Tag Archive for 'literaturkritik'

NACHTRAG | NEUES VON FREUNDEN



||| ZIA @ T 4 3 IN WIEN | ZENTRALFRIEDHOF : IN MEMORIAM MARIANNE FRITZ | RELATED | KLANGAPPARAT

Grabfigur_Zentralfriedhof_Wien_copyright_Christiane_Zintzen

Das darf ja nun doch nicht angehen , dass da infolge eines kurzfristigen Warnstreiks des Setzers zwei wichtige Termine in|ad|ae|qu|at unterschlagen werden . Beide betreffen das hiermit und heute aufgeschlagene Kalenderblatt des 1. Oktober .

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ZIA @ T 4 3 IN WIEN

czz-neuesvonfreundenWenn zwei Bachmann- Preis- Juroren mit der Bachmann- Preis- Gewinnerin anno 2006 über die eben erschienen Volltext- Neuerscheinungen von zwei Bachmannpreis- Kandidaten anno 2008 debattieren …. Dreimal darf man raten , worin zumindest der Subtext der Rede im Lichte des sanft glimmenden Plastic- Kaminfeuerchens am Karlsplatz bestehen wird . Zumal informell und publizistisch ( Falter 37 / 2008 , Kommentar ) ja durchaus kritische Töne zur diesjährigen Knechtung der - ohnehin stets umstrittenen - Klagenfurter Veranstaltung durch die TV- Regie laut geworden sind .

Worum gehts ? - Vordergründig um den traditionellen TEA FOR THREE ( T 4 3 ) , welchen Klaus Nüchtern und Daniela Strigl mit wechselnden Gästen als trauliches Kamingespräch seit Jahren abhalten , um über Neuerscheinungen und Klassiker zu klönen . Zu Gast ist diesmal Kathrin Passig , die Lady der ‘Zentralen Intelligenz Agentur‘ sowie Bachmannpreis- Gewinnerin ‘06 .

Als offizielle Gesprächsstoffe liegen vor :

Ob Neumanns schockierender , zunächst 1946 als “Children of Vienna“, vom Autor 1974 in einen bewusst brutalen Kunstjargon übertragener Nachkriegsroman angesichts der - legitim debattierenswerten - gesammelten Bachmannia den nötigen Raum am Kaminfeuer findet ? - Indes liesse sich die Sache praktikabel gut unter dem Aspekt der Kunstsprache und ihrer drastischen Effekte debattieren : Vielleicht am ehesten vergleichbar mit Anthony Burgess‘ “A Clockwork Orange” oder der Eigensprache einer Marianne Fritz .

Was wirklich wird , wird sich heute , 1. 10. im project space der KUNSTHALLE wien ( 20 H ) erweisen .

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ZENTRALFRIEDHOF : IN MEMORIAM MARIANNE FRITZ

czz-neuesvonfreundenVor einem Jahr , am 1. Oktober 2007 , ist die österreichische Autorin Marianne Fritz verstorben . Die Gruppe Fritzpunkt , die sich seit 2002 systematisch und in allen denkbaren performativen Formen mit dem enigmatischen - und noch immer nicht vollständig publizierten - Riesenwerk beschäftigt , lädt zu einer Gedenklesung .

Es kann nicht lösen der Mensch: das Entweder-Oder-Problem; und das an sich nicht ! Das ist es ! Und nur das ! Nicht will es dem Menschen gestatten, fortzufliegen und irgendwie halt so hinein: in die Möglichkeit an sich, die da genannt: das Unendliche einerseits und die Ewigkeit andererseits. ( M. F. )

Wir gedenken der vor einem Jahr verstorbenen Marianne Fritz und lesen aus ihrem Werk : Heute , 1. 10. , 16.05 H , Grab von Marianne Fritz ( Zentralfriedhof Wien , 3. Tor - Gruppe 40 , Ehrenhain , Zufahrt mit dem Auto zu Halle 3 möglich ) .

