Tag Archive for 'maria-seisenbacher'

NEUES VON FREUNDEN



||| TÜRKISCH - ÖSTERREICHISCHE WECHSELREDE | LARS GUSTAFSSON - LEIBHAFTG | WORTWERFT - SCHALLDICHT | SPOKEN POETRY MAL ZWO | ANGELIKA KAUFMANN : REISE … NACH … | KLANGAPPARAT

Den sommerlichen Temperaturen entsprechend , kleiden sich unsere in|ad|ae|qu|aten Hinweise heute in nur minimalen Wortstoff . Bekanntlich ist es ja der dahinter- und darunterliegende Kunst- Körper , welcher zählt .

angelika_kaufmann_textzerlegung_copyright_angelika_kaufmann

( Angelika Kaufmann : textzerlegung )

|||

TÜRKISCH - ÖSTERREICHISCHE WECHSELREDE

czz-neuesvonfreundenEinen Vorgeschmack auf Formen und Fassonen experimenteller türkischer Literatur haben wir in|ad|ae|qu|at im sonntäglichen SALON LITTÈRAIRE mit Hayati Yildiz’ staunenswerten Übertragungen der leikalisch wie syntaktisch komplexen Poeme des 1968 geborenen Murat Üstübal gegeben . Selbiges gilt für die SALON- Vorstellung von Sara Heigls Übertragungen der konkreten | seriellen Fügungen Ömer Sismans ( Jahrgang 1980 ) .

Im Rahmen zweier von Erhan Altan und Thomas Eder geleiteten Workshops in Istanbul und Wien unter dem Titel “Experiment mit Tradition“ werden jeweils vier junge experimentelle Dichterinnen und Dichter aus Österreich und aus der Türkei zusammenkommen und über ihr Schreiben diskutieren . Die Begegnung soll einen Einblick in die Bedingungen der je anderen Schreibweisen und deren unterschiedlichen historischen und ästhetischen Voraussetzungen ermöglichen

Zum ersten Mal in der Geschichte der türkischsprachigen Poesie hat sich in den letzten Jahren eine experimentelle Dichtung herausgebildet , die sich in der Türkei erst etablieren muss . Demgegenüber kann und muss die Literatur in Österreich , spätestens seit den Arbeiten der Nachkriegsavantgarde , auf eine “Traditionslinie der Avantgarde“ zurückblicken .

Neben dem Wechselverhältnis zwischen experimentellen Schreibweisen in der jüngsten österreichischen und türkischen Literatur vermag solcherart die Beziehung der Dichterinnen und Dichter zu der eigenen Tradition erkundet werden .

Am Dienstag , 24. 6. , 19:00 Uhr präsentiert Das “Literarische Quartier Alte Schmiede” , Wien , in Fortsetzung des “Festival Europäischer Dichtungen” die Resultate des bilingual türkisch- österreichischen Dichter- und Übersetzerworkshop unter dem Titel : NEUE SPRACHARTISTIK - EXPERIMENT UND TRADITION .

Es lesen ( türkisch | deutsch ) :

Ann Cotten ( Berlin ) | Idil Kizoglu ( Istanbul ) | Petra Nachbaur ( Innsbruck ) | Mehmet Öztek ( Adana ) | Ömer Sisman ( Istanbul ) | Lisa Spalt ( Wien ) | Murat Üstübal ( Konya ) | Anja Utler ( Wien ) unter Mitwirkung der Übersetzerinnen und Übersetzer Erhan Altan , Sara Heigl , Burak Özyalçin und Hayati Yildiz .

|||

P. S .

Die türkische Version des Sprachen ( en ) - Experiments liegt bereits in bilingualer Buch- Fassung vor :

Altan Eder Experiment mit Tratition 2008GELENEKLE DENEY | EXPERIMENT MIT TRADITION - Haz | Hrsg.: Erhan Altan – Thomas Eder

Avusturya ve Türk þiirinden dörder genç þair 2008 yýlýnýn Mart ve Haziran aylarýnda Ýstanbul ve Viyana’da biraraya gelerek eserleri üzerinde tartýþtýlar. Þairlerin gelenekle deney konusu üzerine hazýrladýklarý metinler ve çevrilmiþ þiirleri bu buluþmaya temel oluþturdu. Almanca ve Türkçe olmak üzere iki dilde yayýmlanan bu kitap, genç Avusturya ve Türk deneysel þiirlerinin günümüzdeki durumu, spesifik iliþkileri ve özel perspektiflerine ýþýk tutmayý amaçlýyor.

