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Ottom_Atthäusz_Ykan
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( Trimmel , Dorn , Burlacu , Wagensommerer )
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AUDIO | LITERATUR | RADIO- FEATURE : ANJA UTLER
Die heutigen freundlichen Neuigkeiten sind weitgehend auditiver , wortwörtlicher , musikaischer und radiophoner Natur . Man mag das als Resultat werten für unsere in|ad|ae|qu|at selektiven Interessen , gleichzeitig sind gewisse terminliche Ko- Inzidenzen unleugbar . So gibt es heute auf SWR 2 die Ursendung eines meisterlichen Features über die Dichterin und “Literatur als Radiokunst“- Autorin Anja Utler zu vernehmen , in welchem auch einige Sequenzen der ORF- Produktion sensibel eingearbeitet sind : Unter dem Titel “Vom Schreiben auf der anderen Seite des Grabens . Ein Besuch bei Anja Utler” haben Ulrike Janssen und Norbert Wehr ein feines Portrait der Sprach- und Lautkünstlerin gestaltet .
Akustisch eingebttet in die Krähenschrei- einsamen Atmosphären um die Künstlerklause auf Schloss Solitude , stellt sich das Denken und Dichten der auch aus den slawischen Sprachen übersetzenden Poetin chronologisch dar . Unter Rekurs auf die Dichtungen des herrlichen Gennadij Ajgi gibt die Autorin in klarer Sprache Auskuft über Entwicklung und Werden ihrer oft nur auf Laut- Folgen reduzierten Dichtung . Anhand des zuletzt erschienen Bandes “brinnen” ( korrespondenzen 2006 ) kommt der Skandal des Marsyas- Mythos zur Sprache , dem von Apoll grässlich gefolterten Konkurenten , aus dessen Blut in mythischer Metmorphose der Fluss des Mäander entsprigt . Die Erfahrung von Schmerz und Trauma verflüssigen sich entsprechend konsequent in den Einbezug von Atem , Hauch und splitternden Lauten in Utlers Poesie . Dass die Ursendung des früh im Jahr entstandenen Features , welches Ambient- Klänge Brian Enos einbezieht , fast just auf dessen 60. Geburtstag ( 15. 5. ) fallen würde , hatten die Gestalter freilch in keiner Weise ahnen können . Heute , SWR 2 , 20.03 Uhr .
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AUDIO | KONZERT | RADIO | BUCH : IN MEMORIAM OTTO M. ZYKAN
In Memoriamn des am 25. 5. 2006 - kurz nach seinem 60. Geburtstag - tragisch verunglückten Komponisten Otto M. Zykan sind einige Werkaufführungen und Radiosendungen angesetzt , welche Freunden sowie den ( leider ) Nachgeborenen unserer Generation die Wiederbegnung | das Kennenlernen einiger Stücke aus dem Oeuvre dieses wohl orginellsten und provokativsten unter Österreichs Komponisten ermöglicht . Eine Soundinstallation am Klangturm in St. Pölten offeriert bis 1. November eine “Datenskulptur Otto M. Zykan” ( Konzept : Irene Suchy , Markus Wintersberger , Technische Realisierung : FH St. Pölten , Markus Wintersberger ).
Dazu ist das YouTube- Portrait “Ottom_Atthäusz_Ykan” entstanden , welches - siehe oben - im Modus heutiger Sample- Ästhetik einige der grössten Aufreger aus Zykans Schaffen resümiert : Von den legendär schuhlos- künstlerischen Werbespots für die Schuhfirma Humanic ( “Franz !” ) bis hin zu der mit Franz Novotny 1977 für das österreichische TV produzierten “Staatsoperette” ( “einem der grössten Skandale der Republik” ) , wird der besondere Rang der Sprache im Werk des Komponisten akzentuiert ( übrigens gibt es die “Staatsoperette” mittlerweile in einer wohlfeilen DVD- Edition , weiters wäre davon zu erzählen , dass der Score zu Novotnys Kultfim “Exit - nur keine Panik” [ 1980 ] von Keinem Geringeren als Otto M. Zykan stammt , DVD ) .
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KONZERT
Sonntag , 25. Mai erklingt im Rahmen der sogenannten “Mak-Nite” im Museum für angewandte Kunst , Wien “Zykan - ein peripathetisches Konzert” mit dem Ensemble “die reihe” ( Wien ) und einem Vokalsensemble unter der Leitung von Ingrun Fussenegger.
Das Vokalensemble Ingrun Fusseneggers und das Ensemble “die reihe” geben Zykan: Junge und alte Werke, Frühes und Spätes, Musik, die ihn vom Tonband mitnimmt und jene, die ihn nicht (mehr) braucht. Musik, die immer anwendbar ist: auf die Autoerfinder, die Stallknechte um Beethoven, die Liebhaber der Gugginger Dichter, die gegen ein Tonband anspielenden Geiger, die Mumpitz sprechenden Bachverehrer. Das Programm beginnt beim Frühling, geht weiter mit einem zu Mozart sich anlehnenden Ave Schwermuth, schwingt sich von Rilke und zu einem Marimbavirtuosen den “Bach runter”.
Museum für angewandte Kunst Wien , 19:00 Uhr .
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HÖRSPIEL
Im Radio sind zwei Termine zu notieren : Da wäre erstens die heute auf Ö1 wiederaufgeführte Hörspielproduktion “Joseph Fouché” ( aus dem Nachlass von Otto M. Zykan , bearbeitet von Irene Suchy und Peter Kaizar ) . Unter der Regie von Götz Fritsch ist eine nachgerade umwerfende Besetzung zu vernehmen : Von Ausnahmeschauspielern wie Silvia Fenz , Paulus Manker und Peter Matic bis hin zur exzeptionell in die Rolle von Hörspielsprechern geschlüpften Prominenz wie Ex- Volkstheater- Chefin Emmy Werner und Staatoperndirektor Ioan Holender . Dazu musikalisch adaequat : Otto M. Zykans “Hörspielmusik für Joseph Fouché” ( Interpret : Otto M. Zykan ) sowie Georg Mittermayrs “Chormusik für Hörspiel Joseph Fouché” ( Arnold Schönberg Chor ) . Mehr : Hörspieldatenbank ORF , Hördat ( pdf ) . Heute , 20. 5. , Ö1 , 20:30 Uhr .
