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		<title>Salon Littéraire &#124; Nationalfeiertag spezial : Christian Steinbacher : Entweichen</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 05:39:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Literatur @ in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text Salon Littéraire &#124; Nationalfeiertag spezial &#124; Christian Steinbacher : Entweichen , auf zum Feiertag &#8220;Oder kreuze das Zunge zeigende Äffchen auf dem Fresko an der Orgelempore der Pfarrkirche St. Michael in Litschau, der nördlichsten Stadt Österreichs, mit der Flagge jenes Landes...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text</p>
<p><strong>Salon Littéraire | Nationalfeiertag spezial | <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/christian-steinbacher/">Christian Steinbacher</a> :</strong></p>
<p><strong>Entweichen , auf zum Feiertag</strong></p>
<p><em>&#8220;Oder kreuze das Zunge zeigende Äffchen auf dem Fresko an der Orgelempore der Pfarrkirche St. Michael in Litschau, der nördlichsten Stadt Österreichs, mit der Flagge jenes Landes und denke ein wenig verspätet an in etwa Artmann etc.&#8221;, wäre da ebenso eine mögliche Aufforderung. Doch wie auch immer, die</em> <a href="http://www.maerz.at/m3cms/index.php?option=content&amp;task=category&amp;sectionid=4&amp;id=24&amp;Itemid=32"><em>Künstlervereinigung MAERZ</em></a> <em>in Linz hat Anfang dieses Jahres ihre Mitglieder um Beiträge zu einer</em> <a href="http://www.maerz.at/m3cms/index.php?option=content&amp;task=view&amp;id=250&amp;Itemid=2">Wasserfarbenbeherrschungsüberprüfungskaktion</a> <em>gebeten. Aufgabe war es, die österreichische Flagge mit Wasserfarben zu malen (so wie man es in der Volksschule einst gemacht hat; und in der Ausschreibung war u. a. auch davon die Rede, dass der exakte Farbton für das Rot der zivilen Zeichen &#8211; im Unterschied zu den militärischen Zeichen, also zum Rotton für die im Bundesministerium für Landesverteidigung verwendeten hoheitlichen Symbole =</em> Pantone 032 C -<em> im österreichischen Flaggengesetz keineswegs geregelt ist und so auch die zwei bevorzugten Flaggenfabriken unterschiedliche Rottöne verwenden). Auch ich als Autor habe mich dann vorerst brav im Aquarell versucht und ein Foto eines Äffchens mit herausgestreckter roter Zunge bemalt. Das Thema floss aber weiters in eine literarische Arbeit ein, und zwar in das nachfolgende Gedicht, welches in</em> in|ad|ae|qu|at <em>nun stilecht zum passenden</em> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalfeiertag_%28%C3%96sterreich%29"><em>Nationalfeiertag</em></a> <em>seine Veröffentlichung erfahren soll. Beigegeben bzw. nachgesetzt findet sich eine andere Lösung der Beflaggung &#8220;jenes&#8221; (Distanz sei da doch stets vonnöten, na klar!) Landes. Ja, diese Mode macht&#8217;s möglich: Man fühlt sich beinah zurückgesetzt wieder in die Zeit der eignen Geschlüpftheit? Wo dieses Foto aus 2008 geschossen wurde, geben wir zwar nicht preis, aber für &#8216;ne preislose Frage seien doch ein paar Angelpunkte gereicht: War es a) in Heidenreichstein, b) in Gmünd, c) in Langschlag (unweit davon es übrigens eine fantastische Schmetterlingsfarm gibt)?</em></p>
<p>MIT ZEDERN NICHT<br />
(Kein Kleckermaul)</p>
<p>Magenta für den Maki, ruft der Makler, aber<br />
voreilig greift der Frischling hin nur zu Zinnober,<br />
auch andres Rot hockt auf der Himmelspforte,<br />
mag auch Magenta unserm Auftrag nicht entsprechen,<br />
diesen Zinnober nehm ich besser wörtlich:</p>
<p>Geringe Festigkeit, ein unnötiger Aufwand,<br />
das wäre doch ganz gut in effizienzbestimmter Zeit.<br />
Ganz ohne feine Redensart reck raus die Zunge,<br />
die vielen Heidelbeeren taten ihre Wirkung,<br />
in voller Morgenröt&#8217; verarscht uns kein Mandrill.</p>
<p>Auf nach Malawi, Malcolm, mal dein Einmaleins<br />
dir aufs Lemurenmaul, von Streifen male zwei<br />
mir auf das weiße Banner meines Malefizspiels,<br />
hat sich der damals sonst noch ernstzunehmende Rainer<br />
geärgert, während Dieter Roth es hätt belustigt</p>
<p>dass sich der Affe plötzlich weigerte zu malen,<br />
schlag ich den Bauch mir voll auch ohne Pinsel.<br />
Schon trägt den Flop wer ab, und Schicht auf Schicht<br />
nimmt sich in Pflicht der Aff, steckt uns in allen Gliedern,<br />
will nicht mehr weiterwandern, buckelt, lässt</p>
<p>sich nieder an dem untern End&#8217; der wüsten Szene.<br />
&#8216;ne Zeder aber nicht bespielt dies rot Begrenzte.<br />
Kein kunterbunter Muezzin, wer übermal<br />
unter solch Orgeln die Emporen, wer Epochenschwellen?<br />
Erst später hätt man Schellen ihm dazugedichtet.</p>
<p>Noch ist kein Narr er, auch nicht allzumenschlich,<br />
ist diabolisch nur, Symbol der Lüsternheit,<br />
hängt raus die Zung ihm fest wie &#8216;nem Chow-Chow,<br />
nicht unbedingt der beste Einstieg ins Gewerbe<br />
der Sippschaft eines Tunkens oder Färbens.</p>
<p>Fein wortlos und fein unsinnig, wie Matjes,<br />
M. M. heißt ja nicht immer Marilyn, spielt auf<br />
jetzt hier Max Mustermann, bald liest Michèle Métail<br />
in diesem Raum, zück ich Maria-Moser-Rot,<br />
wer aller will denn noch an dir sein Mütchen kühlen,</p>
<p>oder an Lilien aus Lincolnshire,<br />
an Lindenblütentee aus Lindau-Ost,<br />
Lakritzen von Lacoste, pfui Teufel, wie<br />
kommt so ein Lungenflügel denn bis Lullaby,<br />
Litschi aus Litschau passt als Bild nur wenig.</p>
<p>Malteser aus Malawi wäre mehr verwerflich,<br />
da sagst du Ciao, ich litt es wohl, jedoch Liwanzen,<br />
die kommen wirklich aus der Gegend dort<br />
rund um ein Litschau, da, Malewitsch fährt einstweilen<br />
auf, hin, nach Mali, wo er sich &#8216;nen Fratzen-Maki holt,</p>
<p>doch das Tutu, das die heut wieder austrägt,<br />
greift sich nicht nur Zinnober, greift auch Holler,<br />
läuft in die Büsche, wo Herr Wilhelm bockt und ruft:<br />
&#8220;Fipps sehnt sich förmlich nach bösen Streichen.<br />
Sein Plan steht fest. Er will entweichen.&#8221;</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/flagge_copyright_christian_steinbacher.png" alt="FLAGGE_copyright_Christian_Steinbacher" hspace="2" vspace="2" width="450" height="338" /></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/christian-steinbacher/">Christian Steinbacher</a></strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/christian-steinbacher-gelegenheitsgedicht-fur-wendenachte/">Gelegenheitsgedicht für Wendenächte</a></li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/christian-steinbacher-von-den-dingen/">VON DEN DINGEN zum Ersten oder Der Himmel voller Post-its</a></li>
</ul>
<p><strong>|||</strong></p>

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		<title>Vom Glück im Ephemeren &#124; Erinnerungsorte jenseits von Monument und Nostalgie</title>
		<link>http://www.zintzen.org/2009/09/24/vom-glueck-im-ephemeren-erinnerungsorte/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 07:48:57 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p align="right"><a href="http://www.zintzen.org/echt-welt-texte/">| echt welt texte |</a></p>
<p align="right"><a href="http://www.zintzen.org/espace-d-essays/">| espace d&#8217;essays |</a></p>
<p><strong>|||</strong> NOSTALGIE | LIEU DE MÉMOIRE | POPULARKULTUR | DAS EPHEMERE | IN BEWEGUNG | FOTOGRAFIE | ARCHITEKTUR | AUF DEN <em>ZWEITEN</em> BLICK</p>
<p><strong>Vom Glück im Ephemeren | Erinnerungsorte jenseits von Monument und Nostalgie</strong></p>
<p align="right">Bilder : <em>Renaturalisiertes Drive- In- Kino bei <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bristow,_Oklahoma">Bristow</a> , Oklahioma</em></p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-8.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="361" /></p>
<p>( czz ) Glück, sagt Adorno, sei ein Zustand, den man erst vergegenwärtigt, wenn man ihn verlassen hat. &#8220;Darum aber kann kein Glücklicher je wissen, dass er es ist.&#8221; Wollen wir uns auf eine Reise ins ephemere Erinnern begeben, so könnten wir einiges mit dem erst unbewussten, nachher als solches erinnerten Glücksgefühls zu tun bekommen. Wenn sich jedoch ein bewusstes Glück nur im Nach-Träglichen &#8211; also im Erinnern &#8211; ereignen kann, dann bedeutet sich allerdings nicht, daß <em>jedes</em> Vor-Gängige, alles Historische, automatisch ein &#8220;Glück&#8221; gewesen sein muss.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-1.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="361" /></p>
<p><strong>NOSTALGIE</strong></p>
<p>Genau dies behauptet, wenn auch in hochselektiver Form, das Dispositiv der Nostalgie. Der kulturkritische Impuls zum Lob vergangener Zeiten ( <em>laus temporis acti</em> ) ist die Wurzel, welche die Triebe sentimentalischer Verklärung austreibt. Voraussetzung jeder nostalgischen Nobilitierungs-Anstregnung ist allerdings, dass das Objekt der Begierde klar und deutlich <em>vergangen</em> &#8211; also abwesend &#8211; ist. Seine Wiedererweckung &#8211; im Sinne des &#8220;<em>Revivals</em>&#8221; oder der Neuauflage ( beispielsweise in den &#8220;<em>vintage</em>&#8220;- oder &#8220;<em>classic</em>-&#8221;Produktlinien ) ist stets eine selektive. <em>Will meinen</em> , sie blendet den ursprünglichen Zeitkontext &#8211; und mit ihm die funktionale und symbolische Komplexität des betreffenden Objekts &#8211; aus: Die Dampflokomotive fährt heute nur sonntags und lässt bei der Ausflugstour durch landschaftlich attraktive Kulissen vergessen, welche Schmierage und welchen Dreck eine längere Eisenbahnreise einst verursacht hat. Das nostalgische Begehren funktioniert damit wie die Mode, welche gefilterte Features aus diversen Ethno- und Soziokulturen adaptiert: die Piercings sind ihres rituellen Hintergrundes ebenso entschlagen wie der Ghetto-Schlabber-Look den schwarzen Hungerleider abgeschüttelt hat.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-4.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="339" /></p>
<p><strong>LIEU DE MÉMOIRE</strong></p>
<p>Mit dem Erinnerungsort, dem &#8220;<em>Lieu de Mémoire</em>&#8221; ( Pierre Nora ), bietet sich ein Denkmodell an, welches einerseits der Nostalgie und andererseits der traditionellen Denkmalkultur eine produktive Alternative zur Seite stellt. Wie ein Bernstein die Fliege, so schliesst die Nostalgie ein angeblich Kostbares ein. Das Eingeschlossene bleibt dabei preziös und statisch: &#8220;<em>Seht mich an !</em>&#8220;, heisst fortan sein Appell, &#8220;<em>wie schön und wie kostbar ich bin !</em> &#8220;.</p>
<p>&#8220;<em>Denk Mal !</em> &#8221; spricht indes auch das aus Marmor, Stein und Eisen errichtete Monument. Dabei fordert es uns ab, nicht <em>irgendetwas</em> &#8220;<em>mal</em> zu denken&#8221;, sondern es nimmt uns für einen spezifischen Gedanken in die Pflicht. Ex Cathedra &#8211; nicht selten in ehernen Lettern von erhöht platzierten Schrifttafeln herab &#8211; spricht hier der Kanon zu uns: von gestern nach heute bis in alle Ewigkeit. Die Nostalgie und das Monument repräsentieren also statische Szenarien der Memorialkultur, welche nicht zufällig dem Grab, dem Schrein und dem religiösen Andachtsort nachgebildet sind. Das säkulare Monument, das triviale Nostalgie- Kultobjekt ( Sisis kandierte Veilchen beim <em>Demel</em> ) leitet den sakralen Schauder auf die Werte von Heimat, Nation oder auf die Fiktion &#8220;authentischer Teilhabe&#8221; um. So gesehen, liegt das touristische <em>Souvenir</em> ( die Wanderplakette, das Lourdeswasser oder das Schlacht-Abzeichen beim Militär ) genau in der Mitte zwischen Monument und Nostalgie. Als portables Trivialobjekt könne es allerdings bereits in Richtung des Ephemeren weisen.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-5.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="339" /></p>
<p><strong>POPULARKULTUR</strong></p>
<p>Seinem buchstäblichen und metaphorischen Namen nach behauptet der &#8220;<em>Lieu de Mémoire</em>&#8221; ( Erinnerungs-, bzw. Gedächtnisort ) zugleich ein Hier-Gewesen-Sein und aktuelle Präsenz. Anders als beim Monument und anders als beim nostalgischen Objekt sind seine symbolischen Zuschreibungen jedoch nicht statisch. Zwar bezieht sich auch der &#8220;<em>Lieu de Mémoire</em>&#8221; als Kristallisationspunkt materieller, symbolischer oder funktionaler Semantik ( Jörn Rüsen ) auf ein gewisses Werte-, Erfahrungs- oder Zeitgenossen-Kollektiv, doch friert dieser Topos keine statische Aussage ( message ) ein. Im Idealfall ist der &#8220;<em>Lieu de Mémoire</em>&#8221; also ein fester Signifikant, dessen Signifikate in ständiger Metamorphose begriffen sind. Der &#8220;<em>Gedächtnisort</em>&#8221; erweist sich mithin als so stark, dass er nicht nur immer wieder neue Bedeutungs-Einschreibungen herausfordert, sondern, dass er, darüber hinaus, das auf ihm anwachsende Palimpsest auch gewissermaßen zu er-tragen vermag. Damit wird, &#8211; ob gewollt oder unbeabsichtigt -der &#8220;<em>Gedächtnisort</em> &#8221; wiederum zu einem <em>auratischen</em> und quasi- sakralen Ort: Immerhin eignet ihm per definitionem die Kraft, eine Gedächtnis-Gemeinschaft vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Partikularisierung zu versammeln.</p>
<p>Solche Momente von Sakralisierung und Kanonisierung hat die Rezeption der von Etienne François und Hagen Schulze im C. H. Beck-Verlag herausgegebenen dreibändigen Zusammenstellung &#8220;<a href="http://www.perlentaucher.de/buch/5559.html"><em>Deutscher Erinnerungsorte</em></a> &#8221; mehrfach moniert: Nicht wenige Rezensenten bestätigen den Verdacht, dass es hier &#8211; speziell auch im Hinblick auf das West- Ost- Gefälle &#8211; um nichts anderes geht als um die ( Re- ) Etablierung eines deutschen Kanons <em>tout court</em>. Werte und Worte der &#8220;<em>Leitkultur</em>&#8220;-Debatte klangen noch allzu rezent im Ohr. Wo sich die monumentale Sammlung als Zusammenstellung von Fallstudien versteht, zielt sie bei Lichte besehen auf die Herstellung eines Common Sense ab: Das Brevier der Beispiele wird damit zum Lehrbuch für den Bundesrepublikaner des dritten Jahrtausends: &#8220;<em>Lern&#8217; nicht die Sprache nur, sondern übe auch unsere Erinnerung ein !</em> &#8220;, &#8220;<em>Denk</em> also <em>mal</em> und denke <em>konform</em>!&#8221;</p>
<p>Was tun bei so viel <em>Common Sense</em> ?! &#8211; Den <em>Sub</em>kulturen die Last seiner Unterwanderung aufbürden ? &#8211; Die öffentlichen Räume also wieder als &#8220;<em>Nicht-Orte</em> &#8221; ( Marc Augé ) definieren, welche vom <em>Sub</em>jekt, oder von einer <em>Sub</em>kultur potentiell dissent angeeignet werden können ? Etwa durch die &#8220;<em>sub</em>versive&#8221; Nutzung und Deutung vorhandener Zeichen ?</p>
<p>Was für die widersetzliche Decordierung der fremd- encodierten Zeichen ( Stewart Hall ) der Gegenwart zutreffen mag, gilt nicht notwendig auch für die Erinnerung. Auch die Popularkultur setzt und liest ihre Denkmäler nach einem gruppenspezifisch streng festgelegten Sinn: Das Hip- Hop- Sgraffito am Sockel des Schillerdenkmals reagiert auf eine gegebene Erinnerung ( ein <em>Datum</em> ) mit einer Überschreibung, also einer weiteren, &#8220;<em>Denk mal !</em> &#8220;- gebietenden Signatur.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-7.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="339" /></p>
