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“Preissegen” ? - Vom pittoresken Preisregen auf aride Zonen exzeptioneller Textproduktion



||| FLORIANA 2008 | H. C. ARTMANN- PREIS 2008 | PREISE DER STADT WIEN | AUSSCHREIBUNG DER STADT WIEN | BUNDESMINISTERIN VERTEILT “WÜRDIGUNGSPREISE” ZUR ERÖFFNUNG DER ‘BUCH WIEN’ | BUCH.08 - SCHWEIZER BUCHPREIS | NOCH FRAGEN … ? - PREIS- EINREICHUNG LEIPZIG ‘09 | GEWINNER DES 16. OPEN MIKE | KLANGAPPARAT

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( Auch für Literaturpreise der Fall ?! )

czz lorbeer-awardDass sich mit Literaturpreisen die Preis- Geber ( bzw. -Verleiher und - Verschleisser ) midestens ebenso schmücken wie die in die Rolle von “glücklichen” , “verdienten” und “würdigen” Preis- Empfängern gedrängten Literaturproduzierenden ist als Ritual eines feudalen Literaturbetriebs längst bekannt .

Nun gibt es allerdings einen wahres Preisgewitter anzuzeigen , welcher als fruchtbaren Landregen die notorische leeren Kassen mancher Laureaten füllt , sondern - eingekleidet ins Stadtkostümchen - auch dazu dienlich sein mag , den Beginn der ersten , allerersten BUCH WIEN zu promoten .

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FLORIANA 2008

czz lorbeer-awardDa alles Gute bekanntlich dem Weiten Land entspringt, seien zunächst die gestern verkündeten Preisträger der zweieinhalb Tage lang über die Bühne der heiligen Hallen des Stiftes St. Florian ( OÖ ) gegangenen Literatur- Biennale FLORiANA offenbart . Aus 117 Einreichungen hat die Jury neun Autoren und Autorinnen ausgewählt, die sich der Jury und einem interessierten Publikum an diesen zwei Tagen präsentiert haben.

And the Winners are :

Der Förderpreis für oberösterreichische Autoren geht an einen Text, der im lexikalischen Stil die Geschichte eines fiktiven Schriftstellers und seines fiktiven Science-Fiction-Romans entwickelt. Der Autor treibt ein raffiniertes ironisches Spiel mit dem Genre literarischer Utopien. Er siedelt die Entstehungszeit seines Textes nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft an, wodurch eine doppelte utopische Spiegelung von Zukunft und Vergangenheit entsteht. Dafür erhält Christoph Aistleitner den Förderpreis für oberösterreichische Autoren in der Höhe von € 1.500.- ( … ) .

Der dritte Preis der FLORIANA geht an einen Text, der in bester österreichischer Tradition radikaler Sprachkritik bildhaft den ökonomischen Tauschwert von Liebesbeziehungen verhandelt. Wie Ideen und Wertvorstellungen von uns Besitz ergreifen können, wird mit Begriffen aus der Biologie veranschaulicht, die im Bild der Tulpe aufblühen. Lisa Spalt erhält den dritten Preis der FLORIANA, in der Höhe von € 2.000.- ( … ) .

Der zweite Preis der FLORIANA geht an eine Geschichte von Hingabe und Unterwerfung, der verführerischen Nähe von Begehren und Gewalt: ein Text von immenser Sprachwut, der eine beträchtliche Sogwirkung entwickelt. Michala Falkner erhält für ein wüstes Liebesidyll den zweiten Preis der FLORIANA, dotiert mit € 3.000.- ( ….) .

Der erste Preis der FLORIANA geht an einen Text, der sich in hochkomplexer Weise der Entwertung von Sprache ästhetisch auseinandersetzt. Das Thema des Textes ist Gewalt. Der Autor verknüpft mit rhythmischer Dringlichkeit Motive, Bilder, Begriffe zu einem dichten Textgewebe. Für dieses Sprachkunstwerk erhält Ulrich Schlotmann den ersten Preis in der Höhe von € 7.000.- ( … ) .

Mit Ulrich Schlotmann und Lisa Spalt wurden nicht nur zei aus dem “Salon Liittéraire” @ in|ad|ae|qu|at bekannte Kräfte auserkoren , sondern auch zwei lebhafte Sprach- Sound- Setzer , welche - Lisa Spalt 2000 , Ulrich Schlotmann 2007 - ihre Texte gehörig in Radiokunst übertragen haben .

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H. C. ARTMANN- PREIS 2008

czz lorbeer-awardEbenfalls nur jedes zweite Jahr vergibt die Stadt Wien den nach dem 2000 verstorbenen Poeten H.C. Artmann benannten Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik :

Nach Peter Waterhouse ( 2004 ) und Ferdinand Schmatz ( 2006 ) geht der mit € 10.000 dotiert Preis disjahr an Oswald Egger . - auch dieser übrigens ein “Literatur als Radiokunst“- Veteran , dessen Produktion “tuning , stumm” im Jahr 2004 den Karl Sczuka-Förderpreis des SWR 2004 errang . ( rk )

Die Verleihung findet Anfang 2009 in der Alten Schmiede statt.

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PREISE DER STADT WIEN

czz lorbeer-awardWohl nicht ganz zufällig im terminlichen Weichbild der neu etablierten BUCH WIEN überreichte der Wiener Kulturstadtrat im Wiener Rathaus im Rahmen einer Gala die Preise der Stadt Wien für das Jahr 2008 - Kategorie “Synergie unter Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie” .

Die Preise der Stadt Wien werden jährlich sozusagen polydisziplinär vergeben und sind mit je € 8.000 dotiert . Ein Novum ist , dass die einzelnen Preisträger nicht mit je individuellen Laudationes von Fachkollegen bedacht werden ( zum berüchtigten Null- Honorar ) , sondern , dass alle Zwölf mit einem einzigen rhetorischen Streich gewürdigt und -ehrt wurden .

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AUSSCHREIBUNG DER STADT WIEN

czz lorbeer-awardGleichzieitg lädt die Stadt Wie bereits jetzt zur Bewerbung um die entsprechenden Auszeichnungen anno 2009 ein :

Die Stadt Wien stiftet alljährlich zu vergebende Preise für hervorragende Leistungen in den Bereichen Musik (Komposition), Literatur, Publizistik, bildende Kunst, Architektur, Wissenschaften und Volksbildung in der Höhe von je 8.000 Euro bis zu einem Gesamtbetrag in der Höhe von 96.000 Euro. Sie werden als Würdigung für das bisherige Lebenswerk verliehen, das geeignet ist, die Bedeutung Wiens und Österreichs als Pflegestätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorzuheben. Mit dieser Ehrung können Einzelpersonen und Teams ausgezeichnet werden. Es sind jedoch Leistungen ausgeschlossen, die bereits mit einem Preis der Stadt Wien ausgezeichnet wurden.

Die Entscheidung über die Vergabe der Preise erfolgt nach freiem Ermessen durch unabhängige Jurys und ist unter Ausschluss jedes Rechtsmittels gültig. ( … ) Bewerbungen sind mit einem ausführlichen Lebenslauf und Unterlagen, die die bisherige Tätigkeit in geeigneter Form darstellen, an die Kulturabteilung der Stadt Wien (1082 Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5), die auch weitere Auskünfte unter der Rufnummer 4000/84766 erteilt, bis zum 31. März des Folgejahres zu richten.

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BUNDESMINISTERIN VERTEILT “WÜRDIGUNGSPREISE” ZUR ERÖFFNUNG DER ‘BUCH WIEN’

czz lorbeer-awardWohl um den national- offiziösen Rang der aus der Retorte gezauberten Messe BUCH WIEN ( einem aufgebauschten Update der bislang eher drögen “Buchwoche” im Rathaus ) zu akzentuieren , gab sich Bundesministerin Schmidt zur Eröffnung der ( hoffentlich nicht der Agonie des Linzer LITERA- Unterfangens nachgeratenden ) BUCH WIEN höchstselbst die Ehre , folgende Preise und deren Träger zu verlautbaren :

Das Interessanteste an solchen Presse- Aussendungen ist selbstverständlich der Blick auf die personelle Besetzung der Jurien “hinter” den einzelnen Auszeichnungen …

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BUCH.08 - SCHWEIZER BUCHPREIS

czz lorbeer-awardMit der Terminierung auf 17. bis 23. 11 nimmt die BUCH WIEN ( formerly known asBuchwoche” ) sozusagen dier BuCH.08 ( formerly known as BuchBasel ) die Klinke aus der Hand .