Kitapta yer alan þairler: Ann Cotten, Ýdil Kýzýloðlu, Petra Nachbaur, Mehmet Öztek, Lisa Spalt, Ömer Þiþman, Anja Utler, Murat Üstübal. - Çeviriler: Erhan Altan, Sara Heigl, Burak Özyalçýn, Hayati Yýldýz.

|||

LARS GUSTAFSSON - LEIBHAFTG

Zwei Tage später ist am nämlichen Ort und zur nämlichen Zeit der grosse schwedische Dichter und zeitweilig etwas postmodernistische Romancier Lars Gustafsson in Persona zugegen , mit seiner Erzählug in Versen “Die Sonntage des amerikanischen Mädchens” ( Deutsch von Verena Reichel ) : Darf man etwas pathetisch von einer kleinen Sensation sprechen ?

|||

WORTWERFT - SCHALLDICHT

czz-neuesvonfreundenVon unserem SALON- Gast Maria Seisenbacher erhalten wir die Einladug zu einem ( selbstverständlich appetitanregenden ) Zeit- Schriften - Service : Als Mitbegründerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift KEINE DELIKATESSEN beehrt sie sich , die nun schon elfte Ausgabe des Periodikums - sinnig dem Titelthema “HUNGER” gewidmet” - zu präsentieren . Die Präsentation geht Freitag , 27. Juni ab 20 Uhr im Subterrarium ( 1170 Wien , Jörgerstr. 23 | Kellereingang !!! ) über die Bühne .

Als “Special Guests” tritt die Truppe SCHALLDICHT ( MySpace ) auf den Plan : Wie die WORTWERT interdisziplinär in Sachen Literatur , streben die fünf Musiker ihrerseits nach fachübergreifender Text- Ton - Manipulation . Mitgebracht haben sie ihre neue CD , welche als klangliche Atmosphärenbeilage dem KEINE DELIKATESSEN- Heft beigelegt wird .

WORTWERT sozusagen “pur” gibt es dann am Samstag , 28. Juni im fernen ( ? ) Wiener Neustadt und zwar 18:00 Uhr im Innenhof Bücher Hikade in Wr. Neustadt . 2700 Wiener Neustadt , Herzog-Leopold-Strasse 23 ( 02622 - 21 505 )

|||

SPOKEN POETRY MAL ZWO

czz-neuesvonfreundenDer vor kurzem im SALON mit den Schwierigkeiten des Erwachens kämpfende Spoken- Poetry -Poeten Markus Köhle beehrt die Wienerstadt dieser Tage gleich mit zwei dicht aufeinander fogenden Performances : Heute geht unter Moderation des bewährten Schikaneder- “Dogma . Chronik . Arschtritt“- Teams Markus Köhle & Mieze Medusa das D- Ö- CH- trinationale GRAND SLAM- Finale über die Bühne des Wiener Metropol : Zwölf Maulhelden der heftigen Poesie im witzigen Wettstreit : Wo bekommt man soviel energetische Leistung um lumpige zehn Euro ? - Metropol , 1170 Wien , Hernalser Hauptstraße 55 , 20 Uhr .

Tags darauf ist Meister Köehle wieder am Wort : Mittwoch , 25. 6. tritt er zusammen mit Jaromir Konecny im Rahmen eines Slam Poetry- Abends der Kunstmeile am Karlsplatz auf : Seebühne , 19:00 Uhr .

|||

ANGELIKA KAUFMANN : REISE … NACH …

czz-neuesvonfreundenDer kleine Raum von “Splitter Art” in der malerischen Salvatorgasse bietet zwar nicht notwendig eine Hitze- Exil Kühle , dafür das kühl konzentrierte , teils abstrakte , teils an allerlei Aufschreibsystemen orientierte Werk der subtilen Künstlerin Angelika Kaufmann : “REISE … NACH …” bezieht sich vordergründig auf ein Zeichen- Tagebuch einer dreiwöchigen Reise durch den Jemen . In seiner Doppeldeutigkeit reflektiert der Titel selbstredend auch den alten Topos der Reiseliteratur mit - dass wir uns auf fremden Wegen stets auf den Spuren früherer Pioniere , Abenteurer und Traveller bewegen : Nach- Reisende also im wörtlichen Sinn . Splitter Art , 1010 Wien , Salvatorgasse 10 | Fischerstiege 2 - 7., montags bis freitags 11 bis 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr . Selbstverständlich auch nach Vereinbarung ! ( 0664 - 40 30 172 )

|||

KLANGAPPARAT

Kühle Klänge Eines , den wir hier in|ad|ae|qu|at kaum mehr vorzustellen brauchen ( eins , zwei, drei ) : Norman Fairbanks bringt seine neue EP czz-hoerempfehlungnicht mehr lediglich im Selbstverlag , sondern wird freundlich auch vom Netlabel pentagonik vorgestellt: Living near the Valley hält sich weiter an sein Tenori- On , um uns diesmal kühle wie coole Soundbrisen zuzufächeln : Living Near The Valley . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Passing and Posing | 02. Upper Class | 03. Your Glossy Flesh | 04. Fake City |||