<p><strong>DAS EPHEMERE</strong></p>
<p>Mit dem Begriff des Zeichens und der Popularkultur gelangen wir in jenen Bereich, in welchem sich &#8220;<em>ephemeres Erinnern</em>&#8221; &#8211; salopp gesagt. der &#8220;<em>Ephemerismus</em>&#8221; &#8211; situiert. Da sich die Rede vom &#8220;<em>Gedächtnisort</em>&#8221; vom Bild des konkreten historischen Ortes abgeleitet hat, haften noch dem symbolischen &#8220;<em>Mnemotopos</em>&#8221; die Eigenschaften einer wie auch immer stabilen Entität an. Das Erinnern von solchen gegenständlichen, stabilen und handgreiflichen Manifestationen zu lösen: Dahin zielt die Provokation des Konzeptes der &#8220;<em>ephemeren Erinnerung</em> &#8220;.</p>
<p>These ist: Auch das Flüchtige, das Kurzlebige und Aufzehrbare, das dem Verschwinden Geweihte kann Trägerobjekt oder Reizauslöser von Erinnerungen sein. Die Frage nach diesen Erinnerungen wird sich &#8211; im Gegensatz zum Denkmal und in Differenz zum &#8220;<em>Lieu de Mémoire</em>&#8221; &#8211; nicht nur mit dem &#8220;<em>Was</em>&#8220;, dem &#8220;<em>Wo</em>&#8221; und dem &#8220;<em>Wie</em>&#8221; der Erinnerung zu beschäftigen haben. Im Gegenteil wird sich die Jagd nach der Erinnerung im Ephemeren zunächst einmal die Frage stellen müssen, &#8220;<em>wie und auf welche Weise</em> &#8221; der ephemere Objektträger buchstäblich <em>festgehalten</em>, <em>festgestellt</em> werden kann.</p>
<p>Aus dem Griechischen kommend, wo &#8220;εφήμερος&#8221; das nur auf einen Tag Bezogene, Vergängliche meint &#8211; allerdings auch das spezifische &#8220;<em>Tag für Tag</em>&#8221; -, hat der Wortstamm des Ephemeren Zweige in mehrere Disziplinen gereckt: Was als <em>Ephemerídes</em> die Tagebuchliteratur meint, figuriert zoologisch mit der Gattung der <em>Eintagsfliegen</em> und markiert eine astronomische Position. Die Kulturwissenschaften siedeln das Ephemere in der Alltagsgeschichte an und setzen es in Kontrast zur offiziellen und &#8220;grossen&#8221; Historie.</p>
<p>Dies gilt dort umso mehr, wo man den Akzent auf die &#8220;Vergänglichkeit&#8221; des Ephemeren lenkt: Geschmack und Geruch senken &#8211; ebenso wie taktile, motorische und akustische  &#8211; Sinnesdaten Erfahrungen ( <em>Spuren</em> ) in unsere Körper ein und damit ein ( unbewusstes ) Erinnerungsreservoir. <em>So und nur so</em> war das Fahrgefühl im Doppeldecker der Wiener Autobuslinie 13 A, <em>so und nur so</em> haben die Kennmelodien im Radio geklungen, welche den Übertritt in einen spezifischen radiophonen Raum markierten. <em>So und nur so</em> sind manche Strassenzüge ebenso an ihrem Geruch zu erkennen wie die beduftete Bedürfnisanstalt.<br />
Das sensuelle Erinnern ist der intelligenten Erinnerungsarbeit komplementär und modelliert emotionale Räume um das bewusste Datenmaterial. Als unwillkürliche Wiedergänger ( die Proustschen &#8220;<em>mémoires involontaires</em>&#8221; ) brechen sich solche subkutanen Erinnerungen in jenem Moment plötzlich Bahn, in welchem wir ein bestimmtes Geräusch, einen bestimmten Geruch oder eine bestimmte Geschmacksvalenz wiederfinden. Es ist freilich nicht <em>jeder</em> eine Proustsche Natur und begibt sich nach dem Biss in eine Madeleine auf eine mehrtausendseitige &#8220;<em>Suche nach der verlorenen Zeit</em> &#8220;.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-2.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="361" /></p>
<p><strong>IN BEWEGUNG</strong></p>
<p>Als Phänomen in Bewegung verortet sich das Ephemere entlang von drei Koordinaten: Erstens auf der Koordinate des <em>Objektes</em>, der <em>Praxis</em>, also des &#8220;Erinnerungsträgers&#8221;. Zum Zweiten auf der Koordinate des <em>Wahrnehmungs</em> -Fokus und drittens auf der Koordinate der <em>Zeit</em> und ihrem Vergehen: Wo das Denkmal <em>historisch</em>, wo der &#8220;<em>Lieu de Mémoire</em> &#8221; <em>transhistorisch</em> sind, eignet dem Ephemeren der Charakter der <em>Transition</em> ( des <em>Tranitorischen</em>).</p>
<p>Alltagsdinge gelten als ephemer, weil sie als &#8220;<em>trivial</em> &#8221; wahrgenommen werden. Sie sind insoferne eine Frage der Wahrnehmungs<em>weise</em>, als man ihnen keine ( oder nur höchst selten ) bemerkenswerte ästhetische und symbolische Qualitäten zugesteht: Dies gilt für Bahnhöfe ebenso wie für Fahrkartenschalter oder für Urinoirs.</p>
<p>Wie fragil dieses Ephemere in dieser seiner Eigenschaft ist, erweist sich, wenn mit der bewussten Veränderung der Wahrnehmungsweise eine Veränderung der <em>Bewertung</em> vorgenommen wird. Mit dem Akt der Auswahl, ja schon mit der bewussten Fokussierung eines solchen Objekts tritt das bis anhin Ephemere aus der &#8220;gleichschwebenden&#8221; Kontingenz des Alltäglichen heraus: Aus dem Urinoir wird eine &#8220;<em>Fountain</em>&#8221; ( Marcel Duchamp ) und damit das Ephemere zum Kunstwerk, also zu einem ästhetisch und symbolisch als relevant bewerteten Objekt. Ähnliches trifft auch auf &#8220;historische Objekte&#8221; zu: &#8220;<em>Wagners Taktstock</em>&#8221; oder &#8220;<em>Hölderlins Brille</em> &#8221; sind zweifellos als Gebrauchsgegenstände ephemer, durch die &#8220;Berührungsmagie&#8221; der historischen Eignerschaft indes rücken sie vom Rand in das Zentrum der Wahrnehmung.</p>
<p>Dieses Umspringspiel des Ephemeren &#8211; es ist immer dort, wo man gerade <em>nicht</em> hinsieht &#8211; erweist sich auch am Beispiel von Film und Fotografie. Die Fotografie hält einen, <em>irgend</em>einen Moment aus dem Strom der Zeit fest. Indem sie ihn aber <em>fest</em>hält und <em>entwickelt</em> materialisiert, hat sie den Gegenstand &#8211; siehe Duchamp &#8211; bereits hervorgehoben und damit einer neuen Bewertung zugeführt. Was niemand bislang bemerkt oder beachtet hätte, rückt durch den &#8220;<em>Kairos</em>&#8221; oder die Kompsitionskunst der Fotografie mitten hinein in den Blick. Noch die Abbildung einer zerknautschten Coladose auf dem Pflaster wird damit ein <em>Non- Ephemerum</em> .</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-3.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="361" /></p>
<p><strong>FOTOGRAFIE</strong></p>
<p>Als Medium historischer Überlieferung indes erzählt die Fotografie dort die Geschichten vom Ephemeren, wo sie auch Informationen erhält, welche nicht direkt im Zentrum des Gestaltungswillens des Fotografen standen. <em>An ihren Rändern</em> finden wir Nachrichten über ( historische)  Ephemera. So wäre das Ansinnen denkbar, kleinbürgerliche Wohnrealität um 1900 zu rekonstruieren, indem man nach &#8220;beiläufig&#8221; aufgezeichneten Möbeln auf polizeilichen Tatort- Fotografien sucht. Ja , Sie vermuten richtig: Es geht um die Stuhlbeine und Bettgestelle rund um die Leich&#8217;.</p>
<p>Das würde bedeuten: Das Ephemere endet dort, wo man sich bewusst mit ihm befasst: Das Bemerken, das Innewerden, das Dokumentieren und Kommunizieren modifiziert seine Wahrnehmung, seine Bewertung und seine Bedeutungshaltigkeit.</p>
<p>Nach den Kategorien von &#8220;Fokus&#8221; und &#8220;Wahrnehmung&#8221; wäre auch das Moment der &#8220;<em>Dauer</em>&#8221; zu diskutieren. So wäre beispielsweise nicht jede transitorische Architektur notwendig ein Ephemerum. Zwar wurden die Festarchitekturen der italienischen Renaissance oder die Triumphbögen beim <em>&#8220;Makart&#8221;-Festzug</em> 1879 vorsätzlich als temporäre Bauten errichtet: Der &#8220;<em>Lichtdom</em>&#8221; der Nürnberger NS-Parteitage oder die zur Erinnerung an den 11. September am New Yorker &#8220;<em>Ground Zero</em>&#8221; errichtete Lichtskulptur &#8220;<em>Tribute in Light</em> &#8221; fügen der geplanten Vergänglichkeit noch das Moment des Immateriellen hinzu. Hinsichtlich der Wahrnehmungsweise, des Fokus und der Wertung stellen diese Architekturen allerdings nichts <em>weniger</em> als Ephemera dar: Als Spektakel beanspruchen sie absolute Zentralperspektive, fordern sie höchste Aufmerksamkeit und liefern damit zugleich die positive Wertung ihrer &#8220;Bedeutsamkeit&#8221; mit. Wo hingegen das Zelt über dem Künettengraben ebenso eine temporäre Architektur darstellt, bleibt sie der Wahrnehmung wie der Bewertung randständig und damit &#8211; ephemer.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen-6.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="339" /></p>
<p><strong>ARCHITEKTUR</strong></p>
<p>Wie aber verhält es sich mit Gebäuden, welche für die Dauer erbaut worden sind, dann jedoch abgebrochen wurden ? Können sie noch Raum für ephemeres Erinnern bieten und &#8211; in ihrer Abwesenheit &#8211; Erinnerungsspuren speichern?</p>
<p>Der im April 2002 geschleifte &#8220;<em>Kaipalast</em> &#8221; in Wien &#8211; als früher Stahlbetonbau eines &#8220;der interessantesten Beispiele der Wiener Architektur der Jahrhundertwende&#8221; ( Friedrich Achleitner ) &#8211; etwa ist erst <em>durch</em> die Ankündigung, den Vollzug und die Dokumentation seiner Zerstörung in das Bewusstsein einer grösseren Öffentlichkeit gerückt: Das heisst, es kreuzen einander hier die Bedeutungen von &#8220;ephemer&#8221; im Sinne von &#8220;Randwahrnehmung&#8221; und &#8220;ephemer&#8221; in der Bedeutung &#8220;temporär&#8221;. Ein Wahrnehmungs-Ephemerum erwirbt plötzlich die Attribute eines temporalen Ephemerums, wird jedoch &#8211; mit dem Aufmerken eines Kollektivs &#8211; sofort wieder mit einer nicht- ephemeren Bedeutung aufgeladen. Genau genommen, ist eigentlicher Erinnerungsträger jetzt die <em>Baulücke</em> und nicht ( mehr ) der &#8220;Kaipalast&#8221; selbst. Die Leerstelle wird damit zur <em>tabula rasa</em>, auf welcher sich ephemeres Erinnern einschreiben mag.</p>
<p>Es liesse sich wohl Tzvetan Todorovs auf die kolonialistische Ethnographie gemünztes Diktum vom &#8220;<em>todbringenden Verstehen</em> &#8221; auch auf das Ephemere anwenden: Die Beschäftigung mit ihm löscht es in seinem ursprünglichen Sinne aus. Wo das Ephemere als solches mit seiner bewussten Wahrnehmung untergeht, dort ereignet sich das ephemere Erinnern <em>anlässlich</em> der Dokumentation. Die bildenden Künste &#8211; erinnert sei an die Verpackungs-Installationen Christos oder an die Schneeskulptur &#8211; beuten dieses Kipp- Phänomen listig aus: Zunächst führen sie &#8211; mit dem konkreten, dem temporären, dem ephemeren Objekt &#8211; das traditionelle Kunstwollen nach Dauer und Monumentalität zwar <em>ad absurdum</em> , sichern es gleichzeitig jedoch &#8220;für die Ewigkeit&#8221; ( oder den Werkkatalog ) qua Dokumentation ab.</p>
<p>|||</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2009/09/bristow-ok-drive-in-kino_copyright_christiane_zintzen.png" alt="Bristow-OK-Drive-In-Kino_Copyright_Christiane_Zintzen" hspace="2" vspace="2" width="450" height="361" /></p>
<p><strong>AUF DEN <em>ZWEITEN</em> BLICK</strong></p>
<p>Wollen wir uns also dem ephemeren Erinnern zuwenden, so begegnet uns stets seine im Dokument hinterlassene <em>Spur</em>. Die Kunst und die Herausforderung, welche uns eine Anamnese solcher Erinnerungen abverlangt, besteht in einem Zwei- Stufen- Programm: Einerseits geht es darum, aufgrund einer ephemeren, &#8220;<em>aus dem Augenwinkel</em>&#8221; erfolgten Wahrnehmung eine Frage zu formulieren. Zum andern, in einem zweiten Schritt, muss ein geeignetes Dokumentenmaterial zur Beantwortung der Frage gesucht und aufgefunden werden. Auf das oben angeführte Fallbeispiel angewandt: &#8220;<em>Inwiewei</em>t&#8221;, lautet die Frage, &#8220;<em>inwieweit lässt sich kleinbürgerliche oder proletarische Wohnrealität im Wien des frühen 20. Jahrhunderts rekonstruieren ?</em> &#8221; &#8211; Wo der Blick in die Reklamekataloge der noblen Anbieter wenig zum Wissen über proletarische Einrichtungen beizutragen vermag, dort sprechen die Möbelspuren in den Zufalls- Szenarien der Tatort-Aufnahmen eine ungeschönte Sprache.</p>
<p>Die Faszination des &#8220;<em>Ephemerismus</em> &#8221; bestünde also einerseits darin, eine zunächst beiläufige Wahrnehmung, eine <em>randständige</em> Erscheinung, bewusst werden und zu einer Fragestellung reifen zu lassen. Dazu bedarf es einer mindestens so großen Originalität seitens des Forschers wie für den zweiten Schritt: das Aufspüren des geeigneten Quellenmaterials. In dieser Originalität, in dieser Mischung aus dem Kaum- Wahrnehmen und Verschwinden- Sehen, letztlich in seiner paradoxen Gestalt, könnte der Ansatz eines <em>ephemeren Erinnerns</em> eine dynamische Alternative zum fest gefügten Monument gleichwie zum erstarrenden Gedächtnisort sein.</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><a href="http://www.zintzen.org/zur-kultur/vom-glueck-im-ephemeren-erinnerungsorte/"><strong>Quelle</strong></a></p>
<p><strong>|||</strong></p>

]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Salon Littéraire &#124; Nele Hempel-Lamer &amp; Margret Kreidl : Performing Violence &#8211; Dankbare Frauen &#124; Grateful Women</title>
		<link>http://www.zintzen.org/2008/09/14/salon-litteraire-nele-hempel-lamer-margret-kreidl-performing-violence/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Sep 2008 02:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Literatur @ in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text Salon Littéraire I. Nele Hempel-Lamer : Performing Violence &#8211; Women as Victims and Perpetrators of Violence in Margret Kreidl&#8217;s Works II. Margret Kreidl : Dankbare Frauen &#124; Grateful Women [ Barbara Kruger : Untitled - Your Body is a Battleground ,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="right">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text</p>
<p><strong>Salon Littéraire </strong></p>
<p><strong>I. Nele Hempel-Lamer : Performing Violence &#8211; </strong><strong>Women as Victims and Perpetrators of Violence in Margret Kreidl&#8217;s Works</strong></p>
<p><strong>II. Margret Kreidl : Dankbare Frauen | Grateful Women</strong></p>
<p align="right">
<p><strong><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/09/barbara-kruger-untitled-your-body-is-a-battleground-1989.jpg" alt="Barbara Kruger Untitled Your Body is a Battleground 1989" hspace="2" vspace="2" width="225" height="240" /></strong></p>
<p align="right">[ <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Barbara_Kruger">Barbara Kruger</a> : <em><a href="http://www.eng.fju.edu.tw/Literary_Criticism/feminism/kruger/kruger.htm">Untitled</a></em> - <em>Your Body is a Battleground</em> , 1989 ]</p>
<p><strong>I. Nele Hempel-Lamer : Performing Violence &#8211; </strong><strong>Women as Victims and Perpetrators of Violence in Margret Kreidl&#8217;s Works</strong></p>
