Tag Archive for 'loopzilla'

NEUES VON FREUNDEN



||| BERLIN - KRITIK & COVER - BARBARA KÖHLER | WIEN - ÜBERLEBEN : SOZIALVERSICHERUNG FÜR KÜNSTLERINNEN | WIEN - AUSSTELLUNG 1 : GOTTFRIED ECKER - “VERMUTLICH EIN ENGEL” | WIEN - AUSSTELLUNG 2 : “STARK BEWÖLKT - FLÜCHTIGE ERSCHEINUNGEN DES HIMMELS” | WIEN | IN MEMORIAM WALTER ZSCKOKKE ( 1948 - 2009 ) | KLANGAPPARAT

Elfriede_Mejchar_Rote_WolkeN_MUSA

Elfriede Mejchar : Rote Wolken , Fotografie 1962 ( MUSA )

BERLIN | KRITIK & COVER | BARBARA KÖHLER

czz-neuesvonfreundenGlaube hier Keiner , wir verfolgten die in “NEUES VON FREUNDEN” angezettelten Threads nicht weiter : Getreulich schicken wir den Redaktions- Pikkolo ( wahlweise die schöne Aspirantin ) den Ereignissen , Wettbewerben und Denk- be- WEG - ungen hinterher , um auch die Resultate bzw . Fortsetzungen verzeichnen . Diese werden unter der Knute der streng blickenden Herren vom Archiv als “Updates” den jeweiligen Erst- Ankündigungen nachgetragen ( siehe berghohe Literatur- oder Prostestsong- Wettbewerbe und deren Resultate … ) . Wobei Ausnahmen freilich die Regel bestätigen : Verlassen Sie … sich mal auf … Ihre Mitarbeiter

Neues aus dem bis 10. März in den Berliner Kunstwerken etablierten Salon der Sparten “Kritik & Cover” ( Marienbad 005 ) , wo unter Kuratel von Ann Cotten kritisch covernde Gäste sich produzieren . Zum Beispiel die hierorts per “Salon” und “Literatur als Radiokunst” bestbekannte Autorin und Übersetzerin Barbara Köhler , die heute einmal mehr mit ihrer distinkten poetischen Stimme aus dem Werk der Gertrude Stein überträgt :

A CUSHION HAS THAT COVER | EIN KISSEN HAT DIES BEZÜGLICH

Gertrude_Stein_Barbara_Köhler(Click to XL )

Barbara Köhler covert Gertrude Stein @ Hotel Marienbad 005 - KW Institute for Contemporary Art , Auguststrasse 69 , 10 117 Berlin - Montag , 23. 2. 2009 , 19 H

|||

WIEN | ÜBERLEBEN : SOZIALVERSICHERUNG FÜR KÜNSTLERINNEN

czz-neuesvonfreundenEs ist zwar bekanntlich nur ein toter Künstler ein guter Künstler , doch muss man als ein Lebendiger trotzdem danach trachten , sich der Kunst einstweilen gesund zu erhalten . Dazu dient beispielsweise die “Sozialversicherung für KünstlerInnen” , welche - wie die Sozialstudie des BMUKK erweist - Lebensstandard und -Freude der künstlerich Werktätigen nicht notwendig ins Lot bringt , aber immerhin ist das System so kompliziert , dass stets mehr Fragen als Antworten kursieren . Dem sei mit einem Info- Abend von Übersetzergemeinschaft und Kulturrat im Literaturhaus Wien abgeholfen :

KünstlerInnen gelten als Neue Selbstständige, unterliegen der Pflichtversicherung bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft ( SVA ) und haben die Möglichkeit aus dem Künstlersozialversicherungsfonds ( KSVF ) einen Zuschuss zu ihren Versicherungsbeiträgen zu beziehen.
2008 hat sich einiges verändert. Zum einen ist seit April 2008 die Novelle des KSVF-Gesetzes in Kraft, was die Materie nicht grundsätzlich besser, aber u. a. durch eine Reihe von komplizierten Ausnahmeregelungen um einiges unüberschaubarer gemacht hat. Zum anderen ist seit Beginn 2008 die Selbstständigenvorsorge - als 2. Säule der Pensionsversicherung - verpflichtend. Ab 2009 besteht die ( mehr als fragwürdige ) Möglichkeit der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige. In beiden Fällen werden Entscheidungen verlangt, die teilweise längerfristig bindend sind.

ExpertInnen von KSVF und SVA werden nach kurzen einführenden Vorträgen zur Versicherungssituation und zu Besonderheiten für KünstlerInnen auch für individuelle Fragen zur Verfügung stehen.

Infoabend “Sozialversicherung für KünstlerInnen - Literaturhaus Wien - Dienstag , 24. 2. 2009 , 19 H

|||

WIEN | AUSSTELLUNG 1 : GOTTFRIED ECKER - “VERMUTLICH EIN ENGEL

Gottfried_Ecker_Vermutlich_ein_Engel(Click to XL )

Wer Glück und also keine Fragen hat , schafft es danach gerade noch rechtzeitig zur Vernissage jenes diskreten Zeichners und Skulpteurs , dessen neue Ausstellung mit ungewohnt explizitem Titel ebenso wie mit farbigen Vollbildern überrascht : Nicht , dass je ein Zweifel bestanden hätte an der Poesie von Gottfried Eckers stets solistisch solipsistisch in Zeit und Raum sich orientierenden Figuren …

Immerhin garantiert die bekannt gut geerdete Vorliebe des Künstlers für exquisiten Wein dessen fröhliche Antreffbarkeit in der Galerie .

Ausstellung Gottfried Eckervermutlich ein Engel” ( Objekte , Ölbilder , Zeichnungen ) - Galerie Chobot , 1010 Wien , Domgasse 6 - 25. 2. - 28. 3. 2009 - Vernissage Dienstag , 24. 2. 2009 , 19 - 21 H

|||

WIEN | AUSSTELLUNG 2 : “STARK BEWÖLKT - FLÜCHTIGE ERSCHEINUNGEN DES HIMMELS

czz-neuesvonfreundenDass es des oben genannten Künstlers Bruder , Berthold Ecker , in langjähriger Aufbau- Arbeit gelungen ist , der Kunst aus den ständig wachsenden Sammlungen der Stadt Wien einen grosszügigen Raum nächst dem historistischen Karstgebirge des Wahnsinns ( aka Friedrich von Schmidts Wiener Rathaus ) einzurichten , ist wohlbekannt . Trotzdem wurde der Name der frühen Interims- Station , “Museum auf Abruf” ( MUSA ) , beibehalten .

