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ALPHABETICAL ABISH



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WELCOME TO VIENNA

Dioscur alt vorne

I walk along Mariahilferstrasse / looking for Mariahilferstrasse / I’m on Mariahilferstrasse / and I can’t find it .

Wer in solch Bernhardesker Manier die Strassen seiner Kindheit durchwandert , selbige mit seinem erwachsenen Bewusstsein allerdings nie zur Deckung bringen kann , ist WALTER ABISH , jener Schriftsteller , dessen Werk für Werk in je neuer Schreibweise gewachsenes Oeuvre in direkter Relation steht zum ständigen Neubeginn eines durch die historischen Situationen des 20. Jahrhunderts ins “unruhige Wohnen” gezwungenen Lebens .

Leicht zu finden - just von der zitierten Mariahilfertrasse aus - ist die Buchhandlung phil ( vis à vis dem Café Sperl ) , wo heute morgen , 9. 10.  ( 20 H ) der im Weidle- Verlag zusammen mit der Exilbibliothek verwirklichte Materialienband “Walter Abish . 99 Arten das Ich und die Welt zu erfinden - Materialien und Analysen” ( hg. von Robert Leucht ) vorgestellt wird .

Der ständige Wechsel der Binnen- Poetologie in Abishs Erzählungen ( “Duel Site” , 1970 ) , Sprachexperimenten ( “Alphabetical Africa” , 1974 ) , Romanen ( “How German Is It | Wie deutsch ist es” , 1979 | 1980 ) und einer hochartifiziellen Autobiographie ( “Double Vision : A Self-Portrait” , 2004 ) erschwert eine synthetische Abbreviatur ebenso wie die unfreiwillig inkonsistente Vita , deren Formulierung wir uns kurzerhand aus dem anzuzeigenden Band borgen :

Walter Abish wurde 1931 in Wien geboren, floh mit seinen Eltern vor den Nazis nach Frankreich, später nach Shanghai; er lebte dann einige Jahre in Israel, ging aber, weil er seine Hebräischkenntnisse als ungenügend empfand, für kurze Zeit nach England, bevor er schliesslich Ende der fünfziger Jahre in die Vereinigten Staaten übersiedelte. Vor diesem Hitnergrund verwundert es nicht, das Abishs erster Roman, Alphabethical Africa, das Thema von Identität und Sprache aufgreift .

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ALPHABETICAL AFRICA

Dioscur alt hintenDas Zitat entstammt einer NZZ- Rezension von Jürgen Brôcan , die das Wagnis des Schweizers Schriftstellers Jürg Laederach , einen im Buchstäblichen Englisch sprachspielenden Roman ins Deutsche zu übertragen ( Alphabetical Africa | Alphabetisches Afrika , Deutsch von Jürg Laederach , Urs Engeler Editor ) würdigt , weniger allerdings die Manierismen und idiosynkratischen Hinzudichtungen des Übersetzers goutiert .

Das entlang der 26 Buchstaben des Alphabets erst auf- , dann absteigend erzählte getüftelte Werk mag zweifellos an der arbiträren Regelästhetik von OuLiPo inspiriert worden sein ( Stefanie Leuenberger ) , verweist zugleich in der Zerprengung von Identität und Erzählung auf das Prinzip “nomadisierender Schreibverfahren” ( Gilles Deleuze ) , wenn nicht gar auf die “roots” der Sprache in Roman Jacobsons Lesart .

Zeitgenössische Kritiker wie Richard Howard im TLS 1974 wollten das buchstäbliche Vordringen ins Innere AFRIKAS ( vulgo : DER SPRACHE ) eher freudianisch aufgeladen sehen :

… the continent Africa shaped like the human heart and the female genitals ( ….) and he [ Walter Abish ] is concerned , is obsessed to possess, to violate her by his literary fetish -

Die wirkliche Lust ( am Text ) stellt sich allerdings erst bei Ansicht der konkreten Sprachgestalt ein . Hier der Anfang des Buches bei Abish :

Ages ago, Alex, Allen and Alva arrived at Antibes, and Alva allowing all, allowing anyone, against Alex’s admonition, against Allen’s angry assertion: another African amusement … anyhow, as all argued, an awesome African army assembled and arduously advanced against an African anthill, assiduously annihilating ant after ant, and afterward, Alex astonishingly accuses Albert as also accepting Africa’s antipodal ant annexation. Albert argumentatively answers at another apartment. Answers: ants are Ameisen. Ants are Ameisen ?