Nun wurde - in schagfertiger Reaktion auf die tendenzielle Vernachlässigung schweizerischer Geistes- und Verlagsprodukte beim “Deutschen Buchpreis” ( remember : Frankfurter Buchmesse ?! ) - ein “Schweizer Buchpreis” ausgelobt und am Sonntag auch promt einem maximmal allen CH- Clichés spottenden Prosawerk zuerkannt ( sFr.50.000.- ). Fairerweise sei an dieser Stelle indes nicht verschwiegen , dass sich der in Rede stehende Titel auch bereits auf der shortlist des dbp fand .

Rudolf LappertsNach Hause schwimmen” ( Hanser | HörbucHHamburg ) erzählt im multiperspektivischenen Patchwork von den ungebutterten Seiten juvenilen Lebens und das mit einem im besten Sinne angloamerikanischen Drive , dass man sich bei dessen Letüre immer wieder neu vergeswissern muss , dass kein übersetztes Werk vorliegt .

Matt Ruff könnte dem in Irland lebenden Schriftsteller für sein Werk Pate gestanden haben … entstanden ist jedenfalls ein neuer Holden Caulfield , wenngleich die Erzählung manche Verschlankung vertragen hätte …

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NOCH FRAGEN … ? - PREIS- EINREICHUNG LEIPZIG ‘09

czz lorbeer-awardWer jetzt keinen Preis hat findet keinen mehr … Dies gilt dringlich auch für entsprechende Aspirationen hinsichtlich der Frühjahrsmesse zu Leipzig :

Noch bis zum 30. November können Verlage ihre Neuerscheinungen in den Kategorien ‘Belletristik’, ‘Sachbuch und Essayistik’ sowie ‘Übersetzung’ für den ‘Preis der Leipziger Buchmesse 2009′ einreichen.

Am 12. März, dem ersten Tag der Leipziger Buchmesse, soll die mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Auszeichnung an herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen verliehen werden.

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NACHTRAG : DIE GEWINNER DES 16. OPEN MIKE

czz lorbeer-awardDie Gewinner des 16. open mike- Wettbewerbs der Literaturwerkstatt Berlin stehen fest !

Aus über 650 eingegangenen gültigen Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wählten sechs Lektoren aus renommierten Verlagen die 22 Autoren und Autorinnen aus, die am 15. und 16. November 2008 beim Wettbewerb in der Wabe in Berlin ihre Texte vortrugen. Die Juroren Thomas Glavinic, Monika Rinck und Feridun Zaimoglu ermittelten die Gewinner.

Die Gewinner :

  • Sonia Petner - geboren 1979 in Waldenburg ( Polen ) , arbeitet als Übersetzerin und Journalistin in Berlin . Organisiert Lesungen und Diskussionen . Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien
  • Svealena ( Svea Lena ) Kutschke - geboren 1977 in Lübeck , studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis in Hildesheim . Sie las beim 14. Open Mike und nahm 2006 | 07 an der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto Stiftung teil . Lebt in Berlin .
  • Thien Tran - geboren 1979 in Ho Chi Minh- Stadt ( Südvietnam ) , lebt seit 1982 in Deutschland . Studium der Germanistik , Philosophie und klassischen Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln . 2003 Praktikant im Tropen Verlag . Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften und Anthologien ( u.a. Versa , Artic , Sprachgebunden , Das Gedicht , Floppy Myriapoda , Carpe Plumbum , Intendenzen . Zuletzt: Neubuch, hrsg. von Ron Winkler 2008 ) . 2006 Nominierung für das Rolf Dieter Brinkmann- Stipendium , Studienabbruch . Neben Lyrik auch Buchrezensionen . Lebt und arbeitet in Köln .
  • Johanna Wack - geboren 1979 in Hamburg . Studiert in Hamburg Ökotrophologie . Ist Mutter von Marlene ( geb. im Mai 2007 ) . Schreibt seit einigen Jahren Kurzgeschichten , die sie u. a. auf Poetry Slams vorträgt . Auftritte in Funk und Fernsehen , Veröffentlichungen in Anthologien und in der Tagespresse .

Die Gewinner gehen direkt im Anschluss auf Lesereise :

Die Wettbewerbstexte des 16. open mike sind als Anthologie im Allitera Verlag erschienen - Deutschlandradio Kultur sendet am Sonntag den 23. 11. um 0.05 Uhr die Reportage “16. open mike”.

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KLANGAPPARAT

Dass DJ Dusty seine der dark side of the moon zuneigenden Track- Sequenzen tatsächlich aus der Antarktikis sendet ( wie auf der MySpace - Seite behauptet ) , dünkt uns bereits des Strom- und Equipment- czz-hoerempfehlungAufwandes wegen als Mystifikation . Im treibendem Amalgam von periodischer Achtziger- Jahre- Kälte und akut pulsierenden , hitzigen Heartbeats des Trance scheint dieser Kryptiker indes mitten unter uns zu siedeln .

Auf der Webseite des Netlabels intoxik lassen sich die vier Tracks von “Domino” live streamen . Für den unabhängigen - und , believe me , vielseitig verwenbaren Hausgerbrauch , bietet sich das Download eines taktvoll obsessiven Bonustracks . Heftige Empfehlung .

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Salon Littéraire | Liesl Ujvary : “privatsachen” - eine fotoserie



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Liesl Ujvary :

“privatsachen” - eine fotoserie

die fotoserie “privatsachen

versammelt fotos der arbeitsumgebungen von schriftstellern. hier entsteht literatur - zwischen schichtungen von beschriebenem papier, bekritzeltem papier, bedrucktem papier, anhäufungen von büchern, zwischen stofftieren und technischem gerät, zwischen weichen polstern und warmen decken, zwischen fundstücken konkreter natur, einem rindenstück, zimmerpflanzen und blumenvasen, fahrrädern, kinderzeichnungen, rezepten, jacken und hosen, kabeln und steckern, stössen von cds und musik-cds, umhängtaschen, adidas-schuhen, kaffeetassen, einem spielzeugpinguin auf einem fernseher, handtüchern, buddhas, ansichtskarten, tellern, tastaturen, stiften, blättern, feuerzeugen und vielen anderen sachen.

alle bücherregale ähneln sich, jedes bücherregal ist auf seine weise einmalig. obwohl das inventar, mit dem und aus dem wir unsere private umgebung gestalten, zivilisatorische ähnlichkeiten aufweist, ist es doch andererseits vollkommen persönlich. indem das objektiv diese kleinen environments herausgreift und in ihrer trivialität und einzigartigkeit abbildet, gewinnen sie an farbe und format, zeigen uns fantastische oberflächen, bieten ein spiel von licht und plastizität, das vieldeutig ist, enigmatisch und überdeutlich in einem. hier wird die mehrfach-codierung unserer persönlichen existenz belegt und präsentiert. ( Liesl Ujvary )

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BRIGITTA FALKNER

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FRIEDERIKE MAYRÖCKER

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HANNO MILLESI

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MARTIN BREINDL

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Liesl Ujvary

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HINWEIS

Die Ausstellung “privatsachen - fotos von liesl ujvary” ist im Literaturhaus Wien von 11. 11. bis 19. 12. 2008 im Rahmen des “Europäischen Monats der Fotografie” zu sehen .

Die solcherart durch Details ihrer Lebens- und Arbeitsumstände porträtierten Autorinnen und Autoren :

Neda Bei , Martin Breindl , Ann Cotten , Brigitta Falkner , Ilse Kilic , Margret Kreidl , Benedikt Ledebur , Norbert Math , Friederike Mayröcker , Hanno Millesi , Lydia Mischkulnig , Florian Neuner , Monika Rinck , Elisabeth Schimana , Ulrich Schlotmann , Ferdinand Schmatz , Andrea Sodomka , Lisa Spalt , Deter Sperl , Oliver Stummer und herbert j. wimmer .