Dem Flüchtigen ( und vermutlich Engelhaften : siehe Sibylle Lewitscharoffs neuer Roman “Apostoloff” ) widmet sich ab Freitag die Ausstelung “S t a r k   b e w ö l k t – flüchtige Erscheinungen des Himmels” : Wolkiges , festgehalten in der bildenden Kunst , welche von diesem paradoxen Unterfangen offensichtlich nicht lassen kann ( siehe oben Elfriede Mejchars dramatische Fotografie ) .

Wolken als Motiv und Metapher in Kunst und Fotografie vereinen mehrere Facetten der Auseinandersetzung mit dem Phänomen: einerseits mit Natur, Himmel und Landschaft, andererseits mit dem Zufälligen, dem Unbestimmten, dem Vergänglichen, dem Phantastischen. Wobei die Kompositionen vielfach unterschiedliche Lesarten zulassen, der Spielraum von abstrakten Gebilden bis zu real anmutenden Figurationen reicht.

Die von 27. Februar bis 30. Mai 2009 anberaumte Ausstellung stützt sich auf eine Auswahl von etwa 70 Werken der vergangenen 50 Jahre aus den Beständen der Sammlung der Stadt Wien: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien.

Im Katalogbuch werden die präsentierten Arbeiten jeweils auf einer Doppelseite mit einer Abbildung und einem begleitenden Text vorgestellt. Ergänzend behandeln vier Essays das Thema in kunstgeschichtlicher ( Berthold Ecker ), fotohistorischer ( Timm Starl ), mythologischer ( Johannes Karel ) und literarischer Sicht ( Barbara Frischmuth ).

Ausstellung “S t a r k   b e w ö l k t – flüchtige Erscheinungen des Himmels” ( Beachte : das durchdacht transdiziplinäre Veranstaltungsprogramm ! ) - MUSA | Museum auf Abruf , 1010 Wien , Felderstraße 6 - 8 - 26. 2. - 30. 5. 2009 - Vernissage Donnerstag , 26. 2. 2009 , 19 H

|||

WIEN | IN MEMORIAM WALTER ZSCKOKKE ( 1948 - 2009 )

czz-neuesvonfreundenAm 5. Februar ist der in Wien wirkende Schweizer Architekturkritiker und Publizist Walter Zschokke nach langer , katastrophaler Krankheit verstorben . “Gegen den Mainstream bildwirksamer Spektakelarchitektur” , so Dietmar Steiner , Gründer und Leiter des Architekturzentrums Wien , habe Walter Zschokke

in ruhigen und subtilen Kommentaren immer wieder die inhaltlich begründeten konzeptionellen Verantwortungen der Architektur eingefordert. Sein niemals verleugnender Blick von aussen hat immer versucht, in der zeitgenössischen Architektur jene inhaltlichen Qualitäten einzufordern, die einen sozialen und kulturpolitischen Forschritt der Gesellschaft ermöglichen. Die österreichische Architektur hat mit Walter Zschokke eine wertvolle, weil reflektierende kritische Stimme verloren.

Und Kollege Otto Kapfinger in der Tageszeitung “Die Presse” , in deren Wochenendausgabe Zschokke seit 1988 seine ruhigen Reflexionen zur zeitgenössischen Architektur publizierte :

Zschokkes Engagement für gestalterische Qualität in allen Maßstäben produzierte sich nie in lauter Polemik oder in brillant gedrechselten, ästhetischen Urteilen. Unbeirrt von Zeitmoden, kultivierte er die sachbezogene, vielschichtig ausgelotete Beschreibung des Faktischen als Grundlage jeder Diagnose, jeder kritischen Äußerung, jeder negativen oder positiven Wertung. Dazu befähigten ihn ein exzellentes technisch-konstruktives Wissen und Gespür, die breite Erfahrung auch als praktizierender Architekt, die kulturwissenschaftliche Schulung an der besten technischen Hochschule Europas und nicht zuletzt sein handwerkliches Know-how, speziell im Umgang mit Holz. ( … )

Walter Zschokke konnte wie kein anderer konstruktive Stärken und Schwächen von Tragstrukturen auf Anhieb analysieren oder gebaute Raumereignisse in nachvollziehbare Beschreibungen giessen, vermochte aber auch aus der Betrachtung einer windschiefen Vorgartenmauer oder einer hölzernen Trinkschale ein ganzes Panorama alltagskultureller Kausalitäten und Schönheiten zu erzählen. Am 5. Februar war sein jahrelanger Kampf gegen den Krebs zu Ende, er starb im AKH, umsorgt von seiner Frau und den beiden erwachsenen Kindern. Er fehlt uns.

Einem wachsamen Geist , welchem Ästhetik ein ethisches Anliegen war , ist eine ungewöhnliche Zusammenkunft von Freunden und Wegbegleitern gewidmet : “Was ihm wichtig war … Ein Abend für Walter Zschokke ” versammelt Exponenten des ORTE- Architekturnetzwerks NÖ , Kollegen wie Otto Kapfinger , die Architekturfotografin Margherita Spiluttini und würdigt Zschokkes eminente Studie über die Sustenpassstrasse mit Vortrag und Dokumentarfilm . Wichtig .

Was ihm wichtig war … Ein Abend für Walter Zschokke ” - Kunstraum NOE , 1014 Wien , Herrengasse 13 - Donnerstag , 26. 2. 2009 , 19 H

|||

KLANGAPPARAT

Rhythmische , ja geradezu haptische Subtilität qualifiziert das Loopzilla- Netmix des Spaniers Ibai Lopez aka X.V.P für heutige Kontexte . Ein stetiges Voranschreiten , innen warm und deep , durch den tiefer czz-hoerempfehlungwerdenden Schnee : X.V.P. - Baja Frecuencia .