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Da mag die Mixotic- Zuspielung des polnischen Netlabel- und NuJazz- Kenners Matam einen noch so geraden 4 / 4 - Takt hinlegen : Die sparsam- repetitiven Gitarrenakkorde signalisieren von Beginn an eine eher herbstlich gedeckte Stimmung . Peu à peu verweben sich schwebende Piano- und czz-hoerempfehlungSax- Sounds in die Textur und verleihen der Atmosphäre ein eher sehnendes Wehen . Per Sprach- Samples , Breakbeats und Sequenzern nimmt die Angelegenheit dann eine jähe Wendung und - be sure : Es wird nicht die einzige bleiben . Insgesamt eine reichhaltig mit einer Fülle von Klangfarben und ausgestattete Tour durch die teils manischen , teils depressiven Landschaften der Melancholie . Vierundfünfzig Minuten und neunundzwanzig Minuten : Zweifellos versteht der gute Mann etwas vom Komponieren bzw. von der Kunst des Arrangements . CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

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Jelinek Online : “NEID” am dicken Ende der Blogwurst



||| TAGBLATT UND “BLOGWURST” | VERZEHRENDER NETZ- TEXT | ABWEHRZAUBER UND WIEDERGUTMACHUNG | KALAUER MIT “AUFGABE” | WO BLEIBT DER “KLASSISCHE WERKBEGRIFF” ? | SÜHNE - SÜNDE : SCHÖPFUNGSAKT - KINDSWEGLEGUNG | KLANGAPPARAT | LINKS | RELATED

TAGBLATT UND “BLOGWURST”

pac_manDa nicht nur die Bock- sondern auch die “Blogwurst” derer Enden zwei hat, meldet sich das Feuilleton - nach anfänglichem Anbrat- Interesse vorigen Mai - nun pünktlich prêt à rapporter zum Finale des paradoxen Online- ist- gleich- “Privat”- Romans Elfriede Jelineks .

Von “A” ( dem akkurat akut anverwandelten “Dungeon Man” [ NYT ] von Amstetten ) über “B” ( dem buchfrei verbleibenden Verleger , als sei der Berlin- Verlag mit dem Totschläger Littells nicht börsenreif beschäftigt ) bis “Z” ( dem berühmten “Zitierverbot” ) : Die Presse ist prompt zur Stelle , wenn’s auch mal auf den Kulturseiten ein “Fait divers” zu vermelden gibt .

Die NZZ am 8. 5. , die SZ am 9. und die FAZ am 13. 5. Dass es seit Publikationsbeginn des Romans ein material- und reflexionsreiches Online- Forum ( JeliNetz ) gibt , bleibt in den Meldungen freilich konsequent aussen vor . “Internet” heisst demnach nicht nur der Wechselbalg einer irgendwie exhibitionistischen “Privatsache” , sondern auch der Ort privatim getätigter Lektüren .

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VERZEHRENDER NETZ- TEXT

pac_manIn der Verweigerung der Anerkennung eines medien- adaequaten Austauschs von An- und Einsichten rücken die ( durchwegs männlichen ) Referenten und Rezensenten die Online- Existenz eines literarischen Werks in den Bereich der Pornographie : Was nicht “über die Budel” ver- und handelbar ist , wird Objekt eines mit dem Ruch des Illegitimen behafteten Online- Voyeurismus . Wo die Text grenzenlos verfügbar sind , untersteht auch deren Lektüre keinem hergebrachten Komment und Reglement : Schon dieses Moment des Ausufernden und Unkontrollierbaren macht den Bild- Schirm- Text verdächtig .

Dem Philologen und Kritiker , gewohnt an den gedruckt unverrückbaren Text- Korpus , muss die diskrete Wandelbarkeit eines E- Textes geradezu frivol anmuten . Der proteische und tendenziell unendlich veränderbare Charakter eines solchen Werks lehrt den Publizisten buchstäblich das Fürchten : Nicht nur , weil rund 1.000 Seiten Fliesstext ein schwer übersehbares Gelände | Gewirk darstellen , sondern weil dessen Wandelbarkeit dem Kritiker grundsätzlich die Gnade des Letzten Wortes entzieht . So ein dämlich änderlicher Text kann nämlich seinerseits und postwendend buchstäblich zurückschlagen , indem er mehr oder weniger offensichtlich , auf die im Print festgestellten Anmutungen reagiert .

Um solche Rück- Schläge festzustellen , müsste man freilich den integralen Text unter ständiger Beobachtung halten wie ein “Alien” oder ein “gefährliches Tier” wird : Wer weiss , ob dieses Monstrum sich den Publizisten und seine tagesjournalistisch getrimmten Worte nicht eines Tages einverleibt und verschlingt ?