Zwei Lesungsabende eröffnen | begleiten die Schau :

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WORT BRUCH : BETWEEN POETRY AND ART | ZEBRA Poetry Film Festival



||| WORT BRUCH : BETWEEN POETRY AND ART | VERNISSAGE , LESUNGEN , PERFORMANCES | ZUR AUSSTELLUNG | CREDITS | PARALLEL POETISCHES ZEBRA | CREDITS | RELATED |KLANGAPPARAT

WORT BRUCH : BETWEEN POETRY AND ART

worrtbruch 01

Das es ein literarisches Leben , Lesen und Denken jenseits der halligen Frankfurter Buchmessen- Buch- Container gibt , zeigt eine in gewissem Sicherheitsabstand vom lärmenden Getriebe aufgestellte Schau , die nicht eben unpolemisch einen WORTBRUCH kundtut .

Abseits des geschäftlichen Lärms soll WORT BRUCH : BETWEEN POETRY AND ART mit Symposium , Ausstellung und Lesungen einen Ruheraum des Schauens , Hinhörens und Reflektierens bieten : Schliesslich spielt das WORT nicht lediglich im Kontext LITERARISCHER Ästhetik eine selbstredend fundamentale Rolle , sondern auch für verschiedene Approaches BILDNERISCHEN Gestaltens . Die aktuelle Personale zu Lawrence Weiner in der Kunstsammlung NRW ( K21 ) mag ( neben der COUP DE DÉS- Schau in Wien ) als eines der plakativsten Exempel dafür dienen . Ganz so prominent geht’s bei WORTBTBRUCH freilich nicht her - ein Umstand , der bekanntlich selten einer Sache geschadet hat .

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Lisa Spalt

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VERNISSAGE , LESUNGEN , PERFORMACES

worrtbruch 02Freitag , 10. 10. 2008 , 19 H - Vernissage
Lesungen und Performances ab 20 H
Bloeck und Bass - hybrid und lieb , Frankfurt
Brandstifter - Asphaltbibliothekar , Mainz
Günter Vallaster - Grenzüberschneider , Herausgeber , Wien

Samstag , 11. 10. , 19 H - Lesungen und Performances
Dirk Hülstrunk - Lautpoet , Frankfurt
Maik Lippert - Stadtschreiber Weimar , sonst Berlin
Franz Konter - assoziative Texte , Frankfurt
Ilse Kilic und Fritz Widhalm - leben und schreiben im Fröhlichen Wohnzimmer , Wien
Diskussion

Sonntag , 12. 10. , 14 H - Lesungen und Performances
Hadayatullah Hübsch - Asphalt Derwisch , Frankfurt
Georg Valerian - Prosa zwischen Offenbach und Wien
Roza D. Rueb - Auszüge aus einem Satz , Darmstadt
Magdalena Knapp-Menzel , Nikolaus Scheibner - Experimentelles aus Wien
Diskussion

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Ilse Kilic

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ZUR AUSSTELLUNG

Bildnerische Werke aller Gattungen und Genres folgender Künstler ( w | m ) sind bis 1. 11. zu sehen :

Michael Bloeck , Brandstifter , Billa Burger , Nico Dudek , duO , Christine Huber , Hadayatullah Hübsch , Christian Hückstädt , Ilse Kilic , Franz Konter , Verena Elisabeth Lettmayer , Kerstin Lichtblau , Lenore Linza , Waltraud Munz , Sabine Rollnik , Roza D. Rueb , Lisa Spalt , Liesl Ujvary , Günter Vallaster , Klaus Weinbrenner , Fritz Widhalm , Zero Reiko Ishihara

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Fritz Widhalm

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CREDITS

  • Veranstaltungen und Ausstelung WORT BRUCH : 10. 10. ( VERNISSSAGE ) bis 1. 11. 2008 ( AUSSTELLUNG )
  • Ort : basis , Gutleutstrasse 8 – 12 | 60 329 Frankfurt am Main
  • Zeit : Mit Ausnahme der Vernissage , Lesungs- und Performance- Abende ist die Ausstellung dienstags bis freitags 15 - 19 H , samstags 14 - 18 H geröffnet .
  • Kontakt : Tel. +49 | (0) | 69 | 44 7472 - mailtowortbruch@online.de

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Liesl Ujvary : Privatsachen - Arbeitsumgebungen von Schriftstellern
Brigitta Falkner | Ulrich Schlotmann ( click to XL )

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PARALLEL POETISCHES ZEBRA

ZEBRA POETRY FILM FESTVAL 2Wer in Frankfurt - wie üblich - keine Unterkunft findet oder gar nicht bereit dazu war , selbiges ein Jahr im voraus zu buchen , wird sich flink in einem jener Berliner Zimmer einquartieren . Dort geht nämlich von 9. bis 12. 10. das ZEBRA POETRY FILM FESTIVAL ab , einem Projekt der Literaturwerkstatt .

Im reichhaltigen Programm ( rund 900 Filme aus 53 Ländern ) wird in der Programmschiene DIE DEUTSCHSPRACHIGE WELT ( 10. 10. , 22:30 H ) u. a. auch das vom Liesl Ujvary mit Martin Breindl erarbeitete Video “POETRY PLANTS” vorgeführt .

In|ad|ae|qu|at hat diesen poetologischen Film bereits im “Salon Littéraire” vorgeführt und mag den fern von Berlin weilenden Zeitgenossen als “pars pro toto” wie auch als “sneak preview” mit Gewinn noch einmal ans Herz gelegt werden .

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CREDITS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Von “Differenziertheit” im tradionellen musikalischen Sinn wird bei “Pastoral Pioneer” ( acroplane ) nicht zu sprechen sein . Eine Note pro Takt , mal czz-hoerempfehlungaufsteigend , dann wieder absinkend , Wirklich aufregend sind Koen Parks ( aka Ian D Hawgood ) perkussive Wirbel , welche der Solomusiker entlang der Takte veranstaltet : Von straigt zu break zu sattem Rock- Beat . Minimize to the max oder maximale Kraft im Superkonzentrat ? - Jedenfalls ideal zur Komponentenanalyse - sowie zu deren heftig konkreter Dancefloor- Auslegung . - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM .

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Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3 / 3



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text - Sommerserie

Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3

Konnte Tulpes Handeln also gelingen …

 

TULPE_copyright_Lisa_Spalt

Konnte Tulpes Handeln also gelingen - und das aus einer starken Handlungsposition heraus - dann nur unter der Bedienung identifingierenden Erfahrens. Tulpe ist Tulpe, das ja. Aber Tulpe muss wahrscheinlich irgendwann erfahren, was ihr Begriff ist, muss warten, welche ihre Mittel sind, vor allem aber wo und wofür sie steht. Ist Tulpes Erfahrung ihr Leben? Auf der Matritze welchen Wertesystems kann ihr Leben werden? Zählt nicht vornehmlich ihr Erfolg auf dem Gebiet der sanktionierten geschlechtlichen Liebe, zählt für sie nicht vornehmlich, einen Partner abzukriegen, bevor ihre Fortpflanzungsfähigkeit versiegt, bevor ihre Liebe damit zur Perversion wird, um also endlich mit diesem Abgekriegten auf natürliche Weise alt zu werden, während derselbe seinen zweiten Frühling erlebt, seine Fortpflanzungsfähigkeit weiter übt, da seine Liebe immer noch anderweitig benötigt, mit Nachwuchs gesegnet und niemals unnatürlich wird? Tulpe geht, dies alles bedenkend, ran. Sie weiß, sie muss sich so sehen lernen, wie sie von anderen gesehen werden will, und Tulpe siezt sich daher probeweise. Tulpe versucht sich in einem Role Playing Game (RPG) und Sie wird das später unter Identifiktion verbuchen. Weil das nach Lebenserfahrung klingt sagt Tulpe wie andere F-Wörter auch, wenn man sie nur ausreichend beiläufig ausspricht. Ja, auf diese Weise angesprochen, werden Sie einen ganz anderen Bezug zu sich kriegen versichert sich Tulpe. Und sie macht das für ein nicht zu vernachlässigendes Seminary-Sümmchen.