Hier in der Übertragung durch Jürg Laederach :

Am Anfang allen Anfangs Alex, Allen, an Alvas Arm. Ankunft Antibes, Aussichtsterrasse, alter Ankerplatz. Als Alvas Aussehen alle anzog, allerhand Anzügliches anregte, als Alex Abmahnungen ausstieß, als Allen ärgerlich atmete, artete alles auf Anhieb aus: Abermaliges abgedroschenes afrikanisches Amüsement … Achje. Auch argumentierten alle, alte angsterweckend angeschwollene afrikanische Armee avanciere, attackiere andauernd afrikanische Ameisenhügel, Ameise auf Ameise abschlachtend. Als Alex anschließend alte Ansichten abermals ausformulierte, amtierte ausgerechnet Albert als Angeschuldigter: angeklagt ausserordentlicher Akzeptanz aller Ameisen-Annexion, Ausführende: Antipoden. Anderes Apartment: Albert arbeitet ausbaufähige Antwort aus, argumentiert anti Armee. Antwort: Ameisen als ‘ants’. Ameisen als ‘ants’ ?

Zum Vergleich noch eine weitere Übersetzung , die , zitiert in “99 Arten” , von Hanna Muschg unternommen worden war :

Ausserdem Alva, attraktiv, anstössige Aufforderung an alle aufrechten Afrikaner, aufstachelnd andererseits auch allerlei analytisch aggressive Autoren-Antizipation. Autor A. arbeitet an Alva annäherungsweise, anatomisch, affirmativ, aberwitzig, aber auch anschaulich.

Dass hier kein loses Lettern- Spiel getrieben wird , sondern als konsequenter text- und sinngenerativer Faden sich quer durch Abishs Oeuvre spannt , weist Stefanie Leuenbergers äusserst aufmerksamer Aufsatz bemerkenswert nach : Das Hereinfunkeln des deutschen Begriffes in “ants are Ameisen” antizipiert gleich zu Beginn ein später im Verlauf der Ereignisse auftauchendes Buch über “Die Ratsame und Nützliche Ausrottung der Gefährlichen Afrikanischen Ameisen” . “Dieser Titel” , so Leuenberger ,

parallelisiert die Ameisen mit den Verfolgten der Shoah. Philippe Cantié hat darauf hingewiesen, dass die Ameisen im Text überall gegewärtig sind: Das Morphem ‘ant’ ist in Toponymen wie ‘Antibes’ enthalten, in den Substantiven ‘Ashanti’ und ‘antelopes’, in Verben und Adjektiven wie ‘antagonizing’ und ‘antipodal’, fungiert als Suffix (’arrogant’) oder erscheint in der Wortwurzel (’anthem’, ‘anthropologists’). Versteckt und doch anwesend, bilden die Ameisen den verborgenen Text des romans. Somit verbindet Abish das deutschsprachige Wort mit dem in Nachkriegsdeutschland verdrängten Teil der Vergangenheit, der besonders in Abishs Roman How German is it | Wie Deutsch Ist Es (1980) zum Thema werden sollte. In Alphabetical Africa sind es Hermann und Gustaf, Figuren, die Gewalt, Unersättlichkeit und Grössenwahn verkörpern, die das deutsche Wort mit sich bringen.

Hier die ent- sprechende und eindrücklich brutale Passage , die es wohl wert ist , in voller Länge abgetippt zu werden :

Gobbling gestopfte Gans, gobbling Gabelfrühstück, gobbling goulash, gobbling Geschwind, Gesundheit, Gesundheit, gobbling Gurken, Guggelhupf, Gash Gash, Gish Gish, groaming, grunting, also complaining, chewing Grune Bohnen, Geschmackssache, as Germany grows greater, Alarmed, Gabon grows addittional food for Gustaf, and Gustaf’s children, Gerda, Grete and Gerhard. Gifted Grösseres Germany consumes energy and guarantees greatness, get going, grow another Goethe, great guy, claims Gustaf, as all Grundig gramophones in Gabon, gently croon: Goethe, Goethe, Goethe.

