wird” , GN ) hat im Echtleben insofern einen tragischen Widerpart , als sich Österreich erst spät seines wegweisenden Komponisten und Lehrers besann .

Womöglich reflektiert Neuwirths Auftragswerk ( Erste Bank Kompositionspreis und Auszeichnung für das Lebenswerk ) “L’oubli bouilli - Vanish” ( für Sopran und Ensemble , UA ) ja genau dieses Vergessen - ?

Samstag , 8. 11.. 2008 , Wiener Konzerthaus, Mozartsaal , 19:30 H

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WIEN MODERNST : TOMOROH HIDARI

czz-neuesvonfreunden Grandmaster Crash aka Tomoroh Hidari ( MySpace ) aka Oliver Stummer packt Freitag , 7. 11. seine Siebensachen und Tausendsoundz aus , um - neben Reverse Tunes , Strang , Invitriol und Assimilatah - live elektronisch aufzugeigen . Ab 21 H in den Gürtelbögen à la quebra duro @ venster99 . Dort wird man es um die Ohren geschlagen kriegen , dass Klänge nie unschuldig sind …

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KLANGAPPARAT

Wie oben angedeutet , wirdmen wir den heutigen Klangapparat der jüngsten Kunstradio- Produktion Gerhard Rühms erinnern : “Paradiesische Passage” ( Ursendung 14. 9. 2008 ) - neue Sprechtexte , kurze Stücke mit Stimme und Klavier und speziell für das Radio .czz-hoerempfehlung Interpretiert werden diese von Gerhard Rühm und von seiner Frau Monika Lichtenfels- Rühm .

Zitat Rühm :

Wenn man sich intensiv mit Sprache beschäftigt, und zwar nicht mit der Sprache nur als bloße Mitteilung, sondern mit der Sprache als Material, dann kommt man bei geschriebener Sprache automatisch in den Bereich der bildenden Kunst und bei gesprochener Sprache automatisch in einen Zwischenbereich zur Musik. Weil ja die gesprochene Sprache musikalische Parameter hat, zum Beispiel: Tempo, Lautstärke, Tonhöhe. Das sind alles Momente, die den Text emotional differenzieren, die man nur durch das hören der Stimme in dieser Form wahrnehmen kann. Bei mir liegt das sehr nahe, weil ich Musik studiert habe, ich habe auch Komposition studiert, war auch bei Josef Matthias Hauer. Ich habe die Schönbergsche Zwölftontechnik ebenso wie von Hauer - die übrigens ganz anders ist - studiert. Und Musik ist für mich eine Art tägliches Brot. Dadurch ist das schon sehr nahe. ( … )

Was noch für mich ein wichtiger Punkt ist, dass Sprache, so wie ich sie verwende, das wäre ein vollkommenes Missverständnis, das als abstrakte Angelegenheiten anzusehen, sondern für mich ist es eine sinnliche Angelegenheit. Wenn man sinnlich mit Sprache umgeht, muss man mit dem Material Sprache umgehen. Und nicht nur mit dem was Sprache mitteilt. Die sinnliche Form von Sprache ist eben die menschliche Stimme.

Sprechtexte von Gerhard Rühm :

  • “Orange Ted” ( Audio )
  • “Schwanenwut , Trauerkatze” ( Audio )
  • “Rufe des letzten Menschen” ( Audio )
  • “Kleinanzeigen” ( Audio )
  • “Flugschwindel” ( Audio )
  • “Getäuschtes Vertrauen” ( Audio )
  • “Gewagte Klage” ( Audio )
  • “Gebären und Bestatten” ( Audio )
  • “Sprechtänze” ( Audio )

Weiteres zu den Sprechstücken sowie zur titelgeben Klanginstallation @ Kunstradio .

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NEUES VON FREUNDEN



||| REINHARD- PRIESSNITZ- PREIS | DAS ZWEITE BUCH | THE ATROCITY EXHIBITION | HIRN & WIEN MODERN | RADIOKUNST ON AIR | MONAT DER FOTOGRAFIE | KLANGAPPARAT

Sabine Scho farben cover

WIEN : REINHARD- PRIESSNITZ- PREIS

czz-neuesvonfreunden

Noch im Juni musste sie beim Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb den Schwarzen Peter zu hoher Abstraktion einstecken ( Kategorie : Flacher Fun- Faktor ) , vorigen Montag wurde die östereichische Autorin Angelika Reitzer just für die Komplexität ihrer Texte mit dem Reinhard- Priessnitz-Preis 2008 ( und 3.700 € ) belohnt .

Mit dieser Auszeichnung haben die Juroren Gustav Ernst und Robert Schindel quasi ein bisschen Engel der Geschichte gespielt und dazu beigetragen , kränkende Kürzel ( “Wie nervend darf ein Text sein ?” ) durch eine explizite Ermunterung zu überschreiben :

Angelika Reitzer beeindruckt durch ihren souveränen Umgang mit Sprache. Ihre poetischen Bilder bestechen durch Präzision und Sparsamkeit. Im gekonnten Einsatz von Schnitten und Überblendungen, von Schärfe und Unschärfe und Lichtführung wird ihr Blick Kamera und ihre Erzählungen werden gleichsam zu Filmen.