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ABWEHRZAUBER UND WIEDERGUTMACHUNG

pac_manMit Nennung der dem Werk einverleibten Kritik vollzieht Paul Jandl in der NZZ gleichsam einen Abwehrzauber :

Was Elfriede Jelinek den Lesern als “E. J.” sagen will, scheint klar. Die zarte Camouflage ist Kriegsbemalung, denn in “Neid” wird zwar einmal mehr mit Österreich abgerechnet, vor allem aber mit sich selbst. Die Schreibstube am Wiener Jupiterweg wird zum Echoraum all dessen, was die Kritiker der Schriftstellerin vorwerfen, während diese sagt: Geschenkt! Dass es im Werk der Jelinek wenig Handlung gebe, dass es ihm an erfahrbarer Wirklichkeit mangle, dass es sich wiederhole und verzettle, tausendmal: Geschenkt! – In die Familiengeschichte steigt der Roman herab und spart auch dabei nicht mit Selbstvorwürfen. Die beinahe pornografische Entblössung des eigenen Ich treibt ein Buch voran, das den “Neid” des Titels pro domo nimmt. Der Lebenssünde, “Ich” zu sagen, hat Elfriede Jelinek ihr Todsünden-Projekt gegenübergestellt. Neben den Romanen “Lust” und “Gier” ist der Neid eine Verirrung von offenkundiger Virulenz. Das Leben da draussen, das Leben, dem sich die Schriftstellerin entzieht, wird zum Gegenstand der Sehnsucht wie der Verachtung. Ganz privat, nur im Internet, rechnet Elfriede Jelinek mit ihrer Rolle als öffentliche Frau ab.

Burkhard Müller scheint mit seiner jüngsten Reaktion in der SZ förmlich um Wiedergutmachung seiner ersten Ausfälle vor einem Jahr bemüht : Sie mög sich hüten , die Autorin , hatte es damals geheissen , den Unlustfaktor ihrer Texte nicht auch noch durch eine unhandliche Publikationsform zu verstärken . Jetzt dahingegen begrüsst derselbe Redakteur Jelineks rasches Reagieren auf “Amstetten” ( “Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ist die Feuerwehr, wenn alle anderen noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen” ) , ihre Tuchfühlung “Im Verlassenen ” auf Leib und Seele “Österreichs” sowie deren Ästhetisierung :

Elfriede Jelinek verliert keine Zeit damit, Töne des Entsetzens auszustoßen. Das haben inzwischen schon andere hinlänglich getan. Sie beginnt ihren Text “Im Verlassenen”, abrufbar auf ihrer Homepage, damit, dass sie das Besondere und das Allgemeine des Falls ins rechte Verhältnis bringt. Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält.” Das ist zwar als Prosa gesetzt, tänzelt aber wie von ungefähr in Richtung des gereimten Epigramms. ( SZ )

Hat man voreilig geurteilt ? Verkannte man das Visionäre in Jelineks Kassandra- Reden ? - Ein Journalist leistet , an der Monstrosität der Echtwelt gereift , förmlich Abbitte :

Jelinek hat viele, die sie in den letzten Jahren hörten oder lasen, durch die Gleichform ihrer Beschwerde ermüdet. Das mag zum Teil ungerecht gewesen sein, denn wenn das Übel sich nicht ändert, warum sollte es die Beschwerde tun? Es war Jelineks Art, der Welt, ihrer Welt, die Treue zu halten. Und doch liegt im Ermüdenden ein literarisches Problem.

Nun aber ergibt sich am zwar typischen, aber doch herausragenden Anlass die Gelegenheit zu zeigen, dass der fehlende Biss ihrer Texte, den man konstatiert hat, am Brei lag, mit dem sie es zu tun hatte, und nicht an ihren Zähnen. Jetzt hat sie ihren Brocken; und da erweisen sich ihre Zähne auf einmal als scharf. ( SZ )

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KALAUER MIT “AUFGABE”

pac_manAuch die formalen und textgenerativen Mittel wie der früher als “ermüdend” eingestufte Kalauer wird via München unter Umständen einer “echten Aufgabe” plötzlich rehabilitiert :

Also beschränkte sich Jelinek darauf, den Affekt, ganz sparsam, in den Doppelsinn eines einzigen Wortes zu verlegen, um unvermutet B hervorspringen zu lassen, wenn gerade noch A das Thema war. Aber nachdem man dieser Weiche eine Zeitlang beim Schalten zugesehen hat, wandelt sich das Unvermutete in das Erwartbare, und der Trick zieht nicht mehr. Hier aber zieht er plötzlich wieder, und zwar weil er eine echte Aufgabe bekommen hat. Das Bestürzende an den Entdeckungen von Amstetten lag darin, dass sich alles über so furchtbar lange Zeiträume erstreckt hat. ( … )