Salon Littéraire | Maria Seisenbacher : Lokalisation



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

 

Salon Littéraire | Maria Seisenbacher :

Lokalisation

 

lokalisation_copyright_Maria_Seisenbacher

 

“Rindszunge beißen!”, dachte ich und legte mich noch für eine Sekunde über den Tisch, um den letzten Moment noch ins blinde Loch zu starren. Ihre Füße schlichen über den Parkettboden, vor dem Fenster fuhren die Autos viel zu laut und ich musste mich wieder als großes Ohr erweisen, dass ihre Geschichten über den Fluss setzte. Sie habe ja dieses und jenes zu tun und dann noch … und sie mache einfach keinen Hehl daraus, dass …
ihr Gesicht: neben jeder Geburt eine Falte und was dahinter stecken könnte zementiert mit Werbeprodukten.

Fäulnispilze über den Augen und die Wimpern ließen sich nicht mehr entwirren, schwarzes Brett vor der Linse, wie weißlicher Belag auf der Zunge und ich dachte: ” … ja doch, nur mehr dieses eine Mal, nicht wahr? es geht doch immer ums miteinander.” und dieses gedachte und nie ins Wort genommene, wie auch nicht über die Zunge genommene lähmt die Aktionen jedes Schrittes, die endophytisch und zum scheitern nach außen verurteilt sind. ich bleibe auf der Strecke, hechle der Zeit nach, um nicht an den Rändern aus zu rutschen - Zunge neben dem Grat und dann wieder:

“Rindszunge beißen!”, dachte ich und vergrub mich in den Innereien - zart und mild. kurz legte ich Hand an und entzog ihr den erdachten Irrwitz, damit zumindest sie den bitteren Geschmack aus dem Hintergrund kratzen konnte. irgendwie versuchte ich mich unter dem Tisch zu verstecken, um den Frontalangriff der Wurzel zu entgehen. die Schuld bleibt doch immer zwischen den Stühlen und wird klebrig weiter gereicht. ein Kreuz damit, woher es kommt … ihr Lachen und der plötzliche Energieaufwand ihrerseits verbinden Hand und Fuß - ich stand nur mehr am Rumpf mit starrem Blick.

dann kommen Nachrichten mit Schriftzeichen, die eines um das andere besagen, dass sie sich verteidigen muss und sich nicht eingestehen kann, dass sie ihre Lymphbahnen schon nicht mehr verbergen kann. eine Tollwut überkommt mich, angestauter Ekel vor überquellenden gebrühten Fleischsatz, da einem die anderen ja alles zum Letzten reichen können. es gibt immer welche, die den Dreck der anderen vom Boden schlecken und der Tatverdacht macht sich breit, dass man selbst zu denjenigen gehören könnte, wenn man nicht endlich … Saurer Geschmack auf der Zunge, obwohl so schön mündig und voll zwischen den einzelnen Bissen. das Gefühl nackt zu sein …

Weißt du, sie kratzen sie sorgfältig ab, waschen sie und überbrühen sie mit heißem Wasser. ” ein schier verzweifelter Blick aus der anderen Richtung und eine Genugtuung ihr den letzten Rest auch nicht erklärt zu haben. ich erkenne die Notwendigkeit nicht mehr, da sich alles nur mehr in den roten Phasen bewegt und meine Zunge verschlingt die Rindszunge mit wutentbranntem Genuss. “gib mir mehr und lass mir die Singvögel auch noch kommen.” Der Krieg hat irgendwo begonnen und die Hand war mir gebunden im Sturzflug gegen den Widerstand. ich habe Blut geschmeckt.

“Rindszungen beißen!”, dachte ich und sprang in den Kreis, direkt in die Machtfuge neben dem Verlust. Es zischte und kochte, als ich den Rand überging und ihr direkt in den Mund das Wort legte, ihr auch noch die Nasenflügel zudrückte, damit der Schluckreflex einsetzte. Ich versuchte meine Zunge im Zaum zu halten: Durchfallquote massiv. Ein glucksen und köcheln ihrerseits auf meine Blindheit, die alle Vorbehalte zum Gegenstand der Züngelei machte. ich würde sagen es wuchs sich zum Karzinom aus, legte sich über Muskelkörper hinweg und erschien in gelben Augen.