Weiteres mag man in Reitzers jüngstem - ihrem dritten - Buch “Frauen in Vasen” ( Haymon ) sowie in ihrem sporadisch bespielten Blog “angelika express ” nachlesen .

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BERLIN : DAS ZWEITE BUCH

czz-neuesvonfreunden

In einer Glosse für das “Börsenblatt online” hat Rainer Moritz Anfang Jahr auf das “Problem des zweiten Buches” hingewiesen : Hinsichtlich der Wahrnehmungsbereitschaft für die zaudernd zweite Publikation eines eben noch als “Letzter Schrei” verhandelten Debütanten liege es mit der Literaturkritik im Argen :

Es geht um zweite Bücher, um jene Versuche von Autoren, den sympathischen Geruch des talentierten Debütanten abzustreifen und sich ein ‘Standing’ im Betrieb zu erarbeiten. Erste Male zeichnen sich, nicht nur in der Literatur, oftmals durch schönste Unbekümmertheit aus, die noch nicht von der Bürde übergroßer Reflexion belastet ist.

Das zweite Buch jedoch, womöglich das, das die Anerkennung, die das erste erfuhr, bestätigen soll, ist nicht selten eine schwierige Geburt. Die Literaturkritik trägt in letzter Zeit selten dazu bei, zweite Bücher angemessen zu begleiten. Natürlich, mag mancher Redakteur ausrufen, haftet diesen Zweitlingen nicht das Überraschende oder gar Sensationelle an, das sich herausstellen ließ, wenn ein unbekannter Autor am Firmament auftaucht.

Diesem frischfleischverzehrenden Phänomen setzt das Literarische Colloquium Berlin beherzt die Reihe “Das zweite Buch” entgegen und wartet mit seiner Veranstaltung am Mittwoch mit zwei unzweifelhaften poetischen Temperamenten auf : Hatte Nico Bleutge bereits mit “klare konturen” ( C. H. Beck 2006 ) eben diese erkennen lassen , empfing sein eben beim nämlichen Verlag erschienener Gedichtband “fallstreifen” sofort spontanes Lob .

Schwieriger , da in der Interzone zwischen Berlin und São Paulo pendelnd und in einem kleineren Verlag zuhause , hat es die energische , dem Klischee der elegischen Poetin entratende , Sabine Scho : Ihr erstes , von Thomas Kling edierte , Buch “Album” eben bei kookbooks in striktem Schwarz- Weiss wieder aufgeelgt , dicht gefolgt von einem nicht minder bibliophil gestalteten Band “farben” ( siehe Titelillustration ) . “Gemessen an den Ansprüchen, die wir an unsere Lebenswirklichkeit zu stellen gewohnt sind” , schrieb Liesl Ujvary in einem Textportrait ( pdf ) ,

… ist die Realität dieser Gedichte rücksichtslos, unangemessen, wahr. Es sind kompromisslose poetische Lehrstücke, ganz up to date und total lebendig.

Zwei Stimmen , welche , wie wir hoffen , auch @ in|ad|ae|qu|at zu vernehmen sein werden . - Literarisches Colloquium Berlin , 29. 10. 2008 , 20 H .

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WIEN : THE ATROCITY EXHIBITION

czz-neuesvonfreunden

Etwas heftiger wird es zugehen , wenn die Weirdo- Spezialisten Thomas Ballhausen und Edlinger ( Thomas , fm4 ) am Donnerstag im Literaturhaus die deutsche Neuauflage des seit 1970 unter verschiedenen Titeln verlegten hoch psychotischem Komposit- Romans “The Atrocity Exhibition” ( aka “Love and Napalm : Export U.S.A.” ) von J. G. Ballard präsentieren .

Liebe & Napalm – The Atrocity Exhibition” - als Band Zwei der im ehemaligen Frauenverlag , heute Milena , lancierten Reihe “exquisite corpse - Schriften zu Ästhetik , Intermedialität und Moderne” ein in der Tat starkes Stück . In der Sprache des inter- inter- meta- “projekts berggasse” formuliert :

miss k. + mr e. beschallen danach wieder gerne mit ihrer konzeptgeplagten lieblingsmusik die hallen des literaturhauses.
wir laden alle literatur-freaks und diskurs-(mit)tänzer ein, bei wein, bier und/oder saft mit uns zu diskutieren, zu tanzen und das neue buch zu feiern.
in diesem sinne, diesmal ein melodisches ‘you’ll see the horrors of a faraway place, meet the architects of law face to face

Na ja , dann … Literaturhaus Wien , 30. 10. 2008 , 20 H

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HIRN & WIEN MODERN

czz-neuesvonfreunden

Der spannenste Teil des fortgeschrittenen Wiener musikalischen Lebens ereignet sich sicherlich zur Zeit im Rahmen von WIEN MODERN , obgleich uns nicht ganz einsichtig sein will , warum sich ein Festival dieser Klasse einem Modethema wie der Hirnforschung andienen soll .