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

|||

Mind that RED | Textes Trouvés 11



||| ALL THAT EMERGENCY | ALLE ENGINES DREHEN SICH … | … ES SEI DENN , DU BIST PROFANES BODENPERSONAL | RELATED | KLANGAPPARAT

ALL THAT EMERGENCY

Vorsicht und Rücksicht und Umsicht im Notfall :
Die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt lassen es mitnichten
an Sicherheitshinweisen , Alarmapparaten und sachdienlichen Hinweisen
für den Fall von Un- oder unliebsamen Begebenheiten fehlen .
Sei es in der Eisenbahn ,

copyright_christiane_zintzen

… in der neuerdings niedrigflurig beschleunigten Strassenbahn …

Bim Jonas drive by

oder in deren älterer Vorängerin :

copyright_christiane_zintzen

Wiewohl die Sicherheitsapparaturen und Halterungen ,

copyright_christiane_zintzen

die Stop- und Notknöpfe mitunter etwas abgehalftert anmuten :

copyright_christiane_zintzen

Sie stehen - zumindest theoretisch - im Dienste der allgemeinen und
ja : auch Ihrer persönlichen Sicherheit .

copyright_christiane_zintzen

Das waren noch Zeiten , als man angesichts des Wunschziels
einfach die offene Plattform verliess -

copyright_christiane_zintzen

Was in der U- Bah naturgemäss
einerseits viel schwieriger festzustellen sein dürfte ,

copyright_christiane_zintzen

anderseits der deutlich drastischeren Massnahme bedarf .

|||

ALLE ENGINES DREHEN SICH …

wenn ein starker Alarmfall dies gebietet .

copyright_christiane_zintzen

Man suggeriert die Schutzmacht ( auch wenn , wie in obigem Fall ,
sieben Feuerwehr- Einsatzwagen ineinander krachen ) :

copyright_christiane_zintzen

We keep you safe and sound” ,

ZH oelrlokon CLEAN

will man uns suggerieren .

|||

… ES SEI DENN , DU BIST PROFANES BODENPERSONAL

Per pedes sieht die Situation freilich ein wenig anders aus :
Notbremsen werden in den entsprechenden Bereichen eher selten angeboten .

copyright_christiane_zintzen

Weshalb das Stadtabenteuer erst auf Schusters Rappern so richtig anhebt :
Was bereits bei der nicht selten mühevollen Entzifferung
der betont freundlich formulierten Hinweisschilder beginnt .

copyright_christiane_zintzen

Wirklich sportlich wird’s dann beim Mitführen von Rollstühlen oder Kinderwagen :

copyright_christiane_zintzen

Wir danken höflich für die zweckdienlichen Hinweise , werden allerdings
- mangelns Hilfspersonals oder levitarischer Einrichtungen -
eher einige Huntert Meter Umweg wählen , denn uns selbst nebst den Unrigen
in jene grotesk gelennzeichnete Lebensgefahr zu begeben .

Edit : Tröstlicher Beleg für allfällige Sekuritäten auf dem Boden schwankender Sicherheiten : Liesl Ujvarys bildliche Erinnerung an die “Notrufstelle Neumann” im Personenaufzug der neuerdings barrierefrei fortgeführten U2 .

notruf_neumann_copyright_Liesl_Ujvary

( © Liesl Ujvary )

|||

RELATED

|||

KLANGAPPARAT

Wenn es DJ Dragan aus Seattle kreuz und quer um- und herumtreibt , entflieht er auf angenehm musikalische Weise den trivialen Gesetzen der Schwerkraft : Sein von Loopzilla importiertes Netlabel- Mix czz-hoerempfehlungnennt sich kraftwerklich anzüglich “Trans Europe Express” und das Bordservice wäre ebenso lobend hervorzuheben wie die per Schwebeklang Mitreisenden . Mit tropic , dreiton , glam-slam , unfoundsound , oder clear-cut-records sämtlich in|ad|ae|qu|at alte Bekannte . - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

|||

NEUES VON FREUNDEN



||| LAST CALL FOR “SOMMERFRISCHEN” | AUSGEZEICHNETES VON UND FÜR MONIKA RINCK | TRANSPIRATION STATT INSPIRATION : WETTBEWERB , REELL | TIERBABYBINGO & BEGRIFFSSTUDIO | BERNHARD KATHAN : DAS INDISKRETE ORGAN | HANNO MILLESI SUCHT ALTENBERG | UND ES DREHT SICH DOCH NOCH : LINKES WORT @ VOLKSSTIMMEFEST | KLANGAPPARAT

Sax DIOSCUR

LAST CALL FOR “SOMMERFRISCHEN”

“Befiel dem letzten Früchten , voll zu sein” , oder so ähnlich müsste man wohl das in den Untergeschossen der obenhin spätsommerlichen Ruhe fiebrige Feilen , Fummeln , Basteln und Eilen der Kulturarbeiter bezeichnen : Im Gewirr von Dead- Linien für die Herbstausgaben von Zeitschriften , für Buch- Erscheinungstermine , für Programme und Präsentationen mag sich Mancher verstricken . Aber hélas : Den einen oder andern mild lächelnden Tag des Altweibersommers sollte wir für uns uns die Unsrigen noch herausschlagen , bevor die spätestens Mitte September anhebenden regulären Stunden- und Tagespläne der urbanen Literaturveranstaltungsprogramme wieder anheben .

|||

AUSGEZEICHNETES VON UND FÜR MONIKA RINCK

czz-neuesvonfreundenZum Genuss der Gunst der Stünde würde zunächst einmal zählen , sich mit und für MONIKA RINCK zu freuen - in|ad|ae|qu|at via SALON und “Literatur als Radiokunst” wohlvetraut - : Der Berliner Autorin wurde für ihren Lyrikband “zum fernbleiben der umarmung” ( Kookbooks 2007 ) eben der mit 13.000 Euro dotierte Ernst- Meister- Lyrikpreis der Stadt Hagen zuerkannt.

Man lasse sich durch solche Ziffern allerdings nicht blenden : Wie die bisher nur inoffiziell belegten Ergebnisse der noch unveröffentlichten Studie der vom zuständigen Bundesministerium in Auftrag gegebenen Studie “Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich” ( wir berichteten | Dokumentation ) belegen , verdienen 37 Prozent der österreichischen Künstler weniger als 839 Euro im Monat - d. h. , mehr als ein Drittel der Kulturschaffenden in Österreich bezieht ein Einkommen , welches unter der offiziellen Armutsgrenze liegt . Und das trotz des laut FAZ angeblich überreich durch Preise und Stipendien alimentierten Literaturbetriebs ( “Autorenförderung ? Hungert sie aus !” , 30. 4. 2008 ) …

|||

TRANSPIRATION STATT INSPIRATION : WETTBEWERB , REELL

Das Bild vom frei auf den Wellen von Alimentationen und Inspirationen schwebenden Dichten ist so falsch wie veraltet : Per Lesungen , Übersetzungen und Jurytätigkeiten wird das oft nötige Zubrot verdient . Wo dies nicht funktioniert , werden Autorinnen und Autoren ( auch diese Fälle sind uns wohlbekannt ) zu irgendwelchen Hartz IV- Arbeiten vergattert .