Den “Goebbels” hört man - diesmal kommtentieren wir in|ad|ae|qu|at - in diesem radikal rhythmisierten Rap deutlich heraus , ohne dass dessen Name genannt zu werden brauchte . Auch steht die in der Figur Heinrich Himmlers versinnbildlichte germanische Gefrässigkeit assoziativ durchaus bei Fuss .

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HOW GERMAN

Dioscur alt vorneVon diesem Malstrom der abgründig kontaminierten Sprach- , Klang- , Assiziations- und Sinnbilder ist es nicht weit zu “How German is it | Wie Deutsch Ist Es ( 1979 | 1980 ) , wo aus beizenden Übertreibungen und Klischees eine Art Märklin- Szenario errichtet wird , welche das Land , seine Ungeister und Wiedergänger zum Kenntlichen entstellt .

Als just in der geschilderten süddeutschen [ "Würtenburg" ] Propperkeit ( bis hin zum Heidegger’schen [ "Brumhold" ] Todtnau und den überall vergrabenen Leichen ) aufgewachsener Zeitgenosse , gibt sich in|ad|ae|qu|at angesichts dieses persönlichen Grundbuches befangen und zitiert aus der in “99 Arten” abgedruckten Rezension Michael Krügers :

Es werden keine Antworten gegeben, sondern Fragen gestellt; Deutschland wird nicht der Prozess gemacht, sondern der Prozess, in dem Deutschland sich befindet, wird illustriert. ( … ) Die Frage, ob der von Walter Abish inszenierte Totentanz ein wahres Bild wiedergibt, ist sekundär gegenüber der Leistug selber: So klug, moralisch und witzig ist von deutschen Schriftstellern schon lange nicht mehr über Deutschland geschrieben worden.

Wirklich “witzig” vermochte in|ad|ae|at dieses ätzend präzise Panorama zwischen den Relikten des Zweiten Weltkriegs , der postwirtschaftwunderbaren Fussgängerzonen- , Kaufhaus- , Mustersiedlungs- Aufgeräumtheit und dem Deutschen Herbst nicht wirklich zu finden : Der Vater des RAF- Terroristen Christian Klar war der beürchtigt autoritäre Direktor des Kreisstadt- Gymnasiums und als Kinder sammelten wir Waffen und Munition aus zersprengten Bunkern . Ski- Stunden am Heideggerberg . Abish trift dies alles - trotz oder wegen manch grotesker Verfremdung - beängstigend genau .

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FELIX AUSTRIA

Dioscur alt hintenAber auch Wien - Herkunftsort des Vertriebenen - kriegt auf allerlei kuriose Weisen sein irrwitziges Fett weg . In “99 Arten” beschäftigt sich Walter Vogl anhand der Story “Mehr über Georges” mit dem Wien- Bild des Autors .

Ort der Handlung : Kleinstadt Vienna , Maryland . Anlass : Feier zur xten Wiederkehr der Befreiung Wiens von der Türkenbelagerung . Kulisse : An allen Häusern und auf allen Plätzen die rotweissrote Fahne samt Doppeladler .

Zitat Abish :

In ihrem Eifer, ihrer Liebe zu Wien hatten die Bewohner des Städtchens (sogar) eine Kopie des Stephansdoms aufgestellt. Er war fünfmal kleiner als das Original, aber dreimal so gross wie der in Vienna, Maryland, 420 Einwohner.

Vogl analysiert das idiosynkratische Werk Walter Abishs - wir schreiben das Jahr 1983 - unter dem Aspekt postmoderner poetischer Verfahren :

Zwischen den Schwenks der erzählerischen Kamera ( … ) , dem Jonglieren mit immer schon vorgeprägten Fiktionen, blitzen eigentümlich verwischt und zweideutig die Sinnangebote unserer Kultur auf. Immer, wenn wir Abish auf ein bestimmtes Thema festgelegt zu haben glaubten, ist er uns auch schon wieder entwischt.

Dass Abish auch sich selbst - speziell das Selbst der Erinnerung - kontinuierlich entwischt , akzentuiert der glänzende Essay über “Abish und Proust” des amerikanischen Philologen Maarten van Delden .

Hier wird Abishs autobiographische Irritation “Double Vision : A Self-Portrait” ( 2004 ) in Relation gesetzt zu Prousts legendärer “Recherche” . In beiden Fällen entsteht eine charakteristische Diskordanz zwischen den Orten der Erinnerung und deren realer Gegenwart . Dabei tritt insbesondere “the disjunction between the utterly agreeable amtosphere of present- day Vienna and the flickering memories of the city’s Nazi past” zu Tage .