<p><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/margret-kreidl/">Margret Kreidl</a>, born in 1964 in Salzburg and currently living in Vienna as a freelance writer, has made a name for herself as a &#8220;sprachspielerisch-witzige wie phantasievoll-radikale Autorin&#8221;[1]. Kreidl&#8217;s signature texts defy genre boundaries: Her dramatic works are too short to be called &#8220;plays&#8221; and her stylized prose miniatures are too lyrical and sound-conscious to qualify &#8220;merely&#8221; as prose. Regardless of their classification, all of Kreidl&#8217;s texts are ludic literary vignettes that demand to be performed or, at least, read out loud. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Menasse">Robert Menasse</a> suggests that it is Kreidl&#8217;s <em>language</em> that creates the stage and performs itself:</p>
<blockquote><p>Der Raum, der sich zwischen den Bedeutungen auftut, ist die Bühne, auf der Margret Kreidl Szenen inszeniert. (…) Es kommen nicht Menschen auf die Bühne, die Sätze fallen lassen, sondern es kommen Sätze auf die Bühne, die Menschen fallen lassen. (123) [2]</p></blockquote>
<p>One of Kreidl&#8217;s main poetic principles is expressed in the reflections on her aesthetics <em>Der Satz und die Seite. Selbstgespräch, 25. 12. 2001</em>:</p>
<blockquote><p>Das ist programmatisch für mein Schreiben: etwas zusammensetzen, aus Teilen zusammensetzen. &#8216;In allen Einzelheiten&#8217;: Das verspricht alles! (235) [3]</p></blockquote>
<p>|||</p>
<p>DISSECTING AND REASSEMBLING</p>
<p>In this respect, dissecting and reassembling &#8220;authentic language&#8221; has become one of her trade marks.  Much of the &#8220;found footage&#8221; Kreidl utilizes for her texts stems from product catalogs, ranging from mail-order clothing stores to sex toys. Taking this language of advertising and assembling it to new meaning suggests that Kreidl&#8217;s characters have been robbed of their own language and voice by their subjugation to consumerism. I will now demonstrate this effect in a selection of Margret Kreidl&#8217;s writings.</p>
<p>In the text &#8220;Einkaufsparadies,&#8221; published in her 2003 collection <em><a href="http://www.korrespondenzen.at/Titel.html">Laute Paare. Szenen Bilder Listen</a></em> [4], a woman named Tina is depicted in a clothing store. Tina&#8217;s perception is hijacked by the language of women&#8217;s fashion catalogs:</p>
<blockquote><p>Crashrock softe Viskose Nylonstretchhose. Ob das passt? / Mit Miederhose wie angegossen. Tina stolz: Toll! Taftfaltenrock / Lammnappatop. Poppig! Top! Schlaghose mit Rosenmuster / und Crashbluse puderrosa. Oder Bluse burgunder? Super! / Nappapullunder? Cool! Russenbluse mit Tulpendruck. Tina mag / rustikale Sachen. Strickjacke mit Rüschenkante Strasssandalen. (62)</p></blockquote>
<p>While many of the outfits delight her (&#8220;Fesch!&#8221; &#8211; &#8220;Toll!&#8221; &#8211; &#8220;Super!&#8221; &#8211; &#8220;Femme fatale!&#8221; &#8211; &#8220;Kess!&#8221;), the last one in the text, accompanied by &#8220;High Heels mit Fesselriemchen&#8221;, fittingly echoes the &#8220;au!&#8221;-sound of pain: &#8220;Schlauchkleid mit Bauchschlitz?&#8221; This is actually followed by a skeptical question mark, and the text concludes with a cry for help: &#8220;Hilfe!&#8221;</p>
<p>|||</p>
<p>CAPITALIST BODY POLITICS</p>
<p>The &#8220;Einkaufparadies&#8221; is, in truth, a capitalist nightmare in which women and their bodies are trapped in their voluntary submission to the beauty imperative. Kreidl&#8217;s poetics of collecting, dissecting, and reassembling of advertising material creates fragmentary characters with commercially-infused personas that lack identity and wholeness.</p>
<p>Her depiction of women and their bodies thus ties into the theoretical discourse of gender and body politics. It becomes clear that female beauty (&#8220;perfected&#8221; by cosmetic surgery and the fashion industry) as well as female sexuality are colonized by the women&#8217;s internalization of the male gaze and the body as object, rather than subject, of sexual desire. The pressure to normalize by consuming is, in effect, a form of violence that begets violence in return. By staging the violence, Kreidl creates an opportunity to re-examine the intricate network of suggestive consumer culture, which creates ever so many more voids than it fills.</p>
<p>Female beauty is a primary concern in many societies, and Margret Kreidl situates her 1996 text <em><a href="http://www.wieser-verlag.com/Gesamt/Das_erste_Buch/Ich_bin_eine-Dateien/Ich_bin_eine.htm">Tragödie, blond</a></em> [5] in the debate over body image and consumerism. In this barely 20 page-long piece, the four main characters are women whose two-syllabic names all end in &#8220;a&#8221; and strongly remind us of the titles of German women&#8217;s magazines (Sandra, Petra, Tina, Cora). A different shade of blond, the color of their hair is as different an yet similar as their names:</p>
<blockquote><p>Sandra, aschblond; Petra, lichtblond; Tina, platinblond; and Cora, goldblond (86).</p></blockquote>
<p>In addition, there are also eight unnamed and just generically blond women, <em>Damen 1 bis 8</em>. The set is minimal, a hint of living room with a bar, most importantly, a full-body mirror and a wide array of cosmetic accessories: brushes, combs, lip sticks, lotion containers, etc. The title <em>Tragödie, blond</em> presents us with a humorous oxymoron. While the comma separates the noun from the adjective, our first impression is still that a tragedy &#8211; were it blond &#8211; could not possibly be a real tragedy because it would seem to lack the substance that the stuff of tragedy is made of. Even if blonde-jokes are not part of Austrian culture, the lightness of the color blond still defies the darkness of tragedy. However, it becomes quite clear throughout the play that the eagerness of the women to fit a certain mold of what is beautiful and therefore sexy and desirable does indeed have something tragic about it and therefore the title may not be contradictory at all.</p>
<p>|||</p>
<p>BEAUTY IMPERATIVE</p>
<p>It is interesting to note that the generic, no-name blondes in <em>Tragödie, blond</em> all portray a working woman image: whenever they enter on stage, they put down a briefcase, and while working is never explicitly discussed in the play, several of the women actually exit to the noise of a type writer, which suggests their occupation as the stereotypical administrative assistant, formerly known as secretary. The nameless, generically blond women all, except for one, follow the same ritual: They enter, put down their briefcase, and carefully arrange their clothes and hair in front of the full-body mirror. They are present on stage for a short time, then depart with their only line:</p>
<blockquote><p>Er ruft mich morgen an. (93, 96, 100, 101, 104, 105, 106)</p></blockquote>
<p>The absurdity of perfecting a mirror image for a phone call reveals the power structure of their relationships with the absent man. They also have to passively wait for the phone call and do not initiate the action of calling themselves. Only the last woman, Dame 8, breaks the mold and provides a variation to this recurring dramaturgical element: While she still carries the briefcase, she does <em>not</em> put it down when she looks in the mirror and she does <em>not</em> adjust her clothes or fix her hair. Instead, she leaves without saying anything about a man&#8217;s phone call at all. One hears a shot in the off, Dame 8 re-enters, crosses the stage from far right to left and never returns.</p>
<p>The societal violence imposed by and internalized as the beauty imperative, becomes external violence when Kreidl ascribes agency, as she sometimes does, to women with guns…A characterization of the four named women in the play seems difficult because they hardly engage in logical sequence dialogue. Two women may be sitting together, talking, and yet their speech is largely a monologue that describes a situation in which the third person singular pronoun &#8220;she&#8221; obscures whether or not the monologue&#8217;s content is supposed to express any direct reference to the other woman present on stage or not.</p>
<p>Especially in scenes between Petra and Sandra, which are physically intimate, the absence of directly addressing each other suggests an inability to communicate, to connect on a deeper emotional level. The tone between Petra and Tina, however, is mostly characterized by Tina&#8217;s desire for and aggression towards Petra and the intimacy of a past relationship. When Tina addresses Petra directly, it is mostly with informal imperatives, which suggest Petra&#8217;s subservient role in their relationship. Rhythmically interspersed with the repetitive entrances and exits of Damen one through seven, the scenes among the &#8220;named&#8221; women suggest that friendships and love relationships between women are as much determined by the dynamics of patriarchal power structures as heterosexual ones. The women&#8217;s uniformity is particularly apparent in their assessment of what constitutes beauty, and, more frequently: what doesn&#8217;t. Sandra, Petra, and Tina commonly say things like:</p>
<blockquote><p>Ihr Haar ist zu rot. Wenn jemand so rotes Haar hat. Ihr Haar ist so rot daß es unnatürlich aussieht. (&#8230;) Sie trägt ihr Haar kurzgeschnitten und glatt. Ihr schwarzes Haar (92). (&#8230;) Ihr Gesicht passt nicht zu ihrem Haar. Dein Mund ist zu rot. Sie ist schlank. Ihr Kostüm ist entweder oben oder unten zu weit. (97)</p></blockquote>
<p>Cora, the fourth woman, does not interact directly with any of the other women.  Her speech consists exclusively of descriptions of plastic surgery procedures:</p>
<blockquote><p>In den Schatten einen Schnitt legen Steg durchtrennen die äußere Nase ablösen das Gerüst freilegen Knochenreste und Gewebe entfernen Knochenspäne aus dem Hüftkamm Hartsilikon Knorpelteile aus dem Ohr das Gerüst aufbauen die Haut darüberziehen nähen. (103)</p></blockquote>
<p>|||</p>
<p>COSMETIC SURGERY | MUTILATION</p>
<p>The extensive hair/face/body references in the text, the long looks in the mirror, and Sandra&#8217;s repeated make-up sessions are the normative parameters that unite the <em>other</em> women (Sandra, Petra, and Tina), which makes them bond over their assessment of themselves and others. Cora&#8217;s obsession with cosmetic surgery, on the other hand, has taken the beauty imperative to an extreme and has made her entirely unable to connect with others, even on the most superficial level. However, her current social isolation and the disturbingly clinical language of what critics of plastic surgery would call &#8220;voluntary mutilation&#8221; is merely a frightening stage in the process of normalization.  The American euphemism for plastic surgery &#8211; having &#8220;work done&#8221; &#8211; already fits into the capitalist ethic of using your buying power wisely, and plastic surgery has moved from being exclusively available to the rich and famous to becoming a middle-class commodity.</p>
<p>Obsession with female beauty is hardly new, even if the promotion of invasive procedures as &#8220;fashion surgery&#8221; and &#8220;self-improvement&#8221; suggests that it has taken on some unprecedented proportions in Western culture, where women, ironically, can look back on decades of politically strong women&#8217;s movements. Already more than twenty years ago, Germany&#8217;s most hated and beloved feminist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer">Alice Schwarzer</a>, established a link between increased emancipation and women&#8217;s increased obsession with their looks when she addressed the spike in women&#8217;s eating disorders in a 1985 <em>Emma</em> essay:</p>
<blockquote><p>Es wird kein Zufall sein, daß ausgerechnet mit erstarkender Emanzipation die Frauen immer dünner werden sollen. Daran haben auch Aerobic und Bodybuilding wenig geändert. Im Gegenteil: diese Moden haben einerseits das Streben von Frauen nach mehr Bewegung und Stärke angenommen, es aber andererseits im Handumdrehen wieder pervertiert: schlank sein und dekorativ, das bleibt das Gesetz. Ja, warum machen die dämlichen Frauen denn all das mit, wird da so manch eine/r fragen. Ja, warum. Weil Ideologien zäher sein können als Realitäten. (…) Und weil die Frauen selbst, als Schwächere, die nach dem Gesetz des Starken streben, Trägerinnen und Mitverbreiterinnen dieser Ideologien sind. Doch: bestimmt werden Ideologien von Herrschenden. Und sie sind es auch, die letztendlich davon profitieren. Auch vom Schlankheitswahn. Diese Männergesellschaft will, dass wir Frauen uns dünne machen. In jeder Beziehung. (26-27) [6]</p></blockquote>
<p>|||</p>
<p>AGEING</p>
<p>Kreidl&#8217;s play <em><a href="http://www.rowohlt-theaterverlag.de/sixcms/detail.php?id=72616">Dankbare Frauen</a></em> (titled <em><a href="http://www.ariadnebooks.com/productinfo.aspx?productid=1572411066">Grateful Women</a></em> in an English translation by <a href="http://www.arts.usyd.edu.au/departs/german/staff/profiles/borgert.shtml">Udo Borgert</a> and Laura Ginters [7]) illustrates even more than <em>Tragödie, blond</em> the complicity that women engage in, consciously and subconsciously, by adhering to the rules and regulations of the beauty imperative. Women can thus simultaneously become victims and perpetrators of cruel behavior and violence.</p>
<p>In <em>Dankbare Frauen</em>, Kreidl addresses the complex issue of women&#8217;s ageing in reference to the beauty imperative. Again, make-up plays a central role in turning the face into a façade, in concealing a broken identity. Again, the language plays a central role in denying us a plot line to follow by refusing to let us establish meaningful connections between the speakers. Just as in <em><a href="http://www.wieser-verlag.com/Gesamt/Das_erste_Buch/Ich_bin_eine-Dateien/Ich_bin_eine.htm">Tragödie, blond</a></em>, the set is an inside space, the home space traditionally allocated to women: a kitchen, a living room. Kreidl&#8217;s three women protagonists are named Marta, Magda, and Meta, and while these names do not resonate magazine titles this time, they do sound confusingly similar. Marta (short white hair) and Magda (bald with 2 wigs) are both 70 years old. The third woman, Meta, is 40 years old and has long, peroxide blond hair.</p>
<p>The rather advanced age of the two protagonists is immediately striking. In an interview on the eve of the opening night performance in Berlin&#8217;s <em>Postfuhramt</em> in 1997, Kreidl states that she wrote these roles because she herself would like to see older women on stage:</p>
<blockquote><p>I want to see how women age in all areas of life and how they do not let themselves be desexualized, as is expected of them. [8]</p></blockquote>
<p>As much as a plot line can be established, the story revolves around Magda&#8217;s 70th birthday, covering the whole day from morning to night. As in <em>Tragödie, blond</em>, the characters&#8217; competing monologues rarely connect and therefore often seem like rantings. All three women are obsessed with fitting a specific image of beauty and they are actively striving to achieve this image through diet, exercise, dress-up, and make-up.</p>