Darum ist die Rede vom “Ruf” Österreichs, wenn es um Dinge wie Amstetten geht, eine solche Perfidie. Es ist dieselbe Art von Rede, die das Verbrennen toter Babies als “Entsorgen” benennt und sich damit den logistischen Gesichtspunkt, die Sorge des Täters, zu eigen macht. Ein Ruf ist etwas, das aus der Kehle dringt, aber eben auch der gute oder schlechte, den man hat. Plötzlich kommen sich die beiden Bedeutungen, der Schrei und die Reputation, ganz nahe. Auf den Ruf bedacht sein, heißt den Schrei ignorieren. Darin eben liegt die allgemeine Tendenz, die der krasse Einzelfall offenbart. ( SZ )

Als Erste Hilfe und ultima ratio gegen die Sprachlosigkeit des Entsetzens - sowie der journalistischen Ratlosigkeit , wie das Unsägliche überhaupt ( noch ) zu covern sei - wird Elfriede Jelinek plötzlich wieder der Rede wert :

Was kann, was soll man zu Amstetten sagen? Man braucht schon einen Ton, der trägt. Den hat Elfriede Jelinek. Er ist, wie eine Berufsfeuerwehr, wohlgeübt, und wenn plötzlich die Katastrophe ausbricht, weiß die Feuerwehr im Unterschied zu den übrigen Passanten, die bloß die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, genau, was sie zu tun hat. ( SZ )

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WO BLEIBT DER “KLASSISCHE WERKBEGRIFF” ?

pac_manSolche thematischen Schnittstellen an | mit der ausserliterarischen ( Skandal- ) Realität , wertet Hubert Spiegel lediglich als Ephemera und Fortsetzung des Immergleichen unter Berücksichtigung frischer Datenlagen . Was den FAZ- Redakteur weitaus mehr irritiert , ist die “Aushöhlung des klassischen Werkbegriffs” durch stete Veränderlichkeit im Netz :

Offenbar hat Elfriede Jelinek im Internet die Arbeitsbedingungen gefunden, die ihr am ehesten gemäß sind: Frei von jeglichen Verwertungszwängen herrschen hier autonome Innerlichkeit und Privatheit in ihrer denkbar öffentlichsten Form. So ist ein Werk entstanden, das die Mittel des Blogs benutzt, um nahezu sämtliche Fesseln des Romans abzustreifen. ( … ) Denn Änderungen sind jederzeit möglich. Damit tritt ein, was Autoren Traum und Albtraum zugleich ist: Kein Text ist jemals fertig. Alles bleibt vorläufig, fließend, in potentiell jederzeit zu beschleunigender Bewegung. ( … ) So wird die Aushöhlung des klassischen Werkbegriffs, die in Elfriede Jelineks Schaffen immer schon angelegt war, im Netz auf die Spitze getrieben. ( FAZ)

Die - für jeden Jelinek Kenner selbstverständlich nur cum grano salis zu lesende - Nachbemerkung “Unvollständige oder fehlerhafte Sätze bitte (jeder für sich selbst) ergänzen bzw. korrigieren” wird von Hubert Spiegel beim Wort genommen und als Zeichen dafür , dass das “Lektorat … an die Leserschaft übergegangen” sei . Mit dem “klassischen Werkbegriff” geht somit auch die “auctoritas” | Autorität des Autors den Bach der Blogrolle hinunter und reisst die ( “klassische” ) “Sinnstiftung” gleich mit :

Wo die Sinnstiftung an sich schon als Machtausübung verstanden wird, wo jede Organisation des Textes unter dem Verdacht der hierarchischen Handlung steht, wird Flüchtigkeit als Freiheitsgewinn verbucht: “Mir gefällt der Gedanke, dass jeder, der will, sich etwas von mir herunterladen kann, es irgendwo zerstreut, ein paar Seiten, auch auf dem Handy konsumiert, und dann verschwindet es wieder im Netz. Es ist da, für jeden”, sagt Elfriede Jelinek über ihr Projekt, “und gleichzeitig weg, das gefällt mir”. Dass der Roman sich nicht zwischen zwei Buchdeckeln materialisieren darf, könnte man fast als Sühne dafür nehmen, dass auch dieser Text seine Existenz einem Schöpfungsakt verdankt. ( FAZ )

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SÜHNE | SÜNDE : SCHÖPFUNGSAKT | KINDSWEGLEGUNG

pac_manDas Motiv der “Sühne” wurde bereits von Paul Jandl in der NZZ angesprochen . Dort war es allerdings auf Jelineks “Rolle als öffentliche Frau” gemünzt . Elfriede Jelinek hat sich über die Jahre hinreichend und ausführlich über die problematische Rolle der “öffentlichen Frau” geäussert . Aus der praktischen Erfahrung , dass diese von einer Öffentlichkeit , in welcher ( wie in den zitierten Artikeln ) “der Mann” das Sagen hat , als unangemessene Ermächtigung wahrgenommen wird, hat Jelinek ihr mediales , diskursives und literarisches “Fort | Da”- Spiel entwickelt . Es muss da nun doppelt paradox anmuten , wenn jetzt von Seiten des FAZ- Autors der Vorwurf ertönt , die Frau als Schriftstellerin negiere ihren “Schöpfungsakt” .