It is here that Abish most clearly employs the Proustian device of contrasting two visions - the child’s and the adult’s. Looking back upon his childhood, the author is clearly puzzled by his failure to comprehend the political events that led to his family being forced out of their Viennese home - and to the death of his father’s mother, sisters, and brother in the Nazi camps.

Grund für die Verkennung mag einerseits das Alter des damals Sechsjährigen gewesen sein , anderseits der Umstand , dass die Familie ein assimiliertes Leben führte und sich nicht unmittelbar als jüdisch empfand . Über die Deportation der väterlichen Angehörigen wurde en famille ebenso wenig gesprochen wie über deren Erschiessung bei Maly Trostinez . Erst angesicht der Fotos von zum Strassenbürsten gedemütigten Juden wird sich der Erzähler des unüberbrückbaren Grabens ziwschen subjektiver Erinnerung und rationaler Kenntnisnahme bewusst .

Poetologisch entsteht dadurch - bei Abish nicht minder als bei Proust - “a persistant narrative instability” , Resultat einer “epistomological orientation marked by doubt and uncertainty”.

Womit Walter Abishs in buchstäblichem Sinne zu verstehende Weltliteratur - vermutlich sogar contre coeur und trotz einiger Features des amerikanischen Postmodernism - wiederum inmitten der Wiener Schule des Wahrnehmungs- und Sprachzweifels angelangt wäre .

Bleibt nur zu hoffen , dass Unternehmungen wie dieser feine Digest zur deutschen Neuausgabe von “Wie Deutsch Ist Es” führen . Es muss ja nicht unbedingt wieder bei Suhrkamp sein …

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PRÄSENTATION & DISKUSSION

Dieses und anderes zu diskutieren , mag heute abend Gelegenheit sein , wenn Herausgeber Robert Leucht dieses exzellent edierte ( genaue Bio- und Bibliographie ) und vielfältig inspirierende Buch präsentiert .

Mit Beiträgen von Jürgen Brôcan , Michael Krüger , Jürg Laederach , Robert Leucht , Stefanie Leuenberger , Sonja Osterwalder , Helmut Schödel , Janusz Semrau , Maarten van Delden , Walter Vogl , Paul West , Helmut Winter , Bio- und Bibliographie , in deutscher sowie in englischer Sprache -

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FURTHER READING

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KLANGAPPARAT

Einem neuen Sound- Überflieger gesteuert von Handen unseres Nachtflug- Piloten Tom Larson werden wir in|ad|ae|qu|at sicherlich nie die czz-hoerempfehlungLandeerlaubnis entziehen : Die gibt’s tax- und kerosinfrei im Abonnement bei Mixotic . Heute “Night Drive Music Labelmix Vol.2” . - Dank kraftvoll angedrehter Sequenzer- Propeller erhält sich die drängende Energie auch in den stilleren Schwebephasen . Gelegentliche Turbulenzen beim Spalten von Wolkenwänden sind ebenso systemisch wie die anschliessenden Klangfarb- und Harmonie- Lichtwechsel . Wählen Sie die Luftbrücke Ihres lustvollen Vertrauens . CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

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Preise und Wiedergänger : Hanser , Lovenberg , Mosebach



Le beaujolais nouveau est arrivé : SIE IST DA , die SHORTLIST zum Deutschen Buchpreis , jener 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestifteten Marketing- Maschine . Ausgezeichnet wird , laut Statut der “besten Roman deutscher Sprache“ .

czz lorbeerkranzDie zeitliche Staffelung in eine Longlist ( 20 ) , welche dann - 1 Monat vor der finalen Entscheidung und Preisverleihung zum Start der Frankfurter Buchmesse - zu einer Shortlist ( 6 ) eingedampft wird , garantiert den maximalen Stretch medialer Aufmerksamkeit . D-, Ö- und CH- Verlage dürfen je maximal zwei Titel auf den Wühltisch vorlegen einer jährlich aufdatierten Jury , komponiert aus Autoren ( 2 ) , Journalisten ( 4 ) und 1 “literarischen” Buchhändler.