Und dann, ja dann wird sie gepökelt oder geräuchert. Aber zuvor, also ganz am Beginn, muss man das Zungenbändchen durchtrennen - zack! ” ich wollte lachen, ich wollte schreien, wollte mich auf den Bauch legen und mir diesen halten, wie ein altes Schwein - die Stille hielt mich ab. sie kratzte noch die Reste vom weißen Tablett und zerging in diesen. eine Kopfbewegung in meine entgegengesetzte Richtung, die Füße aus meiner Reichweite, die Hand schnell auf einer anderen, um den Stolz nicht zu verlieren. Sie zog die andere Bühne auf, das Licht fiel genau auf sie zu. Meine Vorstellung fiel mit dem Verdacht der unerreichbaren Veränderung von fremd Vertrautem. man stellt sich ja alles so rau vor, aber im Querschnitt rutscht man plötzlich aus, bleibt gerade noch auf den Beinen - stromdurchflutet mit schwerem Klopfen im Ohr.

“Rindszunge beißen!”, dachte ich und zog mich am Faden zurück zum Eingang des schwerelosen Steins auf Gelenk und an den Füßen - meine Geschmacksnerven waren umzogen von weißen Bläschen, die ich zwischen meine Zähne nahm. Beim Beißen ronn salzsüßliches Mundwasser auf meine Lippen - ich schloss die Partie mit Magenkrampf und Blähung. ihre wiederkehrende Freundlichkeit erleichterte die Beendigung, ich besänftigte mich, schwor mir, mich nicht auskochen zu lassen. gar und saftig sollte ich dem entsteigen, was ich losgetretten hatte. im Blickfeld ihr Kopf: jede Strähne ein Leben der Verborgenheit und kaschiert mit einem Lächeln, das zur falschen Seite fiel. ich hielt meinen Körper gerade noch zurück um nicht über die Grenze zu fallen: “Mäßige dich!”

Und nach dem Zungenbändchen, wird sie zwei, drei Stunden in einer Wurzelbrühe gekocht und anschließend die hintere Schlundpartie entfernt.” meine Finger waren angesengt, ich zog sie zurück, legte sie auf meinen Oberschenkel fühlte das Pochen das noch vom Adrenalin zurückgegeben wurde. irgendwann ist ausgespielt, irgendwann muss man seine Grenzen wieder einziehen, irgendwann sollte man seine Beine wieder bewegen können und den Mund nicht mehr voll haben müssen. irgendwann … und gerade dann beginnt es einen Bruch zu bekommen, schlägt sich in die Zahnzwischenräume und hinterlässt süßlichen Stärkegeschmack. der Kopf hebt sich einen Himmel weiter in die andere Richtung, die Augen legen sich den Schleier der Genugtuung an und man hat das Gefühl keinen Meter gegangen zu sein, dass man stehen geblieben -, dass man ergriffen wurde. die Haut wurde rutschig, die Augen weiß, die Zunge hielt sich am Gaumen fest und rutschte mit den Resten der Rindszunge in den Rachenraum. voller Fettgehalt, vortreffliche Geschmacksverbreitung und eine ungesunde Ausgewogenheit legte sich dazwischen. ich sagte: “Endstand!”, und meinte Ausgleich. Für ein Ganzes sind Zungen viel zu lang.

|||

Maria Seisenbacher

geboren 1978 in Wien , Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft in Wien , Mitglied der intermedialen Literaturgruppe “Wortwerft” , Mitarbeiterin im “Ingeborg Bachmann Verein” , Mitherausgeberin und Redaktionsmitglied der Zeitschrift “Keine Delikatessen ” .

|||

Lesungen | Performances

|||

Kooperationen

|||

Ausstellung

|||

Anthologien | Zeitschriften

|||

Referenzen

|||

Texte im Netz

|||

Links

|||

NEUES VON FREUNDEN



||| PREISE IM KREISE & WEITERES LESEN | OFF ROAD : “TRACKER- DOG” | AUSSTELLUNG “MATRIX” | KULTURWISSENSCHAFTEN : THE GREAT WAR | KULTURWISSENSCHAFTEN : “TRAFIK” | KLANGAPPARAT

TRACKER DOG ( Aktion “TRACKER- DOG”)

PREISE IM KREISE & WEITERES LESEN

czz neues von freundenMit Jubel und Trubel dem erhebenden Pfingstfest hinterher : Beim Meraner Lyrikpreis hat die hier wohlbekannte “telefontext“- und “Literatur als Radiokunst“- Autorin Monika Rinck am Samstag den zweiten Rang errungen !