- Tulpe fragt: Soll Tulpe mit Tulpe handeln?
- Darauf SIE: Im Dorf, auf der Hälfte der Länge des Weges vom Gasthaus zum Haupttor nach Wyzima, gibt es eine Bäuerin. Eine Bäuerin ist mit einer Tulpe rumzukriegen.
- Tulpe: Tulpe ist die Identität als Gleichstellung zugunsten Tulpes biographischer Aktion?
- SIE: Tulpe kriegen Sie im Tausch gegen eine Wildblume von einer Stadtbewohnerin.
- Tulpe: Tulpe findet sich also im Blumenhandel?
- SIE: Im Tausch von Leiche, an Kreuzung liegend.

Ungefähr auf diese Weise schließt Tulpe ihren Ausflug in die Virtualität ihres Charakters ab. Sie wird bei ihrer Tulpenfindung womöglich über Leichen gehen müssen und so weiter und so fort, eben anstatt von anstatt. Das Feld der Identifingierung sagt Tulpe das ist der freie Markt. Asbach uralt brüllt Tulpe, schleudert sich mit armwerfender Geste aus sich heraus, sie kann sich noch währenddessen als absolut peinliche Geste erfassen. Yes, Tulpe weiß, wie man den eigenen Mundgeruch mit der vorgehaltenen Hand testen kann, sie wendet dieses Feature auch an, da es nach dem letzten Ausruf so penetrant zu stinken scheint. Ach, Tulpe hatte eben etwas ganz anderes zu werden vorgehabt. Sie stellt ihren Handlungscharakter leider nur genau so fest, wie es Ihnen, wie sie sagt, gerade so passt. Ja, Tulpe war ja gerade noch ganz auf Renergie Morpholift Repositioning eingestellt, auf Kreuzungen von Darwin-Hybrid-Tulips und auf all sowas, aber warum eigentlich nicht, wenn Sie es nun mal so wollen, blablabla. Und ab. Mit Abbrev. Viatur Trav. Zweig. JPG […] Und am Ende gerädert raus beim Hotel Tulpe in Halle, Ecke Kaulenberg/Alte Promenade, oder beim Hotel Tulpe am Fuße der Hohen Salve in Tirol bzw. im Golden Tulip all over the world und das gleich all inclusive und das all noch zu definieren et cetera. Im Vorgarten jedenfalls jetzt schon Haltung als zaghaftes Zuhausegefühl, als Green des Stängels in Stammzellen geliebt, als Wollen den Charakter beschäftend et cetera … Eine Tulpennatur sind Sie! (We so usually talk about a tulip, when a woman presses her vagina against the face of an unconscious man, you understand?) Oh, customize your avatar before hitting the virtual dancefloor. Bitte was? Na, dank recht schön, Freud, für diesen Zimmersymbole erschließenden Tulpenschlüssel. Dann also mal alle Bäuerinnen anklicken, die da so rein- und rausgelaufen kommen! Rein und raus, alter Hut! Überhaupt, Tulpe will sich wirklich unbedingt ein wenig Identität einhandeln, richtig old fashioned, das Pflänzchen. Tulpe war überhaupt noch nie die Bäuerin. War ja noch nie WIZIMA Treuhand, Dietlikon, Bettstenstraße 11 gewesen, aber warum nicht? Hängt doch alles zusammen, sind doch alles mögliche Relations!

(Definition: A tulip is a special type of joint … Eine Tulpe ist eine spezielle Form von Gelenk …
… which looks like a regular joint … das aussieht wie eine reguläres Gelenk …
… but with a sack of marijuana on the end of it … aber am anderen Ende des Dings sitzt Maria Johanna …)

Warum denn aber nicht ein tulipwalker sein? Ein pink-links-liberal-kommunistischer Baum-umarmender, anti-amerikanischer Umweltnazi-Peacenik?

Warum eigentlich nicht ein tulip sniper werden? Rote Tulpe, die mit einem Tommy Gun bewaffnet ist. Schießt auf niemanden. Hat eine angenehme Stimme.

Warum aber nicht tulipan? TUEP der versucht, Hare Krishna zu sein, alle verbotenen Substanzen der Welt verteufelt und noch nie in seinem Leben ein Tier gegessen hat.

Und Franz Riepl, IRRE PFLANZE, FARNPILZER, FEZ-PLAN et cetera? Ja, Tulpe findet bei näherem Hinsehen immer wieder Hinweise auf einen geheimen, einfach alles erklärenden Bauplan. Irgendeinen Grundstoff, der sowohl mit dem ständig sein Denken wechselnden Kopf (oder der den Kopf wechselnden wechselnden Bedeckung des Kopfes: Fez, Tülbent et cetera) als auch mit dem Vegetabilen in Zusammenhang stehen muss. Etwas, das noch nicht einmal in Grundstoff und Grundplan ausdifferenziert ist, das allen Verwandlungen zugrunde liegt. Wenn ich gestorben bin sagt Tulpe bin ich allem Anschein nach aus einer Kopfbedeckung entstanden, werde aber Pflanze sein. Warum also nicht?

Franz (16 Daumen hoch, 27 runter): anderes Wort für Profilneurotiker. (Sei nicht so ein Franz, was Deine Größe betrifft, es ist nicht die Größe, die zählt.)

Franzi (8 Daumen hoch, vier Daumen runter): verrückter Arsch, spontane Person, lustig und sensibel, lächelt immer.

Warum aber nicht Mongolin fragt Tulpe imstande, eine mit dem Wort TULPA verbundene Vorstellung als eine Art Produktionsmaschine für Lebewesen zu benutzen. Vergleiche dazu Alexandra Tulipe-Néel: Sie brachte das Wort (the noun) Tulpa um 1920 herum nach Europa, erzählte, sie habe als eine tibetische Nonne (a tibetan nun), die sie geworden sei, die Tulpa eines kleinen Mönchs erzeugt, welcher sich dann allerdings so schnell und so deutlich von ihr abgetrennt hatte, dass sie ihn töten musste. Die Mongolen produzieren Lebewesen sagt Tulpe aus dem Gedanken-Rohstoff, welcher bekanntlich überhaupt nichts kostet, aus ihren inneren Monologen, die sowieso täglich zur Produktion und Aufrechterhaltung der eigenen Konsistenz absolviert werden müssen, Perpetuum Mobile. Und wir dürfen davon sprechen, dass bei dieser Art der - zum Beispiel landwirtschaftlichen - Produktion das Volk sowohl den Rohstoff als auch die Arbeit liefern würde können. Die Tulpa könnte also, zur Erzeugung von essbaren Pflanzen und Tieren angewendet, durchaus ein Ausweg aus der Problematik der Weltnahrungsknappheit sein.

Tulpe, Tulpe wirft Julien Tulipe de la Mettrie die Arme, ein Händeringen zeitgemäßerer Art dieses verblichenen Autors, der um heutige Lesende wirbt Tulpe, klar, sie ist ja die Pflanze Mensch schlechthin. Klar, Tulpes Wurzel ist logisch (natürlich) ein analysierender Verdauungsapparat, welcher das Gehirn ernährt. Ja, ja, da ist ja der Mensch, da ist ja die Pflanze zeigt la Tulipe auf den Kopf hinter seinem Gesicht sehen Sie doch, dass beide - und das miteinander - identisch sind.