Als erfahrene Lesebühnen- Autorin wurde jedenfalls mit Monika Rinck eine respektable Jurorin für den 16. open mike- Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin erkoren : Im Trio mit Thomas Glavinic und Feridun Zaimoglu wird sie am 15. / 16. November die Sieger aus den live lesenden Bewerbern küren : Auch hier verdient die Relation “Bewerbung - Auswahl - Kür” Beachtung : Aus den über 650 anonymisierten Einsendungen wählen sechs Lektoren bis zu 22 zur Lesung aus - 3 ( in Worten : drei ) Preise werden schliesslich vergeben .

|||

TIERBABYBINGO & BEGRIFFSSTUDIO

czz-neuesvonfreundenDa wir aus raum- zeitlichen Gründen die Berliner “Rotten Kinck Shows” von ANN COTTEN , SABINE SCHO und Monika Rinck leider nicht leiblich wahrnehmen können ( # 2 u. d. Titel “DIE EVOLUTION FRISST IHRE KINDER - wie bereitet sie sie zu ?” am 20. 8. im Lokal ) , sei auf die schriftliche Wiedergabe von # 1 ( “Tierbabybingo” ) in der Nummer 41 der Literaturzeitschrift “kolik” verwiesen : Exklusiv und sinnlich lediglich im Print - “viele kleine tiere frieren sich die augen rund” .

Wir kompensieren diese verpassten “bunten abende in der whisky-destille” ( # 2589 ) mit einem Extrakt der jüngsten Lieferung aus dem BEGRIFFSSTUDIO:

2555 trotzyoga
2556 das pony in der truhe
2557 simple thing for the devil
2558 nießbrauch
2559 der willenlos auf mich zu polternde resonanzraum
2563 große tiere mit kleinen stimmen
2564 stimmimitat
2565 raschwüchsig und frosthart
2566 der schlafkranke schwachkopf
2567 ein laubblattrauschender schrecken
2568 per pergulam ambulare
2569 das laub der geselligen linde
2573 strandwermut
2574 stân in einem înkaffenne - verharren in einem anstarren
2575 in eremo, der waldeinsamkeit
2576 le goût du néant
2577 lamettawuchs und kopfschneitelung
2578 ein gewaltiger zicklus
2579 das belutschistan-ohnehorn
2583 wächter der weltflucht
2584 weizenfeldgelb
2585 fälschungssichere falter
2586 antikatz-kalender
2587 schlacke im hauptraum
2588 zwischenschaftlich

|||

BERNHARD KATHAN : DAS INDISKRETE ORGAN

czz-neuesvonfreundenAnzukündigen und zu dringend ver- störenden Lektüre empfohlen sei das eben im Studien- Verlag erschienene Resultat der langjährigen Beschäftigung unseres SALON- Autors BERNHARD KATHAN mit dem Thema “Organtransplantation” : “Das indiskrete Organ . Organverpflanzungen in der Literatur” ist eine konsequente Fortschrift von Kathans bisherigen kulturhistorischen Untersuchungen zur Medizingeschichte , Körpertechnik , Ein- und Ausverleibung , Lebenswissenschaften und Mortifikationen . Der Denk- und Assoziationsraum wird dabei - wie stets - weit gesteckt und subjektiv inspirierend illuminiert .

Auch im HIDDEN MUSEUM , dem “zweifelhaftesten Museumsprojekt der Gegenwart” , gibt es Neuigkeiten zu betrachten : Zu den - in einigen Beispielen aus Hunderten auf in|ad|ae|qu|at publizierten - Kuhportraits ist nun eine diskursive Überlegung zum Thema “Kuhfotografie” zu lesen . Handfesten Kulinarikern sei dahingegen ein “mobiles Essmuseum” in Form eines konzentrierten Küchenschranks empfohlen . Klassischer titel : “Die Kredenz” .

|||

HANNO MILLESI SUCHT ALTENBERG

czz-neuesvonfreundenVon den einigermassen vergeblichen Unternehmungen , den Fin de siècle- Bohème- Poeten Peter Altenberg in der Wiener Echtwelt aufzusuchen , berichtet HANNO MILLESI in der Wochenendausgabe des “Standard” . Zur Verkürzung der Wartezeit bis zum Erscheinen des Prosabandes “Der Nachzügler” ( 29. 9. , Literaturverlag Luftschacht - wir werden berichten ) , sei diese “Grenzerfahrung” an den grauen Mauern der Wiener Wirklichkeit in einem kurzen Auszug zitiert :

Im Abbildungsteil eines Katalogs, der sich mit den Wohnverhältnissen berühmter Künstler meiner Stadt beschäftigt, stoße ich auf Fotografien jenes Hotelzimmers, in dem Peter Altenberg einen Großteil seiner bekannten Werke verfasst hat. Die Wände des Zimmers sind mit gerahmten Bildern übersät. Fotos, Grafiken, Zeitungsausschnitte. Ich sehe beispielsweise eine Reihe von Porträts junger Frauen. ( … ) Sein Zimmer trägt die Nummer 51 und befindet sich im Grabenhotel in der Dorotheergasse 3 im 1. Bezirk. Ich beschließe Peter Altenberg dort zu besuchen. Schließlich verfüge ich über alle notwendigen Informationen.

In der Dorotheergasse angekommen, bin ich erst einmal überrascht. Im Erdgeschoß des Grabenhotels, in dem Peter Altenberg residiert, befindet sich eine Trattoria namens Santo Stefano. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir das anders vorgestellt. ( … ) Nachdem ich mich vorgestellt habe, teile ich der Rezeptionistin mit, dass ich Peter Altenberg besuchen möchte. Mit einem verständnisvollen Lächeln bittet sie mich zu warten und tippt etwas in den Computer. Während ihre Pupillen den Bildschirm abtasten, verfinstert sich ihre Miene. Schließlich teilt sie mir mit, dass sich niemand dieses Namens unter ihren Gästen befindet. Mir ist klar, dass sie die Liste derjenigen durchgesehen hat, die vorgelassen werden dürfen. Ich weise sie darauf hin, dass es sich bei mir um einen Kollegen handelt, und sie nimmt an, dass ich ebenfalls in der Hotelbranche tätig bin. Ich antworte mit einem Seufzer und wiederhole, dass die ganze Stadt - was rede ich - die ganze Welt wisse, dass Peter Altenberg in diesem Hotel wohne. ( … ) Ich verheimliche nicht länger, dass ich sogar weiß, welches Zimmer Peter Altenberg bewohnt: Nr. 51 im 5. Stock.