<p>Their language and actions plainly reveal that they are fully buying into the newest new-age self-improvement trends, whether that means exercising with the &#8220;5 Tibetans&#8221; while engaging in an anti-bodyfat-mantra or painfully adhering to an anti-sugar fruit and whole grain diet which also involves consumption of sea weed. Meta, the youngest, is also obsessed with conforming to the ideal of the beautiful body, but she, as the much younger and therefore more desirable woman, is also exceedingly cruel to her older counter parts Magda and Marta.</p>
<p>|||</p>
<p>SWEETIES</p>
<p>An entire scene consists of Meta naming every imaginable Austrian sweet, and finally, after the fortieth or so item</p>
<blockquote><p>Mocha cream cake / whipped cream cheese cake / red current meringue. Chocolate cream cake,</p></blockquote>
<p>Marta, the woman obsessed with her health food diet, finally collapses, sobbing. Meta then laughs and delivers the final blow that ends the scene: &#8220;Sacher torte!&#8221; (263) &#8211; (These &#8220;Mehlspeisenarien&#8221; have become Margret Kreidl&#8217;s signature texts, and it is interesting to see how the sound of the text can change, depending on the context, from intentional torture [as it is here] to an example of &#8220;Esserotik&#8221; in <em>Süßes Paradies</em> (42) from the previously quoted collection of prose vignettes, <em>Laute Paare</em>.)  This psychological violence is accompanied by physical violence as well: In the opening scene, for example, Meta singingly brings in a birthday cake for Magda who puts the TV volume on full blast to drown out the birthday song and who violently grabs Meta&#8217;s hair when she tries to set the cake down.</p>
<p>In the introduction to their anthology of contemporary Austrian plays by women, Udo Borgert and Andrea Bandhauer provide an excellent interpretation of Margret Kreidl&#8217;s <em>Grateful Women</em>. They comment on Kreidl&#8217;s &#8220;highly choreographed and associative language&#8221;, her protagonists&#8217; masquerade of happiness in a world devoid of substance and full of blissful images created by advertising and product marketing, and even, to a lesser extent, they refer to the physical and emotional violence in the play. Borgert and Bandhauer&#8217;s assessments of the women&#8217;s interaction boils down to their inability to find a voice of their own in a society that has a set idea of what women are supposed to be. The fact that they cannot adhere to the beauty imperative with their ageing, less-than-perfect bodies makes them turn on each other:</p>
<blockquote><p>They look at each other, assess each other&#8217;s beauty, their hair, their makeup, their clothes, but they do so with a male gaze. They are upholding a system which enslaves and subordinates them, which turns them into mere receptacles of male fantasies (…) They remain assigned to their traditional role as women, alienated form their own desires and their bodies in the same way as they remain imprisoned within the &#8220;interior&#8221; space… (48)</p></blockquote>
<p>|||</p>
<p>EXCESSIVE CONSUMPTION</p>
<p>Kreidl does not only deconstruct the language and psychological impact of advertising messages, she also critically examines the gendered stereotypes that are continuously reinforced by popular fiction geared at a female readership, like romance novels and the Austrian <em>Heimat</em>-/ <em>Heftchenroman</em>. Kreidl&#8217;s deconstruction of the highly-gendered &#8220;Heile-Welt&#8221;-topos of the Heimatroman unleashes deadly violence into the pristine, picture-perfect alpine tourist image that Austria likes to promote abroad. In Kreidl&#8217;s collection <em><a href="http://www.dfw.at/2/kreidl1.htm">Schnelle Schüsse</a></em> [9], the female readers&#8217; consumption of ever new possibilities for romantic bliss has turned from &#8220;Cinderella Complex&#8221; to female aggression: each mini-scenario leaves a man dead in the end.</p>
<p>Excessive consumption &#8211; whether of advertising messages or one-dimensional stories of women&#8217;s bliss &#8211; is a recurring theme in Kreidl&#8217;s works, and it results in multifarious degrees of psychological and physical violence in her texts. Kreidl&#8217;s work, which simultaneously exposes the violence as it traces the language &#8211; or the loss of language &#8211; that invariably contributes to it, diagnoses the detrimental effects of consumer culture.</p>
<p>|||</p>
<p>ABSENCE OF WOMEN&#8217;S SOLIDARITY</p>
<p>Kreidl&#8217;s absence of women&#8217;s solidarity in her plays does not proclaim an anti-feminist agenda, but creates an opportunity for revelation and reflection. When Phyllis Chesler published her book <em><a href="http://76.12.0.56/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=221&amp;Itemid=62">Woman&#8217;s Inhumanity to Woman</a></em> in 2001, she expected an enormous backlash from the feminist community</p>
<blockquote><p>because it was &#8211; and still is &#8211; problematic, even dangerous, to challenge the politically correct feminist view of women as morally superior. In the past, woman&#8217;s &#8220;dark side&#8221; was routinely exaggerated to justify her subordinate status. In reaction, many feminists have tried to focus only on women&#8217;s &#8220;bright side&#8221; (XI) [10]</p></blockquote>
<p>In Kreidl&#8217;s texts, it becomes clear that, while we may call women the victims in our patriarchal society, the system&#8217;s hegemony is maintained by women&#8217;s behavior towards each other and towards men. Kreidl&#8217;s words create space and are an invitation to examine the effect of consumerism on women&#8217;s relationships. They are a valiant attempt to reclaim language, because &#8211; as <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Wittgenstein">Ludwig Wittgenstein</a> argued in his <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tractatus_Logico-Philosophicus">Tractatus</a></em> &#8211; &#8220;die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt&#8221; (5.6) [11].</p>
<p>The loss of language inhibits the ability to formulate dissent. The assault with images of beauty creates a desire for physical perfection that can never be attained. According to Margo Maine&#8217;s book <em><a href="http://www.mwsg.org/book_body_wars.htm">Body Wars</a></em> [12], 1.484 lipsticks, 1.324 eye products, and 2.055 jars of skin cream are being bought in America every minute. All of these beauty products total a dollar amount of $24.200 per minute! (cf. 67) Maine points out that approximately &#8220;50 cents of every dollar we spend on cosmetics is put back into advertising&#8221; (66), which explains why it is largely against the odds for women to feel happy with themselves. Advertising, after all, is about creating a need that only a buyable product can fill.</p>
<p>While Margret Kreidl does not primarily aim to be politically active with her art, as she explains in a <em>Zoom</em> interview in 1996 [13], it is quite obvious that her texts are feminist contributions to very current sociological debates. An examination of such debates within German speaking literature should not take place without acknowledging Margret Kreidl&#8217;s highly innovative texts.</p>
<p>|||</p>
<p>NOTES</p>
<p>[1] &#8211; Neue Zürcher Zeitung, 6.6.1998.<br />
[2] &#8211; <em>Robert Menasse zu Margret Kreidl</em>. In: Angelika Klammer und Jochen Jung (Hrsg). <em><a href="http://http://www.amazon.de/Querlandein-Schriftsteller-stellen-Schriftstellern-%C3%96sterreich/dp/3701709408">querlandein</a></em>. Salzburg und Wien: Residenz, 1995. 123-124.<br />
[3] &#8211; <em>Der Satz und die Seite. Selbstgespräch, 25. 12. 2001</em>. In: Hildegard Kernmayer und Petra Ganglbauer (Hrsg.). <em><a href="http://www.amazon.de/Schreibweisen-Poetologien-Postmoderne-%C3%B6sterreichischen-Literatur/dp/3852861098">Schreibweisen. Poetologien: Die Postmoderne in der österreichischen Literatur von Frauen</a></em>. Milena: Wien, 2003. 233-242.<br />
[4] &#8211; Margret Kreidl. <em><a href="http://www.korrespondenzen.at/Titel.html">Laute Paare. Szenen Bilder Listen +CD</a></em>. Wien: Edition Korrespondenzen, 2002.<br />
[5] &#8211; <em>Tragödie, blond</em>. In: Margret Kreidl. <em><a href="http://www.wieser-verlag.com/Gesamt/Das_erste_Buch/Ich_bin_eine-Dateien/Ich_bin_eine.htm">Ich bin eine Königin. Auftritte</a></em>. Klagenfurt und Salzbug: Wieser, 1996. 89-108.<br />
[6] &#8211; Zitiert nach: Alice Schwarzer (Hrsg.). <em><a href="http://www.amazon.de/Das-neue-Emma-Alice-Schwarzer/dp/3423105461">Das neue Emma Buch</a></em>. München: dtv, 1986. 23-28.<br />
[7] &#8211; <em>Grateful Women</em>. In: Udo Borgert (Hrsg.). <em><a href="http://www.ariadnebooks.com/productinfo.aspx?productid=1572411066">Women&#8217;s Words, Women&#8217;s Works. An Anthology of Contemporary Austrian Plays by Women</a></em>. Riverside, CA: Ariadne, 2001. 237-264.<br />
[8] &#8211; Freitag, 2. Januar 1998, S.19.<br />
[9] &#8211; Margret Kreidl. <em><a href="http://www.dfw.at/2/kreidl1.htm">Schnelle Schüsse</a></em>. Wien: Das fröhliche Wohnzimmer-Edition, 1996.<br />
[10] &#8211; Phyllis Chesler. <em><a href="http://76.12.0.56/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=221&amp;Itemid=62">Woman&#8217;s Inhumanity to Woman</a></em>. New York, NY: Plume, 2001.<br />
[11] &#8211; Zitiert nach: <a href="http://www.gutenberg.org/etext/5740">http://www.gutenberg.org/etext/5740</a><br />
[12] &#8211; Margo Maine. <em><a href="http://www.mwsg.org/book_body_wars.htm">Body Wars: Making Peace with Women&#8217;s Bodies</a></em>. Carlsbad, CA: Gürze, 2000.<br />
[13] &#8211; <em>Tisch, weiblich. Ein Porträt der Autorin Margret Kreidl</em>. Zoom 2/96</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/nele-hempel-lamer/"><strong>Nele Hempel-Lamer</strong></a></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong>II. Margret Kreidl : Dankbare Frauen | Grateful Women</strong></p>
<p><strong><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/09/barbara-kruger-untitled-your-body-is-a-battleground-1989.jpg" alt="Barbara Kruger Untitled Your Body is a Battleground 1989" hspace="2" vspace="2" width="225" height="240" /></strong></p>
<p align="right">[ <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Barbara_Kruger">Barbara Kruger</a> : <em><a href="http://www.eng.fju.edu.tw/Literary_Criticism/feminism/kruger/kruger.htm">Untitled</a></em> - <em>Your Body is a Battleground</em> , 1989 ]</p>
<p><strong>Dankbare Frauen , Komödie</strong></p>
<p>DRITTE SZENE</p>
<p><em>Vormittag im Wohnzimmer<br />
das Fenster ist offen<br />
Meta führt fünf Übungen aus<br />
im blauen Body<br />
Die fünf Tibeter<br />
sie spricht im Rhythmus der Übungen<br />
sie steht gerade auf dem Teppichboden<br />
und streckt beide Arme aus<br />
sie dreht sich aus der Hüfte<br />
sechsmal nach rechts und nach links<br />
</em><strong>META</strong> Der Beckenkamm ist mit Fett bedeckt. Fett bedeckt das Hüftbein. Fett ist unter dem Gesäß abgelagert. Fettablagerungen unter der Kniescheibe. Die Beininnenseite ist mit Fett bedeckt. Fett bedeckt Hüftbein und Beckenkamm.<br />
<em>Meta legt sich auf den Teppichboden<br />
sie liegt auf dem Boden<br />
die Arme ausgestreckt neben dem Körper<br />
sie hebt sechsmal gleichzeitig Kopf und Beine<br />
</em><strong>META</strong> Fettablagerungen unter dem Gesäß. Am Bein innen Fettablagerungen. Fettablagerungen auf der Hüfte. Fettfalten auf dem Bauch. Fettfalten. Fett bedeckt den Beckenkamm. Fett unter dem Gesäß. Eine Fettablagerung. An der Schenkelinnenseite Fett. Fett auf den Oberschenkeln.<br />
<em>Meta setzt sich auf<br />
sie sitzt auf dem Teppichboden<br />
die Beine ausgestreckt<br />
das Kinn an der Brust<br />
sie hebt ihren Körper mit den aufgestützten Händen<br />
dreimal leicht hoch<br />
</em><strong>META</strong> Das Fett auf den Hüften bedeckt das Hüftbein. Fett auf den Hüften. Fett bedeckt Hüfte und Hüftbein. Fettfalten. Fettfalten unter dem Arm. Fett. Fett an der Schenkelinnenseite.<br />
<em>Meta kniet auf dem Teppichboden<br />
die Hände auf dem Hintern<br />
sie beugt sich nach hinten<br />
und dehnt ihre Wirbelsäule<br />
dreimal</em><br />
<strong>META</strong> Fett bedeckt die Hüftknochen. Fett auf den Hüften. Fett am Oberschenkel außen. Fett am Oberschenkel innen. Fett am Oberarm innen. Fett am Oberarm außen.<br />
<em>Meta legt sich auf den Bauch<br />
sie liegt auf dem Bauch<br />
sie stemmt ihren Oberkörper hoch<br />
sie stemmt den Hintern hoch<br />
bis der Körper eine Brücke bildet<br />
dreimal</em><br />
<strong>META</strong> Fett am Knie innen. In der Kniekehle Fett. Fett um die Kniescheibe. Fett unter der Kniescheibe. Fett. Fett unter dem Gesäß. Fett auf dem Gesäß. Fett unter den Gesäßbacken.<br />
<em>Meta steht auf<br />
und atmet tief aus</em><br />
<strong>META</strong> Fett.<br />
<em>Meta seufzt</em><br />
<strong>META</strong> Das Fett.</p>
<p style="text-align: right;">Aufführungsrechte : Rowohlt Theater Verlag</p>
<p>|||</p>
<p><strong>Grateful Women &#8211; A Comedy<strong>*</strong></strong></p>
<p>SCENE THREE</p>
<p><strong>*</strong> Note by the translators : <em>This scene differs substantially from the original German text because of subsequent alterations by the author</em></p>
<p><em>Late morning in the living room<br />
the window is open<br />
Meta performs five exercises<br />
in the blue body suit<br />
the Five Tibetans<br />
she speaks in time with the exercises<br />
she stands upright on the carpet<br />
and stretches both arms out<br />
she turns from the hips<br />
six times to the right and to the left</em><br />
<strong>META</strong> The pelvis is covered with fat. Fat covers the hipbone. Fat is deposited on the bottom. Fat deposits under the kneecap. The inside leg is covered with fat. Fat covers the pelvis. Fat covers the hipbone and pelvis.<br />
<em>Meta lies down on the carpet<br />
she lies on the floor<br />
arms stretched out next to her body<br />
she lifts her head and legs together six times</em><br />
<strong>META</strong> Fat deposits on the bottom. On the inside leg, fat deposits. Fat deposits on the hips. Folds of fat on the stomach. Folds of fat. Fat covers the pelvis. Fat on the bottom. A fat deposit. On the inner thigh, fat. Fat on the upper thigh.<br />
<em>Meta sits up<br />
she sits on the carpet<br />
with her legs stretched out<br />
chin to her chest<br />
she gently lifts her body three times<br />
with her propped up hands</em><br />
<strong>META</strong> The fat on the hips covers the hipbone. Fat on the hips. Fat covers the hip and the hipbones. Folds of fat. Folds of fat under the arm. Fat. Fat on the inner thigh.<br />
<em>Meta kneels on the carpet<br />
hands on her bottom<br />
she bends backwards<br />
and stretches her spine<br />
three times<br />
</em><strong>META</strong> Fat covers the hip bones. Fat on the hips. Fat on the outer thigh. Fat on the inner thigh. Fat on the inside upper arm. Fat on the outside upper arm.<br />