Unter den Texten der neun zur Face- to- Face- Lesung eingeladenen Finalistinnen | Finanllisten wurden vier mit Preisen bedacht : Den Lyrikpreis Meran der Südtiroler Landesregierung ( 8.000 Euro ) erhielt Martina Hefter , Monika Rinck wurde als Numero Zwei mit dem “Alfred Gruber Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse” ( 3.500 Euro ) bedacht . Die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin Uljana Wolf konnte als Numero drei den Medienpreis des RAI-Senders Bozen ( 2.500 Euro ) für sich verbuchen .

Wir gratulieren wie stets in in|ad|ae|qu|ater Manier und freuen uns bereits auf die Lesung , die Monika Rinck am 17. 6. in Wiens Literarischem Quartier Alte Schmiede aus ihrem jüngsten Gedichtband “Zum Fernbleiben der Umarmung” ( kookbooks 2007 ) geben wird . ( 20:00 Uhr ) |||

Mit Ann Cotten tritt eine weitere Preistragende , ihres Zeichens ebenfalls “LARK“- Autorin und Gast des “Salon Littéraire” auf den Plan . Wie angekündigt , wird sie heute das George Saiko- Reisestipendium im Rahmen einer kleinen Zeremonie im Literatursalon der Östereichischen Nationalbibliothek entgegen nehmen . Es laudotioniert Wendelin Schmidt- Dengler , es liest die Preisträgerin ( Oratorium , 19 Uhr , N. B. : warm anziehen !)

Die Autorin wird dann wieder am 24. 6. in Wien im Kontext eines zweisprachigen Dichter- und Übersetzerworkshops “Türkei - Österreich” im Literarischen Quartier zu hören sein : Zusammen mit u. a. Anja Utler , Lisa Spalt und Texten wie dem hier im “Salon” bereits vorgestellten Ömer Sisman ( in der Übertragung von Sara Heigl ) . in|ad|ae|qu|at und “Salon” werden sich beizeiten allerdings noch ankündigend und textvorstellend türkisch - deutsch zu Thema und Veranstaltung melden .

Von der jungen und “transdisziplinären” Literaturgruppe “WORTWERFT” ging in diesem Medium bereits die Rede gewesen , speziell von Maria Seisenbacher : Die Autorin führt morgen im Literarischen Quartier ihre Texte “pur” vor , ganz ohne die @ “Wortwerft” sonst üblichen musikalisch- visuellen Surroundings . ( 19:00 Uhr ) |||

OFF ROAD : “TRACKER- DOG”

czz neues von freundenWer die Wochenenden die Stadt und den Trubel der Festwochen und für einen hellen Tag lang der eigenen Entscheidungsfreiheit entfliehen will , kann in Niederösterreichs Mostviertel nicht nur auf seine Kunst- und Natur- Rechnung kommen , sondern buchstäblich auch auf den Hund : Ganz ohne doppelten Boden und Fakes und Finten läuft dort an sämtlichen Mai- Wochenenden das Projekt “TRACKER- DOG” des Theatervereins “meyerhold ultd.” ( siehe Titelbild ) : Renate Pittroff hat sich einen sportlichen Um- Gang im Schnittpunkt von “Land Art” und Soziokultur ausgedacht und dafür eine Runde zuverlässiger Hunde engagiert . Wir , das p. t. Publikum müssen nur noch zugreifen ( nämlich deren Leinen ) und uns vom Hundetier durch die liebliche Landschaft geleiten lassen . Allerdings geschieht dies nicht unbeobachtet : Ausgestattet mit einem GPS- Sender im Hunde- Halsband , wird unsere jeweilige Tour akkurat aufgezeichnet und schliesslich zusammenfassend kartiert . - “Ein Hund , sein Mensch , ein Sender ; klare Verhältnisse also .” - Ein Buch ( “Anleitung zum Schnüffeln” ) wird am 4. Juli die Resultate im Stadtmuseum St. Pölten dokumentieren : Auf dass wir auch zukünftig unsere Wege ganz ohne Führung und der eigenen Nase nach finden ! - Nächste Termine : Samstag und Sonntag , 17. / 18. 5. , 3300 Ardagger , MostBirnHaus , Ardagger Stift 9 , ab 10:00 Uhr . |||