Ach, für Sie bin ich doch nur mault Tulpe das Schoßhündchen Natur. PET mault Tulpe, die gewissermaßen zum Inventar des Shops gehört, in den wir zurückkehren, da unsere Natur heutzutage natürlich fließend Englisch spricht, auch wenn sie den Blumentopf im Fenster nie verlässt. Eine bessere Begründung gibt es nicht. Lupe, das Hündchen kläfft unsere Tulpennatur, welche sich zunehmend gegen den Menschen in uns wehrt Sie nähern sich mir auf kolonialistische Weise. Sie dringen schamlos in meine Tulpen-Materie, benutzen meine Tulpen-Rede, welche Sie die Natur Ihres Handelns erfahren lässt, auf die alt bekannte, elegante, schamlos mit großen Tieren wie exotischen Mustern flirtende Art: mild wild. Sie holen mich in Ihre allgemein verständliche Sprache zurück, über Ihren Vintage-Safari-Style. Und ich denke langsam bedeutet die Tulpe, die das Fenster meinem Spiegelbild einschreibt, für mich. Sie sollten beginnen, Respekt vor meiner Natur zu zeigen, ich denke sagt Tulpe ernsthaft Sie sollten anfangen, Ihre Natur zu siezen.

<<Die Niederländische Versicherungsgesellschaft Paerel Leven bietet Tabakkonsumenten bei Pensionsversicherungen einen Rabatt von 20%. In den Genuss der Vergünstigung kommen nur Kundinnen, die glaubhaft machen können, dass sie weit wenigstens fünf Jahren mindestens 10 Zigaretten täglich rauchen. Die Raucherinnen können so ihre Lebensjahre (laut Statistik ca. 8 Stück davon) direkt gegen bares Geld eintauschen, das ihnen während der verbleibenden Jahre genussfördernd zur Verfügung steht. Oh, what’s better than roses on your piano ? It’s tulips on your organ …>> (Quelle: Der Standard, 26./27. April 2008)

Hey, sind Sie ein Unkraut-Typ, sind Sie ein Blüte-des-Dingsbums-T-U-E-P? Ja, der Wert des Wesens: eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht wahr? So stellt es sich dar. Ist es ein Glück, dass sich Tulpe von Natur aus relativ langsam vermehrt? Tulpe: <<Die Frage ist, ob das für immer so bleiben muss, ob ich mich für immer so langsam vermehren werde. Bin ich erotischer, wenn ich mich rar machen möchte? Bin ich begehrenswerter, wenn ich außer Kontrolle gerate? Sind Erotik und Kontrollverlust gleichzusetzen?>> Ich möchte wirklich zu gerne wissen, was ich eigentlich sein will seufzt Tulpe nämlich: Soll ich den Underdog geben, geb ich den DINK [1]. Ach, sollte ich mich, um meine Bestimmung zu erfahren, mit der Natur der Acker-Winde identifizieren? Ein kleines Role Taking wäre meiner Entwicklung vielleicht durchaus förderlich. Aber was wird aus Ihnen? Schließlich habe ich mich entrüsten Sie sich während Ihrer nun tatsächlich zähen Entwicklung mit äußerster Mühe in Ihre Natur eingefühlt. Ja, Sie empfinden wahrscheinlich bei dem Gedanken, dass ich - Sie sozusagen mit mir reißend - in jemand anderen schlüpfe, etwas unpassend Sexuelles. Nun, ich, Tulpe, vermehre mich als Acker-Winde über die Blüte, nutze aber, wenn sich die Chance bietet, eben auch die Methode vegetativ, nämlich dann, wenn meine Würzelchen - beispielsweise durch Sie - aufs Gemeinste zerbrochen werden. Und an dieser Stelle kommen Sie mir natürlich mit dem Lustprinzip, fragen, ob nicht, was der Erhaltung der Art dient, irgendwo auch mit einer Lustempfindung gekoppelt sein müsse. Sie fragen sich womöglich, ob Sie nicht sexuelle Handlungen an mir, der masochistisch sich windenden Pflanze, begehen, wenn Sie versuchen, mich durch das Zerreißen meiner Wurzeln zu killen. Ja, ich bin Ihre Rede, ich denke wie Sie. Artübergreifende Unzucht mit dem unmündigen Pflanzenkinde? He, wie alt bin ich eigentlich? Verspüre ich eigentlich Schmerz, wenn Sie mich aus meinem Drecksloch zerren? Und ist dieser Schmerz, falls ich ihn denn spüre, nicht Teil der mir von der Natur gegebenen Lust? Ist dieser Schmerz also tatsächlich Teil meiner Vermehrungssucht? Wäre ich demnach nicht schlichtweg pervers, wenn ich mir eine schmerzlose Teilung in meinen photosynthetischen Träumen erdächte? Na, wie weit ist es denn nun mit unserer Einfühlung her? Werde ich als Acker-Winde eine Chance haben, die natürliche Auslese durch Sie, meine kulturell gebildeten Lesende, zu überleben? Werden Sie mich einfach aussortieren? Es ist doch, ehrlich, das Kreatürliche an mir, die Natur, die Sie stört, meine Fähigkeit, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden zu handeln, Ihre Theorie ohne Gewissensbisse vom Markt zu verdrängen, mir die Grundlagen Ihrer Tomatenzucht einzuverleiben, bevor Sie noch Tomaten pflanzen konnten.>>

(Und so interpretieren verschiedene Weisen von Aufblühen und Verwelken die Bewegung von Tulpes Spazierengehen, stoppt der Blickfang des Fächer-Ahorns Tulpes bewegliches Sehen, deutet das Um-die-Wette-leuchten winterlich zitternder Beeren den Lauf des Pumas auf Tulpes Cotton-Cat-Tee-Shirt, und mit starren Halmen setzt das Riesen-Pfeifengras kupfergoldene Akzente …)

Und Tulpe, respektive Ihr innovatives Wrinkle Restoring System, Reproduktionskapazunder, vor allem wirksam als Concentrate Night Pearl-Dings, lässt Weizenfelder im Bagel wogen, lässt trockenes Holz knistern in braunem Tütenpapier, überm Tulpe-Kamin klickt die Bambusdeko, und sie klimpert - welches Wort wäre hier wohl angenehmer? Ach, nichts kann Sie besser regenerieren als eine ordentliche Portion Natur! Baumwollgewebe von der Materie ziehen, Fett von Fleischfaser-mjam-mjam trennen, und Tulpe produziert sich, Sie schmückend, als Dichternarzisse im naturidentischen TPU-(möglicherweise also thermoplastischen Polyurethan-Dingsbums, hm, Texin-)Outfit, darauf ihr zartes Frühlingsparfum, verduftend zwischen Holzimitat-Objekten rund um Ihren, ihrer selbst sich bewusst werdenden Körper, wow, und der vertieft sich, um Ihnen zu gefallen, in seine Selbst-Organisation, befördert mit Handwörtern kontrolliert biologisch gezüchtete Pflanzen aus Bananenblättergebinden in den lebendig sich fühlenden Innenbehälter, und als Wurzeln in der eigenen Natur wird eine pflanzliche Nahrung begriffen, als Karottenschnitzel, als Rettichstreifen. Man sprießt Tag für Tag aus der Schwarzwurzelscheibe, den Rotkrautschnipseln, den Zwiebelringen, generiert sich aus unscheinbaren Maisgarnituren, gedeiht im Umrührstäbchen Ihres Kaffeebuschprodukts, als gummierte Zellulose der Speisekarte, edel in geblätterte Esche gebunden, als Kokosnuss, Mango und Lychee in 2-Euro-und-10-Cent-Saft-Form, Pflaumenwein (kann in Gestalt von 3 Euro 30 die Besitzerin wechseln), und Sie übersetzen Curry mit Gemüse in sich selbst, und Tulpe nennt Sie einen bombastischen Tag am Strand des indischen Meeres, und die geht da rein als Ihr Denken wie das Futter in den Handschuh, geht rein wie ins Heimtextilienparadies, Taborstraße 18, Wien, zweiter Bezirk, und dann neuerlich Links, neues Nadelöhr …

Hallo, Man schreit Tulpe. Wo Sie einmal ihr Denken besaßen, haben Sie jetzt mich. Schön, mit Ihnen intimer zu werden! Sie machen sich ja langsam sehr selbständig. Sie behaupten ja seit neuestem, Sie verstünden mich nicht? Na, ich bin Ihre Natur, sonst nichts. Und wie wollen Sie mich verstehen? Sie sind ja nur der Geist, den ich aus nichts als aus mir heraus produzierte. Sie vermögen ja nichts, als Zeichen gegen Zeichen zu setzen. Sie glauben ja, sie tauschten diese Tauschvorgänge gegen gültige Definitionen. Sie definieren ja den Begriff Tulpe simultan als Reichtum und Crash, als Leben, Leichtsinn und Fruchtbarkeit, als Verantwortungslosigkeit, die Istanbul und die Niederlande, als unvernünftigen Umgang mit der Gottesgabe Geld, eine Selbsthilfegruppe von Gesichtsversehrten, den Kampf gegen Drogen et cetera, ja, sogar als die Wahre Tauschaktion Liebe. Nun, erinnern Sie sich? Sie begannen zu fragen wo oder was ist meine Natur. Ich legte ich Ihnen in der Sprache der Blumen eine Tulpe in den Mund, sie zu schmecken, Sie aber schoben Sie sich ins Gehirn. Sie entdeckten zwei antibiotisch aktive Glucoside an mir [2], produzierten daraus vorläufig noch ideellen Gewinn. Hirnhälfte und Zwirn! Ich bin Ihr Tulpengedanke. Ich reproduziere mich als Ihre Gehirnwindung, Ihre Natur, die ich bin.