<em>Meta lies down on her stomach<br />
she raises her upper body<br />
she raises her bottom<br />
until her body forms an arch<br />
three times</em><br />
<strong>META</strong> Fat on the inner knee. In the hollow of the knee, fat. Fat around the kneecap. Fat under the kneecap. Fat. Fat under the bottom. Fat on the bottom. Fat under the cheeks of the bottom.<br />
<em>Meta gets up<br />
and breathes out deeply</em><br />
<strong>META</strong> Fat.<br />
<em>Meta sighs<br />
</em><strong>META</strong> The fat.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Grateful Women . A Comedy</em> , ins Englische übersetzt von Udo Borgert und Laura Ginters &#8211; In : <a href="http://www.arts.usyd.edu.au/departs/german/staff/profiles/borgert.shtml">Udo Borgert</a> ( Ed. ) : <a href="http://www.ariadnebooks.com/productinfo.aspx?productid=1572411066">Women’s Words , Women’s Works . An Anthology of Contemporary Austrian Drama by Women</a> &#8211; Riverside , Ariadne Press 2001</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/margret-kreidl/">Margret Kreidl</a></strong></p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong>Hinweise</strong></p>
<p>Margret Kreidl liest :</p>
<ul>
<li>
<div>Dienstag , 23. 09. 2008 , 19 H , <a href="http://www.ogl.at/">Österreichische Gesellschaft für Literatur</a> , aus &#8220;<a href="http://www.korrespondenzen.at/Titel.html">Mitten ins Herz</a>&#8221; ( Edition Korrespondenzen ) und andere Texte</div>
</li>
<li>
<div>Freitag , 24. 10. 2008 , 19 H , <a href="http://www.alte-schmiede.at/programm.htm#literatur">Literarisches Quartier Alte Schmiede</a></div>
</li>
</ul>
<p><a href="http://www.alte-schmiede.at/Monatstexte/24-margret-kreidl.htm">Text des Monats # 24</a> @ Literarisches Quartier Alte Schmiede | <a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/liesl-ujvary/">Liesl Ujvary</a> zu <a href="http://www.alte-schmiede.at/Monatstexte/24-margret-kreidl.htm">“Ich habe einen Vogel</a>”</p>
<p><strong>|||</strong></p>

]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Salon Littéraire &#124; Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3 / 3</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Aug 2008 23:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Literatur @ in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text &#8211; Sommerserie Salon Littéraire &#124; Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3 Konnte Tulpes Handeln also gelingen &#8230; &#160; Konnte Tulpes Handeln also gelingen &#8211; und das aus einer starken Handlungsposition heraus &#8211; dann nur unter der Bedienung identifingierenden Erfahrens. Tulpe ist Tulpe,...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="right">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text &#8211; <em>Sommerserie</em></p>
<p><strong>Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E  _3</strong></p>
<p><strong>Konnte Tulpes Handeln also gelingen &#8230;</strong></p>
<p align="right">&nbsp;</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/08/tulpe-copyright-lisa-spalt-10.jpg" alt="TULPE_copyright_Lisa_Spalt" hspace="2" vspace="2" width="225" height="298" /></p>
<p style="text-align: justify;">Konnte Tulpes Handeln also gelingen &#8211; und das aus einer starken Handlungsposition heraus &#8211; dann nur unter der Bedienung identifingierenden Erfahrens. Tulpe ist Tulpe, das ja. Aber Tulpe muss wahrscheinlich irgendwann erfahren, was ihr Begriff ist, muss warten, welche ihre Mittel sind, vor allem aber wo und wofür sie steht. Ist Tulpes Erfahrung ihr Leben? Auf der Matritze welchen Wertesystems kann ihr Leben werden? Zählt nicht vornehmlich ihr Erfolg auf dem Gebiet der sanktionierten geschlechtlichen Liebe, zählt für sie nicht vornehmlich, einen Partner abzukriegen, bevor ihre Fortpflanzungsfähigkeit versiegt, bevor ihre Liebe damit zur Perversion wird, um also endlich mit diesem Abgekriegten auf natürliche Weise alt zu werden, während derselbe seinen zweiten Frühling erlebt, seine Fortpflanzungsfähigkeit weiter übt, da seine Liebe immer noch anderweitig benötigt, mit Nachwuchs gesegnet und niemals unnatürlich wird? Tulpe geht, dies alles bedenkend, ran. Sie weiß, sie muss sich so sehen lernen, wie sie von anderen gesehen werden will, und Tulpe siezt sich daher probeweise. Tulpe versucht sich in einem Role Playing Game (RPG) und Sie wird das später unter <em>Identifiktion</em> verbuchen. <em>Weil das nach Lebenserfahrung klingt</em> sagt Tulpe <em>wie andere F-Wörter auch, wenn man sie nur ausreichend beiläufig ausspricht. Ja, auf diese Weise angesprochen, werden Sie einen ganz anderen Bezug zu sich kriegen</em> versichert sich Tulpe. Und sie macht das für ein nicht zu vernachlässigendes Seminary-Sümmchen.</p>
<p style="text-align: justify;">- Tulpe fragt: Soll Tulpe mit Tulpe handeln?<br />
- Darauf SIE: Im Dorf, auf der Hälfte der Länge des Weges vom Gasthaus zum Haupttor nach Wyzima, gibt es eine Bäuerin. Eine Bäuerin ist mit einer Tulpe rumzukriegen.<br />
- Tulpe: Tulpe ist die Identität als Gleichstellung zugunsten Tulpes biographischer Aktion?<br />
- SIE: Tulpe kriegen Sie im Tausch gegen eine Wildblume von einer Stadtbewohnerin.<br />
- Tulpe: Tulpe findet sich also im Blumenhandel?<br />
- SIE: Im Tausch von Leiche, an Kreuzung liegend.</p>
<p style="text-align: justify;">Ungefähr auf diese Weise schließt Tulpe ihren Ausflug in die Virtualität ihres Charakters ab. Sie wird bei ihrer Tulpenfindung womöglich über Leichen gehen müssen und so weiter und so fort, eben <em>anstatt</em> von <em>anstatt</em>. <em>Das Feld der Identifingierung</em> sagt Tulpe <em>das ist der freie Markt</em>. <em>Asbach uralt</em> brüllt Tulpe, schleudert sich mit armwerfender Geste aus sich heraus, sie kann sich noch währenddessen als absolut peinliche Geste erfassen. Yes, Tulpe weiß, wie man den eigenen Mundgeruch mit der vorgehaltenen Hand testen kann, sie wendet dieses Feature auch an, da es nach dem letzten Ausruf so penetrant zu stinken scheint. Ach, Tulpe hatte eben etwas ganz anderes zu werden vorgehabt. Sie stellt ihren Handlungscharakter leider nur genau so fest, wie es Ihnen, wie sie sagt, gerade so passt. Ja, Tulpe war ja gerade noch ganz auf Renergie Morpholift Repositioning eingestellt, auf Kreuzungen von Darwin-Hybrid-Tulips und auf all sowas, aber warum eigentlich nicht, wenn Sie es nun mal so wollen, blablabla. Und ab. Mit Abbrev. Viatur Trav. Zweig. JPG […] Und am Ende gerädert raus beim Hotel Tulpe in Halle, Ecke Kaulenberg/Alte Promenade, oder beim Hotel Tulpe am Fuße der Hohen Salve in Tirol bzw. im Golden Tulip all over the world und das gleich all inclusive und das <em>all</em> noch zu definieren et cetera. Im Vorgarten jedenfalls jetzt schon Haltung als zaghaftes Zuhausegefühl, als Green des Stängels in Stammzellen geliebt, als Wollen den Charakter beschäftend et cetera … <em>Eine Tulpennatur sind Sie! (We so usually talk about a tulip, when a woman presses her vagina against the face of an unconscious man, you understand?) Oh, customize your avatar before hitting the virtual dancefloor</em>. Bitte was? Na, dank recht schön, Freud, für diesen Zimmersymbole erschließenden Tulpenschlüssel. Dann also mal alle Bäuerinnen anklicken, die da so rein- und rausgelaufen kommen! Rein und raus, alter Hut! Überhaupt, Tulpe will sich wirklich unbedingt ein wenig Identität einhandeln, richtig old fashioned, das Pflänzchen. Tulpe war überhaupt noch nie die Bäuerin. War ja noch nie WIZIMA Treuhand, Dietlikon, Bettstenstraße 11 gewesen, aber warum nicht? Hängt doch alles zusammen, sind doch alles mögliche Relations!</p>
<p style="text-align: justify;">(Definition: A tulip is a special type of joint … Eine Tulpe ist eine spezielle Form von Gelenk …<br />
… which looks like a regular joint … das aussieht wie eine reguläres Gelenk …<br />
… but with a sack of marijuana on the end of it … aber am anderen Ende des Dings sitzt Maria Johanna …)</p>
<p style="text-align: justify;">Warum denn aber nicht ein <em>tulipwalker</em> sein? Ein pink-links-liberal-kommunistischer Baum-umarmender, anti-amerikanischer Umweltnazi-Peacenik?</p>
<p style="text-align: justify;">Warum eigentlich nicht ein <em>tulip sniper</em> werden? Rote Tulpe, die mit einem Tommy Gun bewaffnet ist. Schießt auf niemanden. Hat eine angenehme Stimme.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum aber nicht <em>tulipa</em>n? TUEP der versucht, Hare Krishna zu sein, alle verbotenen Substanzen der Welt verteufelt und noch nie in seinem Leben ein Tier gegessen hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Und Franz Riepl, IRRE PFLANZE, FARNPILZER, FEZ-PLAN et cetera? Ja, Tulpe findet bei näherem Hinsehen immer wieder Hinweise auf einen geheimen, einfach <em>alles</em> erklärenden Bauplan. Irgendeinen Grundstoff, der sowohl mit dem ständig sein Denken wechselnden Kopf (oder der den Kopf wechselnden wechselnden Bedeckung des Kopfes: Fez, Tülbent et cetera) als auch mit dem Vegetabilen in Zusammenhang stehen muss. Etwas, das noch nicht einmal in Grundstoff und Grundplan ausdifferenziert ist, das allen Verwandlungen zugrunde liegt. <em>Wenn ich gestorben bin</em> sagt Tulpe <em>bin ich allem Anschein nach aus einer Kopfbedeckung entstanden, werde aber Pflanze sein</em>. Warum also nicht?</p>
<p style="text-align: justify;">Franz (16 Daumen hoch, 27 runter): anderes Wort für Profilneurotiker. <em>(Sei nicht so ein Franz, was Deine Größe betrifft, es ist nicht die Größe, die zählt.)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Franzi (8 Daumen hoch, vier Daumen runter): verrückter Arsch, spontane Person, lustig und sensibel, lächelt immer.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Warum aber nicht Mongolin</em> fragt Tulpe <em>imstande, eine mit dem Wort TULPA verbundene Vorstellung als eine Art Produktionsmaschine für Lebewesen zu benutzen</em>. Vergleiche dazu Alexandra Tulipe-Néel: Sie brachte das Wort (<em>the noun</em>) Tulpa um 1920 herum nach Europa, erzählte, sie habe als eine tibetische Nonne (<em>a tibetan nun</em>), die sie geworden sei, die Tulpa eines kleinen Mönchs erzeugt, welcher sich dann allerdings so schnell und so deutlich von ihr abgetrennt hatte, dass sie ihn töten musste. <em>Die Mongolen produzieren Lebewesen</em> sagt Tulpe <em>aus dem Gedanken-Rohstoff, welcher bekanntlich überhaupt nichts kostet, aus ihren inneren Monologen, die sowieso täglich zur Produktion und Aufrechterhaltung der eigenen Konsistenz absolviert werden müssen, Perpetuum Mobile</em>. Und wir dürfen davon sprechen, dass bei dieser Art der &#8211; zum Beispiel landwirtschaftlichen &#8211; Produktion das Volk sowohl den Rohstoff als auch die Arbeit liefern würde können. Die Tulpa könnte also, zur Erzeugung von essbaren Pflanzen und Tieren angewendet, durchaus ein Ausweg aus der Problematik der Weltnahrungsknappheit sein.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Tulpe, Tulpe</em> wirft Julien Tulipe de la Mettrie die Arme, ein Händeringen zeitgemäßerer Art dieses verblichenen Autors, der um heutige Lesende wirbt <em>Tulpe</em>, <em>klar, sie ist ja die Pflanze Mensch schlechthin</em>. Klar, Tulpes Wurzel ist logisch (natürlich) ein analysierender Verdauungsapparat, welcher das Gehirn ernährt. <em>Ja, ja, da ist ja der Mensch, da ist ja die Pflanze</em> zeigt la Tulipe auf den Kopf hinter seinem Gesicht <em>sehen Sie doch, dass beide &#8211; und das miteinander &#8211; identisch sind</em>.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ach, für Sie bin ich doch nur</em> mault Tulpe <em>das Schoßhündchen Natur</em>. <em>PET</em> mault Tulpe, die gewissermaßen zum Inventar des Shops gehört, in den wir zurückkehren, da unsere Natur heutzutage natürlich fließend Englisch spricht, auch wenn sie den Blumentopf im Fenster nie verlässt. Eine bessere Begründung gibt es nicht. <em>Lupe, das Hündchen</em> kläfft unsere Tulpennatur, welche sich zunehmend gegen den Menschen in uns wehrt <em>Sie nähern sich mir auf kolonialistische Weise</em>. Sie dringen schamlos in meine Tulpen-Materie, benutzen meine Tulpen-Rede, welche Sie die Natur Ihres Handelns erfahren lässt, auf die alt bekannte, elegante, schamlos mit großen Tieren wie exotischen Mustern flirtende Art: <em>mild wild</em>. Sie holen mich in Ihre allgemein verständliche Sprache zurück, über Ihren Vintage-Safari-Style. <em>Und ich denke langsam</em> bedeutet die Tulpe, die das Fenster meinem Spiegelbild einschreibt, für mich. <em>Sie sollten beginnen, Respekt vor meiner Natur zu zeigen, ich denke</em> sagt Tulpe ernsthaft <em>Sie sollten anfangen, Ihre Natur zu siezen</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">&lt;&lt;Die Niederländische Versicherungsgesellschaft Paerel Leven bietet Tabakkonsumenten bei Pensionsversicherungen einen Rabatt von 20%. In den Genuss der Vergünstigung kommen nur Kundinnen, die glaubhaft machen können, dass sie weit wenigstens fünf Jahren mindestens 10 Zigaretten täglich rauchen. Die Raucherinnen können so ihre Lebensjahre (laut Statistik ca. 8 Stück davon) direkt gegen bares Geld eintauschen, das ihnen während der verbleibenden Jahre genussfördernd zur Verfügung steht. <em>Oh, what&#8217;s better than roses on your piano ? It&#8217;s tulips on your organ …</em>&gt;&gt; (Quelle: Der Standard, 26./27. April 2008)</p>
<p style="text-align: justify;">Hey, sind Sie ein Unkraut-Typ, sind Sie ein Blüte-des-Dingsbums-T-U-E-P? Ja, der Wert des Wesens: eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht wahr? So stellt es sich dar. Ist es ein Glück, dass sich Tulpe von Natur aus relativ langsam vermehrt? Tulpe: &lt;&lt;Die Frage ist, ob das für immer so bleiben muss, ob ich mich für immer so langsam vermehren werde. Bin ich erotischer, wenn ich mich rar machen möchte? Bin ich begehrenswerter, wenn ich außer Kontrolle gerate? Sind Erotik und Kontrollverlust gleichzusetzen?&gt;&gt; <em>Ich möchte wirklich zu gerne wissen, was ich eigentlich sein will</em> seufzt Tulpe <em>nämlich: Soll ich den Underdog geben, geb ich den DINK</em> [1]. <em>Ach, sollte ich mich, um meine Bestimmung zu erfahren, mit der Natur der Acker-Winde identifizieren? Ein kleines Role Taking wäre meiner Entwicklung vielleicht durchaus förderlich. Aber was wird aus Ihnen? Schließlich habe ich mich</em> entrüsten Sie sich <em>während Ihrer nun tatsächlich zähen Entwicklung mit äußerster Mühe in Ihre Natur eingefühlt</em>. Ja, Sie empfinden wahrscheinlich bei dem Gedanken, dass ich &#8211; Sie sozusagen mit mir reißend &#8211; in jemand anderen schlüpfe, etwas unpassend Sexuelles. Nun, ich, Tulpe, vermehre mich als Acker-Winde über die Blüte, nutze aber, wenn sich die Chance bietet, eben auch die Methode <em>vegetativ</em>, nämlich dann, wenn meine Würzelchen &#8211; beispielsweise durch Sie &#8211; aufs Gemeinste zerbrochen werden. Und an dieser Stelle kommen Sie mir natürlich mit dem Lustprinzip, fragen, ob nicht, was der Erhaltung der Art dient, irgendwo auch mit einer Lustempfindung gekoppelt sein müsse. Sie fragen sich womöglich, ob Sie nicht sexuelle Handlungen an mir, der masochistisch sich windenden Pflanze, begehen, wenn Sie versuchen, mich durch das Zerreißen meiner Wurzeln zu killen. Ja, ich bin Ihre Rede, ich denke wie Sie. Artübergreifende Unzucht mit dem unmündigen Pflanzenkinde? He, wie alt bin ich eigentlich? Verspüre ich eigentlich Schmerz, wenn Sie mich aus meinem Drecksloch zerren? Und ist dieser Schmerz, falls ich ihn denn spüre, nicht Teil der mir von der Natur gegebenen Lust? Ist dieser Schmerz also tatsächlich Teil meiner Vermehrungssucht? Wäre ich demnach nicht schlichtweg pervers, wenn ich mir eine schmerzlose Teilung in meinen photosynthetischen Träumen erdächte? Na, wie weit ist es denn nun mit unserer Einfühlung her? Werde ich als Acker-Winde eine Chance haben, die natürliche Auslese durch Sie, meine kulturell gebildeten Lesende, zu überleben? Werden Sie mich einfach aussortieren? Es ist doch, ehrlich, das Kreatürliche an mir, die Natur, die Sie stört, meine Fähigkeit, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden zu handeln, Ihre Theorie ohne Gewissensbisse vom Markt zu verdrängen, mir die Grundlagen Ihrer Tomatenzucht einzuverleiben, bevor Sie noch Tomaten pflanzen konnten.&gt;&gt;</p>