AUSSTELLUNG “MATRIX : Geschlechter | Verhältnisse | Revisionen”

czz neues von freundenDa jetzt soviel von Damen die Rede war und von “Kunst” und dem fragwürdigen Begriff der “Natur” sei auch gleich auf die exzeptionelle Exhibition des “Museums auf Abruf” ( MUSA ) hingewiesen : “MATRIX : Geschlechter | Verhältnisse | Revisionen” zeigt ( noch bis 7. 6. ) Positionen von rund 40 KünstlerInnen aus den letzten vier Jahrzehnten werden im Hinblick auf Geschlechter / Verhältnisse . Das “Gender”- Thema wird dabei allerdings nicht auf die feministische Frage reduziert ( siehe den ausgezeichneten NZZ- Bericht über die New Yorker Ausstellung “WACK ! Art and the Feminist Revolution” ) , sondern es kommen beide Geschlechter in ihren Inszenierungen bzw. deren Reflexion in künstlerischen Selbstdarstellungen in Betracht . Zu sehen sind Werke u. a. von a room of one’s own , Andy Chicken , Carla Degenhardt , Ines Doujak , VALIE EXPORT , Oliver Hangl , Matthias Herrmann , Edgar Honetschläger , Birgit Jürgenssen , Elke Krystufek , Friedl Kubelka , Marc Mer , Lois Renner , Hans Scheirl , Christoph Schmidberger , Stefanie Seibold und Magda Tothova . |||

KULTURWISSENSCHAFTEN : THE GREAT WAR

czz neues von freundenAm Mittwoch , den 15. Mai gitbt es im “Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften” ( IFK ) ein internationales Panel zu dem auch weiterhin noch immer nicht in allen Aspekten ausgeloteten Thema des “Ersten Weltkriegs” und dessen Einflüssen | Auswirkungen auf die anhebende Moderne :

The First World War left millions - civilians and soldiers - maimed or dead. In its wake, empires toppled, monarchies fell, whole populations lost their national identities as political systems, and geographic boundaries realigned. Manners, mores, codes of behavior, literature and the arts, education and class distinctions - all underwent a radical change. Internationally renowned scholars will discuss present and future research approaches for the cultural history of the First World War.

Zum Thema “Cultural history of the Great War - new venues for research” , gibt es Impulsreferate von Michael Geyer ( University of Chicago ) , Jay Winter ( Yale University ) , Kommentare von Bernd Hüppauf ( New York University ) und Gerhard Hirschfeld ( Universität Stuttgart ) , die Moderation übernimmt Helmut Konrad ( Universität Graz ) . Reichsratsstrasse 17 , 18:00 - 20:00 Uhr . |||

KULTURWISSENSCHAFTEN : “TRAFIK”

czz neues von freundenUnter dem mehrdeutigen Titel “TRAFIK” ( Wiener Arbeitsgespräche zur Kulturwissenschaft ) startet am 16. 5. ein vieldeutiger und ungewöhnlicher Eröffnungsworkshop . Langfristig soll es , etwa zweimal pro Jahr ,

in Wien gelingen, WissenschaftshistorikerInnen, Kultur- und MedienwissenschaftlerInnen und verwandte InteressentInnen aus den verschiedensten Institutionen an wechselnden Orten in der Stadt zur TRAFIK zu versammeln, um gemeinsam über grundlegende Fragen der gemeinsamen Arbeit zu diskutieren.

Der Starttermim am Donnerstag ( merke : 14:00 - 20:00 Uhr ) wird auf sympathische Weise konkret , indem man - unter Mitwirkung des Saalpublikums - von ganz konkreten Gegenständen handelt . Kurz : Wir sind eingeladen , “einen Gegenstand mitzubringen , der – klein genug , um in einer Zigarettenschachtel [ ! ] Platz zu finden – den Raum der jeweils eigenen Forschung informiert, organisiert , infiziert , strukturiert” . Was wäre dies im Bezug auf das Projekt “in|ad|ae|qu|at” ?! - Eine Maus oder gleich die unzähligen , während der nächtlichen Abfassung der Postings verrauchten Zigarretten selber ?!

Den Auftakt der TRAFIK 01 bildet eine Einführung der Initiatoren in aktuellen Debatten um die materielle Kultur der Wissenschaften. Im
Hauptteil der Veranstaltung sollen die Dinge gleichsam selbst zu Wort kommen. Wir werden die Dinge auf mehreren Labor/Ausstellungs-Tischen anordnen, umsortieren, klassifizieren. Jeder Teilnehmer sollte seinen Gegenstand kurz vorstellen (5-7 min) und dazu beitragen, ihn gemeinsam mit den Gegenständen und Geschichten der anderen in möglichst einleuchtende/überraschende/verstörende Zusammenhänge zu bringen. Es geht also nicht um klassische Referate, sondern darum, gemeinsam und mit den Dingen zu argumentieren und diskutieren.