Wie lautet sie nun , diese Shortlist in terms of Autoren , Titeln , Verlagen ? - La voilà :

  • Martin Mosebach , Der Mond und das Mädchen ( Hanser )
  • Julia Franck , Die Mittagsfrau ( S. Fischer)
  • Thomas Glavinic , Das bin doch ich ( Hanser )
  • Michael Köhlmeier , Abendland ( Hanser )
  • Katja Lange-Müller , Böse Schafe ( Kiepenheuer & Witsch )
  • Thomas von Steinaecker , Wallner beginnt zu fliegen ( FVA )

czz lorbeerkranz

Man mag sich - wie Ina Hartwig in der FR - über die qualitative Auswahl erregen . De gustibus usw . - Fällt aber Jemandem etwas im Formalen auf ?!

Richtig : Es befinden sich nicht weniger als drei Hanser- Titel in dieser Auswahl der Auswahl , macht also ( vgl. Statut ) die genehmigten 2 Titel pro Verlag + 1 . Der Mutmassung bleibt überlassen , wie hoch der Term “n” bei der Einreichung ( 2 + n ) seitens des Hanser- Verlags gewesen sein mag .

Weiters auffällig und mehr als peinlich plakativ das Shortlisting eines Autors , welcher ohnehin demnächst der Verleihung des Büchner- Preises entgegen blickt . Und welcher - seit Vorabdruck des oben genannten Titels in der FAZ + seit der Verkündigung des Büchner- Segens - unbezweifeltes Liebkind des deutschen Feuilletons ist .

czz lorbeerkranz Die FAZ hat - in geradezu anstössiger Treulosigkeit - ihre gesamte Batterie von Glaube- Liebe- Hoffnung umgepolt vom Jung- Konservativen Durs Grünbein zum Retro- Mytho- Ästheto- Konservativen Martin Mosebach . Am heutigen Tage macht sie sich prompt anstellig , von einer Lesung M.M.s in der New Yorker Church of Our Saviour zu berichten . Auf dem Programm stand - wen wundert’s - das frivole Plädoyer für die Rückkehr zur lateinischen Liturgie : “Die Häresie der Formlosigkeit” . - - - Sie fragen nach dem Verlag ? - Hanser , versteht sich .

3 x Hanser @ Shortlist , 1 x Hanser @ Büchnerpreis , 1 Büchnerpreis- Aspirant = 1/6 Shortlist für den Deutschen Buchpreis . Man bleibt also unter sich . In kleinem Kreise . Wie klein diese Kreise sind , gibt uns die auf SpOn plazierte Agenturmeldung zu verstehen :

Laut Nachrichtenagentur dpa sagte Jury-Sprecherin Felicitas von Lovenberg, dass die Jury sich “nach einer Sitzung voller Plädoyers, Liebeserklärungen und Leidenschaftsattacken” auf die sechs Finalisten geeinigt habe. “Wenn sieben Juroren aus zwanzig guten Büchern die sechs wichtigsten, aufregendsten und lohnendsten bestimmen sollen, kann es nicht bei jedem Titel Einmütigkeit geben”, sagte die Jurorin und Redakteurin der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” weiter.

czz lorbeerkranz Klingelt da nicht etwas ?

- War es nicht just Felicitas von Lovenberg , welche anlässlich der ( sonderbar verfrühten ) Zuerkennung des Bookaward 2007 den Aufstieg eines “Hanser way of life” verkündete ? Einer neuen , sinnlichen Lebens- Art an Stelle der alt- gestrengen “Suhrkamp culture” ? - Nun , in ihrer Rolle als Jurorin hat Frau Lovenberg offensichtlich ausgiebig diesem “Hanser way of life” gefröhnt . Vermutlich sehnt sie sich an jenen familiären Bücher- und Suppen- Tisch zurück , welchen sie im genannten Artikel gustierte :

Krüger hat sein Büro im ersten Stock. Der besteht im wesentlichen aus einem riesigen Bücherraum. In der Mitte steht ein großer Tisch, wo sich einige Mitarbeiter bei einem Teller Suppe unterhalten.

czz lorbeerkranz

Jetzt wären wir aber doch neugierig , wer noch an jenem Tische sass . Ich meine NICHT den Deutschen Mittagstisch im Hause Krüger , sondern den Poker Verhandlungstisch der Buchpreis- Jury . Nachdem sich die Webseite des Deutschen Buchpreises als per 2006 versteinert präsentiert und der Kooperationspartner Deutsche Welle auch nur mit der üblichen Pressemeldung aufwartet , werden wir endlich beim Börsenverein des deutschen Buchhandels fündig .