Da dieser “Schöpfungsakt” spätestens seit der Genesis dem Gott , dem Mann , dem Autor vorbehalten ist , muss es sich wohl um im eigentlichen Sinne um die weibliche Sünde der “Kindsweglegung” handeln …

“geschlechterdings” ( Gerhard Rühm ) gerät selbst im Zeitalter der Männerforschung noch so Manches in auf- reizender Fehlleistung durcheinander .

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KLANGAPPARAT

Wir haben ihn vermisst . Nun aber ist er wieder da : DJ Tom Larson ( @ MySpace ) mit einem seiner die Grenzen von Raum und Zeit korrodierenden czz hörempfehlungMixes . Diesmal mit “Elektronischen Schallwellen” @ Loopzilla . Womöglich nicht ganz frisch , aber nahezu klassisch . Go with the flow , knappe sechsundsiebzig Minuten und wieder … und wieder … CLICK LINK TO LISTEN STREAM . |||

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LINKS

RELATED

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EDIT 20. 5. :

  • Eine Immission obiger Auslassungen wurden im “Blogblick” der Netzeitung gesichtet . Gewissermassen das “dicke Ende” im Anhang .

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Nachrichten von Freunden



||| EVENTUELL | WERTSTÜCKE , POSTPARTITIV | SZALON GRIMM | ROTE BAR : ABSICHTSLOS | ROUNDABOUT LITERTURFÖRDERUNG | ROUNDABOUT LITERTURKRITIK | SATZ - SEMANTIC ? | HOLOPHON IM STUDIO | TEXT DES MONATS | BEGRIFFSSTUDIO | KLANGAPPARAT | LINKS

EVENTUELL

text_picto_copyright_inadaequat Lang , viel zu lange ist’s her , dass wir eine in|ad|ae|qu|ate Quer- Lektüre dessen boten , was sich im Kreise der Sympathetiker so bewegt . Manche würden das genre ja “Eventkalender” nennen : Wir aber verschliessen uns dieser Sprachregelung . Eventuell sind Buchpräsentationen , Ausstellungen - die schlichte Neuerscheinung eines exquisit gestalteten Bandes , einer gefinkelt eingespielten CD oder eine supernette Netlabel- Release - nämlich tatsächlich ein “Ereignis” . Und zwar wenig im Sinne von “Szene”- Blättern und kessen Glossen . Nein . Sondern im Sinne der Finalisierung eines Langgehehgten , lang Erarbeiteten , von langer Hand Geplanten . |||

WERTSTÜCKE , POSTPARTAL

Brauchen wir jetzt also gar nicht die Metapher der “Geburt” zu bemühen . Und auch nicht diejenige der “postpartalen Depression” . Kennt man ja , die Trauer , die sich einstellt , wenn einem das Werkstück unter der Hand heran wächst , in die Welt hinaus zieht , und man nun vorderhand mit leeren Händen dasteht . Da hilft auch der kurzfristige Triumph angesichts der eben noch als erreicht angesehenen Etappe nichts . |||

SZALON GRIMM

text_picto_copyright_inadaequatSind da zum Beispiel einige Bücher geschlüpft und harren sofortiger Überprüfung im Setting der Echtwelttext- Vorlesung . Sofort - also heute - gibt LISA SPALT einen grimmen Extrakt aus GRIMMS zum besten , will meinen dessen Märlein von Schneeweisschen und Rosenrot in einer um “Rosen” , “Rot” und “-chen” gekappten Fassung : Als Principessa der “Kleinen idiomatischen Reihe ” dem in|ad|ae|qu|etn Publico Schlotmann’sch bekannt , wird die Autorin nicht nur den morgigen Star- und Textgast unseres SALON LITTÉRAIRE abgeben , sondern sie bringt das “Schneeweiss” auch heute abend in einem SZALON zur Aufführung : SZALON , nota bene , geschrieben mit “Z” und einem “de LUXE” im kosmetischen Abspann . GRIMMS also heute im SZALON mit Z , Museumsquartier ( Hof Zoom Kindermuseum ) als Buchpräsentation in szenischer Lesung mit Olga Reichert ( Körper ) , Lisa Spalt ( Stimme ) , Gabriella Nagy ( die unauffälligkeit des handelns ) und Katharina Spalts Musik . |||