Egal , das Motto diesjahr lautet jedenfalls “Musik und Gehirn” und man ist sich nicht zu schade dafür , auch en makabren Ort des josephinischen Narrenturms ( aka Pathologisch-anatomische Bundesmuseum ) künstlerisch zu bespielen .

Lassen wir solchem Location- Exotismus einmal beiseite , ist mit Künstlern und Komponisten wie Peter Ablinger , Georges Aperghis , Harrison Birtwistle , Pierre Boulez , Brian Ferneyhough , Marino Formenti , Beat Furrer , Clemens Gadenstätter , Katharina Klement , Ernst Kovacic , Helmut Lachenmann , Bruno Maderna , Isabel Mundry , Enno Poppe , Salvatore Sciarrino , Karlheinz Stockhausen oder Iannis Xenakis für ge- höriges Brainfood gesorgt ( wie teilsweise bereits in Donaueschingen zu erleben ) .

Ein interessantes Komplement könnte dazu die Ausstellung “HÖREN hören” mit Arbeiten von Peter Ablinger in der Kunsthalle Exnergasse bieten ( Eröffnung , heute , 29. 10. ) :

Die Ausstellung ‘HÖREN hören‘ macht an zentralen Stationen von Peter Ablingers Arbeit seit den frühen 1990er Jahren Halt. Der Besucher taucht ein in eine Welt des Hörens, des Rauschens, Weißen Rauschens, der Summe aller Klänge. Die ‘Phänomenologie des Hörens‘ seines ehemaligen Lehrers Gösta Neuwirth geht den Untersuchungen Peter Ablingers voraus. Das Abziehen aller Zuordnungen, Bedeutungen und Konventionen, das Überwinden des Materials zugunsten einer Idee bildet einen Grundgedanken in dem der Konzeptkunst nahe stehenden Auffassung Ablingers. Als Konsequenz hören wir auf von Musik zu sprechen, nennen wir es Klänge oder noch besser: Geräusche.

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SWR : RADIOKUNST ON AIR

czz-neuesvonfreunden

HÖREN !” dürfte man ja jetzt copyrightfrei nach Manier der TV- Büchersendung rufen , wenn am Freitagabend auf SWR2 Anja Utlers mit dem Karl- Sczuka- Förderpreis ausgezeichnetes Literatur als Radiokunst- Stück “suchrufen , taub” nochmals zu vernehmen sein wird :

Das Hörspiel vom Hörspiel - Das Förderpreiswerk und Ausschnitte weiterer Werke aus dem diesjährigen Wettbewerb um den Karl- Sczuka- Preis” - SWR2 : Freitag , 31. Oktober , 22.03 H .

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WIEN | BERLIN : MONAT DER FOTOGRAFIE

Dass Mittwoch , 30. 10. der “Europäische Monat der Fotografie” startet und mit diesem ein lichtbildnerisches Panoptikum in Wien , Berlin , Bratislava , Luxemburg , Moskau , Paris und Rom will kaum mehr auf die sprichwörtliche Kuhhaut dieses Postings passen .

Allerdiings werden wir in|ad|ae|qu|at per “Salon Littéraire” und mit Akut- Ansagen den Themenkreis mehrmals queren . Die Wiener Zentrale eröffnet jedenfalls am Donnerstag ( 19 H ) im MUSA mit der Ausstellung “MUTATIONS II. Moving Stills” , das Wien Museum hatte es terminlich eilig und die Schau “Elfriede Mejchar - Fotografien von den Rändern Wiens” bereits vorige Woche eröffnet .

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KLANGAPPARAT

Visionär wie eine Glaskugel . Exotisch wie ein mundeblasenes paper- weight , in welchem psychedelische Muster schillern . Und ein wenig czz-hoerempfehlungkitschig wie die berühmte Schüttel- Schnee- Kugel : Zweifellos bezieht sich des Tirolers Beitegeuze ( aka Thomas Berberich ) EP “Concorde” weniger auf die so genannte Überschallfluapparatur denn auf den Einklang der ‘concordia’ . Indien meets ambient goes Japan : Dass das Graz | Wiener Netlabel l a r i d a e durchaus auch härte Klänge virtuos anspielen kann , wissen in|ad|ae|qu|ate Leser nur zu gut ( hier , hier , hier , hier und hier ) . Release 43 diesmals also auf den polymoph diversen Spuren der Sound- Experimente Bill Laswells : Nicht Schlimmeres soll uns g’schehn ! - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) -

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Salon Littéraire | Gundi Feyrer : 8 Künstlerfiguren en miniature - eine Ausstellung



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Gundi Feyrer :

8 Künstlerfiguren en miniature - eine Ausstellung

( Keramik , bemalt )

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1 - MARKUS VALLAZZA ALS BEISPIELSWEISE DON QUIJOTE MIT GRAVIERNADEL; AUF DEM WELTEI BALANCIEREND
Höhe: 23 cm

Gestreift steht die Figur, halb und halb gehalten, eingesunken und selber haltend, in der sichtbaren Hälfte des torkelnden Welteis.figur_MARKUS_VALLAZZA_copyright_Gundi_Feyrer

Die Platte des Horizonts,
Abfluss der grünen Flüsse
und unerreichbar,
geht mitten durch
das Weltei hindurch
und lässt dessen andere Hälfte
im Dunkeln.