- Wenn Chandlers Katze, die der Autor übrigens beugt sich Tulpe im Wind für seine Sekretärin hielt, ihre Pfote hochhob und etwas länger betrachtete, dachte seine Frau, das Tier wolle eine Armbanduhr haben. Dieser Gedanke war natürlich ich!
- Die Frau verspürt das natürliche Bedürfnis, teure Schuhe zu kaufen? Diese ihre Natur bin natürlich ich, die sie so handeln lässt.)

<<Sie kommen ja aus Ihren Interpretationssystemen nicht mehr heraus sagt Professor Tulpe. Wenn nämlich eine Person so Professor Tulpe zur Patientin wird, dann deswegen, weil sie - für Europa nicht ungewöhnlich - der Meinung ist, ihre Natur habe sie in ihrem sterblichen Körper eingesperrt. Die Patientin bezeichnet diesen Körper dann gern als ihre sterbliche Hülle, als ein Gefängnis, sie beginnt, endlose Wortfolgen zu repetieren, nennt dieses Geplapper Gebete. Eine Empfindung von Empfindungslosigkeit beginnt bald, von ihren Füßen her aufzusteigen, die Patientin erblickt im Spiegelbild ihren Naturbegriff, unter dem sie - Verschiebung! - eine Anzahl von Schierlingsgewächsen versteht. Schließlich beginnen ihre Gehirnzellen, den Gedanken zu produzieren, derselbe Gedanke könne sich von ebendiesen Gehirnzellen trennen und so deren (ihrer eigenen!) Sterblichkeit entrinnen. Symptome eines Auflösungsprozesses zuckt Professor Tulpe mit den Schultern irrationale Standpunkte, religiöse oder okkulte Themen, exzessives Schreiben ohne Bedeutung, Berührungen verweigert, Anzeichen für die Ersetzung von tätigen Gehirnzellen durch den bestehenden, stehenden Text, Katatonie. Sollte die Patientin in diesem Stadium ihren Körper, den sie zunehmend von sich abzutrennen versucht, indem sie ihn Natur nennt, noch länger dazu benutzen, ihn mithilfe seiner selbst mörderischer Absichten zu beschuldigen, wird der Körper beginnen, sie tatsächlich zu töten. Fesseln des Stoffes ruft Tulpe Schlingen schwerer als sein Gelingen, von den Nerven springende Darmbewegung, Horrortipp, Klick … Den mörderischen Gedanken in letzter Sekunde loswerden zu wollen, nützt allerdings dann nix. Das Gift der Reflexion hat bereits vor zu langer Zeit das Zwiebeln riechende Fleisch vom geschwungenen Wort jeder Tulpe getrennt. Es bleiben Handlungen an Namen von Pflanzennamen, Handlungen an nicht existierenden Gegenständen, mit abwesenden Menschen, mit Ursachen in Form von Zwiebelgedanken, Wirkungen am Ort von Tulpenabblättern … >

… und dann starben Sie also, Sie richtiges Lesewesen, Sie unbekannte Art, falscher Sammelbegriff für einzeln Bleibende. Ihr Serienmord erzeugte auf unzulässige Weise die Gruppe der Tulpenopfer. Und so ging ich hin, um deren Geschichte zu schreiben, ging mit Fortschreiten der Story auf meiner, sich in die Vergangenheit der bekannten handelnden Personen verzweigende Spüre zurück, ein Lügehen, klar. Tulpe Killer, Tulpe Gift! Mensch, das konnte doch kein Mensch gewesen sein! Tulpe tat doch keinem Menschen was zu Leid. Dann die Notiz, das Indiz, unterstrichen vom deutenden Index: Tulpe sprach Sie als Raymond Chandlers Katze an. Tulpe sprach Sie an als Raymond Chandlers Perser, na klar! Mit dem Instrument der Vertauschung war die Lösung zu produzieren. Denken Sie nach! Für Katzen kann der Genuss von Tulpen durchaus tödlich sein!

Epitaph:
Die geotrope Begabung der Tulpe erfasste einst den kochenden Mittelpunkt der Erde als UNTEN / OBEN die wartenden Schalen telegraver Sterne, Häute von der Erde aus betatscht. Das Wurzeln bohrte nach dem so genannten Herzen mit dem Finger der Hand um das Streben nach Fassung einer um Lichtjahre entfernten universal wirkenden Metapher. Erst, wenn Tulpe tot IST / WIRD: Zwiebel (in der Erde LIEGEN / im Himmel allerdings SEIN. (Fffft!)

(Eine einzige 600-Grad-Lampe illuminierte Tulpes New-York-Art-Star-Status/wir sagen Tulpes New-York-Kunststern-Standort: Ist Tulpes Sperma 100 000 Dollar wert?)

He, kommen Sie auf den Teppich! Tulpe ist im Himmel. Tulpe ist Geschäftsführerin im HANDY PARADIES, Wien, Neulerchenfelderstraße 21, 16. Bezirk. (Wow, wie die überrollte Handtasche mehr als der tote Körper selbst berührt - denkbar: weil sie der Auflösung des Bewusstseins in den Gegenstand der toten Natur ein Bild gibt?) Na, wollten Sie nicht endlich das nächste Level erreichen? Haben Sie denn gar keine Sehnsucht danach, einen abgebrochenen Kontakt aufzufrischen? Wählen Sie TelUP, das luxemburgische real free Internet, the new inspiration in telephony! Es berät Sie Maude Fettmann, Boulevard Royal 3. He, hören Sie endlich auf, für Gespräche zu bezahlen! Hören Sie endlich auf, von Tulpe nur zu lesen! Hören Sie Tulpes Stimme live, hören Sie, wie sie mit sich selber spricht, hören Sie sie jetzt! Kommen Sie rüber zu Tulpe, in ihre neue Fernsprech-Welt!

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[1] - DINK = Double income, no kid.
[2] - Siehe Rudolf Tschesche, Friedrich-Johannes Kämmerer und Günter Wulff vom Institut für Organische und Biochemie der Universität Bonn: Über Glykoside mit lacton-bildendem Aglykon, II. Über die Struktur der antibiotisch aktiven Substanzen der Tulpe (Tulipa gesneriana L.).

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Die Geschichte ist natürlich nur erfunden …

 

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Die Geschichte ist natürlich nur erfunden gesteht Tulpe, schwebt vom Verkaufstisch herunter Anmache ist alles, passieren wird nix, wir sind ja PLUTS, Kreuzungen von prudes und sluts, aber wenn Sie heutzutage etwas verkaufen wollen, müssen Sie eben eine Geschichte erzählen. Zitat Heinz von Tulpe: Wir halten ja jene Wissenschafterin für den Vertreter der besten Theorie, welche die beste Geschichte erzählt. - Genau diese Erfolgsstory entwickeln zu lernen motiviert Tulpe Sie und Ihre Anwesenheit hier sind wir zusammengekommen. Und nun rein in das Geschäft mit dem Stoff, der das Objekt Ihres Handelns sein muss!