Die dreiste junge Frau will mir weismachen, dass das Grabenhotel gar nicht über so viele Zimmer verfüge und der von mir gesuchte Herr - sie sagt tatsächlich der gesuchte Herr - daher unmöglich ein Zimmer 51 bewohnen könne. Offenbar folgt sie strikten Anweisungen. Ich bedanke mich höflich, als hätte ich meinen Irrtum eingesehen, und wende mich dem Stiegenaufgang zu, der zu den Zimmern führt. Mein Name mag auf keiner Liste aufscheinen, Peter Altenberg wird mich nichtsdestotrotz empfangen. Schließlich kenne ich intime Details seiner Lebenssituation und seiner Körperpflege.

Die Frau hat inzwischen ihr Rezeptionspult verlassen und stellt sich mir in den Weg. Einen Moment lang sieht es so aus, als müsste ich sie mit Gewalt beiseite räumen. Ehe mir das gelingt, kommt ein stattlich gekleideter Herr die Treppe herunter. ( … ) Zu meiner Überraschung wendet sich die Rezeptionistin mit meinem Anliegen an den unvermutet aufgetauchten Mann, als handle es sich bei ihm um einen von irgendwo oben herabgestiegenen Richter. Ich bin damit einverstanden, ihn als Unparteiischen zu akzeptieren, und erkläre, dass ich nichts weiter wolle, als Peter Altenberg auf Zimmer 51 zu besuchen. Der kompetent wirkende Mann sieht mich eindringlich an und bedeutet der ahnungslosen Angestellten, sich wieder an die Rezeption zu begeben. Er scheint begriffen zu haben, worum es mir geht, ich glaube sogar, dass er den Schriftsteller in mir erkennt. Verständnisvoll legt er einen Arm um meine Schulter und - man könnte fast sagen: geleitet mich behutsam zum Ausgang. ( … )

|||

UND ES DREHT SICH DOCH NOCH : LINKES WORT @ VOLKSSTIMMEFEST

czz-neuesvonfreundenMan wird dem traditionellen Volksstimmefest der KPÖ am letzten Augustwochenende im Wiener Prater und im Kontext des akuten Wahlkampfes eine gewisse Chuzpe nicht absprechen dürfen : Wenn’s nicht ( wie oft schon ) regnet , könnte die musikalische Stimmung zwischen dem unverwüstlichen Guitarrero Harri Stoijka und den Linzer Rappern “texta” recht nett werden . Dazu gibt es unter dem Titel “Linkes Wort” ( seit 1975 ! ) eine Reihe von Lesungen , welche diesjahr anhand der historischen Marker “1918 - 1938 - 1968″ aus dem “Bilanzbuch des 20. Jahrhunderts” erzählen . On stage u. a. : Werkkreis Literatur der Arbeitswelt , Gerhard Ruiss , Helmut Rizy und Rolf Schwendter . Detailprogramm und Hintergründe erschliesst die Seite “LINKES WORT” .

|||

KLANGAPPARAT

Langer Text , langer Abgesang : Heute mit Sascha Müllers ( MySpace ) Juni- Mix für Loopzilla , trefflich unter dem Titel “1 IST 2 UND 2 IST czz-hoerempfehlungSCHRAEG” rubriziert : Eine Stunde , acht Minuten , zwölf Sekunden lang aparte Mnipatterns á discretion : Besondere Beachtung verdient die so kurz wie herrlich schräg hereindrängende Querflöte bei Laufzeit 41:20 . CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

|||

10 Jahre Freies ‘Radio Orange’ und andere Funk- Geschichten



| WIENER DIVERSITÄT | CHARTA FREIE RADIOS | ROCK THE FREE NET | BRECHT- RADIO VS. RUNDFUNKTSTAATSVERTRAG | HÖRHINWEIS NPR RADIO- LAB : EMERGENCE | LOLLAPALOOZA | KLANGAPPARAT | LINKS

WIENER DIVERSITÄT

radio rougeMorgen , 2. August , feiert ORANGE 94.02 , das Freie Radio in Wien seinen honorigen 10. Geburtstag : standortgemäss im Fluc am Praterstern am 21.00 Uhr ! - Anlass , ein paar kleine Radiogeschichten auf in|ad|ae|qu|ate Sendung zu bringen .

ORANGE 94.0 ist Wiens erstes und einziges Freies Radio . Seit 17. August 1998 : Werbefrei , vielfältig und mitunter etwas schräg - was eben entsteht , wenn rund 500 ehrenamtliche MitarbeiterInnen Radio machen . Rund um die Uhr , in Wort und Musik . Auf UKW und via Net- Live- Stream .

Freies Radio ist in Europa an der Tagesordnung , in Österreich noch recht rar . Das Prinzip : Eine vielfältige Medienlandschaft ist dreisäulig . Neben dem öffentlich- rechtlichen und dem privat- kommerziellen Rundfunk trägt Freies Radio als dritte Sparte zu Medienvielfalt in einer Gesellschaft bei . Themen und ( gesellschaftliche ) Gruppen , die in den beiden erstgenannten Radioarten nicht oder kaum vorkommen , haben bei ORANGE 94.0 Zugang zu medialer Öffentlichkeit . So werden Menschen und Meingungen jenseits des Mainstreams und seiner werberelevanten “Zielgruppen” hörbar . Ermöglicht wird die dafür nötige Nichtkommerzialität durch Unterstützung , Förderung und Sponsoring , welches von der EU abseits bis zu lokalen Lokalen reicht .