<p style="text-align: justify;">(Und so interpretieren verschiedene Weisen von Aufblühen und Verwelken die Bewegung von Tulpes Spazierengehen, stoppt der Blickfang des Fächer-Ahorns Tulpes bewegliches Sehen, deutet das Um-die-Wette-leuchten winterlich zitternder Beeren den Lauf des Pumas auf Tulpes Cotton-Cat-Tee-Shirt, und mit starren Halmen setzt das Riesen-Pfeifengras kupfergoldene Akzente …)</p>
<p style="text-align: justify;">Und Tulpe, respektive Ihr innovatives Wrinkle Restoring System, Reproduktionskapazunder, vor allem wirksam als Concentrate Night Pearl-Dings, lässt Weizenfelder im Bagel wogen, lässt trockenes Holz knistern in braunem Tütenpapier, überm Tulpe-Kamin klickt die Bambusdeko, und sie klimpert &#8211; welches Wort wäre hier wohl angenehmer? Ach, nichts kann Sie besser regenerieren als eine ordentliche Portion Natur! Baumwollgewebe von der Materie ziehen, Fett von Fleischfaser-mjam-mjam trennen, und Tulpe produziert sich, Sie schmückend, als Dichternarzisse im naturidentischen TPU-(möglicherweise also thermoplastischen Polyurethan-Dingsbums, hm, Texin-)Outfit, darauf ihr zartes Frühlingsparfum, verduftend zwischen Holzimitat-Objekten rund um Ihren, ihrer selbst sich bewusst werdenden Körper, wow, und der vertieft sich, um Ihnen zu gefallen, in seine Selbst-Organisation, befördert mit Handwörtern kontrolliert biologisch gezüchtete Pflanzen aus Bananenblättergebinden in den lebendig sich fühlenden Innenbehälter, und als Wurzeln in der eigenen Natur wird eine pflanzliche Nahrung begriffen, als Karottenschnitzel, als Rettichstreifen. Man sprießt Tag für Tag aus der Schwarzwurzelscheibe, den Rotkrautschnipseln, den Zwiebelringen, generiert sich aus unscheinbaren Maisgarnituren, gedeiht im Umrührstäbchen Ihres Kaffeebuschprodukts, als gummierte Zellulose der Speisekarte, edel in geblätterte Esche gebunden, als Kokosnuss, Mango und Lychee in 2-Euro-und-10-Cent-Saft-Form, Pflaumenwein (kann in Gestalt von 3 Euro 30 die Besitzerin wechseln), und Sie übersetzen Curry mit Gemüse in sich selbst, und Tulpe nennt Sie einen bombastischen Tag am Strand des indischen Meeres, und die geht da rein als Ihr Denken wie das Futter in den Handschuh, geht rein wie ins Heimtextilienparadies, Taborstraße 18, Wien, zweiter Bezirk, und dann neuerlich Links, neues Nadelöhr …</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Hallo, Man</em> schreit Tulpe. Wo Sie einmal ihr Denken besaßen, haben Sie jetzt mich. Schön, mit Ihnen intimer zu werden! Sie machen sich ja langsam sehr selbständig. Sie behaupten ja seit neuestem, Sie verstünden mich nicht? Na, ich bin Ihre Natur, sonst nichts. Und wie wollen Sie mich verstehen? Sie sind ja nur der Geist, den ich aus nichts als aus mir heraus produzierte. Sie vermögen ja nichts, als Zeichen gegen Zeichen zu setzen. Sie glauben ja, sie tauschten diese Tauschvorgänge gegen gültige Definitionen. Sie definieren ja den Begriff <em>Tulpe</em> simultan als Reichtum und Crash, als Leben, Leichtsinn und Fruchtbarkeit, als Verantwortungslosigkeit, die Istanbul und die Niederlande, als unvernünftigen Umgang mit der Gottesgabe Geld, eine Selbsthilfegruppe von Gesichtsversehrten, den Kampf gegen Drogen et cetera, ja, sogar als die Wahre Tauschaktion Liebe. Nun, erinnern Sie sich? Sie begannen zu fragen <em>wo oder was ist meine Natur</em>. Ich legte ich Ihnen in der Sprache der Blumen eine Tulpe in den Mund, sie zu schmecken, Sie aber schoben Sie sich ins Gehirn. Sie entdeckten zwei antibiotisch aktive Glucoside an mir [2], produzierten daraus vorläufig noch ideellen Gewinn. Hirnhälfte und Zwirn! Ich bin Ihr Tulpengedanke. Ich reproduziere mich als Ihre Gehirnwindung, Ihre Natur, die ich bin.</p>
<p style="text-align: justify;">- <em>Wenn Chandlers Katze, die der Autor übrigens</em> beugt sich Tulpe im Wind <em>für seine Sekretärin hielt, ihre Pfote hochhob und etwas länger betrachtete, dachte seine Frau, das Tier wolle eine Armbanduhr haben</em>. Dieser Gedanke war natürlich ich!<br />
- Die Frau verspürt das natürliche Bedürfnis, teure Schuhe zu kaufen? Diese ihre Natur bin natürlich ich, die sie so handeln lässt.)</p>
<p style="text-align: justify;">&lt;&lt;<em>Sie kommen ja aus Ihren Interpretationssystemen nicht mehr heraus</em> sagt Professor Tulpe. <em>Wenn nämlich eine Person</em> so Professor Tulpe <em>zur Patientin wird, dann deswegen, weil sie &#8211; für Europa nicht ungewöhnlich &#8211; der Meinung ist, ihre Natur habe sie in ihrem sterblichen Körper eingesperrt</em>. Die Patientin bezeichnet diesen Körper dann gern als ihre sterbliche Hülle, als ein Gefängnis, sie beginnt, endlose Wortfolgen zu repetieren, nennt dieses Geplapper Gebete. Eine Empfindung von Empfindungslosigkeit beginnt bald, von ihren Füßen her aufzusteigen, die Patientin erblickt im Spiegelbild ihren Naturbegriff, unter dem sie &#8211; Verschiebung! &#8211; eine Anzahl von Schierlingsgewächsen versteht. Schließlich beginnen ihre Gehirnzellen, den Gedanken zu produzieren, derselbe Gedanke könne sich von ebendiesen Gehirnzellen trennen und so deren (ihrer eigenen!) Sterblichkeit entrinnen. <em>Symptome eines Auflösungsprozesses</em> zuckt Professor Tulpe mit den Schultern <em>irrationale Standpunkte, religiöse oder okkulte Themen, exzessives Schreiben ohne Bedeutung, Berührungen verweigert, Anzeichen für die Ersetzung von tätigen Gehirnzellen durch den bestehenden, stehenden Text, Katatonie</em>. Sollte die Patientin in diesem Stadium ihren Körper, den sie zunehmend von sich abzutrennen versucht, indem sie ihn <em>Natur</em> nennt, noch länger dazu benutzen, ihn mithilfe seiner selbst mörderischer Absichten zu beschuldigen, wird der Körper beginnen, sie tatsächlich zu töten. <em>Fesseln des Stoffes</em> ruft Tulpe <em>Schlingen schwerer als sein Gelingen, von den Nerven springende Darmbewegung, Horrortipp, Klick …</em> Den mörderischen Gedanken in letzter Sekunde loswerden zu wollen, nützt allerdings dann nix. Das Gift der Reflexion hat bereits vor zu langer Zeit das Zwiebeln riechende Fleisch vom geschwungenen Wort jeder Tulpe getrennt. Es bleiben Handlungen an Namen von Pflanzennamen, Handlungen an nicht existierenden Gegenständen, mit abwesenden Menschen, mit Ursachen in Form von Zwiebelgedanken, Wirkungen am Ort von Tulpenabblättern … &gt;</p>
<p style="text-align: justify;">… und dann starben Sie also, Sie richtiges Lesewesen, Sie unbekannte Art, falscher Sammelbegriff für einzeln Bleibende. Ihr Serienmord erzeugte auf unzulässige Weise die Gruppe der Tulpenopfer. Und so ging ich hin, um deren Geschichte zu schreiben, ging mit Fortschreiten der Story auf meiner, sich in die Vergangenheit der bekannten handelnden Personen verzweigende Spüre zurück, ein <em>Lügehen</em>, klar. <em>Tulpe Killer, Tulpe Gift!</em> Mensch, das konnte doch kein Mensch gewesen sein! Tulpe tat doch keinem Menschen was zu Leid. Dann die Notiz, das Indiz, unterstrichen vom deutenden Index: Tulpe sprach Sie als Raymond Chandlers Katze an. Tulpe sprach Sie an als Raymond Chandlers Perser, na klar! Mit dem Instrument der Vertauschung war die Lösung zu produzieren. Denken Sie nach! Für Katzen kann der Genuss von Tulpen durchaus tödlich sein!</p>
<p style="text-align: justify;">Epitaph:<br />
<em>Die geotrope Begabung der Tulpe erfasste einst den kochenden Mittelpunkt der Erde als UNTEN / OBEN die wartenden Schalen telegraver Sterne, Häute von der Erde aus betatscht. Das Wurzeln bohrte nach dem so genannten Herzen mit dem Finger der Hand um das Streben nach Fassung einer um Lichtjahre entfernten universal wirkenden Metapher. Erst, wenn Tulpe tot IST / WIRD: Zwiebel (in der Erde LIEGEN / im Himmel allerdings SEIN. (Fffft!)</em></p>
<p style="text-align: justify;">(Eine einzige 600-Grad-Lampe illuminierte Tulpes New-York-Art-Star-Status/wir sagen <em>Tulpes New-York-Kunststern-Standort</em>: Ist Tulpes Sperma 100 000 Dollar wert?)</p>
<p style="text-align: justify;">He, kommen Sie auf den Teppich! Tulpe ist im Himmel. Tulpe ist Geschäftsführerin im HANDY PARADIES, Wien, Neulerchenfelderstraße 21, 16. Bezirk. (Wow, wie die überrollte Handtasche mehr als der tote Körper selbst berührt &#8211; denkbar: weil sie der Auflösung des Bewusstseins in den Gegenstand der toten Natur ein Bild gibt?) Na, wollten Sie nicht endlich das nächste Level erreichen? Haben Sie denn gar keine Sehnsucht danach, einen abgebrochenen Kontakt aufzufrischen? Wählen Sie TelUP, das luxemburgische real free Internet, the new inspiration in telephony! Es berät Sie Maude Fettmann, Boulevard Royal 3. He, hören Sie endlich auf, für Gespräche zu bezahlen! Hören Sie endlich auf, von Tulpe nur zu lesen! Hören Sie Tulpes Stimme live, hören Sie, wie sie mit sich selber spricht, hören Sie sie jetzt! Kommen Sie rüber zu Tulpe, in ihre neue Fernsprech-Welt!</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/08/tulpe-copyright-lisa-spalt-11.jpg" alt="TULPE_copyright_Lisa_Spalt" hspace="2" vspace="2" width="225" height="298" /></p>
<p>[1] &#8211; DINK = Double income, no kid.<br />
[2] &#8211; Siehe Rudolf Tschesche, Friedrich-Johannes Kämmerer und Günter Wulff vom Institut für Organische und Biochemie der Universität Bonn: Über Glykoside mit lacton-bildendem Aglykon, II. Über die Struktur der antibiotisch aktiven Substanzen der Tulpe (Tulipa gesneriana L.).</p>
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<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/lisa-spalt/">Lisa Spalt</a></strong></p>
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<div><a href="http://www.zintzen.org/2008/08/17/salon-litteraire-lisa-spalt-t-u-l-p-e-1/">T-U-L-P-E  _1</a></div>
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<div><a href="http://www.zintzen.org/2008/08/24/salon-litteraire-lisa-spalt-t-u-l-p-e-2/">T-U-L-P-E  _2</a></div>
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<div><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/lisa-spalt-winterweiss/">Winterweiss</a></div>
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		<title>Salon Littéraire &#124; Lisa Spalt :  T-U-L-P-E _2 / 3</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Aug 2008 23:07:34 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p align="right">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text &#8211; <em>Sommerserie</em></p>
<p><strong>Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _2</strong></p>
<p><strong>Die Geschichte ist natürlich nur erfunden …</strong></p>
<p align="right">&nbsp;</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/08/tulpe-copyright-lisa-spalt-8.jpg" alt="TULPE_copyright_Lisa_Spalt" hspace="2" vspace="2" width="225" height="298" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Die Geschichte ist natürlich nur erfunden</em> gesteht Tulpe, schwebt vom Verkaufstisch herunter <em>Anmache ist alles, passieren wird nix, wir sind ja PLUTS, Kreuzungen von prudes und sluts, aber wenn Sie heutzutage etwas verkaufen wollen, müssen Sie eben eine Geschichte erzählen.</em> Zitat Heinz von Tulpe: <em>Wir halten ja jene Wissenschafterin für den Vertreter der besten Theorie, welche die beste Geschichte erzählt. &#8211; Genau diese Erfolgsstory entwickeln zu lernen</em> motiviert Tulpe Sie und Ihre Anwesenheit hier <em>sind wir zusammengekommen.</em> Und nun rein in das Geschäft mit dem Stoff, der das Objekt Ihres Handelns sein muss!</p>
<p style="text-align: justify;">&lt;&lt;Mann hält Turbantuch in Hand für Traumfrau, Frau wird durch Zeichnung von Tulpe erregt. Oh, Tulpe ist im Besitz von Mann, oh, Mann! Oh, Tulpe ist gleich Mannespotenz! Oh, Schönheit von Tulpe ist gleich proportional zu Sinneserregung von Dame! Hurtig elektrifizierende Schlüsse gezogen: Zwiebel von Tulpe deutet als Tulpe in Nuce auf durch Besitzer zu erwartende sinnliche Genüsse. Frage: Berechnung möglich? Formel klar: Männliche Potenz entsprechend Erregungspotenzial von Schönheit von Tulpe, was Glück &amp; heureka! Überlegungsprodukt: TULIMANTIE, LIANE MUTTI, LAUTE INTIM, das ist Tulpenorakel gleich Erfindungspotenzial. MUT-LITANEI von ALE TUT MINI! Begründung: Orakel gleich Einnahmequelle. Ergo? Kioskaufstellung für Eintausch von Nichtwissen gegen Vorkehrungen-Treffen, dadurch Zukunft-Verändern und neues Nichtwissen, gegen weitere Zwiebeln plus Nulpe-wird-Duce-Orakelsprüche. Begierdeleistung, Lustvorsprung, Genusstrategie: Ich ist gleich Rohstoff zur Produktion der Weltmarktführerin. <em>Oh, oui, c&#8217;est ça, tulimentir!</em> Peripetie! Endlich können wir wirklich handeln, da das Orakel verbindliches Wissen über Effekte von erotischem Tun verspricht!&gt;&gt;</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ok</em> sagt Tulpe <em>damit wissen wir zumindest, was die Geschichte mit der Tulpe geschehen hätte lassen können. Hätte</em> hebt Tulpe das grüne Händchen. <em>Wäre es denn</em> fragt Tulpe <em>nach Einrichtung des Erotik-Orakels nicht stante pede zum Ausbruch einer Tulimantie-Manie gekommen</em> (<em>Tulpenwahn</em> definiert Tulpe: Glaube an die Beherrschbarkeit des Handelns), <em>wäre es in der Folge nicht gekommen zu einer abnorm gesteigerten Nachfrage nach weissagenden Tulpenzwiebeln?</em> Sobald sich etwas findet, was die Nützlichkeit und den Wert von Geld annimmt, beginnt die Ansammlung von Eigentum, begleitet von der Entstehung von Knappheit [1]. Sollten wir also davon nicht Spuren finden? Nein! Denn warum sollten erotisch verunsicherte Männer die Gründe für ihre Tulpenmanie zugeben mögen? Würden Sie nicht vordergründig seriösere Gründe für ihre Handelswut erfinden? Könnte somit nicht gerade die Absenz von Beweisen für die in den Raum gestellte Erklärungshypothese bezüglich der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts den Beweis für eine mögliche Stichhaltigkeit abgeben? <em>Ja, das Hätte-wäre-könnte, das die Hervorrufung tollkühnen Spekulationsvergnügens bei meinen Kundinnen bewirkt, hängt</em> erklärt Tulpe <em>ab von einer Handlung, welche &#8211; Bedingung &#8211; niemals stattfand, von einer guten Geschichte also</em> sagt Tulpe <em>quod erat demonstrandum; von Tulpenbüsten, klaro: erfundene historische Ereignisse, die benutzt werden, um etwas zu beweisen. Die Zuhörer reagieren auf Tulpenbüsten für gewöhnlich irritiert und tendieren dazu, den Benutzer für besonders intelligent zu halten.</em> (Beispiel für Verwendung: Tulpe machte heute im Meeting Gebrauch von einer Tulpenbüste.)</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Meine lieben Bürgerinnen</em> schreibt Tulpe von O. <em>und lieben Bürger von O., welcher Ort postalisch der Gemeinde N., politisch aber der Marktgemeinde W. zugerechnet wird, welcher also genau genommen nur in seinem Namen existiert, dem allein eine entsprechend sich mit ihm identifizierende Menschengruppe das Grenzgebiet definiert! Sehen Sie hier das zierliche Johanniskraut/Hypericum elegans, die Große Kuhschelle/Pulsatilla Grandis, das Knollen-Brandkraut, Niederliegende Geißblatt, Hirschwurz, Blutigen Storchenschnabel!</em> Nur bei überdurchschnittlichem Kenntnisstand Ihrerseits treffen in diesen Verständniskünste Gewinn bringend auf Forschungserträge, wie zum Beispiel jene aus dem bedenkenswerten Werk des Hermann Zulauf mit dem Titel Das <em>Rebspalier</em>, verfasst 1942 im Schweizerischen Schinznach-Dorf. Kennen Sie den Ort? Nein? Kennen Sie die Bedeutung der Begriffe Scincode, Revolcanic Cream, Shiseido Body Creator, Google-Earth-Pilot? Sagen sie Ihnen was? Dienen sie Ihnen als Shopping Guides?</p>