Die Figur ist jedoch
im Ei eingesunken
und wird so auch von
dunklem, unsichtbarem
Getorkel beeinflusst.

Und torkelt selbst, wird aber von ihren zu welteilichtem Gewicht gewordenen eigenen Füssen
sowie von Graviernadel, Pinsel und Bleistift am Nichtumfallen gehalten.

Ohne Welteilicht und Horizontgarten wäre alles zerschellt.

Die Markus-Vallazza-Figur ist der ständig wachsende Auswuchs des Welteis,
kalt auf und in Luft hinaufgewachsen, heiss und bunt in sie hinuntergewachsen,

figur_MARKUS_VALLAZZA_copyright_Gundi_Feyrerdabei immer grösser geworden
und von sich selbst,
dem weissalten Eisen
aus Welt und grünen Flüssen
(einzig Reales)
auf seinen Wegen gehalten,
die, zusammen
mit dem Gewicht seiner Füsse
nichts anderes
als das Weltei selber tun:
fliessen und torkeln.

Trapezkünstler, Seiltänzer und Geher, der mit dem Beil des Zeichnens Pfeile in die Luft schiesst.

ODER: die grünen Flüsse des Welteis küssen ihm die dauernd versinkenden Füsse.

VIER UND FÜNFRAD:

figur_MARKUS_VALLAZZA_copyright_Gundi_FeyrerWeich rollt alles weiter,
reich tollt die Weite weiter,
alles wird von der Drehung
unserer Wege gehalten,
aufgepickt,
mitgenommen
und entführt
und in
buchstäblicher Weite
hin- und hergerollt:

Als hätte niemand auf der Welt auch nur irgendeinen Halt
nirgendwo.

Markus Vallazza - Zeichner, Radierer, Maler.
Geboren in Bozen, lebt in Wien und Bozen.

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2 - KARIN HOCHSTATTER - IM SCHWEBEN IHRER ARBEIT ; MIT GEPARDENKOPF
Höhe: 22 cm

Jedes Nichts ist flach, weil wir weder Flächen noch das Nichts denken können.

figur_KARIN_HOCHSTATTER_copyright_Gundi_FeyrerJede Fläche dehnt sich im Raum
nach allen Seiten hin aus,
jeder Punkt besteht aus etwas.

Limitiert, begrenzt vom sich ausdehnenden Draht
unserer Gedanken,
versuchen wir ständig,
uns daran festzuhalten (Materie)
und zu trösten.

figur_KARIN_HOCHSTATTER_copyright_Gundi_FeyrerDarüber,
dass wir nichts tun als uns nach den Kreisen
in unserem Kopf zu drehen und zu tanzen.

Die Figur wird definiert vom ständigen Wunsch,
jegliches Volumen in undenkbare Flächen
(undenkbar flach) umzuwandeln;
gestützt von der Hand
ihrer zu Draht gewordenen
Ausmasse.

Die Platte, auf der alles ruht, ist selbst flackerndes Licht, das, an der Hand verbogener und barocker Treppengeländer einmal springt und uns ein anderes Mal weiterführt, indem sie uns an- oder absteigen lässt, ohne unsere Hand jedoch aus den Augen zu verlieren.

Alles dehnt sich immer aus und ein; Geländer, Treppen und Balkone prallen punktförmig und dauernd gegeneinander und besetzen uns mit Schnelligkeit.

figur_KARIN_HOCHSTATTER_copyright_Gundi_Feyrer

Ausgefällt
in Ton,
Höhe,
Bild und Thron,
sitzt die Figur,
frei vom Anspruch
auf voluminösen Halt
(+ ihn doch besitzend),
im Reich der Gedanken,
welches versucht,
das Unmöglich-Denkbare ins Aussen zu schleudern, um es greifbar zu machen.

Was aber
greifen
wir ?

Stromkreise werden geschlossen, Flüsse geöffnet und Funken sprühen -
nichts bleibt, ausser dem, was wir zu sehen imstande sind.

ODER: Sichtbarkeit im Hals der einzigen Hoffnung, die uns bleibt,
wenn uns die Welt im Fliegen voluminös durcheilt.

Karin Hochstatter - Bildhauerin, lebt und arbeitet in Köln.