<<Mann hält Turbantuch in Hand für Traumfrau, Frau wird durch Zeichnung von Tulpe erregt. Oh, Tulpe ist im Besitz von Mann, oh, Mann! Oh, Tulpe ist gleich Mannespotenz! Oh, Schönheit von Tulpe ist gleich proportional zu Sinneserregung von Dame! Hurtig elektrifizierende Schlüsse gezogen: Zwiebel von Tulpe deutet als Tulpe in Nuce auf durch Besitzer zu erwartende sinnliche Genüsse. Frage: Berechnung möglich? Formel klar: Männliche Potenz entsprechend Erregungspotenzial von Schönheit von Tulpe, was Glück & heureka! Überlegungsprodukt: TULIMANTIE, LIANE MUTTI, LAUTE INTIM, das ist Tulpenorakel gleich Erfindungspotenzial. MUT-LITANEI von ALE TUT MINI! Begründung: Orakel gleich Einnahmequelle. Ergo? Kioskaufstellung für Eintausch von Nichtwissen gegen Vorkehrungen-Treffen, dadurch Zukunft-Verändern und neues Nichtwissen, gegen weitere Zwiebeln plus Nulpe-wird-Duce-Orakelsprüche. Begierdeleistung, Lustvorsprung, Genusstrategie: Ich ist gleich Rohstoff zur Produktion der Weltmarktführerin. Oh, oui, c’est ça, tulimentir! Peripetie! Endlich können wir wirklich handeln, da das Orakel verbindliches Wissen über Effekte von erotischem Tun verspricht!>>

Ok sagt Tulpe damit wissen wir zumindest, was die Geschichte mit der Tulpe geschehen hätte lassen können. Hätte hebt Tulpe das grüne Händchen. Wäre es denn fragt Tulpe nach Einrichtung des Erotik-Orakels nicht stante pede zum Ausbruch einer Tulimantie-Manie gekommen (Tulpenwahn definiert Tulpe: Glaube an die Beherrschbarkeit des Handelns), wäre es in der Folge nicht gekommen zu einer abnorm gesteigerten Nachfrage nach weissagenden Tulpenzwiebeln? Sobald sich etwas findet, was die Nützlichkeit und den Wert von Geld annimmt, beginnt die Ansammlung von Eigentum, begleitet von der Entstehung von Knappheit [1]. Sollten wir also davon nicht Spuren finden? Nein! Denn warum sollten erotisch verunsicherte Männer die Gründe für ihre Tulpenmanie zugeben mögen? Würden Sie nicht vordergründig seriösere Gründe für ihre Handelswut erfinden? Könnte somit nicht gerade die Absenz von Beweisen für die in den Raum gestellte Erklärungshypothese bezüglich der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts den Beweis für eine mögliche Stichhaltigkeit abgeben? Ja, das Hätte-wäre-könnte, das die Hervorrufung tollkühnen Spekulationsvergnügens bei meinen Kundinnen bewirkt, hängt erklärt Tulpe ab von einer Handlung, welche - Bedingung - niemals stattfand, von einer guten Geschichte also sagt Tulpe quod erat demonstrandum; von Tulpenbüsten, klaro: erfundene historische Ereignisse, die benutzt werden, um etwas zu beweisen. Die Zuhörer reagieren auf Tulpenbüsten für gewöhnlich irritiert und tendieren dazu, den Benutzer für besonders intelligent zu halten. (Beispiel für Verwendung: Tulpe machte heute im Meeting Gebrauch von einer Tulpenbüste.)

Meine lieben Bürgerinnen schreibt Tulpe von O. und lieben Bürger von O., welcher Ort postalisch der Gemeinde N., politisch aber der Marktgemeinde W. zugerechnet wird, welcher also genau genommen nur in seinem Namen existiert, dem allein eine entsprechend sich mit ihm identifizierende Menschengruppe das Grenzgebiet definiert! Sehen Sie hier das zierliche Johanniskraut/Hypericum elegans, die Große Kuhschelle/Pulsatilla Grandis, das Knollen-Brandkraut, Niederliegende Geißblatt, Hirschwurz, Blutigen Storchenschnabel! Nur bei überdurchschnittlichem Kenntnisstand Ihrerseits treffen in diesen Verständniskünste Gewinn bringend auf Forschungserträge, wie zum Beispiel jene aus dem bedenkenswerten Werk des Hermann Zulauf mit dem Titel Das Rebspalier, verfasst 1942 im Schweizerischen Schinznach-Dorf. Kennen Sie den Ort? Nein? Kennen Sie die Bedeutung der Begriffe Scincode, Revolcanic Cream, Shiseido Body Creator, Google-Earth-Pilot? Sagen sie Ihnen was? Dienen sie Ihnen als Shopping Guides?

Frage: Wer oder was ist eigentlich Tulpe?
Antwort 1: Die Bedeutung der Tulpe liegt in der Zwiebel (Buddhismus).
Antwort 2: Eine Tulpe? Das ist: Anthrachinonderivate, herzwirksame Glycoside, Alkaloide Steroidalkaloide, Chelidonsäure uh ah …
- Antwort 3: Tulpe ist, was dem Handeln den Auslöser gibt. Ohne Tulpe würde das Leben ewig dauern, hätte aber auch keinerlei Sinn (Jean Paul Tulipe).
- Antwort 4: Tulpe ist Tulpes Gebrauch im Text ruft unser Ludwig in einem der wenigen Momente, in denen er sich erlaubt, ein wenig sinnlich zu sein.
- Antwort 5: Mais il ne faut pas voir la réalité telle que je suis, man muss die Realität nicht sehen, wie ich bin lacht Max Ernst Tulpe, und …