<p style="text-align: justify;">Frage: Wer oder was ist eigentlich Tulpe?<br />
Antwort 1: Die Bedeutung der Tulpe liegt in der Zwiebel (Buddhismus).<br />
Antwort 2: Eine Tulpe? Das ist: Anthrachinonderivate, herzwirksame Glycoside, Alkaloide Steroidalkaloide, Chelidonsäure uh ah …<br />
- Antwort 3: Tulpe ist, was dem Handeln den Auslöser gibt. Ohne Tulpe würde das Leben ewig dauern, hätte aber auch keinerlei Sinn (Jean Paul Tulipe).<br />
- Antwort 4: <em>Tulpe ist Tulpes Gebrauch im Text</em> ruft unser Ludwig in einem der wenigen Momente, in denen er sich erlaubt, ein wenig sinnlich zu sein.<br />
- Antwort 5: <em>Mais il ne faut pas voir la réalité telle que je suis, man muss die Realität nicht sehen, wie ich bin</em> lacht Max Ernst Tulpe, und …</p>
<p style="text-align: justify;">Vom fleischfarben grundierten Info-Screen bricht sich das ätherische Wesen Tulpe auf das antike Objekt des Kunsthandelns herunter, <em>ulp-ulp</em>, auf das lasierend fabrizierte Gemälde als eine Oberfläche elektromagnetischen Kunst-Verhaltens, fächert sich auf in die kränklichen Prima-Ballerina-Sorten einer Semper Augustus, Admiral van Enckhuysen oder Gheel en Root van Leyden. Schönes, schönes, im Glas der Vase lose festgehaltenes Sterben! Oh, welch wohlklingendes Passé der Bildlichkeit! Es bringt in die schmucklose Gegenwart die Nostalgiemaschine eines Tulpengemäldes die hübsche Note der Vergänglichkeit, ja, der Herstellungsmoment ist ja so lang vorbei. Und genau auf diese Weise gedenkt Tulpe den Preis Ihrer zart keimenden Naturliebe zu erzielen. Ja, diese Natur, sie stammt aus dem 17. Jahrhundert, und die Farbe ihrer blutrot-zart-feuchten Blütenblätter ist ja aufs Schärfste gebrochen! Oh, dass die Farbe der Blütenblätter ihres Vorbilds so heiß gebrochen ist wie jene der Mädchenwangen unter den haarigen Leuenpranken, ach, sie wissen! Ah, diese Königin einer Blume, diese Prinzessin auf der Erbse auf einem grünen Stängel eines sehr, sehr langen Pflänzchenhälschens … Und dann entdeckten sie, wer immer das ist, 1924 das die Zeichnung der Blüte hervorrufende Mosaikvirus. Und sie verbrannten die Schöne auf dem Scheiterhaufen, um mit ihr das Böse auf wissenschaftlich fundierte Weise auszurotten. <em>Sie aber, Amateur oder Connoisseur, haben dadurch</em> ruft Tulpe <em>die einzigartige Gelegenheit, eine nahezu fotografische Abbildung jener verblichenen Natur zu besitzen, welche es gar nicht mehr gibt. Verschaffen Sie sich ihr persönliches Bild, das diese Naturvergangenheit ersetzt! Und bedenken Sie: Je älter eine Natur, desto näher an der Natur ist ihre Wirklichkeit! Tauschen Sie also einen Aspekt Ihres Lebens gegen das Abbild der gestorbenen Zeit, die Sie hier sehen! Sie werden plötzlich die Empfindung verstehen, eine Schönheit festhalten zu wollen, die Empfindung von Schönheit selbst festhalten zu wollen, welche Regung allein Ihrem Wissen um die eigene Sterblichkeit entspringt</em>. Ach, wenn sich das Junge, das statistisch Schönste, vom Tod Entfernteste, mit dem Tod verschränkt! Und ja, auch die Kunstwürdigkeit der Tulpe wurde durch eine Unheilbarkeit aus ihrer Naturfarbe gebrochen. <em>Ja, meine Kunstwürdigkeit</em> erklärt sich Tulpe <em>wurde durch eine WERTMALENDE MALADIE erreicht, durch die Aufpfropfung einer, meine banale Natur umformulierenden, nichtsdestotrotz der Natur entspringenden Viruskolonie, veredelnde Besiedelungstaktik et cetera</em>. diese Tulpe verkauft sich gut, ihre Rede ist voller Kraft, sie verkauft sich wie von selbst. Diese Tulpe ringt ihre gebrochene Rede, ihr Lallen, ihre WAREWARESCHÖNHEITDERNATUR auf die Pulte der Versteigerer runter: <em>Ich bin das Abbild der Vergangenheit</em> haucht Tulpe <em>der zart-kindliche Efeugeruch des Schwanengedichts, der Sie nach Hause rufen will. PUT-PUT-PUT, wahre Kunst</em> reibt diese Tulpe, auf Gewinn bringende Weise an ihrem Körperbild geschädigt, zählende Finger, reibt sie auf Geld zählende Weise. Und früher liebten Sie unter dem Titel leicht zerdrückbarer Pflück- und Schnittblumen die Damen in Ihren Gedichten, heute dagegen lieben Sie die Virus-generierte Zeichnung Gewinn bringender Blüten, und Sie handeln Sie unter Damennamen. Und Sie lieben Sie, weil in der Kunst das Gesetz der Stärkeren die stärker Vergammelten überleben lässt, wo sie in der Natur nach demselben Gesetz verrecken. Antibodies, Sie verstehen? He, ich möchte doch, wenn Sie das Geschwafel hier akzeptieren, auf der Stelle irgendeinem TUP (englisch für <em>männliches Schaf</em>) die blöde Tulpe zu fressen geben. Sagen Sie schon, haben Sie gar kein Problem mit der Verbindung der Wörter <em>Kunst</em> und <em>krank</em>? (I&#8217;ve never seen anybody pule [2] so much!) Kein Problem mit der Kombination <em>veredelnde Besiedelung</em> und dem Begriff der <em>Natürlichkeit</em>? (<em>Ich hoffe, ich bin das Produkt, das für Sie rundum passt</em> flüsterte Tulpe und brach.) Ist das Ihr favorisierter Stil? Ist es das, was Sie wünschen, das Brechen des Rösleins, die Felder brach? Also, der Wert der Wahrheit der Aussage schwankt ja doch ziemlich je nach Rezeptoren, je nach Grad ihrer Akzeptanz. Also, wir fühlen und sind doch immer irgendwie gebrochen, nicht wahr, und was immer wir glauben mögen, ist doch immer irgendwie Gebrochenes, und wir kaufen es doch immer irgendwem ab. Also, was halten Sie eigentlich von technology unlimited, T-U-L, the total solution provider?</p>
<p style="text-align: justify;">(<em>Sie verstehen neuerdings wirklich alles falsch</em> korrigiert Tulpe <em>ich sprach doch nur von blühenden Geschäften &#8211; also, im Bereich T-U-L wie Transport, Umschlag, Lagerung</em>. Kein Code, kein Secret, kein doppelter Boden, die Inhaltsangabe verzeichnet einzig und allein Polyethylen/PE.)</p>
<p style="text-align: justify;">Wir aber denken an dieser Stelle (es ist, wie ich es schreibe!), wir könnten bald alle im Luxus von Tulpes Erfolgsgeschichte leben; in einer fremden Biographie, die nur noch winzige Partikel unseres molesten Lebens einschließen würde. Tulpe hält fest, es wär ja dieses <em>alle</em>, dieses <em>alles</em> noch näher zu definieren. Und wir hören dieser Lilly Tulpe Petersen zu, einer Erfolgsautorin, die wir heute angreifen dürfen, Produzentin des Bestseller-Bekenntnisbuchs <em>Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann</em> [3], und wir möchten uns gegen sie tauschen, und wir könnten die vor lauter Gier hohl wirkenden Augen auf den Ausgang einer blutroten Tulpe gerichtet halten, könnten deren schwarz-hallende Bauchigkeit halten für das bodenlos flüchtende, verkehrte Schattenbild eines weißfleischig in der Augenhöhlung liegenden, gefräßigen Apfels, welcher imstande wäre, den nackten, mit einfach allem beschreibbaren Raum unseres Lebens zu evozieren, diesen Schundroman, in dem uns alles, was wir erblicken, als Symbol potenzieller Lebensfülle und Leibesschmalheit dient, blablabla, wir würden dieses Leben zum Beispiel denken als irgendein herbeiprojizierbares Objekt, und es spräche zu uns darüber die berühmte Autorin Lilly Tulpe Petersen, und wir würden heftig applaudieren: &lt;&lt;Gott, dankeschön, Gott machte mir, Lilly Tulpe Petersen, das selbst gemachte Geschenk der Welt. Der liebe Gott, wie gesagt, welcher mich, Lilly Tulpe Petersen seit Ewigkeiten liebt, schenkte mir früh seine aus selbst gemachten Materialien selbst gebastelte Nachkriegslage. So müssen auch Sie es machen. Danke, Herr Gott, ich dank auch schön! Ich konnte aufgrund seiner Gaben als die LTP bekannt mich machen. Ich benutzte dazu natürlich ein Gartenbuch, nämlich das von Shizu Matsuda und Peggy Boehm mit dem Titel <em>Flower arranging by number for people who want artistic results immediately</em>. Als Tochter aus dem guten Haus der Liliaceae, entsprossen der Cohabitation bourbonischer Lilien mit den bonapartischen Bienen, konnte ich, LTP, <em>latest take precedence</em> respektive <em>Vorrang hat der letztgeänderte Wert</em>, mein Auftreten optimieren. Aber das war natürlich nur der erste Schritt. Kaufen Sie mein Buch <em>Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann</em>, haben Sie Teil an meinem Erfolgsrezept! Als einfache L.T.P. oder <em>long term potentiation</em> vulgo <em>dauerhafte Verbesserung der Kommunikation zwischen zwei Neuronen</em>, trat ich einst über mein Fleckchen Heimatboden, diese blühende Visitenkarte, ein in den allgemeinen Wettbewerb. Mein Glück ist natürlich, dass ich natürlich blieb, mein Wachstum war immer enorm.&gt;&gt; Und geblendet sehen wir in diesem Moment L, durch das Nadelöhr Ihrer glänzenden Pupillen, liebe Lesende, sich quetschen &#8211; durch die bedeutsame Verengung dieser Ihrer eigenen Lebensgeschichte: Oh, L, Farb- und Duftfavoritin der Stars! Du breitest vor unser aller Denken Deinen intimen Garten aus, Deine Miniaturnachbildung eines Paradieses, wie Linnaeus schon sagte! Und der Druck der Meinung, welchen bereits ein T mit dem alten Charles Darwin erkannte, nämlich als das natürliche Bedürfnis der Konkurrenz &#8211; dieser Druck der Meinung macht Dich, als die ich mich nach dem ersten Krieg wieder fand, sichtbar in unser aller Öffentlichkeit, 1921, welche T mit Ihnen (id est: <em>Sie da draußen</em>) als <em>unsere Zeit</em> benannte. Ja, der Druck vervielfältigte T, indem er Dich, die ich wurde, in den fruchtbaren Boden Ihres Denkens verpflanzte.&gt;&gt;&gt;&gt; Cit. von mir aus nach L.T.P, LITURGY TRAINING PUBLICATIONS (ist gleich <em>ahora el mayor distribuidor de libros católicos en lengua española en los Estados Unidos de América</em>).</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/08/tulpe-copyright-lisa-spalt-9.jpg" alt="TULPE_copyright_Lisa_Spalt" hspace="2" vspace="2" width="225" height="169" /></p>
<p>[1] &#8211; Wouter van Dieren: Mit der Natur rechnen. Der neue Club-of-Rome-Bericht. Birkhäuser Verlag 1995, S. 40.<br />
[2] &#8211; To whimper; to whine, as a complaining child.<br />
[3] &#8211; &#8220;Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann&#8221; ist der Untertitel des Buches &#8220;Das neue Gartenbuch&#8221;, erschienen bei Der gelbe Verlag in Dachau, der Autorin vorliegend in der Auflage 31. &#8211; 46. Tausend aus dem Jahr 1921. &#8220;Im kleinsten Garten ist das Vaterland&#8221;, so das Motto des Buches. Der Verlag wirbt auf den letzten Seiten des Buches für andere Titel zu den Themen Kochen, Scherenschnitte, deutsche Kolonien, Volk in Waffen und Albrecht Dürer.</p>
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<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/lisa-spalt/">Lisa Spalt</a></strong></p>
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<li><a href="http://www.zintzen.org/2008/08/17/salon-litteraire-lisa-spalt-t-u-l-p-e-1/">T-U-L-P-E  _1</a></li>
<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/lisa-spalt-winterweiss/">Winterweiss</a></li>
</ul>
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		<title>Salon Littéraire &#124; Lisa Spalt : T-U-L-P-E _1 / 3</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Aug 2008 23:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>czz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Literatur @ in&#124;ad&#124;ae&#124;qu&#124;at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text &#8211; Sommerserie Salon Littéraire &#124; Lisa Spalt : T-U-L-P-E _1 Im Anfang der Morgenröte des Handelns … &#160; Im Anfang der Morgenröte des Handelns waren schon, um zumindest den Schein der Begegnung zu wahren, ein-zwei Sprecheinheiten zu tauschen; vor dem Deal...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="right">Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der <a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/">SALON LITTÉRAIRE</a> als www- Galerie für Bild und Text &#8211; <em>Sommerserie</em></p>
<p><strong>Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E </strong> <strong>_1</strong></p>
<p><strong>Im Anfang der Morgenröte des Handelns …</strong></p>
<p align="right">&nbsp;</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/08/tulpe-copyright-lisa-spalt-12.jpg" alt="TULPE_copyright_Lisa_Spalt" hspace="2" vspace="2" width="225" height="298" /></p>