ROTE BAR : ABSICHTSLOS

text_picto_copyright_inadaequatKeine 3 Gehminuten westlich tagt am folgenden Abend DIETER SPERL ( in Ritterdingen Verlagskollege ) , um das Seinige in der Roten Bar des Volkstheaters der interessierten Welt darzubieten . Ganz “ABSICHTSLOS” ( Ritter ) , wie es nun mal Stil des “Random Walkers ” ist . Was und Wer in Wien so aufgetischt wird , und welche Beobachtungen auf kleiner Flamme köcheln , um den konzentrierten Fond einer nicht alltäglichen Prosa abzugeben .

Dazu passt als perfekter Rahmen natürlich das gefake-t Feudale der Roten Bar in einem jener historistischen Theatertempel , mit welchen das Architekten- Duo Fellner & Hellmer nahezu die gesamte kk- Monarchie quasi in Serienfertigung beschickten .

Dass der Autor selbst in keiner Weise “absichtslos” ist , erweist seine radiophone Agenda und eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Medium “Film” . Was laufende Bilder und ständige Buchstaben miteinander gemein haben könnten , wird am 30. 11. im Literaturhaus zu hören und sehen sein : Literatur und Film - Zwei Beispiele : Edgar Allen Poes “Der Rabe” und “wenn die landschaft aufhört” von Dieter Sperl ( mit der Videokünstlerin Astrid Becksteiner- Rasche , Thomas Ballhausen , Kerstin Ohler ) .

“Ob” und “wie” Veranstaltung und Thema eine Reihe ergeben , wird sich weisen . In|ad|ae|qu|at sind hinsichtlich des eben erschienenen EINATMEN - AUSATMEN- A / V - Text- Features ( sowie dessen am Schneidetisch befindlichen YouTube- Miniatur ) in Verhandlung . Womöglich wird ja was . Wir berichten . Nun sei aber auch nicht vergessen , auf das jeden Rahmen publizistischer und gestalterischer Konventionen sprengende Kunst und Kulturmagazin ST/A/R , deren literarische Agenda Meister Sperl - wie man so sagt - “betreut” . |||

ROUNDABOUT LITERATURFÖRDERUNG

text_picto_copyright_inadaequatOb und wie Literatur überhaupt “betreut” gehört , will meinen : finanziell unterstützt und ermöglicht , ist Angelegenheit einer Debattierrunde im depot [ Kunst und diskussion ] . Wir hätten den im Programm kahl abgedruckten Titel lieber mit einem Fragezeichen versehen , also erledigen wir ( so wir schon die Moderation schultern ) den MARK OF QUESTION hier : “Die ideale Förderung [ ? ] - Schreiben in Österreich” . Ein Thema also der harten Bandagen . Um die notwendige Délicatesse der Sparringpartner ist nicht zu bangen : Mit Stefan Buchberger ( Luftschacht Verlag ) , Werner Richter ( Übersetzergemeinschaft ) , Gerhard Ruiss ( IG AutorInnen ) , der Buchhändlerin Rotraut Schöberl und Robert Stocker vom Ministerium wurde eine kluge Runde gefunden . Überdies darf Kulturwissenschafter Rüdiger Wischenbart beneidenswert relativierend auf den wimmelnden Betrieb blicken . Dass in jenen Arealen der “Literaturförderung” , die das Preisunwesen betreffen , manches im Argen liegt , wissen manche in|ad|ae|qu|at- Leser wohl mehr , als ihnen lieb ist . |||

ROUNDABOUT LITERATURKRITIK

Einen Roundabout zur Literaturkritik - organisiert von erfrischend zur Polemik neigenden - Literaturzeitschrift kolik , gibt es während zweier tage im Literarischen Quartier Alte Schmiede . Wucherungen , Grössenwahn und Depressionen , Kritik der Kritik , Hoch- und Trivial- TV- Kritik : Da gibt es Einiges auf- und abzuräumen . Und die Dramatis Personae lässt auf Vielversprechend Argument- und Zungenfertiges schliessen : Ann Cotten , Lydia Mischkulnig , Doris Moser , Peter Rosei , Hubert Winkels , Klaus Nüchtern . Am 29. und 30. 11. |||

SATZ - SEMANTIC ?