Da wären sie also , die Juroren ( m / f ) nach dem Schlüssel :

Autoren ( 2 )

  1. Karl-Markus Gauß ( Autor bei Zsolnay / Hanser )
  2. ???

Update , 17:04 , Lektor und Kritiker ( 1 )

  1. Christian Döring

Journalisten ( 4 )

  1. Felicitas von Lovenberg ( FAZ )
  2. Ijoma Mangold ( SZ )
  3. Mathias Schreiber ( SPIEGEL )
  4. Hajo Steinert ( Literaturchef DLF )

Literarischer Buchhändler ( 1 )

  1. Rudolf Müller (Müller & Böhm, Literaturhandlung im Heine Haus)

Fazit : Die Buch- Welt ist , was Hansers Fall ist . Oder : Sechs ( 6 ) Juroren suchen einen ( 1 ) Autor .

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Update , 17:04 : Und siehe da - via aktualisierter Webseite des Börsenvereins stossen wir neuerdings auf eine violette Werbefläche , welche uns direkt zur Extraseite pbp | Deutscher Buchpreis 2007 hinführt . Das Hanser- Hazard wird damit zwar um kein Jota geringer , immerhin lernen wir nun den bislang vermissten Juror Numero 7 kennen , den Suhrkamp- Lektor Christian Döring .

Entdecke erst jetzt Elmar Krekelers köstlichen Kommentar :

Die Chancen stehen 50:50, dass sich eine eherne Tradition fortsetzt und es am Ende ausgeht, wie’s in letzter Zeit halt ausgeht bei großen Literaturauszeichnungen: 72 Verlage streiten sich um einen Preis, und am Ende gewinnt immer Hanser.

Links

in|ad|ae|qu|at related

  • ad Bookaward 2007, . . . slippe slique . .
  • ad Mosebach , But till that morning |||

    Und jetzt ist aber wirklich höchste Zeit für ein paar Takte Musik . Morgengymnastik , resp. Entspannung . Nun sind wir - brav dem Countdown entlang - bei der abschliessendenczz hörempfehlung Folge unseres netlabel- Portraits von We love Minimal angelangt . Wer brav mitgehört hat , vermag die ästhetische Linie des Labels als klares und konsequentes Bekenntnis zu einer unprätentiösen Spielart des Minimal Tech zu erkennen : Mehr an patterns und percussiven Strukturen interessiert denn an Wohlfühl- Melodik , kippt man die Inhalte der alten Schubladen von “Simplizität” und “Subtilem” nonchalant aus und mischt die Karten ohne falsche Scham neu . - - - Vom Autor der Release 002 : Minimal Disorder können wir per myspace nur die Herkunft aus den Niederlanden und eine entzückende Rückenansicht eruieren . Minimal Mouse also bitte mal melden ! - Zu hören gibt es apartes Taschkern und Schackern , einen Traktor mit Abhub , Hybrid von Bagger und UFO . Kurz : ZEN oder die Kunst, Headbanging als Meditation zu zelebrieren . Click to Listen ( Four in One @ Archive.org ) :01: Underneath [10.18] | 02: Chronology [8.46 ] | 03: In between [9.56] | 04: Minidrum [7.57] |||

||| Finalemente der Absolute Beginner des Hamburger Freiheits- Labels : in|ad|ae|qu|at proudly presents We Love Minimal Releaseczz hörempfehlung 001 : GartenStadt von EinzahlPflege . Das HH- Kollektiv ( Scott Douglas , Pussy Palast , Madmans Run , Herr Kibinsko , Kim Bali , Max Mustermann ) weist eher auf ein weiteres netlabel denn auf eine “eigentliche” Band hin . Wer soll sich da noch auskennen ?! - - Das Motto “Der Weg zur Gartenstadt ist weit . Doch er lohnt sich“, ist nach Genuss der Klangblüten nur zu bestätigen . Allerdings finden sich nicht nur takt- ische Gänseblümchen auf der GartenStadt- Wiese … Pass’ auf ::: Da kommt schon eine grosse schwarze Spinne auf acht pelzigen Bass- Pfoten daher . Click to Listen ( Four in One @ Archive.org ) : 01: GartenStadt [8.03] | 02: KrabbelTier [7.53] | 03: LunaPark [4.13] |||

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