<p style="text-align: justify;">Im Anfang der Morgenröte des Handelns waren schon, um zumindest den Schein der Begegnung zu wahren, ein-zwei Sprecheinheiten zu tauschen; vor dem Deal stand ein gewisser Talk mit seinen Naturgesetzen; bevor also der Schein mit einem kaum wahrnehmbaren Lufthauch über den Ladentisch ging, haha.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Frau Tulpe, Berlin, Stoffe und Accessoires, Veteranenstraße 19: Ja, Handeln, da hängt doch immer ein Fetzchen von Deinem Herzchen dran. ABBRüchlein, ABBREchen, ABBREviations. Nimms in Kauf! Schneidet man sich lieber einen Haxen ab, bevor man sich bindet, liebe Schwester, lieber Bruder im Handeln, liebe Spenderfamilie, liebe Liebeswelt der Waren! Eine goldene Kalbshaut von GRAVIS, das ist das Mördergeschäft: Abgeschnittenes auf der einen Seite und Verknüpfungen auf der anderen; ein sich Trennen von organisch erzeugten Tatsachen, um zu einer anderen Sorte von Lappen (Kröten, Kies) Kontakt zu kriegen. Bezüge!</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Wollen ja nicht den ganzen Menschen, wollen ja nur das zählende Organ. Ist ja absolut unnatürlich, wie gut mein Gewebe sich verkauft, wie gut die Natürlichkeit sich verkauft, welche mein Körper verkörpert. Ja, im erfolgreichen Erscheinungsbild des Handelns war Mund, das neue Gesicht für die Welthunger-Werbung, das mit dem Wassertropfencollier um den Hals, dadurch sich weltweit Gewebe strafft; Gewerbe, ja, das ist ja meine Language &#8211; <em>mothertongue</em>, die heute weltweit in jedem Kröpfchen hechelt, zumindest in jedem, in dessen Köpfchen ein bisschen Gehirnschmalz et cetera, Zungengrund, <em>radix linguae</em>, aus der alles Handeln erwächst. Getrennt von ihr pralles Hinterteil; liegt mit dem attraktiven Dielenmöbel namens NATURLIG in der Sonne von TEÙL, Zacatecas, Mexiko, herum &#8211; zumindest schlägt Ingvar Kamprad, Hof Elmtaryd, gelegen in der Nähe von Agunnaryd das vor. IKEA inclusive, alles klar! Dauerreibt sich neue-Hüfte-Anspielung am Parallel-Universum eines Blüten-Lüster-Magic-Lights: <em>Oh, your imagination is your only limit</em>. Und es tritt ständig Tulpes nächste Beziehung ein, das nächste Ladenklingeln, nächster Sachverhalt, nächster Link, in welchem ein Aspekt ihrer Natur in einen anderen Lebenslauf gerät, einen anderen Datensatz (ein neues TUPEL). (Click hier bitte <em>Stop</em> für Wiederholung Prothesen-Jingle!)</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><em>Meine straffe Natur, dein schlaffes Bindegewebe</em> differenziert eine nur als Utopie existierende, dementsprechend <em>wie nichts</em> begehrte, nämlich schwarze Tulpe (<em>tulipano nero</em>) ihre Erlebniswelt. Tulpe fragt <em>handeln wir jeweils als die eine und einzige Natur, handeln wir als eine Natur unter vielen Naturen, die ihrerseits wieder aus der einen und einzigen Natur herausdifferenziert sein wird?</em> Mother Nature versus Bag Lady versus WUNDERKIND, ready to wear? Tulpe versteht unter ihrer eigenen Natur natürlich einen starken Charakter, sie versteht dagegen unter <em>Natur an sich</em> alles, was ihrer Kultur ermangelt. <em>Hätte</em> krümmt Tulpe Nero Anführungszeichenfinger <em>aus dem Wollstoff (ital. panno) meiner Natur auch ein erfolgloses, beispielsweise normalsterbliches Lebewesen erzeugt werden können? Hätte es hervorgehen können aus den Naturgesetzen, die meine Weltwahrnehmung erzeugen?</em></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">&lt;&lt;Dieses Produkt, meine Dame, mein Herr: Mördergeschichte! NEMATOMORPHA UNLIMITED (von Nema/Faden und Morphe/Gestalt) setzt am hinteren Teil der Eichenschrecken den Bohrapparat (türk. TÜP für Röhre, Ampulle) an. Es werden Eier platziert, das Produkt beginnt zu wachsen, während der Fettkörper der Schrecken als Nährgewebe herhält. Der Host entwickelt unterdessen sein Soundprodukt weiter, ein hysterisches Trommeln auf Äste und Blätter mit der Reichweite von bis zu einem Meter. Wir schließen daraus, dass trotz der erwähnten Aufpfropfung des Parasiten keine Quälerei eines ergo naturgerecht gehaltenen Lebewesens vorliegt. Schließlich beginnt das Produkt, die Zauberwaffe eines bestimmten Proteins auszuspucken: Das Eiweiß ähnelt einem weiteren im zentralen Nervensystem des Hosts, es ersetzt das Imitat den originalen Stoff, kapert die fremde Schaltzentrale &#8211; um sich zu vermehren, braucht das Produkt nur noch Wasser, und <em>lange haben wir</em> wirkt Tulpe bescheiden <em>von OAK TERROR &amp; Cie. Natur gespielt, haben uns mit der Automatisierung dieses Produktionsschrittes gequält</em>. Aber jetzt: <em>Zack</em>, die Proteinprothese legt im Gehirn der ahnungslosen Schrecken den entsprechenden Schalter um, <em>zack</em>, sehen Sie? Die Schrecken stürzen sich wie aus eigenem Willen ins Wasser der rundum bereit gestellten Tümpel, sieht jetzt tatsächlich aus wie Selbstmord, raffiniert, ist aber alles meta-kausal, also: theoretisch motiviert, sehen Sie, das ist Animation, denken Sie nicht? <em>So wird die Geschichte gemacht </em>jubelt Tulpe<em> so wird, um ein einfaches Bild zu verwenden, das leise Trommeln der langweiligen Schrecken zur größeren Melodie des kollektiven Selbstmords veredelt, orphischer Effekt des Saitenwurms, parasitärer Sinn, Geschichtswürdigkeit, Poesie, das ist unsere Theorie, die wir ins Lebewesen versetzt finden wollten</em>. Eine letzte Nahaufnahme für Sie: Die Produzenten kriechen aus dem toten Host, richten ihn ein letztes Mal auf, wahnsinniger Effekt, L-U-P oder Lifeless Undead Phenomenon. Sehen Sie, das ist Naturidentität, so könnte es gehen. Das ist ein Modell, an dem wir uns ein Beispiel nehmen werden, und Sie werden noch an diese Worte denken, die Ihnen jetzt vielleicht aus dem Zusammenhang gerissen scheinen.&gt;&gt;</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Entschuldigen Sie! Tulpe unterbricht die Emphase Ihrer B2C ist gleich Business-to-Consumer-Relationship, um sich, den Hörer zwischen Kinn und Schulter, für ein paar Minuten in ihre Freizeit-Telekommunikationswelt zu beamen. Tulpe wendet sich dort explizit an Sie, S-I-E wie SYSTEM INDUSTRIE ELECTRONICS Österreich, ihres Zeichens Entwickler von innovativen Konzepten, Beschaffer nachhaltiger Wettbewerbsvorteile, Grundsteinlegerin für erfolgreiche Partnerinnenschaften. <em>Bitte, wie bewerten Sie</em> fragt Tulpe <em>und ich meine S-I-E wie Sensorik Industrie-Elektronik GmbH Viernheim, KAPAZITIVE SENSOREN &#8211; wie bewerten Sie Ihre Austauschbarkeit? Diese Ausdrückbarkeit durch vergleichbare Einheiten, Preise monetärer oder ideeller Art? Ihre Einstellung zur Aufzählbarkeit ihrer selbst entscheidet, wie Sie wissen</em> informiert Tulpe <em>über Ihren Wert für unsere Gesellschaft, die ich vertrete, also, für wie wertvoll halten Sie sich auf einer Skala von eins bis zehn?</em></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Tulpes Haltung soll es verraten: Ich bin eine von Euch, eine von denen, die täglich ihre Kopfnuss verabreicht kriegen. Kaufen also auch Sie bei Tulpe, derzeit Vertreterin von BAE; nein, nicht BUDO AKADEMIE EUROPA, sondern &#8211; gewissermaßen auch Martial Arts, witzig, was? &#8211; BRITISH AEROSPACE, genauer gesagt BAE Land Systems: landgestützte militärische Produkte, Panzer, Raketen, gepanzerte Fahrzeuge, Feuerwaffen, Sprengköpfe, elektronische Systeme. Tulpe bietet Ihnen das Geschoss der Zukunft, bietet es bleifrei, bietet die kontrolliert biologische Granate mit dem stark reduzierten Rauchausstoß, Panzer mit dem umweltfreundlichen Hybridantrieb, Sprengstoffe, die sich bei Nichtgebrauch kompostieren. <em>Denn wir</em> sagt Tulpe <em>Inlands- und Auslandstulpen sind als kriegführende Köpfe, als Konfliktbewältiger, von Haus und Natur aus ein ethisches Unternehmen. Es sollen daher nachhaltige Tötungsgeräte gleich zur Heer-Stellung, hihi von Tulpennahrung dienen</em> [1]. Tulpe möchte also nachhaltig den Fragenkomplex des leidigen Hungerproblems lösen. Tulpe möchte auch zeitgemäß eins sein mit ihrer Vorbildlandschaft, mit ihrer Natur, Stichwort Panzer bis Raumordung ist gleich Chitin bis Revier, möchte eins sein mit der, Tulpes Körper eigenen, inneren Rede, welche diese ihre Natur produziert. <em>Eins also auch mit der &#8211; naturidentischen &#8211; Konstruktion von WIR</em> erklärt Tulpe <em>dem Kollektiv. Dass der Körper des Wir weiterlebt, auch wenn ich, sein Fingernagel, seine Schuppe, seine Hornhaut absterben muss: Wir anderen überleben!</em></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><em>WIR</em> erläutert&#8217;s <em>Wirtschaftsring-Genossenschaft Zürich, 1934 als Tauschring gegründet; die geldreformerischen Ziele, v. a. die zinskritischen Hintergründe gemäß Freigeldtheorie bald wieder aufgegeben. Seit das l&#8217;art pour l&#8217;art des Wertzeichenverkehrs en vogue ist, der reine Bezug von Wertzeichen auf Wertzeichen ohne Rücksicht auf die außermonetäre Welt</em> freut sich Tulpe <em>ist diese Referenztasterei nach irgendwelchen Lebensrealitäten, Tulpe sei Dank, Vergangenheit.</em></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><em>Tulpe, Tulpe</em> rauscht&#8217;s aus dem Geschäft <em>ich habe ja echt keine Lust, dauernd das Logo spazieren zu führen</em>. Ja, denken Sie doch mal nach über die Kategorien des Innen und Außen, über den äußeren Text, der die innere Natur der Benutzer zum Besseren wendet, verfälscht, überwuchert! Denken Sie nach über die Verwendbarkeit der Vokabeln Fremdbestimmtheit, Überfremdung und antiautoritäre Erziehung, da eine nicht näher definierte Figur ihre Plastiktüte auf die verkehrte Seite dreht, eine Trägerin von zählendem Werbegewicht wider Willen; und da steht jetzt unsichtbar <em>Tulpenverweigererin</em> drauf, kontrastiert durch die Corporate-Identity-Farbe, und alle können das Zeichen lesen. Und es war vielleicht nicht das Denken, es war vielleicht nur der (allerdings geistgeborene) Futterneid, welcher diese &#8211; somit instinktive &#8211; Reaktion hervorrief, reflexionsgetarnter Reflex, eine ganz natürliche Angst, vom Fressnapf des Blumenbusinesskadavers verdrängt zu werden, die Sorge, nur noch Besteck für das Dinner anderer zu sein. <em>He, was für ein Wechsel der Bilder</em> erstaunt sich die Tulpenrede …</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Exkurs zum Bild: Welches Bild der Tulpe meinen wir? Lässt sich überhaupt eine Natur des Tulpenbildes definieren? Der C4-Pool eines Herrn Olaf Posdzech &#8211; C4 für die Ebene der rationalen Beschreibung einer als real empfundenen Ebene der so genannten Wahrnehmungswelt zu verstehen &#8211; ist angetreten, das unerforschte Pflanzenbild der Tulpe durch <em>Trituration</em> (homöopath. für <em>Verreibung</em>) zu ergründen. Sein Team kommt nach zahlreichen Potenzierungsschritten zu folgender Charakterfeststellung: Die Tulpe ist der Archetyp des menschlichen Orgasmus durch den ausgekämpften Konflikt im vollen Dienst am Irdischen bzw. blablabla-Dings der Folgen. Bericht: Ich habe das Gefühl, meine Genitalien sind wie die Zwiebel und mein Herz ist wie die Tulpenblüte, und das nimmt überhaupt kein Ende und macht mich traurig, denn ich will das immer haben, wo ich doch weiß: Ich kann dann kein Mensch mehr sein. Das Bild der Tulpe macht ergo Dingsbums an der Menschlichkeit, an der Natur des Menschen. Da haben wir den Salat. Da werden Mensch-Eigenschaften gegen Tulpen-Eigenschaften ausgetauscht. Ja, wir haben da so ein Gefühl: Was des James-Bond-Widersachers Perserkatze ist ja dem osmanischen Sultan die Tulpe: die Blume, die er liebt an Menschenstelle; diese Liebe als Kontrastgrund, mit dem sich eine unmenschliche Handlungsweise wie die Ertränkung von 280 Haremsdamen &#8211; und zum Zweck ihrer Ersetzung! &#8211; zu einem Gemälde aus Tausendundeiner Nacht vereint. Ähnlich wurde im Holland des 17. Jh. die Tulpenzwiebel (von Persisch <em>dulband</em> bzw. Türkisch <em>tülbent</em> für Deutsch <em>Turbantuch</em>) plötzlich anstelle von Aktien gehandelt: Die Zwiebel als Symbolisierung der Börsen-Schrift, welche erfunden worden war, die Zwiebel zu ersetzen. Von der Kulturleistung der Aktienperformance in eine Zukunft des per Handschlag getauschten Objekts. Eine dekadente Geste von Wertpapierhändlern, welche die Realität des Fassbaren ganz offen zum Spielzeug Ihres symbolischen Handelns machten? Oder die holländische Tulpenzwiebel vielleicht doch zu sehen als das, die zukünftige Tulpe tatsächlich beinhaltende Objekt, nämlich Tulpenpotenzialität und gleichzeitige Zwiebelgegenwart? <em>Verweisendes Logo und handfeste Ware in einem</em> erklärt Tulpe <em>eine frühzeitige Vorwegnahme heute erst geübter ökonomischer Identifizierungsexperimente &#8211; dies das relativierende Verständnis der so genannten Tulpenperversionen, das ich Ihnen anbieten könnte</em>.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><em>Leider</em> gurrt Tulpe <em>wünschen Sie ja, mich für seriös zu halten und damit einer Investition Ihrer Lebenszeit für würdig</em>. Tulpe versucht neuerdings, mehr auf den persönlichen Kundenkontakt zu setzen <em>sonst ritte ich an dieser Stelle natürlich ein wenig auf meiner Bein-Haltung herum</em>. <em>Strammes Gewebe, üppige Tönung, das alles könnte &#8211; plinker-plinker &#8211; für in der Zwiebel angelegt betrachtet werden</em>. Mit dieser zu ihrem attraktiven Äußeren passenden Rede macht Tulpes Show durchaus den Eindruck eines erotischen Versprechens. Kristalltränenden Auges jedenfalls oder so ähnlich konsumiert das Früchtchen die Zwiebel, entfaltet seinen blühenden Körper daraus. <em>He</em> sagen Sie vielleicht an dieser Stelle <em>muss denn heute wirklich alles sexualisiert werden?</em> Na, jetzt sagen Sie bitte nicht, es käme Ihnen nicht seltsam vor, wenn nicht! Sowas bringt nun einmal einen gewissen Touch ins Ambiente des Handelsortes, nicht wahr? &#8211; <em>Handlungsort, bittesehr, was&#8217;n'das? Ist das was zum Abgreifen oder was? Ah, gimme a LETUP, Honey, wirklich wahr! Is doch alles nur Worte, Orte, unn all sowas.</em> Und Tulpe wirft Kusshändchen <em>bedeutet doch heute nur noch tutti frutti, von der PET-Flasche bis hin zum LPTU ist gleich Language Proficiency Test of the West Indies &#8211; hach, wie mir das WWW nahezu jeden Buchstabenhaufen als ein Konzerngebäude in den nächsten Busch zaubern kann, was?</em> Realisieren Sie das? Ich mach Sie an! Mach Ihre heißesten Vorstellungen klar. Mich reizt nämlich derzeit wahnsinnig ABBRE, Aktie von ABB Österreich: Wien, Wiener Neudorf, Linz, Salzburg/Wals, Innsbruck, Klagenfurt, Graz: Da ist die ganz fette Welt dran, nicht wahr? Sitzen knapp, die Shortcuts, ist REALPOESIE, sowas: Sie dazu zu bringen, Zeichenansammlungen dieser Art als <em>geil</em> zu akzeptieren. Da kriegt die Sache dann den <em>Real State</em> von Fakt. <em>Tatsache</em> bestätigt mir Tulpe: Wo immer Sie die Location der Handlung sind, an der der Fakt der REALISIERUNG der Welt abgeht, Tausch von Wort und Materie zett Bee. Na, schleimt Sie die an? Geht das runter wie Schmalz? <em>Ich stelle fest</em> sagen Sie, meine bisher nur halb überzeugten, ratlosen Börsen-Beginners, <em>eine so genannte implizite Volatilität des ABBRE-Papiers von 37 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz</em>? Ach, verzweifeln Sie bitte niemals an hochfliegenden Begriffen wie Volatilität wie Vogel-Vau wie Flatterhaftigkeit von Finanzmarkwerten! Tulpe bestätigt gern ihr Einverständnis mit jeder Art von unverbindlichen sexuellen Kontakten. <em>Werfen Sie</em> säuselt Tulpe <em>wenn Ihnen die Griffigkeit flöten geht, Ihre Suchmaschine an!</em> ABB Wind Power Solutions unterstützt Sie gerne dabei. <em>Oh, letup</em> haucht Tulpe. Und Vorhang.</p>
<p><img src="http://www.zintzen.org/wp-content/uploads/2008/08/wholz.jpg" alt="wholz" hspace="2" vspace="2" width="225" height="298" /></p>
<p>[1] &#8211; Vgl. <a href="http://www.baesystems.com">http://www.baesystems.com</a>: <em>We also have a contractual performance agreement with our waste management company, Cleanaway, in the UK to identify waste minimisation and recycling opportunities</em>.</p>
<p><strong>|||</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.zintzen.org/autoren-authors-auteurs/lisa-spalt/">Lisa Spalt</a></strong></p>
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<li><a href="http://www.zintzen.org/salon-litteraire/lisa-spalt-winterweiss/">Winterweiss</a></li>
</ul>
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