text_picto_copyright_inadaequatNeben Ann Cotten dürfen wir aber auch den Esprit eines weiteren Arbeiters am Weinberg der LITERATUR ALS RADIOKUNST im Literarischen Quartier diskursiv geniessen , und zwar am 19. und 20. 11. , wenn nämlich mit dem faszinierenden Versuch einer Wahrheitsfindung zum Thema “SATZ” ein von Michael Donhauser konzipiertes “Autorenprojekt” über die Bühne der Alten Schmiede geht . Gesetzt , der Satz sei eine Einheit für sich , zugleich allerdings auch eine Organisation von Beziehung … oh und wir sehen uns bereits wieder auf der Rutschbahn zur Homestory des Projekts , in|ad|ae|qu|at künftig einmal nach den Prämissen des Semantic Web zu organisieren . Everything - as you might see - is autoreferential . Ulf Stolterfoht hat uns ein in dieser Hinsicht ja ein brillantes Radio- Poesie- Kunst- Stück im Vorjahr geliefert . Wie wäre es mit einer Wiedererinnerung per nochmaligem ‘Reinhören ? - Das MP3- File liegt jederzeit für Sie bereit . |||

HOLOPHON IM STUDIO

text_picto_copyright_inadaequatThematisch und personlich bleiben wir vorderhand noch bei LITERATUR ALS RADIOKUNST und begeben uns kurz MEDIA IN RES zur derzeitigen Produktion mit DANIEL WISSER , eines Zeichens ( ja : auch : da gibt es noch eine Menge anderer , Fortsetzung folgt ) Autor eines bei Ritter erschienenen amüsanten Bandes DOPPLERGASSE 8 ( eine fragilere Fortschrift der voyeuristisch von Heimito von Doderer ERLEUCHTETEN FENSTER ) .

Der erste Produktionstag liegt hinter den Maul- und Ohr- Erschöpften , heute soll ein erster Durchlauf ins Werk gesetzt werden . Special Guest ist diesmal das niegelnagelneue HOLOPHON : ein Mic für 5.1. bis 7.1.- Aufnahmen . Nach Probegalopp im grossen Hörspielstudio war man zunächst einmal volltrunken vom sensationellen Sound : Nicht , dass dieser umwerfend neue Qualitäten böte . Nein , so Gadget- gläubig sind wir nicht . Indes produziert das spacige Tool eine bisher unerhörte Skalierung von Sprache im bzw. versus Körper und Raum . Nachrichten von der Werkbank to be continued . |||

TEXT DES MONATS

Thema LITERATUR ALS RADIOKUNST , und Alte Schmiede reloaded : Der von unserer SALON LITTÉRAIRE- Autorin Liesl Ujvary dem Netz anvertraute TEXT DES MONATS stammt und bezieht sich auf MONIKA RINCK und ihr bei kookbooks kauderndes , amüsantes Traktat AH , DAS LOVE DING . Nach Brigitta Falkner und Kurt Gödel ist also jetzt die LIEBE dran - und wir wollen zart ergänzen : “Die Liebe zur Sprache” aka Glossophilie . |||

BEGIFFSSTUDIO

Da dürfen nun nur zart andeuten , dass uns die Rinck’schen Linguini im Mai 2008 auch im KUNSTRADIO zugute kommen werden : EIN Grund , heiter weiter zu tun . Unterstützung dabei gewährt das eben wieder frisch bestückte BEGRIFFSSTUDIO der Berliner Autorin . Wie in diesem Medium bereits zu lesen , gibt es - neben Lexikalischer Website - auch frische BEGRIFFSLIEFERUNGEN per Mail zu abonnieren . Kostproben gefällig ? - Wir servieren gerne eine Sélection

von Liebesdingen :

  • 2305 liebeszirrhose
  • 2319 ineinander verschlungene entfremdungen
  • 2322 in der zwische sein
  • 2323 proto-floral and alone

Küchengerüchen :

  • 2303 kännchen kaninchentee
  • 2326 das fohlensorbet
  • 2304 gasmasken zu schaumlöffeln

und Sprachsachen :

  • 2330 das graue an der grammatik
  • 2331 suffering some Rilke Damage
  • 2291 behelmte verben
  • 2295 heavy with proverbs and corrections

Further Reading @ Begriffsstudio , Forum der 13 . |||

text_picto_copyright_inadaequat||| Das also sind nicht nur “Nachrichten” , sondern regelrechte Freuden von Freunden , das kann man sich schon mal gefallen lassen . Wer indes ungeduldig harrt und weitere Exkurse ins Ausstellungswesen ( bitte erinnern : das müssen die nächsten NVF übernehmen ) nicht dulden mag , ist der heutige Klangapparat , welcher - erst gestrigen Tages geschlüpft - jetzt kräftig vorturnen und seine Grazie zeigen mag . |||