Die Gleichzeitigkeit zur Austrahlung des Anja Utler- Features und dieses Hörspiel dürfte keine weiteren Probleme bereiten : SWR 2 wäre via PC und per Live- Stream zu vernehmen , währenddessen läuft im Radiorekorder die gute alte Tonkassette für das Ö1- Kunstwerk mit . Dies war die österreichische Perspektive . Für deutsche Hörer verhält es sich selbstredend genau umgekehrt .
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HOMMAGE
Montag , den 26. 5. gestaltet die Lebensgefährtin Otto M. Zykans , die Musikwissenschafterin und Radiomoderatorin Irene Suchy ( übrigens auch höchstselbst als Sprecherin in genannten Hörspiel zu orten ) ein persönliches Portrait in der Sendung “Zeitton” . Zweiffelos wird in dieser Sendung auch von Band Eins einer Sammlung “Otto M. Zykan - Materialien zu Leben und Werk” ( gezeiten verlag , pdf ) die Rede gehen . “Zeitton : Otto M. Zykan aus der Sicht von Irene Suchy” , Ö1 , 23:05 Uhr . Mehr @ www.irenesuchy.org , www.zykan.org .
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AUDIO | RADIO | WEITER HÖREN
Einmal durch die Radioprogramme gesurft und nicht wieder davon losgekommen .
Weshalb wir gleich auf ein paar weitere unabdingbare Hörstücke hinweisen . Allesamt sind sie “klassisch” , im wörtlichen wie auch im Nestroy’schen Sinn .
Folgt jetzt ein kleines Hörmenü In chronlogischer Reihenfolge .
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21. 5. , 21:30 Uhr , hr2 : “der sechste sinn - Nach Konrad Bayer” . Bearbeitung + Regie : Leonhard Koppelmann , Musik Rainer Römer , mit Sophie Rois u. a. ( HR 2005 , Hördat pdf )
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20:30 Uhr : “Auf der Schwelle” , Regie : Raoul Wolfgang Schnell ( WDR 1971 , Hördat pdf )
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21:05 Uhr : “Wörter Sex Schnitt” ( Originaltonaufnahmen 1973 , Hördat pdf ) - Bekannt auch in der CD- Fassung ( intermedium records ) als “Hörbuch des Jahres 2005” der hr2- Bestenliste .
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23. 5. , 22:04 Uhr , rbb Kulturradio - Ursendung : “Bei uns in Auschwitz” - Nach der gleichnamigen , aufsehen erregenden Erzählung von Tadeusz Borowski - sonst leider nur karge Informationen seitens des Senders - besser liest man gleich die Homepage des Bearbeiters , Regisseurs und O- Ton- Jägers Kai Grehn ( rbb / RB 2008 , Hördat pdf )
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BEGRIFFSSTUDIO MONIKA RINCK
Aus Monika Rincks Berliner Offizin erreicht uns eben eine frische “Begriffslieferung” . - Wer sich dann und wann ein wenig wortkarg oder schwer von Begriff fühlt , mag sich straks in die Mailingliste für den Newsletter eintragen .
2458 die präraphletten
2460 gedrängtblütige neoregelie
2461 der innere bergwald der sprache
2462 ein radiophoner laokoon
2463 willenbesitzer in gritzing
2465 im gebrauch des wilden mitleids
2468 the kellner of no return
2469 die kolonne der zahlungswilligen
2471 the awful daring of a moment’s surrender
2474 die welt im sinne des weltmanns
2475 theater der diskretion
2479 vandalisierter schlaf
2480 aus dem lehm meiner waden
2482 decere - be fitting?
2483 der rosafarbene anteil am schwarz
2484 a gently roar
2485 dein zuinnerstes lüneburg
2488 einem damenmedaillon ähnliche flimmerlarve (planula)
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KLANGAPPARAT
Auch wenn uns ein “erneuerter widerstand gegen das aufhören” ( Rinck- Begriff 2472 ) befällt , harrt der “Klangapparat” nun keines weiteren Wartens . Und zwar geben wir heute nur in|ad|ae|qu|ate Kostproben aus den aktuellen Werkstätten der musikalischen “young hopefuls”
vergangener Jahre . Was nach einem paradimatischen Album wie “Neon Golden” ( 2002 ) überhaupt noch möglich wäre , hat die Kritiker womöglich mehr beschäftigt als die Weilheimer Band The Notwist ( home ) . Mit “The Devil, You + Me” geht es jetzt doch weiter : Und zwar mit heftigen Gitarren , wie derzeit auf der MySpace- Seite der Band zu hören . Ob da bei Live- Gigs von der schmalen Singstimme Markus Achers überhaupt noch etwas zu hören sein wird , wird sich weisen . -
Auch “Rettet die Wale” ( 2004 ) , das Solo- Debüt der Wiener Sängerin Eva Jantschitsch aka Gustav , ist bereits ein Weilchen her . Four years after kündigt sich das Nachfolgealbum “Verlass die Stadt” an . Den Titeltrack “Verlass die Stadt” mag man dieser Tage nicht nur in der Echtwelt draussen beherzigen , sondern sich auf Gustavs Heimseite per MP3 anhören oder in einer Video- Live- Fassung besehen . |||







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