Intiitert und begleitet wird diese Initial- “TRAFIK” von Thomas Brandstetter , Karin Harrasser , Benjamin Steininger und Christina Wessely . Keynote und Résumée von Joseph Vogl . Ort : 1050 , Werkzeug H , Schönbrunnerstr. 61 , 14.00 bis 20.00 Uhr . |||

KLANGAPPARAT

Den Preisen gemäss fröhliche Töne wollen wir heute mit der emtzückenden EP “Music For Grassbar II” des in Paris lebenden Dub- Meisters Roots czz hörempfehlungIsta Posse ( MySpace ) anschlagen : Der Hüpfer in den falschen Mon- und frischen Maientag aus dem Haus des sympathischen Crossover- Netlabels Fresh Poulp ( MySpace ) aus Orléans . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. 513 JahStreet Dub | 02. Burn Mi Dub | 03. Roots Rockers Dub | 04. Brung Di Kutchee Dub |||

NEUES VON FREUNDEN



||| TRARA UND FEIERSTUNDE | UNTER HAUT STADT | KOSMÖSCHEN STEIGER | VON DENEN TRÄUMERN UND DEREN GEBILDEN | MUSIK : -MANN & -MANN | URBANES KULTURWISSEN | KLANGAPPARAT

TRARA UND FEIERSTUNDE

czz neues von freundenBevor wir überhaupt anheben , holen wir erstmal tief Luft & Lust für ein fröhliches “Trara” : Am heutigen Tage werden Die “Förderpreise für Literatur 2007″ …. wie man so sagt …. “verliehen” : Und zwar an den Prosaisten pointilistischer Wahrnehmung , WOLFGANG HERMANN sowie an die listige Sprach- und Bild- Maschinistin BRIGITTA FALKNER . Verleihungsfeier und Zeremonie inklusive . Da möchten wir à propos das längst zum Klassiker avancierte Palindrom der legendären Lakonikerin in schönster Bildlichkeit gratulierend zitieren .

SEI FIES copyright Brigitta Falkner

( Brigitta Falkner ) |||

UNTER HAUT STADT

czz neues von freundenWas einem unter urbanen Umständen so unter die Haut gehen kann : Bizarre Burlesken und obskure Dramen , wie sie die “interdisziplinäre” Literaturgruppe WORTWERFT sieht … und sinnenfreudig transmedial heute Abend darbietet : UNTER HAUT STADT . Am Wort : Maria Seisenbacher ( “Keine Delikatessen” ) , Hermann Niklas , Roland Steiner , Clemens Marschall und Daniel Krcal ( musikalisch aka Hano Aaruk ) | An der Bontempi : Rokko Anal | Am Bild : GOTO und Daniel Krcal . Aber eigentlich heisst das ja heutzutage “Vizuals” . Und die hat GOTO schon bei Shows von ambient animal oder mord gezaubert . Schau , schau und hör genau : Im Denkraum , 1050 Wien , Bacherplatz 11 / 2 , 20 Uhr . |||

KOSMÖSCHEN STEIGER - AUSSTELLUNG + LITERATURSYMPOSIUM

czz neues von freundenDitto am Freitag anhebend , sich allerdings standesgemäss in ein wunderliches April- Weekend weitend : Eine von kundigen Stimmen instrumentierte Exploration des welteinmaligen künstlerischen Kosmos DOMINIK STEIGERS - umstellt von dessen bildnerischen Arbeiten in der Galerie Hohenlohe . Wo sich schon jedes simple Attribut für diesen Eigenweltkünstler anbietet , werden uns kluge Interpreten mit Worten versehen . Die klingenden Namen der Er- Steiger bizarrer Emergenzen auf den Time- Table gebreitet :

  • Freitag , 11. April , 10.30 –13.00 Uhr
    • Jörg Drews : Der Kalauer ist der Witz des Plastik-Zeitalters - Zur Ästhetik der schiefen oder ausbleibenden Pointe
    • Mechthild Rausch : Small is beautiful - Zur Poetik des Kleinen in Dominik Steigers frühen Texten
  • 15.00 –17.30 Uhr
    • Gisela Steinlechner : ziertischlerarbeit mit bettler als statist - Dominik Steigers Kulturcollagen
    • Cathrin Pichler : Zum bildkünstlerischen Werk von Dominik Steiger
    • Filme und Lieder von Dominik Steiger
  • Samstag , 12. April , 10.30 –13.00 Uhr
    • Thomas Eder : Sich in die Dinge denken - Der Poet als Gedankenleser am Unbelebten
  • 15.00 –17.30 Uhr

VON DENEN TRÄUMERN UND DEREN GEBILDEN

czz neues von freundenMontag und Mittwoch bieten sich als lohnenswerte Close- Ups literarisch avancierter Vermessungen von Traumwelten an . Montag liest FRIEDERIKE MAYRÖCKER liest aus ihrer neu erschienenen Prosaarbeit “Paloma” ( Suhrkamp 2008 ) , einer - so Otto A. Böhmer kürzlich in der “Zeit” - träumerischen “Drangsalseligkeit” .