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3 - RODRIGO LLOPIS - FILMER ALS INDIANER MIT BESONDERER LEITERKAPAZITÄT FÜR WASSER, LUFT UND SCHAUM
Höhe: 12 cm

Augenfahrzeug aus Gedanken verstrebt unendliches Bilderheer
mit Säulen leuchtender Geschwindigkeitssäbel.

figur_RODRIGO_LLOPIS_copyright_Gundi_Feyrer

Bilder
werden
eines
nach
dem
andern
abgestochen,
um sie
ins Konkrete
zu zwingen.

Altes Schwarz, neues Weiss, auch das heisst Grau.

Körper und Bögen aus gezacktem Sessel, Gefährt, das im Wasser des Sehens treibt.
Und darüber hinaus, über die Wellen eigener Sicht hinaus.

An den Horizont getriebener Verstand, zu Leinen verflochten, an die Wand geschleudert.
figur_RODRIGO_LLOPIS_copyright_Gundi_Feyrer

Sessel aus Auf -
alte Bilder zerreissen -
Sessel aus Ab -
Wind einflechten,
um die Maschen
des Segels
unseres Verstehens
mit frischer Luft
zu füllen.

Zusammengeflickte Bilder treiben lose herum und heben den Wunsch, das von uns
unabhängige Licht in Bilder zu sperren, in die Höhe, um ihn zu schütteln.

ODER: Ewigkeiten werden vom Segel der Gedankenaugen weitergetrieben
und legen Hand an den Strom immer wilderer Bilder, um sie am Ende in die Luft zu sprengen.

figur_RODRIGO_LLOPIS_copyright_Gundi_Feyrer

Unsere Füsse
stehen auf der Sonne,
wenn es Nacht ist,
unsere Sonnen
stehen auf dem Kopf,
wenn wir etwas sehen.

Gedanken grasen Augenfelder ab,
fressen mal hier, mal da,
um schlussendlich
alles wieder auszuspucken.

Während alle das Gewicht, das die Wasser gewöhnlicher Sicht zerdrückt, suchen:
wahrhaft Schuldiger
ist hier
das Auge,
selbst.

Rodrigo Llopis - Dokumentarfilmer und Drehbuchautor.
Geboren in Madrid, lebt derzeit in Córdoba.

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4 - BARBARA WIEN - ANZIEHUNGSKRAFT DES HIMMELS MIT EINEM BUCH BESCHWERT UND - GELÖST
Höhe: 22 cm

figur_BARBARA_WIEN_copyright_Gundi_FeyrerSchwere Kraft und krause Waben aus Erde,
leicht und flüssig fortbewegte Bahn
aus kreiselndem und flachem Himmelsgewölbe.

Die Erde ist Honig, ist zäh wabernder Magnet,
der ständig an uns klebt und uns an sich bindet,
während wir, wenn wir
in den Himmel sehen,
nur ins Freie fallen möchten.

figur_BARBARA_WIEN_copyright_Gundi_Feyrer

Oder: der Himmel zieht uns weniger kraftvoll als die Erde an.
Deshalb zieht er unsere Gedanken mehr an als unsere Körper,
die aber letztlich auch nicht viel mehr als klebriges Licht sind.

Die Figur B.W. steht auf dem Kopf, weil ihre Füsse im Himmelsgewölbe baumeln
und damit in der Materie Buch stehen, deren Inhalt sich mehr dem Licht
als der eigenen Materie widmet, sodass es kein Halten mehr gibt,
wenn das Innere der Sterne, zu Pirouetten verdreht, unsere Gedanken verschmilzt,
damit sie leuchtend im Himmel untergehn.

figur_BARBARA_WIEN_copyright_Gundi_FeyrerOder: immer geht es nur darum,
wie das Leben am besten
zu verschwenden sei:
unser Körper ist nichts
als sich um sich selbst
drehendes Honiglicht.

Die Figur B.W. steht kopf,
weil ihre Füsse geschützt
im flachen Dach
eines Buchhimmels baumeln,
dessen Inhalt in uns
den Wunsch
nach dem Freiem Fall
zum Leuchten bringt.

Insofern steht sie schon richtig.
Materie ist nichts
als zäh gedachter
und flüssiger Gedankenhonig.

HINWEIS: auch hier ist die Rolle des aufmerksamen Betrachters zu spielen.

ODER: Alles, was uns stützt, sind Namen.

Barbara Wien - Verlegerin und Galeristin. Barbara Wien Galerie, Berlin

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5 - ROSA POCK IM CAFÉ HUMMEL
Höhe: 18 cm

Als einzige Figur sitzt sie nicht auf einer Platte, Insel, einem Untersatz, der das Obere, die Figur als voluminöser Name, ästhetisch abgrenzen würde, sie durch einen imaginären Raum vor der Umgebung auf irgendeine Weise schützen würde.

figur_ROSA_POCK_copyright_Gundi_FeyrerStünde sie
in einem Museum/ Kunstraum,
würde sie zu einem Kunstobjekt
in einem Kontext,
dem sie
keinen Widerstand
leisten würde.