Was das Wiener Stadtradio unter “Vielfalt” versteht , zeigt ein Blick ins heutige Programm : Von “PolySunrise” ( Produktionen des polycollege stöbergasse ) über die interkulturellen Magazine “Radio Afrika Afrika” , “Der arabische Morgen” , “The African Voice in Europe” und einem China- “Sound of Hope” bis hin zu verschiedenen Frauen- , Best- Age- und Tierrechts- Sendungen . Netz- und mediendemokratiepolitische Themen bringt der “Netwatcher” , von “unten” blickt “Radio Augustin” , Sendung der gleichnamigen Strassenzeitung , auf das Leben der Stadt . Dazu Hörspiele und Radiokunst im Austausch mit internationalen Partnern .

|||

CHARTA FREIE RADIOS

radio rougeWolfgang Hirner hat die Vor- Geschichte der Freien Radios - von der “Piratenphase” über die Legalisierung bis zur Expansion - konzise zusammengestellt . Heute ist man im “Verband Freier Radios Österreich” ( VfRÖ ) organisiert . Gemeinsam wurde eine Charta erarbeitet , welche sich - beruhend auf den Grundsätzen der Selbstbestimmung , Solidarität und Emanzipation - an folgenden Kriterien orientiert : Offenheit | Public Access , Gemeinnützigkeit | Nichtkommerzialität , Transparenz in der Organisation sowie Lokalbezug . Quer durch die Sender fördert die Plattform “Radiodialoge” interkulturelle Agenden in deutscher , englischer , bosnisch | kroatischer | serbischer , slovenischer und türkischer Sprache . Das Netzwerk :

|||

ROCK THE FREE NET

radio rougeDem umkämpften Thema der Netzneutralität - dass im Netz Daten jedweder Art unbehindert und unabhängig von deren Herkunft frei fluktuieren dürfen , also auch Filesharing und BitTorrents nicht von Providern gedrosselt werden - hat sich die “Future of Music Coalition” ( Blog ) verschrieben : Ein Manifest deklariert die Forderung des freien Vertriebs ( musikalischer ) Inhalte zugunsten freier Produzierender und gegen die Interessen von Musikindustrie und Technologiekonzernen . Mit einer “Rock the Net“- Initiative und gleichnamiger Compilation- CD will man nun “Awareness” auch bei einem breiteren Publikum stiften . Die CD st seit 29. Juli auf dem Markt und versammelt Tracks von Wilco , Bright Eyes , They Might Be Giants , DJ Spooky , Portastatic, The Wrens , Palomar , Free Form Funky Freqs ( Vernon Reid ) und anderen . “If you support net neutrality or the general concept behind it” , schreibt WIRED , “this is one release you may want to actually spend money on” .

|||

BRECHT- RADIO VS. RUNDFUNKTSTAATSVERTRAG

radio rougeIn einer Glosse ( “Medienbote” , 17. 7. ) hat sich der einstige Direktor von Radio Luxembourg , Gründer des Radiosenders 104.6 RTL in Berlin und heute selbständige Medienberater Bernt von zur Mühlen gegen die Totregulierung freier Netzradios durch die heiss umstrittene Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags gewandt . Brechts Radiotheorie laufe Gefahr , dabei endgültig “unter die Räder” zu geraten :

Als Bertolt Brecht basisdemokratisch guter Laune war und davon sprach, dass jeder gleichzeitig Sender und Empfänger sein könne, konnte er nicht wissen, dass es für jede gute Idee in unserem Lande eine Aufsichtsbehörde gibt. Im Geflecht des Entwurfs für den 12. Rundfunkstaatsvertrag findet sich nämlich die einschüchternde Regelung, dass Streaming-Angebote im Internet, die mehr als 500 Nutzer gleichzeitig erreichen können, Rundfunk und damit genehmigungspflichtig sind. Wenn also eine Universität eine interessante Vorlesung ins Netz stellt und tatsächlich mehr als 500 Menschenkinder – was dem Sinn der Vorlesung gut tun würde – sich zeitgleich das anschauen, hat sich die löbliche Initiative der akademischen Welt in Rundfunk verwandelt. Auch der herrliche Vorstoß der Wagner-Enkel, ab diesem Sommer weltweit per Internet die Opern des Meisters zu übertragen, wird dann wohl Rundfunk sein und bei einer der 14 Landesmedienanstalten angemeldet werden müssen. Brecht als Augsburger und Bayer wäre im Wirkungsbereich der bayerischen Medienanstalt, die als erstes die Web-TV-Shows im Internet mit einer Regelungsdrohung verschreckt hat. Kaum hat man sich gefreut, dass steigende Serverkapazitäten die Web-2.0-Welt wachsen lassen, kommt nun diese Regulierungslust. Liebe Medienanstalten, vielleicht hat ein unwissender Rechtsreferendar dieses Ei in den 12. Rundfunkstaatsvertrag gelegt. Lasst doch die Internetgemeinde in Ruhe. Kontrolliert Medienfirmen, aber nicht gescheite Brecht-Adepten.

|||

HÖRHINWEIS NPR RADIO- LAB : EMERGENCE

radio rougeDie hin- und mitreissende Wissenschaftssendung des National Public Radio ( NPR ) hat sich vor kurzem dem Thema der Emergenz gewidmet und sich dabei nicht unwesentlich von Steven Johnsons anregendem , indes leicht wirren Buch “Emergence - The connected lives of ants , brains , cities and software” inspirieren lassen . Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen adaptive selbstorganiserende Systeme und damit die Regel- und Musterbildungen innerhalb von “bottom- up”-Prozessen ohne von oben | ausserhalb aufgeprägten Regeln . “What happens” fragt das Radio- Lab , “when there is no leader ?”

Starlings, bees, and ants manage just fine. In fact, they form staggeringly complicated societies, all without a Toscanini to conduct them into harmony. How? That’s our question this hour. We gaze down at the bottom-up logic of cities, Google, even our very own brains. Featured: author Steven Johnson, fire-flyologists John and Elizabeth Buck, biologist E.O. Wilson, Ant expert Debra Gordon, mathematician Steve Strogatz, economist James Surowiecki, and neurologists Oliver Sacks and Christof Koch.