Vom fleischfarben grundierten Info-Screen bricht sich das ätherische Wesen Tulpe auf das antike Objekt des Kunsthandelns herunter, ulp-ulp, auf das lasierend fabrizierte Gemälde als eine Oberfläche elektromagnetischen Kunst-Verhaltens, fächert sich auf in die kränklichen Prima-Ballerina-Sorten einer Semper Augustus, Admiral van Enckhuysen oder Gheel en Root van Leyden. Schönes, schönes, im Glas der Vase lose festgehaltenes Sterben! Oh, welch wohlklingendes Passé der Bildlichkeit! Es bringt in die schmucklose Gegenwart die Nostalgiemaschine eines Tulpengemäldes die hübsche Note der Vergänglichkeit, ja, der Herstellungsmoment ist ja so lang vorbei. Und genau auf diese Weise gedenkt Tulpe den Preis Ihrer zart keimenden Naturliebe zu erzielen. Ja, diese Natur, sie stammt aus dem 17. Jahrhundert, und die Farbe ihrer blutrot-zart-feuchten Blütenblätter ist ja aufs Schärfste gebrochen! Oh, dass die Farbe der Blütenblätter ihres Vorbilds so heiß gebrochen ist wie jene der Mädchenwangen unter den haarigen Leuenpranken, ach, sie wissen! Ah, diese Königin einer Blume, diese Prinzessin auf der Erbse auf einem grünen Stängel eines sehr, sehr langen Pflänzchenhälschens … Und dann entdeckten sie, wer immer das ist, 1924 das die Zeichnung der Blüte hervorrufende Mosaikvirus. Und sie verbrannten die Schöne auf dem Scheiterhaufen, um mit ihr das Böse auf wissenschaftlich fundierte Weise auszurotten. Sie aber, Amateur oder Connoisseur, haben dadurch ruft Tulpe die einzigartige Gelegenheit, eine nahezu fotografische Abbildung jener verblichenen Natur zu besitzen, welche es gar nicht mehr gibt. Verschaffen Sie sich ihr persönliches Bild, das diese Naturvergangenheit ersetzt! Und bedenken Sie: Je älter eine Natur, desto näher an der Natur ist ihre Wirklichkeit! Tauschen Sie also einen Aspekt Ihres Lebens gegen das Abbild der gestorbenen Zeit, die Sie hier sehen! Sie werden plötzlich die Empfindung verstehen, eine Schönheit festhalten zu wollen, die Empfindung von Schönheit selbst festhalten zu wollen, welche Regung allein Ihrem Wissen um die eigene Sterblichkeit entspringt. Ach, wenn sich das Junge, das statistisch Schönste, vom Tod Entfernteste, mit dem Tod verschränkt! Und ja, auch die Kunstwürdigkeit der Tulpe wurde durch eine Unheilbarkeit aus ihrer Naturfarbe gebrochen. Ja, meine Kunstwürdigkeit erklärt sich Tulpe wurde durch eine WERTMALENDE MALADIE erreicht, durch die Aufpfropfung einer, meine banale Natur umformulierenden, nichtsdestotrotz der Natur entspringenden Viruskolonie, veredelnde Besiedelungstaktik et cetera. diese Tulpe verkauft sich gut, ihre Rede ist voller Kraft, sie verkauft sich wie von selbst. Diese Tulpe ringt ihre gebrochene Rede, ihr Lallen, ihre WAREWARESCHÖNHEITDERNATUR auf die Pulte der Versteigerer runter: Ich bin das Abbild der Vergangenheit haucht Tulpe der zart-kindliche Efeugeruch des Schwanengedichts, der Sie nach Hause rufen will. PUT-PUT-PUT, wahre Kunst reibt diese Tulpe, auf Gewinn bringende Weise an ihrem Körperbild geschädigt, zählende Finger, reibt sie auf Geld zählende Weise. Und früher liebten Sie unter dem Titel leicht zerdrückbarer Pflück- und Schnittblumen die Damen in Ihren Gedichten, heute dagegen lieben Sie die Virus-generierte Zeichnung Gewinn bringender Blüten, und Sie handeln Sie unter Damennamen. Und Sie lieben Sie, weil in der Kunst das Gesetz der Stärkeren die stärker Vergammelten überleben lässt, wo sie in der Natur nach demselben Gesetz verrecken. Antibodies, Sie verstehen? He, ich möchte doch, wenn Sie das Geschwafel hier akzeptieren, auf der Stelle irgendeinem TUP (englisch für männliches Schaf) die blöde Tulpe zu fressen geben. Sagen Sie schon, haben Sie gar kein Problem mit der Verbindung der Wörter Kunst und krank? (I’ve never seen anybody pule [2] so much!) Kein Problem mit der Kombination veredelnde Besiedelung und dem Begriff der Natürlichkeit? (Ich hoffe, ich bin das Produkt, das für Sie rundum passt flüsterte Tulpe und brach.) Ist das Ihr favorisierter Stil? Ist es das, was Sie wünschen, das Brechen des Rösleins, die Felder brach? Also, der Wert der Wahrheit der Aussage schwankt ja doch ziemlich je nach Rezeptoren, je nach Grad ihrer Akzeptanz. Also, wir fühlen und sind doch immer irgendwie gebrochen, nicht wahr, und was immer wir glauben mögen, ist doch immer irgendwie Gebrochenes, und wir kaufen es doch immer irgendwem ab. Also, was halten Sie eigentlich von technology unlimited, T-U-L, the total solution provider?

(Sie verstehen neuerdings wirklich alles falsch korrigiert Tulpe ich sprach doch nur von blühenden Geschäften - also, im Bereich T-U-L wie Transport, Umschlag, Lagerung. Kein Code, kein Secret, kein doppelter Boden, die Inhaltsangabe verzeichnet einzig und allein Polyethylen/PE.)

Wir aber denken an dieser Stelle (es ist, wie ich es schreibe!), wir könnten bald alle im Luxus von Tulpes Erfolgsgeschichte leben; in einer fremden Biographie, die nur noch winzige Partikel unseres molesten Lebens einschließen würde. Tulpe hält fest, es wär ja dieses alle, dieses alles noch näher zu definieren. Und wir hören dieser Lilly Tulpe Petersen zu, einer Erfolgsautorin, die wir heute angreifen dürfen, Produzentin des Bestseller-Bekenntnisbuchs Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann [3], und wir möchten uns gegen sie tauschen, und wir könnten die vor lauter Gier hohl wirkenden Augen auf den Ausgang einer blutroten Tulpe gerichtet halten, könnten deren schwarz-hallende Bauchigkeit halten für das bodenlos flüchtende, verkehrte Schattenbild eines weißfleischig in der Augenhöhlung liegenden, gefräßigen Apfels, welcher imstande wäre, den nackten, mit einfach allem beschreibbaren Raum unseres Lebens zu evozieren, diesen Schundroman, in dem uns alles, was wir erblicken, als Symbol potenzieller Lebensfülle und Leibesschmalheit dient, blablabla, wir würden dieses Leben zum Beispiel denken als irgendein herbeiprojizierbares Objekt, und es spräche zu uns darüber die berühmte Autorin Lilly Tulpe Petersen, und wir würden heftig applaudieren: <<Gott, dankeschön, Gott machte mir, Lilly Tulpe Petersen, das selbst gemachte Geschenk der Welt. Der liebe Gott, wie gesagt, welcher mich, Lilly Tulpe Petersen seit Ewigkeiten liebt, schenkte mir früh seine aus selbst gemachten Materialien selbst gebastelte Nachkriegslage. So müssen auch Sie es machen. Danke, Herr Gott, ich dank auch schön! Ich konnte aufgrund seiner Gaben als die LTP bekannt mich machen. Ich benutzte dazu natürlich ein Gartenbuch, nämlich das von Shizu Matsuda und Peggy Boehm mit dem Titel Flower arranging by number for people who want artistic results immediately. Als Tochter aus dem guten Haus der Liliaceae, entsprossen der Cohabitation bourbonischer Lilien mit den bonapartischen Bienen, konnte ich, LTP, latest take precedence respektive Vorrang hat der letztgeänderte Wert, mein Auftreten optimieren. Aber das war natürlich nur der erste Schritt. Kaufen Sie mein Buch Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann, haben Sie Teil an meinem Erfolgsrezept! Als einfache L.T.P. oder long term potentiation vulgo dauerhafte Verbesserung der Kommunikation zwischen zwei Neuronen, trat ich einst über mein Fleckchen Heimatboden, diese blühende Visitenkarte, ein in den allgemeinen Wettbewerb. Mein Glück ist natürlich, dass ich natürlich blieb, mein Wachstum war immer enorm.>> Und geblendet sehen wir in diesem Moment L, durch das Nadelöhr Ihrer glänzenden Pupillen, liebe Lesende, sich quetschen - durch die bedeutsame Verengung dieser Ihrer eigenen Lebensgeschichte: Oh, L, Farb- und Duftfavoritin der Stars! Du breitest vor unser aller Denken Deinen intimen Garten aus, Deine Miniaturnachbildung eines Paradieses, wie Linnaeus schon sagte! Und der Druck der Meinung, welchen bereits ein T mit dem alten Charles Darwin erkannte, nämlich als das natürliche Bedürfnis der Konkurrenz - dieser Druck der Meinung macht Dich, als die ich mich nach dem ersten Krieg wieder fand, sichtbar in unser aller Öffentlichkeit, 1921, welche T mit Ihnen (id est: Sie da draußen) als unsere Zeit benannte. Ja, der Druck vervielfältigte T, indem er Dich, die ich wurde, in den fruchtbaren Boden Ihres Denkens verpflanzte.>>>> Cit. von mir aus nach L.T.P, LITURGY TRAINING PUBLICATIONS (ist gleich ahora el mayor distribuidor de libros católicos en lengua española en los Estados Unidos de América).

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[1] - Wouter van Dieren: Mit der Natur rechnen. Der neue Club-of-Rome-Bericht. Birkhäuser Verlag 1995, S. 40.
[2] - To whimper; to whine, as a complaining child.
[3] - “Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann” ist der Untertitel des Buches “Das neue Gartenbuch”, erschienen bei Der gelbe Verlag in Dachau, der Autorin vorliegend in der Auflage 31. - 46. Tausend aus dem Jahr 1921. “Im kleinsten Garten ist das Vaterland”, so das Motto des Buches. Der Verlag wirbt auf den letzten Seiten des Buches für andere Titel zu den Themen Kochen, Scherenschnitte, deutsche Kolonien, Volk in Waffen und Albrecht Dürer.

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Lisa Spalt

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