Stünde sie
in einer
Küche,
wäre sie
bald mit

Petersilie, Basilikum oder Lorbeer geschmückt.

Sie kann, da sie ästhetisch keiner besonderen ideologischen Zuordnung gehorcht,
nach überallhin transportiert werden, einfach in die Hand genommen und versetzt werden,
da sie sich zwar einen eigenen Raum um sich herum schafft,
jedoch keine unsichtbaren und dennoch denk- und fühlbaren - und somit festen - Wände.

Die Figur ist ein offenes Haus, ihr eigenes Denk- und Wahrnehmungszentrum:
Zentrum und Schale in Einem.

figur_ROSA_POCK_copyright_Gundi_FeyrerDie Haltung der Figur
ist die eines Herrschers,
der sein Gebiet aufbreitet,
es zur Verfügung stellt,
zur Umgebung hin öffnet.

Die Grenzen dieses Gebiets
sind nicht klar definiert
(das Fehlen des
Untersatzes, der Platte),
erlauben somit Überschreitungen,
hängen von der Umgebung ab
(die Figur ist kompakt,
bricht nicht leicht,
kann leicht transportiert werden):
sind fliessend.

Die souveräne Haltung
deutet auf Herrschercharakter,
während sie sich andererseits
wegen des Mangels an
abstraktem Geschmücktsein
und mitgeliefertem Kontext (Platte)
in jede Umgebung
real und problemlos einfügt,
da sie nur als Figur/Name sowie immens verkleinertes und schlechtes Abbild
(Schuld des Bildhauers) von Rosa Pock existiert:

nackt und ungeschützt, was ideologisch-ästhetische Beheimatungen betrifft.

Sie wird hier ohne einen Kontext aufstellenden Raum präsentiert, um zu behaupten, dass jeder Raum, in dem sie aufgestellt wird, von solcher Nacktheit und Ungeschütztheit angesteckt wird, damit auf Grund stösst, also da, wo aufgesetzte und nur halbgelebte Inszenierungen durch Präsenz und Direktheit blossgestellt werden, sich die Idee der Freiheit im Denken Platz schaffen kann.

Die sie begleitenden Teile, eine Sitzbank für zwei,
ein dem Originaltisch des Kaffeehauses Hummel

figur_ROSA_POCK_copyright_Gundi_Feyrer(schlecht) nachgebildeten Kaffehaustisches
samt Zuckerstreuer, Zigarettenschachtel und Papier
(einzig abstraktes Zubehör),
sind alle lose und voneinander unabhängig,
in alle Winde verstreut.

Sitzbank und Tisch, um die Füsse abzustellen,
können auch für sich stehen.
Die Figur selbst kann auch allein
und ganz woanders für sich sitzen.

In einem Haufen Bücher oder auf irgendeiner Treppe.
Etwas Anlehnung braucht sie jedoch.

ODER: Uns umgibt ein gewaltiges, strukturiertes Gefüge physikalischer Objekte und Effekte (Wirbel unsichtbarer, kreisförmiger Linien um den Magneten herum).

Rosa Pock - Schriftstellerin. Lebt und arbeitet in Wien.

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6 - INADAEQUAT AVATAR - czz
Höhe: 23 cm

Portrait eines Tuns, und der sich ständig verändernden und sich ausdehnenden Ergebnisse eines Tuns, in dessen Mitte sowie dahinter die dieses Tun Tuende steckt.

Sie steckt dort nicht wiedererkennbar erkennbar dahinter
als czz genauso wie oben auf der Kommandobrücke als Kapitän
und direkt am richtungsgebenden Vorne als Galionsfigur ihres
mit hilfe des Maschinenwerkmeisters KP gebauten Küstenfahrzeugs,
mit dem sie alle noch so fernen Buchstaben- und Bilderweltmeere befährt
und unermüdlich nach neuen und frischen Exemplaren Ausschau hält.

figur_INADAEQUAT_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

Die Fischermütze
auf dem
gedanken-
blauen und
tinten-
dunklen
Kopf erklärt,
dass sie
ein Jäger ist,
der an der
Hand von
Stromkabeln,
Gedanken-
Licht- Ge-
Schwindig-
keit,
Bilder-
Schmuck-
Frequenz
sowie
Klangweisen
misst,
um zu
sehen,
ob sie
in das
von ihr
ver-
schlüsselte
und
glänzende
Netz ihrer
zielsicheren
Suche
passen.