Das angewandte Kunststück eines witzigen , pointierten und polylogen Wissenschafts- Journalismus ist als MP3 nachzuhören .

|||

LOLLAPALOOZA

radio rougeUnd nicht zuletzt : Das legendäre Lollapalooza- Festival geht von heute bis Sonntag im Grant Park zu Chicago über diverse Bühnen . Das Line- up ‘08 ist atemberaubend : Von Amadou & Miriam über Gnarls Barkley , Jamie Lidell , Nine Inch Nails , Radiohead , Rage Against The Machine , The Kills , The Raconteurs bis zu den ja auch auf der obgenannten “Rock the Net”- CD vertretenen Wilco . Online werden allmählich die Setlists sämtlicher Bands eingespeist , das Festival- TV ist diesjahr erstmals interaktiv , d. h. auf einem zweiten Kanal können auch Fans Videos liefern . Darüber hinaus bringt der AT&T Blue Room Video- Live- Streams .

|||

LINKS

EDIT

|||

KLANGAPPARAT

Lust auf heftige Feiermusik bekommen ? - czz-hoerempfehlung

Alles da :

Der französische Meister seines Faches , DJ l’Embrouille , hat für Loopzilla zwei volle Stunden heftige Härten für engagierte Eintänzer vorgelegt . Schonungslos schweisstreibend . Gnadenlos grandios ! - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||

Play it again : FÜR den Bachmannpreis und WIDER die Literaturschulen - Eine Übertragung



||| IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE | IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG | “EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN | DEALS DER JURIEN | FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT | AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM | ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE

TDDL 2008 banner 300pxMusste man über Jahre hinweg lesen die stereotypen Stoss- Seufzer über den Bachmannpreis am ( Vorsicht : Wortspiel ! ) Wörther See und wie man sich abends bei Maria Loretto im berühmten Fischrestaurant unter den gruselig präparierten Fischköpfen an den Wänden ( Vorsicht : Bildwitz ! ) beim Gastmahle traf und wie dort oder auf den literaturjournalistischen Amateur- Fussballfeldern der Ehre es die Outsider den Insidern gaben

Musste man alljährlich lesen dieselben Protokolle von Outfits und Aussagen ( halbprivat ) , dasselbe Raunen über die echten , aus dem Genusse geistiger Getränke ergossenen Literaturbetriebswahrheiten …., so rächt sich das Feuilleton in diesem Jahr unisono mit Groll und Hohn für die Verknappung seiner Sport- und Spielwiese von zwei auf vier Tageslängen .

|||

IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG

picto TVIn chorisch harmonierenden Einzelstimmen wendet man sich gegen die Layoutierung der Show zu Zwecken und zu Gunsten der 3- sat- TV- Übertragung . Im fernsehgerechten Format , so der beleidigte Tenor ( Die Presse , taz ) , verwandle sich Literatur eben in jenes Ärgernis einer “prime time”- ( Der Standard ) , “Mittelstands-” ( DIE WELT ) , “Vita contemplativa”- ( FAZ ) und “Langweile”- ( NZZ ) Veran- oder -unstaltung , als welche sie sich anno 2008 den vor Ort Wesenden präsentierte .

Keiner mochte da einlenken , dass es eben die Fernsehübertragung sei , welcher die Juroren ihre Prominenz ( und guten Gagen ) danken , die im Besonderen allerdings dafür garantiert , dass Literatur im Feuilleton weiterhin für “der Rede wert” befunden wird . Anderseits gestattet just die Fernseh- Übertragung eine Teilhabe Vieler an einem lokalen “Event” : eine Zeugenschaft , welche die Lesungen selbst - allerdings auch die Leistungen der Jury , nicht zuletzt aber auch die Beurteilungen durch das Feuilleton - ÜBERPRÜFBAR macht .

|||

“EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN

picto TVSomit gerät die Oberhoheit der Kanzelrede und der exklusive Deutungsmacht des Feuilletons ins Wanken : Prompt reagiert das Feuilleton auf die solcherart “globalisierte” Information , indem es die Stadt Klagenfurt ebenso kleinredet und zur kleingeistig- protofaschistischen Provinz ( DIE WELT ) erklärt wie überhaupt den ganzen Bewerb inklusive der Juroren samt der von ihnen “vorgeschlagenen” und diskutierten Text- und Autoren- Funktionen .

Denn aber , hallo und sorry , möchten wir bescheiden daran erinnern , dass Klagenfurt noch immer ein Erbmöbelstück der “Gruppe 47″ ist und von deren berüchtigten Meetings , deren Lesungen und deren , jedem Widerspruch abgeneigten Ab- Urteilungen derer , die da lasen . Die , die da lasen , waren ( siehe : das Prinzip der “Einladung” bzw. der Juroren- Vorschläge ) selbstverständlich nur ein Teil “sie selber” . Der Löwenanteil war und bleibt allerdings das , womit sich ein Juror zu profilieren gedenkt , WEN er ins Rennen schickt und WAS er der Arena des Sammelkampfes vorwirft … zur Augenweide oder zum Frasse .

|||

DEALS DER JURIEN

TDDL 2008 banner 300pxWas das Juryprinzip ist in vielen verschwiegenen Versammlungszimmern , an Tagungstafeln und bei Konferenztisch- Kaffee aus Thermoskannen vollzieht , liegt in Klagenfurt vor Aller Augen . Deals , Kontrakte , Freundlichkeiten im Austausch gegen Imagepunkte , oder - bei Schlagseite des eigenen Kandidaten : der schnelle Seitenwechsel und Überlauf , der mit rhetorischer Verve überbrüht werden muss , damit der Sieger als selbstgekochtes Süppchen verkauft und vertreten werden kann .

Ja mei : All das ist hinlänglich bekannt . Was aber nun , wenn wir zugucken dürfen ( live dabei sein ! ) in der durch die Fernsehkameras und die hitzige Ausleuchtung nachvollziehbar unangenehm schwül- bedrückten Arena ? - Seit zwanzig Jahren weder im Besitze eines TV- Apparates noch des Animo , sich leiblich dem “Betriebsausflug” auszusetzen , hat in|ad|ae|qu|at das sogenannte “Wettlesen” stets via Feuilleton- Rapports und Insider- Witzen rezipiert . Und dabei Hunderte der oben genannten Fischessen , Fussballschweisstreibereien , Beschwipstheiten und Ausflügen ins lokale Puff nachlesen dürfen . Wenn im September dann oder im Oktober der jährliche Band “DIE BESTEN” bei Piper erschien , konnte und wollte sich eh Keiner mehr an das frühsommerliche Klagenfurt erinnern .

|||

FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT

picto TVNun aber hat das Netz auch für fernsehfrei lebende Zeitgenossen die “Zugänglichkeit” zu diesem eminenten Ereignis der Eliten von Feuilleton und Sozial- Performanz ermöglicht . Und solche “Zugänglichkeit” zu höherer - menschlicher , kultureller , emotionaler - Bildung gilt mittlerweile als Menschenrecht . Na gut , machen wir von solcher “Zugänglichkeit” via “Stream on Demand” Gebrauch und vollziehen “Klagenfurt” im totalen Echtzeit- Selbsttest und unter verschärften Bedingungen von sukzessiver Mitschrift und Fortverlinkung mit : Vierzehn Stunden lang an Bildschirm und Tasten , plus Mittagspausen usf.