Mittwoch geht es am gleichen Realort - dem Literarischen Quartier Alte Schmiede - dann adaequat weiter mit der Präsentation der frischen Lieferung der Zeitschrift FREIBORD ( 143 / 144 ) zum Thema : LITERATURTRÄUME – TRAUMLITERATUR , herausgegeben von GERHARD JASCHKE und ELFRIEDE GERSTL . Texte und Beiträge zum Träumern liefern die Herausgeber sowie ( u. a. ) Friedrich Achleitner , Richard Anders , Lucas Cejpek , Antonio Fian , Anselm Glück , Christine Huber , Elfriede Jelinek , Angelika Kaufmann , Ilse Kilic , Margret Kreidl , Friederike Mayröcker , Andreas Okopenko , Peter Rosei , Gerhard Rühm , Julian Schutting , Fritz Widhalm , herbert j. wimmer … Welcher der Genannten am 16. 4. ab 19 Uhr nun tatsächlich in corpore anwesend sein wird und liest … Der Programmtext verhält sich in dieser Hinsicht träumerisch kryprisch : “mit Lesungen der Mehrzahl der Autorinnen und Autoren” . |||

MUSIK : -MANN & -MANN

czz neues von freundenMit Bonus- Konzerten für die Nickelsdorfer Jazzgalerie gehen deren hochnoble “Konfrontationen” auf Reisen und gastieren zwei 1A- Formationen am Sonntagabend im Ragnarhof ( 1160 , Gundsteingasse 12 , 20:00 ) : Das erste Set gibt das Duo CHRISTOF KURZMANN ( loop , voice ) & BERNHARD FLEISCHMANN ( drums , electronics ) . Noch Fragen ?! - Der zweite Streich erreicht uns aus der Free- Ecke mit dem langjährige Cecil Taylor- Partner MARCO ENEIDI ( sax ) , Philipp Quehenberger ( keyb ) , DD Kern ( drums ) aka LIPCODIE ENQUKE , feat. BULBUL . “Hochexplosiv” , notiert - höchst nachvollziehbar ! - die weiterführende Prosa . |||

URBANES KULTURWISSEN

czz neues von freunden“Städte” , so der Kulturwissenschafter HELMUTH BERKING , “lassen sich an ihrem Gang erkennen wie Menschen” . Einige Antworten zu der ( warum eigentlich ? ) “unverschämte Frage : Was ist die Stadt ?” sind am Montag , 14. April im IFK ( Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften ) zu vernehmen . Unverschämt fragen dürfen dann aber auch die p. t. Zuhörerinnen und Stadtbenutzer . 1010 Wien , Reichsratsstrasse 17 , 18:00 Uhr . - Lektüre im Kontext : Die Macht des Lokalen in einer Welt ohne Grenzen ( Campus 2006 ) . |||

KLANGAPPARAT

Ultimativ urban , gleichwohl nach atmosphärischen Weiten greifend : In unserem Portrait de Netlabels l a r i d a e klettern wir nun die release- Liste retour und land bei den Schwebungen von ambic2 aka Guy Andrews : Elf czz hörempfehlung titel müsst ihr sein , um Londons Nebel in “As The Snow Fell” zu übersetzen . Man möchte aber nur den Fehler begehen , die flächigen Gespinste als gar zu abgehoben zu präjudizieren : Zwischen den Nebelfetzen schimmern hinreichend feines melodisches Fleisch ( Track 9 ! ) und bassline- Sehnen hervor . Müssen wir jetzt die Metapher wirklich total ausschlachten und auch noch das Knochengerüst insistierender Beats herbei zitieren ?! - Wir denken : Nein . CLICK TRACKSTO LISTEN : 01. Storm’s Theme | 02. To Wake, To See | 03. Night-13 | 04. Close Of Day | 05. When Father Cries | 06. This Day Goes Nowhere | 07. December’s Shadows | 08. Sleep Cycle | 09. Beside You | 10. Dust Below The Ground | 11. It Snowed The Day We Died | P. s. For further listening sei auf die Anfang 2007 herausgekommene Release des Künstlers verwiesen : “under these stars , we´ll sleep again” ( laridae 031 ) |||