Einmal dazu entschlossen, diese oder jene Art von Tintenfisch oder Meeresbucht anzuheuern und einzufangen, werden jene mit Begeisterung sofort in ihr Logbuch aufgenommen, danach von Mond, Sonne und Sternschnuppen abgelichtet, um schliesslich auf der von ihr genauso selbst erstellten Logarithmentafel, auf der alle Möglichkeiten der Potenzierung zahlreicher und faul herumtreibender Sinnraubfische chiffriert enthalten sind, eingraviert zu werden (gelegentlich auch in der Art der Holzfäller, mit der Axt ihrer Entscheidung dort einzurammen), und schliesslich registriert (manchmal werden sogar ganze Atolle als 1:1 Landkarten dort ausgelegt).

figur_INADAEQUAT_AVATAR_copyright_Gundi_FeyrerAnschliessend wirft sie jede Beute
sofort wieder zurück
in jedwedes Weltbuchstabenmeer,
damit sich jene
kurz gefangengenommenen
und gegen jede Erwartung
lebendig gebliebenen Exemplare
wieder ins Getümmel der anderen Weltbucht- und Buchstabenmeerbewohner werfen können,

figur_INADAEQUAT_AVATAR_copyright_Gundi_Feyrer

sich dort von ihrem Lichtschreck
erholen und erfrischen,
um dank dieser durch czz
getätigten und unendlich vielen Würfe
die nicht unbedingt konstante
Weltgedankenlichtgeschwindigkeit
wieder gemeinsam
auf frischen Buchstabenvordermann
zu bringen.

So befreit von jeder Beute
und gleichzeitig so
jede Beute von sich befreiend,
segelt czz stetig mit neuem Wind voran,
beflügelt und durchströmt
von Wind, Gewitter und
sämtlichen Weltgedankenstromkreisen,
welche das Segel ihres Tuns stetig vorantreiben,
auf der Suche nach immer neuen,
unentdeckten und sauerstoffreichen Zielen.

ODER: Licht ist ein Kollektiv, das weder Anfang noch Ende hat
und sogar dann zu sehen ist, wenn es dunkel ist.

czz - Editor in|ad|ae|qu|at

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7 - LIESL UJVARY - PERPETUUM MOBILE
Höhe: 20 cm

Die Figur sitzt auf einem Bürofahrradgestühl mit grün vergrössertem Reitsattel, der in roten Rücken verdrehenden und seidig schwankenden, haarigen Grasröhren (Lilien) endet, die eine pflanzliche Rückenlehne bilden (auch umgekehrt als Handwirk- oder Cowboystuhl verwendbar).

figur_LIESL_UJVARY_copyright_Gundi_Feyrer

Das Sitzrohr des Arbeitsrads
ist zum Bürostrumpfbein/ Fuss
geworden,
dessen Fusskreuz
auf 5 Nussbaumarmen steht,
von denen zwei
zum Schaffenstriebrahmen
hochgeklappt wurden,
um die Richtung der
Inspirationsschlenker
vor einem Ausscheren
zu bewahren.

Die Mandelbaumzweigarme
haben weder Lasträder
noch Schuhrollen,
da das Weiterkommen
allein vom Rad übernommen
werden muss -

die verbleibenden 3 nicht existierenden Rutsch- oder Scharr-Bodenrollen würden nur die Fahrtrichtung durcheinander bringen und so jedes eifrige Rennen unmöglich machen.

Die Figur wird mittels eines Kabels an der Mitte des Schöpf-(ungs)rads an- und ausgesteckt. Der Strom wird von der Drehung des Rads erzeugt und über ein drahtiges Kabel weitergeleitet.

figur_LIESL_UJVARY_copyright_Gundi_Feyrer

Grün verbrämt
läuft es neben
der Körperröhre
vorbei und
färbt sich
nach einigen
Irrwegen
mal so , mal anders
(die aleatorisch
auftretenden Farbreste /
Kabelzungen
und
Arbeits-
Störungen
werden

durch unkontrollierbare und noch unbekannte Spannungen erzeugt und sind zähneknirschend zu tolerieren), da sich die äusseren Kreise sowie die im Kopfinnern der Figur, chaotische Schleifen ziehend, exstatisch zu Brotkantensprüngen, Pedalkurven und animalischen Schiesspulvergeschwindigkeiten steigern, sodass singende Blätter insektenförmige Liederkränze bevölkern und japanische Stierkampfarenas russische Sprachkühe reparieren, etc.

Kurzzeitig ermattet, verdichten sie sich in der rechten Hand zu einer weiss-rotglühenden Kamera, die die sie selbst bildenden Kabel und Blumen blasenden Musikstücke abfotografiert, um sofort und wie magisch von der linken Hand angezogen, ein weisses, bipolares Kometenfeld zu durchlaufen (zwei Hände - zwei entgegengesetzte Pole), mutig die linke Hand zu durchrasen, um in einer lärmenden Seemannsgarnrolle (Zufallsknäuel, Sonnenspule, Windböenstrauss) schnellhellgelb zu enden.

figur_LIESL_UJVARY_copyright_Gundi_Feyrer

Dies alles raubt der
schaffenden Figur L.U.
zwar den Atem,
ist aber nicht das Ende.

Im Gegenteil.

In diesem
knallenden
Knäuelende
steckt
- wie in
der Drehung
des Büro-
Fahr-
Stuhl-
Rads -
ein jeder
immerneue
Anfang.