Hier das Testergebnis : Auch unter den eingeschränkten Erwartungen , was ein Stream- Bild an Qualität vermitteln kann , ist der visuelle Faktor erbarmungslos kläglich . Im Chiaroscuro eines nur spotmässig ausgeleuchteten Studios verhindern abstruse Kamera- Totalen eine Konzentration auf den logisch zu fokussierenden Sprecher . Tritt selbiger allerdings - egal , ob gebeugter Autor , gestikulierender Juror oder bräselnder Moderator - ins Bild des Nah- Objektivs , erstarren die Talking Heads hinter der dick aufgetragenen und unvorteilhaft angestrahlten Maske . Da man Menschen , welche man schätzt und kennt , nur ungern in solcher Ensor’schen Masken- Übermalung betrachtet , verlegt man sich bald aufs Abblenden . Und siehe : Man beginnt zu HÖREN . ZUZUHÖREN sogar .

|||

AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM

TDDL 2008 banner 300pxUnd statt des blauen Studios erleben wir das blaue Wunder der Verwandlung eines “Literaturwettbewerbs” in ein HÖRSPIEL in Echtzeit : Mit den klassischen Chargen , Beschleunigungen und Retardierungen , Strophe und Refrain , Solo und Chor sowie viel lokal gefärbter Sprachmusik . Da treten die ausgestellten ( literarischen ) TEXTE als ebenso subjektive STIMMEN und CHARAKTERE auf wie das Geplänkel der Juroren , deren ebenso ausgestellten Bekenntnis- TEXTE und kulturtheoretische ROLLENPROSA . Solcherart sind wir - auch über manche Mühen der Textebenen ( aller Fraktionen ) hinweg - in den Genuss eines selten so unterhaltsam vernommenen HÖRSPIELS gekommen .

Fazit : Wenn schon das Radio sein Selbstbewusstsein als AKUSTISCHES Medium hinter Internetbildchen , LOGO- Optik und visuellen User- Interfaces am Handy verleugnet , wird man fortan das live übertragene , respektiv netz- gestreamte oder ON DEMAND abgespielte TV- BILD als neues Radio gebrauchen . BILD AB , TON AUF : Lass es jazzen , Mann , horch hin und maule nicht .

|||

ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO

picto TVUnd WENN man sich zu Klagenfurt bzw. in den Redaktionsstuben postum seit Jahren über die ( Vorsicht ! ) “gut gemachten , aber …“-Schreibstücke beklagt , dies Jahr erstmals auch über die ( Vorsicht ! ) “gut vorgelesenen , aber …“-Texte , dann schliesse man doch bitte endlich und einfach die VEBs der Literaturschulen und entlasse deren renommierte Lehrer , welche eben die SERIENTEXTE und -BEFINDLICHKEITEN mitproduzieren , über die sie und ihre Kollegen dann öffentlich mäkeln . Sorry : Bei diesem Betriebsspiel werden Menschen verbraucht … Der Rest der Argumentation ist unter der Kategorie “Germany’s Next Topmodel” bzw. “Deutschland sucht den Superstar” ( DSDS ) nachzulesen . Oder hiesse es doch nicht noch besser : “Dschungel-Camp - Ich bin ein Star – holt mich hier raus” ?!

|||

LINKS

  • Tilman Rammstedt erhält Bachmann-Preis - Der deutsche Autor Tilman Rammstedt hat den renommierten Ingeborg-Bachmann- Preis gewonnen . Der 33-jährige Schriftsteller wurde im österreichischen Klagenfurt für seinen Roman “Der Kaiser von China” ausgezeichnet . Rammstedt wagte etwas , das in Klagenfurt selten goutiert wird : Humor ( Elmar Krekeler , DIE WELT , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis 2008 : Darauf haben wir gewartet ( Oliver Jungen , FAZ , 29. 6. 2008 )
  • Vom Dienstbotenelend der Literatur - Der 32. Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb - Mit einer Grossvater- Geschichte holt sich der Berliner Tilman Rammstedt den Ingeborg- Bachmann- Preis 2008 . Seine Erzählung ist komisch , wo die Qualität der sonst noch vorgetragenen Texte fast tragisch ist . Selten zuvor war die Literatur in Klagenfurt so durchschnittlich wie diesmal ( Paul Jandl , NZZ , 30. 6. 2008 )
  • Neuigkeiten aus Klagenfurt - Öl im Getriebe - Beim diesjährigen Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb haben sich die Schriftsteller , die Jury und das Publikum auf die Bedingungen des Fernsehens eingelassen ( Dirk Knipphals , taz , 30. 6. 2008 )
  • Das Jahr der Freundlichkeit - Der 32. Bachmann- Preis ging an den in Berlin lebenden Tilmann Rammstedt - Markus Orths und Patrick Findeis hatten Chancen . Eine Entscheidung , unentschieden ( Cornelia Niedermeier , Der Standard , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis : Ein Tyrann als komischer Held - Tilman Rammstedt gewinnt mit seinem schwarzhumorigen “Der Kaiser von China“ in Klagenfurt . Er setzte sich bei Jury und Publikum durch ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )
  • Literatur , im Wörther See versenkt - Beim Wettlesen zum Bachmann-Preis wird alles den Erfordernissen des TV , der Marke untergeordnet . Ein Text ist aber kein Waschmittel ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )

|||

RELATED

|||

KLANGAPPARAT

Ein Eintauchen in buchstäbliche Liquid Levels gestattet das herrlich verhaltene LOOPZILLA- MIX Numero 60 . Fern von jeder hochsommerlichen czz-hoerempfehlungBeach- Life oder Sonstwie- Fröhlichkeits- Frenesie , bleibt das “Sofa Mix” cool abgedimmt im gangbaren Takt , ohne ins loungig- Beliebige abzudriften : Daniel P. aka “Project Swirl” bedient sich mit seiner exquisiten Mischung aus Releases von Netlabels wie yukiyaki , Thinner , unfoundsound oder clear-cut allerdings nur beim Feinsten . - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||