KLANGAPPARAT

Dass der Werte Herr Christian mit seinem sagenhaft sensiblen Händchen unsere Werbeeinschaltung für das prächtige Netlabel BROQUE im Sinne bezahlter Liks vergilt , erklärt unsere neuerdings in den Keller gefalllenes Ranking . Nein , ganz ohne Kalkül und gerade heraus können wir uns frei von jeder ökonomischen Beeinflussung schätzen . Für eine solche - unbezahlbare - Freiheit geben wir freilich gerne unsern letzten Rest Gesundheit hin , sind wankende - indes überglückliche - Gestalten im Nebel .czz hörempfehlung

Ziemlich selbausbeuterisch muss es zugehen , WIE Broque und WAS für feine Releases das nette Label am Rosenweg so auf die virtuelle Rille bringt . An Nils Hoffmann und seine umwerfenden Verwerfungen im Schallplattenladen wird man sich noch lange erinnern ( HIER bitte , geht’s zum wiederhören ) . Nun , kaum drei wochen später , liegt bereits das nächste Omlette Surprise auf der Platte : Unvorhersehbar stets , in welchem Stile die Reihe fortgesetzt wird , birgt die neue Lieferung genau jene FEDERLEICHTe Qualität , die dem elaborierten Pfannkuchen wohl ansteht . Aber keine Sorge : Florian Schirmacher [ ja : mit einem "R" ] und Marc Bammann aka Federleicht hauen da niemanden effekthascherisch in die Pfanne . Eher herrscht sanftes Understatement : Minimale Stukturen schmiegen sich hier psychedelisch , stompen dort eher housemässig auf . Schirmachers schwarz geschulte Stimme mischt sich da eher casuallly ein und kann jeden Anspruch auf LEADING lässig fahren lassen . Du denkst , du kennst die Teile , aber eben : In dieser transparenten Taktung wechselnder Temperamente blieben sie bislang ungehört . Überdies hat A BOAT AND THE SEA [ broque 037 ] einen - und das suggerieren wir en discretion - einen elegant tatzelnden Bass- Part an Bord : Wer findet ihn ? Oder , um mit dem Werten Hern Christian zu sprechen : “Aber hört einfach selbst !” UND “Feedback erwünscht !” - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. boogaloo | 02. central shopping market | 03. eternal theatre [ 404 - sorry ] | 04. analog bubbles | 05. supergooses |||

LINKS

Lisa Spalt : Grimms , Ritter 2007 [ leider weder @ Ritter noch amazon bis dato Einträge zuhanden ] | Kleine idiomatische Reihe ( Kir ) | 10. 11. - Szenische Lesung @ Szalon de Luxe ( via Pen’s Bungalow )

Dieter Sperl : absichtslos ( Ritter 2007 ) [ leider weder @ Ritter noch amazon bis dato Einträge zuhanden ] , RESERVATTRISTESSE @ KiR , Random Walker ( Ritter 2005 ) , Kulturzeitschrift ST/A/R , 11. 11. Buchpräsentation Rote Bar Volkstheater , Literatur und Film - Zwei Beispiele , Literaturhaus , 30. 11.

depot [ Kunst und diskussion ] : Die ideale Förderung [ ? ] - Schreiben in Österreich ” , 15. 11.

Literarisches Quartier Alte Schmiede : Michael Donhauser - Autorenprojekt : DER SATZ ( 20. + 21. 11. , 3. + 4. 12. ) | Literaturkritik - ein Symposium der Literaturzeitschrift kolik ( 29. + 30. 11. )

LITERATUR ALS RADIOKUNST : Lisa Spalt | Thomas Ballhausen | Ulf Stolterfoht | Ann Cotten | Brigitta Falkner | Liesl Ujvary | Daniel Wisser + Ulrich Schlotmann : Sendung am 9. 12.

Daniel Wisser : Dopplergasse 8 ( Ritter 2003 ) | Erstes Wiener Heimorgel Orchester ( EWHO )

Text des Monats | Literarisches Quartier Alte Schmiede , Wien | Zu Brigitta Falkner : Populäre Panoramen | Zu Kurt Gödel | Monika Rinck : Ah , das Love-Ding !

Monika Rinck : zum fernbleiben der umarmung - Gedichte ( kookbooks 2007 ) , Ah , das Love-Ding ! - Ein Essay ( kookbooks 2006 ) | Diese Peepshow ist dein Sarg @ KiR | Begriffsstudio | Forum der 13 |||