Der
schwirrende
Eindruck,
den die
wurm-
linien-
förmige
Bemalung
der Platte
auf das Auge
macht, ruft
schreiend die Idee der Bewegung im Betrachter auf.

Acrylenergie wird in brausendes & schwirrendes Federgewicht umgewandelt.

Die Sturmquelle, fälschlich still ruhender Plattenbemalung zugeordnet, speist sich aus unendlich grosser Täuschungsenergie und wird vom Betrachter unbedacht auf das Kabelknäuel übertragen, womit automatisch die Stromübertragung hergestellt ist, d.h., real Sturmstrom weitergeleitet wird.

Die wahre Bewegung steckt im augenfällig stillstehenden Rad (es kann sich tatsächlich bewegen), die unwahre in der Platte, aber, da der Betrachter, optisch getäuscht und geohrfeigt, sie allzu freudig in fliessenden Augenhonig sowie denkende Eulen verwandelt, muss sie hier als realer und wahrer Springfluss angenommen werden.

Sobald also die Kabelrolle die Platte auch nur berührt, wird der unwahr-wahre Plattenstrom in die Kabelrolle geleitet: der Kreis schliesst sich.

AXIOM (klassisch): Die Wege des Schöpfers - hier Liesl Ujvary - versetzen zwar das Rad in Bewegung, bringen es in Schwung und werden vom selbsterzeugten Strom selbst wieder in Schwung gebracht, wären aber ohne den Betrachter, der den Stromkreis dank seiner Lust an der Illusion schliesst, bald am Ende.

So jedoch läuft die Maschine endlos, lustvoll, eifrig und ewiglich auf Hochtouren weiter.

Liesl Ujvary - geboren 1939 in Bratislava, Slovakei,
lebt als Schriftstellerin in Wien. Texte, Bilder, Musik.

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8 - GUNDI FEYRER - SELBSTPORTRAIT MIT ACHTBEINIGEM TISCH
Höhe: 13 cm

Hier singen Stuhl, Figur und Tisch gemeinsam und ineinander verschmolzen,
wie holziges Pech in schwefligem Chor:

figur_GUNDI_FEYRER_SELBSTPORTRAIT_copyright_Gundi_Feyrer Jeder Part ist durch irrsinnige Instabilität charakterisiert, sodass der an sich achtbeinige Tisch real nur auf zweien fusst, während die restliche Tischbeine in der Luft hängen und, da nur Menschen auf zwei Beinen längere Zeit stehen können, gibt es auch hier keine Ausnahme.

Das rettende und tragende dritte Element ist das einsame Stuhlbein (die zwei verbleibenden und der Figur einverleibten Beine schweben ebenfalls), sogesehen zum dritten Tischbein geworden, während der Rumpf der Figur als Brücke zwischen Stuhl und Tisch fungiert, um als schweres Gas das Gesamtgewackel gerade noch am Stehen zu halten; bzw. in fussfester Schwebe zu verbeinen.

Wunderlicherweise verwandelt sich hier der Mangel an Stabilität und Stimmfestigkeit in sein Gegenteil: durch das ununterbrochene Kontinuum an zitterndem Ungleichgewicht hat sich dessen konstante Obertonfrequenz dermassen in die Luft gebissen, dass diese ewig gleiche (Biss- )Spur auf diese Weise zu einer festen Linie, ja, gar zu einem Schiffstau koloratiert wurde, an dem schliesslich das dreiteilige, lose Konstrukt unsichtbar befestigt ist - um damit den dauernden Lebens- und Liebesbeben die Stirn besser bieten zu können (siehe auch: Komplott aus Stuhl, Figur, Tisch).

AXIOM (modern): Mangel ist gleich Fülle.

figur_GUNDI_FEYRER_SELBSTPORTRAIT_copyright_Gundi_FeyrerTönendes
und
stimmliches
Un-
Gleich-
Gewicht,
bei dem
die Mühsal
des
unentwegten
Aus-
Gleichens
(Gleich-
Gewichts-
Produktion)
zur
konstanten
Zitterachse
geworden ist,
an der
die ohnmächtigen Teile der künstlerischen Produktion lose, asymmetrisch und unvorstellbar aufgehängt sind.

figur_GUNDI_FEYRER_SELBSTPORTRAIT_copyright_Gundi_Feyrer

Die ganze Einheit ist
mit der einhergehenden
Funktion eines
Universaltisch- und
Stuhlbebendämpfers
identisch geworden
und gibt nun
lebenslänglich Kunde
über die
jeweils auftretenden
Kometenbomber
über die im Tisch eingelegte Hieroglyphenplatte ab.

ZUSATZ: Die im Gegensatz dazu unvorstellbare Stabilität von Weinflasche plus Glas auf dem geneigten Tisch lacht noch jedem Newtonschen Gravitationsgesetz ins Gesicht.

Gundi Feyrer - Schriftstellerin, Zeichnerin, etc. Lebt derzeit in Córdoba.

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Gundi Feyrer

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